1845 / 148 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

7 3

Donnerstag, 29. Mal. Im Opernhause.

88. Landhaus 2 der Heerstraße. Hierauf: Pas de

olin und Herrn Gas⸗

omische Oper in 1 Alt.

Musik von Karl Blum. Und: Die Tänzerin auf Reisen, Episode mit Tanz, vom Königl. Balletmeister Hoguet. Anfang halb 7 Uhr.

Zu dieser Vorstellung werden Billets zu den gewöhnlichen Opern⸗

8 8 * *

b ebeorolegische

111.“ Freitag, 30.

. 9.

Borstellung: Der Freischätz. (

Hasbwittage 10 Une.

Mosgena 2 Uhn.

6 LU⸗.

rste 2—V b2 8. dieser N.bens werden Billets zu den gewöhnlichen Opern⸗

4 14,72 n.+t 18,1° n.

5,8° n. 5,72 n.

47 vgcc. 38 pce. 52 per.

beiter. balbboitov. balbbeiter. No. No. No.

No.

333,97Pen. 334,870,pen [235,00 ,,Pn. ⸗ns 7,80 n. 11,22 n. 1500, 13,7° n. 6,79 n. b.,4, 5n 13,1° u.

A.dünatang 0,009“ ,ub. F.n.anablag 0. .e + 19,2* hnaag... + 8,00 n. Tagenmittel: 334,8107 n, P.. 14 72 n. +† 5,92n. 46 „Ct. No.

verkauft. onzerts dame de Cérigny.

teuerliche Po Purzel, als Gastrolle.)

4 Königliche Schauspiele.

Vorstellung: deuz de la Naiade, von Dlle. perini. Dann: Mary, Max und Michel,

haus⸗Preisen verkauft.

69ste Abonnements⸗

Freitag, 30. Mai.

Sonnabend, 31. Mai. Extraordinaire Vorstellun Villars, Mitglied des

sungen von Sgr. Borivni.

Borioni und Sgr. Mitrowich.

: 1) La Marquise de Senneterre. 2) Ma- neue P

FKhnigsstädtisches Theater. . 29. Mai. ö wider Willen, aben⸗ e mit Gesang in 4 Bildern, von Räder. (Herr Räder:

Der Weltumsegler wider Willen. (Herr lle.) Balkon des ersten Ranges 1 Rthlr. 10

den Parquet⸗Logen 1 nges 20 Sgr., Parterre 15 Sgr., Sperrsitz des siit gr., Gallerie 7 ½ Sgr., ein Platz in der Or 2

Räder: Purzel, als vorletzte Gastro Mit Allerhöchster Genehmi 1 in 3 Abtheilungen zum Benuesiz anzösischen Theaters. 1) Serenabe aus der Oper: „Don Pasquale“, von Donizetti, ge⸗ 2) Arie aus der Oper: „Semiramis“, von Rossini, gesungen von Sgra. Bendini. 3) Duett aus der Oper: 1 „Lucia di Lammermoor““, von Donizetti, vorgetragen von gr. 4) Laragonaise, ausgeführt von

EE1111 g2 s⸗ 8-

Reer: 7 80 Gastrolle.) An⸗

3 2 8 8 Grafen

des Herrn

zweiten Erste Abtheilung:

Ranges 10 Loge 2 Rthlr.

Königl. 82 . 2 Mad. Orobeck Folie-vaundeville

olla wird von Tristap Abtheilung: 7) a. Ouvertüre aus: L'eroe di Lancastro, Musi; land. b. Große Arie aus derselben Oper, ges 4 von der Königl. Hof⸗Opernsängerin Dlle. Tuczek. 8) Ia Ei

Pas de caractère, getanzt von der Königl. Solo⸗Tänzerin

Brue. 9) Zum Schluß: Indiana et Carnaval en 1 acte, 5 MDI. Bayard et Dumanoir.

Preise der P

j scöhichen Zweite Abtheilung: 6 4 1 Die Horone⸗ e n Zemlbs a!egefazen —e

harlemagne. Folie

üte: Ein Platz in den Logen unh; gr., im Parquet unh;

thlr., im Amphitheafer und in den Logen

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen. Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdrucddeni

15311 Erledigter Steckbrief.

Der unterm 26. April c. steckbrieslich verfolgte Rentier Carl Friedrich Reut her ist wieder ergrissen worden und der hinter denselben erlassene Steckbrief daher erledigt. Berlin, den 20. Mai 1845.

Königliches Kriminalgericht hiesiger Residenz.

v. Schroetter. S 320 Subhastations⸗Patent. 1 . im Schlochauer Kreise des Regierungs⸗Bezirks Marienwerder belegene, zum Nachlaß des verstorbenen Müller Johann Sieffen gehörige, Eggebrechts Mühlen⸗ rundstück, welches nach der in unserer Registratur täg⸗ sch einzusehenden Taxe auf 5483 Thlr. 10 Sgr. 5 Pf.

gerichtlich gewürdigt it, soll

am 23. Oktober, Vormittags 10 Uhr, 2 an ordentlicher Gerichtsstelle an den Meisthietenden öf⸗ fentlich verkauft werden. Alle etwanige unbekannte Real⸗Prätendenten werden aufgeboten, sich bei Vermei⸗ dung der Präklusion spätestens in diesem Termin zu melden. 3

Hammerstein, den 12. Februar 1845. 8 Königl. Land⸗ und Stadtgericht. 8

8 [433] Nothwendiger Verkaufß. Stadtgericht zu Berlin, den 11. April 1845.

Das in der Waldemar⸗Straße Nr. 14 belegene Bött⸗ —. dnagecee gerichtlich abgeschätzt zu 15,635 Thlr. 2 Sgr. so am 85. November 1845, Vormittags 11Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.

Der dem Aufenthalt nach unbekannte eingetragene Gläubiger Franz Gottlieb Wilhelm Ebert wird hier⸗ durch öffentlich vorgeladen.

