1844 / 287 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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r des Königl änischen) Danebrog⸗Ordens, und des König⸗ Karl's III. von Spanien, Kammerherr Sr. dänischen Majestat, sen bei Sr. Majestät

Commandeu 24 ichen Orden vo ien, licheg fzaträͤger Sr. Majestät des Königs der Franzo dem Kaiser von Marolko. 8 1

Und für Se. Majestät den Kaiser von Marolko, König von Erz und

Sus, Sid Buselam Ben⸗Ali,

W ie folgenden Stipulationen sest esetzt haben: . 4b 3 2 Welche die folg 2 Nachbar⸗ sten Ende der Linie liegende Kanonenbrigg ihre Salutschüsse, während

Art. 1. Die an der Gränze der beiden Reiche oder in der schaft der besagten Gränze außerordentlicherweise versammelten maroffani⸗ schen Truppen werden entlassen. Se. Majestät der Kaiser macht sich ver⸗ bindlich, in Zukunst jede Versammlung dieser Art zu verhindern. Es wird blos unter dem Befehle des Kaid's von Uschda ein Corps stehen bleiben, dessen Stärke in der Regel nicht zweitausend Mann übersteigen soll; diese Zahl soll gleichwohl vermehrt werden können, wenn außerordentliche und als solche von beiden Regierungen anerkannte Umstände es im gemeinschast⸗ lichen Iuteresse nöthig machen.

Art. 2. Eine exemplarische Züchtigung wird über die marolkanischen Chess verhängt werden, welche die in Friedenszeit auf dem Gebiete von Algerien und gegen die Truppen Sr. Majestät des Königs der Franzosen begangenen Angriffs⸗-Akte geleitet oder geduldet haben. Die marolkanische Regierung wird der französischen Regierung die Maßregeln zu erkennen ge⸗

ben, welche behufs des Vollzugs der gegenwärtigen Klausel getroffen sein werden.

Art. 3. Se. Majestät der Kaiser von Marokko macht sich von neuem auf die förmlichste und unbedingteste Weise verbindlich, weder zu gewähren, noch zu gestatten, daß in seinen Staaten irgend einem rebellischen Unter⸗ thanen oder einem Feinde Frankreichs Beistand oder Unterstützung an Waffen, Munitionen oder irgend Kriegsbedarf gewährt werde.

Art. 4. Hadschi Abd el Kader ist in der ganzen Ausdehnung des Reiches Marolko sowohl als in Algerien außer dem Gesetz eiklärt. Er wird demzusolge mit bewaffneter Hand durch die Franzosen auf dem Ge⸗ biete von Algerien und durch die Marokkaner auf ihrem Gebiete versolgt werden, bis er daraus vertrieben und in die Gewalt einer der beiden Na⸗ tionen gefallen ist. Sollte Abd el Kader in die Gewalt der französischen Truppen sallen, so macht sich die Regierung Sr. Majestät des Königs der Franzosen anheischig, ihn rücksichtsvoll und edelmüthig zu behandeln. Wenn dagegen Abd el Kader in die Gewalt der marolkanischen Truppen fällt, so macht sich Se. Majestät der Kaiser von Maroklo verbindlich, ihn in eine der Städte des westlichen Küstenlandes des Reiches zu verweisen, bis die beiden Regierungen, im Einverständniß mit einander, die unumgänglich nothwendigen Maßregeln getroffen haben, auf daß Abd el Kader in keinem Falle wieder zu den Waffen greisen und von neuem die Ruhe von Alge⸗ rien und von Marokko stören könne.

Art. 5. Die Abmarkung der Gränzen zwischen den Besitzungen Sr. Majestät des Königs der Franzosen und denen Sr. Majestät des Kaisers von Marolko bleibt in Gemäßheit des von der marolkanischen Regierung zur Epoche der Heerschaft der Türken in Algerien anerkannten Standes der Dinge festgesetzt und anerkannt. Der vollständige und regelmäßige Vollzug der gegenwärtigen Klausel soll den Gegenstand einer besonderen Ueberein⸗ kunft bilden, die an Ort und Stelle zwischen dem zu diesem Zwecke von Sr. Majestät dem König der Franzosen ernannten Bevollmächtigten und

einem Abgeordneten der marokkanischen Negierung unterhandelt und abge⸗ schlossen werden wird. Se. Majestät der Kaiser von Marolko macht sich verbindlich, ohne Verzug zu diesem Zwecke die geeigneten Maßregeln zu nesfen und die französische Regierung davon in Kenntniß zu setzen.

Art. 6. Alsbald nach der Unterzeichnung der gegenwärtigen Ueber⸗ einkunft werden die Feindseligkeiten von beiden Seiten aufhören. Sobald die in den Artikeln 1, 2, 4 und 5 begriffenen Stipulationen zur Zufrieden⸗ heit der sranzösischen Regierung vollzogen sind, werden die französischen

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besonders hervor. Bei Spithead lagen die beiden Linienschiffe „St. Vincent“ und „Queen“ und ihnen schloß sich in langer Linie die Escadre der Kanonenbriggs an, welche, neu gebaut und ausgerüstet, in diesen Tagen eine Uebungsfahrt machen soll. Kurz vor acht Uhr verkün⸗ dete Kanonendonner von St. Helens herüber das Herannahen der

französischen Escadre, und alsbald begann auch die auf dem äußer⸗

die Raaen der beiden Linienschiffe sich rasch mit Matrosen füllten, welche den König mit dem üblichen Hurrahrufen begrüßen sollten. An der Spitze der französischen Escadre befand sich der „Gomer“, eine durch ihre Größe ausgezeichnete Dampf⸗Fregatte, welche den König am Bord hatte. Das Geschützfeuer der britischen Schiffe breitete sich immer weiter aus, je näher die fran⸗ zösische Escadre kam, bis endlich auch die Linienschiffe und die Uferbatterien mit ihren vollen Lagen darin einstimmten, und da die Salute von französischer Seite erwiedert wurden, eine betänbende Ka⸗ nonade veranlaßt ward, welche wohl über eine Viertelstunde währte, und der sich das laute Hurrahrufen der versammelten Menge auf den Dächern der Häuser am Ufer und an den Landungsplätzen anschloß. Ludwig Philipp befand sich inmitten eines glänzenden Gefolges auf dem Hinterdecke des „Gomer“, als das Schiff in den Hafen einlies. Die anwesenden Lords der Admiralität, der französische Botschafter, Graf St. Aulaire, eine Anzahl sranzösischer Gesandtschafts⸗Attaché's, Konsuln und Handels⸗Agenten, der Hafen⸗Admiral von Portsmouth, Sir Charles Rowley, langten hierauf nach und nach auf dem „Gomer“ an, um den König zu begrüßen. Ihnen folgte die Munizipalität der Stadt, mit dem Mayor an der Spitze, welche eine Bewillkommnungs Adresse überreichte. Es ward darin ausgesprochen, daß der Besuch des Kö⸗ nigs in England dazu dienen möge, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen England und Frankreich auf einen festeren Fuß zu stellen, woraus der König Veranlassung nahm, Folgendes in englischer Sprache zu erwiedern:

