1845 / 223 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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nicht an Irrthümern in den Urtheilen und Vergleichungen desselben, doch zeigt sich im Ganzen mehr Unbefangenheit und Anerkennung, als man sonst, dem Auslande gegenüber, in der Presse Frankreichs zu finden ewöhnt ist. „Die deutschen Regierungen“, heißt es in diesem Artikel unter nderem, „unterstützen die industrielle Bewe ung aufrichtig und mit unge⸗ meiner Einsicht. Der deutsche Kunstfleiß 1” neuer als der französische, er gebietet über minder bedeutende Kapitalien; indeß haben mehrere Umstände zusammengewirkt, um einigen Zweigen der deutschen In⸗ dustrie einen Grad von Vollkommenheit zu geben, der demjenigen, welcher die unsrige auszeichnet, wenigstens gleichkömmt. Unter den Ursachen, welche am meisten Einfluß auf den Stand der Industrie üben, kann man den Umfang des Marktes in erste Linie stellen. In dieser Beziehung hat der Zoll⸗Verein Frankreich nichts zu benei⸗ den. Was den deutschen Arbeiter betrifft, so ist er weit unterrichteter, als der französische. Arbeiter, die weder lesen noch schreiben können, sind in Deutschland selten. Ueberall giebt es dort Handwerker⸗Schulen; die Fa⸗ brikanten spornen sich unter einander an; sie sind bemüht, sich selbst und ihre Arbeiter zu vervollkommnen; es läßt sich nicht zweifeln, die produktive Fähigkeit des deutschen Arbeiters wird sehr bald derjenigen des französischen gleichkommen. Nach den allgemeinen Nachweisungen kann man sich eine Idee von der Zukunft des Zoll⸗Vereins machen: offenbar verspricht diese glänzend zu werden. Der Zoll⸗ Verein wird viele Gegenstände, unter anderen Gewebe aller Art, die er jetzt noch aus der Fremde bezieht, bald selbst produziren, nicht nur zum eigenen Verbrauch, sondern auch zur Ausfuhr. Mit einem Wort, der Joll.Verein ist eine große industrielle Macht, die bestimmt scheint, mit Frankreich und England zu wetteifern. Die Manufakturen des Vereins auf der einen Seite, die der Vereinigten Staaten auf der anderen, dürften sehr bald Franzosen und Engländern, die bisher in der Handelswelt, wie in den Regionen der Politik, das Gesetz zu geben gewohnt waren, wenigstens das kommerzielle Gebiet streitig machen. So viel ergiebt sich aus den Berichten der Herren Legentil und Goldenberg. Es sind aber diese Berichte nebenbei sehr reich an einzelnen Notizen von ungemeinem Interesse für Alle, die zu erfahren wünschen, auf welchem Punkt unsere Mitbewerber auf der industriellen Laufbahn stehen, nach der sich die civilisirten Nationen in Masse hindrän⸗ gen. Man wird allgemein den beiden Kommissarien Dank wissen, daß sie sich bereit gezeigt haben, ihre bedeutenden Privatgeschäfte zu verlassen, um jenseits des Rheins eine schwierige Forschung anzustellen, die sie mit so großer Auszeichnung vollbracht haben. Wir bedauern nur, daß ihnen nicht noch zwei Kollegen zugesellt werden konnten: ein Mecha⸗ niker und ein Chemiker; die vierfach getheilte Arbeit würde vollkom⸗ mener ausgefallen sein. Es sind in diesem Augenblicke zwei andere Industrie⸗Ausstellungen geöffnet: zu Wien für die österreichischen Staaten und zu Madrid für die Halbinsel. Spanien und Portugal benutzen den Frieden zur Aufmunterung des Kunstfleißes. Die 2 schränkung seines Budgets i inister nicht erlaubt, auch zu diesen Au gen Kommissarien abzuordnen.“

8 In einer der kleinen Städte des Limousin, wo der Herzog und die Herzogin von Nemours bei ihrer letzten Reise anhielten, hielt der Maire, der schon länger als dreißig Jahre diese Stelle bekleidet, eine

Rede an sie, welche er mit dem stark betonten Rufe: „Es lebe der

Herzog und die Herzogin von Angoulème!“ schloß, Sofort entstand

eine große Verwirrung in der Versammlung, welche den Maire we⸗ gen feinee qui pro quo in Bestürzung setzte. Der Herzog und die

Herrzogin beeilten sich, den armen Beamten zu trösten und zu beruhi⸗

gen. Es war vielleicht die nämliche Rede, die er vor 31 Jahren

gehalten hatte.

8 Man versichert, der General Bedeau werbe zum Gouverneur

des Grafen von Paris ernannt werden.

ö. Herr Schneider der Aeltere, Deputirter und Mitglied des Conseils

der Manufakturen, hat in Folge eines Sturzes vom Pferde sein Le⸗ ben verloren.

Bon Rennes schreibt man, daß die Artilleristen und Liniensolda⸗

ten, welche mehrere Tage hindurch im heftigsten Streit lagen, sich

versöhnt haben.

8 Der Sidele bedauert sehr, daß die Arbeiter die Vermittelung

des Polizei⸗Präfekten und Seine⸗Präfekten in ihren Differenzen mit

den Bau⸗Unternehmern abgewiesen häften; er erwartet nur bedauer⸗ liche Folgen von dieser Hartnäckigkeit.

Von Cherbourg ist am 3. August die Gabarre „Marsouin“ nach Havre abgegangen, um die nach Algier bestimmte Statue des Herzogs von Orleans an Bord zu nehmen und dahin zu bringen.

Herr Leon Roche hat sich in Port Vendres auf der Dampf⸗ Korpette „Titan“ eingeschifft, um die französische Ratification des Gränzvertrags mit Marokko nach Tanger zu überbringen.

Die Rente⸗Notirung war heute etwas gedrückt; auch Eisenbahn⸗ Actien sind im Preis gewichen, doch im Ganzen nur um ein Weniges. Sproz. 122. 20. 3proz. 84.40. Neapol. 102. 5proz. Span. 36 ½.

Neue Zproz. 38 ½. Innere Schuld 30 ⅛. Pass. 7. 5proz. Port. 65.

