1 Druck⸗Apparat ügdn
8 Henrich in Frankfurt a. M. ist in Art der bekannten Con⸗
&ν ☚ 5.e doch das Zusammenpassen der Theile und die Gravirung nur höchst mittelmäßig. . b
Für Lithographen und Stahlstecher sind noch die Diamant⸗Na⸗
deln von E. F. Schmidt in Frankfurt a. M. unter Nr. 1752, fer⸗
ner die polirten Stahlplatten von Graul in Leipzig unter Nr. 1577
zu erwähnen. 1 XXXV. Schreib⸗Maschine für Blinde.
Eine Schreib⸗Maschine für Blinde unter Nr. 1553 von Christian Müller in Dresden gehört zu den interessanteren Gegenständen der Ausstellung. Leider ist dieselbe versiegelt und deshalb die innere Con⸗ struction nicht zu beurtheilen. Aus dem beigelegten Programm ist ersicht⸗ lich, daß durch Niederdrücken einer Taste der auf derselben bezeichnete Buchstaben in dem Papierbogen, welcher auf dem oben sichtbaren Messingrähmchen befestigt ist, mit erhabener, gestochener Schrift aus⸗ geprägt und zugleich das Papier um die Breite eines Buchstaben fortgerückt wird. Die Tasten sind so eingerichtet, daß jede Hand, ohne von der Stelle gerückt zu werden, 15 Buchstaben oder Zeichen beherrscht, und zwar die rechte Hand, und an derselben wieder die kräftigsten Finger entsprechen den am meisten vorkommenden Schrift⸗ zeichen. Auf ein Blatt in Quart⸗Format können 24 Zeilen zu 28 Buchstaben geschrieben werden. Wenn eine Zeile bald zu Ende ist, so zeigt das Geräusch einer im Innern losspringenden Feder dies an, und veranlaßt dadurch den Schreiber, daß er bei der nächsten Sylbe
abbreche. 8 Der Herr Erfinder beabsichtigt, gegen Ende der Ausstellung in Berlin anwesend zu sein und persönlich weitere Auskunft zu ertheilen.
Handels- und Börsen-Uachrichten.
Beerlin, 28. Sept. In der abgelaufenen Woche verlor das Geschäft in Eisenbahn⸗Actien sehr an Lebendigkeit, wodurch eine allgemeine Flauheit eintrat. — Das Geld machte sich sehr knapp und veranlaßte auch dies heute bei der Liquidation ein ferneres Weichen der verschiedenen Eisenbahn⸗Effekten. 8 Köln⸗Minden schlossen vorige Woche 108 ½ % u. heute 107 ¾ %. MRiiederschl.⸗Märkische 111 ¾ % 109 ½ %. Berlin⸗Hamburger » 111¾ % 110 ¾ 9%.
Dresden⸗Görlitzer „ 110 ½1 % 110 %. Halle⸗Thüringer „ 110 % 109 %. Prinz Wilhelm 8 107 % 106 ½ %.
Ludwigshafen⸗Bexbach „ „ 109 ½ % » 108 ¼ %.
In allen übrigen Quittungsbogen fand fast gar kein Geschäft statt, weshalb auch deren Course ohne Veränderung blieben. Unsere vol⸗ len Eisenbahn⸗Actien erfuhren noch bedeutendere Reactionen, und insbesondere Berlin⸗Anhalter, welche heute in Posten a 148 ¾ % ver⸗ kauft worden sind; jedenfalls dürfte kein weiterer Grund für das Fallen die⸗ ser Actien anzugeben sein, als der Geldmangel und die Kündigung einiger Dcepots, denn die Personen⸗Frequenz auf dieser Bahn⸗Strecke ist noch nie so bedeutend gewesen, als in diesem Monat, und eine in Aussicht gestellte Dividenden⸗Vertheilung von 8 % steht mit dem zeitigen Stand des Cour⸗ ses durchaus in keinem Verhältniß.
Ein Gleiches ließe sich fast von den meisten fertigen Bahnen mit Bezug auf die gegenwärtigen Cours⸗Notirungen sagen, denn wir wüßten keine, welche nicht in 1n.de Jahre günstigere Resultate aufzuweisen haben wird, als in dem vorigen; doch die Speculation ist augenblicklich durch die an⸗ sehnlichen Verluste gelähmt, und der Kapitalist wird sich erst dann wieder geneigt finden, größere Kapitalien zu Eisenbahnen herzugeben, wenn deren Resultate ihm die Ueberzeugung einer jährlich steigenden Rente verschaffen. — Am meisten berechtigt hierzu offenbar die Berlin⸗Stet⸗ tiner Eisenbahn, wenngleich deren Actien fortwährend im Sinken geblieben sind und sich auch diesmal nicht auf ihrem vorwöchentlichen Stand von
Der zweifarbige Stempel⸗ und
1454 Nächstdem ist es die Oberschlesische Eisenbahn, deren Actien einen un⸗ verhältnißmäßig niedrigen Stand einnehmen; Litt. A. waren heute 113 ½ % Brief und wurden in voriger Woche a 115 % gesucht; Liu. B. schlossen heute 107 ¾ % Brief, während man in voriger Woche 108 % bezahlte.
Berlin⸗Frankfurter Actien scheinen sehr fest zu liegen, daher auch Reactionen seltener vorkommen; in dieser Woche waren einige Posten an der Börse, die den Cours von 144 auf 143 % drückten, wozu heute Meh⸗ reres verkauft wurde.
Magdeburg⸗Halberstädter bleiben fortwährend gesucht und sind nur in kleinen Posten à 112 ½ % umgegangen.
Eben so beliebt hielten sich Difpeldorf⸗Elberfelder Eisenbahn Actien, für welche heute bis 92 % geboten war.
In Rheinischen bleibt das Geschäft beschränkt, der Cours war 79 a 78 ½1 % bezahlt.
Für Berlin⸗Potsdamer zeigten sich mehrseitig Abgeber, und wurde etwas à 168 ½ % verkauft.
In Kiel⸗Altonaer und Hamburg⸗Bergedorffer so wie in Holländischen Eisenbahnen war das Geschäst sehr beschränkt, von letz⸗ teren erfuhren Rotterdam⸗Harlemer wegen der günstigen Notirungen von Amsterdam, einen merklichen Aufschwung und blieben a 97 ½ % begehrt.
