1844 / 278 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

2 11 5131 2 V d gelegt. Nicht weit von die⸗ 8 8 Banicebandd, welches der Börse schräg gegenüber liegen wird, begonnen. Auf der östlichen Seite der Börse hat man bereits mit dem Bau der Börsen⸗Arkaden begonnen, und die Mauern erheben sich schon einige Fuß über dem Boden. Von den neu zu erbauenden Brücken sind vier fertig, die Steintwieten⸗Brücke, die Görttwieten⸗Brücke, die Grasteller⸗ und die Börsen⸗ Brücke. Andere vier, die Adolphs⸗, die Bleichen⸗, die Schleusen⸗ und die Rosendamms⸗Brücke, schreiten rasch ihrer Vollendung entgegen. Von ihnen werden namentlich die bei⸗ den letzteren wahrhafte Zierden der Stadt sein. Von der Pehikirche sind die neuen Mauern bis jetzt ungefähr 15 Fuß hoch emporgestiegen; je höher sie werden, und je mehr man die alten Mauern mit neuen verkleidet, desto mehr glaubt man sich zu überzengen, daß das Ganze doch nur Flickwerk bleiben werde, und daß besondere Umstände haben obwalten müssen, unter denen die Ruinen der Nikolai⸗Kirche als völlig unbrauchbar verdammt, die⸗ jenigen der Petri⸗Kirche zum Kern einer neuen Kirche völlig genügend be⸗ funden werden konnten. Uebrigens hat die Aufforderung der Nikolai⸗ Kirchenbau⸗Kommission, Bauplaͤne für diese Kirche einzuliefern, bis jetzt, dem Vernehmen nach, noch keine sehr lebhafte Konkurrenz hervorgerufen. An den Bau des neuen Rathhauses wird vorläufig, und gewiß mit großem Recht, noch gar nicht gedacht, und es werden wohl noch mehrere Jahre hingehen, ehe damit der Anfang gemacht werden wird. Das provisorische Rathhaus, früher Waisenhaus, bietet hinsichtlich der Bequemlich⸗ keit und der Räumlichkeit so Genügendes, daß durchaus keine Nothwendigkeit vorhanden zu sein scheint, andere dringende öffentliche Ar⸗ beiten zu unterbrechen, um den Rathhausbau unternehmen zu können. Das Waisenhaus ist, beiläufig bemerkt, so geräumig, daß es fast alle die admi⸗ nistrativen und gerichtlichen Behörden, die früher auf das Rathhaus und das große Eimbecksche Haus vertheilt waren, in sich hat aufnehmen können. Mit der Erbauung des neuen Postgebäudes in der Poststraße wird jetzt wahrscheinlich bald der Anfang gemacht werden. Die hamburgische Stadt⸗ post, die thurn⸗ und taxissche und die hannoversche Post werden darin lo⸗ kalisirt werden, wahrscheinlich auch die schwedische, die sich hier jetzt noch in dem Hause des schwedischen Gesandten befindet. Dann werden sich alle verschiedenen Postämter in wenigen benachbarten Straßen befinden, eine Bequemlichkeit, die namentlich unserem kaufmännischen Publikum sehr wohl zu Statten kommen wird. Das jetzige Stadtpostgebäude, auf dem Neuen⸗ wall, dem Stadthause gegenüber gelegen, wird sodann, dem Vernehmen nach, die Bestimmung erhalten, die Untersuchungs⸗Gefangenen und leichtere Polizei⸗Inhaftirte aufzunehmen, eine Lokal⸗Veränderung, die auf den Gang der Untersuchungen nicht ohne wohlthätigen Einfluß sein und zur Erleich⸗ terung der Aussicht über die Detinirten wesentlich beitragen würde.

- Lübeck, 3. Okt. Das heute Mittag von St. Fesste ung hier angekommene - „Naslednik“ bringt die Nachricht, daß General Graf Benkendorf, General⸗Adjutant Sr. Majestät des Kai⸗ sers von Rußland, am Bord des Kaiserl. russischen Kriegs⸗Dampf⸗ schiffes „Hercules“ (Vgl. Nr. 266 der Allg. Pr. Z.) verstorben ist. Der „Hercules“ war mit der Leiche des hohen Verstorbenen in Kron⸗ stadt angelangt.

8 Oesterreichische Monarchie. * Teschen, 1. Okt. Der Anstoß, welchen Herr Witt von Dörring in Bezug auf die Enthaltsamkeits⸗Sache der oberschlesischen Geistlichkeit gegeben, hat jetzt schon weit die Gränzen jener Provinz überschritten. Die Art und Weise, wie die Sache hier begonnen, ist sogar psychologisch interessant. Wenngleich die hiesige Geistlichkeit (das Dekanat Teschen unter dem hochwürdigen Kommissarius Appoldy in Bielitz) zum Fürstbisthum Breslau gehört, so ist doch wenig Be⸗ rührung mit den jenseitigen Geistlichen, und wir wurden zuerst durch das Volk selbst an den Gränzen aufmerksam ge⸗ macht, welches, wenn es nach Preußen ging, begeistert von der dortigen Begeisterung das Enthaltsamkeits⸗Gelübde ablegte. Un⸗ serem Wirken traten vor Allem die alten Josephinischen Bestimmun⸗ gen gegen alle Vereine, Brüderschaften u. s. w. und dann leider und fast mehr noch die bedeutenden Grundbesitzer in den Weg, die Alles dagegen in Bewegung setzten. Dennoch bahnte die gute Sache sich ihren Weg. Kaum hatte der edle Erzherzog Karl von der Lage der Sache Kunde erhalten, als er die gemessensten Befehle an seine Beamten erließ, hierbei Hand in Hand mit der Geistlichkeit zu wir⸗ ken, obschon er hierdurch sich einer Revenüe von 100,000 Gulden beraubt. Der ausgezeichnete Chef des teschener Kreises ließ die Geistlichen von Schwarzwasser und Teschen die Gelübde abneh⸗ men, und wenn schon auf den überaus günstigen Bericht des hochwürdigen Kapitular⸗Vikariats noch immer keine offizielle Ent⸗ scheidung erfolgt ist, so kennen wir doch aus sicherer Quelle die überaus günstigen Aeußerungen, welche Allerhöchstenorts ausge⸗ sprochen sind. Die großen Gegenbestrebungen mancher Magnaten, die sogar eine Menge von Untersuchungen gegen den Feuereifer der Geistlichen provozirten, wurden von dhac. höchsten Regierungsstelle nach Gebühr gewürdigt, und im weiten Umkreise hat sich allein der Geistliche in Groß⸗Kuntschütz der Abnahme der Gelübde widersetzt. Aber nicht auf unsere Gegend bleibt jener Segen beschränkt, den der Himmel dem Osten Enropa's verliehen zu haben scheint, er schreitet weiter und weiter vorwärts der Sonne entgegen. Der treffliche Bis⸗ thums⸗Administrator in Krakau (der Bischof selbst befindet sich be⸗ kanntlich seit und wegen der polnischen Revolution im Minoriten⸗

8 Kloster zu Troppau) hat deshalb einen ausgezeichneten Hirtenbrief erlassen, und im Freistaate gilt es schon für die größte Schande, Branntwein zu trinken. Die desfallsige Begeisterung dringt täglich

weiter nach Lemberg vor, und mehrere der größten Gutsbesitzer, an ihrer Spitze die Gräfin Potocka, haben allen ihren Unterthanen, die das Gelübde ablegten, einjährige Befreiung von allen Grundzinsen

8 1.

als Belohnung gewährt.