—2Ʒà Paris, 7. Aug. Wir haben heute Berichte aus Tunis vom 20. Juli. Die französische Fregatte „Lavoister“ war am 19ten von Tripolis, wohin sie geschickt worden, um Erkundigungen über den Stand der Sachen einzuziehen, wieder angekommen. Ihren Nach⸗ richten gemäß, scheint die Besorgniß des Bey vor einem Angriff Tripolis her ernstlich gegründet Türken und Albanesen, welche in kleinen Abtheilungen nach und nach zu Tripolis gelandet, gegen die Insel Scherbi bestimmt fnn Der Bey hat seinen Truppen Befehl gegeben, sich marsch⸗ ertig zu halten. Mehrere Batterieen, so wie 3000 Mann unregelmäßige Zuaven, sollten als Vortrab am 20sten nach Sfax abgehen; 50,000 Araber sollen unter die Waffen gerufen sein und gleichfalls bei der genannten Stadt sich versammeln. Am 19ten schon hatte man mit Einschiffung der Lagergeräthe begonnen, kurz Alles deutete auf nahen Beginn des Krieges. Allein die Zua⸗ ven von Tunis haben sich geweigert, auszumarschiren, man fürchtete, die Türken würden dasselbe thun, und nicht Wenige glaubten, daß ohne französische Hülfe die Krisis mit der Absetzung, wo nicht mit dem Tode des Bey endigen werde. Dieser geht selbst ab, um sich an die Spitze der Truppen zu stellen, hütet sich aber, den Landweg einzuschlagen. . 1 Die Entfernung von Tripolis nach Kabes, der ersten Stadt der Rexgentschaft Tunis, beträgt 108 Lieues, von Kabes nach Kairuan zählt man 63, von da bis Tunis 32; die ganze Entfernung von Tripolis nach Tunis auf dem Landwege beträgt sonach 204 Lieues. Um einen so langen Marsch zu unternehmen, müßte man die Sym⸗ pathieen der Bevölkerung für sich haben. Frankreich könnte übrigens mit der Truppen⸗Pivißbon von Konstantine interveniren, wenn es wollte. Ob es dazu geneigt ist, wird sich bald zeigen.

1“ Großbritanien und Irland.

uuterhaus. Sitzung vom 5. August. (Nachtrag) Aus der Rede des Ministers des Innern, welche 2 die von Lord J. Russell angeregte Diskussion über die ministerielle Politik in dieser Session hervorgerufen ward, verdient sowohl die Erklärung über die kirch⸗ iche Frage Irlands, als auch die Antwort des Ministers auf die ausge⸗ sprochenen Besorgnisse hinsichtlich der Finanz⸗ und Handelszustände des Landes, eine nähere Erwähnung. Nachdem Sir James Graham die Angriffe Lord J. Russell's gegen die Maynooth⸗ und die Universstäten⸗

von

een, mmalibang neJeh n20. oözna n

und ewiß⸗ daß die einige Tausend Minister seine Rede, mit welcher das Interesse an der Diskussion

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Bill im Einzelnen beantwortet, sprach er im Allgemeinen darüber Folgendes: 8 „Der edle Lord klagt uns an, daß wir ganz unnützerweise die beiden

roßen Fragen dem Hause zur Berathung vorgelegt hätten, welche, wie er fage früher oder später doch von der Legislatur entschieden werden müßten, nämlich die Art und Weise, wie man in Irland zur religiösen Gleichheit elangen werde, ob durch Dotirung der römisch⸗katholischen Kirche und Pleicsstelung derselben mit der protestantischen, oder durch Aufhebung der letzteren als Staatslirche. In Bezug auf diese zweite Alternative brauche ich wohl nicht erst zu sagen, daß unübersteigliche Hindernisse sich sowohl in den Ueberzeugun⸗ gen des englischen Volkes, als in denen seiner Vertreter in diesem Hause, dagegen erheben würden. Was mich anbetrifft, so kann ich mir zu keiner Zeit ein Verhältniß denken, das mich nöthigen könnte, einen solchen Vor⸗ schlag zu befürworten oder zu billigen. Die Aufhebung der protestantischen Staatskirche in Irland würde ein solcher Angriff gegen die Eigenthums⸗- rechte in jenem Lande und eine so große Verletzung der feierlichsten Ver⸗ pflichtungen sein, sie würde dem Rechisgefühl des euglischen Volkes so sehr widersprechen, daß eine solche aßregel die größten Gefahren mit sich führen müßte und nur mit Grwalt durchgesetzt werden könnte. In Bezug auf die erstere Alternative scheint es mir jetzt nicht an der Zeit, dieselbe zu erörtern. Ich habe schon oft erklärt, daß ich persönlich gegen die Dotirung der römisch⸗katholischen Kirche in Irland keine unüberwindliche Abneigung besitze, aber ich wiederhole es auch jetzt, daß jedem von der Regierung dieserhalb ausgehenden Vorschlage unter den Umständen die größten Schwierigkeiten entgegenstehen. Keine von der Regierung bis jetzt vorgeschlagene Maßregel setzt die Annahme eines solchen Prinzips voraus, welches der künftigen Berathung des Par⸗ laments durchaus offen gelassen ist. Ich weiß gewiß, daß die Ereignisse in diesem Lande darauf hinlenken müssen, diese wichtigen Fragen aufzustellen. Ich halte aber die Lösung derselben mit allen ihren jetzigen Schwierigkeiten für beinahe unmöglich. Ich weiß nicht, was im Sehg der Zeit liegt, aber ich bin darüber klar, daß es die Pflicht der Regierung, welche den Frieden des Landes im Auge hat, mit sich führt, nicht die Erörterung dieser Fragen voreilig zu beschleunigen oder gar selbst anzuregen. Der edle Lord meint, die gegen Irland befolgte Polltik habe keine Partei zufriedengestellt. Ich würde dies bedauern, wenn ich die Wahrheit der Behauptung anerkennen müßte. Unsere Politik ist die der strengsten Gerechtigkeit gewesen; doch wenn sie, von unparteiischem und standhaftem Geiste geleitet, mitten in dem Steeit der heftigsten Leidenschaften und Gefühle in Irland geltend gemacht wurde, so kann dieser Umstand doch sicher nicht dazu dienen, der Regierun