Ansehnlich war wiederum die Steigerung der Oesterreichischen Eisenbahn⸗Effekten. — Wenngleich notorisch keine dieser Bahnen so günstige Renten geben, als die meisten unserer deutschen Schienenwege, so bleiben deren Course in Ansehung des besseren Zustandes der dor⸗ tigen Börsen⸗Verhältnisse fortwährend im Steigen. Kaiser Ferdinands⸗Nordbahn wurde hier bis 161 ½ %, Wien⸗Glogg⸗ nitzer bis 120 ¾ ℳ bezahlt; seitdem wurde es wieder flauer damit und notiren wir erstere 160 und letztere 119 % bezahlt. Mailand⸗Vene⸗ dig bis 114 ½ % bezahlt, schloß heute 113 % Gld. Livorno bis 118 ½ % bewilligt, wurde heute a 1175 % und billiger verkauft.
Auch von preußischen Fonds mußte Manches, muthmaßlich wegen Beleihung auf Hypotheken, verkauft werden, daher solche sämmlich malter blieben.
Ausländische Fonds hingegen erfuhren meistentheils eine Steige⸗ rung und war der Umsatz darin nicht unbeträchtlich.
Berlin, 28. Sept. In den Preisen für Weizen war die Verän⸗ derung gegen unsere Notirungen in der abgewichenen Woche zwar von ge⸗ ringer Bedeutung; leichte Gattungen mußten immer noch sehr billig erlassen werden, im Allgemeinen jedoch hat unser Markt ein gesunderes Ansehen.
Für Weizen in guter Kernwaare zeigte sich wieder etwas mehr Fe⸗ stigkeit, und einzeln, für alte Waare, wovon wenig vorhanden, selbst auch eine kleine Besserung, nachdem man zur Einsicht gekommen, daß die Quaä⸗ lité des neuen Gewächses sehr mangelhaft ist. Nicht sowohl in loco, als nach Sachsen ist von den besseren Sorten einiges entboten worden, und es sollen noch derartige Ordres auszuführen übrig sein.
Bezahlt wurde für eine Partei außergewöhnlich leichten von schlechtester Qualité 80/81 pf. schles. Weizen 30 Rthlr., für eine bessere Gattung 41 Rthlr., für 85/86pf. vom Boden 42 Rthlr., für weiß. 87/88pf. 46 Rthlr., für hochbunt. poln. 85/86pf. 36 Rthlr., so wie für gelb. märk. 88pf. 38 Rthlr.
Roggen nimmt ebenfalls Faveur. Unsere Vorräthe am Wasser ha⸗ ben sich gänzlich geräumt und Bodenlager werden höher im Preise gehal⸗ ten; 28 Rthlr. für 82./83 pfd. würde zu machen sein. Der Markt ist da⸗ für entschieden fester und auf Lieferung p. Sept. /Okt. und Oktober 82 pfd. wird 28 Rthlr. gefordert, 84pfd. 1 Rthlr. höher zu schätzen; p. Frühjahr 1845 82 pfd. 30 Rthlr. bez.
Gerste große vom Boden holte 27 Rthlr.; es würde für gute frische Waare 20 — 27 Rthlr. zu machen sein, es fehlen aber Anstellungen, wie Vorräthe.
Hafer in loco 48pfd. 17 Rthlr., 50pfd. 18 Rthlr., p. Okt. 48 pfd. 17 Rthlr., p. Frühjahr 48 pfd. 17 ¼ — 17 ½ Rthlr.
Futter⸗Erbsen 29—32 Rthlr.; Koch⸗Erbsen 33—35 Rthlr.
Von Rappsamen kam nichts vor. Nachdem einige laut Connoisse⸗ ment früher gekaufte Ladungen in tadelhafter Beschaffenheit hier ankamen, werden Käufer aus Furcht vor Täuschungen noch zurückhaltender, wodurch dieser Artikel, welcher ohnehin nur schwache Frage hat, noch mehr beein⸗
120 % behaupten konnten, sondern heute a 118 ½ % verkauft werden mußten. — ]trächtigt wird. Dagegen würde für Rapps in effektiver Waare 65 66 Rthlr.
zu machen sein, desgleichen für Winterrübsen 63 a 64 Rthlr. Som⸗ merrübsen 54 a 55 Rthlr. zu notiren.
Der Begehr nach Rüböl hat sich wieder vermindert. Durch einige Zufuhren aus Preußen, und da unsere Raffineurs vorerst sich versorgt haben, ist unser Markt augenblicklich gedrückt, und Preise mußten seit eini⸗ gen Tagen etwas nachgeben; in loco 10 ¼ Rthlr. Br., 10 ¼ Rthlr. Gld.; Sept. /Okt. 10 ¼ Rthlr. Br., 10 ½ Rthlr. Gld.; Okt. / Dez. 10 ½ Rthlr. Br., 10 ½ Rthlr. Gld.; Dez. /Jan. /Febr. 105 Rthlr. Br., 10 ¼ Rthlr. bez.; Febr. /März./April Mai 10 ¼ Rthlr. Br. und bez.
Leinöol 10c0 10 ¾ — ½ Rthlr., Lief. 10 Rthlr. Palmöl 10 ½ — 1G Rthlr. Hanföl 11—11 ½ Rthlr. Mohnöl 11 ½ — 12 Rthlr.
Spiritus pr. 10800 % in loco 14 ½ Rthlr., auf Lief. während der Wintermonate 14 ½ — ¾ Rthlr. ohne Umgang.
„Die Witterung hier, mit Ausnahme einiger Regentage, läßt nichts zu wünschen ührig. Wind SO.
Nach Berichten aus England vom 23sten dieses war die Kauflust für engl. Weizen besser, und es wurden höhere Preise bezahlt. Fremder Wei⸗ zen genoß zu den letzten Notirungen ebenfalls mehr Beachtung.
Auswärtige Börsen.
Amsterdam, 25. Sept. Niederl. wirkl. Sch. 62 . 5 % do. 99 ¼. 5 % Span. 20 ½. 3 % do. 3419⁄6,., Pass. 6 ½. Ausg. —. Zinsl. 7 ½. Sch. —. Pol. —. Oesterr. —. 4 9% Russ. Hope 92 ½.
Antwerpen, 24. Sept. Zinsl. —. Neue Aul. 19 ⅛.
Frankfurt a. M., 26. Sept. 5 % Met. I12 ½ G. Bauk-Aetien p. ult. 1965. Bayr. Baunk-Actien 727. Hope 90 ½ G. Stiegl. 89 ⅛ G. Int. 61 . Poln. 300 Pl. 95 G. do. 500 Pl. 93 ½. do. 200 Fl. 28 ½ G.