1533] Oeffentliche Vorladung.

Ueber das Vermögen des Kaufmanns Jonas Lappe ist durch Verfügung vom 27. Januar d. J. der Kon⸗ kurs⸗Prozeß eröffnet und ein Termin zur Anmeldung und Nachweisung der Anspüche aller unbe⸗ kannten Gläubiger auf den 8. September 1845, Vormittag 11 Uhr, vor dem Herrn Ober⸗Landesgerichts⸗Assessor Dobersch in unserem Parteienzimmer anberaumt worden. . 1

Wer sich in diesem Termine nicht meldet, wird mit seinen Ansprüchen an die Masse ausgeschlossen und ihm deshalb gegen die übrigen Glaͤubiger ein ewiges Still⸗ schweigen auferlegt werden.

Breslau, den 19. April 1845.

Königliches Stadtgericht, II. Abtheilung. E“ 82 536] Bekanntmachuüung. Da in dem zum meistbietenden Verkauf der Herr⸗

schaft Lossen, Brieger Kreises in Schlesien, am gten †† 1.5 sen,,, 7e Termin lein genü endes Gebot erfolgt ist, 2 10 haben, so wird ein neuer Bietungs⸗Ter⸗ min au

den 9. Junius d. J., EI“ 10 Uhr,

äterhin aber mehrere Kausinstige

hierselbst in der unseres Syndilus, des Herrn Justizraths Bode, Heil. Geiststr. Nr. 26, angesetzt, in welchem der Zuschlag an den Bestbietenden erfolgen und gegen eine baare Anzahlung von 15,000 Thlr. Courant der Kontrakt mit demselben sofort abgeschlos⸗ sen werden soll.

Die sonstigen Verkaufs⸗Bedingungen liegen bei dem Wirthschafts⸗Direktor Herrn Wegner in Lossen zur Ein⸗ sicht bereit, bei welchem Kauflustige sich wegen Besich⸗ tigung der zum Verkauf gestellten Herrschaft Lossen zu melden haben. Berlin, den 17. Mai 1845. 1

Königliches Kredit⸗Institut für Schlesien. 8

8 Eisenhütten⸗Verpachtungs⸗

2 82 8 Anzeige.

Den 18. August c., Morgens 10 Uhr, sollen in dem Lokale der unterzeichneten Rentkammer die dem Fürst⸗ lichen Hause Solms⸗Braunfels gehörigen, bisher betrie⸗ benen Eisenhütten auf 20 bis 23 Jahre öffentlich an den Meistbietenden, alva ratisicatione clementissima, verpachtet werden. d

Die der Verpachtung zu Grund zu legenden Bedin⸗ gungen werden, so wie die Situationsplaͤne der Hütten, vom 15. Juni ab her Einsicht offen liegen, und Pacht⸗ liebhaber, welche die erforderliche Cautioͤn zu erbringen im Stande sind, hierzu eingeladen.

Die Pachtigegenstände bessehen⸗

A. In dem Hüttenwerk zu Ahßlar.

Dicht an der von Frankfurt a. M. nach Elberfeld führenden Chaussee im freundlichen Dillthale, kaum * Stunden von Weyzlar und 2 ½ Stunden von Herborn gelegen, bietet dasselbe den großen Feasfene daß bei ungestörter Benutung des ganzen Dillwassers nie Was⸗ sermangel entsteht und wegen der hohen Lage der Rä⸗ der, selbst nicht bei der höchsten Finth, Unter⸗ oder 1 Stanwasser sörend auf den Betried einwirken lann.

Nahe gelegene herrschaftliche und Gemeinde⸗Wal⸗ dungen sichern den Kohlenbedarf, und die Aussicht, vielleicht schon in einem 12 zu Wasser Coaks be⸗ ziehen zu können, muß dem serneren Beiriebe nur för⸗ derlich sein. .

Für die nöthigen Eisensteine in ausgezeichneter Reich⸗ haltigkeit sorgen die herrschaftlichen Bergwerke nach den der Hervachtng zu Grund zu legenden Bestimmungen.

Die Gehäude und Maschinen sind fast alle ganz neu und läßt sowohl die vorhandene Wasserkraft, als⸗ die günstige Lokalität noch bedeutende Erweiterungen zu. Dermalen besteht das Werk aus: 1

a. Dem massiven Hüttenbau von 72 Rhein. Fuß Länge und Breite, an dessen hinterer Seite der Hoh⸗ ofen mit seinem Gebläse angebracht ist. Der untere Raum des Gebäudes faßt 60 Förmer; im 2ten Stock sind die Schlafstätten der Arbeiter, eine geräumige Schreinerei und die erforderlichen Räume zur Aufbe⸗ wahrung der Modelle ꝛc. angebracht.

Der Hohofen, mit warmer Windleitung versehen, ist 28 Fuß hoch und lieferte bisher 37 dis 40,000 Pfund Roheisen wöchentlich. 8

Das Gebläse besteht aus 2 doppelt wirkenden, höl⸗ zernen Kastengebläsen mit Regulator und wird dasselbe durch ein 11 Fuß 4 Zoll hohes und 4 Fuß 6 Zoll breites mittelschlächtiges Wasserrad mit Vorgelegen, in Bewegung gesetzt. 1

Zur Gicht sührt eine überdeckte Gichtbrücke, an deren oberem Ende ein Gichthäuschen zur Aufnahme der Beschickung angebracht ist. Durch einen Krahnen mit Getriebe werden Kohlen und Erze dem Ofen zugeführt.