vorzuwerfen, daß sir keine Partei befriedigt habe. Es dürfte nicht nöglich sein, bei Unterdrückung der Gewaltthaten zweier streitenden Parteien eine strenge Unparteilichkeit an den Tag zu legen, ohne in gewissem Grade den Haß beider sich zuzuziehen; aber es ist der feste Entschluß der Regierung, welche mit der Verwaltung der irländischen Angelegenheiten betraut ist, standhaft auf dem Wege gleichmäßiger und unparteiischer Gerechtigkeit zu beharren und zu versuchen, wie Allen vollkommene Gleichheit bürgerlicher Rechte gesichert werde. Ich komme nun zu den Finanzen. Der edle Lord billigt im Allgemeinen die Einfommensteuer und die Zoll⸗Ermäßigun⸗ gen, aber er deutet auf drei Artikel, hinsichtlich welcher er von den befolgten Ansichten der Regierung abweicht. Nun will ich nicht mehr in diesen letzten Stunden der Session auf eine ausführliche Erörterung dieser Fragen ein⸗ gehen, aber doch erklären, daß in Betreff der Zölle für Bauholz sich jetzt ein bedeutend besserer Zustand eingestellt hat, als derjenige war, welchen wir bei unserem Amts⸗Antritt vorfanden. Der Zoll für Kolonial-Bauholz ist gänzlich aufgehoben, während der für das baltische Produkt bedeutend ermäßigt worden ist, und zwar in hohem Maße zum Vortheil des Konsu⸗ menten. Der Preis ist gleichfalls beträchtlich heruntergegangen, und die Folge davon ist ein größerer Verbrauch und eine höhere Zoll⸗Einnahme 2 Dies in Betreff des Bauholzes. Welche Wirkung hat nun die Aenderung des Zuckerzolls auf die Interessen der Konsumenten gehabt? Man möge die Politik unserer Maßregel bestreiten, und man möge sagen, es sei politisch wie moralisch falsch und mangelhaft, einen Unterschied zwischen dem durch Sklaven⸗ und durch freie Arbeit erzeugten Zucker zu machen, die Erfahrung lehrt uns, daß die getroffene Aenderung sowohl die Einnahme verstärft, als den Konsumenten Vortheile gebracht hat. Sechs Monaie Erfahrung, und zwar in der Zeit des Jahres, in welcher der Verbrauch nicht am stärksten ist, zeigten uns, daß der Verbrauch in diesen 6 Monaten sich bis auf 30,000 Tons steigerte, statt 20,000 Tons (der Hälfte von der gewöhnlichen Jahres⸗Consumtion von 40,000 Tons), daß in demselben Verhältniß die Zoll⸗Einnahme gestiegen und der Preis des Zuck. 18 im Kleinhandel⸗Verkauf seit dieser Zeit um 1 ½ Pee. pro Pfund ge⸗ fallen ist. Was der edle Lord nun gar endlich von Besorgnissen hinsicht⸗ lich der Folgen einer schlechten Aerndte und über die, wie er sich ausdrückt, beispiellos trüben Aussichten des Landes im Allgemeinen sagt, ist nun vollends ohne allen Grund. Ich muß zuvörderst bemerken, daß gegenwärtig nicht weniger als 450,000 Quarter Getraide aller Art in Vond lagern. War im Jahre 1839, als der edle Lord für die Leitung der öffentlichen Angele⸗ verantwortlich war, das Land wohl in derselben Lage? Man er⸗ aube mir, zu bemerlen, daß am 6. August 1839 nur 51,000 Quarter Korn in Bond lagerten, und daß zu derselben Zeit in der Bank von England nur 2,450,000 Pfd. St. in specie vorhanden waren, während in diesem Augenblick 16 Millionen Pfd. St. in specie die Koffer der Bank von England enthalten. (Beifall.) Hat nun zu Ende der Session von 1839 bei solchem Zu⸗ stande des Landes der edle Lord eine Aenderung in den Getraidegesetzen vorgeschlagen? hat er dies in der Session von 1840 oder 1841 gewagt? Nein, weder damals, noch in der nächsten Folgezeit, ist er mit solchem Vor⸗ schlage vorgetreten. Später verlangte er statt des schwankenden Zolles einen festen von 8 Sh., den er nach und nach bis auf 6 Sh. und 5 Sh. er⸗ mäßigte. Ich weiß sehr wohl, daß mit der zunehmenden Bevölkerung dieses Landes die Versorgung derselben mit Nahrungsmitteln immer größere Schwierigkeiten machen muß, aber ich weiß auch gluͤcklicherweise, daß die in den letzten Jahren vorgenommenen Verbesserungen unserer Ackerwirthschaft sehr groß sind und eine bedeutende Mehrerzeugung des inländischen Getraides bewirkt haben.“

„Nach einigen anderen minder wichtigen Bemerkungen schloß der

dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten begleitet, un Handlungen auswärts würden eben so gültig sein, als in Reiche. Das Haus vertagte sich gleich darauf.

Die Vollziehung des Todesurtheils gegen die zu Exeter in ker sitzenden sieben brasilianischen (nicht spani 1 wie es früher hieß) Piraten ist auf ministerielle Weisung auf worden, weil sich Zweifel über die gesetzliche Gültigkeit des erhoben haben.

In der neulich zu Glasgow abgehaltenen Versammlung der werks⸗Besitzer wurde eine Herabsetzung der Preise des Roheise 15 Shill. beschlossen, so daß es jetzt nur 65 Shill. pro Tonne was ungefähr der Satz ist, um welchen vor dem raschen Höhe der Preise willig verkauft wurde.

In einer Kohlengrube bei Merthyr Tydvill in Wales am 2. August, als gerade 150 bis 200 Arbeiter, Erwachsen Knaben, darin beschäftigt waren, unter furchtbarem Knalle eine Exploston, welche 29 Menschen das Leben kostete. Nur mit Anstrengunz und Gefahr für die Rettenden, da die Luft Grube noch so giftig war, daß sie mehreren der Hinabstei Ohnmachten zuzog, konnten die übrigen Verunglückten aus der emporgebracht werden. Die Grube stand schon lange wegen gels an Luftzugang in üblem Rufe.

