1845 / 233 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

geywichen.

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von Salerno am 20sten oder 21sten d. auf dem Schloß von Eu er⸗ wartet.

Die Anwendung des neuen Patent⸗Gesetzes hat bei der Aufstel⸗ lung der Wahllisten ganz unerwartete Resultate ergeben. Viele der seitherigen wahlberechtigten Personen sind, wie die so eben veröffent⸗ lichten Listen zeigen, nicht mehr bis zu 200 Fr. oder darüber, dem zur Wahlberechtigung erforderlichen Census, besteuert. Die Opposi⸗ tion behauptet, daß die in solcher Weise ihres Wahlrechts Beraub⸗

vornehmlich aus den Reihen der Opposttion genommen worden

n, während das Steuer⸗Patent vieler ministeriell gesinnter Perso⸗ nen, insbesondere aus dem Handelsstande, nunmehr auf 200 Fr. erhöht woorden sei, nur um die Stimme dieser neuen Wähler bei der nächsten Er⸗ neuerung der Deputirten⸗Kammer zu erhalten. Thatsache ist es indeß, deaß durch die Ausführung des neuen Patentgesetzes die Zahl der Wähler im Allgemeinen bedeutend verringert worden. Die Zahl der Wähler in Paris belief sich noch am 20. Oktober v. J. auf 20,30 1l; jetzt nach den neuen Wahllisten ist sie auf 15,952 e, es sind also nicht weniger als 4349 Wähler in Paris allein beseitigt worden. Wenn ein ähnliches Resultat sich auch in den übrigen Theilen des Königreiches herausgestellt hat, so wird die Zahl der Wähler von ganz

Frankreich, welche im vorigen Jahre 220,000 betrug, für das Jahr 1845

um mehr als 10,000 verringert worden sein. Die 459 Deputirten, welche Frankreich zu repräsentiren berufen sind, werden fortan nicht mehr von 220,000 Wählern bei einer Volkszahl von 32 Millionen Einwohnern, sondern nur noch von etwa 175 180,000 Hochbesteuer⸗ ten in die Kammer geschickt werden. Man erwartet, daß diese Aen⸗ derung dazu beitragen wird, die Zahl und die Eindringlichkeit der Petitionen, welche nun schon seit fünf Jahren erneuert werden, um eine Reform des Wahlcensus zu verlangen, noch zu steigern. Aus dem Departement der Nieder⸗Seine vernimmt man bereits ebenfalls vpoon einer Verringerung der Wählerzahl. Im vorigen Jahre betrug dort die Zahl der Wähler 8868; in diesem Jahre ist sie auf 8446

ge⸗ en

Herr Dutacg hat nun das Commerce für 100,000 Fr. kauft, und Herr Gufllemot wird, dem Vernehmen nach, Redacteur Chef dieses Blattes werden.

Graf Rossi wird, dem Vernehmen nach, im Laufe des nächsten Septembers Rom verlassen und sich von da vorerst nach Genf, seiner Geburtsstadt, wo er bis zum Anfang des Winters verweilen würde, begeben. Es verlautet noch nicht, welcher Diplomat den Botschafter⸗ posten in Rom erhalten werde. Einige Personen behaupten, dieser Posten sei Herrn von Glücksberg vorbehalten.

„Die Befestigungs⸗Arbeiten um Paris werden mit solcher Thätig⸗ keit betrieben, daß man glaubt, sie würden gegen Ende dieses Jahres vollendet sein.

Einige Blätter hatten wieder die Nachricht gebracht, Meyerbeer habe einen neuen Kontrakt mit Leon Pillet abgeschlossen und werde in den ersten Tagen des März eines seiner noch nicht hier gehörten Werke auf dem Theater der großen Oper zur Aufführung brin⸗ gen. Die Gazette musicale erklärt sich indeß ermächtigt, diesem Gerücht zu widersprechen und zu versichern, daß Meyerbeer dem Di⸗ rektor der großen Oper nichts versprochen, sondern im Gegentheil förmlich angezeigt habe, er werde in diesem Winter hier keine seiner neuen Opern aufführen, wohl aber vor Ende des Monat August in Paris eintreffen.

In französischen Renten war heute an der Börse der Umsatz von geringem Belang. In Eisenbahn⸗Actien war, nach nunmehr beendigter Liquidation, wieder sehr umfangreiches Geschäft. 5proz. 121 Fr. 85 C.; 3proz. 84 Fr. 45 C.; Neapel 101 Fr. 45 C.; Zproz. inl. 30 ⅛½ ½ pr. ult. Anugust. ühss

18

x Paris, 17. Aug. Die Blätter haben neulich die Proclama⸗ tion des Marschall Bugeaud bei seinem Anrücken gegen die Kabylen⸗ stämme des linken Ufers des oberen Sebau gegeben. Diese richte⸗ ten darauf, als der Marschall nach Bestrafung der zunächst schuldi⸗ gen Stämme wieder umkehrte, ein Dankschreiben an denselben. Dies Schreiben, das von den Beni⸗Raten ausgegangen ist, welche die über⸗ wiegende Bevölkerung der Gebirgskette ausmachen, die sich vom Wed Kseb bis zur Wasserscheide zwischen dem kleinen Flusse Suman und dem Wed Sebau ausdehnt, verdient allgemeiner gekannt zu werden, da es klar die Gesinnungen jener Kabylen zeigt und auf ihr Verhält⸗ niß zu den Franzosen ein helles Licht wirft. Es lautete wörtlich so:

„Gott sei gelobt. Von Seiten aller Leute der Beni⸗Raten, Marabuts, Scheriss, Großen und Ackersleute, an Se. Herrlichkeit, den sehr ausgezeich⸗ neten Marschall, Sultan von Algerien. Nach der Be rüßung setzen wir Euch in Kenntniß, daß Euer Brief uns zugekommen 62 und wir haben dessen Inhalt verstanden; wir danken Euch fär die guten Rathschläge, die Ihr uns gebt. Auch sind wir Euch dankbar für die sehr edelmüthige Weise, in der Ihr uns verschont habt. Ihr habt uns behandelt, wie jeder Fürst von Eurer Art es bei dieser Gelegenheit gethan haͤtte. Ihr habt uns ver⸗ sprochen, daß uns kein Leid zugefügt werden solle, und Ihr habt uns Wort gehalten. Unsererseits haben wir Euch auch geachtet und haben uns nicht gerührt. Was die Amrauas betrifft, so besteht seit sehr alter Zeit zwischen uns und den Zernuls des niederen Landes ein gewisser Grad von Mißhelligkeit, und immer fing die stärkere Partei mit ihrem Gegner Alles an, was ihr gut dünkte. Wir bitten CEuch, uns deshalb nicht zu zürnen und uns keine orwürfe darüber zu machen. Alles dieses ist vielen Leuten bekannt, die Euch davon unterrichten

können. Wenn Ihr die Wiederversöhnung der Stämme wollt, so schickt Ihnen große Marabuts. Aber eines großen Sultans, wie Ihr, ist es icht wuͤrdig, sich mit so kleinlichen Dingen abzugeben. Anlangend die