Mit der Hütte in Verbindung steht

b. die für 7 Schlosser und Schmiede eingerichtete einstöckige Schlosserei.

c. Ueber der Gichtbrücke, am Graben, besindet 8 ein zweistöckiger Magazin⸗Bau, 53 Fuß lang, 39 Fu tief und mit demselben verbunden. 8

d. Die Schlacken⸗ und Kalkstein⸗Poche, so wie eine Vorrichtung zum Schleifen und Reinigen des Bruch⸗ Eisens. Ein 8 Fuß 6 Zoll hohes und 3 Fuß 6 Zoll breites oberschlächtiges Wasserrad setzt diese Vorrich⸗ tungen in Bewegung. Diesem Bau gegenüber steht

e. ein Kohlenschoppen von 78 Fuß Länge, 37 ½ Fuß Breite und 13 Fuß Höhe, und zwischen dieem und dem Hüttenbau .

f. ein zweiter Schoppen von 48 Fuß Länge, 30 Fuß Tiefe und 17 ½ Fuß Höhe. Beide Schoppen fassen für 30 bis 40 Wochen Kohlen.

g. Vor dem Hüttenbau ist ein freier Raum von 150 Ruthen zur Aufbereitung der Erze und neben dem 1.Je.eh ein 118 ◻¶ Ruthen haltender Platz für

ohlen.

Jenseits des Hüttengrabens und durch eine massive Brücke verbunden, steht das Wohnhaus des Inspektors; dasselbe enthält in 2 Etagen 15 Pisdcen, bieiet also vollständigen Raum für 2 Familien und die Geschäfts⸗ stuben. Kamittelbar an dasselbe stößt

h. ein 2 Morgen 18 Ruthen haltender Gemüse⸗ und Grasgarten mit schönen und guten Obstbäumen, von zwei Seiten vom Wassergraben, an der dritten aber von einem Fischteich begraͤnzt.

Zu dieser Wohnung gehört

i. ein Stallbau für 3 Pferde, eine Wagen⸗Remise und zwei Schweinestäͤlle.

k. Die Wohnungen des Magazin⸗ und vr pens besinden sich in einem 72“ langen und 16 tiefen ein⸗ stöckigen Gehäude, an welchem die erforderlichen Stal⸗ lungen angebracht sind.

1. Ein Back⸗ und Waschhaus.

m. Unter dem Kohlenplatz ein guter gewölbter Keller.

n. Um die ⸗ub k. bezeichneten Wohnungen liegen noch 1 Morgen 136 Ruthen Grab⸗ und Grasland und freie Plätze, so daß die ganze Grundstäche, auf 5 das Hüttenwerk steht, 6 Morgen 75 Ruthen enthält.

o. Das circa 10 Minuten von der Hütte entfernt liegende Wehr ist sehr solid und gut gebaut und bedarf sehr selten Hleinerer Reparaturen.

B. Das Hüttenwerk zu Oberndorf.

Kaum 10 Minuten von dem Dorfe leichen Namens, durch welches die Straße von Berlfn nach Koblenz führt, und nur 1 ½⅜ Stunde von Wetzlar, ½ Stunde von Braunfels und 2 ½⅞ Stunde von Weilburg entsernt, liegt das Oberndorfer Hüttenwerk, durch einen guten Vicinal⸗ weg mit der Chaussee verbunden. Der ziemlich wasser⸗ reiche Solmsbach liefert die erforderliche Kraft zum Be⸗ triebe dreier Räder, und die Verhältnisse in Betreff der e⸗ nun Eisensteine sind mit der Aßlarer Hütte ganz gleich.

2* der bald schiffbaren Lahn liegt die Hütte kaum 4 Stunde entfernt.

„Es besteht das Hüttenwerk:

a. aus dem Hütten⸗ und Gießbau, eingerichtet sfür 50 Förmer, 2stöckig und 119 Fuß lang, 41 Fuß tief. Der Hohofen 8v wie bei der Aßlarer Hütte, is an der langen Seite angebracht.

Das Gebläse besteht aus 2 Cylindern ohne Vorge⸗ lege nach der neuesten Construction und liesert bei 85 mer Windleitung 800 b16 1000 Kubikfuß Wind per heuns 88% hehe ng h⸗ rr.r. 5 85 8

e hoch, oll breit und voll⸗ ständig überbaut.

Der obere Raum des Baues enthält die Schlasstät⸗ ten der Arbeiter und die Magazine für Modelle ꝛc.

Verbunden mit einem Anbau an dem Hüttenbau ist das Gehäuse zur Aufstellung eines Copolo⸗Osens.

Dem Hüttengebäude gegenüber besindet sich ein Ge⸗ bäude, welches

b. die Dreherei, Schlosserei, die Schlackenpoche, Lehm⸗ sörmerei und den Brennofen zum Trocknen der Lehm⸗ formen enthält. Der Bau selbst ist 64 Fuß leng. 23 Fuß tief und einstöckig. Die Dreherei ist zum Abboh⸗ ren von Walzen, Cylindern zc. eingerichict; in der Schlosserei ist Raum für 7 Arbeiter. Die Schlacken⸗ poche hat 3 Stempel, und können in der Lehmförmerel 2 Mann beschäftigt werden. Dreherei und Schlacken⸗ poche werden dun ein 14 Fuß hohes und 2 Fuß 5 5 breites mittelschlächtiges Wasserrad in Bewegung gesett

c. Hinter dem Hüttenbau besindet sich die Eisen⸗ und Kalksteinpoche, 33 lang, 22 breit, 11 hoch, mit einem, 13˙ 2“‧ hohen, 3 breiten, oberschlächtigen Rade, eine Schleiserei noch recht bequem Platz

ndet.

d. Der Kohlenschoppen ist 78“ lang, 41“ ief, 17. hoch mit rundem Dach und faßt den Kohlenbedarf für 30 Wochen.

ec. Der Magazin⸗Bau, massiv bis zur 2ten Etage, 83 lang, 43⸗ 87 mit vollständigen Souterains, ge⸗ nügt auch bei den ungünstigsten Zeiten, da überall Em⸗ porbühnen angebracht sind, die den Raum fast ver⸗ doppeln.

f. In Verbindung mit dem Aufschlagwasser steht eine Eisensteinwäsche für 2 Mann.

