Wasserstand befürchten.
en Vorzug, daß sie auch genaue Nachweisungen enthält über die 8 8 ½ das österreichische Zollgebiet, dann die Ein⸗ und Ausfuhr jener Gegenstände, welche, unter Vorbehalt der zoll⸗ i J 8 binnen einer bestimmten Frist, zur Ausbesserung, Um⸗
8* estaltung, Zubereitung oder zum Versuche des Verkaufs über die Zoll⸗Linie ein⸗ und ausgeführt werden. Dadurch ist eine vollständige Hebersicht des gesammten Waaren⸗Verkehrs der weit ausgedehnten Monarchie in 2— seinen gegeben, die bei dem jetzigen allgemeinen lebhaften Interesse an Belehrungen über die Verhältnisse der Industrie und Bewegungen des Verkehrs gewiß auch fürs
Ausland viele wichtige Aufschlüsse gewähren wird.
„% Prag, 20. Juli. Der in diesem Jahre so lebhaft be⸗ gonnene Schiffs⸗Verkehr mit den Elb⸗Uferstaaten bis Hamburg ist während der letzten Wochen bedeutend behindert worden durch den in Folge der anhaltenden Trockenheit bereits wieder sehr msesankenen Wasserstand der Moldau und selbst der Elbe zwischen Melnik und Außig. Die wichtigste Stipulation der jüngsten dresdener Elbschiff⸗ fahrts⸗Revistons⸗Kommission, die endliche ernstliche Regulirung des Fahrwassers betreffend, ist daher für uns leider immer noch ohne Ersolg und doch hat unser Handel gewiß den gerechtesten Anspruch auf die endliche Gewährung wenigstens der zeines geregelten Fahrwassers auf der Moldau, da die den V. uf derselben belastenden bedeutenden Stromzölle noch immer dieselben geblieben, ohne Rücksicht auf die Ermäßigungen, welche bei den Elbzöllen eingetreten sind, die Moldau daher innerhalb sämmt⸗ licher deutschen Bundesstaaten der einzige Strom ist, welcher vom Ursprung bis zur Mündung nur ein und dasselbe Staatsgebiet durch⸗ fließt und doch selbst von diesem mit einem hohen Wasserzoll auch für die Schifffahrt der eigenen Unterthanen belegt ist.
Die Hoffnung, noch in diesem Jahre einen Theil unserer Stadt mit Gas beleuchtet zu sehen, wird wohl schwerlich so bald erfüllt werden, als dies von den Bewohnern gewünscht wird. Nachdem es nämlich den Unternehmern mit vielen Opfern endlich gelungen ist, einen geeigneten Platz zur Aufstellung der Gas⸗Erzeugungs⸗Gebäude, des Gasometers zꝛc. zu erwerben und die Bauführungen beginnen soll⸗ ten, mußten diese vorläusig unterbleiben, wegen angeblicher Vorschrif⸗ ten aus jener Zeit, wo Prag noch als wirkliche Festung betrachtet wurde. Diese fortifikatorischen Einwendungen gegen die Aufführung der Gasbeleuchtungs⸗Gebäude innerhalb der sogenannten Schußlinie können aber von hieraus nicht behoben werden, und hängt die Ent⸗ scheidung hierüber von der wiener Centralstelle für das Fortifications⸗ wesen ab. Da jedoch die Vorschriften über derartige Baubeschrän⸗ kungen mehr nur noch traditionell sind und mit den zahlreichen anderen Bauten, welche seit Jahren innerhalb des sogenannten Festungs⸗Rayons ausgeführt wurden, eben so wenig im Einklange stehen, als die Durchbrüche und Umänderungen am Stadt⸗ Walle, welche eben jetzt durch die Etablirung des Bahn⸗ hofes zu beiden Seiten der Verschanzung stattfinden, so ist um so mehr zu hoffen, daß es der eifrigen Verwendung unseres Ma⸗ gistrats und des um die Einführung der Gasbeleuchtung hoch verdien⸗ ten Chef des Guberniums gelingen wird, die erhobenen Einwendun⸗ gen zu beseitigen, da die Entscheidung hierüber von dem erleuchteten Erzherzog Johann, als General⸗Direktor des Genie⸗ und Fortifications⸗ wesens, abhängt, der als ein eifriger Protektor alles Gemeinnützigen schon bei vielen wichtigen Anlässen zeitgemäße Unternehmungen, gegenüber den fortifikatorischen Beschränkungen, mit größter Libera⸗ lität förderte. Indessen sirht unsere ganze Stadt der Entscheidung dieser Angelegenheit mit um so größerer Spannung entgegen, da seit einer Reihe von Jahren man vergeblich bemüht war, aus einheimi⸗ schen Mitteln die Ausführung der Gasbeleuchtung zu bewirken, die breslauer Gesellschaft aber, welche die nöthigen Kapitalien hierzu wid⸗ mete und die Konzession erwarb, gewiß für ihren eesei geist alle Erleichterungen verdient, deren Vorenthaltung bieselbe leicht entmuthigen und zum Rücktritt veranlassen könnte. 111“
KRußland und Polen. Warschau, 22. Juli. Gestern begann die Weichsel plötzlich sehr zu steigen, heute früh war die Höhe 11 Fuß 2 Zoll. Der Magistrat hat wiederholte Nachricht aus Krakau erhalten, daß der Fluß dort auch 15 Fuß gestiegen und die Verbindung mit Podgorze unterbrochen ist. Anhaltende Regengüsse ließen einen noch höheren be amia23
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8 1 ¼
Frankreich.
aa⸗ Paris, 22. Juli. Der Herzog von Montpensier ist am 30.
Juni um 7 Uhr Morgens an Bord des „Gomer“ im Angesicht von Alexandrien angekommen. Said Pascha, der Sohn des Vice⸗Königs, empfing ihn im Hafen und führte ihn dann in seinen Palast, „Gabari“ genannt, vor dem Thor von Alexandrien. Hierher kam um 5 Uhr Abende Mehmed Ali, dem Prinzen den ersten Besuch zu machen. Die Unter⸗ haltung war sehr lebhaft. Am folgenden Tag stattete der Herzog von Montpenster dem Vice⸗König seinen Gegenbesuch ab. Am 2. Juli empfing der Prinz die Konsuln; an demselben Tage speiste er bei Mehmed Ali. Der Prinz war am 6. Juli noch zu Alexandrien und gedachte von da aus nach Kahira zu gehen.
