1845 / 232 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

atten. Am folgenden Morgen erfolgte unter dem Donner des * die 8919⸗ der Königin Victoria, die von Sr. Königl. Hoheit

8 dem Prinzen Wilhelm von Preugen an den Wagen geführt wurde. Wie es

heißt, wird die Königin in etwa 3 Wochen auf der Rückreise Mainz wieder bPerühren, jedoch wahrscheinlich nur eine Nacht daselbst zubringen. Das Dampsboot der Königin bleibt mittlerweile in Mainz. Am 18. August Nachmittags trafen Ihre Majestäten der König und die Königin von Preußen auf einem reichbeflaggten Dampfboote der kölnischen Ge⸗ sellschaft in Mainz ein. Die Allerhöchsten Herrschaften Fns die Generalität der Bundesfescung und das Offizier⸗Corps auf dem Boote zu empfangen und 82— dann auf der Eisenbahn mit einem Extra⸗ zuge die Neis über Frankfurt nach Berlin fort. I“

Rußland und Polen. St. Petersburg, 15. Aug. Der Unterrichts⸗Minister hat, in Folge eines besondern Kaiserlichen Befehls vom 26. Juni, den Chests der Lehrbezirke vorgeschrieben, Verfügungen zu treffen, daß von den in die Gymnasien eintretenden Kindern von Kaufleuten und Bürgern, mit Beobachtung der übrigen Bedingungen der Aufnahme, Entlassungs⸗

zeugnisse von den Gemeinden, zu denen sie 1 gefordert werden

sollen, mit Ausnahme der Kinder von Kaufleuten erster Gilde. 1

Zu neuem Ausbau und Verschönerung der evangelisch⸗lutheri⸗

in Riga hat der Kaiser 2000 Silber⸗

8 und die Gemeinde hat an Beiträgen ungefähr eben

so viel aufgebracht. Der Umbau hat am 18. Mai begonnen und soll im September beendet sein. 1 8

Franhreich.

Paris, 17. Aug. Der Moniteur meldet: „Da die Frau Herzogin von Orleans den Wunsch ausgedrückt hat, die Blumenkränze, welche mit so inniger Theilnahme auf die Statue des Prinzen, dessen zu frühen Verlust Frankreich beweint, niedergelegt worden, zu sam⸗ meln und aufzubewahren, so hat der König verordnet, daß dieselben der Herzogin übergeben werden sollen.“

In der nächsten Woche soll ein Kabinets⸗Rath auf dem Schlosse zu Eu gehalten werden; Herr Guizot wird sich dahin verfügen. Mar⸗ schall Soult hat in einem Schreiben an den König sein Votum über die Expedition nach Kabylien und den Stand der Colonisation in Afrika ausgesprochen; man vermuthet, daß vor der Ankunft Bugeaud's, der auch nach Eu beschieden ist, kein definitiver Beschluß gefaßt werde.

In einem Artikel über Algerien sagt der Commerce: „Es würde, unserer Ansicht nach, ein großer Piens für die Kolonie sein, wenn der Marschall, der einen dreimonatlichen ÜUrlaub erhalten hat, nicht dahin zurückgeschickt würde. Um unsere Ansicht noch bestimmter auszusprechen, wollen wir beifügen, daß wir ihn nicht durch einen Militair⸗Gouverneur ersetzt zu sehen wünschen. Sind wir auch noch zur Vertheidigung unserer Besitzung gezwungen und haben wir dort noch anhaltende Kämpfe vor uns, so ist doch der Krieg nicht mehr das hauptsächliche und einzige Geschäft. Wir besitzen ein ungeheures Gebiet, das nur der Arbeit harrt und bepflanzt, besät, urbar ge⸗ macht, kolonisirt sein will. Wird das von einer kriegerischen Hand bewirkt werden? Gewiß nicht. An die Spitze Algerien gehört jetzt ein Staatsmann. Staatsmänner sind es, die England zur Regierung Ostindiens trotz der Kriege beruft, deren Schauplatz es ist. Es wählt Talente aus. spiel nicht verachten. halb wollen wir nicht die Spitze von Algerien stellen, die sich

Warum sollen wir es nicht nachahmen? Wes⸗ eine unserer parlamentarischen Notabilitäten an durch umfassende Einsicht und

höhere Gesichtspunkte für die Dinge bemerkbar gemacht haben? Wir

haben noch eine zweite Eroberung Algeriens, die industrielle und mo⸗

ralische, vor uns, die anderer Leute und anderer Mittel bedarf.“

Auf Anordnung des Finanz⸗Ministers werden fortan monatlich zwei Paketböte von Schiffe, das den 4ten jeden Monats abgeht, wird jeden 24sten eines direkt von Marseille nach Alexandrien segeln.

Es sind Nachrichten aus Tanger vom 6. August eingegangen; die Ratisicationen des Vertrags von Lalla⸗Magrnia waren einige Tage vorher ausgewechselt worden. General Delarue stand auf dem Punkt, Tanger zu verlassen, um nach Frankreich zurückzukehren.

8 Dem Moniteur zufolge, hat General Pierrot auf Haiti dem König der Franzosen durch ein eigenes Handschreiben sein Gelangen zur Präsidenten⸗Würde angezeigt und die August Elie als Gesandten der Republik bei Sr. Majestät bestätigt.

Der Prinz von Berghes hat gegen das ihn kondemnirende Urtheil

Apwppellation eingelegt.

8 Die Finanz⸗Verwaltung bereitet in diesem Augenblicke auf das durch die letzte Budgets⸗Kommission an sie estellte Begehren eine statistische Arbeit über das Eigenthum todter Fend vor.

Im Central⸗Depot der Artillerie wird mit 75* Thätigkeit Alles für den Guß der zur Bewaffnung der Stadt Paris bestimm⸗ ten Kanonen vorbereitet.

8 Es sind jetzt 32 Zimmergewerks⸗Gesellen unter der Beschuldi⸗

gung einer Coalition im Gefangniß. Die zuerst Verhafteten sitzen schon einen Monat, und die Instruction ihres Prozesses scheint noch nicht beendigt zu sein.

Wie die Sentinelle de Toulon berichtet, haben die Unter⸗ suchungen wegen des Brandes im Arsenal noch zu keinem Ergebnisse geführt. Man scheint noch keinesweges auf der Spur der Schuldigen

zu sein. Die angeblich in dem Werfte der „Sibylle“, eines im Bau

von

die ausgezeichnetsten Verwaltungs⸗ Was die Colonisation anlangt, so dürfen wir sein Bei⸗

Marseille nach Aegypten fahren; außer dem

Herren Joseph Georg und

begriffenen Schiffes, gefundenen Lunten reduziren sich nach demselben 8 v und auch diese scheine eher ein Stück Strick zu sein, das schon Jahre lang dort gelegen und davon ein Ansehen bekommen habe, daß man es für eine Lunte ansehen konnte. .