Briefe aus Matanzas vom 8. Juli melden, daß esh portgeschäft sehr still sei, da vier Squares durch das Feuer von eingeäschert sind, wo hauptsächlich die Magazine der Catth befinden. Nach anderen Berichten wird der Hanze Scht 300,000 Doll. angegeben. Auf jeden Fall schrinen, namm fast alle Briefe von Havanna der Feuersbrunst gar nicht? die neulichen Berichte über Nord⸗Amerika sehr übertrieben zu sein.

Die Eisenbahn⸗Unglücke folgen sich mit trauriger Schu Gestern zersprang auf der nordöstlichen und Cambridge⸗Ih Schiene, als der Zug eben durch einen Hügel⸗Einschnitt fußh Lokomotive wurde mit solcher Gewalt von den Schienen ge daß sie sich überstürzte und der herabgeschleuderte Heizer, we ihr lag, schrecklich zermalmt getödtet wurde. Der Ingenitg den Schenkel, und mehrere andere Personen hatten zerbrochen maßen und sonstige Verletzungen zu beklagen. Wäre der lust kleine Strecke weiter erfolgt, wo zu beiden Seiten Abgrine so wären wahrscheinlich viele Menschen umgekommen.

8 1b E1“ 8 8 * 8 11“ B nFi h . v1I11A“ʒ gien. znn Enns

ims u166 Brüssel, 8. Aug. Die Abreise Ihrer Majestäten m gestern früh stnh

burg ist auf den 15ten d. M. festgesetzt; die Hof⸗Equipagen dorthin abgegangen.

Vorgestern ist der belgische Botschafter am Tuilerien Fürst von Ligne, mit seiner Gemahlin von Paris hier angehnn

Der Moniteur meldet nun die durch Königlichen Beschle öten d. vorgenommene Ernennung des Herrn Nothomb zum G in Berlin, ohne hinzuzufügen, welche Stellung dagegen der Willmar erhalten werde; die Independance erklärt jedet sicherer Quelle zu wissen, daß diesem der Gesandtschaftspos Haag angeboten worden, und daß der bisherige belgische Gh daselbst, General Prisse, wieder in seinen früheren Hien jutant des Königs eintreten werde.

Das öffentliche Ministerium wurde gestern von dem Assisenz⸗ Provinz Brabant mit seiner Klage gegen die Herren Coche⸗ mens, Herausgeber des Observateur, und Verhaegen den! als Verfasser eines in diesem Blatt erschienenen Angriffs ge Krankenpflegerinnen eines Hospitiums, abgewiesen, weil diese ge Schwestern nicht Agenten der Staatsgewalt seien, also nih Staats wegen für sie gerichtlich eingeschritten werden könne, se aber keine Diffamations⸗Klage anhängig gemacht.

In der Sitzung des antwerpener Gemeinde⸗Raths am! verlas Herr Cateaux⸗Watel den Entwurf zu einer dem Kin überreichenden Adresse, in welcher Se. Majestät um baldige Ih. des Zucker⸗Gesetzes ersucht wird. Man findet darin die veithes Umwandelungen, welche die Gesetzgebung über diese Angeelege seit 1837 erlitten hat, kurz zusammengefaßt. Von 50 Raffte welche unter dem Gesetze von 1822 blühten, sind nur noch 171 und auch diese fristen ein kümmerliches Dasein. Es wird dan poße Nachtheil hervorgehoben, den ein solcher Zustand Dinge dem Handel und der Schifffahrt des Landes sache. In Holland beläuft sich der raffinirte Zucker jet 70 Millionen Kilogr., während er in Belgien nicht 15 Milliom reicht. Indeß bringen freilich in Holland die Raffinerieen dem nur 7—800,000 Fr. ein, während man in Belgien sich bemi 3 Mill. Fr. einbringen zu lassen. Der Gemeinde⸗Rath hat, n er die Adresse an den König angenommen, den Beschluß gesch zum Finanz⸗Minister zu begeben, um seine Sorgfalt auf die ü liche Lage der Raffinirer zu lenken⸗ Dieser Schritt geschah nach der Sitzung.

Der Moniteur giebt die Liste der in den verschieden vinzen des Königreichs wählbaren Personen: Antwerpen zähl 45, Brabant 110, West⸗Flandern 61, Ost⸗Flandern 76, H 36, Lüttich 69, Limburg 9, Luxemburg 1, Namur 34. 1

Die Regierung hat von dem belgischen General⸗Konsul e Herrn Bosch, folgende Aktenstücke erhalten: 1) ein Dekret 0 vischen Regierung vom 5. Oktober 1844 in Betreff der Einsb der Waaren zur See und zu Lande; 2) ein Dekret von io Datum, welches die Punkte bezeichnet, auf welchen die über ch gränze eingeführten Waaren in Bolivien eingebracht werden! dies Delret enthält außerdem einige Bestimmungen hinssc Maulthiertreiber und der gegen Defraudation zu treffendmm Ne geln; 3) zwei Dekrete vom 2. und 3. November rüchschtu von den fremden Waaren bei der Land⸗Einfuhr in vien zu entrichtenden Zölle; 4) ein Dekret vom 7. Nwhh wonach Branntwein, der von den an Bolivien gränzenden 6 in die Stadt Potost eingeführt wird, einem Zusatz⸗Zoll von Piaster auf den Zentner unterworfen ist und Branntwein au lasse ebendaselbst einem Einfuhr⸗Zoll von 2 Piaster auf den 9. unterliegt; 5) ein Dekret vom 5. November, welches den in! von Cobya zu entrichtenden Transit⸗Zoll regelt; 6) ein Dehnt 18. Oktober, wodurch eine Staatsbauk errichtet wird, mwelc Monopol des Handels mit der in Bolivien gesammelten Chit haben soll. Alle diese Dekrete sind auf 20 Tage der Hande mer von Antwerpen mitgetheilt worden und sollen später in sterium des Innern für die Handelswelt zur Einsicht offen ließe

In den Hafen von Anfwerpen liefen im Juli 228 Sch wovon 30 unter belgischer Flagge; die Zahl der auslaufende lief sich auf 254, worunter nur 75 mit Ladun euz im Jub waren nur 183, also 45 weniger, in denselben t2A2 eingelause

Die Zahl der Reisenden zwischen Ostende und Dover . verflossenen Juli die desselben Monats im vorigen Jahr umn

überstiegen. 1 Belgien 80 Zeitungen, wovon

über die in Anregung gebrachten Gegenstände abnahm.