5. Das Wobnhaus des Verwalters, 48“ lang, 27 ½˙ tief, ist einstöckig, enthält 8 Piegen nebst Keller und Dachraum.

h. Die Wohnung des Hüttenschreibers, 40“ lang, 23“ tief, 2stöckig, enthält neben dem Wohnraum eine

eräumige Schreinerei und Vorraths⸗Platz für den ormsand.

i. Der Stallbau 29 ½ lang, 16 tief, für 4 Pferde, 2, Kühe und 2 Schweineställe eingerichtet, hat ½ Stock als Heuboden.

k. An dem Wohnhause befindet sich ein schöner Grabgarten von 73 , neben demselben

1. Das Backhaus, 18 lang, 11 breit. Vor dem Wohnhause ist eine gußeiserne Pumpe mit gutem Wasser.

m. Der Hüttenplatz zur Aufbereitung der Eisensteine und Kohlen enthält 3 Mrg. 31 ° 70“, und sind außer⸗ dem noch

n. 1 Mrg. 38° Wiesen und Grabland dabei, so daß der ganze Flächen⸗Gehalt, auf welchem sich das Hüttenwerk besindet, 4 Mrg. 142° 70 groß ist.

o. Das lleine und gut konstruirte Wehr liegt ½ Std. oberhalb der Hütte, und ist der Graben gut und bedarf selten einer Reparatur.

Braunfels, den 20. Mai 1845.

[459 b]

Dampfschifffahrt nach Rügen.

N „Kronprinzessin“, 1 A 1 8 Capitain Schubert,

wird bei der nunmehr eingetretenen günstigen Witte⸗ rung statt der für bie Pfnsgelerta e angesetzten Reise nach Rügen am 31. Mai, Nachmittags 1 ½ Uhr, von hier, am 1. Juni, Morgens 5 Uhr, von Swinemünde nach Putbus Fehen, um daselbst am 1., 2. und 3. Juni zu verweilen, und am 4. Juni, Morgens 5 Uhr, nen Putbus abgehen, um am Abend in Steitin einzu⸗ reffen. 1

Preise wie gewöhnlich 4 Thlr. à Person für die ein⸗ zelne Reise zwischen Siettin und Pulbus, dingegen nur 6 Thlr. für die Abonnenten der Hin⸗ und ückfahrt. Kinder unter 12 Jahren zahlen die Hälste.

Vom 5. bis 29. Juni wird dieses Dampfschiff des Montags, Mittwochs und Freitags, Morgens 8 Uhr, von Swinemünde nach Steitin und Dienstags, Don⸗ nerstags und Sonnabends, Nachmittags 1 ½ Uhr, von Stettin nach Swinemünde gehen.

Nähere Auskunft ertheilen

A. &. F. Rahm in Stettin, Bollenthor Nr. 1091.

. s 8. Fiterarische Anzeigen.

i der Literarischen Anstalt in Franksurt a. M. erscheinen so eben und sind vorräthig in der

Gropiusschen Buch⸗ u. Kunst⸗

Die Gichzbrüͤcke ist wie bei Aßlar eingerichtet üben so auch das Aufgeben. 8 biss 8 6 1

handlung, Königl. Bauschule Laben 12, in Berlin: 1—

Fürstlich Solms⸗Braunfelsische Rentkammer.

Zeit, verkannt und wenig ver

EE116““ .

Karl Gutz Gesammelte Werf;⸗

in 12 schönen Oktav⸗Bänden, theils ganz neue, theils durchaus umgearhe tete Schriften enthaltend.

Preis jedes Bandes 262 Sg

Inhalt der 12 Bände:

I. Gedichte. Nero. Hamlet in Be berg. Fenien und Epigramme.

II. Sge ffentlich⸗ Charaktere. (Vielsach i mehrt und bis auf die neueste Zeit fortgesen)

III. Briefe eines Narren an eine Nän Seraphine. (Neu hearbeitet.) 9

IV. Philosophie der That und des Eriij nisses. Goethe im Wendepunlt zuei Jahrhunderte.

V. Maha Guru. Geschichte eines Goltes.

VI. Börne's Leben. (Vielfach verbessen u. mehrt.) Kritiken und Charakteristilen

VII. u. VIII. Blasedow und seine Sise Komischer Roman.

IX. u. X. Die Zeitgenossen. Ihre Saͤlt sale, ihre Tendenzen, ihre großen Cht. raktere. (Dies Werk, das äußerer Umstände gen früher unter Bulwer's Namen heraushe erscheint hier in einer gänzlichen Umgestaltung

Xl. Novellen.

XII. Pariser Briefe. (Vielfach verbessen vermehrt.)

Die beiden ersten Bände dieser eleganten wohlfeilen Gesammt⸗Ausgabe eines der ersten Da ter und Publizisten der neueren Literatur sind hercis chienen und werden durch ihren sum Theil ere und höchst interessanten in die Zeit eingri⸗ kenden Inhalt die allgemeinste nsne keit erregen!

Der von Herrn Dr. Gutzlow selbst versas Prospektus zu den Gesammelten Werken, der n. eine geist⸗ und gemüthvolle Sell ritik des Dichters enthält, ist in allen 9 handlungen gratis zu haben.

Literarische Anzeige von Wilhelm Besss [534] (Behrenstr. 44.) So eben ist erschienen, Stuttgart, Verlag von G. Liesching: 4 Des württembergischen Prälaten

Friedrich Christoph Oetinga Seee aphie.