Hamburg, 27. Sept. Bank Actien 1640. Bugl. Russ. 113
London, 24. Sept. Cons. 3 % 99 ¼. Belg. 103 ½. Neue Anl. 23 ½. Pas- sive 5 ⁄. Ausg. Sch. 13 ½. 2 ½ % Holl. 62 ¼. 5 % do. 100 8. Neue Port. 46 ½. Engl. Russ. 118. Bras. 89 ½. Chili 103. Columb. —. Mex. 36 ⅞. Peru 25 ½.
Paris, 24. Sept. 50% Rente fin cour. 119. 30. 3 % Rente üin cour. 82. 10. 5 % Neapl. 98. 70. 5 % Span. Rente 31 ⅞. Pass. 6.
Wie n, 25. Sept. 5 % Met. 110. 4 % 100 ½. 3⁰% 76 ½. Bank-Actien 1602. Anl. de 1834 151. de 1839 1315. Nordb. 155. Gloggn. 115 ⅛. Mail. 1I12 ⅛. Livorn. 118.
Preuss. Pr.
Meteorologische Brobachtungen.
Abends 10 Uhr.
1844. 28. Sept.
Nach einmaliger 2 6 Uhr. 2 Uhr. G
Morgens V Nachmittags Beobachtung.
Quellwärme 7,40 R. Flusswärme 8,50 R. Bodenwärme 8,6⁰ R. Ausdünstung 0,011 Rb. Niederschlag 0. W. SSW. Wärmewechsel + 16,2⁰ Wolkenzug... SW. — + 6,1° R. Tagesmittel: 337,20 Par.. +ů 10,40 R.. + 4,1°9 K. 65 pCt. WsW. Königliche Schauspiele.
Montag, 30. Sept. Großes Divertissement für die Flöte, von Kalliwoda, vorgetragen von Herrn Moritz Thiel. Hierauf, zum ersten⸗ male: Mein Herr Onkel! Lustspiel in 3 Aufzügen, von Heinrich Smidt. Dann: Variations brillantes über ein Thema von Ca⸗ raffa, vorgetragen von Herrn M. Thiel. Und, zum erstenmale: Bal⸗ der und Sohn, Original⸗Lustspiel in 1 Akt, von M. L. Erich. 1e
Königsstädtisches Theater.
Montag, 30. Sept. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Zum erstenmale in dieser Saison: Lucia di Lammermoor. Oper in 3 Akten. Musik von Donizetti. (Sga. Madalena Belloni: Lucia, als Debüt. Sgr. Borioni: Edgardo. Sgr. Mitrowich: Asthon.)
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei.
Luftdruck.... 338,1 8 Par. 337,09“ Par. 336, 16 1 Par. Luftwärme + 4,7⁰° F. + 16,0° . + 10,6°0 . Thaupunkt... + 3,7 ° R. † 3 8⁰ R. + 4,9⁰ R. Dunstsättigung 94 pCct. 38 pct. 63 pcCt. Wetter neblig. halbheiter. SSW.
heiter.
“ Allgemeiner Anze
11 Uhr, in unserem Geschäfts⸗Lokale, Schmiedestraße
8 “
““ 9 — 12 Uhr bei dem Herrn Gröninger auf dem Rath⸗
do⸗
Bekanntmachungen.
8
[927] Oeffentliche Vorladung
der unbekannten Gläubiger des ehemaligen Justiz⸗ Kommissarius Carl Otto Bouneß.
Von dem unterzeichneten Ober⸗Landesgerichte ist über das Vermögen des ehemaligen hiesigen Justiz⸗Kommis⸗ sarius Carl Otto Bouneß, wegen Unzulänglichkeit des⸗ selben zur Befriedigung der Gläubiger, der Konkurs eröffnet und ein General⸗Liquidations⸗Termin auf den 1. November dieses Jahres, Vormitt.
um 10 Uhr, im hiesigen Ober⸗Landesgerichte vor dem Herrn Ober⸗ Landesgerichts⸗Referendarius Pretzell angesetzt worden.
Die unbekannten Gläubiger dieses Gemeinschuldners werden daher vorgeladen, in diesem Termine persönlich oder durch Bevollmächtigte, wozu ihnen von den hiesi⸗ gen Justiz⸗Kommissarien der Justizrath Krause, Justiz⸗ Kommissarius Hauschteck und Justiz⸗Kommissarius Calow vorgeschlagen werden, zu erscheinen, ihre For⸗ derungen nebst Beweismittel anzugeben und die darüber sprechenden Dokumente vorzulegen, sich auch über die Beibehaltung des zum Interims⸗Kurator bestellten Ju⸗ stiz⸗Kommissarius Calow zu erklären.
Die Ausbleibenden haben zu erwarten, daß sie mit allen Ansprüchen an die vorhandene Masse durch ein sogleich nach Ablauf des General⸗Liquidations⸗Termins abzufassendes Erkenntniß ausgeschlossen werden und ihnen deshalb gegen die übrigen Gläubiger ein ewiges Still⸗ schweigen auferlegt werden wird. Hn
Stettin, den 4. Juli 1844. Kbönigliches Ober⸗Landesgericht. 1ö6 Si. 950 b A u s z u g.
Mit Hinweisung auf die den Stralsundischen Zeitun⸗ gen vollständig inserirten Ladungen vom heutigen Tage werden auf den Antrag der Gebrüder Philipp, Ludwig und Hermann von Normann alle diejenigen, welche an Rügen, im Neuenkircher Kirchspiel belegene, ge⸗ genwärtig von ihnen verkaufte Gut Tribbevitz c. p. (vormals Groß und Klein Tribbevitz) dingliche Ansprüche machen zu können vermeinen, zu deren Anmeldung und Beglaubigung i einem der folgenden Termine: am 15. Oktbr., am 2. oder am 26. Novbr. cr., Morgens 10 Uhr, vor dem Königl. Hofgericht, bei Ver⸗ meidung der am 17. Dezember cr. zu erkennenden Prä⸗ klusion und aufzuerlegenden immerwährenden Stillschwei⸗ gens, hiermit aufgefordert.
Datum Greifswald, den 14. September 1844. Königl. preuß. Hofgericht von Pommern und Rügen.
-. 8.) v. Möller, Praeses.
111822½ Ediktal⸗Citation
Der Schiffszimmergeselle Johann Jacob Perkuhn welcher im Jahre 1816 aus 8 north, Amts rlahn, sich fortbegeben und seit dieser Zeit nichts von seinem Leben und Aufenthalt hat hören assen, ingleichen dessen
Nr. 16, 3 Treppen hoch, zu ihrer schriftlichen oder münd⸗ lichen Anmeldung unter der Verwarnung hierdurch vor⸗ eladen, daß, wenn nicht spätestens in dem gedachten ermine eine Meldung eingeht, der Johann Jarob Per⸗ kuhn für todt erklärt, dessen unbekannte Erben mit ihren Erbansprüchen an den Nachlaß desselben werden prä⸗ kludirt und dieser an die sich legitimirenden Erben wird ausgehändigt werden. Königsberg, den 22. August 1844. Königl. preuß. Justiz⸗Amt Caymen und Schaaken.