„Meine Herren, es gewährt mir ein besonderes Vergnügen, zu ersah⸗ ren, daß Ihre Allergnädigste Majestät, Ihre Königin, Ihnen erlaubt hat, mir bei meiner Ankunft auf Ihren gastlichen Küsten eine Adresse überreichen zu dürfen. Ich habe nicht die mannigfachen Beweise von Wohlwollen ver⸗ gessen, die ich bei Ihren Landsleuten während meines Aufenthaltes hier vor vielen Jahren einmal empfangen. Damals hatte ich häusig in hohem Grade das Bestehen von Feindseligkeiten zwischen unseren Ländern zu beklagen. Ich versichere Ihnen aber, meine Herren, daß ich stets bemüht bin, eine Wie⸗ derkehr jener Gesinnungen zu verhindern, indem ich aufrichtig glaube, daß das Glück und die Wohlfahrt einer Nation eben so sehr von dem Frieden derjenigen Nationen, von welchen sie umgeben ist, als von der Ruhe in ihren eigenen Besitzungen abhängt. Im vorigen Jahre wurde mir die be⸗ sondere Freude zu Theil, durch die Gegenwart Ihrer geliebten Königin in Frankreich beehrt zu werden, und ich bin jetzt hoch erfreut, der damals mir gestellten Einladung, den Besuch zu erwiedern, Folge leisten zu können. Es ist mein sehnlicher Wunsch, daß stets Gesinnungen der freundschaftlichsten Art zwischen Großbritanien und Frankreich bestehen mögen; ich glaube auch, daß dieser Wunsch von der Beyvöllerung der beiden Länder plbst gehegt wird, und ich hofse demnach, unter dem Segen der göttlichen Vorsehung, daß diese Gesinnungen noch lange zwischen unseren Nationen bestehen und deren Glück und Wohlfahrt besördern werden.“

Nachdem sich der König noch längere Zeit auf das herablassendste mit den einzelnen Mitgliedern der Munizipalität unterhalten hatte,

Truppen die Insel von Mogador, so wie die Stadt Uschva, räumen, und alle von dem einen Theile, wie von dem anderen, gemachten Gefangenen werden unverzüglich ihren beneffenden Nationen zur Versügung gestellt werden.

Art. 7. Die hohen kontrahirenden Parteien verpflichten sich, in gutem Einverständnisse und so schleunig als möglich zu dem Abschlusse eines neuen Vertrags zu schreiten, welcher, die gegenwärtigen in Kraft stehenden Ver⸗ träge zur Grundlage nehmend, zum Zwecke haben wird, sie im Interesse der politischen und kommerziellen Beziehungen der beiden Reiche zu befestigen und zu vervollständigen. Bis dahin werden die früheren Verträge in allen ihren Bestimmungen gewissenhaft geachtet und beobachtet werden, und Frank⸗ reich wird in allen Tingen und bei jeder Gelegenheit die Behandlung der begünstigtsten Nation genießen.

Art. 8. Die gegenwärtige Uebereinkunft wird ratifizirt und deren Ra tisicationen in einer Frist von zwei Monaten oder, wo möglich, früher aus⸗ gewechselt werden. 1

Heute am 10. September des Jahres der Gnade eintausend achthun⸗ dert vier und vierzig, entsprechend dem. des Monats Schaban des Jahres der Hedschra tausend zweihundert sechzig. 1

Die oben bezeichneten Bevollmächtigten Ihrer Majestäten des Königs der Franzosen und des Kaisers von Marolko haben die gegenwärtige Ueber⸗ einkunst unterzeichnet und ihre betreffenden Siegel beigesetzt.“ (Folgen die Unterschriften.) G

Die Nachrichten aus Algier vom 30sten zeigen, daß überall wie⸗ der Ruhe herrscht; indeß ist man auf seiner Hut, da man den Ara⸗ bern nicht traut. Als kürzlich die Reiter der verschiedenen Stämme nach Algier kamen, zeigten sie sich sehr gesprächig mit den Einwoh⸗ nern, und da vernahm man denn auch folgende sehr bemerkenswerthe Aeußerung ihrerseits: „Der große General (sagten sie) ist mächtig, aber wenn er Muselmann werden wollte, würde er alle Araber für sich haben; die Kabylen würden kommen, ihm die Füße und die Hände zu küssen, und niemals würde es Krieg zwischen uns geben.“ In dem letzten Zusammentreffen des mit den Franzosen verbündeten Gums, wobei dessen Anführer, der Kaid der Hadschuten, fiel, wurde auch einer der feindlichen Anführer, Bu⸗Schareb, schwer verwundet. Sehr beachtenswerth ist, daß dieser ganze Versuch der Kabylen zu einer Schilderhebung von der eingeborenen Reiterei allein unterdrückt wurde, noch ehe französische Truppen herangekommen waren.

Die Nachrichten von der marokkanischen Gränze aus dem Lager von Dschemma Gasauat vom 20. September schildern den Stand der Dinge dort gleichfalls als befriedigend. In Folge der Maßregeln des General⸗Lieutenants Lamoricière waren die vorher häufigen Mord⸗ thaten in der Umgegend des Lagers selten geworden. Er hatte die den Marokkanern abgenommenen langen Gewehre den Kabylen gege⸗ ben, die nun Wache um das Lager hielten. Die Stämme der Um⸗ gegend brachten Geflügel, Gemüse und Früchte im Uebersluß zum Verkaufe ins Lager. Die erwähnten Kabylen passirten vor dem Ge⸗ neral Andre, der als Inspektor der Truppen dahin gekommen war,

die Musterung.

In Folge der Reise des Königs nach England kehren zahlreiche Engländer ebenfalls dahin zurück, um nach Windsor zu gehen. Die Paketböte zwischen Havre und Southampton sind nicht groß genug, den Zudrang der Passagiere zu fassen. Auf dem vorgestern von Havre abgegangenen Paketboote „Grand Turc“ verlangten mehr als 200 Personen jedes Alters und Geschlechts überzufahren, und der Zudrang war so groß, daß nicht einmal die sonst üblichen Polizei⸗ Maßregeln beobachtet werden konnten. Nur 155 Passagiere konnten Platz finden.

Sroßbritanien und Irland.