““ Frankreich.

„Paris, 30. Sept. Die leitenden Artikel der pariser Blätter bieten seit einigen Tagen gar nichts Mittheilenswerthes dar; theils sind es matte Wiederholungen alter Polemik über Marolko und Ota⸗ heiti, theils behandeln sie Gegenstände von unbedeutendem Interesse. Das Journal des Débats wünscht heute dem Lande dazu Glück, daß eine solche Ruhe in den öffentlichen Zuständen eingetreten. „Die verflossene Woche“, bemerkt das ministerielle Blatt, „war nicht sehr fruchtbar an politischen Ereignissen. Wir beklagen uns darüber keines⸗ weges; im Gegentheil, wir sind überzeugt, daß der ruhige und regel⸗ mäßige Fortschritt der Dinge sicherer und ersprießlicher ist, als der, welcher durch Erschütterungen bewirkt wird, und wir unsererseits em⸗ pfinden kein Bedürfniß beständiger Aufregung. Aber die Zeitungen, welche glauben, es sei unmöglich, acht Tage lang zu leben, ohne sich über etwas zu erhitzen und die um jeden Preis nach politi⸗ schen Emotionen dürsten, sind natürlich durch die in den Ver⸗ hältnissen herrschende Ruhe in nicht geringe Verlegenheit ge⸗ setzt. Um nur irgend etwas sagen zu können, sind sie denn auch ge nöthigt, die einfachsten Vorfälle unmäßig zu übertreiben. Es giebt freilich nichts, aber man kann doch nicht 24 Stunden ohne einen An⸗ griff auf das Ministerium verstreichen lassen;z das wäre ein schlimmes Beispiel und allen Ueberlieferungen der Opposition entgegen. Da nun die ministerielle Verantwortlichkeit weite Ausdehnung hat, so sucht man in Provinzialblättern einige dem Könige zugeschriebene Worte auf und macht sie in den Organen des linken Centrums und der lin⸗ ken Seite zum Gegenstande heftiger Rüge. Wir sind überzeugt, daß das Ministerium gern jede Art von Verantwortlichkeit übernimmt, und diese noch mehr als jede andere. Wenn wir unsererseits bis jetzt uns mit dieser Ansprache noch nicht beschäftigt haben, so ist es erstens deshalb geschehen, weil wir sie nicht hinreichend beglaubigt fanden, und zweitens, weil wir nicht gern unnütz die Person des Königs auf das Gebiet der öffentlichen Erörterung herabziehen. Es sollte uns aber sehr leid thun, wenn unser Schweigen den Glau⸗ ben erregen könnte, daß wir jenen edlen Worten nicht unsere vollkom⸗ mene Zustimmung gäben. Der König soll, so versichert man, auf die Adresse einer philanthropischen Gesellschaft geantwortet haben, es sei niemals Vortheil dabei, Krieg zu sühren; der Krieg sei ein Fluch und unter civilisirten Nationen etwas Widersinniges; und er hoffe, daß, wenn sein Leben noch einige Jahre dauere, der Krieg in Europa unmög⸗ lich geworden sein werde. Dies also gereicht den Oppositions⸗Blättern zum Aergerniß! Sollte man nicht meinen, es handle sich von der ersten Offenbarung eines großen Geheimnisses? Ist es denn das erstemal, daß das Oberhaupt der Regierung von 1830 laut und öffentlich erklärt, der Friede sei das größte der Güter, er wünsche ihn, er strebe dar⸗ nach und er werde ihn mit aller seiner Macht zu bewahren suchen? Und wer möchte ihm hieraus einen Vorwurf machen? Soll damit etwa gesagt sein, eine große Nation müsse ihre Waffen niederlegen

und die Arme über einander schlagen? Sie müsse die Befestigungen niederreißen, die Armeen beurlauben und den Janus⸗Tempel für im⸗ mer schließen? Leider nicht. Wollte Gott, es wäre so und man könnte, wie mit seltsamer Ironie gesagt wird, die unnützen Schiffe verbrennen, die müßigen Soldaten der Arbeit wiedergeben und die fruchtbringende Pflugschaar über die Trümmer der Wälle hingehen lassen. Aber noch sind wir so weit nicht. Es han⸗ delt sich also nicht darum, die Welt unbeweglich zu machen, der Macht zu entsagen, die dem Recht den Sieg verschafft, und zu er⸗ klären, man werde, was auch kommen möge, keinen Krieg mehr füh⸗ ren. Diese lächerlichen Kommentare verdienen keine ernste Wider⸗ legung. Wenn die dem Könige in den Mund gelegten Worte wirk⸗ lich gesprochen worden sind, so haben sie einen edlen und tiefen Sinn, den man nicht entstellen lassen darf. Es ist der Ruhm der Regierung von 1830, daß sie den Frieden wollte und ihn aus einer Revolution hervorgehen ließ; deshalb aber träumt man nicht, man täuscht sich nicht, man schlaft nicht ein. Es sind Schiffe in unseren Häfen, Mauern um unsere Städte, Waffen in unseren Arsenalen und wir haben Hände, sie zu führen. Aber wenn wir noch Krieg haben sollen, so soll es wenigstens so spät als möglich sein, im buchstäbli⸗ chen Sinne des Wortes als ultima ratio der Völker wie der Kö⸗ nige. Das ist Alles, was die dem Königthum zugeschriebenen Worte meinen konnten. Und möge der Friede, der starke, rühmliche, arbeit⸗ same und fruchtbare Friede, immer mehr gedeihen und unter dem 1” SiCres 7etricen Weisheit, wie I sie nennt, sich befesti⸗

Mehrere Deputirte, heißt es, beabsichtigen, bei Anfang der näch⸗ sten Kammer⸗Sitzungen den Antrag zu stellen, daß die Deputirten⸗ Kammer nach dem Beispiel des englischen Parlaments gleich in der ersten Sitzung die Antwort auf die Thron⸗Rede votire, damit nicht 14 Tage, wie gewöhnlich, damit verschwendet würden.

Der Heiraths⸗Vertrag zwischen dem Herzog von Aumale und der Prinzessin Karoline Auguste von Neapel soll bereits unterzeich⸗ net sein.