[849] Subhastations⸗Patent. Die der verehelichten Plettner, geb. Schobbert gehö⸗ rige, unter Wernigerode an der Holzemme sub No. 737. belegene, zusolge der nebst Verkaufs⸗Bedingungen und Recognitionsschein in unserer Registratur einzusehenden Taxe auf 5706 Thlr. 22 Sgr. abgeschätzte Oelmühle, die sogenannte Lochmühle, nebst Zubehör, soll in termino den 30. Januar 1845, Vormittags 10 Uhr, auf gedachter Mühle selbst nothwendig subhastirt werden. Alle unbekannten Real⸗ Prätendenten werden aufgeboten, sich bei Vermeidung der Ausschließung mit ihren etwanigen Ansprüchen spä⸗ testens in diesem Termine zu melden. Wernigerode, den 28. Juni 1844. Gräflich Stolberg⸗Wernigerodisches Justiz⸗Amt. danshh I. Abtheilung. Müsenk meur Salomon.
[11833 Ediktal⸗Citation.
Nachdem über das Vermögen des vormaligen Apo⸗ thekers und Fabrik⸗Besitzers Friedrich Wilhelm Herr⸗ mann Anwandter und seiner mit ihm in Güter⸗Ge⸗ meinschaft lebenden Ehefrau Agnes Alexandrine Frie⸗ dericke geb. Pinnow zu Finkenwalde durch das am 25. Juni cr. behändigte Appellations⸗Erkenntniß des Kö⸗ niglichen Ober⸗Landesgerichts hierselbst der Konkurs eröffnet worden ist, so werden sämmtliche Gläubiger des Gemeinschuldners zu dem auf den 31. Dezem⸗ ber d. J., Vormittags 10 Uhr, in dem Gerichtszimmer zu Finkenwalde vor dem Landrichter Ramm anberaum⸗ ten Weneral⸗Liquidations⸗Termine hierdurch öffentlich vorgeladen, um in demselben persönlich oder durch zu⸗ lässige Bevollmächtigte, zu welcher ihnen die hiesigen Justiz⸗Kommissarien Zietelmann, Hauschteck und Dr. Zachariae in Vorschlag gebracht werden, zu erscheinen, ihre Ansprüche an die Konkursmasse gebührend anzu⸗ melden und deren Richtigkeit nachzuweisen, unter der Warnung, daß die Ausbleibenden mit allen ihren For⸗ derungen an die Masse durch ein sogleich nach dem Termine abzufassendes Erkenntniß ausgeschlossen und ihnen deshalb gegen die übrigen Gläubiger ein ewiges Stillschweigen auferlegt werden wird.
Stettin, den 10. September 1844.
v. Kattsches Patrimonialgericht Finkenwalde ꝛc.
etwa zurückgelassene unbekannte Erben und
werden zum Termin den 15. rbnehmer
Juli 1845, Vormitt.
aamnt. vnlazuh 1. t rdnK. h
Berg
442
2. *½ * .2 — - isch⸗Märkische Eisenbahn. — n In Folge des von dem Verwaltungsrathe in sei⸗ ner Sitzung vom 4ten dieses Monats gefaßten Beschlusses werden die Actionaire der Bergisch⸗ — „ Märkischen Eisenbahn⸗ a Gesellschaft hiermit zu
88 — General— Versammlung auf Freitag den 18. Ok⸗
tober dieses Jahres, Vormittags 9 Uhr, auf das hiesige Rathhaus berufen, um 1) die zur Ergänzung des Verwaltungsraths noth⸗ wendigen Wahlen zu vollziehen, und 2) über die Fortführung der Bergisch⸗Märkischen Ei⸗ senbahn von Dortmund über Herbern und Münster bis zur Ems nach Greven, wie über eine Zweig⸗ bahn von Herbern nach Hamm, nach Anhörung des darüber zu erstattenden Berichts, nach Lage der Sache, zu beschließen.
einer
Der Eintritt in die General⸗Versammlung, so wie die Theilnahme an den Verhandlungen derselben, wird durch die in den §§. 66 und 67 des in der diesjähri⸗ gen Gesetz⸗Sammlung Nr. 30 erschienenen Statuts vorgeschriebenen Legitimation resp. Vollmacht bedingt.
Elberfeld, den 9. September 1844.
Der Präsident des Verwaltungsrathes, Ober-Bürgermeister v. Carnabg. sean⸗ — — “ [1141] General⸗Versammlung der Münster⸗ Hammer Eisenbahn⸗Gesellschaft.
Nachdem nunmehr die ersten Quittungsbogen zur Münster⸗Hammer Eisenbahn mit 1 pro Cent Anzah⸗ lung von uns ausgegeben worden sind, so ermangeln wir nicht, durch Gegenwärtiges die Herren Actionaire zur
7 8 General⸗-Versammlung einzuladen, welche zum Zwecke der Wahl des Admini⸗ strationsraths und näherer Bestimmeng über die künf⸗ tigen Statuten, so wie über die Verbindung der Bahn mit der Ems, am 21. Oktober d. J. im Friedenssaale des hiesigen Rathhauses, Vormittags 9 Uhr, stattfinden
wird.
Wir bemerken hierbei mit Bezug auf unseren Pro⸗ spektus vom 30. Mai d. J., daß nur die Vorzeigung der Quittungsbogen den Eigenthümer oder dessen Be⸗ vollmächtigten zum Eintritt in die General⸗Versamm⸗ lung berechtigt, und daß, wer daselbst nicht erscheint, sich den durch die Versammlung mit Stimmenmehrheit, jede Actie für eine Stimme zählend, gefaßten Beschlüs⸗ sen unterwirft. 8111 1
Zur Erledigung des Legitimationspunktes wollen sich daher die resp. Actionaire an den Tagen vom 12. bis incl. 18. Oktober d. J. in den Vormittagsstunden von
hause hierselbst melden, ihre Quittungsbogen resp. Voll⸗ machten vorzeigen und dagegen die Eintrittskarten zur General⸗Versammlung und die erforderlichen Stimm⸗ zettel in Empfang nehmen. Nach dem 18. Oktober werden keine Anmeldungen zur Beiwohnung der Gene⸗ ral⸗Versammlung mehr angenommen.