Handels⸗Verbindungen, welche zwischen Euch und uns bestehen, so wünschen

wir dieselben fortgesetzt zu sehen, und daß Niemand ein Hemmniß denselben in den Weg lege. Unseren Gruß.“

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8

Der Marschall schrieb ihnen auf der Stelle folgende Antwort: „An alle Großen u. s. w. Ich habe eure Antwort erhalten und den Inhalt derselben verstanden. Der Wunsch, den ihr zu erkennen gebt für Aufrechthaltung des Friedens und Fortsetzung des Handelsverkehrs, ist sehr lobenswerth und in Uebereinstimmung mit meinen Wünschen und meinem Geschmack. Aber ich habe bemerkt, daß ihr vermeidet, von Ben Salem und von Bel Kassem oder Kassi zu sprechen. Habt ihr etwa Lust, noch ferner ihren Worten und bösen Rathschlägen zu folgen? Ich habe euch schon gesagt, daß euch das nur Unglück zuziehen würde. Ihr sagt mir, daß schon zu Zeiten der Türken Mißhelligkeit zwischen euch und euren Nachbarn der Ebene bestand, daß der Stärkere mit dem Anderen anfing, was er wollte, und daß die Türken dazu die Augen zudrückten. Wenn ihr den Unter⸗ schied zwischen uns und den Türlen nicht begriffen habt, so will ich ihn euch sagen. Die Türken waren nicht stark genug, um ih⸗ ren Willen Iedermann, und besonders den Kabylen, auszuerlegen, während wir mehr Stärke besitzen, als nöthig ist, nicht nur um mehr Land zu erobern, als wir schon haben, wenn wir es wollen, sondern auch um den Stämmen, die uns unterworfen sind, Achtung zu verschaffen. So laßt es euch denn wohl gesagt sein, daß ich, ohne mich mit euren vergangenen Händeln zu befassen, jede Beleidigung oder jeden Schaden, die den Stäm⸗ men zugefügt werden sollten, welche unserem Gesetze gehorchen, als einen Kriegs⸗Angriff gegen mich betrachten werde. Ich habe nicht nöthig, Ma⸗ rabuts euch zu senden, um euch wieder zu versöhnen, wie ihr mir es anra⸗ thet. Das geht mich nichts an, thut es selbst, wenn ihr wollt, und es ist besser, mit seinen Nachbarn in gutem Einverständnisse zu leben, als in Uneinigkeit. Was mich angeht, so verlasse ich mich auf meine Stärke und auf meine Gerechtigkeit. Meinen Gruß. Der General⸗Gouverneur von Algerien. (gez.) Marschall Herzog von Is ly.“ 8

Diese Antwort soll durch ihre Energie großen Eindruck auf die Kabylenstämme hervorgebracht haben. Den Amrauas hat der Mar⸗ schall befohlen, sich wieder auf dem Gebiete festzusetzen, von welchem der Feind sie verjagt hatte.

Man vernimmt aus Algier wieder Klagen über die Verheerun⸗

gen, welche alljährlich in dieser Jahreszeit die Krankheit des Landes unter der arbeitenden Klasse anrichtet. Doch scheint sie in diesem Jahre nicht so stark zu wüthen, wie im vorigen, wenigstens in der Ebene nicht. Eine sonderbare Beobachtung will man gemacht haben, daß sie nämlich da weniger gefährlich auftrat, wo man die Oleander⸗ sträuche abgeschnitten hatte, und gar nicht, wo diese Sträuche nicht wachsen. Daß man es mit der Beobachtung der Quarantaine⸗Maßregeln zu Toulon noch ziemlich genau nimmt, zeigt das Verfahren, welches man gegen das spanische Linienschiff „Soberano“ dort beobachtete. Dasselbe war mit 650 Mann an Bord von Barcelona und zuletzt von Palma im Hafen von Toulon angekommen, hatte aber kein Ge⸗ sundheits⸗Patent bei sich. Es wurde daher in Quarantaine gesetzt, obgleich es notorisch keinen anderen als die zwei genannten spanischen Häfen berührt hatte. Dies ist. jedenfalls sonderbar, wenn man damit zusammenhält, daß die aus den Ländern, wo Pest und gelbes Fieber anerkannt oft herrschen, kommenden Schiffe frei zugelassen werden sollen, ohne Quarantaine halten zu müssen.

Großbritanien und Irland.

London, 16. Aug. In Folge der Absetzung eines orangisti⸗ chen Beamten, Watson, weil er bei einer Orangisten⸗Versammlung in Lisburn den Vorsitz geführt und die beschlossenen Resolutionen als Vorsitzender unterzeichnet hatte, ist dem Lord⸗Lieutenant von Irland von Herrn James Rose Cleland, Vice⸗Lieutenant der Grafschaft Down, sein Entlassungs⸗-Gesuch mit einem Schreiben eingesendet wor⸗ den, in welchem er hochlich bedauert, daß die Regierung einen solchen äußersten Schritt gegen seinen hochverehrten und hochgeachteten Freund für nöthig erachtet habe, der in seinem langen und verdienstvollen Leben sich stets durch Loyalität gegen die Krone und Anhänglichkeit an die britische Verfassung ausgezeichnet habe, und dessen Charakter so hoch wie der irgend eines anderen Mannes in der ganzen Provinz stehe. „Ihn herabsetzen ist unmöglich“, fährt der Brief⸗ steller fort. „Der Versuch schon hat allgemeine Entrüstung hervor⸗ gerufen. Anstatt der Verminderung seines Einflusses wird dieser nur zehnmal größer werden und ihn noch mehr in der Zuneigung des Volks erhöhen. Ein solcher Schritt wird, wie ich besorge, unter den obwaltenden Verhältnissen ernste Folgen haben. Die protestantischen Gemüther sind aufgeregt durch die Erfahrung, daß die von 1,300,000 loyalen Unterthanen Ihrer Majestät unterzeichneten Petitionen (gegen die Dotirung von Maynooth) unbeachtet blieben, daß Lord Stanley ste eine Faction nannte (was sie weit von sich weisen) und der Herzog von Wellington passiven Gehorsam forderte. Sie begrei⸗ fen, daß Unterwerfung auch ihre Gränzen habe. Denn hätten ihre Vorfahren unter Jakob II. im Sinne des Herzogs gehandelt, so würde unsere allergnädigste Königin nie auf dem britischen Throne gesessen haben. Die Protestanten oder Orangisten, denn das sind gleichbedeutende Namen, fühlen es, daß sie aufgeopfert werden sol⸗ len, um eine Partei zu versöhnen, die den sächsischen Namen verab⸗ scheut. Sie vereinigen sich daher nicht zu angreifenden Zwecken, son⸗ dern zu gegenseitiger Vertheidigung und zur Stütze der protestanti⸗