Paris, 30. Sept. Bei der gestrigen Revue hatte ich Ge⸗ legenheit, sowohl den vielbesprochenen großen Sonnenschirm, wie die Fahnen zu sehen, welche in Marokko erobert worden. An dem erste⸗ ren sind vorzüglich die Stickereien, welche Arabesken und Blumen in vergoldetem Silber darstellen, durch eine außerordentliche Feinheit, Richtigkeit und Eleganz der Zeichnung bemerkenswerth. Die Fahnen sind sehr vielfarbig und an ganz grob gearbeiteten Stangen von wei⸗ chem Holze befestigt, deren Länge etwa 4 Metres betragen mag; auf der Spitze der Fahnenstangen prangen entweder vergoldete Kugeln oder Halbmonde. Außer den Fahnen wurden auch Lanzen, Nata⸗ gans, Gewehre und Sättel mitgetragen. Bei der Musterung zog besonders der an der Seite des Königs erschienene Herzog Bernhard von Sachsen⸗Weimar die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf sich, er war, nachdem er den Manövern bei Metz beigewohnt, mit dem Herzog von Nemours hierher gekommen.

Die neuesten Berichte aus Algier vom 24sten sind nicht ohne Bedeutung. Am 2asten hatte eine große Musterung über die Trup⸗ pen der Garnison und die Miliz stattgefunden; der hatte die angesehensten Häuptlinge der Stämme der Umgegend sowohl, als derjenigen, die erst kürzlich sich unterworfen, eingeladen, derselben bei⸗ zuwohnen, und sie waren auch meistens gekommen. Kaum aber war die Musterung zu Ende, als der Marschall in Kenntniß gesetzt wurde, daß nicht unterworfene Stämme, die Abwesenheit der Chefs, die sei⸗ ner Einladung gefolgt waren, benutzend, Dellys überfallen, die dortige Garnison lebhaft angegriffen, einen Theil der Einwohner des Stammes niedergemacht und sie geplündert hatten. Er ließ augenblicklich zwei Dampfschiffe mit Truppen nach Bugia abgehen, um diese neue Schild⸗ Erhebung im Keime zu erdrücken; am 23sten wurden auch zwei Com⸗ pagnieen Artillerie und vom Genie⸗Corps und Alles, was zu einer förm⸗ lichen Expedition nothwendig ist, nach demselben Punkte eingeschifft. Merkwürdig ist, daß man zu Algier von vielen Seiten behauptete, der Angriff auf Dellys sei unter Abd el Kader's Leitung selbst geschehen. Wahrscheinlicher aber ist, daß er unter Ben Salem's Führung unter⸗ nommen worden. Jedenfalls war man nicht ohne Besorgniß wegen dieser neuen Bewegung der Kabylenstämme, die aber an keinen ernst⸗ lichen Erfolg denken können. Sie haben schon den Augenblick zum Losbrechen schlecht gewählt, jetzt, wo der Krieg mit Marokko beendet, also die Masse der dortigen Truppen verfügbar geworden ist. Die Stämme, welche sich jetzt in der Umgegend von Dellys empört ha⸗ ben, sind dieselben Kabylen, die man durch die letzte Expedition im Monat April gegen sie vollkommen unterworfen zu haben glaubte; Ben⸗Samun, der Agha des großen Stammes der Elissas, hatte da⸗ mals offenbar nur den Eid der Treue um des Scheines willen gelei⸗ stet, und um nicht aus seiner Stelle verjagt zu werden, in welcher seine Familie dreihundert Jahre hindurch die Kabylenstämme zwischen Bugia und Algier beherrschte. .

Am 27sten Abends liefen das Linienschiff „Suffren“ und die Dampf⸗Fregatte „Montezuma“ im Hasen von Toulon ein. Sie hatten Cadix am 2lsten verlassen. Der Prinz von Joinville wollte am 2östen direkt nach Schloß En abreisen, wohin der König und die ganze Königliche Familie übermorgen abgehen. Der Prinz wird also, allem Anschein nach, Toulon gar nicht berühren, wo ein festlicher Empfang ihm bereitet war, sondern direkt nach Eu steuern, vielleicht, um seinen Königlichen Vater noch auf der Reise nach England be⸗ gleiten und selbst die Flotille führen zu können. Der Prinz soll noch immer etwas unwohl sein und in den letzten Tagen seiner An⸗ wesenheit zu Cadix große Sehnsucht gezeigt haben, seine Familie und Aeltern wieder zu sehen.

Sroßbritanien und Irland.

London, 28. Sept. Den getroffenen Anordnungen nach, wird der König der Franzosen den 7. Oktober in England eintreffen und den 8ten oder 9ten in Windsor sein. Der Marquis von Exeter, der Graf Delawarr, der Graf Jersy, der Graf Liverpool, Lord Bruce, der Herzog von Buccleugh, der Herzog von Wellington, Sir Robert und Lady Peel und alle Großwürdenträger des Staats und des Kö⸗ niglichen Hauses werden nach Windsor geladen werden, um den dort dem Könige der Franzosen zu gebenden Festen beizuwohnen.

Das Postamt, welches bekanntlich den Eisenbahn⸗Gesellschaften für die Beförderung der Posten ungeheure Summen bezahlt, ist dem Globe zufolge jetzt eifrig beschäftigt, eine Verminderung dieser Zah⸗ lungen zu bewirken. In einer schiedsrichterlichen Verhandlung, welche

dieserhalb mit den Direktoren der Birmingham⸗Gloucester Eisenbahn

Professor Dahl in Dresden besitzt, der auch früher schon der Gesellschaft eine Mittheilung darüber gemacht hat. Konferenz⸗Rath Werlauff lie⸗ ferte für die „Annalen der Gesellschaft die Gränzbestimmung zwischen keeaeeeeennne⸗ ment⸗Har ift, 1 Ar .

Se. Königl. Hoheit der Präsident hat im vorigen Sommer bei seinem Aufenthalt auf der Insel Föhr in der Westsee mehrere dortige Grabhügel öffnen und untersuchen lassen. In einem derselben fand sich eine Urne und daneben, so wie darin und über der Urne, mehrere Eisensachen. Dieser Fund erschien ihm merkwürdig, weshalb er selber mit großer Behutsamkeit die Urne heraushob, welche, obschon ganz von Feuchtigkeit durchdrungen, in 3 E Shaa E“ if. Die Urne war voll verbrannter Gebeine, auf welchen eine nach dem Aus⸗ glühen zusammendrückte Eisenbuckel lag, welche vermuthlich zur Kopfbedek⸗ kung oder zum Schilde gehörte, und über der Urne lagen vier Bruchstücke