Herausgegeben von Dr. Jul. Hamberger. Mit einem Vorwort

von Dr. Gotth. Heinr. v. Schubert. Oltav. XX, 122 Seiten ecvenhr. In Umschlog

17 ½8 Sgr. Der Prälat Oetinger, gena „der Magus aus Süden“, ein Zeitgenosse Bengel und P. M. Hahn's, ein Mann, welcher im verise Jahrhundert durch den Einfluß seiner mächtigen Je söͤnlichkeit sogar eine Art theolo ischer Schule gründen von dem aber gleichwohl mancher Freund der Gelih⸗ tengeschichte, ja selb hier und da ein gelehrter Theole bekennen wird, daß er kaum einmal seinen Namen hört hat eine mit Meisterhand entworfene 60 biographie hinterlassen, welche bisher nur im Mannstn vorhanden und allein in einem kurzen Auszuge in vel Schubert's Altem und Neuem zugänglich war. 6 erscheint hier zum erstenmale vollständi g und bie reiche Gelegenheit, einen der begabtesten Männer seus

hanbe. von denen, mit ihm lebten in der ganzen Kraft und Lebend keit seines höchst genihümlichen Wesens lennen zu lema

Ein 2 vollständiges Verzeichniß der zahl reichen Schriften Oetinger's wird für Viese ti erwünschte Fat⸗ zu dem Büchlein bilden, des Werth durch das Vorwort G. H. v. Schuher nur in ein um so helleres Licht tritt.

Frühjahr 1845.

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Zön ee Hen, Pensf sens nassl. Autlicher Theil. . b H Prn. 87 58.

deutsche Bundesstaaten. Königreich Hannover. Geburtsfest

6 Kronprinzen. Die Kronprinzessin. Glückliche Fahrt eines han⸗ des schen Südserfahrers. nigreich Württemberg. Auswan⸗ daungen. Herzothum Holstein. Wenig Handelsverfehr in Kiel. gsland und Polen. St. Petersburg. Ordens⸗Verleihungen. Eiellenwechsel. Handel von Taganrog. Warschau. Truppen⸗ Rusterungen. Vermischtes.

Frenkreich. Paris. Feier des Geburtstags der Königin Victoria. Guizot und Salvandy. Beantragte Reductsonen im Kriegs⸗Budget. Die Verhältnisse zu Marotto. Mllitairische Nachrichten aus Algerien. Handelsverkehr der algierischen Häfen. Munizipal⸗Wahlen zu Angers. Ministerielles Rundschreiben hinsichtlich der fremden Flüchtlinge. Dampf⸗ schiffahrt und Quarantaine⸗Vorschriften im Mittelmeer. Journalisti⸗ 16es. Besinden der Gemahlin des Don Carlos. Präsident Guer⸗ üe †. Vermischtes. Briefe aus Paris. (Kammer⸗Arbeiten: Donanengeset; Friedensrichter. Marokto und Otaheiti.)

geoßbritaänien und Irland. London. Hofnachricht. Parla⸗ nents⸗Verhandlungen. Vertagung der irländischen akademischen Unter⸗ nihts⸗Bill. Die Königin Pomareh. O'Connell. Schreiben al London. (Sir R. Peel's Stellung zu seiner Partei und Englande

,2 Entwickelung. Sklavenhandels⸗Vertrag mit Frankreich.

ieberlande. Schreiben aus Amsterdam. (Der neue Zollgesetz⸗

urf.) gesrien. Brüssel. Die Großherzogin von Baden wird in Belaien Kvöehethren Iee Schreiben aus Brüssel. (Die bevorßeehen⸗ den Wahlen. echweiz. Kanton Zürich. Der Dr. Steiger. Kanton Luzern.

Auflösung des Großen Raths. Spanien. Schreiben aus Mabdrid. (Mißlicher Stand ber Unterhand⸗ ungen mit Rom; die Hermwählangoftage.) 1

bandels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Berlin. Börse. 1ae IHmIannb;

zaigl. Theater zu Polsdam. (Felicien David.) R11I1I1I1“ 18.

2

Heilage.

slaanarlee eee

. Enn 2 4 7 eilg ⸗*

Amtlicher Theil. 28

Se. Majestät der König hahen Allergnäͤbigs eruht: Den hisherigen Ober⸗Landesgerichts⸗Ralh Habst von Ohain Naumburg zum Geheimen Ober-Tribunals⸗Rath zu ernennen. V E1“ Berlin, den 29. Mai 18135. Se. Königl. Hoheit der Kurprinz und Mitregent von Hessen ist nach Kassel zurückgereist.

Das 14te Stück der Gesetz⸗Sammlung, welches heute ausge⸗ e enthält: unter r. 2573. Die Allerhöchste Declaration, betreffend die Berechnung der Laudemien von Grundstücken, bei welchen Reallasten abgelöst worden sind. Vom 25. April d. J.; und 2 2574. Die Allerhöchste Bestätigungs⸗Ordre vom 7. Mai c., die Statuten des Actien⸗Vereins des zoologischen Gar⸗ tens bei Berlin und der damit verbundenen zoologischen Gesellschaft betreffend. Vom 27. Februar d. J. Berlin, den 30. Mai 1845. Debits⸗Comtoir der Gesetz⸗Sammlung.

E1

W

Den Knopf⸗Fabrikanten Killmer und Gerling zu Wülfrath st unter dem 25. Mai 1845 ein Patent auf neue Vorrichtungen am Webestuhl zur Haarweberei, nach der vorgelegten Zeichnung und Beschreibung und ohne An⸗ der in dem Gebrauch einzelner belannter Theile zu be⸗ indern, uf acht Jahre, von jenem Tage an gere net, und für den Umfan hr Monarchie ertheilt vonsee he ; gt

Mnn

Angekommen: Se. Excellenz der Geheime Staats⸗ und Mi⸗ ster der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten, n Eichhorn, von Wusterhausen a. d. D.

Abgereisi: Se. Durchlaucht der Prinz Heinrich LXvVII. nReuß⸗Schleiz, nach Leipzig.