London, 9. Okt. Die heutige Times bringt ausführliche Berichte über die Landung und den Empfang des Königs der Fran⸗ zosen in Portsmouth. Dieselben werden als überaus glänzend ge⸗ schildert. Schon früh am Morgen des Sten zeigte sich unter den zahlreichen vor Anter liegenden Schiffen von Spithead bis zum Hasen 2. Portsmonth und in dem Hasen⸗Bassin selbst ein reges Leben, indem eine Nroße Menge von Yachts und anderen kleineren Fahr⸗ zeugen, mit Neugierigen angefüllt, hin und her kreuzte und die vielen Kriegsschiffe mit den Flaggen aller Nationen sich schmückten; die bri⸗ tische Flagge im friedlichen Vereine mit der dreifarbigen trat überall

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langte Prinz Albrecht mit dem Herzoge von Wellington, welche auf der Eisenbahn von Farnborough nach Gosport gekommen waren, auf dem „Gomer“ an, von der Schiffs⸗Musik mit dem britischen Natio⸗ nal⸗Liede empfangen. Gleich darauf landete der König in Beglei⸗ tung des Prinzen, des Herzogs von Montpensier und seines Gefol⸗ ges auf der Landungs Treppe am Clarence⸗Jard, wo er von dem fommandirenden General, Sir Henry Packenham, an der Spitze einer aus der Garnison ausgewählten Ehrenwache empfangen wurde, und begab sich alsdann, wie schon gemeldet, nach Windsor. Bald nach zwei Uhr wurde hier Ihre Majestät die Königin durch die Park⸗ Geschütze von der nahen Ankunft ihres Gastes benachrichtigt. Be⸗ gleitet von der Herzogin von Kent, gefolgt von einigen Hofdamen, von Sir R. Peel, den Grafen Liverpool und Delawarr und anderen hohen Beamten des Königlichen Haushaltes, eilte die Königin, un- geduldig der Ankunft Ludwig Philipp's harrend, in die große Vor⸗ halle, gegenüber dem Portal Georg's IV., um dort ihren Besuch zu erwarten. „Ihre Majestät“, schreibt der Berichterstatter der Times, „war sehr aufgeweckter und heiterer Laune und unterhielt sich herablassend mit ihren Begleitern, indem ihr Antlitz von Freude und innerer Aufregung strahlte über das bevorstehende Zusammentreffen mit dem Könige de. Franzosen. Ein Wiertel nach zwei Uhr fuhr der erste Wagen vor, welcher den König, den Prinzen Albrecht, den Her⸗ zog von Montpensier und Herrn Guizot enthielt. In diesem Augen⸗ blicke eilte die Königin Victoria bis auf die Schwelle und streckte auf die herzlichste Weise ihre Arme aus⸗ während Ludwig Philipp und der Prinz aus dem Wagen stiegen. Ihre Majestäten umarmten sich im Augenblicke ihres Begegnens aufs zärtlichste und traten in die Vorhalle zurück, wo Ludwig Philipp herzlich und freundlich Sir R. Peel, den Grafen Liverpool und die anderen ihm bekannten Personen vom Königlichen Haushalt begrüßte. Das ganze Ceremoniell hatte einen so durchaus häuslichen und sozialen Anstrich, daß man es nicht beschreiben kann und mit einfacher Herzählung der einzelnen That⸗ sachen sich begnügen muß. Aber es lag nichtsdestoweniger eine solche Herzlichkeit in der Bewillkommnung und in der Freude darüber von Seiten des Königlichen Gastes, daß der Versuch der Beschreibung einer solchen Scene wohl verzeihlich ist.“

Lord Heytesbury, der Lord Lieutenant von Irland, hat in die⸗ sen Tagen seine Frau durch den Tod verloren, und soll seine Abdan⸗ kung eingereicht haben. Man nannte schon als seinen Nachfolger den aus Indien zurückkehrenden Lord Ellenborough.

Lord Stanley ist unter dem Titel eines Baron Stanley of Bickerstaffe zum Peer erhoben worden.

Die Wahl eines Vice-Kanzlers der Universität Oxsord, welche zu gestern angesetzt war, hatte in der klerikalischen Welt eine nicht geringe Aufregung hervorgebracht, da es sich dabei um eine Prüfung der Kräfte der Puseyiten handelte. Als Kandidat zu jenem Amte hatte sich nämlich ein Dr. Symons gemeldet, ein entschiedener Gegner jener Halb⸗Katholiken, und Jene setzten daher Alles daran, seine Er⸗ wählung zu hintertreiben. Von allen Seiten wurden die stimmberech tigten Mitglieder der Universität herbeigerufen, dessenungeachtet aber erlitten die Puseyiten eine entschiedene Niederlage, denn Dr. Symons wurde mit 882 gegen 183 Stimmen zum Vice Kanzler erwählt.

In Folge der veränderten Einrichtungen, welche die am 1sten d. M. in Kraft getretene neue Factory- ill nöthig gemacht hat, haben ungefähr 3000 Arbeiter in den Flachsspinnereien von Leeds ihre Arbeit niedergelegt. Ihre Beschwerde ist, daß die Arbeitsstunde für jetzt früher beginne, und daß nicht die gehörige Zeit zum Essen übrig bleibe.

Das Anlage⸗Kapital der 31

lamente konzessionirten Eisenbahnen anschlagt. Englische Unternehmer haben der portugiesischen Regierung An⸗ träge zur Erbauung einer Eisenbahn von Lissabon nach Porto ge⸗ macht, die gut aufgenommen worden sind. Das Anlage⸗Kapital soll zur Hälfte in England, zur Hälfte in Portugal aufgebracht werden und die portugiesische Regierung eine bestimmte Zinse garantiren.

in der vorigen Session vom Par⸗ wird auf 11,741,717 Pfd. ver⸗

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Seigieg, 86-8—— Okt. Die Ungewißheit, welche noch im Pu⸗ des Traktats vom 1. September in kurzem verschwinden; der Ver⸗ beiden Theilen ersprießlich sein.

ꝓ½ Brüssel, 8. blikum hinsichtlich der Ratification besteht, wird, wie wir vernehmen, trag wird vollzogen werden und Mehrere der hiesigen Blätter haben aus Opposition gegen das Mi⸗ nisterium die Vortheile schmälern oder ganz in Abrede stellen wollen, welche der belgischen Eisen⸗Industrie aus diesem Vertrage erwachsen; sie haben behauptet, daß der geringe Differenzial⸗Satz, den dieselbe hinsichtlich des englischen Cisens erhalten habe, ihr nicht erlaube, mit der englischen Industrie auf dem deutschen Markt zu konkurriren; allein man braucht nur die lütticher Eisen⸗Fabrikanten zu befragen, um eine richtigere Ansicht zu gewinnen. Wenn England in den letzteren Jahren über 50,000 Tonnen Eisen, d. h. über die Hälfte der gesammten jährlichen Eisen⸗Fabrication des hiesigen Landes, nach dem Zoll⸗Ver⸗ ein ausgeführt hat, so kann jetzt Belgien bei dem Differenzial⸗Zolle von 50 pCt. wohl hoffen, in den Normal Jahren, d. h., wo die eng⸗ lischen Fabrikanten nicht unter dem Fabricationspreise das Eisen ver⸗ kaufen, einen bedeutenden Theil des englischen Absatzes zu erhalten. Die Stellung des belgischen zu dem deutschen Eisen ist freilich durch die allgemeine Erhöhung des Eingangs Zolles für diesen Artikel un⸗ günstiger geworden; allein da einestheils die Erhöhung gering ist und andererseits der Zoll⸗-Verein, bei dem Stande seiner Eisen⸗ Industrie, immer noch einer bedeutenden Zufuhr vom Auslande be⸗ g so kann Belgien einer nicht unbedeutenden Ausfuhr entgegen⸗ ehen.