an en § atte. ie Klinge war; oll lang ge⸗ wesen, die Bedeckung des 8 Zoll langen Handgriffes war verzehrt, vielmehr wohl verbrannt, indem deutlich zu sehen ist, daß das Schwerdt im Feuer gelegen ht. hierauf zusammengebogen und zerbrochen ist, um es über die Urne hnen zu können und zugleich, um es unbrauchbar zu machen für jeden nderen als den Eigenthümer, mit dessen Asche es begraben wurde. Durch eine Zeichnung suchten Se. Königliche Hoheit anschaulich zu machen, wie die Eisenbuckel auf den Ueberbleibseln der Gebeine lag, und wie die Schwertstücke kreuzweis über die Urne gelegt waren. Es sind zwar ni sanse e muscum einige Bruchstücke von Eisenschwenern, die sicher auf Nageasen va ee wurden: weil aber kein Bericht von daß Rost” 8 giebt, wie dieselben gefunden wurden, hat man angenommen, 1gs vne Zeit 89 Beschädigung bewürkt haben, welche ohne Zweisel „Für den grvn kanef N asauß zeigte und erllärte Dr. Pingol e 2* 6494 8 dL 8 8 der oen engemürdigsen Stücke von eskimoischen Alterthümern, welche üübersandt hat 48 J. M. Möller zu Holsteinsburg auf Süd⸗Grönland nns te barunter eines aus Glockengut (ohne Zweifel von einer der orischen Kirchentrümmer) 1 vrönländi harpunen durch Schleifen 2 id Gestalt der ältesten grönländischen Stein⸗ mißglückt; es wurde an A gebildet, aber beim Durchbohren wahrscheinlich steinsburg gefunden. Olfers Sund, 8 Meilen südlich von Hol⸗ sogenannte Schneebrille oder eine un ewöhnlich zierliche und wohlerhaltene

1 Augenschirm (Terki 3

nördlich von Holsteinsburg; endlich mehrere alte Fang⸗Geräthschaften, meist von dem der Kolonie zunächst südlich gelegenen Amertlok⸗Sund, welche in Grönland zum Wallfischfange gebräuchlich waren, bevor sie durch die vollkommneren europäischen Fang⸗Geräthschaften ver⸗ drängt wurden. Hierauf zeigte Major Fasting, vormals Königl. In⸗ spektor von Nord⸗Grönland, von wo er im vorigen Spätjahre heimgekehrt war, einige merlwürdige eskimoische Alterthümer, welche der Kolonie⸗ Vorsteher Arntz zu Egedesminde dargeboten hatte, namentlich eine Wall⸗ sischharpune und eine Pfeilspitze von Bein, welche der Geber in einem Grabe auf der Insel Kangeitsiak, 10 Meilen südlich von der Kolonie, ge⸗ sunden, und drei Pfeilspitzen und ein Frauenmesser (ullo) von Stein, welche ein Grönländer auf der Insel Aito, etliche zwanzig Meilen südlich von der Kolonie, gesunden. Ferner legte derselbe eine bedeutende Sammlung eski⸗ moischer Alterthümer vor, welche er selber der Gesellschaft darbot, darunter ein großer s. g. Angmakstein, bei Godhaven gefunden, und mehrere abge⸗ spaltete Stücke derselben Steinart von den nordgrönländischen Küsten; eine größere Anzahl solcher Stücke auch von härteren Steinarten, wie Chalce⸗ don und Hornblende, welche der Kausmann Grundeitz zu Ikaresak im Kreise Umanak gesammelt, außerdem 7 zugehauene und 5 geschliffene Pfeil⸗ spitzen, 2 Harpunenspitzen, eine Lanzenspitze und ein abgebrochener Bohrer; ein Frauenmesser von Eisen und Eichenholz, mit dazugehörigem Schleisstein von grönländischem Schiefer (gefunden in einem Frauengrabe bei Ikaresak auf der Insel Umanaitsiak, 6 Meilen südwestlich von Umanak), 5 Stücke verschiedener Fanggeräthschaften von Holz und Bein und ein Angelhaken (gefunden in einem Mannsgrabe), ein merkwürdiger Bogen von Fischbein, ein großer Pfeil mit Beinspitze, ein kleinerer mit Beinspitze und Rabenfedern, sämmtlich von Grundeitz gefunden, so wie zwei Kisten in zwei Gräbern der heid⸗ nischen Grabstätte bei Godhaven, mit einer Menge verschiedener Sachen, welche vermuthlich aus Egede's Zeit und kaum über 100 Jahr alt sind. Es wurde dabei wahrscheinlich gemacht, daß die Grönländer unter Angmak nicht so⸗ wohl eine bestimmte Steinart verstanden, welche zwar am häufigsten vorhan⸗ den und am leichtesten zu bearbeiten war, als vielmehr jede Steinart so benannten, welche sie zu ihren Geräthschaften gebrauchen konnten. In Betreff des Bogens wußte Grundeitz, der schon 50 Jahre unter den Ein⸗ geborenen gelebt, daß die Grönländer sich solcher kurzen Bogen bedienen, aus dem Verstecke Rennthiere zu schießen. Noch wurde eine Sammlung Kleidungsstücke und Geräthschaften von Nordgrönland vorgezeigt, welche für die ethnographische Abtheilung des Aunst⸗Museums bestimmt ih.

Das Museum der Nordischen Alterthümer ist auch im Jahre

1843 wieder mit 640 Stücken in 142 Sendungen bereichert, von welchen

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die merkwürdigsten Stücke vorgelegt und von Herrn Worsaar erläutert

wurden.

Se. Königl. Hoheit der Präsident übergab eine merkwürdige Sammlung von Feuersteinsplittern, vermuthlich Vorbereitungen zu Pfeilspitzen, mit mehreren größeren Feuersteinen gefunden, von welchen sie sichtlich abgesprengt waren, wie man dergleichen bisher noch nicht entdeckt hatte. Diese Stücke wurden auf dem Eiland Egö gefunden, am Thiergarten des Kammerherrn Opholm bei Korsör, wo sie am Strande in solcher Menge liegen, daß hier vermuth⸗ lich die Werkstatt derselben war. Nachdem gezeigt worden, wie diese Stein⸗ splitter zugespitzt und mit dem Schaft verbunden wurden, berührte Herr Worsaar die zweifelhafte Frage, ob diese Splitter mit einem anderen Stein, oder mit einem Werkzeuge von Erz abgeschlagen wurden. Die Besitzer sol⸗ cher kostbaren Werkzeuge waren im letzten Falle die Werkmeister für die Uebrigen. Die einfachsten Steinsachen konnten allerdings durch andere Steine bearbeitet werden; aber manche andere tragen in der künstlicheren Bearbeitung Spuren des Gebrauchs von ehernen Werkzeugen, und es ist wohl zwischen dem Steinalter und dem Zeitalter des Erzes eine Vermittelung anzunehmen, so daß nicht alle Steinsachen dem eigentlichen Steinalter angehören. 28 1