Es können Zwangsmaßregeln zu ihrer Unter⸗

schen Constitution. drückung durchgesetzt werden, die aber loyale Leute in unmuthige Un⸗ Um daher zu vermeiden, als

terthanen verwandeln werden.... Werkzeug zur Beleidigung von Männern gebraucht zu werden, die ich achte, muß ich Ew. Excellenz ersuchen, meine Resignation als Vice⸗ Lieutenant der Grafschaft Down, welche Stelle ich mit der eines Vice⸗Gouverneur seit 42 Jahren bekleide, anzunehmen.“

Auf unserem Kornmarkt herrscht jetzt eine ziemliche Bewegung, indem Spekulanten fast den ganzen feilgebotenen Weizenvorrath * gekauft haben. Der Zoll von ausländischem Weizen ist auf auf 18 Sh. pr. Quarter gefallen. Die neuesten Nachrichten bezüglich der Aerndte

aus den Prvvinzen lauten in manchen Gegenden ganz

ziemlich ungünstig. Auch die Kartoff mißrathen, und an einigen Orten

sie aus Furcht, daß bei ihrer schlechten Beschaffenheit ihr Gen

liche Krankheiten herbeiführen werde, zerstört.

in reichlichem Maßstabe. bis 700,000 Pfd. St. zusammengekommen waren, besch

2 2 22 2 db 2 0 einem Monate die Vorstände den Bau eines Kollegiums, und

in Massen weggeworsn

Die freiwilligen Beisteuern für die freie schottische Kirche Nachdem für den Bau der Kirche

zeichneten 20 Personen zu gedachtem Zwecke eben so viele .

von 1000 Pfd. St.

Ertrage Pfarr⸗Wohnungen für die Geistlichen erbaut

Gleich darauf ist eine Subseription, aug werden

eröffnet worden, und in ein paar Wochen wurden 40 50,000

zusammengebracht. Es ist eine Subscription zur baulichen Herstellung

1

Johnsgate, am südlichen Zugange von St. Johnssquare eröffnet worden, um dieses einzig übrige Portal der in der g⸗

London vordem so zahlreichen klösterlichen Gebäude

zu erhalten

bildete den südlichen Haupt⸗Eingang der Priorei von St. .

Jerusalem und wurde 1514 vollendet.

Die längst verfallenen;

und Zierathen sollen nach einer von 1661 davon vorhanden

sicht hergestellt werden.

Wie es heißt, steht die Regierung in Begriff, die an za

lichen Küste von Borneo gelegene kleine Insel Laboan in p

nehmen, um dort einen Stationsort für die nach China

Post⸗ und anderen Schiffe zwischen Singapore und den Ph

zu errichten.

Nach der Times müssen in diesem Jahre gegen 10] * damit die britischen

Pfd. St. außer Landes geschickt werden, nit die l ausländischer Eisenbahn⸗Actien ihren Verbindlichkeiten bez Einzahlungen ꝛc. nachkommen können.

kulanten, in ihren Actienkäufen möglichst vorsichtig zu sein

nachtheiligen Einfluß zu bedenken, welchen das Verschwinden Kapitalien vom Geldmarkte auf den allgemeinen Geld⸗Umse

müsse.

Die Jury hat in der Untersuchungssache öüber das neuh glück auf der London⸗Birmingham⸗Eisenbahn ihren Ausspne

Die Times räth ha

und die Lokomotive, d. h. die Gesellschaft, zu 1000 Pfd. 6.

buße verurtheilt.

In Liverpool wurden gestern ungefähr 300 Fässer vnn Zucker, die erst vor kurzem angelangt waren, in öffentlite gerung feilgeboten, blieben aber sämmtlich unverkauft, weil an

Preise geboten wurden. Die Baumwollen⸗Verkäufe waren Erb

in Liverpool sehr bedeutend, die früheren Preise behauptemss

völlig. Die Verschiffungen dieses Artikels nach Havre und a lande überhaupt sind sehr beträchtlich. Aus Nord⸗Ameritz

jetzt die bestimmte Nachricht, daß die diesjährige Aerndte sich zu 2,400,000 Ballen herausstellen wird. 11 ““]

NMNiederlande.

Amsterdam, 15. Aug. Die heute hier eingegangenn

aus Java melden Folgendes aus Buitenzorg, den 14

„Die Einweihung des hier unlängst aufgeführten Kirchenge

das zum gemeinschaftlichen Gebrauch für

den.

die hiesigen Proteslat Katholiken bestimmt ist, hat gestern mit großer Feierlichkeit si Zugegen waren der für den General⸗Gouverneur su Vice⸗Präsident des Rathes, einige Räthe von Indien, eine ga

der Verwaltung der protestantischen Kirche von niederländisch der beigeordnete Assistent von Buitenzorg, neben dem der dieser Abtheilung, Radin Adipattie Wiera Natta, Platz gene

einer der Aeltesten von Batavia, so wie die meisten europäisch

glieder der beiden Gemeinden von Buitenzorg. Zuerst wu

Gotteshaus für den protestantischen Kultus und dann buts

feierliche Messe für den katholischen Kultus eingeweiht.“ Helgien.

Brüssel, 17. Aug. Hennegau, ist an die Stelle Provinz Brabant, negau und zum Staatsminister ernannt worden.

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Herr Liedts, bisheriger Gomammg des Herrn von Viron zum Gonamn Herr Mercier zum Gouverneur der Pwin Die libent

spricht ihren Beifall darüber aus, daß Herr Mercier nicht zun verneur von Brabant ernannt ist. Zugleich tabelt sie einiger Zeit eingeführte System, den austretenden Ministern 9.

maßen im voraus glänzende Entschädigungsstellen zu sichern.