11 8ee Eereellens der Geheime Staats⸗ und Finanz⸗Minister Flott⸗

88 8 emes ses

cbene. A,; 2 1 88 üaʒaacs e.

Königliches Theater zu Potsdam. 1 Felicien David. Le SS. b Am Montag, den 26. Mai, wurde vor einem gewählten Kreise von Eibrern, die zu dieser Soiree besondere Einladungen erhalten hatten, 4* eien David's „Le Desert", unter Mitwirkung der vollständigen Bsenmelten Königlichen Kapelle, auf eführt. Herr Mantius hatte den nsgesang, Herr Hof⸗Schauspieler Rüller den dellamatorischen Theil * nommen, waährend die Chöͤre dem gesammten Chor⸗Personale unserer 1 ben Oper übergeben waren. Mit so bedeutenden Kräften und Mitteln anns das Tonwerf auf das vollendeiste ins Leben gerufen werden. n. er Komponist hat dasselbe auf dem Titelblatte des Klavier⸗Auszugs v „Ode Symphonie“ genanmn. Wir finden diese Bezeichnung indeß gg zutreffend, denn die eingewebten Gesänge haben einen ganz anderen 1 en Oden⸗Charakter, und der somphonische Theil der Arbeit ist nicht ischr Hauptsache, als er vielmehr nur ein Intermezzo zu dem bildet, was hmnochen und gesungen wird. Das Ganze stellt sich eher als ein melo⸗ 8e sch es Gemälde aus dem orientalischen Pilgerleben dar, und Ftn einer Form, die jemlich neu, fern von Gesuchtem und Bizarrem Auem der Art 7 daß der zu veranschaulichende Gegenstand dem 89 Auge lebendig vorüberzuschweben scheint. nsder Ten ist von M. A. Colin, dem Reisegefährten David's in vnabsen. Letzterer, aus Süd⸗Frankreich gebürtig, kam vor einigen Jahren, on d bemnehmen nach, als St. Simonianer, nach Aegypten und wußte sich 8 ahenrt aus auch mit dem musitalischen Schaz des Orienis vertraut zu * Das Produkt seiner Forschungen auf diesem Gebiete hat er in den

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LELEI11u·“ 4 1 88*

Se. Excellenz der General der Infanterie, General⸗Inspecteur der Festungen und Chef der Ingenieure und Pionire, von Aster, nach Magdeburg.

Der General⸗Major und Commandeur der 4ten Landwehr⸗Bri⸗ gade, von Corwin⸗Wiersbitzli, nach Stargard.

11121

vnpg 116zs inß 8945 BDeutsche Bundesstaaten. Königreich Hannover. Das Geburtsfest Sr. Königl. Hoheit des Kronprinzen wurde am 27. Mai in der Residenz sehr feierlich begangen. Nach einem Korre pondenz⸗Artikel im Hambur⸗ ger Korrespondenten sieht die ronprinzessin im August ihrer Niederkunft entgegen. Nach Briefen aus Honolulu auf den Sand⸗ wichs⸗Inseln ist das erste Schiff der hannoverschen Südsee⸗Fischerei⸗ Gesellschaft, „Kronprinzessin von Hannover“, Capitain Högemann, am 10. Jannar d. J. mit 2000 Tonnen Thran, worunter 145 Tonnen Spermöl, dort angekommen. Die ganze Mannschaft war gesund.

Königreich In den letzten Tagen ver⸗ ließen über 100 Württemberger ihr Vaterland, um sich nach Mittel⸗ Amerika zu begeben. Binnen kurzem geht ein zweiter Zug von Aus⸗ wanderern, zum Theil auch aus aden, dahin ab.

Herzogthum Holstein. Im Kieler Hasen herrscht gegen⸗ wärtig eine auffallende Stille, obgleich im vendeson ere 5 verzögerte Wiederanfang der 1 einen lebhaften Verkehr her⸗ vorgerufen hatte. Die Hauptursache liegt wohl in dem geringen Er⸗ trage der vorjährigen Aerndte, weshalb seewärits fast gar keine Landes⸗ Produkte ausgeführt werden. Ueber den breiten Hafenarm bei Kiel ist jetzt eine Schisfbrücke geschlagen und dadurch der Verkehr mit dem jenseitigen Ufer ungemein erleichtert. 7, nee hach a⸗

nußland und polen.

St. Frrors, 24. Mai. Se. Majestät der Kaiser hat den Generalen der Kavallerie, Grafen Pahlen und Grafen Lewaschoff, und dem Wirklichen Geheimerath Grafen Bludoff den St. Andreas⸗ Orden, den beiden Ersteren in Diamanten, dem Erzbischof von Jaroslaw und dem General der Infanterie und General⸗Quartier⸗ meister des Kaiserlichen Generalstabes, General⸗Adsutanten Berg, den St. Alexander⸗Newoki⸗Orden mit diamantenen Insignien verliehen.

Der Wirkliche Staatsrath Alexander Wsewoloysly ist auf sein Gesuch von dem Amt eines Hof⸗Ceremonienmeisters und von den Functionen, die er im Kapitel der Reichs⸗Orden zu verwalten hatte, entbunden und nur in seiner Stelle bei der Postverwaltung belassen worden. Auf den beiden ersteren Posten ist er durch den Wirklichen Staatsrath und Kammerherrn Saburoff ersetzt.

Im Hafen von Taganrog hat im verflossenen Jahre die Ein⸗ fuhr ab⸗ und die Ausfuhr zugenommen; erstere fie] gegen das Jahr 1843 von 1,831,653 auf 1,798,794, letztere ieg von 4,102,304 auf 4,652,851 Rubel.

„Warschau, 265. Mai. Auch gestern hielt Se. Majestät der Kaiser wieder Truppenmusterungen ab; die Kavallerie⸗Regimenter und die reitende Artillerie führten Manöver aus. Diese Waffen⸗ übungen sind fortwährend vom schönsten Wetter begünstigt.