Aus Bourges erfährt man, daß Don Carlos und die Prinzessin von Beira, seine Gemahlin, diesen Ort am 17ten verlassen und sich nach den Bädern von Greoulx begeben haben. Eine große Anzahl von Personen, die gewöhnlich im Hotel Panette Zutritt hatten, wa⸗ ren bei der Abreiss Ihrer Königlichen Hoheiten versammelt. Die Prinzessin schien über diese Aufmerksamkeit sehr erfreut. Im ersten Wagen befanden sich Don Carlos, seine Gemahlin und der Prinz von Asturien; im zweiten der Marquis von Villafranca, die Herren Gutllhem, de Villavicenceo, Cordova und eine Hofdame; im dritten
Herr von Tinan, der Abjutant des Marschalls Soult, der den Auf⸗ trag hatte, die Reisenden nach ihrem Bestimmungsort zu begleiten. Ein Trupp von 20 Dragonern, von einem Capitain befehligt, eskor⸗ tirte den 3 9 bis zur Gränze des Departements. Dort nahm der Prinz von Asturien Abschied von seinen Aeltern und kehrte nach Bvurges zurück. Die anderen Herrschaften fuhren an diesem Tage bis Moulins und setzten am folgenden die Reise fort. Das Journal de St. Etienne bringt ein Schreiben von nem Unteroffizier des 36sten Linien⸗Regiments, worin der Vorgang in der Dahara noch näher geschildert wird. Nach einem Bericht über die Operationen der Kolonne unter den Befehlen des Oberst Pelissier bis zu ihrer Ankunft vor der Höhle, in welche die Araber ch geflüchtet hatten, heißt es weiter: „Zwei Stunden nach unserem ufbruch aus dem Lager langten wir vor der Grotte an. Eine Grenadier⸗ Compagnie erhielt den Besfehl, den zu derselben führenbden Hohlweg hinabzusteigen, kaum aber waren dir Leute einige Schritte vorgedrungen, als eine Gewehrsalve sie zur noͤthigte. Die Position war uneinnehmbar; da nur Mann für Mann hätte hineindringen können, so würde ein solcher Versuch uns unser ganzes Corps gekostet haben. Auf ihre Verschanzung pochend, vor wescher die Türken stets hatten zurückweichen müssen, verweigerten die Araber die Uebergabe. Da befahl der Oberst den Truppen, Holz abzuhauen und Bündel davon u machen, die man mit großer Mühe an den Eingang der drei Grotten hinabbrachte. Diese mit Stroh vermischten Bündel wurden von den Arabern fast eben so schnell wieder fortgeräumt, als sie hinabgelassen
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drei Stunden Bedenkzeit. das Holz wieder angezündet und das Feuer die ganze Nacht unter⸗
Akt von dieser Mittheilung,
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waren, obgleich unsere Truppen aus einem Hinterhalt auf den Feind feuerten. Endlich, nachdem eine Anzahl 2222 und der Eingang verstopft war, mußten die Araber ihre hegenbemühungen aufgeben. Es wurde nun Feuer hinabgeworfen und die gewaltige Masse Holz in Brand gesteckt. Jetzt hörte man inwendig ein furchtbares Schreien und Schießen. Man merkte dann, daß die Araber berathschlagten, was zu thun sei, doch wußte man nicht, daß die Leidenschaftlichsten die Ober⸗ hand behalten hatten; das Feuer wurde daher erstickt, und man schritt zu neuen Unterhandlungen. Um 9 Uhr Morgens am 18ten kam ein Araber durch die Flammen und bot seine Unterwerfung an. Er wurde mit der Botschaft zu seinen Landsleuten zurückgeschickt, daß sie seinem Beispiel folgen müßten. Die Araber erboten ssch nun, 75,000 Fr. zu zahlen, aber nur unter der Bedingung, daß die Armee ab⸗ zöge, ohne in das Innere ihrer Grotten einzudringen, und daß man ihnen ihre Waffen lasse. Da diese Bedingungen nicht angenommen wurden, kehrten sie in ihre Grotten zurück und begannen von neuem auf uns und auf diejenigen ihrer Leute, die entfliehen wollten, zu feuern. Unseretseits wurde nun der Befehl erneuert, Holz abzuhauen, und man gab den Arabern Am 19ten nach 12 Uhr endlich wurde
halten. Welche Feder vermöchte dieses Gemälde zu schildern! Mitten in der Nacht, bei Mondschein, eine Schaar Soldaten damit beschäf⸗
tigt, einen Höllenbrand zu unterhalten, das wüthende Geschrei von
Männern, Kindern und Vieh, das Krachen der von der Gluth mürbe gemach⸗ ten und herabstürzenden Felsstücke und das fortwährende Schießen in der Höhle! Dazu Menschen und Vieh in fürchterlichem Kampf! Als am Morgen der Eingang zu der Höhle freigemacht wurde, trafen die Blicke der Umstehenden auf ein gräßliches Schauspiel. Ich be⸗ suchte alle drei Grotten. Am Eingange lagen Ochsen, Esel und Schafe; ihr Instinkt hatte sie nach der Oeffnung getrieben, um nach Luft zu schnap⸗ pen; unter diesen Thieren und zwischen ihnen durch einander gehãuft Weiber und Kinder. Ein Araber lag todt auf seinen Knieen, mit den Hän⸗ den die Hörner eines Ochsen halkend, und dicht vor ihm ein Weib mit einem Kind auf dem Arm. Der Mann war offenbar sammt Weib, Kind und Vich in dem Augenblick erstickt, wo er die Seinigen vor der Wuth des Thieres hatte schützen wollen. Die Grotten sind von ungeheurem Umfang. Gestern zählte man 760 Leichname; nur 60 Männer wurden lebend herausgebracht, aber auch von diesen starben noch 40 gleich darauf; 10 sind in sehr gefährlichem Zustande ins Hospital geschafft worden, die 10 Anderen wurden zu ihren Stäm⸗ men geschickt. Heute, den 23sten, stehen wir noch vor diesen Grotten, die man nicht ohne Entsetzen betrachten kann. Pestilen⸗ zialische Ausdünstungen dringen daraus hervor. Um 10 Uhr wird unser Lager abgebrochen. Kaum hatte die Nachricht von die⸗ fem furchtbaren Ereigniß sich verbreitet, als die ganze Dahara sich unterwarf. Von allen Gegenden her kommen Araber und liefern ihre Waffen ab; unser Lager ist mit Flinten überfüllt; die Truppen sollen daher Lebensmittel auf sechs Tage erhalten, damit Maulthiere zum Transport der Gewehre ledig werden. Man muß selbst auf dem Schauplatz gewesen sein und alle die Bemühungen gesehen haben, welche zur Vermeidung dieser Katastrophe aufgeboten wurden, um den Vorgang richtig zu beurtheilen und um zu begreifen, wie wichtig es im Interesse der allgemeinen Ruhe war, diese Leute zur Unterwerfung zu bringen. Aber die Grotten der Uled⸗Riah werden ewig in traurigem Andenken bleiben.“ Marschall Bugeaud hat in dem Moniteur algerien vom 15. Juli eine Rechtfertigung der Maßregel des Oberst Pelisster publiziren lassen.