Ein Königlicher Arreté annullirt die Beschlüsse und Proclama⸗ tionen, welche der Bürgermeister und der Gemeinde⸗Rath von Ver⸗ viers zur Zeit der durch die projektirte Jesuiten⸗Berufung stattgefun⸗ denen Unruhen erlassen. Der Arreté stützt sich darauf, daß der Bür⸗ germeister sich der polizeilichen Rechte begeben habe, die ihm, unab⸗ 3* hängig vom Gemeinde⸗Nathe, allein zukommen. Dieser Arreté än⸗ dert nun nichts an dem Ersolge selbst. Die Jesuiten kommen nicht nach Verviers. Die katholischen Journale haben sich jedoch bitter beschwert, daß durch diese Vorfälle und die Art und Weise der Ein⸗ schreitung der städtischen Behörde ein constitutionelles Recht verletzt sei, welches Jedermann, also auch den Jesuiten, Glaubens⸗ und Lehrfreiheit gestatte; allein diese Blätter sollten wohl beden⸗ ken, daß in der Praxis jedem Rechte andere Rechte korre⸗ lat sind. Jedermann hat hier das Recht, zu lehren;“ ihn aber Niemand anhören will, so kann er sich nicht Rechtsverletzung beklagen. Die städtische Behörde in Verviers hat sogar nur gütliche Vorstellungen gemacht, um die projektirte B

rufung der Jesuiten zu vereiteln, und die katholischen Blätter solla⸗

ten um so weniger Beschwerde führen, als ein solches Einschreiten der Munizipalität auch nicht im eutferntesten den moralischen Gewalt⸗ thätigkeiten gleicht, welche sich die Geistlichkeit erlaubt, um dem städ⸗ tischen oder Privat-Unterricht, der ihr nicht angenehm ist, die Zög⸗ linge abwendig zu machen.

Die brüsseler Universität hat in dem diesjährigen allgemeinen Konkurs der vier Universitäten einen bedeutenden Triumph gefeiert, da unter den 5 Preisen drei von ihren Studirenden gewonnen sind, und namentlich von den Studirenden der philosophischen Fakultät, welche seit langer Zeit der Geistlichkeit ein Dorn im Auge ist. Das Journal des Bru relles will jetzt die Preisbewerbung abgeschafft wissen; allein die Regierung wird sicherlich diesen Wunsch nicht be⸗ friedigen.

Dänemark.

Kopenhagen, 9. Okt. Gestern früh um 8 Uhr sind Ihre Majestäten der König und die Königin von ihrer Reise nach Schles⸗ wig, Jütland und Fühnen im erwünschten Wohlsein in Sorgenfrei eingetroffen. Der Kronprinz, welcher Ihre Majestäten bis Nyborg begleitet hatte, ist nach Odense zurückgekehrt, welches er zu seinem diesjährigen Winter⸗Aufenthalt ausersehen hat. Die Kronprinzessin, welche sich seit 6 Monaten in Deutschland besindet und am 6ten, dem Geburtstage des Kronprinzen, in Odense erwartet wurde, bleibt ihres

Zustandes wegen vorläusig noch in Strelitz.

ö 5 ch 3.

Kanton Luzern. (N. Z. Z.) In der am 6. Oktober zu Luzern stattgehabten Gemeinde⸗Versammlung stimmten von 1062 anwesenden Bürgern 709 gegen und nur 293 für die Ueberlassung der zu errichtenden zweiten Pfarre an die Jesuiten. Die Neue Züricher Zeitung bemerkt hierzu, daß außer dem Bundes-Präsi⸗ denten Siegwart⸗-Müller und dem Obergerichts⸗Präsidenten J. Schmied nur die Stadträthe von Luzern und ihre Untergebenen, die Polizei⸗ Diener, Nachtwächter und die sogenannten Franken⸗Fresser für die Jesuiten gestimmt hätten. Die moralische Wirkung dieses Tages für den ganzen Kanton sei noch gar nicht zu berechnen.

Portugal. Lissabon, 1. Okt. Die Cortes sind gestern wieder eröffnet worden. Es hat sich eine Majorität für das Kabinet Costa Ca bral gezeigt, die an dessen fernere Dauer nicht zweifeln läßt.

Lissabon, 1. Okt. Meine Voraussagungen in Betreff der Stellung des Ministeriums, den Cortes gegenüber, haben sich bewährt, insbesondere auch in Betreff des Herzogs von Palmella, der in der Pairs⸗Kammer den Vorsitz führt. Die Septembristen waren eben nicht angenehm überrascht, als sie beim Eintritt eines der Brüder des Ministers Costa Cabral in die Pairs⸗Kammer, die herzliche Weise der gegenseitigen Begrüßung zwischen ihm und dem Herzog sahen, und alle ihre auf die Opposition des Letzteren gebauten Luftschlösser sielen schon bei dem Anblicke dieser einfachen Thatsache zusammen. Wenn der Herzog von Palmella auch in einigen Punkten nicht ganz gleiche Ansicht mit dem Ministerium hegt, so ist er jedoch noch lange nicht im Zustande offener Feindseligkeit gegen dasselbe, wie man glau⸗ ben machen wollte, und selbst in diesen Punkten wird er eher gar nicht, als direkt gegen das Ministerinm votiren, um nicht die Regie⸗ rungsgewalt in dem Augenblicke zu schwächen, wo sie ihrer ganzen Stärke bedarf, um den Machinationen der Mißvergnügten fortwährend kräftig die Stirne bieten zu können. Schon gestern zeigte sich in der Pairs⸗Kammer dies ziemlich klar.