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n ungen Türkei

Konstantinopel, 6. Aug. Se. Kaiserl. Hoheit dn! fürst Konstantin von Rußland ist von seinem Ausfluge mg Archipel am 1sten d. M. auf dem Kriegs⸗Dampsschiff „Be hier wieder eingetroffen und hat, nach einem kurzen Aufa Bujukdere, die Reise nach Odessa fortgesetzt. Am nächsten dg der Kaiserl. russische Gesandte bei der hohen Pforte, Herr vi

eine Audienz beim Sultan, um ein Kabinetsschreiben Sr

des Kaisers Nikolaus zu überreichen, worin derselbe für t

Sohne von Seiten des Sultans Dank ausspricht.

zu Theil gewordene Aufnast

Im Laufe desselben Tages ertheilte der Sultan dem mn kanischen Minister⸗Residenten, Herrn Carr, welcher von sein

rung einen Urlaub Abschieds⸗Audienz.

ur Reise in sein Vat la d

erhalten

umbildete oder modifizirte. Seine Nachbildungen sind auf diese Weise in ggewissem Sinne Originalstücke geworden. Auf tieferen Gehalt derjenigen dra⸗ matischen Dichtungen, welche Blum dem heutigen Theater anschmiegte, nahm er keine besondere Rücksicht; zumeist und fast lediglich blieb es ihm darum zu thun, die Zuschauer ein paar Stunden hindurch zu amüsiren. Auf diesen Zweck kam ihm Alles an; Inhaltreichthum erstrebte er nicht. Um Herstellung des deutschen Vaudeville im Geiste desjenigen Volkes, bei dem es heimisch ist, hat Blum wesentliche Verdienste; auch seine Umarbeitungen von italienischen Lustspielen (die „Mirandolina“ nach Goldoni' s Locandieras, die „Cappriciosa“ nach Federici) behaupteten sich auf dem Theater mit Erfolg. Zuletzt suchte er seine Ausbeute in dem neueren Theater der Engländer, und er begann Stücke von Sheridan Knowles der deutschen Bühne anzueignen. Seine verbreitetste Arbeit dieser Gat⸗ ung, wozu ihm der genannte Dichter dem seine Zeitgenossen übrigens ehr als zu viel Ehre anthaten, als sie ihm den Beinamen des „moder⸗ nen Shakespeare“ gaben den Grundstoff lieserte, ist das Drama „die Herrin von der Else.“ Karl Blum's nachgelassenes Lustspiel „Die Schule der Verliebten“ ist dem geistigen Born des nämlichen Dich⸗ ters entschöpft. .

n dem letzteren Stück, dessen Titel übrigens im englischen Original weit bezeichnender ist als in der deutschen Nachbildung, macht Blum sein dramatisches Unterhaltungs⸗Talent, aber quch blos dieses, von neuem gel⸗ tend. Ein einheitliches Lustspiel ist nicht vorhanden, wohl aber laufen drei Episoden durch einander, deren Inhalt nur obenhin in dramatischem Konner zum Ganzen steht. Von diesen Stückchen eines Stückes ist nur ein ein⸗ ziges so angelegt, daß es die Aufmerksamkeit belustigend zu fesseln vermag: das ] zwischen Rustika und dem Jagdjunker Jobst von Ritter⸗ sporn. Der Letzkere ist es zuvörderst, der in die Liebesschule genommen wird, durch sein linkisches und unpolirtes Wesen es aber dahin bringt, daß aattase, hutun main 19

daß sie, wenngleich keine

er, der für die Liebe akkomodirt werden soll, gerade derjenige wird, welcher seine Lehrerin durch die Launen und süßen Qualen des Kupido tüchtig schulmeistert. In dieser pikanten Inversion liegt die Drollerie des Stücks, und die Lection, die es den Männern giebt, lautet, um über Mädchenherzen zu siegen, müsse man sich nur unempfindlich gegen dieselben stellen. Nicht gerade etwas Neues, ingleichen nicht eben an neuen Bühnengestalten vermittelt, letztere aber doch so gehalten, . Charaktere, doch guie Rollen sind. Und deren zu schreiben, war es, worauf es Blum immer ankam: so hat er denn hier ebenfalls auf den theatralischen Erfolg der Scenen glücklich spe⸗ kulirt, und Fräulein Charlotte von Hagn, auf deren Individualität der Verfasser bei seinen humoristischen Frauenzimmern zunächst Rücksicht zu nehmen pflegte, als Rustika vollauf Gelegenheit, ihre mancherlei lustigen fiffigkeiten und pfiffigen Lustigkeiten in ergötzlichster Fülle auszuschütten. ie repräsentirt ein reiches Ede⸗ fräulein, welches kein Herz zu haben scheint, ein solches aber doch insgeheim kundgiebt und an einen Jugendgespielen verliert, einen ehrlichen, aber höchst tölpelhaften Jagdjunker, dem ihre Nei⸗ gung begreiflich zu machen sie fünf Akte hindurch ihre liebe Noth hat, bis der Bär endlich gezähmt wird. Rustika ist die verbauerte Donna Diana: die Minen, welche die nordische Spröde springen läßt, ein Herz zu erobern, sind demgemäß auch nichts weniger als fein angelegt, und an verliebten Ohrfeigen ist sogar lein Mangel. Schwierig ist die Handhabun fenen Jagd⸗Junkers Jobst. Herr 8 jenigen Gewandtheit und Sicherheit . blemen schon des Oefteren an Tag gelegt hat. Er zeigte uns eine durch und durch rustikale Natur, die aber nirgend etwas Absoßendes hatte, im eaehe länger, desto mehr e en ward, da auf dem Grund des getrübten Wassers immer die Perle eines unverdorbenen Herzens und recht⸗

der zweiten Hauptperson, des ungeschlif⸗ rüsemann löste seine Aufgabe mit der⸗ die er bei ähnlichen bedenklichen Pro⸗

. 1

mnhlhn EqVV65

schaffenen Sinnes sichtbar blieb. Das Derbe, mitunter Unschickte

diesem Junker vom Verfasser zugemuthet wird, suchte der Darfulen als möglich ästhetisch zu vermitteln. Hierbei stand idm Herr Waun

cher den Jobst als dessen Jäger Krokus unübertrefflich sekundink,

wohntem richtigen Takte bei.

Auf ähnlichen, wenn auch nicht so gröblichen Mißverständnisen

die beiden übrigen Episoden. Die eine spielt sich zwischen einen

Funfziger (Edler von Lieberkühn; Herr Rott) und einer eüllen!

(Hortensia von Sternau: Mad. Werner) in ziemlich vernußzten 6 zu lernen bekomma⸗

nen ab, während wir dabei in der „Schule“

Schwächeres gebe es als einen alten Amoroso, nichts Unverschänte

eine alte Kokette.

Die dritte Episode ist etwas sentimentalerer, aber auch ni

geistreicher Art. Sie zeigt uns einen Baron (Arthur von 88

Das. Heira/

von Lavallade), der ein Kammermädchen (Mathildis: berücken, halb mit Anwendung von Gewalt beruͤcken will. mädchen ist aber tugendhaft. Sie will Liebe, aber auch glücklich erfolgt.