London, 8. Aug. Ihre Majestät die Königin ist heute Mit⸗ tag in Begleitung ihres Gemahls von der Insel Wight im Buckingham⸗ Palast eingetroffen und hat gleich darauf in einer Geheimeraths⸗ Sitzung, welcher die meisten Kabinets⸗Minister und die ersten Beam⸗ ten des Königl. Haushalts beiwohnten, die für die morgen stattfin⸗ dende Prorogation des Parlaments bestimmte Thron⸗Rede bestätigt. Eine frühere Nachricht, daß der Prorogationsakt wegen der Reise der Königin nach Deutschland schon in den Frühstunden des morgenden Tages vor ich gehen werde, wird heute widerrufen; die Feierlichkeit findet, wie gewöhnlich, erst kurz nach 2 Uhr statt, und ist es, dem Hofbülletin des Standard zufolge, überhaupt noch zweifelhaft, ob Ihre Ma⸗ jestät die Königin morgen Nachmittag oder erst am Montage (11ten) früh England verlassen werd. (S. dagegen die telegraphische Depesche unter Berlin.)

Von Parlaments⸗Verhandlungen an den beiden letzten Tagen ist bis auf einen gestern im Oberhause zur Sprache gebrachten Ge⸗ genstand nichts zu berichten, da das Unterhaus sich am 5ten be⸗ reits bis morgen vertagt hatte und das Oberhaus am Mittwoch keine Sitzung hält. Gestern machte in Bezug auf die bevorstehende Reise der Königin nach Deutschland bei den Pairs Lord Cam pbell auf den alten Brauch aufmerksam, daß bei Gelegenheit solcher Reisen der englischen Herrscher ein Re entschafts⸗Rath aus den Lords⸗Ober⸗ richtern für die Zeit der Abwesenhen des Souverains immer bestellt worden sei, und fragte die Minister, ob sie nicht auch in diesem Falle dem alten Brauche soigen würden. Der Lord⸗Kanzler verneinte die Frage, da die Rechts⸗Konsulenten der Krone, darüber befragt, schon bei der vorjährigen Reise der Königin nach Frankreich die Be⸗ obachtung dieses Brauchs für nicht rechtlich erforderlich gehalten hät⸗

bei den jetzigen Communicationsmitteln über⸗

Es erscheinen jetzt in ten und derselbe überdies sch jet Königin könnke danach nicht weiter als zwei englische Ingenieure, Battersbe

liberalen Partei angehören. lässig wäre, denn die p 9 Sie würde dazu noch von , um an Ort und Stelle die

. 1 Von London sind zwei agereisen von England entfernt sein. Vanderkieste, hier eingetroffen v“

anischen und portugies

Minister⸗Präsldent, der Minister der auswärtigen

vetaire und einige hohe Hofchargen.

üürse zu dem Kanal von Mons nach der Sambre für Rechnung mglisch⸗belgischen Compagnie Bischofoheim, Kennard und Mackenzie —— Der Bau soll mit der möglichsten Schnelligkeit be⸗ werden. Der Naler Robert, aus Brüssel gebürtig, ist mit einem Ge⸗ hier angelangt, welches er für den Fürsten vyn Ligne ausge⸗ ; es stellt ein Kapitel des Ordens vom goldenen Vließ dar, bes Karl V. am 30. Januar 1546 in Utrecht gehalten; der er bekleidet in demselben den Fürsten von Montagne, Jakob von ‚mit jenem Orden. . Die Advokaten von Brüssel haben für das Gerichtsjahr 1845 46 er Herrn Gendebien zu ihrem Vorsteher gewählt.

1 29 EEE1 Schpei . vFIb Kanton Zürich. In der heutigen Sitzung beschäftigte man bei der Tagsatzung mit der aargauischen Kloster⸗Angelegenheit. Verlauf der allgemeinen Umfrage entspann sich ein Wortwechsel

den Gesandten von Aargau und Appenzell A. Rh. in Betreff militairischen Besetzung des Kantons Schwyz vom Jahre 1833, hHerr Ab⸗Aberg als eine unverantwortliche, durch unwahre Be⸗ an die Tagsatzung unterhaltene Maßregel bezeichnete, ohne der erste Gesandte, Herr Düggelin von Anßerschwyz, wider⸗ h. Auch Uri und Solothurn, Basel⸗Land und Luzern ge⸗ n an einander, theils wegen des den Ländern gemachten vurfes der Rohheit, theils wegen der Art, wie in Luzern Vetorecht gehandhabt wurde. Ueberhaupt zeigte sich selbst an zußerordentlichen Tagsatzung nie eine so gereizte Stimmung, wie eser Sttzung. Für die Wiederherstellung sämmtlicher aargauischer gerklöster stimmten Uri, Unterwalden, Zug, Wallis, Appenzell J. Rh., Hurg, Schwyz und Luzern. Uri verlangt hierauf das Gegenmehr; es siimmt kein einziger Stand. Für eine Einladung an Aargau, Maßregel gegen die Klöster mit Art. 12 des Bundes⸗Vertrags Hereinstimmung zu bringen: Uri, Unterwalden, Zug, Wallis, Neuen⸗ Appenzell J. Rh., Baselstadt Freiburg, Schwyz und Luzern (Genf 1h). Daß Aargau den Konventualen, ungeachtet ihrer Auflehnung den Tagsatzungs⸗Beschluß, die Pensionen ferner zukommen lasse: sttadt. Daß Aargau denselben hinreichende Subsistenz⸗Mittel ffolgen lasse: die 7 ultramontanen Stände nebst Appenzell J. Der Gegenstand fällt somit auch dieses Jahr wieder aus Ab⸗ und Traktanden.