Auf der Rhede von Toulon ist am 12. August das spanische Linienschiff „Soberano“ eingetroffen; auch die Brigg „Manzanares“, welche der Infant Don Enrique befehligt, wird erwartet.

Paris, 16. Aug. Das ganze Gebiet der beiden Aghaliks in Algerien, die sich empört hatten, ist nun wieder genommen, deren Verwaltung stärker und vollständiger reorganisirt. Jede Abtheilung der verschiedenen Stämme wurde über den besonderen Chef, den sie haben wollte, zu Rathe gezogen. Diese sämmtlichen ernannten Chefs werden nach Algier geführt, um dort die Investitur zu erhalten. Bu⸗Maza, der unermüdliche Feind der Franzosen, war es, der in den Umgebungen von Orleansville wieder erschienen war und den Uled⸗ Fazers ihre Heerden abgenommen hatte, welche ihm aber größtentheils von den sogleich ihn verfolgenden Truppen wieder abgejagt wurden. Drei Kolonnen Kavallerie sind am 7ten aufgebrochen, um den straf⸗ baren Theil des Stammes der Sbeiah wo möglich zu umringen; die eine dieser Kolonnen ist vom unteren Scheliff ausgerückt und in das feindliche Gebiet von Westen her eingefallen. Zwei Eskadrons und ein Ba⸗ taillon, unter den Befehlen des Obersten Claparede, rückten von Tenes aus gegen die Nordseite, und zwei Eskadrons und zwei Bataillons von Orleansville gegen den Süden. Das ganze übrige Land von der Ostgränze bei Dellys an bis zur Gränze von Marokfo wird als vollkom⸗ men ruhig geschildert. General⸗Lieutenant von Lamoricière hatte die Gewißheit erlangt, daß Abd el Kader bei seiner Deira an der Maluia wieder eingetroffen war; er hatte deshalb seine Reiterei, welche bis⸗ her die Gränzen der Wüste zu beobachten hatte, wieder von dort zurück⸗ gerufen, um ihr einige Erholung zu gönnen. Wegen der außerordentlich großen Hitze hatten alle öffentlichen Arbeiten eingestellt werden müssen. Man schätzt die Zahl der Zelte, über welche Abd el Kader's verfügte, auf nicht weniger als 6000, und die Zahl der Reiter, die sie ihm stellen können, auf 2000. Seine regelmäßige Kavallerie soll sich auf 800 Pferde belaufen, wozu noch 7 8000 Mann regelmäßiges Fußvolk kommen. 1 ruhig von der Linie von Biskara bis ans Meer. In dieser Provinz ist nur der Gebirgs⸗Landstrich zwischen Bugia, Setif, Kollo und Schemilah, in der Provinz Algier das große Becken des Wed⸗Sebau noch vollständig zu unterwerfen.

Das auf Malta erscheinende Portafoglio Maltese vom 31. Juli bespricht nun ebenfalls die Angelegenheit des, wie man glaubt, von der Pforte beabsichtigten Angriffs auf den Bey von Tunis. Dieses Blatt glaubt ernstlich an diesen Plan und versichert, die Minister des Sultans zu Konstantinopel glaubten die verbündeten Mächte über ihre wahren Absichten täuschen zu können, indem sie bei deren Botschaftern sich den Schein zu geben suchten, als wären sie nur mit inneren Verbesserungen beschäftigt. Diese Ansicht, von einem unter Aufsicht der englischen Behörden zu Malta erscheinenden Blatte ausge⸗ sprochen, welches den Landungs⸗Versuch auf der Insel Scherbi als nahe

bevorstehend betrachtet und sogar nähere Details über die Vorbereitungen

zu Tripolis giebt, verdient unter allen Umständen Beachtung. Es berichtet auch folgenden Vorfall aus der Insel Scherbi vom 21. Juli: Am 15ten Morgens war die französische Dampf⸗Korvette „Lavoisier“ im dortigen Hafen eingelaufen. Der Capitain derselben war kaum ans Land gestiegen, als er sich sogleich zu dem Kommandanten des festen Schlosses begab, der in La Scala sich besand, und ihn fragte, ob er nicht den Gebrauch kenne, daß man die Salutschüsse eines ankommenden Kriegsschiffes erwiedere. Der tunesische Kommandant gab die sonderbare Antwort: Um eine Be⸗ rüßungs⸗Salve zu erwiedern, würde er einen Courier nach Tunis scicken und die Autwort des Bey deshalb abwarten müssen, worüber aber zehn bis zwölf Tage hingehen würden. Der französische Capi⸗ tain soll darauf in ziemlich derber Seemanns⸗Manier entgegnet haben: Wenn der Kommandant des Forts nicht unverzüglich die Begrüßungs⸗ Salve mit 21 Kanonenschüssen erwiedere, so werde er ihn lehren, was er zu thun habe. Als der türkesche Offizier sah, daß die Dinge eine ernstliche und für ihn schlimme Wendung nehmen könnten, fügte er sich und ertheilte den Befehl an seine Artillerie, die nicht weniger als eine Stunde zum Abfeuern der 21 Kanonenschüsse brauchte, wäh⸗ rend das französische Dampfschiff mit seinen sechs Geschützen dieselbe Zahl in der kurzen Zeit von sieben bis acht Minuten abfeuerte.

Großbritanien und Arland.

London, 16. Aug. Der Standard sagt in seinem Börsen⸗ Artikel über den Zucker⸗Verbrauch: „Der Preis des Zuckers hält sich fortwährend auf einer Höhe, welcher die Einführer desselben in Staunen zu setzen beginnt. Es ist, mit Ausnahme des Verlustes, welchen der Sturm auf der Insel Cuba herbeigeführt hat, keine Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß die Aerndte in irgend einer Zucker⸗ Gegend der Welt einen Ausfall haben werde, und wir müssen da⸗ her den Grund für das Steigen der Preise desselben in der ver⸗ mehrten Fähigkeit, ihn zu konsumiren, suchen. Daß dieses hier in England wirklich der Fall ist, davon haben wir den über⸗ zeugenden Beweis in der Größe der Ablieferungen seit dem Be⸗ ginn dieses Jahres. Aber es ist auch aller Grund vorhanden, zu glauben, daß in mehreren Staaten des Festlandes eine bedeutende Vermehrung der Consumtion stattfindet. Es hat keine große Schwie⸗ rigkeiten, den Grund dieses Zustandes aufzufinden. Die lange Dauer