Ueber die Frage, ob die Deputirten⸗Kammer aufgelöst werden soll, ist noch nichts vescgven inzwischen wird versichert, der Herzog von Broglie habe dem König dazu gerathen.
Die französischen Renten waren auch heute an der Börse stark
esucht und erfuhren abermals einigen Aufschwung. Die spanischen Zonde sind fortwährend ohne Umsatz und ihre Notirungen nominell. Die Eisenbahn⸗Actien setzen sämmtlich ihre steigende Bewegung fort; es hatte heute darin belangreiches Geschäft siatt. 5proz. 121 Fr. 85 C.; Zproz. 83 Fr. 60 T.; Neapel 101 Fr. 50 C.; span. akt. R. 36 ⅞; ZZproz. span. 38; Zproz. inl. 29 ⅞ pro Ende Juli, 29 ½, *% pro Ende August; pass. Sch. E 8 W11151515“
1 Paris, 21. Juli. In der heutigen Sitzung der Pairs⸗ Kammer legte Charles Dupin den Bericht der Kommission über den Gesetz⸗Entwurf, die Fabrikzeichen betreffend, vor. Marschall Soult überreicht dem Präsidenten der Kammer die Königliche Or⸗ donnanz, wodurch die Session der Kammern für 1845 für geschlossen erklärt wird. Der Präsident verliest dieselbe, und unmittelbar darauf geht die Kammer, unter dem Rufe: „Es lebe der König!“ aus einander.
Den Deputirten wurde die Ordonnanz durch den Minister der öffentlichen Arbeiten bekannt gemacht. Der Präsident gab im Namen der Kammer und dem Reglement gemäß dem Minister verlas dann den Artikel der Charte be⸗ züglich der Schließung der Kammern und erklärte, da die Session
egchlossen sei, so habe die Kammer unverzüglich auseinanderzugehen. as Uebrige wie oben.
x Paris, 21. Juli. Wir haben neue Nachrichten von der spanischen Gränze, welche definitiv die Gerüchte wegen des angeb⸗ lichen Ausbruches von Unruhen zu Pampelona widerlegen. Aber alle Berichte aus dieser Stadt selbst deuten darauf hin, daß die Reise der Königin Isabella nach Navarra und den baskischen Provinzen, wo sie noch Seebäder gebrauchen sollte, unterbleiben wird. Zu Sa⸗ ragossa, Tudela und Pampelona, aus welchen drei Städten heute direkte Nachrichten angelangt sind, waren die beunruhigendsten Ge⸗ rüchte über den Zustand von Catalonien im Umlauf. Ein neuer Beweis, daß der Besuch der Königin zu Pampelona unterbleiben wird, liegt in der Thatsache, daß ein bayonner Handlungshaus, welches Aufträge zur Lieferung verschiedener Geräthe hatte, die zur Ausstat⸗ tung und Schmückung des Hotels der Königin zu Pampelona bestimmt waren, von dort aus Weisung erhalten hat, die Absendung zu unterlassen. Der General⸗Capitain der baskischen Provinzen, Don Jose de la Concha, wußte aber nach den neuesten Briefen von der Gränze vom 17ten noch gar nichts von einer Aenderung im Reiseplan der Köni⸗ gin und fuhr noch fort, Anstalten zu ihrem Empfange zu treffen. Am 15ten war der General⸗Capitain der baskischen Provinzen mit zwei Provinzial⸗Bataillonen zu Hernani angekommen und vertheilte sie von Toloso, dem jetzigen Hauptort der Provinz Guipuzcoa, bis St. Se⸗ bastian und Passages, um die Straße zu decken, welcher die Königin auf ihrem Wege von Pampelona nach St. Sebastian folgen mußte. Von Hernani hatte sich General Concha nach St. Sebastian be⸗
eben und wurde am 19ten zu Irun erwartet; auch General Breton, efehlshaber zu Saragossa, hatte noch für jeden Fall Anstalten zum Empfange der Königin und Sicherung der Straße für die Reise der⸗
selben im Bereiche seines Distriktes treffen lassen. nabemnse uhie
Großbritanien und IJrland.
Oberhaus. Sitzung vom 21. Juli. Die Ueberreichung einer Petition durch den Herzog von Richmond, worin um eine Ehrenbezeugung für die noch lebenden Veteranen des Halbinsel⸗Krie⸗
ges gebeten wird, veranlaßte zu Anfang der Sitzung eine kurze Dis⸗
kussion über die Verdienste dieser Leute. Der Herzog von 9 lington indeß erklärte, daß, so wie er stets geneigt gewesen die Verdienste der unter seinem Befehl stehenden Truppen zur niß des Souverains und der Regierung zu bringen, auch dir sprüche der Halbinsel⸗Armee nicht übersehen worden wären; hieh habe sechzehnmal den Dank des Parlaments erhalten; bei n inj verschiedenen Gelegenheiten wären Medaillen geschlagen und diese an 1300 Ofsiziere vertheilt worden; endlich hatten mehrere Mital des Hauses ihrer in diesem Kriege geleisteten Dienste wegen s Pairswürde erhalten, nicht zu gedenken der mannigfachen Eh Bezeigungen, deren sie von auswärtigen allüirten Mächten theis geworden wären. Nachdem der Marquis von Londondern Ansicht des Herzogs getheilt hatte, ließ man den Gegen fallen, und Lord Stanley beantragte hierauf, der Tagee nung gemäß, die zweite Lesung der irländischen Univerjith Bill. Es erfolgte darüber eine ziemlich ausgedehnte“ batte, welche indeß nach der erschöpfenden Behandlung i Frage im Unterhause sich auf Wiederholungen der Argumente und wider die Maßregel beschränken mußte. Der katholische von Shrewosbury war der erste, welcher sich der Bill wide und zwar aus dem bekannten Grunde, weil dieselbe ein irrelg Erziehungs⸗System herstelle. Lord Brougham widerlegte Ansicht in glänzender Rede, und ihm pflichteten bei der M. von Lansdowne, irländischer Pair, die Lords Clifforh Beaumont und der Bischof von Norwich. Der Graf Carnarvon theilte die Ansicht des Grafen Shrewsbury. Thß wurde darauf ohne Abstimmung zum zweitenmale gelesen.