Die Zahl der anwesenden Deputirten mochte etwa 90, die der Pairs 42 betragen; beiden Kammern, namentlich die obere, waren demnach gleich anfangs ziemlich zahlreich versammelt. In dieser er⸗ hoben, Namens der Opposition, die Grasfen Lavradio und Taipa die Stimme. Ersterer beantragte vor jeder anderen parlamentarischen Arbeit, eine aus 7 Mitgliedern bestehende Kommission zu ernennen, welche, alle Akte des Ministeriums seit der letzten Versammlung der Cortes prüfe und Bericht und Gutachten darüber erstatte. Der Minister, Herr Costa Cabral machte keinen direkten Einwurf da⸗ gegen, kündigte aber an, daß er bereit sei, zwei ausführliche Berichte der Regierung zu verlesen. Dies geschah, nachdem Graf Lavradio's Antrag mit 24 gegen 19 Stimmen verworfen worden war. Der erste Bericht giebt eine ausführliche Darstellung des ganzen Hergangs des Aufstandes von Torres Novas und Almeida, und der Art und Weise wie

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die Regierung von

sich mehr begnügen, als mit einer Aenderung der Charte selbst, sie

1842 sie verspreche, das unmittelbar nach Wiederherstellung der Charte

gewählt worden sind, daß die Anhänger des gestür inisteri gewähl! Anhäng rzten2 .

auf keine Gnade zu rechnen haben. 111“ Wahl 64, Katarakis 62 und Kalliphronas 61 Stimmen, während

den durch die Kammern aus jenem Anlasse ihr gewährten außeror⸗ dentlichen Vollmachten Gebrauch gemacht hat. Man erfährt daraus unter Anderem auch, daß die zu Rom wohnenden Miguelisten schon im Monat Jannar von den Rüstungen zu jenem Aufstande wußten, überall laut und öffentlich den Ausbruch desselben für das Frühjahr verkündeten; dann werden Details über die Guerillasbanden und einige Führer derselben gegeben, endlich gesagt, obgleich die Regierung zur Aufnahme und Ausgabe von 2000 Contos ermächtigt gewesen sei, habe sie doch nicht mehr als 1750 Contos aufgenommen, wohl der erfreulichste Theil des ganzen Berichts. In dem zweiten Berichte entwickelt der Minister die Beweggründe einer Reihe von Dekreten für Finanz⸗ und Administrativ⸗Maßregeln, wozu eigentlich die Mit⸗ wirkung der Cortes nothwendig gewesen wäre, und verlangt schließlich die Bewilligung einer Indemnitäts Bill dafür. Heute werden nun zwei Kommissionen in der Pairs⸗Kammer zur Prüfung und Bericht⸗ erstattung über beide Berichte ernannt. Die Deputirten⸗Kammer, wo dieselben gleichfalls verlesen wur⸗

den, hat auch bereits zwei Kommissionen zu diesem Zwecke ernannt, und zwar aus lauter Mitgliedern bestehend, welche das Ministerium gewünscht. Die Wahl derselben ergab eine Majorität von einigen und zwanzig Stimmen zu Gunsten des letzteren. Herr Rodrigo Magalhaes, einer der von dem Ministerium abgefallenen Chartisten, der als Leiter der Opposition in der Deputirten⸗Kammer gilt, führte eine so gelinde Sprache gegen das Kabinet, daß er dadurch bei den Septembristen gewaltigen Anstoß erregte. Unter solchen Auspizien ist an Bewilligung der verlangten Indemnitätsbill in beiden Kammern nicht mehr zu zweifeln, das Ministerium hat in der Deputirten⸗ Kammer dieselbe starke Mehrheit wie früher, und wenn ihm die Stimmen einiger Pairs untreu geworden sind, so ist doch auch dort die Majorität zu seinen Gunsten noch immer hin⸗ reichend, und seine Stellung sonach auf's Neue befestigt. Ein solches Resultat erscheint um so glänzender, wenn man die Gewitterwolken betrachtet, die gegen dasselbe aufzuziehen schienen. Männer von erster Bedeutung hatte man als gegen dasselbe vereinigt genannt, Männer wie der Herzog von Palmella und Silva Carvalho, beide Mitglieder des Staatsraths, der letztere bis vor Kurzem Präsident des Ober⸗ Justizhofes, die beiden früheren Justizminister Azevedo und Mello e Carvalho, der erstere noch jetzt Schatzrath, der letztere früher Präsident des hiesigen Appellationshofes; der frühere Procurador Ottolino, die beiden Magalhaes, zu denen dann noch die Aguiar, Afila, Albuquerque und Andere kamen. Costa Cabral, der keinen Augenblick die Gunst und das Vertrauen des Hofes verloren hatte, steht fester als je. Die Opposition sieht dies recht wohl ein, und die Sprache ihrer Organe zeigt ihre Hoff⸗ nungslosigkeit deutlich genug. Sie wollen jetzt mit nichts Geringerem

verlangen konstituirende Cortes, wie das Dekret vom 10. Februar

erlassen wurde. Man erwartet die Vorlegung der Berichte der beiden Kommissionen der zwei Kammern schon morgen, so daß übermorgen die Debatte darüber beginnen könnte. Sie wird ohne Zweifel stür misch werden.

Der Taback⸗, Seifen⸗ und Pulverkontrakt ist am vorigen Dien stag der Gesellschaft, an deren Spitze Visconde Ferreira dos Santos Herr Guedos und andere stehen, für 1521 Contos per Jahr zuge⸗ schlagen worden, und die Gesellschaft liefert der Regierung noch außerdem al pari und zu 5 Prozent verzinslich, rückzahlbar in 23 Jahren, ein Anlehen von 4000 Contos.

11“ henland.

München, 10. Okt. Die griechische Post vom 27. Sep⸗ tember hat uns nur wenige Briefe überbracht, und auch diese melden keinen Gegenstand von Bedeutung. Nicht uninteressant ist, zu ver⸗

nehmen, daß Kolettis und Metaras seit der Eröffnung der Kammern ihr Möglichstes gethan haben, um durch Entlassungen, Versetzungen und Anstellungen den Ansprüchen ihrer Anhänger thunlichst zu ent⸗ sprechen. Da Jeder gern in der Hauptstadt und in einem der Ministe⸗ rien verwendet werden möchte, so sind in diesen, keine Branche ausgenom men, die Personal⸗Veränderungen jetzt fast noch zahlreicher, als zur Zeit wo Maurokordatos die Verwaltung übernommen hatte. Daß durch solche Maßregeln der Dienst selbst nicht zu gewinnen vermöge, bedarf wohl kaum einer Erwähnung, und in Athen selbst hat es bei keiner ähnlichen Gelegenheit an Stimmen gefehlt, die sich im Interesse des öffent⸗ lichen Wohles gegen dieselben aussprachen. Ueber die Kräfte der ein⸗ zelnen Parteien in der Deputirten⸗Kammer läßt sich vorläufig ein be⸗ stimmtes Urtheil nicht fällen. So lange Alle von dem neuen Mini⸗ sterium Befriedigung ihrer Wünsche und Hoffnungen erwarten so lange hüngen demselben auch Alle an, denen es Versprechungen macht Der Bestand einer solchen Majorität (das ist schon oft erlebt ““ ängt aber zu sehr von der Möglichkeit des Worthaltens ab, als 829 sc auf ihr für die ganze Dauer eines Landtages rechnen ließe n läusig erhellt aus den Namen derjenigen Deputirten, die in die mission zur Prüfung der Doppelwahlen und der bestreitbaren Wahlen