Die Provinz Konstantine ist

Angriff fänden; dieses Vorgeben 1

des Friedens in Europa muß im Durchschnitt die Lage des . Theiles der Bevölkerung verbessert haben, und da Zucker, ersten Bedürfnissen des Lebens, fast überall ein Gegenstand dea langens bildet, so muß eine Vermehrung der Mittel eines Vollkes Kreis seiner Annehmlichkeiten zu vermehren, sich por anderen h ständen bei dem Zucker zeigen. Viele Leute beklagen jedoch, z Erhöhung, welche in den Preisen des Zuckers stattgefunden he alle die Vortheile, welche man durch die Herabsetzung des Zug diese wichtigste sinanzielle Maßregel der letzten Parlaments⸗ 1b erwartete, wieder aufgehoben würden. Angenommen jedoch, ii Klagen wirklich bis zu einem gewissen Grade gegründet sei schmälert dies auf keine Weise das Verdienst der Minister, diese setzung durchgeführt zu haben. Wenn das Volk durch seine 1 Mittel in Stand gesetzt worden ist, mehr Zucker zu verbrauchen, n durch den Gewinn der Zucker⸗Produzenten zu vermehren, sgy absoluteste Gewißheit vorhanden, daß in kurzer Zeit der Anh Zuckers so vermehrt werden wird, daß durch diese Vermehrung hie so weit wieder heruntergehen, daß der Gewinn von dem diß gelegten Kapital wieder nur den bloßen Durchschnitts⸗Gexi Kapitalien überhaupt abwirft. Was die Konsumenten betrif daher der Nachtheil blos vorübergehend; und was unsere betrifft, so wird die Aufmunterung, welche sie in diesem r halten, mit Gewißheit eine stark vermehrte Verbesserung in bau verheißen, eine Verbesserung, welche seit der Annahme setzes zur Freilassung der Sklaven theils durch Mangel a nöthigen Kapital, theils durch die aus Muthlosigkeit hervon Lähmung verzögert wurde.“ 8 1 Die Times sagt über die Politik Englands und e gegenüber dem Anschluß von Texas an die Vereinigten Stimh wie über diesen Anschluß selbst Folgendes: „Obgleich die ln lungen der englischen und französischen Gesandten in Merh welche die Unabhängigkeit von Texas festgestellt werden selle die einmüthige Erklärung des texianischen Kongresses gescheu und obgleich Mexiko nicht früher zur Anerkennung der polttst stenz seiner früheren Provinz sich bewegen ließ, als in den blicke, wo diese Existenz auf dem Punkte stand, in dem 8 anglo⸗amerikanischen Union für immer zu verschwinden, so doch keinen Grund, das bei diesem Anlasse von Cunlea Frankreich befolgte Verfahren zu bedauern. F. dieser Mächte zwischen den Eingriffen der Vereinigim ten und der Schwäche Mexiko's mußte unwirksan sobald der Entschluß von Texas peremtorisch erllüt Diese Vermittelung war aber das einzige würdige und s Verfahren, welches die europäischen Mächte einschlagen kon Thatsache, daß sie gemeinsam angeboten ward, bewies zu he daß weder Frankreich noch England irgend eine eigennüßzg Absicht auf jenen Theil von Nord⸗Amerika im Schilde sühn ehrt die französische Regierung höchlich, daß sie diesen ensste Beweis lieferte, wie falsch die früheren Beschuldigungen Calhe King's waren, welche von Ludwig Philipp und Guizot beh daß sie bezüglich Texas sich gegen Nord⸗Amerika ganz anden sprochen hätten, als gegen England. Allerdings war Frankreih als Großbritanien Willens, den Anschluß zu einem casus belline aber seine Agenten haben gewiß eben so eifrig als die unseria gearbeitet, die Vernichtung der texianischen Republik zu hintm Die Politik Frankreichs und Englands in dieser Frage wird ie schließlich durch ihre Interessen bestimmt; denn schwerlich im behaupten, daß eine dieser Mächte ein großes oder direktes dabei hatte, ob die Frage so oder anders gelöst wurde. Nieme sich anmaßen, mit Gewißheit vorherzusagen, ob der Anschluß! am Ende die Union kräftigen oder auflösen wird. Niemand sen, ob die Verbreitung einer Sklaven⸗Bevölkerung über dieß Gegenden und neuen Staaten nicht vielmehr den Sturz der letzung der Menschenrechte begründeten Institutionen beschleunigaf statt ihn zu verhindern. Vom millitairischen, seemännischen un dels⸗Gesichtspunkte aus steht die e. von Texas femn Louistana und den beiden Floridas an Wichtigkeit unendlich ut. Vereinigten Staaten besaßen schon umfassende Mittel, eine iln Seestellung im Meerbusen von Mexiko zu behaupten, uind de vinz Texas erweitert ihre Küstenlinie, ohne ihre nationalen da gungsmittel im mindesten zu verstärken. Die Nordamerikantn, noch immer die abgeschmackte Vorstellung hegen, daß irgend tm püische Macht, und insbesondere England, sich in Texas feststg die südliche Gränze der Union zu Lande angreifen möchte, ste⸗ als ob sie in dem Anschlusse die einzige Sicherstellung gegen einen aber so abgeschmackt, Befürchtung grundlos. Nicht solche aus der Luft gegriffen sichten haben die Handlungsweise der europäischen Staatemirn stimmt, sondern ihre Beweggründe waren höherer Art. N—. muß den Anschluß von Texas, wenn sie den ganzen Vorgang schaftslos überschaut, als eine der unverantwortlichsten Huß betrachten, die eine Nation jemals verübt hat. Bei den⸗ Stande der öffentlichen Meinung in Europa wäre ein solch, auf das Gebiet eines schwachen Staates dort ganz uf bar. Abgesehen aber von den politischen Ergebnissen’ es den europäischen Regierungen, durch ihre Vermisth zeigen, daß die Gesetze der öffentlichen Gerechtigkeit seits des Meeres nicht unbeachtet verletzt werden könm die wirkliche Vollführung des Anschlusses angeht, so haben i einigten Staaten keinen anderen direkten Gegner zu befüre

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finden. Das Konzert schloß mit dem zweiten Finale aus „Fidelio“, für das der Antheil trotz seiner langen Dauer durch die frische Kraft der Me⸗ lodieen, durch das freudige „Heil sei dem Tag“ nicht geringer als für die früheren Compositionen war. Man fragte sich, ob der folgende Tag, an dem man die Gegenwart der Majestäten erwartete, eine so erhöhte Stim⸗ mung auch in musikalischer Beziehung werde festhalten können. 8

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nags Naturforscher⸗Versammlung in Bonn.