Doktor Treufels, durch Herrn Blume repräsentirt, geht 48,

Gracioso durch die Handlung und 94 die lockeren Fäden der ner Hand zusammen. Er sindet da

ür schleßlich in dem fanshasg

mermädchen Mathildis seine leibhaftige Schwester wieder, so da

fasser auch für die Gegner von Mesalliancen Vorsorge

Bestände das Lustspiel aus drei Akten, statt aus füuf, bei weitem größer, um so mehr, als die Intrigue se on schöpft ist, da die Entwirrung derselben auf der Hand liegt. dessen dennoch mannigfachen Beifall, der zum Theil auf allen, deshalb auch vorgernfenen Mitgliedern geuübten Bravour zu

Uebrigens hat Karl Blum, wie Friedrich Adami in

nt Ha bin üilaünhm bHua 4 zunu „amn üür en

etragen f 8 der Els epenstände, welche

1b (iachcb len

8 chnung 29

Aegepten. 8 26. Juli. Der Herzog von Mo pensier, wel⸗

Alexandrien, hier zurückerwartet wird,

gegen das Ende der nächsten Woche hejseiner ersten Anwesenheit sowohl die hiesigen neu aufgeführten agswerke, als auch die älteren Land⸗ und Hafen⸗Befestigungen, je das Material auf den Batterieen und im Arsenal, genau be⸗ gt; selbst die Pläne zu den noch zu errichtenden Befestigungen u ihm vorgelegt. Man will auch wissen, daß die Reise des hen nach Suez nur die Besichtigung der dortigen Vertheidigungs⸗ alten zum Zweck gehabt habe.

1g g.⸗ Eisenbahnen.

,J 4 . Bereits sind drei für die württembergischen Eisenbahnen

te Lokomotiven sammt Tendern aus Nord⸗Amerika in Kann⸗ angekommen, und drei andere, ebenfalls aus den Vereinigten jen, werden nächstens dort erwartet. Die zum Anfange des jebs erforderlichen Eisenbahnwagen für den Personen⸗ und Waaren⸗ port werden, außer zwei Musterwagen (einem Personen⸗ und Güter⸗ n) aus Nord⸗Amerika, gegenwärtig in Stuttgart gebaut und schreiten Nihrer Vollendung entgegen. Das Legen der Schienen hat auf der zwischen Kannstait und Eßlingen seit einigen Wochen begonnen und in in raschem Fortgang, die schwierigen Felsensprengungen auf Linie (im Seelberg), so wie der durch wiederholte Hochwasser brochene Flußbau am Neckar bei Mettingen, werden, wenn die ten durch die Ungunst der Witterung nicht gehindert werden, cheinlich in diesem Monat noch ihr Ende erreichen und demnach alls vor dem nächsten Winter die ersten württembergischen Eisen⸗ ige ihre Fahrten zwischen Kannstatt und Eßlingen beginnen.

Handels- und Börsen⸗-Nachrichten.

berlin, 22. Aug. Obschon die Course im Allgemeinen etwas ge⸗ „dsiecb das Geschäft in den meisten Effelten sehr beschränlt. Kiel⸗ ir und Pesther blieben begehrt. nh.l

Marktpreise vom Getraide. Berlin, den 21. August 1845. u Lande: Weizen (weißer) 2 Rthlr. 12 Sgr., auch 2 Rithlr. 7 Sgr. und 2 Rthlr. 4 Sgr. 10 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 18 Sgr. 4 Pf., auch *. 13 Sgr. 2 Pf.; Hafer 27 Sgr. 7 Pf., auch 24 Sgr. 7 Pf. Ein⸗ gen sind 39 Wispel. su Wasser: Weizen (weißer) 2 Rthlr. 12 Sgr., auch 2 Rthlr. . 2 Pf. und 2 Rthlr. 4 Sgr. 10 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 19 Sgr. auch 1 Rthlr. 15 Sgr. 7 Pf.; Hafer 27 Sgr. 8 Pf., auch 23 Sgr. 1 pf; 2Wen. ts Sgr. 2 Pf. (schlechte Sorte). Eingegangen sind 214 4 e 3 Mittwoch, den 20. August 1845. Has Schock Stroh 8 Rthlr., auch 7 Rthlr. 5 Sgr. lr. 5 Sgr., auch 22 Sgr. 6 Pf. Branntwein⸗Preise. die Preise von Kartoffel⸗Spiritus waren am 16. August 16 ¼ Rthlr., „August 16 ½ Rthlr. und am 21. August d. J. 16 Rthlr. 16 Rthlr. ins Haus geliesert) pr. 200 Quart 54 % oder 10,800 % Tralles. Korn⸗Spiritus: ohne Geschäft. Berlin, den 21. August 1845. Die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin.

Der Centner Hen

Handels⸗Verhältnisse der Insel Siecilien.

(Journal des Oesterr. Llopd.) die Schifffahrtbewegung in den Häfen der Insel Sicilien gestaltete sich nd des Jahres 1843 folgendermaßen: manft und Bestimmung Angekommen

Schiffe Tonnen nd und Dependenzen 648 72,400 reich und Algier 213 43,600 . 29,900 27,500 2,500 13,000

Abgegangen Schiffe Tonnen 667 99,900 195 35,200 145 27,300 79 11,900 80 22,600 32 7,200 45 15,800 69 14,200 14 1,200 19 6,300 19 5,500 8 700 19 3,200 200 9 1,400 14 1,700 11 1,600 1,427 256,000 1,1220 209,000 978 191,000 1,237 222,700 1,007 149,000 943 107,400 De Schifffahrts⸗Verkehr im Jahre 1843 ward also mittelst 2,862 wugen von 477,000 Tonnen bewerkstelligt, wonach sich im Vergleiche Vonjahre eine Zunahme von 67,000 Tonnen und eine noch bedeu⸗ * gegen die vorangegangenen Jahre ergiebt. An dieser maritimen gung waren betheiligt: England nebst Dependenzen mit 172,000, eich und Algier mit 79,000, Oesterreich mit 57,000, Sardinien mit 0, die nordamerikanischen Freistaaten mit 25,000 Tonnen u. s. w. englische Flagge spielt demnach bei dem Verkehre der Insel Sicilien uptrolle, was dem Umstande zuzuschreiben ist, daß die englischen sr Capitaine sich mit einer so niedrigen Fracht begnügen, daß andere ʒhnen nur sehr schwer zu konkurriren vermögen und von ihnen auf sise immer mehr von der Theilnahme an dem merklich steigenden

1]

amerikanische Freistaaten... i und Berberesken.. eden und Norwegen

and

2 der Insel verdrängt werden.

er Gesammt⸗Werth des Verkehrs der Insel Sicilien stellte sich im

Jahre 1843 auf ungefähr 22,200,000 Fl. C. M., wovon gegen 9,000,000 die Einfuhr und 13,200,000 Fl. die Ausfuhr 1 s ee vertheilen sich folgendermaßen: sühr treffen. Tiese Summen Ausfuhr C. M.