Unterhaus. Sitzung vom 21. Juli. Die (gestim wähnte) Bestechungs⸗Angelegenheit in Betreff eines dem Parhag vorliegenden Eisenbahn⸗Projekts wurde heute sogleich von e Hawes angeregt, welcher zu wissen verlangte, was die Reha darin veranlaßt habe. Sir R. Peel erklärte, er habe den daß des Untersuchungs⸗Comité's in sorgfältige Erwägung gezogen n. für seine Pflicht gehalten, Ihrer Majestät zu rathen, die eingem Entlassungen des Capitain Boldero und des Herrn Bonham amg men, daß ferner das Feldzeug⸗Amt Herrn Hignett, den Anwalt ih ben, sofort entlassen und Herrn Wray, den General⸗Einnehmn Metropolitan⸗Polizei, welcher zur Ausstellung von Zeugnissen sie Nothwendigkeit der projektirten Bahn mitgewirkt hatte, gewarnise sich vor ähnlichen Eingriffen in fremde dienstliche Sachen zu si Capitain Boldero sprach, sichtlich in großer Verlegenheit, einige Worte zu seiner Rechtfertigung, worauf man bald den h stand fallen ließ und eine von Herrn Ward eingereichte Petitz⸗ Neuseeland⸗Compagnie die Aufmerksamkeit des Hauses auf diß wickelte Frage lenkte. Die Compagnie spricht in der Petitic Wunsch und die Bitte aus, daß das Haus nicht auseinanderg möge, ohne etwas beschlossen zu haben, was zur Beschwichtigung unter den Kolonisten herrschenden Besorgnisse beitragen, das Vertrau der Compagnie und dadurch die Ruhe und Sicherheit auf der Insch derherstellen könnte. Herr Charles Buller ließ diese Gelegenheit unbenutzt, um unter Bezugnahme auf die jüngsten Ereignisse nochmaltf früber schon gegen die Regierung erhobenen Anklagen zu wiederz Er berichtete die mit der Zerstörung von Kororarika in Verbul stehenden Umstände, belobte den eingeborenen Häuptling Heki se Ritterlichkeit in der Kriegführung wegen und stellte die Lagt⸗ Kolonisten als sehr gefährlich dar, gegenüber den Eingeborenen, h Streitmacht in Folge des leicht errungenen Sieges und dur Aussicht auf fernere Beute mit jedem Tage wachse. So sei die derlassung Wellington, mit 4 bis 6000 Kolonisten, welche ein Ka von 2 Mälionen Pfd. angelegt haben, von wenigstens 8000 Er borenen umzingelt, welchen nur 50 Soldaten entgegengestellt wa könnten, indem der übrige Theil nach Auckland gezogen wäre. C. Buller machte für diesen Zustand die Regierung verantwortlich, dag Stanley durch seine Politik das Unheil, einen Kampf der Racen, her führt habe; er schloß alsdann mit dem Antrage, „daß das Haus mit dauern und Besorgniß den Zustand der Dinge in Neu⸗Seelan trachte, und daß diese Betrachtungen noch viel beunruhigender den bei dem Mangel jeder bestimmten Aussicht auf eine Aende der Politik, welche zu so unheilvollen Ergebnissen geführt hal Herr Hope, der Unter⸗Staats⸗Secretair im Kolonial⸗Ant, su Lord Stanley durch eine detaillirte Auseinandersetzung des Verh) nisses der Regierung zur Compagnie von jedem Vorwurf zu befte und zeigte aus verschiedenen Depeschen einestheils, daß in Aucl die Ankunft der Truppen vor Sidney die Gemitther bereits! higt habe und die Kolonie Wellington durch den Ersatz der M. schaft geschützt sei, anderentheils, daß die gefürchtete allgemeine! einigung aller Stämme der Eingebornen wohl nicht statt inden y Uebrigens habe Lord Stanley weiter nichts gethan, als im Geist Instructionen des vorigen Kolonial⸗Ministers, Lord John Russel handelt, welcher den Besitztitel der Eingebornen auf ihre Ländereieng kannte und so den Vertrag von Waitangi schon vorbereitet hat.“ dem Herr Roebuck gleichfalls das gegenwärtige System der nial⸗Verwaltung getadelt und der General⸗Prokuraton rechtliche Seite der Frage zu Gunsten der Regierung auseine gesetzt hatte, sprachen noch Sir R. Inglis und Herr Aglion worauf die Debatte vertagt werden mußte.
London, 22. Juli. Die Königliche Familie ist am . abend Nachmittag nach Osbornehouse auf der Insel Wight . angen. Seine Majestät der König von Holland wird in dieser! noch hier erwartet, und zwar soll die Ankunft des Monarta Donnerstag erfolgen. z
Ein Korrespondent des Buffalo Commereial Abvetl sagt: „Der Veteran M'Leod, welcher an der letzten kanadische volution einen so thätigen Antheil nahm und seit 1837 bei w Verbannung lebte, hat von Sir Ch. Metcalfe, Gouverneur vor nada, einen unbedingten Pardon erhalten. General MoLech einer von den patriotischen Leitern des Aufstandes, welche vi durch Lord Durham 1839 bewilligten General⸗Amnestie ausgesch wurden. Während seiner Verbannung hat der General eine schichte der kanadischen Revolution veröffentlicht. Der dem M Leod bewilligte, obschon nicht geforderte Pardon wird allen dischen Reformern eine allgemeine Genugthuung und ohne 8 ein Anwuchs für die Popularität Der General wird jetzt zurückkehren thum wieder Besitz nehmen, nachdem er in der Verbannung muth und Mühsal erlitten hat.“ e1““
92 389
29 e 1 g i 8 n. 11““
Brüssel, 22. sis Aus sonst gut unterrichteter Outli dem Observateur folgende neue Zusammensetzung des Ministe als befinitiv mitgetheilt worden: Fürst Chimay für die auswir Angelegenheiten, Dechamps für das Innere, d'Anethan fil Justiz, Mercier für die Finanzen, von Hoffschmidt für die öffent Arbeiten, Dupont für den Krieg. Die Minister d'Anethan, 9 und Dupont würden also in ihren Stellen verbleiben. Gelegentlich der gestrigen vierzehnten Jahresfeier der besteigung König Leopold's erfolgte eine große Beförderung i
1
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und von seinem großen
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ei größter Schnelle und durchsucht gebbung, ohne jedoch etwas weiter entdecken zu können.