B8 15. August fand in Bonn eine Sitzung der naturwissenschaftlichen Sexrtion der niederrheinischen Gesellschaft für Natur⸗ und Heilkunde statt. Die Anwesenheit des hochperdienten schwedischen Naturforschers und größ⸗ ten Chemikers seiner Zeit, Berzelius, gab der Versammlung einen besonde⸗ ren Glanz, und nicht nur die meisten Mitglieder beider Cerülonen waren erschienen⸗ sondern auch mehrere auswärtige Gelehrte als Gäste zugegen, unter Anderen Mulder, Professor der Chemie aus Uitrecht. Der zeitige Di⸗ rektor der Section, Professor G. Bischof, eröffnete die Sitzung mit einer freundlich ehrerbietigen Begrüßung für Berzelius und die anderen Gäste und sprach sodann über „die Entstehung des Steinsalzes“. Er wies nach, daß das Vorkommen desselben jn neptunischen Formationen keine andere Entstehung als aus dem Meerwasser haben könne, machte indeß auch auf den wichti⸗ en Umstand aufmerlsam, daß das Chlor⸗Magnesium in den Salzquellen eis in einem geringeren Verhältnisse gegen das Kochsalz, als in dem Mreer⸗ wasser vorkommt, welches seine richtige Deutung darin finde, daß dieses zerfließliche Salz aus seiner wässerigen Auflösung durch Verdunstung in der Luft sich nicht im festen Zustande abscheiden kann. Die Ansicht, daß manche Salzstöcke durch Sublimation entstanden sein könnten, verwarf er und zeigte, wie sie unvereinbar mit chemischen Verhältnissen sei. Er hielt es sogar für wahrscheinlich, daß das Kochsalz, welches man manchmal im Krater des Vesuvs nach seinen Eruptionen findet, nicht als solches subli⸗ AMitt, sondern aus salzsauren Dämpfen und Natron haltigen Laven gebil⸗

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Theil von Schweden wirklich im Steigen begriffen ist,

det worden sei. Der Vortrag lenkte sich hierauf zum Todten Meere, wel⸗ ches in neuerer Zeit die Aufmerksamkeit der Naturforscher ganz besonders auf sich gezogen hat, da sein Wasserspiegel ungefähr 1300 Fuß unter dem des Occans liegt. Es wurde gezeigt, daß das Wasser dieses Binnenmeeres als eine durch Verdunstung von Meerwasser entstandene Mutterlauge zu be⸗ trachten sei, aus der sich ungeheure Quantitäten Kochsalz herauskrystallisirt haben, welche einen mächtigen Salzstock darstellen würden, wenn es je ge⸗ schehen sollte, daß der Boden dieses Salzsees eben so stiege, wie ein großer und dadurch das Wasser Ein solcher durch Analogie begrün⸗

zum Abflusse in das Weltmeer käme. aus dem Meerwasser sich gebildet ha⸗

deter Vorgang zeigt, wie Steinsalzlager ben können. Endlich kam der Redner noch auf das merkwürdige Kaspische Meer zu sprechen. Er zeigte, wie der geringere Salzgehalt des Wassers desselben gegen den des Oceans, die Lage seines Wasserspiegels 76 Fuß unter dem des Schwarzen Meeres der Zufluß einer großen Zahl von Strömen und darunter des mächtigsten der alten Welt, der majestätischen Wolga, keine andere Vorstellung zulassen, als daß der Voden des Kaspischen Meeres seit undenklichen Zeiten gesunken sein und noch sinken müsse. Nur dadurch werde es erklärlich, wie das Kaspische Meer, von 4528 Quadrat⸗ Meilen Umfang, das Wasser von Flüssen aufnehmen könne, deren Flußgebiet wenigstens 10mal so groß ist, wie dennoch sein Wasserspiegel unter dem des Oceans liege, und wie sein Salzgehalt viel geringer als der des Weltmrers sei. Es ergab sich hieraus, wie die Ansicht, daß alles Wasser, welches diesem Meere zuströmt, durch Verdunstung wieder entweiche, völlig unhaltbar sei. Denn eine einfache Rechnung zeigt, daß die Verdunstung gus dem Kaspischen Meere Z0mal so viel betragen müßte, wie durchschnittlich aus einer gleich großen Fläche des Occans, ein Verhältniß, welches als unmöglich betrachtet wer⸗ den muß. Professor Mayer sprach über „das Gesetz der Schwere im menschlichen Körper.“ Zunächst wurden die Einwirkungen der Schwere in allgemeinen interessanten Verhältnissen in dem Baue der inneren Organe kundgegeben, namentlich in den Verschiedenheiten zwischen dem en⸗

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schen und Thiere, im Baue des Tentorium cerebelli, d

der Vena cava inferior, der Lage des Herzens und dere einer vom Sprecher bwobachteten Oeffnung an dem der meisten Säugethiere, vom Affen an, welche M. Foramen ju terius nennt, und welche bei den langhalsigen Säugethieren seht Das Vorhandensein dieser Oeffnung wurde durch Vorzeigung mehr schädel und dessen Mangel an Menschenschädeln nachgewiesen. nahm Berzelius das Wort und erzahlte in lebendiger Frische n heit Einiges aus dem wissenschaftlichen Verkehr, den er jüngst in! mit dem verdienstlichen Chemiker Reichenbach gehabt hatte, und sich auf des Letzteren Versuche mit sogenannten sensitiven Personn Der Gegenstand ist schon durch einige Aufsätze von Reichenbach, in „Liebig's Annalen der Pbarmacie“ abgedruckt sind, belanng sensitive Personen sind nämlich danach im Stande, chemisch⸗ und zusammengesetzte Körper, welche in Gläsern sich befinden ries in Papier vollkommen verdeckt eingewickelt sind, nach dem 60 der Hand zu unterscheiden, ob sie in die elektrisch⸗positive oder negan⸗ der Körper gehören, ferner, ob Wasser magnetisirt ist oder nicht u. gleich Berzeftuns sich über den eigentlichen thierischen Magnetismus, sehen u. s. w., keinesweges als ein vollkommen Gläubiger odet Uebe aussprach, so glaubte er doch die von Reichenbach in jener Weise 9 ekommene Kraft einer eigenthümlichen Einwirkung von Körpem chen von reizbarer Constitution nicht ohne Weiteres abweisen zu 19 bezog sich auf Experimente, welche er bei R. gesehen hatte und b bereits erfolgte Mittheilungen bestätigen dürften; er meinte aber 5 es noch sehr wiederholter Versuche mit anderen sensitiven Pels anderen Experimentatoren bedürfe, um die Thatsachen feststellen; Reichenbach sei zwar ein tüchtiger und sehr glaubwürdiger Na es müsse aber doch noch die vollkommene Ueberzengung, daß hier Tänschung von irgend einer Seite obwalte, durch mehrere g- männer erlangt werden, besonders da neben den oben angeführ