FgFl.C. M. F1.8

England und Dependenzen 7275.8 Oesterreich und das übrige Italien 1,678,000 Frankreich und Algier 1,062,800 Deutschland, Belgien und Holland .. 1,033,600 Vereinigte Staaten 445,200 Brasilien und Rio de 1,182,800 202,000 Andere Staaten 158,800 Zusammen im Jahre 1825.—.—.—— 8,945,200 müurc 1842 8,447,200 7,417,200 8 » 9 1839.. 5,084,800 13,615,200 19,300,000

Im Vergleiche zum Vorjahre hat sich der Handel im Jahre 1843 um mehr als 4,000,000 Fl. C. M. gehoben. Bei dieser Vermehrung war eben so sehr die Einfuhr wie die Ausfuhr betheiligt. Noch merklicher tritt die Zunahme des sicilianischen Verkehꝛs beim Ruckblick auf das Jahr 1839 hervor, indem sich alsdann eine Steigerung des Imports um mehr als 3 ½ Millionen Gulden ergicbt, während aber andererseits die Exporten eher einen Rückschritt ausweisen.

„Die Hauptgegenstände der Einfuhr im Jahre 1843 bildeten: Zucker für 958,000 Fl., Kaffee für 370,000 Fl., andere Kolonialwaaren für unge⸗ fähr 300,000 Fl., Häute und Felle für 880,000 Fl., Baumwollgarn für 790,000 Fl., 1525 B. Baumwolle für 707,000 Fl., Cisen, Stahl und an⸗ dere Metalle für 521,000 Fl., Wollwaaren für 652,000 Fl., Baumwoll⸗ waaren für 408,000 Fl., Seidenwaaren für 354,000 Fl., Leinenwaaren sür 170,000 Fl., Quincaillerie-, Porzellan⸗ und Glaswaaren für 522,000 Fl., Bau⸗ und Tischlerholz für 407,000 Fl., Taback für 170,000 Fl., gesalzene Fische für 288,000 Fl. C. M. u. s. w.

Die Haupt⸗Gegenstände der Ausfuhr während des Jahres 1843 wa⸗ ren: Olivenöl für 2,230,000 Fl., Schwefel für 2,167,000 Fl., Wein und Branntwein für 1,476,000 Fl., Pomeranzen und Citronen für 1,140,000 Fl., rohe Seide für 898,000 Fl., Sumach für 854,000 Fl., Cerealien für 724,000 Fl., getrocknete Früchte für 465,000 Fl., Oelsämereien für 343,000 Fl., Weinstein für 312,000 Fl., Essenzen für 300,000 Fl., Soda für 277,000 Fl., Manna für 261,000 Fl., gesalzene Fische für 233,000 Fl., Hadern für 182 000 Fl., Salz für 173,000 Fl., Lakrizensaft für 128,000 Fl., Citronen⸗ säure für 100,000 Fl., Lamm⸗ und Ziegenfelle für 99,200 Fl. C. M.

Die Einf hr der Eisen⸗ und Stahlwaaren scheint mit jedem Jahre einen größeren Umfang zu gewinnen. Dies gilt namentlich von den zu Hausge⸗ räthen, Verzierungen u. s. w. dienenden Gegenständen. In Palermo wur⸗ den in der letzten Zeit einige Eisengießereien errichtet, welche bereits viele Arme beschäftigen und deren Erzeugnisse, als Oefen, Kochtöpfe, Kessel, Balkons, Gitier u. s. w., immer mehr Eingang in Sicilien finden. Wahrscheinlich werden sich, von dem Erfolg dieser Etablissements ermuntert, bald andere dergleichen bilden. Bau⸗ und Tischler⸗ holz wird in stets steigender Menge importirt. Die Möbel aller Art, welche in Palermo, Messina, Catania und anderen Städten der Insel zu wohlfei⸗ len Preisen und geschmackvoll gellefert werden, sind nun für alle Klassen der Bevölkerung ein bedeutender Gegenstand des Bedarfs geworden, und in dem Verhältnisse als der Schiffbau auf der Insel zunimmt, steigert sich auch der Import des nöthigen Materials, welches vornehmlich aus dem nördlichen Deutschland, dann aus den Häfen des Adriatischen Meeres und den Niederlagen zu Livorno bezogen wird. Der Tabacksbau ist auf der Insel Jedem gestattet; allein man gewinnt nur ondinairen Taback, welcher von den unteren Klassen der Bevölkerung konsumirt wird; Schnupf⸗ und Rauchtaback kommt aus der Fremde; letzterer vornehmlich aus Holland und 18 Der Verbrauch dieses Artikels ist wie überall in merklicher Zu⸗ nahme. Sieilien erzeugt nur kurzhaarige Baumwolle, welche in Messina, Catania, Trapani und Palermo zu Stoffen benutzt wird, die nur ein Garn von nicht höher als Nr. 20 erheischen. Das Material zu feineren Geweben bietet brasilianische Baumwolle. Bis zum Jahre 1842 hatte Sicilien das ganze zur Fabrication nöthige Garn aus seinem eigenen Produkte in der Fremde, vor⸗ züglich in England, spinnen lassen, von wo man noch außerdem alles andere Garn für die sicilianischen Baumwollenwaaren⸗Fabriken in Menge bezog. Seitdem sind aber zwei Spinnereien: in Trapani und Leonforte, entstanden. Jene besitzt 6 zu Neapel gebaute Maschinen von 8 bis 10 Pferdekraft und be⸗ schäftigt 36 Männer, 29 Weiber und Kinder, deren Arbeitslohn je nach Alter und Leistung zwischen 5 und 50 Kr. täglich wechselt. Die Spinnerei zu Leonsorte besitzt in Salerno verfertigte Maschinen und erzeugt täglich 2 ½ Ctr. Baumwol⸗ lengarn, das alsdann nach Catania gesführt und in den Fabriken am Litorale verarbeitet wird. Der Arbeitslohn scheint jenem in der Spinnerei zu Tra⸗ pani gleich zu sein. Beide Etablissements bedienen sich zur Erzeugung der Garne Nr. 6 bis einschließlich Nr. 20 der sicilianischen, zu jener der feineren Nummern 24 bis 32, aus denen zu Mezzo Monreale leichte Stoffe fabri⸗ zirt werden, der langhaarigen brasilianischen Baumwolle. In Allem produziren diese Spinnereien jährlich 1500 Ctr. Garn, also nicht so viel, wie zur Deckung des Bedarfs in den sicilianischen Kattun⸗Fabriken nöthig ist, welche eine steis größere Ausdehnung gewinnen.