Rubini ist von St. Petersburg über Warschau nach Italien gereist.

Auf den hiesigen Getraidemärkten gilt jetzt der Korzez Roggen 20 Fl. 22 Gr., Weizen 24 Fl. 15 Gr., Gerste 18 Fl. 15 Gr.

und Hafer 13 Fl. 21 Gr.

1 Hesaiht a meszemn

88 Frankreich. L113““

Paris, 25. Mai. Der Geburtstag der Königin Victoria wurde vorgestern Abend vom britischen Botschafter durch Ball und Souper geseiert. wozu 1700 Personen eingeladen waren. Die Ge⸗ sellschaft schloß Alles in sich, was von Rang, Stand und Auszeich⸗ nung aus Frankreich, England und anderen Ländern in Paris anwe⸗ send ist. Man sah den Erbgroßherzog von Sachsen⸗Weimar, den Prinzen von Hessen⸗Philipsthal, den Fürsten und die Fürstin Mond⸗ lear, den Herzog und die Herzogin von Palmella unter den Gästen. Mit Ausnahme der Herren Guizot und Salvandy, die durch ihre Unpäßlichkeit fern gehalten wurden, befanden sich alle Kabinets⸗Mit⸗ glieder, eben so das ganze diplomatische Corps, die Präsidenten der beiden Kammern und die obersten Staats⸗Beamten in den Reihen der Gesellschaft. An der Spitze der englischen Aristokratie bemerkte

icchtamtlicher Theil.

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man den Herzog von Devonshire. Auch der Abel des Faubourg St. Germain zählte seine Repräsentanten. Bis um 2 Uhr wurde getanzt, dann wurden die Speisesäle geöffnet. Nach dem Souper begann der Tanz von neuem und dauerte bis 6 Uhr Morgens.

Herr Guizot kömmt täglich von Passy nach seinem Bürean in der Stadt und arbeitet eine Stunde. Graf Salvandy ist durch sei⸗ nen Gichtanfall noch immer ans Zimmer gefesset.

„Die Budgets⸗Kommission der Deputirten⸗Kammer beantragt er⸗ hebliche Reduckionen im Budget des Kriegs⸗Departements. Marschall Soult soll in solchem Grade unzufrieden darüber sein, daß er bereits

die Drohung ausgesprochen hätte, seine Demission zu geben, wofern die von der Kommission in Vorschlag gebrachten Reductionen von der Kammer angenommen würden.

Die Nachricht von der Weigerung des Kaisers von Marokko, den zwischen seinen Bevollmä tigten und dem General Delarue ab⸗ geschlossenen Vertrag zu ratisiziren, hat den Oppositionsblättern eine 8 Gelegenheit geheben⸗ ihre alten Klagen, die sie schon während des Krieges mit Marokko vernehmen ließen, wieder aufzufrischen und darauf zurückzukommen, daß es fast unmöglich sei, mit jenem Reich einen sichern Traktat zu schließen. Die Quotidienne schreibt das Benehmen des Kaisers von Marokko englischen Intriguen zu, nament⸗ lich dem Einfluß des Gouverneurs von Gibraltar, Sir Robert Wilson, der bekanntlich, man weiß eigentlich nicht warum, die Zielscheibe der Angriffe eines Theils der französischen Presse ist. Galignani's Messenger bemerkt: „Es ist schwer, die Po⸗ litik zu begreifen, welche man „England vorwirft. Hätte dieses Land einen Krieg zwischen Frankreich und Marokko gern gesehen, so wäre die Zeit zur Einmischung, sei es durch Intriguen oder sonsiwie, damals gewesen, als der Krieg geführt wurde. Warum hätte Eng⸗ land seine guten Dienste zum Abschluß des Friedens geliehen, wenn er ihm nicht wirklich erwünscht war? Warum sollte es jetzt auf einen neuen Bruch hinwirken, nachdem es sich so ernstliche Mühe gegeben, den früheren zu heilen?“ Der Constitutionnel stimmt hierin bem englischen Blatte bei. „England“, sagt derselbe, „welches sich der Gunst Abd el Rhamans erfreut, mag den jetzigen Stand der Dinge erhalten zu sehen wünschen; aber von da bis zum Aufreden des Kaisers, die Ratifizirung einer durch den Traktat von 1844 stipulirten Convention zu verwei ern, ist ein weiter Abstand. Die Folgen eines solchen Verfahrens lassen sich nicht vorhersehen, und England hat kein Interesse dabei, einen neuen Bruch zwischen Frank⸗ reich und Marokko herbeizuführen. Wenn es wahr ist, daß Abd el Rhaman die Unterzeichnung verweigert hat, so muß sein Geiz ihn dazu veranlaßt haben. Wer den Charakter dieses Fürsten kennt und seine eifrige Sorge für den Ertrag der Zölle seines Reichs, der wird leicht begreifen, daß er die Machtvollkommenheit, welche er sich bei⸗ gelegt, die Waaren nach dem Belieben seiner Habsucht zu besteuern, nicht gern aufgeben mag. Diese Leidenschaft würde ihn aber nicht bis zu dem bedenklichen Entschluß gebracht haben, den Traktat nicht zu ratifiziren, wenn er nicht auf die Schwäche unserer Regierung rechnete; sein Benehmen in diesem Fall wäre nur die Folge von dem, welches er mit Hinsicht auf Abd el Kader beobachtet hat. Es würde die Frucht der kleinmüthigen Eil sein, mit der wir in den Traktat willigten. Der Traktat ist schon in seinem Hauptpunkt nicht erfüllt. Abd el Kader ist nicht aus dem marokkanischen Reich vertrieben, er ist nicht verfolgt worden; er ist nicht in eine Lage versetzt, in welcher er verhindert wäre, unsere afrikanischen Besitzungen zu beunruhigen; er hat vielmehr die Flamme des Aufruhrs dort von neuem an⸗ gefacht.“ In Folge eines Minister⸗Rathes, der zu Neuilly gehalten worden, und bei welcher Herr Guizot zugegen gewesen, sollen dem General Delarue, wie es heißt, neue Instructionen zugeschickt werden; man wird versuchen, die Unterhandlungen mit Marokko wieder an⸗ zuknüpfen und den Sultan Abd el Rhaman durch geeignete Vor⸗ stellungen zum desinitiven Abschluß eines Gränz⸗ und Handels⸗Ver⸗ trages zu bewegen. Die Brigg „Argus“, welche vor kurzem von Oran nach Tanger mit Depeschen für den dortigen französischen Kon⸗ sul abgegangen war, hatte die marolkanischen Kriegsgefangenen, welche, nach einer früheren Bestimmung, an Bord dieses Fahrzeuges einge⸗ schifft werden sollten, nicht mitgebracht. Am 10ten befanden sich die Leute noch im Fort Mers el Kebir.