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6 Madrid, 1. Aug. Ein eigenes Verhängniß waltet über

Ninistern, welche die Königliche Familie auf ihrer Reise begleiten.

der Hinreise nach Barcelona warf in der Gegend von Tarra⸗ die Diligence um, worin der Minister⸗Präsident und mehrere öchsten Hofbeamten sich befanden. Der Minister der auswärti⸗ ngelegenheiten blieb, als er über Saragossa nach Barcelona mit seinem Wagen im Schlamme stecken, dann stellten sich ihm luthen eines ausgetretenen Stromes entgegen, den er nur, von rüstigen Männeru getragen, überschreiten konnte. Endlich über⸗ te uns gestern ein außerordentlicher Courier die Nachricht, daß Angelegenheiten chn bis zwölf andere Personen von Bedeutun nahe daran waren, m trüben Wasser des Kanales von Aragonien zu ertrinken. Um die Beschwerden des Landweges zu vermeiden, war beschlossen en, daß die Königliche Familie die Reise von Saragossa bis da auf dem Kanale von Aragonien zurücklegen sollte. Am 29sten miüttags 5 Uhr verfügte demnach die Königliche Familie sich auf geschmackvoll eingerichtete Gondel, auf welcher ein gegen die ahlen der Sonne schützendes Zelt aufgeschlagen war. In anderen Barke folgten der Königin die Minister Narvaez Martinez de la Rosa, der Introducteur der Gesandten, Herr a, die Ministerial⸗Beamten, der Gefe politico, die Unter⸗Staats⸗ Bei der ersten Wendung, he der Kanal macht, schlug diese Barke, auf deren einer Seite sämmtliche Reisenden zusammengedrängt standen, um, und nur dem Umstande, daß sie fast alle sich auf dem Verdecke befanden, nkten Letztere ihre Rettung, Herr Martinez de la Rosa, der in Kajüte hinahgestiegen und mit der Ausarbeitung einer neuen lisals⸗Tragödie beschäftigt war, konnte nur mit der größten Mühe, n man ihn halbtodt aus dem Fenster hervorzog, ehe noch die ie ganz gesunken war, gerettet werden. Die übrigen Herren sich genöthigt, ein unfreiwilliges Bad zu nehmen und die Vor⸗ en der spanischen Hof⸗Etikette zu verletzen. Die Königin, welche erschrocken diesem Schiffbruche zugesehen hatte, rief nämlich den n Ministern, die bereits einen Theil ihrer triefenden Oberkleider scch geworfen hatten, zu, sich an Bord ihrer Barke zu begeben. Neich nun diese, ohne zuvor ein Conseil abzuhalten, dem gnädigen Folge leisteten, so erkeärte doch die erfahrene Ober⸗Hofmeiste⸗ Ihrer Majestät, das nothwendige weitere Umkleiden der Minister unmöglich am Bord der Königlichen Gondel vorgenommen wer⸗ Demnach lud man die durchnäßten Geretteten in den Reise⸗ en der Königin und fuhr sie nach dem nahe belegenen Wirths⸗ e der Casa Blanca. Dort blieben sie einen Theil der Nacht, keibärzten der Königin umgeben, denn die ffafeßsit des Herrn tinez de la Rosa namentlich soll sehr gelitten haben. Die Köni⸗ sette erst, nachdem sie über das Schicksal ihrer Minister völlig t worden, die Wasserfahrt fort und traf am 30sten bei Son⸗ gang in Tudela ein. Der General⸗Capitain von Aragonien schickte sogleich einen Be⸗ sber dieses Ereigniß mittelst Couriers hierher, „weil der unan⸗ ume Vorfall durch die Feinde der öffentlichen Ruhe eine böswillige egung hätte erleiden können.“ Wirklich glaubt man, daß, wie enlich, die Karlisten Hand im Spiel hatten. Andere Personen aus dem Vorfalle die Lehre, daß die Lenker des Staatsschiffes sicht zu sehr auf einer Seite halten müssen, damit dieses nicht Gleichgewicht verliere. In Zukunft werden die hohen Personen waigen Kanalfahrten vermuthlich die Geschicklichkeit des Marine⸗ iers oder die nautischen Erfahrungen des Infanten Don Enrique nspruch nehmen.

1.Es ist übrigens dem Herrn Salamanca in Saragossa nicht ge⸗

den, den Finanz⸗Minister über Bord zu werfen. Die Minister en sich vielmehr über die Nothwendigkeit, das Geschrei der perio⸗ eg Presse und der Börse unberücssichtigt zu lassen, verständigt lossen, ein eigenes, der Vertheidigung ihrer Maßregeln ge⸗ etes Blatt zu gründen, den Senat aufzulösen, die neuen Sena⸗ n und Staatsräthe zu ernennen und die Cortes auf den 10. Ok⸗ den Geburtstag der regierenden Königin, einzuberufen. in in der Regel wohlunterrichteter pariser Korrespondent schreibt t dem 26sten v. M. Folgendes an den ministeriellen Heraldo: nit ein⸗ für allemal die Gerüchte in Betreff der Vorneigung auf⸗ n, welche der Hof der Tuilerieen für die Kandidatur des Grafen von ani hegen sosl, so kann ich Ihnen versichern, denn ich weiß es aus er Quelle, daß Ludwig Philipp dem Grafen von Bresson auf⸗ * hat, bei seiner Rückkehr in Spanien zu erklären, Frankreich die Heirath der Königin Isabella als eine rein fpanische de und denke deshalb nicht daran, sich direkt und indirekt in sie

*

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zu mischen, und alle Anstreugungen der französischen Diplomatie hät⸗

ten keinen anderen Zweck, als den, zu verhindern, daß andere remde

Mächte sich das Recht, bei dieser Frage Der neapolitanische Gesandte, Fürst Carini, wird heute mit seiner

Gemahlin hier erwartet. Beide sollen in nicht geringer Verstimmung über das Benehmen des Minister⸗Präsidenten das Föngiiche Hof⸗ lager verlassen haben.

. Der Infant Don Enrique ist mit seinem Schiffe von Barcelona nach Port Mahon gesegelt und soll das Linienschiff „Soberano“ in Toulon aufsuchen, um sich alsdann nach der Küste von Biscaya zu begeben. „Einen etwas unschicklichen Streit führen die moderirten Blätter über die Frage, ob der Infant zu den schönen oder zu den häßlichen Prinzen gehöre. Die Verfechter der letzteren Ansicht haben, um ihre Behauptung zu unterstützen, ein Portrait des Infanten ausgehängt.

Man versichert, die Minister hätten an den König der Franzosen die Bitte gerichtet, seinen persönlichen Einfluß bei dem Oberhaupte der Kirche zu Gunsten Spaniens geltend machen zu wollen, und die Anwesenheit des Herrn Donoso Cortes in Paris bezöge sich auf diesen Gegenstand.