Die Fischerei bildet einen durch die wohlfeilen Salz⸗Preise sehr loh⸗ nenden Erwerbszweig der Insulaner. Europa und die nordamerika⸗ nischen Freistaaten tauschen jährlich eine große Menge Thunfische und Sardellen gegen Stockfische, eingesalzene und geräucherte Häringe ein. Letztere sind bei den Sicilianern überaus beliebt. Dieser gegenseitige Austausch erklärt es, daß gesalzene Fische in den Ein⸗ und Ausfuhrlisten mit einer ansehn⸗ lichen Summe figuriren. Die Einfuhr an Leder und Häuten war während des Jahres 1843 um mehr als 70,000 Fl. geringer als im Vorjahre. Die⸗ ses Defizit traf besonders feines Leder und gegerbte Häute und dürste in dem Maße abnehmen, als die Leder⸗Fabrication zu Messina, Monreale und Catania sich vervollkommnen wird. Vermöge der am 5. November 1842 beschlossenen Herabsetzung des Zolles für Schwefel auf 2 Carlini pro Can⸗ tar hat die Ausfuhr dieses Materials einen sehr großen Umfang crreicht und war im Jahre 1843 noch einmal so groß als im Vorjahre, nämlich 86,000,000 Kilogr.; davon bezog England 45 ½ und Frankreich 33 Mill. Die Ausfuhr im Jahre 1844 belief sich auf 66,696,000 Kilogr. Diese Abnahme ist dem Umstande zuzuschreiben, daß England und Frankreich sich im Sbrapgegsg. genen Jahre weit über ihren Bedarf versehen hatten. Von dem erw hnten Quantum im Jahre 1844 gingen nach Frankreich 31,330,000, nach Eng⸗ land 24,530,000, nach Nord⸗Amerika 4,029,000, nach Oesterreich 403,000

Zusammen

. Fl. C. M. 5,320,800 8,502,800 1,755,600 3,533,600 2,276,400 3,339,200 964,400 1,998,000 1,302,000 1,747,200 274,400 1,457,200 510,000 712,000 786,000 944,800 13,289,600 22,234 800 12,715,200 21,162,400 10,010,000 17,457,200

2 22

und nach anderen verschiedenen

8 522— 6,404,000 Kil. aggen bewerkstelligt, und zwar 21,193,000, englische 21,368,009, 3 3,256,000, österreichische

2* rhanepen r. unte erten sickklantsche Schiff 3 französische 13,181,000, amerifan che 265,000 und alle anderen 7,438,000 Kil. er

Ausfuhrzoll wird im Durchschnitte jährlich auf 340,000 Fl. äßt. Von dem während des Jahres 1843 1feacnen Peenn La im

Werthe von 2,200,000 Fl., erhielt dem Marseille sich mehr auf die der Bezug des sicilianischen lich abgenommen, dagegen ist der Export an sich im Jahre 1843 auf England 10,000, die übrigen italienischen Staaten bezogen. Sumach geht g158

sammt⸗Ausfuhr im Belaufe nordamerikanischen Freistaaten gingen 2,262,900, nach

stellte

den 1,323,000 Kil., der schen Häfen u. s. w.

England beinahe die Hälfte. Sreit⸗

Oels für die dorti 45,400 Kil., wovon . 9000 Kil. u. s. w. tentheilssnach England, welches von der Ge⸗ von 14,610,000 Kil. 9,000,000 ahielt. Nach

Frankrrich nach Oesterreich, den hordrut⸗

Rest nahm den Weg bemerkte man im Ganzen eine be⸗

Im Jahre 1843

Fabrication des Sesam⸗Oels verlegt, hat

e Seifrn⸗Fabrication ohseide gestirgen; b 8 ankreich 20,000,

deutende Abnahme der Wein⸗Ausfuhr, wenn auch Marsala und Sprakutz ansehnliche Sendungen nach dem Anslande machten; allein der Wrein

welcher nach England und Amerika ging z mußte Preisen verkauft werden, keits⸗Vereine, besonders in in früheren Jahren äußerte. 1 Die Ausbeutung der sicilianischen Salinen gewährt zwar nicht ene

indem sich daselbst überhaupt v der g⸗

Amerika, ein weit geringerer

der wichtigsten Revenüen des Landes, aber der Ertrag bildet in den Pro⸗

vinzen, wo dieselben

dels mit dem Auslande.

2

einen ziemlich ₰2₰ Zweig des Han⸗

sich befinden, heile der Insel lie⸗

Die Salinen im westlichen

gen in der Nähe von Trapani und Marsala, im östlichen Theile bei 87

die beträchtlichsten aber ist als eine der Insel Regierung ist dabei nicht intere entrichten blos eine Ausbeutungs⸗Gebühr, Die Ausfuhr des Produkts nach der Fremde ist jetzt völlig

unterworfen.

frei. Bei Trapani und Marsala befinden jede mit den nöthigen Bafsins angemessen versehen ist. Im Gebiete von Agosta

nen, deren

sind jene im Westen. Die Sicilien ei sirt. Die Eigenthümer oder h 2

sind aber keiner sonstigen Tare

sich 35 große und kleine Sali⸗ zur Krystallisirung des Salzes iebt es 6 Sallnen. vr

Ausbeutung ist der Gesundheit der dabei beschäftigten Arbeiter durchaus nicht nachtheilig; im Gegentheil hat man die Bemerkung gemacht, daß das

Fieber, welches während der Malaria fast in allen bei weitem nicht so häufig die in

Opfer sordert,

oder in der Nähe wo ven jener in den Sal Qualität des gewonnenen Salzes ist nicht in allen Theilen

Theilen Sicillens so viele den Salinen beschästigten hnenden Individuen heimsucht. Die Manipulalion ist

inen anderer Länder nicht wefentlich untetschieden. Die

der Insel gleich,

sondern hängt von der Natur des Bodens ab, auf welchem die Salinen

sich befinden. So z.

linen des Litorals von

B. erzeugen die auf sandigem Terrain liegenden Sa⸗ Marsala weit besseres Salz, als jene in der Nähe

von Trapani, wo der Boden zum Theil kreidig ist. In der Kalina grande

bei Agosta gewinnt man

das beste, weißeste, körnige und minder als an⸗

derswo mit erdigen Theilen vermischte Salz, das daher auch am meisten

gesucht wird.

Die Gesammt⸗ beträgt in günstigen liche Ausbeute giebt

tigen Winden begleitetem Wetter gewinnt

Prodnetion der Salinen von Trapani und Marsala Jahren 1,440,000 wiener Centner; eine durchschnitt⸗ 1,080,000 Centner. Bei sehr regnerischem von hef⸗ man höchstens 900,000 Cenmer.