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par, auch in denjenigen Erscheinungen, in denen der Stern im Maximum

hchct wan ins Gebiet der höheren Musik, so unterliegt es keinem Pnner auf

schwache Regierung einer uneinigen Republik die Rechtfertigung dieses Kunststücks demokratischer Diplomatie ifft, so steht Nord⸗Amerika allein da und wird von der ganzen isirten Welt verurtheilt. Nicht wegen Texas an sich, sondern we⸗ der Grundsätze, welche die Regierung Nord⸗Amerika's schmählich ett hat, erhebt Europa die Protestation der Entrüstung, und die , die klügsten Bürger der Union stimmen in dieselbe ein. Die bloße tsache des Anschlusses von Texas halten wir für wenig bedeutend; aber Gesinnung, welche daraus von Seiten des amerikanischen Volks hervor⸗ „und die Wirkungen, welche ihr unvermeidlich in nicht ferner solgen werden, sind Gegenstände von höchster Wichtigkeit für die unft. Fortan muß die vornehmlich zu Gunsten einer grundsatz⸗ Partei aufgeregte Leidenschaft auf jede Gefahr befriedigt wer⸗ Jener demagogische Geist fehlt auch anderen freien Ländern zin England zählt er einen, in Frankreich viele Vertreter; aber sind Männer, welche die Einbuße des Vertrauens von Fürst und in die Opposition geworfen hat, während die Regierung beharr⸗ ein entgegengesetzes Verfahren befolgt. In den Vereinigten gten dagegen ist das Uebergewicht der unruhigen, ge⸗ nlosen Partei der Demokraten jetzt vollständig. Vergebens e man versuchen, die Thatsache zu verhehlen oder zu übersehen. die amerikanischen Besitzungen der Krone von England und die sältnisse unseres Landes zu den Vereinigten Staaten durch diese hscheuenswerthe Partei fortwährend und vorz geweise bedroht wer⸗ Die Furcht vor den brieischen Waffen ist der einzige Schutz un⸗ nordamerikanischen Besitzungen gegen eine Invasion. Der Besitz Hafens wie Halifax, die Schifffahrt auf dem Lorenzstrome und Beherrschung der Landseen sind für ein ehrsüchtiges Volk Gegen⸗ evon weit größerer Wichtigkeit, als die Erwerbung der Wildnisse Texas und Oregon. Für jetzt sind allerdings die Führer der de⸗ aischen Partei noch nicht auf einen Kampf mit England vor⸗ et: aber gewiß ist, daß Kanada ohne Weiteres angegriffen würde, nicht eine so starke Hand sich zu seinem Schutze erhöbe.“ Her David Salomons hat im Bezirk Portsoken, wo seine Wahl Aderman bekanntlich für ungültig erklärt worden, angezeigt, er sich mit dem neuesten Beschlusse der Legislatur zu Gunsten Glaubensgenossen zufrieden erkläre und deshalb nicht ferner die Wahl des jetzigen Alderman protestiren werde, indem seine llation auf öffentlichen und nicht auf persönlichen Motiven habe. Niederlande. Aus dem Haag, 16. Aug. (Journ. de la Haye.) Briefe, orgestern aus der Villa Sommariva am Comer⸗See hier ange⸗ en sind, melden, daß das Klima Italiens dem Gesundheits⸗Zu⸗ e Ihrer Königl. Hoheit der Frau Prinzessin Albrecht von Preußen zuträglich ist, wesbalb auf den Rath des Leibarztes Dr. Vehse⸗ beschlossen worden ist, nach dem Schlosse Kamenz in Schlesten zukehren, wo die frische Bergluft stets den heilsamsten Einfluß bie Gesundheit Ihrer Königl. Hoheit ausgeübt hat. Selgien. Brüssel, 16. Aug. Der Moniteur veröffentlicht jetzt die hen Belgien und den Niederlanden für die Anlegung eines Seiten⸗ ls bis zur Maas zwischen den Städten Lüttich und Maestricht chlossene Uebereinkunft. Die antwerpener Journale bringen eine Uebersicht der Ein⸗ und uhr dieses Hafens im Monat Juli. Nach derselben wurden un⸗ uderen Artikeln zur See eingeführt 10,840 Ballen Kaffee, 5842 Baumwolle, 71,000 Häute, 9057 Kisten und 143 Fässer g. Unter den sowohl zu Wasser als zu Lande ausgeführten dnal⸗Erzeugnissen befinden sich 52,670 Kilogramme Baumwollen⸗ lebe, 3970 Kilogr. Baumwollengarn, 11,093 Kilogr. Leinengarn, Klogr. gewebtes Leinen, 19,913 Kilogr. Wollentuch, 650,000 gr. Eisen und Eisen⸗Arbeiten; für 60,000 Fr. Waffen, 50,000 gr. gegossenes und geschliffenes Glas, 910,000 Kilogr. Fenster⸗ 8 24,880 Fr. Spiegel und nicht über 354,000 Kilogr. raffi⸗ r Zucker. Der bekannte Naundorf, früher Uhrmacher in Krossen, welcher den Titel Herzog der Normandie, Sohn Ludwig's XVI., beilegte längere Zeit diese Rolle fortspielte, ist in Delft, wohin er sich den halber aus Eugland begeben, am 10ten d. M. gestorben. hHinterläßt eine zahlreiche Familie. Am 3lsten d. M. ist die den Luxemburgern und Limburgern zu⸗ ndene Frist zu ihrer Erklärung, ob sie ihre Eigenschaft als Bel⸗ wieder zu erlangen beabsichtigen, verstrichen. Am 15. September wird in Antwerpen der öffentliche Verkauf Niesen⸗Dampfbootes „British Queen“ stattfinden. Das Mobiliar Dampfbootes wird am 25sten versteigert. Das Schiff wird, wie cheint, spottwohlfeil verkauft und auseinandergebrochen werden en, da dasselbe für die meisten Fahrten zu große Kosten machen hehentende kostspielige Reparaturen erfordern würde.

x Paris, 16. Aug. Einer der französischen Offiziere, welche nwärtig zu S. Sebastian sich befinden und also Augenzeuge der ist, die dort zu Ehren der Anwesenheit der Königinnen und der antin von Spanien gegeben werden, entwirft von dem Zustande spanischen Truppen, welche die Königin Isabella am 10ten die erung hat passiren lassen, eine sehr günstige Schilderung. Nach