Herr Sörterup hielt einen Vortrag über die große Seltenheit der griechischen und etruslischen Goldsachen, und zeigte die höchst merkwürdige Verschiedenheit ihrer Bearbeitung ven der gleichzeitigen Bear⸗ beitung der Bronzesachen, indem jene ganz schlicht gearbeitet, meist nur ausgehämmert sind, während unter diesen sich die kunstreichsten Arbeiten finden. Unter den Bronzen scheinen nur die s. g. etruskischen Spie⸗ gel ihre ältere rohe Gestalt behalten zu haben; die mannigfaltigen Werke dieser Art, welche man in Pompeji gefunden, gleichen völlig den ältesten bekannten aus den etruslischen Gräbern; aber diese Wiederholung der äl⸗ teren Bildung war vermuthlich in der religiösen Bedeutung gegründet, welche man diesem Geräthe beilegte, und deshalb ihre von den Vätern überlieferte ehrwürdige Gestalt beibehielt. Demzufolge wurde angenommen, daß die Gleichartigkeit in Gestalt und Verzierung, welche alle die an neun verschiedenen Stellen in Dänemark gefundenen sogenannten Gold⸗Urnen an sich tragen, auf eine oder die andere gottesdienstliche Bestimmung derselben hindeuten, und deshalb überein gebildet, obwohl sie schwerlich gleichzei⸗ tig, sondern zu verschiedenen Zeiten gearbeitet sind, daß sie dagegen als Haupischmuck (Diadem oder Priesterkrone) gedient haben, scheint nicht statt⸗ haft, um so weniger, als der Hauptgrund zu solcher Meinung auf einer nach bloßer Besüeesbung angenommenen Aehnlichkeit mit dem bekannten Goldhute beruht, welcher in München aufbewahrt wird. Hierauf wurden mehrere höchst

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unter dem gebräuchlichen C

stattfand, ist so eben der Ausspruch erfolgt, daß das Postamt statt der 145 Pfd. St., welche es bisher für die Beförderung der * auf dieser Linie wöchentlich vergütete, fortan nur 37 fd. St. ü e⸗ zahlen soll, woraus der Post für diese einzige Route eine jährliche Ersparniß von mehr als 50700 Pfd. St. erwächst. I 4 r Postamte gelingt, ähnliche Herabsetzungen für die übrigen Eisen nℳ linien zu erwirken, so vwe es des Af sehr beträchtliche Sun ersparen, die seinen Einnahmen zu Gute kommen.

8 Der de line des Schiffes „Margaret“, welches, um holen, nach der afrikanischen Küste abgesegelt war, theilt g- Journale mit, daß das Schiff im Mai zu Arguin von den vöblichste festgenommen ward, welche ihn und seine Mannschaft aufs en bste mißhandelten und sogar einige seiner Leute ermordeten. * Noth entgingen die Uebrigen dem Transporte in das 4 er Bord Afrika. Sie wurden endlich gegen Lösegeld freigelassen und an Bor⸗

einer englischen Brigg aufgenommen. 8

Schweden und NUorwegen.

27. Sept. Gestern wurde vom Re ¹ e an den 89 der S rkannt gemacht, daß die Krönung auf morgen fe tgesetzt wor⸗ B Stande sind zu derselben eingeladen worden. Die Trauer um den verstorbenen König ist von gestern bis nach Beendigung der Krönungs⸗Feierlichkeiten ausgesetzt, wird aber dann wieder ange⸗ legt und um so viele Tage verlängert, als sie suspendirt gewesen. Die zur Krönung hierher beorderten Truppen sind bereits hier ein⸗ etroffen.

G 8 Beisetzung des verstorbenen Grafen Magnus Brahe fand vorgestern zwischen 1 und 2 Uhr mit großer Feierlichkeit in der Rid⸗ darholms⸗Kirche statt.

Stockholm,

Diese war gedrängt voll von Zuschauern, unter denen man das ganze diplomatische Corps bemerkte. Der Bruder des Verstorbenen, die Reichsherren, die Mitglieder des Staats⸗Rathes und der höchsten Tribunale, die Generalität, die Ritterschaft und der Adel, so wie die Geistlichkeit, und von den beiden anderen Ständen einige Sprecher folgten dem Zuge, den zwei Königliche Wagen schlossen; in dem letzten saßen der König und die beiden ältesten Prinzen. Der Bischof Heurlin hielt die Leichen⸗Rede.

Spanien. 5 Madrid, 24. Sept. Die Gaceta enthält in ihrem heutigen Blatte die offizielle Anzeige, daß der Friede zwischen Spanien und Marokko geschlossen sei.

3z Madrid, 23. Sept. Seit der Ankunft des Herrn Mar⸗ tinez de la Rosa, vermuthlich jedoch nicht in Folge derselben, sollen im Königlichen Palaste Gegenstände zur Sprache gekommen sein, welche auf die endliche Feststellung der Geschicke dieses vielbewegten Landes einen entscheidenden Einsluß haben müssen. Es scheint keinem Zweifel mehr zu unterliegen, daß das Gemüth der verwittweten Königin von einer Gewissens⸗Unruhe gepeinigt wird, die selbst durch die von ihr übernommenen harten Büß⸗Uebungen nicht beschwichtigt zu werden vermag. Die Berather ihres Gewissens bestehen vielmehr, so nimmt man an, darauf, daß sie einen thatsächlichen Beweis der gänzlichen Aenderung ihrer Sinnesart und von dem Wunsche ablege, das, was ihr von gewisser Seite her zum Vorwurf gemacht wird, ungeschehen zu machen. Da aber der Königlichen Wittwe hier keinesweges die Befugniß eingeräumt wird, vermöge ihrer bloßen Willens⸗Aeuße⸗ rung Verhältnisse umzugestalten, die sich im Laufe von zehn Jah ren gerade jetzt mehr als je befestigt zu haben schienen und von den mit dem Throne Isabella's II. verbündeten Groß⸗ mächten auf das entschiedenste unterstützt werden, so mußten wohl gewisse nach dem Auslande gerichtete und dort angeknüpfte heimliche Unterhandlungen einen um so beun⸗ ruhigenderen Eindruck auf den Minister, zu dessen Kenntniß sie ge⸗ langten, machen, als dieser zugleich vorauszusetzen berechtigt war, daß er selbst nebst den Waffengenossen, unter deren Mitwirkung er auf seinen hohen Posten gelangte, dem Gelingen jener Unterhandlungen zum Opfer gebracht werden sollte. General Narvaez würde wohl, falls seine und seiner Waffenbrüder Zukunft sicher gestellt worden wäre, sich der Ausführung eines das wahre Glück des Landes zu för⸗ dern bestimmten Planes nicht widersetzen. Das Geheimniß aber, mit welchem die Angelegenheit hinter seinem Rücken betrieben wurde, ver⸗ stimmte ihn so sehr, daß er höchsten Ortes auf die Absetzung des ver⸗ trauten Unterhändlers bestand, und im entgegengesetzten Falle seine eigene Entlassung verlangte. Zuvor, so heißt es, berief er seine Amtsgenossen zu einer Berathung, und legte ihnen die ganze Angele⸗ genheit vor. Sämmtliche Minister hatten gerade in der letztvergan⸗ genen Zeit auf dem Wege der öffentlichen Presse ihre Ansicht von der Unmöglichkeit und Verwerflichkeit des der geheimen Unterhandlung als Zweck unterstellten Plans zu laut ausgesprochen, als daß sie jetzt hätten zuruͤcktreten können. Die Absetzung des schuldigen Beamten erfolgte