P gehegter Erwartungen eben so schnell und
des Sir Charles Metralfe
Ueen Tagespresse
zmee; zu General⸗Lieutenants sind der General⸗Major Langer⸗
aann, Brigade⸗Commandeur in der 1sten Infanterie⸗Division, und
eneral⸗Major de Liem, General⸗Inspektor der Artillerie und Ad⸗ tant des Königs, zu General⸗Majors die Obersten Pletinckx, gertens, Dutilleul, von Cruquenbourg, van Mons, Petithan, Cha⸗ die, Capiaumont und Borremans ernannt.
Der Marquis von Douro, ältester Sohn des Herzogs von Wel⸗ gion, und Lord Ponsonby sind von London hier eingetroffen; Er⸗ mr begiebt sich nach Spaa.
Eben so, wie die Milch, wird auch die Butter, welche nach den sggischen Städten zu Markte kommt, von der Polizei häufigen Un⸗ suchungen unterworfen, um Verfälschung derselben zu bestrafen. ieser Tage fand sich in der Butter, welche ein Bauer nach Brülssel reingebracht hatte, eine Quantität von 550 Grammes Kartoffel⸗ ol eingemengt.
sSchweiz.
Kanton Luzern. Ein schwarz berandetes Extrablatt der taats⸗Zeitung vom 20. Juli Abends bringt die Botschaft:
Vater Leu ist gemeuchelt! Das Blatt leitet seine Betrachtun⸗ n über dies schauderhafte Ereigniß mit folgenden Worten ein: hroßrath und Erziehungs⸗Rath Joseph Leu von Ebersol, der Mann, lchem jeder wahre Eidgenosse in allen Gauen des Vaterlandes die diente Achtung zollte, der Mann, welchem der Kanton Luzern seit hren so Vieles verdankt, den das Volk wie einen Vater ehrte, hte, dieser Mann, in Wort und That treu der Kirche wie der Ver⸗ ung, wurde in der Nacht vom 19ten auf den 20sten d. M., † nach Uhr, in seicsg Bette schlafend, durch einen Pistolenschuß in das rz ermordet.“
Die Polizei⸗Direection von Luzern sagt in der öffentlichen Be⸗ ntmachung über den Mord unter Anderem: „Der 1 ist bis t unbekannt. Wer über die Person des Thäters bestimmte Indi⸗ beibringen kann, dem wird eine Belohnung von 2000 Schweizer⸗ nken zugesichert. Für die Entdeckung und Einbringung des Meu⸗ mörders selbst verspricht die Regierung des Kantons Luzern eine simie von 6000 Schw. Fr. Sämmtliche Beamte und Bedienstete den ersucht, zur Entdeckung des Mörders mitzuwirken und allfällige zeigen der Polizei⸗Direction zugehen zu lassen.“
Die Vermuthung, daß dieser Mord an dem geachtetsten und glußreichsten Manne des Kantons Luzern ein sog. politischer sei, liegt ser sehr nahe! Und doch — es sträubt sich mit aller Macht das Gefühl en eine solche Annahme. Sollte wirklich auch in der Schweiz eine von so tief, so entsetzlich tief gesunken sein, daß sie vor dem hesten und verworfensten der Mittel, einen politischen Gegner un⸗ dlich zu machen, nicht zurückschaudert! 1 a Fhe. 2
3 6 E“ Griechenland.
Athen. Ueber den Mordanfall auf den General⸗Major Janis bgjannis (S. Allg. Pr. Ztg. Nr. 200.) enthält die Leipziger itung Folgendes : „Das neueste, auf das Leben des General⸗ sors Janis Makryjannis verübte Attentat bildet jetzt das Tages⸗ präch hiesiger Residenz. Die näheren Umstände dieses Vorfalles folgende. Wie es in heißen Ländern zur Sommerzeit üblich ist, auch hier in Athen, schlafen sehr viele Eingeborene Nachts im sjen, entweder auf Terrassen, Balkonen u. s. w. die Reicheren, oder den Häusern, auf der Straße selbst, die Aermeren. Auch Ma⸗ annis, dieser Gewohnheit huldigend, schlief in der Nacht vom 3ten
den 4. Juli auf der Terrasse seines Hauses, welche, vom ersten ock ausgehend, die Richtung nach seinem anstoßenden Garten hat, mit einer niedrigen Umfassungsmauer umgeben ist. Mit ihm auf selben Terrasse schliefen noch 4 Personen, nämlich 2 Phalanx⸗ jiere, Athanasios Koklas und Dionysios Panusis (Bürgermeister
Megara), und 2 Leute aus dem Hause. Um 1 Uhr nach Mitter⸗ ht steht Makryjannis auf, um in den Garten hinabzusteigen, als blich von der Seite der Gartenmauer her mehrere Pistolenschüsse ihn abgefeuert werden; er antwortet sogleich durch die Abseue⸗ g zweier Pistolen, welche er im Gürtel bei sich führte, jedoch, sen Dunkelheit und plötzlicher Bestürzung, ohne Erfolg; nur so kann er entdecken, daß längs der Gartenmauer mehrere Personen, scätzte sie auf 5 — 6, eilig nach den Ruinen des Jupiter⸗Tempels vvon da in das nahe Flußbett sich flüchten. Seine Umgebung, hh die Pistolenschüsse aus dem Schlafe aufgeschreckt, bewaffnet den Garten und dessen nächste Kurze darauf langte auch der Oberst Jani Kostas mit einer Abtheilung ngipal⸗Wache in Makryjannis' Haus an, ohne jedoch in seinen Fsetschungen glücklicher sein zu können.“