Im Moniteur algerien vom 15ten d. wird Folgendes über die militairischen Bewegungen gemeldet: „Die letzten Nachrichten vom General⸗Gouverneur sind vom 12ten. Er wurde damals durch schlechtes Wetter unter den Beni Schaibs zurückgehalten, beabsichtig aber, am folgenden Tage in den revoltirten Theil der Uarenseris ein⸗ zudringen. Noch hatte kein Treffen stattgefunden. Oberst St. Ar⸗ mand setzte seine Operationen am linken Ufer des Scheliff gegen die zwischen Orleansville und Tenes wohnenden Stämme fort. Die Beni

ses Tabletten niedergelegt, denen er den Namen „Le Desert“ bei⸗ gegeben.

Das Gedicht (der deutsche Worttert desselben ist von Ferd. Braun) zerfällt in 3 Abtheilungen. In der ersten verkünden uns drei zur Decla⸗ mation bestimmte Eingangsstrophen, beim Anblick der Wüste enthülle sich uns der Unendliche, der ahnende Geist höre auch in dieser geheimnißvollen Stille „des sons mélodieux“, jedes Sandkorn habe seine Stimme *). Die Wüste hebt nun, personisizirt, das Lob Allah's an, von dessen Majestät Höhe und Tiese erfüllt sei. Eine Karavane wird sichtbar und zieht lang⸗ sam heran und vorüber, ein heiteres Lied singend. Da erhebt sich der Samum; die Wüste zeigt sich in ihren Schrecken. Der Sturm legt sich, und die Karavane setzt die Reise fort, bis sie zur Stelle kommt, wo Rast gemacht wird. *

*) Unter der Aufschrift: „Der singende Sanb“ enthielt das Ma⸗ gazin für die Literaiur des Auslandes im Jahre 1840 eine interessante Zusammenstellung der Beobachtungen, wie und wo durch Kon⸗ vulsionen der Natur im Sande Töne vernehmlich werden. Den Dschebel Nakus (tönenden Berg) am rothen Meere, der ein derartiges Phänomen darbietet, hat Rüppel (in seiner Reise nach Nubien, Kordofan und dem peträͤischen Arabien) genau beschrieben. In der Näͤhe der Stadt Kabul, am Fuße des Hindukuh, befindet sich ein Hügel, dessen Sand pauken⸗ und trommelartige Töne von sich giebt, so oft er durch eine Anzahl Menschen, die den Hügel hinabsteigen, in Bewegung gesetzt wird. Capitain Al er. Burns hat letz⸗ tere Erscheinung im Oktober 1837 persönlich beobachtet. Auch in China giebt es singende Sandberge.

Die zweite Abtheilung schildert das Verweilen der Pilger in der Wüste über Nacht. Ein Jüngling aus dem Chor singt eine Hymne an die Nacht. Die Musik geht in eine „arabische Phantasie“ über; Almeen⸗Tänze um⸗ gaukeln die Schläfer, welche, wenn sie erwachen, die „Freiheit der Wüste“, d. h. das frohe Gefühl besingen, das sich dessen bemeistert, dessen Schlum⸗ merkissen der Sand, dessen Decke der Sternenhimmel. 1

In dem letzten Abschnitt wird uns das Bild der über den sandigen Ocean aufgehenden Sonne gezeigt. Die Muezzim stimmen das Morgen⸗ gebet an. Die Karavane bricht auf und verschwindet in der Ferne. Di Wüste singt nochmals das Lob Gottes. Die Schlangenwindung des Zug kehrt auch in dem Gedichte zu r. Ursprung zurück.

Wenn uns die neuere Zeit in der Poesie, auch, wie die jüngste berliner Kunst⸗Ausstellung gezeigt hat, in der Malerei derartige Wüstenbilder genug vorgezeigt hat, so haben wir durch Herrn David nun auch ein solches in der Musik erhalten, das jedenfalls, weil das Ergebniß persönlicher An⸗ schauungen und empfangener Eindrücke, auf Charakteristik und Originalität in den eingewebten arabischen Gesängen und Tänzen, die der Komponist an Ort und Stelle in sich ausgenommen hat, gerechten Anspruch machen darf. Ob Herr David sich indeß von diesen arabischen Melodieen gerade die schönsten ausgesucht habe, bezweifeln wir; wenigstens ist ihm durch unseren Karl Maria von Weber, obwohl derselbe nicht im Orient ban sen, in dieser Beziehung der Rang bedeutend abgelaufen. Auch sinden sich bei dem fran⸗ ösischen Homponigen weder solche neue Gedanken, noch jene neuen Com⸗ inationen in den Harmonieen, noch endlich die allerliebsten Melodieen, wo⸗ durch Weber's „Oberon“ sich so sehr auszeichnet, eine Tondichtung, worüber der ganze Zauber des Orients gebreitet liegt und die bis in die Heinsten