. E111“ in Mexiko; was

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seinem Schreiben vom 11ten bestanden diese Truppen aus wei Ba⸗ taillonen des Regiments „Mallorca“, aus 9. Sent,E. Ba⸗ von Logrosio und einem Bataillon von Palencia, aus einer Escadron reitender Jäger, einer Compagnie Veteranen der Artillerie und einer Abtheilung Gendarmerie zu Pserte. Haltung, Bekleidung und über⸗ haupt das ganze Aussehen dieser Truppen ließen nichts zu wünschen lübrig, und besonders machte sich die Infanterie bemerklich durch die Genauigkeit und Sicherheit aller ihrer Bewegungen, sowohl in den Handgriffen und bei Führung der Waffen überhaupt, als in den Evolutionen. Die Truppen waren in zwei Linien auf dem Glacis aufgestellt; die Königin fuhr in offenem Wagen, ihre erhabene Mutter ihr zur Rechten sitzend, die Infantin ihr gegenüber, durch die Reihen. General Narvaez, der seit der Ankunft eines Unwohlseins das Zimmer hatte hüten müssen, ritt am rechten Schlage des Kbniglichen Wagens. Unter dem tausendstimmigen Rufe: „Es lebe die Königin!“ in welchen die Masse der herbeigeströmten Zuschauer einstimmte, defilirten die Truppen zuletzt in musterhafter Ordnung vor der Königin vorüber, worauf Ihre Majestäten und die Infantin unter einem Zelte Platz nahmen, das auf der Bastion des Landthores errichtet war. Von da aus sahen sie dem krie⸗ gerischen Schauspiele eines Scheinkampfes zu, welchen die Truppen nun vor ihren Augen ausführten. Dieser stellte einen Ausfall der Garnison vor, um den Feind zurückzutreiben, der sich nach dem Plane durch Ueberrumpelung eines wichtigen Punktes in der Nähe des Platzes bemächtigt hatte und gegen diesen schon eine Batterie zu er⸗ richten begann. Die Artillerie des Forts und des Platzes unterstütz⸗ ten mit ihrem Feuer den Ausfall und den darauf folgenden Rückzug der Garnison, als diese, durch überlegene Streitkräfte unvermuthet angegriffen, zur Rückkehr in ihre Werke sich genöthigt sah. Alle diese Bewegungen wurden mit eben so viel Zusammengreifen als Genauig⸗ keit, unter der Leitung des General⸗Capitains Jose de la Concha und des Kommandanten der Provinz Guipuzco, Generals Barrenechea, ausgeführt. Der General Narvaez blieb während des ganzen Ma⸗ növers an der Seite der Königin. Die Stadt war täglich noch mehr mit Fremden überfüllt, den größten Zudrang erwartete man aber erst für die Tage, wo die Stiergefechte stattfinden sollten.

Die letzten Nachrichten aus Catalonien sagen, daß dae Loosen für die Conscription in Gerona ganz ruhig vorübergegangen ist, da eine imposante Truppenmacht zur Erhaltung der Ordnung dort auf⸗ gestellt war. Zu Barcelona und in der Provinz war die Stimmung noch immer gegen manche Maßregeln der Regierung, aber dieser stan⸗ den hinreichende Mittel zu Gebote, um die Unzufriedenen im Zaume zu halten. General Prim, den man zu Barcelona angekommen glaubte, hatte von Marseille aus ein vom 31. Juli datirtes Schrei⸗ ben an den spanischen Konsul zu Perpignan gerichtet, worin er ihm

anzeigt, er werde Kraft der ihm ertheilten Erlaubniß zum Reisen im

Auslande, nach Italien abgehen.

Vereinigte Staaten von Nord-Ameriha.

London, 16. Aug. Das Dampfschiff „Britannia“ hat gestern Nachrichten aus New⸗York vom 31. Juli nach Liverpool über⸗ bracht, denen zufolge die Stadt New⸗York am 19ten desselben Mo⸗ nats von riner großen Feuersbrunst heimgesucht worden ist. Ein Salpeter⸗Lager, welches sogleich beim Ausbruch des Feuers in der New⸗Street von den Flammen ergriffen wurde, bewirkte eine so schnelle Verbreitung desselben, daß nach vier Stunden um 8 Uhr Morgens über zehn Straßen in Flammen standen. Erst umMittag gelang es den fast übermensch⸗ lichen Anstrengungen der Löschmannschaften, der weiteren Verbreitung des Feuers Einhalt zu thun; 302 Häuser aber waren gänzlich zerstört und ein Eigenthum von nahe an 10 Mill. Doll. vernichtet. Auch mehrere Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein. Der Courier and Enquirer giebt den Verlust nur auf 5 Mill. an und fügt hinzu, daß überhaupt keine üblen Folgen für den Handel zu fürchten wären, da der Schaden nur versichertes Eigenthum be⸗ troffen hätte. Indeß soll die Hälfte des Kapitals der Versicherungs⸗ Gesellschaften in den Staaten dadurch in Anspruch genommen sein.

Aus Texas wird gemeldet, daß der Konvent zu Austin am 4. Juli einstimmig die Vorschläge in Betreff des Anschlusses an die Vereinigten Staaten angenommen hat, und dier Republik nunmehr als ein Staat der Union betrachtet werden kann. Diese Entscheidung des Konvents wurde erwartet, und die Nachricht hat daher keine weitere Sensation hier erregt. Wie der New⸗York⸗Courier berichtet, ist es nicht wahrscheinlich, daß Mexiko an die Gränze von Texas Truppen senden oder überhaupt gegen die Vereinigten Staaten einen Krieg eröffnen werde.

11““ 882— Zur Statistik Moskau's. üseh. Nach den neuesten, durch das Offizielle wie durch das Wissenschaftliche ihrer Angaben rühmlichst ausgezeichneten Ober⸗Polizeimeister⸗Berichten be⸗ trug die Bevöllerung Moskau's am 1. Januar 1842 im Ganzen 349,167 Einwohner, wovon 216,181 dem männlichen und 132,986 dem weiblichen Geschlecht angehörten. Das männliche Geschlecht überwog das weibliche um beinahe 63 „Ct., eine Erscheinung, die in ähnlicher Art auch in St. Petersburg vorfommt, und die aus freilich erllärlichen Ursachen ganz im Gegensatz zu der Vertheilung der Geschlechter in den meisten übrnigen Städten Euro⸗ pa's steht. Die obige Einwohnerzahl vertheilte sich auf die einzelnen Stadttheile folgendermaßen:

zu San Sebastian wegen

der Verstorbenen ein nicht so ungün ges Verhältniß,

S ersonen männl. Geschl. Es wohnten im nk. 1 89 in Kitaigvrod 8 6E Beloigorod 5 25, . siwan us in Semlänigorod 61,3220 40,405 101. in den Sloboden. 114,169 63,232 17754 1 in Summa, wie oben, 216,181

132,986 349 Nach den Konfessionen geordnet gab es: 49,167

—— männl. Geschl. weibl. 1 Bekenner der griechisch⸗russischen Religion 112, 8890r bo 4,173 2,320

2,300 4,650 19 321 105 2066 61 8

1, 3,382 9.