Münster, den 18. September 1844.
Sns9
0— der St. Petersburg⸗Lübecker Dampf⸗ ⸗schiffe zwischen Cronstadt, Trave⸗ münde und Swinemünde.
Die drei privilegirten schönen und großen Dampf⸗ schiffe der St. Petersburg⸗Lübecker Dampfschifffahrts⸗ Gesellschaft: „Nicolai I.“, Capt. G. B. Bos, „Alexan⸗ dra“, Capt. H. H. Schütt, und „Nadlesnick“, Capt. C. N. Heitmann, werden in diesem Jahre eine regel⸗ mäßige Communication zwischen Cronstadt und Trave⸗ münde, von welchen beiden Häfen an jedem Sonnabend ein Dampfschiff abgehen wird, so wie zwischen Cron⸗ stadt und Swinemuünde, von welchen beiden Häfen ab⸗ wechselnd ein um den andern Sonnabend ein Schiff abgehen wird, unterhalten. BZI
Von Travemünde geht das erste Dampfschiff am 4. Mai,
das letzte Dampfschiff am 9. November. — Ab⸗ fahrt um 3 Uhr Nachmittags.
Anmeldungen geschehen in den Comtoiren der Dampf⸗ schifffahrts-Gesellschaft zu Lübeck und Stettin. — 4— Die Preise der Passage u. s. w. sind im Comtoir der Herren H. F. Fetschow & Sohn in Berlin, Klosterstraße Nr. 87, zu erfahren.
— 8 —00 8 8 . 4—5 Eisenbahnen Deutschlands. Statistisch⸗geschichtliche Darstellung ihrer Entstehung, ihres Verhältnisses zur Staatsgewalt, so wie ihrer
Verwaltungs⸗ und Betriebs⸗Einrichtungen in 1 vom 67.
Freiherrn von Reden. 8 8s
Erste Abtheilung. Zweiter Abschnitt. Zweite Lieferung.
(Die preußischen Eisenbahnen.) .
Erste Hälfte. CE
Zwei Thaler.
Die zweite Hälfte folgt binnen Monatsfrist.
E. S. Mittler
RFiihRprthht Hrs K (Stechbahn 3).. 86
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in allen Theilen ohne Preiserhs Insertions-Gebühr für den Raum einer Zeile des Allg. Ahnzeigers 2 Sgr.
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&ꝙ HrmF. Alle Post-Anstalten des In⸗- und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Blatt an, für Berlin die Expedition der Allg. Preuss. Zeitung: Friedrichsstrasse Nr. 72.
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Amtlicher Theil. 1 3einns. Kere z. Großes Konzert in Brühl. — Schreiben aus der Provinz W estphalen. (Der Handel mit Nord⸗Amerika.) Deutsche Bundesstaaten. Königreich Bavern. Maßregel gegen die Mannheimer Abend⸗Zeitung. — Königreich Württem⸗ berg. v. Kielmeyer †. — Advokaten⸗Versammlung in Heilbronn. — Herzogthum Nassau. Fortschritte der Mäßigkeitssache. — Freie Stadt Lübeck. Finnische Schifffahrts⸗Ordnung. . Frankreich. Paris. Nachträge zu den Friedens⸗Stipulationen mit Marokko. — Unzufriedenheit der Opposition mit den Resultaten der ma⸗ rokkanischen Differenz. — Nachricht von der Flotte des Prinzen von
Joinville. — Ende der Manöver zu Metz. — Zeit der Vermählung des Herzogs von Aumale. — Vermischtes. — Schreiben aus Paris. (Nä⸗
heres über die Differenz zwischen Tunis und dem Prinzen Heinrich der Niederlande.) Großbritanien und Irland. London. Repeal⸗Versammlung. — O'Connell und die protestantischen Föderalisten. — Protest irländischer katholischer Bischöfe gegen die milde Stiftungs⸗-Akte. — Die Franzosen auf Otaheiti. — Nachrichten aus Lissabon. — Vermischtes. Niederlande. Schreiben aus dem Haag. (Die Konvertirung der Ren ten; Reform des Wahlrechts; der Separatisten⸗Prozeß. Dänemark. Schleswig. Advokaten⸗Versammlung. Griechenland. Schreiben aus München. (Die Wahlen der Haupt⸗ stadt; Grivas; Banden⸗Unfug in den Provinzen.)
Die Gewerbe⸗Ausstellung der deutschen Bundes⸗ und Zollvereins Staaten.
Eisenbahnen. Der Trakt der Friedrich⸗Wilhelms⸗Nordbahn. — Bruck. Eröffnung der Eisenbahn von Mürzzuschlag bis Bruck.
Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Berlin. Börse. — Briese aus Königsberg, Tilsit und Frankfurt a. M. (Markttberichte; Börse; Messe.) Fe
Königsstädtisches Theater. („Nabucodonosor“) — Eine reuige Magda⸗ lena von van Dyck.
Amtlicher Theil. Se. Majestät der König haben dem Prinzen Albert von Orden zu verleihen
geruht.
Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: . Dem Instrumentenmacher Zabel zu Königsberg in Pr. das Prädikat eines Hof⸗Instrumentenmachers zu verleihen.
Angekommen: Der Vice⸗Ober⸗Ceremonienmeister Freiherr von Stillfried, von Frankfurt a. d. O.
Abgereist: Se. Durchlaucht der Herzog Karl zu Schles wig⸗Holstein⸗Sonderburg⸗Glücksburg, nach Bernburg.
Se. Excellenz der General der Infanterie und General⸗Adjutant Sr. Majestät des Königs, von Natzmer, nach Matzdorf.
Der Ober⸗Ceremonienmeister Ihrer Majestät der Kaiserin von Rußland, Graf Wielhorski, nach St. Petersburg.
—;;
Nichtamtlicher Theil. Inland. . Rhein⸗Provinz. Die Zwistigkeiten, welche in diesem Früh⸗ jahr unter den verschiedenen Dilettanten⸗Vereinen Kölns dem nie⸗ derrheinischen Musikfeste vorangingen und auf den Besuch der großen Konzerte auf dem Gürzenich sehr nachtheilig einwirkten, sollen einen so beträchtlichen Ausfall in den Einnahmen zur Folge gehabt haben, daß das Fest⸗Comité, um denselben zu decken, zu dem bisher in den Annalen des Musikfestes noch nicht vorgekommenen Aushülfsmittel ge⸗ griffen hat, jetzt, nach Verlauf von vier Monaten, noch nachträglich ein großes Vokal⸗ und Instrumental⸗Konzert zu veranstalten, welches am 29. September im Schlosse zu Brühl stattfinden wird. Des Kö⸗ nigs Majestät haben die dazu erforderliche Genehmigung zu erthei⸗
len geruht. Da das Konzert auf einen Sonntag fällt und das be⸗ suchende Publikum bei diesem Anlaß auch das Innere des schönen Brühler Schlosses besehen kann, so wird der Ertrag gewiß nicht un⸗ bedeutend sein.