Danopules erhielt bei dieser

kein Name irgend eines der Freunde Maurokordatos' ge (wenn anders die betreffenden brieflichen Mitheilungen in difer Be⸗ ziehung der Wahrheit gemäß sind). 1— 8 Was das Verhalten des gestürzten Minister-Präsidenten selbst betrifft, so wird von verschiedenen Seiten her gemeldet, daß er bis jetzt sein gegebenes Versprechen, gegen die neuen Minister keine Op= position ergreifen zu wollen, nicht nur gehalten, sondern daß er sich 8 geg habe, behufs der Realisirung des Wunsches des . Pranzof der Bildung eines Coalitions-Ministeriums selbst Anbdeve in den Minister Rath treten zu wollen. Uebertr diese Vereitwilligkeit seinem eigenen Wunsch bei, durch cenacs guns eines Portefeuille's vor einer Versetzung in Anklagestand ist, daß bis zum Abgang der Post in dieser ; 9 nich estimmtes hatte ins Werk gesetzt werden

Türhei.

Sans Konstantinopel, 25. Sept. (A. Z.) Ein Aufstand in Al⸗ banien, welcher durch die neue Aushebung veranlaßt wurde, ist b⸗ so schnell unterdrückt worden, als er entstand, und die E⸗ b eben geht amehr, gepigstens in Nord⸗Albanien, ruhig n eehen

Wenn auch die vielfach besprochene angebliche Abtrekung⸗ Suez an die Engländer hier 1enef Glauben 1 von sowi⸗ 89 1 Ansicht, daß der General⸗Gouverneur . 8n 8 ssche General Konsul in Alexandrien und der Postbeamte 5 mi er von den Engländern vorgeschützten Post Ueber 8 8 uft politische Zwecke in Verbindung zu bringen strebte Ke man namentlich damit umgehe, die erdliche Macht der und daß Vice Königs gewissermaßen unter die Garantie eh ben Die Pforte ersuchte daher den hiesigen britischen Bokschafter n stellen. schlaß über diese Angelegenheit, und erhielt von demselben die Auf⸗ klärung, daß der Zweck der Unterhandlungen in Alevandrien 1 auf die Erleichterung der Verbindung zwischen lich Indien und auf die schnellere Beförderung der Reisenden über 88

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bische Aufstand in jenem Der Pascha nahm nach einem bellen, Schech Miludi, aufrührerischen Bezirke wurden mit starken Brandschatzungen belegt Aus Erzerum wird gemeldet, daß der Graf von Sartigues zweiter Secretair der hiesigen französischen Botschaft, daselbst ange⸗ kommen sei, um neue Lazaristen⸗Stationen zu errichten. Er dürfte indeß wohl auf einige Schwierigkeiten stoßen, da die Lazaristen durch ihren übertriebenen Bekehrungseifer sich den Unwillen des Schachs zugezogen hatten, und in der letzten Zeit viele von ihnen wegen Proselytenmacherei aus Persien verbannt worden sind. 3 Die neuesten Nachrichten aus Teheran lauten wieder etwas günstiger für den Missionar Dr. Wolff. Der Emir von Buchara

Rückreise. In Teheran hegte man jedoch noch immer Mißtrauen und fürchtete sehr, der Emir möchte den Missionar selbst auf der Rück reise noch überfallen und ermorden lassen. Von seiner wirklich er⸗

Gesandtschaft. man sein Leben eher für gesichert halten.

Die Gewerbe-Ausstellung der deutf 1egeeg G schen B und Zollvereins⸗Staaten. undes

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(Vergl. Allg. Preuß. Ztg. Nr. 227, 238, 240, 242, 243, 248, 249, 252 888 54, 255, 256, 258, 259, 260, 254, 262, 263, 264, 265 266, 267. 4 8 57. 507⸗ 057 275 —2 . 8

und 280.) LXIII. Arbeiten aus natürlichen Steinen. 1) Achat, Karneol, Onix, Jaspis.

Von diesen schönen, durch Farbe und Politur gleich ausgezeich⸗ neten Stein⸗Arten sind aus dem Fürstenthum Birkenfeld verschiedene sehr interessante Einsendungen gemacht worden. Es kommt nämlich 535 Karneol und Onix in diesem Fürstenthum zunächst dem an der Nahe belegenen Flecken Oberstein häufig vor und wird auf den am Ivarbach, bei Idar, Hollstein und Tiefenbach bis zum Katzenloch hin belegenen, vom Wasser getriebenen Schleifmühlen zu man nigfachen Gegenständen verarbeitet. Dieser Industriezweig ist dort ein so ausgebreiteter, daß die Zahl der Schleifmühlen sich auf einige 20 beläuft, eirca 250 Arbeiter beschäftigt und jährlich für circa 120,000 Gulden Waaren liefert, welche auf große Entfernungen verführt und ihres eleganten Ansehens und der niedri⸗ gen Preise wegen fleißig gekauft werden. Ungeachtet die Arbeit des Schleifens eine sehr mühsame ist, so sind die Mühlen⸗Cinrichtungen doch nur sehr einfach; der Schleif⸗Apparat besteht in einem großen circa 5 Fuß im Durchmesser haltenden kreisrunden Stein, gegen dessen mit Wasser benetzte Stirnfläche der auf dem Bauche und zugleich auf eine Art von Brustharnisch liegende Arbeiter das zu schleifende Steinstück, ohne daß Schmirgel oder ein anderes Schleifmittel zu Hücfe genommen wird, drückt. Das Poliren geschieht auf einer eben⸗ 8 9 r- bewegten hölzernen Scheibe, unter Zuhülfenahme 9 S . Aus den zu schleifenden Stücken können, da die 3 Stein⸗ gleiche gan Karneol, Onix zum Kiesel⸗Geschlecht gehören und eine sehr neühestch essssden Fenerstein haben, nur sehr langsam die oft E” Femnten, Gegenstände hergestellt werden; eben so Schwieri keit . 8 Jaspis, der hier häufig verarbeitet wird. Die vorenge. E s 885 1] 1 1“ vorang 1 ohren an, und wird namentlich z Spalten, wenn es glücken soll, viel Uebung erfordert; . nn die Zerstückelung durch Sägen bewirkt werden, wird aber demnächst mühsamer und kostspieliger. Auffällig ist es, daß die aus so sehr harten, also schwer zu schleifenden Steinen angefertigten verschieden⸗ artigen Gegenstände zu sehr wohlfeilen Preisen in den Handel kom⸗ men, indeß gestattet dies die Anwendung einfacher und wohlfeiler Schleif⸗ und Polir⸗Einrichtungen und das den Arbeitern bisher be⸗ zahlte sehr geringe Arbeitslohn.