„Hier wurden vorgestern Herr Sagasti (Oberst⸗Lieutenant und Gefe politico von Madrid unter Espartero), Don Antonio del Riego (Offizier außer Dienst, Neffe des bekannten Riego) und der vormalige Inten⸗ dant Esain auf Befehl des Militair⸗Gouverneurs verhaftet. Glei⸗ ches Schicksal widerfuhr gestern dem Marechal de Camp Crespo, einem der Günstlinge Espartero's. Bald nachdem er auf die Haupt⸗ wache abgeführt worden, begab sich der Gouverneur, General Cor⸗ dova, dorthin, sprach unter vier Augen mit ihm, verhaftete darauf

den wachthabenden Capitain und hielt eine Anrede an die Soldaten,

welche diese mit dem Ausrufe: General Cordova!“ erwiederten.

Die aus Barcelona eingehenden Nachrichten sind keinesweges beruhigender Natur. Der Aufstand scheint zwar unterdrückt zu sein, aber es war Stillstand der Geschäfte eingetreten, und man war auf traurige Ereignisse gefaßt. Der General Concha hat nur, um den strengen Befehlen des Minister⸗Präsidenten Folge zu leisten, den Oberbefehl beibehalten. 28 aus dem Wasser gezogenen Minister sind in Tudela einge⸗ roffen.

Man versichert, das über die neue Anordnung der Staatsschuld verfügende Dekret des Finanz⸗Ministers werde baldigst erscheinen.

Zproz. baar 29 (gestern 30 ½, auf Lieferung 30 ½. 5proz. baar (gestern 21 ½), auf Lieferung 22 (unbedeutender Umsatz).

„Es lebe die Königin! Es lebe der

22

148 Cap Haiti, 30. Juni. (Wes. Z.) Der bejahrte Prästdent Pierrot, ein Mann, welchem man im Allgemeinen guten Willen nicht absprechen kann, hat gegenwärtig den Sitz der Regierung hierher verlegt, indessen scheint an Regieren und überhaupt an Ordnung nicht zu denken zu sein, so lange der Krieg gegen die spanische Häle der Insel nicht brendigt ist. Gegenwärtig ist die direkte Verbindung mit der dominikanischen Republik gänzlich abgebrochen, und wir erhalten Nachrichten aus S. Domingo und Porto Plata nur über St. Tho⸗ mas. General Pierrot fest entschlossen, keine zweite Repu⸗ blik auf der Insel Haiti zu dulden, er hat sich Waffen aus England und zwei Kriegsschiffe aus Nord⸗Amerika verschrieben, und die Aushebungen werden, zum größten Nachtheil für die Kaffee⸗Aerrdte, mit großem Eifer betrieben. Die Feindseligkeiten haben bereits be⸗ gonnen, die kleine Stadt Hinche ist den Dominikanern mit Waͤffen⸗ gewalt durch General Guardian abgenommen. Gestern kamen von dort zwei Gefangene hier an, welche sogleich auf Befehl des Präst⸗ denten auf der Fossette, einem öffentlichen Platze, erschossen wurden. Pierrot hält leider die Repressalien durch die Grausamkeit der spani⸗ schen Insurgenten für gerechtfertigt. 1““

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Eisenbahnen.

* Dresden, 9. Ang. Die Erbauung der Sächsisch⸗ Böhmischen Eisenbahn soll nunmehr, und zwar von Dresden ab, in Angriff genommen werden, nachdem desinitiv entschieden ist, daß der hiesige Bahnhof derselben, als diesseitiger Endpunkt der Bahn, auf der südlichen Seite der Altstadt seinen Platz sindet. Dieser Be⸗ schluß macht es sehr unwahrscheinlich, daß die Ausführung des Baues einer der schon bestehenden Eisenbahn⸗Gesellschaften überlassen werden und diesen konveniren möchte, denn es ist damit zugleich ausgespro⸗ chen, daß die Böhmische Bahn weder der Sächsisch⸗Schlesischen, noch der Leipzig⸗Dresdner sich unmittelbar anschließen solle. Die Verbin⸗ dung der einen mit den anderen wird vielmehr mittelbar, theils durch die Straßen der Stadt, theils durch einen die Alt⸗ und Friedrichstadt trennenden und den Elbstrom über⸗ springenden Schienenweg stattsinden. Das Letztere macht mehrere Hülfs⸗ und Nebenbaue erforderlich, namentlich die Verlegung der Ausmündung des Weiseritz⸗Flusses und die Veränderung, Befestigung und Verlängerung des Quai am linken Elb⸗Ufer. Durch die gleich⸗ zeitige Regulirung der Strombahn und Abtragung eines Elbhegers wird das zu jenen Bauen erforderliche Erdreich sofort an Ort und Stelle gewonnen werden. Die Arbeiten haben auf diesem Punkte bereits begonnen, und binnen wenig Tagen wird die neuangeschaffte Bagger⸗Maschine in Wirksamkeit treten. b

Bei dem Bau der Sächsisch⸗Schlesischen Eisenbahn hat der anhaltende Winter den Anfang der Arbeiten in ihrem ganzen Um⸗ fange nur erst im Monat April gestattet, indessen wurde der Winter zu Anschaffung der Baumaterialien benutzt. Nach einer Bekannt⸗ machung des Direktoriums für die Monate April, Mai und Juni ist die Planie zum dritten Theile der ganzen Bahnlänge beendigt. Die Anzahl der Arbeiter bestand im Monat April in 9168, im Monat Mai in 9637 und im Monat Juni in 10,938. In jedem der drei Monate waren durchschnittlich 1050 Maurer, Zimmerleute und Stein⸗ Arbeiter bei den Kunstbauten beschäftigt. Dergleichen Baue waren bis zu jener Zeit 78 vollendet und 61 noch im Bau begriffen. Bei den Erd⸗ und Materialien⸗Transporten waren durchschnittlich 500 Pferde in Thätigkeit. Die Schwellen sind für die erste Abtheilung (Hälfte der Bahn), die Schienen aber für die ganze Bahn bereits vorhanden. An Betriebs⸗Material waren bis dahin angeschafft 4 Lokomotiven, 2 Tender, 13 Personenwagen und 30 kleine Trans⸗ portwagen. Die Lokomotiven werden einstweilen von Dresden aus zum Materialien⸗Transport verwendet und haben sich hierbei als tüch⸗ tig bewährt. An Hochbauten werden jetzt die Stations⸗Gebäude zu Langebrück und Radeberg aufgeführt, auf dem Bahnhofe zu Neustadt⸗ Dresden aber sind für den Betrieb vorerst blos Interimsgebäude errichtet worden. Die Eröffnung der Bahnzüge von hier bis Rade⸗ berg ist noch unbestimmt. 1 NS

Die Frequenz auf den gangbharen Sächstschen Bahnen ist die⸗ sen Sommer beträchtlich größer, als im vorigen Jahre, und läßt da⸗ her eine gute Ausbeute für das innestehende Betriebssahr erwarten.