und berechtigt zu dem Schlusse, daß der Minister⸗Präsident den hohen,

ich nicht gesetzlich begründeten Widerstand zu überwinden ge⸗ An. 8. 18 Rosa, den die verwittwete Königin von Paris berufen hatte, weil sie vermuthete, daß er zur Förderung einer anderen ihrem Herzen theuren Angelegenheit die Hand zu bieten ge⸗ neigt und überhaupt weniger als General Narvaez heftigen Aufwal⸗ lungen preisgegeben sein werde, war unterdessen hier eingetroffen und von den Herren Mon und Pidal als der Staatsmann anerkannt worden, dessen diplomatischer Geschmeidigkeit es gelingen könne, die jenseits der Pyrenäen angeknüpften, die Vertheidiger des Thrones Isabella's II. beunruhigenden Unterhandlungen zu durchkreuzen und den der verwittweten Königin zu bereitenden Kummer vermöge fördernder Betreibung der anderen Angelegenheit zu lindern. Da nun die Ab⸗ setzung des angedeuteten Beamten vorausgehen mußte, der Urheber derselben aber Gefahr lief, den höchsten Zorn auf sich zu laden, so zögerte Herr Martinez de la Rosa, das ihm zugedachte Ministerium anzunehmen, bis jener Schritt gethan war. Personen, die am Hofe Zutritt haben, versichern, daß der Minister⸗Präsident allerdings be⸗ fürchten müsse, hohen Ortes in Ungnade gefallen zu sein, ohne doch auf die aufrichtige Mitwirkung seiner Amtsgenossen rechnen zu dürfen. Man soll sogar den Nachdruck, mit welchem er die Absetzung des mehrerwähnten Beamten durchsetzte, mit dem gewaltthätigen Beneh⸗ men des Herrn Olozaga's, bei einer anderen Gelegenheit, verglichen aben. . Das ministerielle Blatt el Tiempo erklärt, das Zusammenwir⸗ ken des Herrn Martinez de la Rosa mit den Herren Mon und Pidal würde verhindern, „daß Spanien wieder à la Espartero, nämlich militairisch, regiert werde.“ Das Blatt fügt dann hinzu: „Das Ministerium des Generals Narvaez war zugleich das Kabi⸗ net der Herren Mon und Pidal, das heißt, es stellte nie das Ueber⸗ gewicht des militairischen Elementes in der Regierung dar. Jetzt ist das Ministerium des Generals Narvaez das Ministe⸗ rium des Herrn Martinez de la Rosa, des vormaligen Prä sidenten anderer Ministerien und Hauptes einer Partei, des Mannes, der vermuthlich mehr als irgend ein Anderer die Majorität der näch⸗ sten Cortes zu seiner Verfügung haben wird. Kurz, selbst der Schat⸗ ten der Militair⸗Gewalt ist aus dem Ministerium mit dem Eintritt des Herrn Martinez de la Rosa verschwunden.“ Andere Blätter bringen in Erinnerung, daß, als am 7. Juli 1822 die National⸗ Miliz von Madrid die aufrührerischen Garden bis in das Königliche Schloß zurücktrieb, Herr Martinez de la Rosa Minister⸗Präsident war, Narvaez aber sich durch seine Tapferkeit in den Reihen der Na⸗ tional⸗Miliz auszeichnete. 1““ General Prim ist wieder hier angelangt. F“ Die Fonds sind an der hiesigen Börse im Steigen begriffen. Die Regierung steht in Unterhandlungen mit der Bank, vermöge deren diese die Zinsen⸗Zahlung der dreiprozentigen Papiere sicher⸗

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stellen soll. Heute standen diese 28 auf Lieferung, 27 ¾ baar.

* Paris, 30. Sept. Zu der amtlichen Anzeige von der Wiederherstellung der freundschaftlichen Verhältnisse Spaniens zu Ma rolko, welche in den heute eintreffenden madrider Blättern enthalten ist, können wir, nach den Zeitungen von Gibraltar, die nachstehenden Einzelnheiten hinzufügen: Der spanische General⸗Konsul in Tanger,

Herr Beramendi, schiffte sich am 13ten in Algesiras auf der spanischen Fregatte „Cristina“ ein, um sich nach Tanger zu begeben und den mit Marokko abgeschlossenen Vertrag zum Vollzuge zu bringen. Die „Cristina“ wurde von dem englischen Dampfboote „Vesuvius“, an dessen Bord sich der englische Gesandte, Herr Bulwer, befand, ans Schlepptau genommen. Am 14ten erschienen die beiden Schiffe im Angesichte von Tanger, und Herr Bulwer stieg ans Land; ehe aber Herr Beramendi dem englischen Gesandten folgen konnte, sprengte ein heftiger Windstoß die Ankertaue der „Cristina“ und zwang die⸗ selbe, nach Cadix zurückzukehren. Der „Vesuvius“ folgte ihr dahin nach, nahm Herrn Beramendi an Bord und führte ihn am 16ten nach Tanger zurück, wo denn in Gegenwart des Herrn Bulwer und einer Anzahl britischer See⸗Offiziere die in dem Berichte des spani⸗ schen Ministers der auswärtigen Angelegenheiten geschilderte Cere⸗ monie vorgenommen wurde. Der Prinz von Joinville befand sich inzwischen mit seinem Geschwader fortwährend in der Bai von Cadix, wo er durch verborgene Ürsachen zurückgehalten zu werden schien. Wir erfahren heute aus Toulon, daß das Admiralschiff des Prinzen, der „Suffren“, am 2östen ohne seinen Kommandanten vor dieser Stadt vor Anker gegangen ist, deren Behörden Alles zum feierlichen Empfange des Prinzen in Bereitschaft gesetzt hatten. Der Prinz von Joinville würde der Bevölkerung von Toulon ohne Zweifel diese Fehlrechnung erspart haben, wenn er nicht wichtige Gründe gehabt hätte, seinen Aufenthalt vor Cadix zu verlängern. Die Angabe, daß er durch Unwohlsein verhindert sei, nach Toulon zu kommen, will keinen rechten Glauben finden. Der wahre Sachverhalt wird übri⸗ gens nicht lange Geheimniß bleiben.

1“ BZII A k g L 2 t 7 n. 2₰ 82 Alexandrien, 19. Sept. Am 12ten kam der englische Ge⸗ neral⸗Konsul Barnett, welcher sich vor vier Monaten auf Urlaub nach London begeben hatte, in Begleitung eines englischen Postbeamten wieder hier an. Der Letztere ist besonders beauftragt, mit der ägyp⸗ tischen Regierung die Details eines von dem General⸗Gouverneur von Indien, Sir Henry Hardinge, bei seiner Durchreise eingeleiteten Vertrages, die Beförderung der englischen Posten und Reisenden durch Aegypten betreffend, festzustellen. 8

Mehmed Ali läßt jetzt die in englischen und französischen Blät⸗ tern erschienenen Artikel über seine Abdankung übersetzen und ergötzt sich sehr an den verschiedenen Raisonnements über die Motive zu einem solchen Schritte und die möglichen Folgen desselben.