Nr. 1761. Eingesendet wurden durch Beeck zu Idar sehr ver⸗ schiedenartige Gegenstände aus Achat, Onix und Karneol und schön gewähltem Gestein; darunter besonders ausgezeichnet eine Dose aus Onix, eine Schaale aus Festungs⸗Achat, Falzbeine aus Karneol, ein Heft aus Jaspis. Aufstellungsort ist in der Fensternische Nr. Li. „Nr. 1762. Eine Einsendung von Scriba in Oberstein, darunter schöne Schmuckkästchen aus Jaspis, diverse Schaalen aus Achat, Dosen Jalzbeine und andere Gegenstände aus Achat, Karneol und Jaspis, sind in derselben Fensternische aufgestellt. Nr. 2813. Von F. Wild aus Idar: Eine Kanone aus orien⸗ talischem Jaspis, ein sehr schöner Präsentirteller aus Onix. Auf⸗ stellungsort: freistehender Tisch vor dem Fenster Nr. 112. Nr. 2814. Ph. Becker zu Idar: Verschiedene Gegenstände. darunter ein Schachspiel aus Onix, das Schachbrett aus Achat und Jaspis und einige schöne Kästchen aus diversen Steinarten. Auf⸗ stellungsort: auf freistehendem Tisch vor dem Pfeiler zwischen den Fenstern Nr. 114 und 115. Nr. 2939. Von Ph. Wild aus Idar: Kaffeetassen aus orien⸗ talischem Jaspis, Schaalen aus brasilianischem Karneol, eine Kanone aus gelbem brasiliäanischen Jaspis und viele andere schöne Arbeiten aus Onix und Achat. Aufstellungsort: Fensternische Nr. 214. „2.) Porphyr, Granit, Marmor, Serpentin. Sämmtliche vorgenannte Steinarten sind bei den eingesandten Ar⸗ beiten zum Verbrauch gekommen, einige davon sogar in sehr gro⸗ ßen Abmessungen und theilweis auch von sehr mannigfaltiger Art. Voluminöse Stücke sehen wir zu ganzen Bautheilen: z. B. Säul⸗ stämmen, kleinere zu sehr verschiedenartigen, bei der inneren Einrich⸗ tung der Gebäude, dem Ameublement ꝛc. anwendbaren Gegen⸗ ständen benutzt. Insofern der größere Theil der aus här⸗ teren und schöneren Steinen gefertigten Arbeiten nicht blos nützen, sondern auch zur Ausschmückung dienen soll, sind solche mit polirten Ansichtsflächen versehen. Durch das Poliren ist deren Herstellung je nachdem der Stein härter oder weicher ist, mehr oder weniger er. schwert gewesen, indem die bessere und solidere Politur bei Steinen eine Folge von der möglichst vollkommenen Einebnung der Oberfläche ohne Anwendung von irgend einer harzigen oder fettigen Substanz sein muß. In der Regel kann den dichteren und härteren Gesteinen eine gleichmäßigere, glanzreichere Politur gegeben werden; indeß neh⸗ men ungleich harte wohl auch eine solche an, wenn die Zeit und Kraft⸗Anstrengung nicht gespart wird; die Erfahrung lehrt dies beim Granit und bei bunt gefärbten, von weichen Adern durchzogenen Marmor⸗Arten. Weichere und porösere Steine können nicht auf obenerwähnte Weise polirt werden, sondern müssen mit einem mög⸗ lichst farblosen und durchsichtigen Harzüberzuge versehen werden, der demnächst Politur annimmt. Der große Zeit⸗ und Kosten⸗Aufwand, welchen das Sägen, Schleifen und Poliren des Granits, seiner drei⸗ ungleich harten Hauptbestandtheile, Quarz, Feldspath und Glimmer wegen verursacht, ist an einigen Orten Deutschlands Veranlassung ge⸗

Landenge beziehe; alles Uebrige sei reine Erdichtung.

Nachrichten aus Tripolis in der Berberei zufolge ist der ara⸗ entfernten Paschalik vollständig unterdrückt. kurzen Gefechte den Anführer der Re⸗ und die vornehmsten Empörer gefangen. Die

ließ nach seiner Rückkehr von Samarkand ihn zu sich rufen, empfi . 27147 3 1 1 pd 1

ihn sehr gütig, beschenkte ihn mit hundert Goldstücken, und einem Ehren⸗Kaftan und ertheilte ihm sofort die Erlaubniß zur

solgten Abreise hatte man noch immer keine Nachricht. Wie es schien, wartete er auf den Abgang einer in Buchara befindlichen persischen Gelänge es ihm, sich dieser anzuschließen, so könnte

11““

oder Dampfkraft angewendet hat; namentlich ist dies i im Mecklenburgschen bisher der Fall gewesen. 538 im Obte ewerne sich derselben vorzugsweise bei der Herstellung von kreisrunden Ge⸗ genständen, welche in der Drehbank behandelt werden können, bedient; bei anderen viereckig gestalteten aber fortgesetzt die Menschenkraft un⸗ mittelbar angewendet. In letzterer Art und Weise ist die vollkom⸗ mene Bearbeitung des Granits bei jeder Art der Form bisher auch nur an anderen Orten Deutschlands, z. B. Dresden, Breslau, Wien, ver⸗ insbesondere wurde in letzterer Hauptstadt das Fuß⸗ E1“ Reiter⸗Statue Kaiser Joseph II. daraus gefertigt. 85g v velee⸗ weitere durch die verschiedenartigsten Zwecke 1 des Marmors ebenfalls eine zeit⸗ fostspielige Sache ist, so hat man nicht unterlassen, gleichen Mrveite) in mehreren Gegenden Deutschlands, in denen der⸗ 88 6 gesuchter sind, der Maschinen und der Wasser⸗ michtungen ve-egh bedienen. Besonders bestehen dergleichen Ein⸗ königreich Bayern, zunächst Tegernsee; im Kaiserlich St glich österreichischen Staat in Prag; im Königlich preußisch aat, von ausgedehnterem U eim Regi ich. henh ce, XX“ em Umfange im Regierungs⸗Bezirk Aachen iger umfangreich in Berlin; im Herzogthum Braun⸗ eig zu Rübeland am Harz. Fabrikmäßig, ab r unter telbarer Anwendung von Mense L“ 5 ärschaft vorfo ig von Menschenkraft, bearbeitet man in der Nach⸗ in Rassaus Marmor⸗-⸗Arten in den Strafanstalten zu Dietz br pilnfeie C. zu St. Georgen bei Bayreuth. Eine weichere I TW“ die vorzugsweise in Deutschland zu verschie⸗ W6““ erpentin. Zu Zöblitz im sächsischen Erzgebirge 1“ dieser Industriezweig cnh dachsge Sen, 25 2 10. 8 gedehnt betrieben. Das dort vorkommende rohe Material Könliche Bese inge Härte, daß dasselbe bequem in der Drehbank auf a2 ur oiße bbe behandelt werden kann, ist demnächst aber worden ji- 1 nachdem dessen Oberfläche mit Harz üiberzogen vert; fürbids 8 welche hierzu benutzt werden, müssen indeß vannsse t an T sein, damit die Farbe des Gesteins da⸗ erändert und ungeachtet eines solchen Ueberzuges recht eutlich gesehen werden kann.