* Provinz Westphalen, 23. Sept. Der Handels⸗Ver⸗ kehr der fabriktreibenden Gegenden des märkischen Süderlandes und der angränzenden Rheinlande mit Nors⸗Amerika hat schon seit längerer Zeit bedeutend zugenommen und ist gar nicht mehr zu entbehren, wenn die arbeitenden Klassen gehörig beschäftigt werden sollen. Der Abschluß eines Handels⸗Vertrags mit den Vereinigten Staaten wird deshalb hier lebhaft gewünscht. Der Handel hiesiger Gegend hat wegen der Zoll⸗Verhältnisse noch immer mit Uebelständen zu kämpfen, welche durch einfache vertragsmäßige Bestimmungen beseitigt werden könnten. Bei Waaren, von welchen der Zoll nach dem Werthe erhoben wird, pflegen die nordamerikanischen Zoll⸗Behörden sehr oft den Fakturen, indem sie die Preise als zu niedrig notirt annehmen, gewisse Prozente zuzusetzen. Wer sich dieses nicht gefallen lassen will, muß entweder andere dort ansässige Geschäftsleute gestellen und durch dieselben die Richtigkeit der angesetzten Preise beweisen, oder er muß gegen die Regierung klagen. Beides ist mit Schwierigkeiten ver⸗ knüpft; derartige Prozesse sind sehr kostspielig; auch bleiben die Kosten immer dem Kläger zur Last. Diesen Uebelständen wäre nach Ansicht hiesiger Geschäftsleute abgeholfen, wenn eine Vereinbarung getroffen würde, daß die vor hiesigen Behörden als richtig beschworenen Fak⸗ turen von den dortigen Zoll⸗Behörden unbedingt als richtig anerkannt werden müßten, oder aber genaue Bestimmungen über amtliche Certi⸗ fikate ergingen, denen eine völlige Beweiskraft beigelegt würde.
Ausland.
Meutsche Bundesstaaten.
Königreich Bayern. Der Deutschen Allgemeinen Zeitung schreibt man unterm 26. September aus München: „Nachdem es schon vor einiger Zeit gerüchtweise geheißen hatte, es seien von hier aus in Karlsruhe Beschwerden über die feindlichen Gesinnungen erhoben worden, welche die Mannheimer Abend⸗ Zeitung gegen Bayern überhaupt und namentlich gegen die baye⸗ rische Regierung zu erkennen gebe und leidenschaftlich verfolge, erfuhr man in jüngster Zeit, daß, nachdem den fraglichen Beschwerden in Karlsruhe keine Folge gegeben worden, hier gegen das genannte Blatt unmittelbare Repressalien beabsichtigt würden. Diese Vermu⸗ thungen haben sich vollkommen bestätigt, indem, wie seit diesem Morgen bekannt geworden, allen bayerischen Post⸗Aemtern untersagt ist, sich ferner mit der Beförderung der Mannheimer Abend⸗ Zeitung auf ihren Routen zu befassen. Daß die Entziehung des Post⸗Debits einem Verbote gleichkommt, ist bekannt. Auf der Zei⸗ tungs⸗Post vernimmt man, daß die Mannheimer Abend⸗Zei⸗ tung in Miünchen selbst nur in sehr wenigen Exemplaren gelesen
worden sei.
Köönigreich Württemberg. Am 24. September starb zu Stutt⸗ gart der Staatsrath von Kielmeyer. — Zu Heilbronn fand am 21. Sep⸗ tember eine Advokaten⸗Versammlung statt. Nach Verlesung der Tagesord⸗ nung durch den Vorstand, Rechts⸗Konsulenten Strauß von Heilbronn, legte Prokurator Dr. Schott von Stuttgart Namens des Comité's die Gründe vor, welche letzteres bei Abstellung der mainzer Versammlung geleitet hatten. Hierauf folgte ein Vortrag des Prokurators Wiest von Ulm über die Zweck⸗ losigkeit und die Nachtheile des gegenwärtigen Prokuratoren⸗Systems. Der Redner trug auf eine Petition an die Staats⸗Regierung an, daß das Institut abgeschafft und, wo es erforderlich, Insinuations⸗Mandatare aufgestellt werden möchten. Inzwischen fehlte es auch nicht an Stim⸗ men, die sich für eine Petition an die zweite Kammer aussprachen, noch an anderen, die einer öffentlichen Erklärung über die Zwecklosigkeit des In⸗ stituts den Vorzug gaben. Der Beschluß fiel für die Petition an die Re⸗ gierung aus. Nun folgte ein Vortrag des Rechts⸗Konsulenten Kleinmann von Balingen, im Allgemeinen die Verbesserung der Rechtspflege durch Ab⸗ stellung von Mißbräuchen bezweckend. Der Redner machte namentlich einem
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halb des Sundes beschränkte) zugestanden wird.
1844.
Theile seiner Kollegen das Verschleppen der Prozesse durch die endlosen Frist⸗ gesuche zum Vorwurf, auch drang er auf Empfehlung von Schiedsgerichten, dann auf Gründung eines Blattes, in welchem Erkenntnisse, die nach Form und Inhalt sich nicht rechtfertigen lassen, der Oeffentlichkeit übergeben würden. Nach dem Auftrage der letzten Versammlung zu Ulm hatte der Ausschuß einen Statuten⸗Entwurf für ständige Schiedsgerichte redigirt, über den Rechts⸗ Konsulent Rödinger Bericht erstattete. Nach diesem Entwurfe sollen die Schiedsgerichte auf einem Schiedsvereine beruhen, dem Jeder beitreten kann. Die Mitglieder verpflichten sich, ihre Streitigkeit, mit Ausnahme der Arrest⸗ und Wechselsachen, vor das Schiedsgericht zu bringen und vor solchem auch Nichtmitgliedern Recht zu geben, wenn diese sich für den vorliegenden Fall dem Gericht unterwerfen. Das Verfahren fällt mit demjenigen zusammen, welches in den Statuten für die Handelsschiedsgerichte eingeführt worden ist, namentlich ist die Appellation ausgeschlossen ꝛc. Der Entwurf wurde als angenommen betrachtet. Die Versammlung des nächsten Jahres wird in Kannstadt gehalten.