0 München, 21. Juli. Die griechischen Posten vom 6ten 40ten jedes Monats folgen sich zu rasch, als daß man mit der ten nezelmäßig Nachrichten von Belang erwarten dürfte. Gleich⸗ 1 war hier in München nach der größeren Verbreitung der mit füngsten Post vom 6. Juli eingetroffenen Briefe eine große Neu⸗ de auf den Inhalt der Mittheilungen vom 10ten erregt worden. haben schon vor einigen Tagen darauf hingewiesen, daß das htigste, was uns die Briefe vom 6ten gemeldet, darin bestehe, die von vielen Griechen und Nichtgriechen gehegte Hoffnung auf einen issen Umschwung der Dinge in Folge der Rückkehr des Herrn Piscatory terfüllt werden zu wollen scheine. Wie sich die Extreme überall so gern hren, so scheint man nun aus dieser Nichterfüllung gewisser vor⸗ grundlos auf die öglichkeit einer aufrichtigen Vereinigung derjenigen Männer ge⸗ isen zu haben, die dermalen auf den Gang der Geschicke Grie⸗ sands unverkennbar den wesentlichsten Einfluß üben. In mehre⸗ nachträglich bekannt gewordenen Briefen wird nämlich darauf sewviesen, daß in Athen Jedermann in der. größten Spannung „da man sich nothwendig als am Vorabend einer entscheidenden acsrophe lebend betrachten müsse, nachdem Herr Piscatory nur dergekommen sei, um mit allen Kräften die herrschenden Minister unterstützen, während Sir Edmund Lyons fortfahre, Alles zu thun, die Zügel der Regierung wieder in die Hände seines Schützlings nokordatos zu bringen. Dazu meldeten noch einige Briefe, daß ig Otto auch nach der jüngsten Erholungsreise noch nicht so voll⸗ inen wohl sei, wie man wünschen müsse. Endlich wollten Mauche Lin Briefen aus Triest, die sie angeblich gestern erhalten, eben⸗ Andeutungen darüber gefunden haben, 8,9 es, trotz aller schein⸗ Ruhe in Griechenland, demnächst wieder zu einem gewaltsamen nuch kommen werde. Bei näherer Erkundigung erfährt man, die Verfasser der fraglichen Briefe den Privathader zwischen Grivas und den Strotvs nebst ihrem beiderseitigen Anhange als bauptgrund für die zu hegenden Befürchtungen ansehen. Aller⸗ gs ist dieser Hader, da er zugleich zu einem heftigen Streit zwi⸗ u den Auhängern bes regelmäßigen und unregelmäßigen Militairs hhen worden ist, kein alltäglicher mehr, sondern hat namentlich im rund in der Hauptstadt allseitige Aufregung hervorgebracht. Aber Mittheilungen aus zuverlässiger Quelle gehen dahin, daß ihm hl nicht jene Wichtigkeit beizumessen sei, die er nach der grie⸗ haben müßte, wenn dieser mehr daran läge, uns ihren eigentlichen Lesern Thatsachen zu berichten, als Skandale Privatzwecke auszubeuten. Zuletzt wird in diesem Hader
— 2 bergesgbihn Kom faͤllen können, die Veranlassung zum Stzeit wird in Vergessen⸗ 8 E in beiden wird q wie P nicht einmal wissen, warum man sich eigentli egenseitig befehdet hat. Auch auf die als ein Anzeichen für dich gegensei Paucf 8 geführten neuen Absetzungen von Staats⸗Beamten und auf die vor⸗ aussichtlichen Raufscenen bei den neuen man sich gewiß mit Unrecht; denn die ersteren sind nur eine Fort⸗ durch die Abgeordneten⸗Kammer herbeigeführten jüngsten 1 ungs⸗Maßregel gegen die Heterotochthonen, und die letzteren d alljährlich in Griechenland so durchgängig üblich, daß sie für Niemanden etwas Auffallendes haben, als für den, welcher die grie⸗ chischen Zustände überhaupt nicht kennt. Dagegen mag allerdings seit der Rückkehr des Herrn Piscatory manches andere Merkmal wahrnehmbar geworden sein, aus welchem auf eine immer größere Thä⸗ tigkeit der Oppositions⸗Parteien geschlossen werden muß, denen trotz des Ranges, welchen Maurokordatos unstreitig noch immer einnimmt, doch auch jetzt noch das eigentliche Haupt zu fehlen scheint. Aus dem letzteren Umstand wollen Viele, die an Ort und Stelle den Dingen folgen können, auch die große Schonung erklären, mit welcher Metaxras von der Opposition behandelt wird, während diese gegen Kolettis keine Gränze der Rücksichten mehr kennt. Nicht minder möchte man die Rührigkeit des Helden vom 15. September 1843, des General Kalergig, als bedeutungsvoll bezeichnen dürfen. Durch den Straßen⸗ Auflauf im August v. J. aus Athen und momentan von allem Ein⸗ flusse verdrängt, wird sein Name jetzt wieder häufiger denn je genannt und sein Streben als ein nicht sowohl dem Interesse der Maurokor⸗ datisten ausschließend gewidmetes bezeichnet, sondern als ein lediglich gegen die bestehende Regierung gerichtetes, gleichviel, wen ein neuer Umschwung an die Spitze bringe. Dessenungeachtet haben sich alle ge⸗ hegten Befürchtungen bis jetzt wenigstens als unbegründet oder doch als voreilig und ühertrieben erwiesen, und es steht sogar zu hoffen, daß der Zwischenraum bis zum Abgang der Post vom 22. Juli vorüber⸗ gehen werde, ohne daß die Mittel erschöpft sind, durch deren Anwen⸗ dung sich bis jetzt Kolettis erhalten hat. ö1“ Türkei.