Die Gewerbe⸗Ausstellung der deutschen Bundes⸗ und Zollvereins⸗Staaten. (Vergl. Allg. Preuß. Ztg. Nr. 227, 238, 240, 242, 243, 248, 249, 252, 253, 254, 255, 256, 258, 259, 200, 201, 262, 263, 264, 265, 266, 267, .“ 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276 und 277.)

Die Liniir⸗ und Gulllochir⸗Maschine

zur Darstellung von geraden, Strahlen⸗ und Wellenlinien, Kreisen, Ellipsen, so wie kreisförmigen und elliptischen Wellenlinien für Kupfer⸗ stich, Lithographie, Holz⸗ und Metallschnitt von dem Königl. Hof⸗ Mechaniker und akademischen Künstler Wagner jun. in Berlin (Ka⸗ talog Nr. 202), bildet einen der beachtenswerthesten Gegenstände un⸗ serer namentlich auch im Gebiete des Maschinenwesens so gehalt⸗ reichen Ausstellung. Der im Verhältniß zu den Leistungen sehr ein⸗ fache Bau und die vorzügliche Ausführung dieser Maschine in allen ihren Theilen, so wie auch die wahrhaft bewundernswürdigen Leistun⸗ gen derselben machen auf uns einen um so erfreulicheren Eindruck, als im Hinblicke auf die Geschichte der Ersindung dieser Maschine und auf die Verdienste des Herrn Wagner, welcher seit 14 Jahren an der Vervollkommnung derselben arbeitet, wir unsere Ueberzeugung, daß deutsche Beharrlichkeit Alles vermag, durch einen abermaligen Beleg um so fester begründet sehen. So schwierig in gewisser Beziehung eine genaue Würdigung des Verdienstes sein dürfte, welches Herr Wagner um die Herstellung die⸗ ser Maschine in ihrer gegenwärtigen Beschaffenheit sür sich in An⸗ spruch nimmt, so steht es wohl unbeschadet der Verdienste anderer tüchtiger Männer, wie Gobrecht, Turrell, Bate, Collas, Karmarsch, Donndorf und Schauer ꝛc., welche sich früher und auch gleichzeitig mit diesem interessanten Gegenstande beschäftigt haben, und ebenfalls zu schönen Resultaten gelangt sind, fest, daß Herr Wagner hier in Berlin Liniir⸗Maschinen für Kupferstecher und Lithographen in größe⸗ rer Zahl und verbesserter Construction aufertigte und diese Maschinen mehr in das Leben einführte. 6

Für Herrn Wagner's Talent und Fleiß bleibt es nunmehr noch eine würdige Aufgabe, seine Maschine, ohne dieselbe für die Benutzung zu den genannten Zwecken weniger tüchtig zu machen, auch zur Dar⸗ stellung solcher Arbeiten einzurichten, die für die Buchdruckerpresse ge⸗ eignet sind, so daß mittelst derselben auch sehr erhabene und stark ab⸗ weichende Partieen unmittelbar tief in Holz und Metall eingeschnitten werden können, wodurch zugleich das Aetzen der Metallplatten weg⸗ fallen würde. Durch die glückliche Lösung dieser Aufgabe dürfte der Maschine eine noch weit ausgedehntere Verbreitung zu Theil werden.

Was den praktischen Werth der Wagnerschen Maschine betrifft, so ist deren Tüchtigkeit und Preiswürdigkeit schon allein durch den Um- stand hinlänglich erwiesen, daß dieselben bereits so vielfach in lithographi⸗ schen und anderen ähnlichen Anstalten Eingang gefunden haben; denn Herr Wagner soll bis jetzt eirca 150 größere und kleinere Ma⸗ schinen, und zwar großentheils auch ins Ausland, abgeliefert haven, wie z. B. nach Petersburg, Moskau, Kiew, Warschau, Prag, Stutt- gart, nach der Schweiz und nach Schweden ꝛc. Die nach Stuttgart abgelieferte Maschine, der in der Ausstellung befindlichen ganz gleich, wurde zur Ausführung der Einfassungen und Unterdrücke für neue Obligationen benutzt, welche, wie wir uns davon zu überzeugen Ge⸗ legenheit hatten, als sehr gelungene Leistungen bezeichnet zu werden verdienen.

Die der ausgestellten Maschine beigefügten Abdrücke, von Kupfer⸗ platten entnommen, welche mittelst der Maschine gravirt und durch Aetzen vollendet worden, sind sehr sauber und scharf ausgeführt, und gestatten, den Umfang zu beurtheilen, zu⸗ welchem die Maschine benutzt werden kann.

Herr Wagner liefert derlei Maschinen zum Preise von 50 bis zu 500 Rthlr., so daß es auch kleineren lithographischen Anstalten ꝛc. möglich ist, sich solcher Maschinen von einfacherer Einrichtung zu be-⸗ dienen; am gesuchtesten sind die zu 150 Rthlr.; die in der Ausstellung befindliche kostet 450 Rthlr. u“

Wiewohl Herr Wagner vorzugsweise sich mit der Fabrication

seltene römische Alterthümer aus den Sammlungen des Medailleurs

Krohn vorgezeigt, namentlich ein römischer Stabbeschlag, ganz wie die bei

uns gefundenen, von welchen einer zur Vergleichung daneben gelegt wurde; ein römisches Schwert von Bronze, auch völlig so wie die bei uns gefun⸗ denen; eine römische Waage mit mehreren Gewichten; mehrere Bleikugeln, die mit der Schleuder geworfen wurden; dergleichen eine im Kunstmuseum eine griechische Inschrift hat, so wie Herr Sörterup mehrere mit dem Namen der Legion in italischen Sammlungen, und bei den Jesuiten in Rom eine gefunden hat mit der Inschrift: esuris et me celas, „du hungerst und verhehlst es mir“, diese soll den Soldaten des Antonius angehört ha⸗ ben, welche dem Augustus gegenüber standen. Jedenfalls zeugen diese In⸗

Jahres einen Zuwachs von 4000 Rbthlrn. erhalten, und war damit auf 10,000 Rbthlr. Silbergeld, in 4proc. Königl. Obligationen, gestiegen.

Deutscher Verein für Heilwissenschaft.

Berlin. Nachdem der Vorsitzende die September⸗Sitzung mit der Mittheilung eröffnet hatte, daß demnächst mit dem Druck des Jahres⸗Be⸗ richts über die Wirlsamkeit des Vereins zur Vertheilung an die Mitglieder

vorgeschritten werden würde, folgte der Vortrag eines Auszuges aus einem

schriften, so wie die Gestalt, gegen die früher allgemeine Annahme, daß es Gewichte seien. Zuletzt gab eine in einem Grabe zu Corneto gefundene Bronzeklaue mit im Kreise umher stehenden Zähnen, als ein höchst seltenes Stück, Sr. Königl. Hoheit dem Präsidenten Anlaß, es mit dem auf Island gesehenen Fischfangsgeräth laxastingr (Lachsstecher) zu vergleichen.