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Zur Herstellung der projektirten Eisenbahn⸗Verhindung zwischen

rag, 5. erste schen mit lantem

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In der Woc

Auf der Berl Monat Juli 1845:

3) - 3001 Ct. BW

5) -

NVNoöom 1. Jan dagegen

dert worden.

Gera und Leipzig über Zei und führendes g·mus. 8 84 ½ lung der Regierungs⸗Advokat Beck Magistrats⸗Assessor und und der Stadtrath Fleischer den sind. Diesem Unternehm wohl die Konzessionen der betreffenden die nachgesuchte Erlaubniß zu

ampfwagen fegich

Die Maschine, „Böhrn Fabrik zu Seraing war um neun Uhr

Im Monat Juli genommen

Minder-Einnahme im Juli 1845

Die Einnahme betrug vom 1. Januar

Breslau nach Liegnitz sind vom

gebildet, bei dessen Justitiar

Au Jubel begrüßt auf

ebaut.

Berlin-Potsdamer Eisenbahn.

he vom 6ten bis incl.

in

1) 30,995 Personen und 58 Equipagen, wosür ecingenommen wurde....

2) Für Passagiergepäck-Ueberfracht..

r. 2 Psd. Eilfracht

37,931 Cir. 30 Pfd. Güterfracht Vieh-Transport

Pegau hat sich ein erster konstituirenden zu Gera zum Vorsitzenden, der Voppisch zu Zeitz zum Serretair Kassirer erwählt

taats⸗Regierungen, 29 8 m Angriff d

Gestern Nachmittag geschmückt und von

zu Leipzig zum en ermangeln

nen“ (Cechia) genannt, ut. Der aus sechs Wagen be ormittags von Pardubitz abgegangen.

fedoch zur Zeit

vielen hundert

eschäfts⸗

ersamm⸗

wor⸗ auch

er nöthigen Vorarbeiten. um 2 ½⅞ Uhr lam der

Men⸗

dem hiesigen Bahnhofe an.

ist in der

den 11. August c.

der Berlin-Potsdamer Eisenbahn 10,110 Personen gefahren.

Berlin-Frankfurter Eisenbahn. 8 Frankfurter Eisenbahn betrug die Frequenz

Cockerillschen stehende

Zug

sind à

29,355 Riblr. 25 Sgr. P

15 - 29 5

740 - 1,836 9,663 568 -

Summa.

1844 wurde ein-

42,164 Rthlr. 43,639

uar bis. 31. Juli 1845

1271 K thlr. 176,422 169,583

19

Wer. 2P7

8 Pfs

Minder-Einnahme 1845

Berlin-Stettiner Eisenbahn. Frequenz in der Woche vom 3. bis incl. 9. August c. 7066 Personen

2

1111““

6,838 Rihlr. 21 Fgr. IIPI.

Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn. 8 Auf der Strecke der Niederschlesisch - Märkischen Eisenbahn von 20. bis 31. Juli 7520 Personen beför- 8

Handels- und Börsen-Nachrichten.

Marktpreise vom Getraide.

Berlin, den 11. Angust 1845. Zu Lande: Roggen 1 Rthlr. 14 Sgr. 5 Pf., Sgr. 2 Pf.; Hafer 1 Rthlr. 1 Sgr. 2 Pf., auch 24

auch 1 Rthlr. 10

Sgr. 8 Zu Wasser: Weizen (weißer) 2 Rthlr. 9 Sgr. 2 auch 2 Rihlr.

6 Sgr. und 2 Rthlr.; Roggen 1 Rthlr. 14 Sgr 13 Sgr. 2 Pf.; Hafer 27 Sgr. 8 Pf., auch 23

Das Schock 5 Sgr., auch 22

8 8 28 1* EEE133“ 11nn

gr. 1 Pf.

Sonnabend, den 9. August 1845.

Stroh 9 Rt

Berliner

Börse.

Den 12. August 1845.

. 5 Pf., auch 1 Rihlr.

hlr., auch 7 Rthlr. Der Centner Hru 1 Rthlr.

Fonds.

Pr. Cour. Hrief. Keld.

Aclien.

Fr. neiet ]Na--ld

Cour.

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St. Schuld-Sch. Prämien-Scheine d. Seeb. à 50 T. Kur- n. Neumöärk. Schuldverschr. Berliner Stadt- Obligationen e Danz. do. in Th Westpr. Pfandbr.] Grossh. Pos. do. do. do. . Ostpr. Pfandbr. 2 Pomm. do. Kur- u. Neum. do. Schlesische do. * do. v. Staatg. I.t. B.

Gold al marco. Friedrichsd'or. And. Gldm. à 5 Th. Disconto.

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Brl. Potsd. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Mgd. Lpz. Bisenb. do. do. Prior. Obl. Brl. Anh. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Düss. Elb. Kisenhb- do. do. Ptior. Obl. Khein. Risenb.

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H.-St. B. L.t. A. u. B. Magd.-Halbst. Eb. Br.-Schw. Qdo. do. Prior. Obl. Bonn-Köluer Bab. Niedersch. Priorität

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Poln. 300 Fl. 102 Int. 62½.

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Mail. 138 ½. Liv.

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1992. Dair. Bank-Actien 752 Br. Hope 92 ½⅞ 6.

London, 6. Aug. 4 % 99 ⅛⅞. Port. 64 ½. Paris, 7. Aug. 5 % Rente fin cour. 122. 40.

Aetien 7633. Anl.

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Frankfurt a. M. südd.

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Kurz

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Wien, 8. Aug. 5 % Met. 114 ½. 4 % do. 102. 3 % do. 78 ½¼. Bank- Nordb. 216. Gloggmn. 158.