Konstantinopel, 9. Juli. In Bezug auf die vor vier Wochen auf dem österreichischen Dampfschiffe „Imperatrice“ vorge⸗ fallene Mordscene hat die Pforte folgendes vom 3. Juli datirtes Memoire an die fremden Gesandtschaften gerichtet:
„Wie Ihnen bekannt ist, Herr Gesandter, haben zwei Individuen, die sich auf dem untersten Platze des österreichischen Dampfschiffs „Impera⸗ trice“, auf dessen Fahrt von Sinope, befanden, während der Ueberfahrt mehrere Passagiere dieses Schiffs verwundet und getödtet. Die Regierung Sr. Hoheit hat Anlaß gehabt, zu bemerken, daß sich seit einiger Zeit ähn⸗ liche Verbrechen sowohl am Bord de Dampf- als der Handelsschiffe zu⸗ tragen, und hat es für nöthig erachtet, Repressiv⸗Maßregeln dagegen zu treffen, welche fest zu handhaben sein werden. Es ist bestimmt worden, daß fernerhin jedes Individuum, welcher Nation es auch angehöre, das sich auf einem Dampf⸗ oder Segelschiffe einschiffen will, auf dem Fahrbillet, das es von dem Schiffsagenten zu beziehen hat, die Waffen, die es bei sich trägt, bis auf sein Taschen⸗ messer, wenn es von einer bestimmten Größe ist, eintragen lassen muß. Bei dem Einschiffen der Passagiere werden die Waffen, in Gemäßheit jeder Liste, bei dem Schiffs⸗Kommisfar konsignirt, und dieser wird sie, nach den⸗ selben Listen, den Reisenden bei dem Ausschiffen aushändigen. Wie man mit dieser Maßregel schon in Betreff der osmanischen Schiffe den Anfang hat, so werden Sie ersucht, Herr Gesandter, den Unterthanen Ihrer
egierung anzuzeigen, daß sie sich Dem zu unterwerfen haben, so wie die geeigneten Befehle an die Betreffenden zu ertheilen, damit sie auf den Dampf⸗ und Segelschiffen unter der Flagge Ihrer Regierung beobachtet werden.“
Vereinigte Staaten von UNord-Ameriha.
New⸗York, 18. Juni. Der Anzeiger des Westens vom 31. Mai enthält Folgendes über die Bewegung nach Oregon: „Die diesjährigen Oregon⸗Karawanen haben bereits ihren Abzug begonnen. Drei Compagnieen passirten die Indianer⸗Agentur von Great Nemaha. Die erste Compagnie am 4. Mai, bestehend aus 176 Personen männlichen und 117 weiblichen Geschlechts, Anführer Capitain Everett. Die zweite Compagnie passirte am 6. Mai, 166 Personen männlichen,
117 Personen weiblichen Geschlechts, Anführer D. Luther; die dritte Compagnie passirte am 10. Mai, 60 Männer, 100 Weiber und Kin⸗ der, Anführer Capitain Parker. Zusammen 736 Personen, worunter beinahe die Hälfte waffenfähige Männer. Die Compagnieen führ⸗ ten mit sich: Zugochsen 1148, Schlachtvieh 1228, Wagen 165, Pferde und Maulthiere 211, Feuerwaffen 334 Stück. Diese Com⸗ pagnieen bilden nur die Avantgarde des Haupt⸗Corps, welches sich von Independence aus in Bewegung setzt.“
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Eisenbahn ..a.
In einem Korrespondenz⸗Artikel der Kölnischen Zeitung werden über die Arbeiten an der thüringenschen Eisenbahn verschie⸗ dene Einzelnheiten mitgetheilt, von denen folgende herauszuheben sein dürfte: „Die Tagelöhner bei den Feldarbeiten sind sehr selten ge⸗ worden, weil die meisten die Beschäftigung bei der Eisenbahn vor⸗ ziehen, welche zwar anstrengender ist, aber auch höheren Lohn, unter Umständen wohl bis auf 5 Rthlr. wöchentlich, bringt. Von vielen Tausenden betrieben, schreiten die Arbeiten merklich vorwärts. Die meiste Aufmerksamkfeit widmete man bis jetzt den schwierigsten Punk⸗ ten und den zeitraubenden Wasserbauten. So ist z. B. die große Brücke über die Saale bei Weißenfels an einigen Pfeilern bis an den Wasserspiegel heraufgebaut; diese Brücke erhält sechzehn Bogen, und eine zweite, von Gußeisen, wird über den Mühlgraben gebaut. Die östlich von Weißenfels gelegenen Wein⸗ berge werden in der Mitte durchschnitten, wobei auch das Weinbergs⸗ häuschen mit abgetragen wird, in welchem Napoleon auf seinem Rück⸗ zuge nach der Schlacht von Leipzig übernachtete. Bei Scopau, wo ebenfalls die Anlage einer Brücke nöthig ist, bot das Saalbett keinen festen Grund, weshalb man zum Einrammen von Pfählen schreiten mußte. Da die Bahn ihre Richtung das Saalthal entlang erhält, so werden mehrere Uebergänge nöthig; indessen hat man zwischen Naumburg und Schulpsorta einen bedeutenden Brückenbau da⸗ durch umgangen, daß ein ziemlich weiter Bogen des Saal⸗ bettes abgeschnitten und diesem Flusse ein anderer Lauf an⸗ gewiesen wird. Bei dem Badeorte Kösen sind die Brückenpfei⸗ ler zum Theil schon fertig, wie denn auch weiter nach Sulza hin die Arbeiten fleißig betrieben werden. Bei Apolda, wo ein sechzig Fuß hoher langer Damm aufgeführt werden muß, fand sich eine sumpsige Stelle, welche die Legung eines Rostes erheischt. Eben so ist man dort mit dem Bau eines großen Viadukts beschäftigt, zu welchem kürzlich der erste Grundstein gelegt wurde. Auch weiter aufwärts, nach Weimar hin, arbeiten einige Tausend Menschen. Oberhalb dieser Stadt, wo an einem etwa 70 Fuß tiefen Einschnitte gegraben wird, ist man auf ein hartes, ausgedehntes Steinlager gerathen, das nicht anders als durch Sprengen mit Pulver zu entfernen ist; bei dieser gefahrvollen Beschäftigung sind schon mehrere Arbeiter verunglückt.
Niederschlesisch -Märkische Eisenbaho. Auf der Strecke der Niederschlesisch -Märkischen Eisenbahn von Breslau pach Liegnitz sind vom 13. bis incl. 49. Juli 4821 Personen befördert worden.
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Bürgermeister⸗Wahlen beruft
Handels- und Börsen-Nachrichten. Borlinor Börse.