Herzogthum Nassau. Sehr erfreulich sind die Fortschritte, welche die Vereine gegen das Branntweintrinken in dem Nassauischen machen. Es bestehen gegenwärtig solche Vereine zu Dillenburg, Weilburg, Fleisbach, Breitscheid und an anderen Orten. Der dillenburger Mäßigkeits⸗Verein (der erste im Lande) zählte bei seiner ersten General⸗Versammlung, 3. Juli 1842, 80, bei seiner zweiten General⸗Versammlung, 14. Mai 1843, 337, bei seiner dritten General⸗Versammlung, 10. Dezember 1843, 568 Mitglie⸗ der. Der Verein zu Breitscheid im Amte Herborn hat jetzt 43 Mitglieder, worunter auch schon 5 Bursche. Die Landes⸗Regierung legt in der Förde⸗ rung der Sache großen Eifer an den Tag und hat mehrere recht zweck⸗ mäßige Verfügungen zur Beschränkung des Branntwein⸗Genusses erlassen. Die Wirthe dürfen z. B. keinem ihrer Gäste mehr als zwei Glas Brannt⸗ wein geben; verabreichen sie doch mehr, so werden sie mit 50 Fl. und bei wiederholter Umgehung des Gesetzes mit Zurücknahme der Konzession be⸗ straft. Trunkenbolde, die sich öffentlich zeigen, werden sofort eingesteckt und ihre Namen durch Ausruf bekannt gemacht. Säufern von Prosession darf
kein Wirth bei schwerer Strafe einen Tropfen Schnapps reichen.-
Freie Stadt Lübeck. Aus Lübeck (17. September) wird gemeldet: Die auf außerordentlichem Wege hierher gelangte Fin⸗ lands Allmäna Tidning (Finnlands Allg. Ztg.) vom 6. September veröffentlicht einen Kaiserlichen Ukas vom 28. August, durch welchen den Ostseehäfen das Niederlagsrecht in Finnland (das die finnische Schifffahrts⸗Verordnung von 1839 auf die Häfen außer⸗ Demnach hört das jetzige ausschließliche Niederlagsrecht der Nordseehäfen ꝛc. mit dem 31. Dezember d. J. auf. Vom 1. Januar 1845 an haben alle in das Großfürstenthum Finnland eingeführten Waaren ein Niederlags⸗ recht auf drei Monate — mit Ausnahme der im Tarif unter A. auf⸗ geführten Artikel (Manufaktur⸗, Quincaillerie⸗, nürnberger, kurze Waaren ꝛc., welche überall kein Niederlagsrecht genießen). Die aus
den Kolonieen oder aus den Mutterländern der Kolonieen eingeführ⸗
ten Waaren haben, wenn sie Erzeugnisse der Kolonieen sind, Nieder⸗ lagsrecht auf ein Jahr. Die in finnischen Schiffen aus überseeischen Ländern importirten Waaren genießen als Prämie einen Zoll⸗Rabatt von 15 pCt. ö44*“
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Paris, 25. Sept. Die Regierung ist seit vorgestern im Be⸗ sitze des mit Marokko abgeschlossenen Friedens⸗Vertrages. Es heißt, es solle dieses Dokument nicht vor der Eröffnung der Session der Kammern offiziell veröffentlicht werden. Einigen Vertrauten indeß ist Einsichtnahme von dem Texte des Vertrages gegönnt worden. Er umfaßt acht Artikel. Sein Inhalt stimmt mit den von dem Jour⸗ nal des Débats letzthin gemachten Mittheilungen vollkommen über⸗ ein. Nur wird noch hinzugefügt, daß nach dem 2ten Artikel der Kaiser von Marokko die Namen der Schuldigen, die wegen des Ein⸗ falls auf französisches Gebiet bestraft werden sollen, nebst der Art ihrer Züchtigung, an Frankreich mittheilen werde, bevor zu ihrer Bestra⸗ fung geschritten würde; daß nach Art. 3 Abd el Kader sowohl auf dem französischen Gebiet in Afrika wie auf dem ganzen
marokkanischen Gebiet für vogelfrei gelten und von den Truppen bei⸗ der Regierungen verfolgt werden soll, bis er vertrieben oder gefangen
Königsstädtisches Theater. Nabucodonosor.
Verdi's „Nabucodonosor“, unstreitig eine der besten Erscheinungen in der neueren italienischen Oper, ist nun dreimal und mit wachsendem Beifall gegeben worden. Sie ist nicht, wie es jetzt in Italien beinahe Styl geworden, mit einer bloßen Introduction versehen, sondern durch eine gut formirte Ouvertüre eingeleitet. Der Anfang derselben entspricht dem Charakter und Stoff, dagegen scheint im Allegro das zweite Hauptmotiv, das in der Oper selbst benutzt ist, zu tändelnd, tanzihythmusartig und dem tragischen Stoffe fremd. Der Introductions⸗Chor klingt einfach und wür⸗ dig und schmiegt sich den elegischen Worten angemessen an. Nr. 2 (Neci⸗ tativ und Arie des Zaccaria) und Nr. 3 (Arie mit Chor) sind zwei sehr gelungene Musikstücke, die auch in der Form den neumodischen südlichen Schlendrian ganz und gar verleugnen. Vorzüglich sind Zaccaria's Worte „Come notte a sol fulgenten, kräftig und dem Charakter der Baßstimme gemäß aufgefaßt, von guter Wirkung. Vorzüglich effektvoll ist das erste Sextett und das Finale von dramatischer Wirkung.