1 225

weibl. Geschl. ü. Erlch esareeen

8

Anglikaner. Armenier.

in Summa, wie oben 216,181 349,167 Was endlich den Stand anbetrifft, so zählte b

Personen

männl. Geschl. weibl. Geschl. 1

2,483 3,9078 3 33,779 26,507 8,757 7,802 48,732 46,443 33,697 20,931

752 985

die Geistlichkeit der Militair⸗ und Civilstand die Kaufmannschaft aller drei Gilden. die Bürgerschaft nebst den Handwerkern das Gesinde (Leibeigene nebst Miethlingen) der Bauernstand 88,733 28,225 iihn Summa, wie bben 216,181 132,986 Während des Jahres 1842 wurden in Moskan geboren 8 4434 Knaben 8 4135 Mädchen zusammen 8500 Kinder. S Dagegen verstarben im Laufe des Jahres 7,586 Personen männmlichen Geschlechts 6,344 5„ weiblichen 5 zusammen 13,930 Personen. ““ Kopulirt wurden 1405 Paare. Von den Verstorbenen griechisch⸗nufftscher Konfession in Moskau, deren Zahl 9276 (4867 männl., 4909 wesbl. Geschj.) betrug, starben unter 5 Jahren 3461, also 37 pEt. fämmflicher Verstorbenen »„ 25 50 „»„ 2493, 24 50 75 8 1667, 8 18 » 75 100 472, , 5 » d über 100 Jahr alt 6, » 1 u Unter den mehr als hundertjährigen Greisen erreichte einer ein Alter von nahe 120 Jahren, und einer wurde zwischen 125 und 130 Jahre alt. Seowohl die ungewöhnliche Sterblichleit der Kinder, als das hohe Lebens⸗ alter der Greise ist eine überraschende Erscheinung. Mangel an gehöriger Pflege und Beaussichtigung, vielleicht auch die ziemlich barbarische Sitte der Taufe durch dreimaliges völliges Untertauchen der oft kaum 24 Stun⸗ den alten Kinder; der Umstand ferner, daß viele der eugeborenen gleich bei oder bald nach ihrer Geburt dem Findelhaufe übergeben werden, welches bei aller seiner humanen Einrichtung doch nie dem Kinde eine wahrhaft mütterliche Pflege gewähren kann: diese und manche andere Verhältnisse dürften geeignet sein, die so große Sterblichkeit in den Jahren des zarteren Kindesalters zu erklären, während andererseits die große Zahl derer, die ein hohrs Alter erreichen (212 starben zwischen 80 und 90, 54 zwischen 90 und 100 Jahren; 6 wurden, wie wir sahen, über 100 Jahre alt) in der unge⸗ wöhnlichen Lebenskraft der russischen Nation ihren Grund hat, die durch frühe Abhärtung des Körpers gegen Strapazen und Mühen aller Art, durch große Mäßigkeit und zum Theil auch durch einen gewissen Stumpfsinn, der die aufreibenden geistigen Leden und Leidenschaften fernhält, bewirkt wird. Durch die große Zahl der in der frühesten Lebens⸗Epoche Verstorbenen kam es hauptsächlich, daß sich ein so erheblicher Ueberschuß der Sterbesälle gegen die Geburten herausstellte. Derselbe betrug 5361 Individuen, so 8a Moskau's Bevölkerung am 1. Januar 1843 betragen haben würde 1 . 349,167 Seelen, 1 5,361 4

2

60,286 16,569 95,175

v1“ He

weniger

d. h. 343,806 Seelen, 1

wenn nicht durch das Uebergewicht der anziehenden gegen die abziehenden Personen jener Verlust reichlich wieder ausgeglichen worden wärc.

Die offizielle Anzeige für den Bevölkerungsstand der alten Zarenstadt

machte namhaft am 1. Januar 1843: Bekenner griechisch⸗russischer Konfession 34 Lutheraner 8 . KMmatholiken - hn Reeformirte 386

Anglikazer. 56864ööövS . 226 dnelu⸗ ennease . 273 8 8 8

Mauhamedaner. . 171 182 257 im Ganzen.... 357,785 Seesen, d. h. 13,379 mehr, als wir oben durch die Abwägung der Grburten gegen die Sterbefälle gefunden hatten. Diese Zahl muß, wenn alle anderen An⸗ gaben sonst richtig sind, den Zuschuß der Bevölkerung durch die Mehrzahl der Eiwanderungen bezeichnen; und sie ist ungleich größer, als dirs in den meisten gleich großen Städten, z. B. in Berlik, Wien, Rrapel, der Fall ist, wo, wie namentlich in Berlin, das Uebergewicht der Einwanderungrn doch auch schon sehr bedeutend ist. Jene Fenr deckt nicht nur den Abgang der Bevölkeruug mit 5361 Seelen, der in Moskau durch die Todrofälle erfolgte, sondern sie erhöhte den Stand der Bevölkerung des nächstvorangehenden Jahres selbst noch um 8,018 Seelen.