Den 26. Juli 1845.
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Wechsel- Cours.
Kurz 2 Mt. Kurz 2 Me.
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Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss. 100 Thlr.
Frankfurt a. M. südd. Wü 100 FI. 2 Mt. — Petersbaurwg ³³ 100 sSRblI. 3 Woch. 107 ¾
Auswärtige Börsen.
Amzterdam, 22. Juli. MNiederl. wirbl. Sch 63 ⁄6h. 5 % 40. —. 5 % Span. 23 ¼ 3 % do. 39 ⅞. Ausg. —. Pass. 7. Zinsl. 7 ½. Preugs. Pr. Secb. —. Pol. —. Oesterr. —. 4 % Ruass. Hope 94 ½
Antwerpen, 2l. Jali. Zinal. —. Neue Aul. 22 †⅞.
Fraukfurt a. M., 23 Jali. 5 % Met. 115 ⅞ G. 2006. Bayr. Bank -Actien 752 Br. Hope 92 ½ G. Stiegl. 90 ⅞ G. Poln. 200 Pl. 101 G6. do. 560 Fl. 87 ½. 40. 200 Fl. —.
Hamburg, 24. Juli. Hank-Actien 1650. EBngl. Russ. 114 Br.
Paris, 21. Juli. 5 % Rente dn cour. 121. 85. 3⁰⁷ Repte ün cour. 83 50. 5 % Neapl. —. 59% Span. Rente —. Pass. —.
Wien, 22. Jali. 5 % Met. 114 ½. 4 9% 102 ⅞. 3 % 78 ½¾. Bank-Aetien 1629. Anl. de 1834 159. de 1839 130. No- db. 211 ½. Gl1oeggsn. 159 ½. Mail. 137 5½. Livorn. 126 ⅞.
Bank-Aetien p. ult. Int. 62 ⅞.
chung.
— zu bestimmen geruht, daß die auf Allerhöchsten Befehl in England angekauften großen Teppiche, nach Raphael's Cartons, zum Besten des hiesigen Klein⸗Kinder⸗Hospitals öffentlich ausgestellt werden. Diese Teppiche, neun an der Zahl, werden daher von Montag den 28sten d. M. ab, während der näch⸗ sten drei Wochen, glso bis zum 17. August einschließlich, täglich von 11 bis 5 Uhr, Sonntags von 11 bis 2 Uhr, im Königlichen Schlosse Monbijou ausgestellt sein. Der Eintrittspreis beträgt 5 Sgr., doch soll hierdurch der Mildthätigkeit keine Schranke gesetzt sein.
Berlin, den 25. Juli 1845.
Bekanntma Des Königs Majestät haben
Meteorologische Beobachtungen.
1845. V Nachmittags Abends
Nach einmaliger Beobachtung.
Morgens
25. Juli. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr.
Lafidraek 335,85 ⁄Par. 336,007/P ar. 336,03Par. Lostwärmge +. 12,9° n. + 18,92 k. 16,5°9 R. Thaupuskt. + 10,02 n. + 10,3° n. 10,2“ . Duunstsättigung 80 pet. 52 pct. 61 pCt. heiter. bewölkt. bewölkt. W. W. W. Wärmeweebsel + 19,1° Wolkenzug... — W. — + 13,30 n. Tagesmittel: 335,960"Par... + 16,12 n. P† 10 2 ° K. 64 pCt. W.
Königliche Schauspiele.
Sonntag, 27. Juli. Im Opernhause. Mit aufgehobenem Abon-⸗ nement. Zum erstenmale wiederholt: Die Kreuzfahrer, große Oper in 3 Abth., nach Kotzebue's Schauspiel. Komponirt von L. Spohr. Anfang halb 7 Uhr. 1
Zu dieser Vorstellung werden Billets zu den gewöhnlichen Opern⸗ haus⸗Preisen verkauft.
Im Königl. Sönhß Thrazer zu Charlottenburg: Das Liebes⸗ Protokoll. (Herr Döring: Banquier Müller.) Hierauf: Solotanz. ¹) Masurka, getanzt von Mad. Brue. 2) Polka, ausgeführt von Dlle. Polin und Herrn Gasperini. Anfang halb 7 Uhr.
Billets für die Vorstellungen des Königl. Schauspiels zu Char⸗ lottenburg sind his zum Tage der Vorstellung, Mittags 1 Uhr, im Billet⸗Verkaufs⸗Büreau des Schauspielhauses zu Berlin und Abends im Schloß⸗Theater zu Charlottenburg an der Kasse zu haben.
Montag, 28. Juli. Im Schauspielhause. 120ste Abonnements⸗ Vorstellung. Zum erstenmale wiederholt: Zwei Tage aus dem Leben eines Fürsten, Lustspiel in 4 Abth., von Deinhardstein. Herr Döring Herr von Kuh von Kuhdorf.) Hierauf: Der Scha gräher.
Dienstag, 29. Juli. Im Opernhause. 90ste Abonnements⸗ Vorstellung: Die Großmama, Lustspiel in 1 Akt, von Kotzebue. (Neu einstudirt.) Hierauf: Der Schutzgeist. Anfang halb 7 Uhr.
Zu dieser Vorstellung werden Billets zu den gewöhnlichen Opern⸗ haus⸗Preisen verkauft. v 8
— M 1“] Königsstädtisches Theater.
Sonntag, 27. Juli. Die falsche Primadonna. Posse mit Gesang in 2 Akten, von Bäuerle. Nach dem ersten Akt: Chlowanka, böh⸗ mischer Nationaltanz, ausgeführt von der Familie Fenzl, Herrn Reisinger und Dlle. Bitschofsky. Nach dem zweiten Akt: Ungarisches Pas de deux, getanzt von Franz und Sophie Fenzl. Zum Schluß: Elf Mädchen in Uniform. (Herr Joh. Nestrop, im ersten Stück: Lustig, im zweiten: Sansquartier, als Gastrollen.)
Montag, 28. Juli. Ein Abend, eine Nacht und ein Morgen in Paris, Vaudeville in 4 Bildern, nach dem Französischen: „Paris la nuit“, von Friedrich Kaiser.
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen. Gedrugkt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei.
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Quellwärme 7,70 R. Flusswärme 19,12° R Bodenwärme 19,4° R Ausdäünstung 0,010 Rh. Niederschleg 0,029 Rh.