Der zweite Akt beginnt mit einem Recitativ und einer Arie der Abigail. Die Arie „Anch' io dischiuso un giorno“ zeichnet sich durch schöne Can⸗ tilene aus, und wird auch von der Darstellerin dieser Rolle, Signora Schieroni⸗Nulli, mit viel Portament und wohlgelungenem Ausdruck vorgetragen. Der folgende Chor der Götzenpriester ist voll Feuers, wie denn Verdi in seinen Chören überhaupt nicht den herkömmlichen stereotypen Formen huldigt, sondern Eigenthümliches und Kunstreines zu schaffen strebt. Höchste Auszeichnung verdient Zaccaria's Recitativ und Arie „Gebet“; originell ist die Orchesterbegleitung und Instrumentation (ein obligates Cello, Bratschen, Bässe). Dem Ganzen, immer in tiefen Lagen gehalten, ist ein bezeichnendes und ergreifendes Gepräge aufgedrückt — die Musik giebt gleichsam das dunkle Kolorit der Abendbeleuchtung wieder. Aeußerst charakteristisch ist ferner der Leviten⸗Chor „Maledetto dal- Siguor“ hinsichtlich des Rhythmus auf⸗ gefaßt, wenigstens in seiner ersten Hälfte, und im Ganzen von großer Wir⸗ fung. Schade, daß er gegen den Schluß hin etwas an das Herkömmliche sreift. Auch das folgende Ensemblestück hat vorzügliche, echt dramatisch aufgefaßte Stellen. Im Finale ist der Moment, wo Nebukadnezar der Abigail die Krone entreißt, vom Komponisten sehr gelungen aufgefaßt, das darauf eintretende Ensemble (Sappressan gl' instanti) jedoch dem sonstigen
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rühmlichen Streben des Komponisten nicht entsprechend. Besonders wird diese Stelle der sonst so preiswerthen Oper durch die ganz gewöhnliche Be⸗ gleitung verflacht. Glücklicherweise steigert sich von diesem Tutti ab bis zum Schluß des Akts die Musik wiederum nicht selten zu dramatischer Höhe. Besonders gelungen ist in dieser Beziehung der Moment, wo dem Nebu⸗ kadnezar die Krone durch einen Blitzstrahl entrissen wird. .
Die Perlen des dritten Akts und unstreitig der ganzen Oper bilden die beiden letzten Nummern derselben: die Threnodie der gefesselten Hebräer und die Vision ihres Hohenpriesters Zacharias. Letztere ist fast nur mit Po⸗ saunen begleitet; die Anwendung der großen Trommel beeinträchtigt sie in etwas.
Der vierte Akt effektuirt besonders durch seine Ensembles. Die Pre⸗ ghiera, womit die Oper (nach der auf der Scala zu Mailland getroffenen Einrichtung) hier endet, bildet einen großartigen Schlußpunkt. G
Mit der Darstellung dürfte man im Ganzen wohl zufrieden sein, und werden wir der Mitglieder, deren Leistungsfähigkeiten wir jetzt näher kennen, in Zukunft ausführlicher gedenken. Zwei Meister erster Größe, Meyer⸗ beer und Spontini, wohnten der Vorstellung bei. Wie verlautet, hat sich Letzterer über das Personal der Oper auf das günstigste ausgesprochen, und es könnte wohl geschehen, daß wir seine „Vestalin“ bald auf dem Repertoir der Oper der Königsstadt glänzen sähen.
18s e. Eine reuige Magdalena von van Dyck.
2¹ Paris, 13. Sept. Van Dyck kam im Laufe seines leider nur sehr kurzen Lebens (42 Jahre) zweimal nach Paris, fand aber daselbst durchaus keinen Anklang und keine Beschäftigung. Die Regierung weigerte sich, ihm Aufträge für ein großes öffentliches Werk zu geben, und von reichen Privat⸗ leuten wollte sich Niemand von ihm malen lassen. Mit dem Sinn für Kunst war es damals in Frankreich so schlecht bestellt, daß man eben so wenig von Poussin, als von van Dyck wissen wollte. Dem bescheidenen und stillen Poussin wurde der Aufenthalt in Paris durch niedrige Intriguen und Kabalen so verbittert, daß er sein Italien wieder aufsuchte, woraus ihn nachher nichts weglocken konnte, und der flamännische Meister, in seinen Erwartungen getäuscht und in seiner Künstler⸗Ehre gekränkt, ging nach Eng⸗ land zurück, wo ihn der Hof und der reiche Adel mit Auszeichnungen und
Bestellungen überhäuften. Doch Jedem kömmt endlich sein Tag und spät oder früh entscheidet die gerechtere Stimme der Nachwelt. Die heutigen französischen Sammler muͤssen, zur verdienten Strafe für den damaligen Ungeschmack, ihre Gelüste nach Bildern von van Dock theuer bezah⸗ len. Auswärtige Kunsthändler bringen bisweilen interessante Proben van Dyckscher Meisterschaft auf den hiesigen Kunstmarkt, fordern aber dafür sehr hohe Preise. Die Ankunft eines van Dyckschen Bildes in Paris ist jetzt eine Begebenheit und setzt alle Kunstliebhaber in Bewegung. Dieser Andrang von Kauflustigen ist erklärlich, da die hiesigen Privat⸗Sammlun⸗ gen nichts Aechtes und Bedeutendes von diesem Meister aufzuweisen haben, und nur die Königliche Gemälde⸗Gallerie im Louvre vortreffliche Original⸗ werke dieses großen Künstlers besitzt. Nach dem tragischen Tode des Königs Karl J. von England ließ bekanntlich der rauhe, aller Kunst und Poesie unholde Cromwell, der sich wenig aus solchen Dingen machte, die reiche Gallerie jenes unglücklichen Monarchen öffentlich verkaufen. Der aus Köln gebürtige, in Paris ansäßige Banquier und Kunstsammler Eberbard Jabach, für dessen Familie Rubens die Kreuzigung des heirteche. Petrus in der Peters⸗Kirche zu Köln malte, erstand in jener Versteigerung, die im Jahre 1653 stattfand, viele vorzügliche Bilder, und auf diese Weise kamen unter anderen mehrere Meisterwerker von van Dyck nach Frankreich, welche später aus Privat⸗Kabinetten in die Kömgliche Samm⸗ lung übergingen und jetzt zu den vornehmsten Zierden des Louvre⸗Museums ehören.
69 Wir bekennen, daß wir mit keinem sonderlichen Vertrauen dem Zuge der Kunst⸗Liebhaber folgten, die das eben aus Brüssel angelangte Wunder⸗ werk besichtigten; aber wie der Vorhang aufgegangen, überzeugte uns der erste Anblick von der Echtheit des Bildes. in Original⸗Gemälde von Meisterhand hat in seiner ganzen Haltung etwas Offenes und Freies, etwas Zuverlässiges und Bequemes, etwas Unmittelbares und Augenblickliches, etwas Ungesuchtes und zugleich Durchdachtes, was keiner noch so geschickten Kopie eigen ist. Einem Originalstücke merkt man an, daß die Idee aus dem Kopfe flugs in die Hand sprang, ohne durch die Augen zu passiren. Wie der Ambra nach der alten Sage im Gehirn des Wallfisches gerinnt, so wird der urechte Gedanke im Kopf des Künstlers wie von selber und geht mit dem Athem aus. Das Original, durch ein schöpferisches Macht⸗ gebot beseelt, spricht, redet, regt und rührt sich; die Kopie, unbelebt von jenem unnachahmlichen Hauch, der aus den Originalwerken großer Meister
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