Vom Jahre 1843 liegen uns die Listen über die Volksbewegung noch nicht vollständig vor. Wir besitzen sie nur von den Bekennern der griechisch⸗ russischen und der römisch⸗bLatholischen Konfession. Sie zeigen hinsichtlich als das Jahr 1842,

ien noch manche andere von R. auf diesem Felde gemacht worden seien, e Berzelius nicht selbst habe prüfen können. Derselbe lud daher sehr die Gegenstände der Reichenbachschen Aufsätze nicht sogleich in das Gebiet cher anderer sehr zweifelhafter thierisch⸗magnetischer Dinge zu verweisen, lmehr genau und vielseitig auf dem Erfahrungswege zu pruͤfen, da sie dieses seiner Meinung wohl werth sein möchten. Zuletzt sprach noch Professor elander „über die veränderlichen Sterne im Allgemeinen und beson⸗ über den Stern dieser Art, den Hevel „„Mira““ genannt hat.“ dem A. seine Methode, die Lichtverhältnisse zu bestimmen und graphisch haulich zu machen, kurz angegeben hatte, legte er der Versammlung ein t vor, auf welchem eine Darstellung des Lichtwechsels des „Mira“ wäh⸗ acht verschiedenen Perioden, vier von ihm selbst beobachteten und vier 8 vergeichnet war, aus welchen sich auf eine in die Augen fallende Weise „wie der Verlauf dieses Lichtwechsels jedesmal ein ganz verschiedener gewe⸗ dieselbe Helligteit erreicht hatte. Nur die beiden Erscheinungen von 1660 9 zeigten, mit Ausnahme der Zeit um das Maximum, eine fast immene sebereinstimmung; und der Vortragende stellte die Frage: ob sc hieraus auf eine gröoßere, mehrere kleinere in sich fassende Periode seßen sci, und bedauerte, diese Frage bei dem Mangel an gufen äl⸗ Zeobachtungen nicht entscheiden zu lönnen. Diese verschiedenen eilungen gaben zu vielfachem mündlichen Verkehr und zu mancher er⸗ Erörterung Anlaß; die naturforschenden Freunde blieben den Abend nem heiteren Mahle zusammen, sich herzlich freuend, Berzelius in ihrer zu besitzen. 8* (K. Z.)

Dobrzyüski's Compositionen.

bisher größtentheils nur Deutschland, Italien und Frankreich wie en, in Werken das veredelte Kunstgefühl seine volle

Beftiedigung fand. Alles Uebrige, was in diesem Gebirte geschab, waren

nur schwache Versuche, mit den anerkannten Meistern zu ringen, oder zur Bereicherung und Vermannigfaltigung des Bühnen⸗Repertoirs nach Kräften mitzuwirken. Vor kurzem hatten wir aber die Gelegenheit, uns zu überzeugen, wie doch aus manchem dieser Versuche die schönsten Resultate sich herausstellen. Seit einiger Zeit verweilt nämlich in unserer Mitte ein anerkennenswerther Komponist, Herr Dobrzvuvnski aus Warschau. Derselbe gewann sich hier zuvörderst durch seine Compositionen kleineren Umfangs in Quintetten ge⸗ setzt, welche hier in Privatzirkeln gespielt wurden, die Achtung und Liebe der besten Musilkenner Berlins. Doch war dies gleichsam nur ein Probir⸗ stein seines Talents und seiner gründlichen Ausbildung im Gebicte der hö⸗ heren Kunst. Die eigentliche Absicht, die Herrn Dobrzpuiski nach Berlin führte, war, seine Oper „Montbar, oder die Flibustier“ hier auf die Bühne zu bringen. Da sich diesem Wunsch aber Hindernisse entgegenstellten, so begnügte er sich mit der Genehmigung, einige Stücke aus seiner Oper als Konzertmusik im Schauspielhause aufzufüuhren.

Von den Stücken, welche wir auf diese Weise aus der Oper „Montbar“ hörten, trägt die Onvertüre das Gepräge einer eigenthümlichen Productions⸗ kraft an sich und genügt ihrer Anfgabe, indem sie den Entwurf für das Ganze und die Andeutung dessen giebt, was das Hauptmotiv des Kunst⸗ werkes zu sein scheint. In einer darauf folgenden Ballade für die Tenorstimme, die von Herrn Pfister ausgeführt wurde, bekundete der Komponist eine un⸗

ewöhnliche Geschicklichkeit, die Worte und den Inhalt treffend durch die Kusik zu schildern und bewegte sich dabei durchgehends in einer eigenthüm⸗ lichen, durch treffende Modulationen sich auszeichnenden Melodie. Eine von Fräulein Brexendorf gesungene Romanze ist zwar etwas monoton ausge⸗ fallen, eine und dieselbe Melodie wiederholt sich zu ost, als daß sie auf den Zuhörer einen besonderen Eindruck machen könnte; da wir indessen den Text entbehren müssen, so wissen wir nicht, worin der Grund davon zu suchen ist, in dem trockenen monotonen Inhalt des Textes, oder darin, daß der Komponist in diesem Stücke weniger glücklich war. Hieran schloß sich

ein Rondo à la Cracoviac, welches von denjenigen am besten Fef

werden kann, denen der Charakter des naiven Krakauervolfes bekannt i Wie in jeglicher Hinsicht, so spricht sich auch besonders im Tanze die Nai⸗ vetät und Munterkeit des Krakauers aus. In seinem noch ans Ritzerliche erinnernden Kostüm, in der rothen viereckigen Mütze, mit dem Beile an der Seite, glaubt er aller Welt trotzen zu können, und dirs malt sich charake⸗ ristisch genug in seinen Krakowiaken. Der Komponist hat hier zwar kein neues Thema geschaffen, er nahm das populärste auf, hat es aber so ge⸗ schickt zu einem Kunstwerk erweitert, daß es durchweg eine und dieselbe Hat⸗ tung behauptet. Ein Chor, welcher im Kostüm aufgeführt wurde, baecn kräftig die Lebhaftigkeit der zechenden Banditen. Die Musik eines Bolero, getanzt von Madame Brue, erinnert stark an die Lieder der Kosaken; ein Urtheil über dessen Darstellbarkeit zu fällen, wollen wir indessen der Tän⸗ zerin selbst überlassen. Herr Dobrzoriski hat sich sonach, wir mancher an⸗ dere seiner Landsleute wir erinnern nur an Lipinski erst im Aus⸗ lande die verdiente Anerkennung erworben, um sie auf heimi chen Boden zu übertragen. Es ist zu erwarten, daß sie ihn zu weiterer Ausbildung seines schönen Talents lebhaft ermuntern wird. ae. inaüh vhegrre. set. W3I1I1“ Gotha. Der Pfarrer J. C. Ortmann in Steinbach hat in ber Müllerschen Buchhandlung allhier so eben eine Schrift unter dem Titel: „Der Tod und die Todesfeier Dr. M. Luther’s. Eine Ä- zur dreihundertjährigen Gedächtnißfeirr des Todrstages, des 18. uar 1846“ (Preis 6 Ngr.), erschrinen lassen, welche in Wohlgemuth’'s Buch⸗ handlung in Berlin, Scharrnstraße Nr. 11, vorrärhig ist. Dem Verfasser gebührt der Dank, daß er auf eine so hochwichtige Feier zuerst hinweist und uns in seiner Schrift zeigt, wie in virlen Städten Deutschlands 1646 und 1746 Luther’s Todestag feierlich bega wurde, auch zugkrich in vie⸗ ser Schrift Andeutungen zur Feier des Jahres 1846 giebt.