Herr Worsaar übergab sein Werk „Dänemarks Vorzeit durch Alter⸗ thümer und Grabhügel beleuchtet“”. Von den für die Büchersammlung der Gesellschaft übersandten Büchern nennen wir nur: als Gabe des Koͤnigs der Niederlande, die ägyptischen Denkmäler des Museums zu Leyden, Schlö⸗ zer's Urkundenbuch von Lübeck; Medhurst chinesisch⸗englisches Wörterbuch; Dasent's englische Uebersetzung von Rask's altnordischer Sprachlehre; und

lfilas her. v. Gabelentz und Löbe.

Von den neuen ordentlichen Mitgliedern des Jahres 1843 sind zu nen⸗ nen: der Kaiser von Brasilien, der König von Griechenland, der Großfürst Thronfolger von Rußland, der Großherzog von

Oldenburg, der Herzog von Lucca, der Prinz Friedrich der

iederlande, der Prinz von Georgien, Teimouraz Czare⸗ witsch, die Fürsten von Warschau, Demidoff in Toskana, Go⸗ litzin in Moskau, Gortschakoff in West⸗Sibirien, der englische Minister Fox Strangways in Frankfurt, der Präsident der Republik Neu⸗Gra⸗ nada, Marquez, der Gouverneur von Trinidad, Macleod, der englische General⸗Konsul in China, Maecgregor, Graf Toreno, Kamme herr der

Königin von Spanien, Richard Ward, englischer Konsul in Damaskus,

der oͤsterreichische Kammerherr Miniscalchi zu Verona, General Graf

Orloff in Petersburg, Akademiker Böhtlingk in Petersburg, Professor V

Kowalewski in Kasan u. s. w.

Nach der zum Schlusse von dem Secretair, Etats⸗Rath Rafn, mit⸗ 1 getheilten Uebeisicht, hatte das feste Vermögen der Gesellschaft im Laufe des

Gutachten der wiener medizinischen Fakultät vom verflossenen Jahre über die Umimpfung, Schutzimpfung, Rückimpfung und Wiederimpfung der Vac⸗ cine. Hierauf las Herr Böhm eine Abhandlung über die hebethudo vi- us, ihre Aeußerung bei Schielenden und Nicht⸗Schielenden, den nächsten phosiologischen Grund dieser Anomalie des Sehvermögens, welcher in ein Leiden der motorischen Muskeln gesetzt ward, und über den Nutzen passen⸗ der (d. h. Konvex-) Augengläser gegen dies lästige und den Kranken so beängstigende Uebel. Hieran lnüpfte sich die Erläuterung der Vorgänge in den Aeußerungen des Sehvermögens nach der Operation des Strabismus.

Kunst⸗Notizen.

Berlin, 2. Okt. Der Kupferstecher Joseph Caspar hierselbst, ordentliches Mitglied der Königlichen Akademie der Künste, dessen vortreff⸗ licher Stich nach dem unter dem Namen „der Tochter Tizians be⸗ kannten herrlichen Bilde des Königlichen Museums allgemeine Anerkennung efunden, ist von der Kaiserlichen Akademie der schönen Künste zu Mailand in deren Sitzung am 3. April d. J. zum Künstler⸗Mitgliede (socio d'artc) gewählt und demselben das Patent seiner Aufnahme in jene, besonders durch Longhi's und Anderloni's meisterhafte Kupferstich⸗Arbeiten berühmt

gewordene Akademie neuerdings übersendet worden.

Allen denen, welche bedeutungsvolle Erinnerungen sich gern durch an⸗ gemessene künstlerische Denkmale vergegenwärtigen und lebendig erhalten, glauben wir ein so eben erschienenes Kunstblatt empfehlen zu dürfen, wel⸗ ches unter der Aufschrift: Unseres Königs Worte am 27. Juli

844 von Herrn Premie

führt und herausgegeben worden ist. Das Ganze ist ein Werk der voll⸗ endetsten Kalligraphie, welche sich in dieser Ausbildung der höheren Zeich⸗ nen⸗Kunst anschließt. Auf einem Folio Blatte befinden sich jene so denk⸗ würdigen, herrlichen Worte: „Nichts kann Mein Vertrauen zu Mei-⸗ nem Volke erschüttern, am allerwenigsten eine solche Thatz; das Verhältniß zu Meinem Volke bleibt das alte, Ich lege ruhig Mein Haupt in den Schooß jedes Einzelnen“ in den geschmackvollsten, kunstreichsten Schriftzügen eingegraben, bei welchen die sommetrische Vertheilung des Ganzen, bei so reicher Mannigfaltigkeit und gewissenhaster Ausführung des Einzelnen, eine sehr wohlthuende Harmo⸗- nie erzeugt. Die Worte selbst, welche in den verschiedenen Reihen in eben so viel verschiedenen Schrift⸗Arten wiedergegeben sind, ziehen sich durch eine zwar einfache, aber gut gewählte Einfassung von Laubge⸗ winden und sinnigen Emblemen, denen man es gerade als Vorzug anrech⸗ nen wird, daß sie nicht zu sehr überladen sind, was nur zu häufig der⸗ gleichen Kunstwerke eher entstellt als ziert. Der Stahlstich, welcher zur Ver⸗ vielfältigung des Blattes in Anwendung gekommen ist, läßt nichts zu wün⸗ schen übrig. Er zeichnet sich durch Schärfe und Reinheit, bei solchen Din⸗ gen immer die Hauptsache, besonders aus. Das gelungene Werkchen verdient daher auch die volle Anerkennung aller Freunde der Kunst und der vaterlän⸗ dischen Zeitgeschichte, deren Theilnahme wir es angelegentlich empfehlen 8 möchten. Der Preis des Blattes beträgt 15 Sgr. 8

Was Zeitungs⸗Korrespondenzen sind, haben wir neuerdings wieder aus verschiedenen Artikeln, betreffend das mehr erwähnte Hübnersche Bild, „die schlesischen Weber“, gesehen. Einmal hieß es in der Augsb. Allg. Ztg.: „das Bild zöge in Berlin Aller Blicke auf sich“, ein anderes Mal schrieb die Düsseldorfer Ztg. von dort, „es würde aus gewissen Gründen gar nicht ausgestellt.“ Thatsache ist nun, daß es erst bis zur Mitte Oktober nach Berlin kommen wird, und daselbst in einem Privat⸗ kokale ausgestellt werden soll, da der Besitzer, ein Kaufmann in Bremen, es nicht bis zum Schluß der Ausstellung entbehren will. Mit den „schle⸗ sischen Webern“ soll ein neues Gemälde vom Prof. C. Sohn ausgestellt werden, und beide Bilder werden später von Karl Wildt lithographirt in Düsseldorf bei Julius Buddeus erscheinen. Wir haben diese Nachricht aus zuverlässiger Quelle und veröffentlichen sie

dichteten Korrespondenzen.

Lieutenant a. D. von Rothenburg ausge -