Ar Arbeiten aus Porphyr sind eingesandt: 7

3 L 1 mmel in Berlin:

Schaale aus orientalischem Porphyr, der sich durch ein JL gefärbte Grundmasse und kleine 889 n Kry 2 cn Zeichnek. Zu finden parterre vor den Fenstern 113 und 114. demselben Stein gearbeiteter und unmittelbar über 82 1 en verwendeter Sockel. Vei dem vor Fenster Nr. 114 zunächs 9 Mittelpfeiler aufgestellten Granit⸗Postament zu sinden

8 aus Granit sind eingesandt:

8 Aus der Steinmetz⸗Werkstatt des Baurath Cantian 1) Ein Säulstamm von 21 Fuß 1 ½ Zoll Länge, 2 Fuß 9 ¾ nhetn Durchmesser. Das rohe R2,9 1n 112.8. schi V Vttewnamen, welches auf der Feldmark des bei Fürstenwalde 5 gesen Dorfes Rauen gelagert war. Das letztere lieferte weiter och den auf dem hiesigen Belle⸗Alliance⸗Platze verwendeten Säul⸗ stamm, zwei noch vorhandene rohe Blöcke von circa 19 ½ Fuß lang und vier ebenfalls zu Säulstämmen verarbeitete Stücke von 14 Fuß lang. Das Schleifen und Poliren wurde unter Anwendung don Dampfmaschinenkraft und eines besonders dafür eingerichtet gewesenen

Schleif-Apparats bewirkt. Lagerplatz ist zunächst dem Fenster Nr. 112 I Ein Säulstamm von 14 Fuß hoch, 1 Fuß 9 Zoll unterm Durchmesser, aus in der Gegend von Oderberg gefundenem Geschiebe⸗ Granit unter Zuhülfenahme von einem Roßwerk und Anwendung eines ähnlichen Schleif⸗Apparats, wie bei Nr. 1, bearbeitet. Aufstellungs⸗ ort EE den Thorweg⸗-Oeffnungen Nr. 108 und 109 e ine Schale aus gueusartigem Granit mit ei rengten und Dichroit, auf säulenartigem Fuß, der Verzierung versehen ist. Der unterste Sockel besteht aus Marmor von der Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Albrecht gehörigen Seng⸗ Seitenberg, in der Grafschaft Glatz. Der Granit ist aus n 86 entnommen. Vor dem Pfeiler zwischen den Fenstern 112

4) Aus demselben Gestein die Kernstücke zu 2 Posta

faonelgius n. die Ben eeö armor bestehen. Am iler zwis F rn Nr. 112 sche rBsenanet Pfeiler zwischen den Fenstern Nr. 112

5) Eine Tafel von 3 Fuß 11 ½ Zoll lang, 1 Fuß 10 ¾ aus Granit, mit eingesprengten, sehr großen S. EEE Grundmasse getrennten Granaten, so wie auch Dichroit. Das dazu verwendete Material stammt von einem zunächst Herzfelde aufgefun⸗ denen Geschiebe ab. Auf dem Tisch, gegenüber vom Fenster Nr. 113

Nr. 356. Vom Steinmetzmeister Wimmel zu Berlin:

1) Zwei 4 Zuß hohe dorische kanelirte Säulen, als Postamente benutzt, von rothbraun gefärbtem, aus der oderberger Gegend ent⸗ nommenem Geschiebe⸗Granit. Gegenüber vom Fenster Nr. 113 aufgestellt

2) Ein rundes Postament, 5 Fuß hoch, von rothgrauem, eben⸗ falls aus der oderberger Gegend entnommenen Geschiebe⸗Granit Gegenüber vom Fenster Nr. 114 aufgestellt. 1

Nr. 1934. Vom Steinmetzmeister Fleischer in Berlin: Zwei kandelaberartige Postamente aus dem, orientalischem sehr ähnlichen 18 89 . vorgekommenen Geschiebe⸗Granit, mit 58 77 Schaalen. Aufgestellt gegenüber von den Fenstern

Nr. 2380. Von Steinmetzmeister Trippel in Berlin:

Eine kreisrunde Tischplatte, entnommen von einem, bei Trampe in der Gegend von Neustadt⸗Eberswalde gelagert gewesenen, vor zugsweise zu den Säulen am Königlichen Mausoleum in Charlotten⸗ burg verwendeten Granit⸗Geschiebe. In der Fensternische Nr. 115

(Schluß folgt.)

Eisenbahnen. Am 4. Oktober sind zu Wiesbaden Proben mit de

L m elektro⸗ magnetischen Telegraphen gemacht worden. Zu einer gedruckten 8 wort auf eine von dort nach Kastel gethane Frage war höchstens eine Minute erforder ich. Eben so schnell wird man sie daselbst von Frer in v 2. sobald ein einfacher Kupferdraht längs er Taunus⸗Eisenbahn ausgespannt ist. Ein neuer Tri ee menschlichen Geistes!

Im Badischen werden die Arbeiten nach dem Oberlande s

88 9 LO ehr eifrig fortgesetzt, so daß im Monat Februar die Fahrten bis Frei⸗ burg ausgedehnt werden können. 8ch 8 Durch Patent vom 1. Oktober ist bestimmt worden, d Reisenden, welche auf der Eisenbahn zwischen Altona und befördert werden, von der im §. 36. der Verordnung vom 17 April 1811 vorgeschriebenen Visirung ihrer Pässe beim Passiren der Post⸗ linie befreit sein sollen, und daß für die Bewohner der Stadt Hamburg und des Hamburger Gebiets, welche sich als solche genügend legi⸗ timiren können, hinsichtlich der Verpflichtung, sich mit Pässen zu ver⸗ sehen, bei der Benutzung der Eisenbahn und für die Dauer eines kurzen Aufenthalts derselben in den durch die Eisenbahn verbundenen

worden, daß man dabei Maschinen⸗Einrichtungen, so wie auch Wasser⸗

Orten die für Inländer geltenden Vorschriften bie Wei Anwendung kommen sollen.