Die Salinen von Agosta erzeugen im Durchschnitte jährlich 131,400 Cent⸗

ner. Die Ausfuhr

von Marsala und Trapani, welche größtentheils

ihre Richtung nach dem nördlichen Europa und Amerika nimmt, ist nicht

immer gleich. Im Jahre 1841 betrug sie 1,035,000 Ctr., im

Jahre 1842

891,000 Ctr. und im Jahre 1843 828,000 Ctr. Die Salz⸗Ausfuhr nach

dem Königreich Nrapel beläuft Sicilien konsumirt beiläufig 90,000 Ctr. wöhnlich nach den Häfen des Schwarzen und Adriatischen Merres, nach banien, Brasilien und Norwezen. Der

sich jährlich auf 180,000 Ctr. Die Infel Das Salz von Agosta geht 8.

Ertrag der Salina grande ist aus⸗

schließlich für Albanien und die östlichen Theile der Insel Sicikten be⸗

stimmt.

Fremde beträgt jährlich 90,000 Ctr.

hier kein Salz. In

Die Gesammt⸗Ausfuhr von den Salinen zu Agosta nach der

Das Königreich Neapel dezieht von

den Salinen von Trapani und Marsala sind während

der Manipulation ungefähr 300 Individuen beschäftigt, welche Zahl in der

Verladungszeit auf 800 steigt. Salinen mühsamer wird, steigt 2 ¾⅜ 3 ½ Tari wechselt. ungefähr 90 Arbeiter beschäftigt.

1X11X“

Weise zwischen

4

In dem Verhältnisse, als die Arbeit in den auch der tägliche Lohn, welcher auf biese In den Salinen von Agosta sind

W 12, 204 H128n

Den 22. August 1845.

Fonds.

Drief.

Pr. Cour.

Briet. deld. Gew.

Pr. Cour.

Sva7a Actien. Vs

St. Schuld-Sch. Prämien-Scheine d. Sech. à 50 T. Kur- u. Nenmärk. Sechuldverschr. Berliner Stadt- Obligationen Dauz. do. in Tb. Westpr. Pfandbr. Grossh. Pos. do. do. do. Ostpr. Pfaudhe. Pomm. do. Kur- u. Neum. do. Schlesische do. do. v. Staat g. Lt. B.

Gold al marco. Friedrichsd'or. And. Gldm. à 5 Th. Discontoe.

Euö msher u9 usan un Her 18 1

99 ¾¼ Brl. Potsd. Kisenb. Sdo. do. Prior. Obl. Mgd. Lpz. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Brl. Anh. Fisenb. do. do. Prior. Obl. Düss. Rlb. Kisenb. do. do. Prior. Obl. Rbein. Risenb. do. do. Prior. Obl. do. v. Staat garant. Ob.-Schles. E. L. A do. ELt. B. -St. E. Lt. A. u. B. Magd.-Halbat. Eb. Br.-Schw.-Frb. K. Qdo. do. Prior. Obl. Bonn-Köluer Eab. 13 ¼4 Niedersch. Mhk. v. e. 11 ½⅔ do. Prioritüt 4.

13

86

99 ½

98 ½ 104 99 99 ½ 100 99 % 97 ½

S85SS5Il FItIISULIIZUEIIIS

1— S8

13 11½ 3

I

eeäbnebneebgeen & ₰2 2

Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 18. Aug. 3 % do. 40. Ausg. —.

4 % Russ. Hope 94 ⅛.

Niederl. wirkl. Sch. 64 ½4. Zinsl. —.

5 % Sp⸗n. 24⁄.

Pass. 7 0. Preuss. Pr. Sch. —. Pol. 87 ¾.

den Rekrolog, den er dem Wolffschen „Almanach für Freunde der huspielkunst“ von 1844 einverleibte, S. 123 erzählt, erst 14 Tage vor am 2. Juli v. J. ersolgten Tode „Die Schule der Verliebten“ ndet, schon an der Augenkrantheit leidend, die ihn mit dem schwar⸗ vose gänzlicher Erblindung bedrohte. Mit cinem die Augen bis ins imliche vergrößernden Brennglase mußte er der schwindenden Sehkraft se kommen, um das Lustspiel zu Ende schreiben zu können, denn der 8 des rechten Auges war schon ganz erloschen, und nur das linke ge⸗ ihm noch ein schwaches Licht. 11119“8* be; bbE1113

harakterzüge und historische Fragmente aus dem Leben des Königs von Preußen, Friedrich Wilhelm III. Gesammelt nach eigenen Beobachtungen und selbstgemachten Erfahrungen und herausgegeben von N. Fr. Eylert. Zweiter Theil. Zweite Abtheilung. Magdeburg 1845.

der vorliegenden Abtheilung ist das allen Preußen so werthe Werk veilen ab nicht vollendet:; der Herr Verfasser bezeichnet selbst von ihm noch zu erörtern wären, will aber desfalls ertheilen, da die leidigen Gefährten des höheren der —r gegrbenen erschwert und verzögert späte Lebensjahre noch genug der guten Tage um eine Arbeit zu vollenden, die ja ihrem Urheber gereichen muß.

estimmte Zusa

E

Art und Weise des Werkes kennt der Lesecr jedenfalls schon. Es wäre daher unnütz, sie genauer zu bezeichnen, und noch unnützer scheint jede Er⸗ örterung, wie nach des Ref. Dafürhalten Manches anders hätte behandelt werden können oder sollen, denn bei einer so eigenthümlichen ganz indivi⸗ duellen Schrift darf die fremde Ansicht nur Berücksichtigung erwarten, wenn sie Thatsachen betrifft. - 1

Der Inhalt ist nicht minder reich und anziehend als früher, indem er vorzugsweise die lerten Lebensjahre der verewigten Königin Luise, so wie die persönliche Beziehungen des Monarchen zu seinen Verbündeten, den Kaisern Franz und Alexander, berührt und namentlich über Letzteren höchst interessante Einzelnheiten liefert. Der Herr Verfasser erhielt Gelegenheit, ihm näher zu treten, und theilt ein bedeutungsvolles Gespräch unter vier Augen mit, dessen er von demselben im Jahre 1818 gewürdigt wurde. Bei dieser Gelegenheit äußerte der Kaiser hinsichtlich der Entstehung des heiligen Bun⸗ des: „Es ist damit also gegangen. In den Tagen von Lützen und Bautzen drängte sich bei allen vergeblichen Anstrengungen, wo wir bei der größten heldenmüthigen Tapferkeit unserer Truppen dennoch retitiren mußten, Ihrem Könige und mir die Ueberzeugung auf, daß mit menschlicher Macht Nichts geihan und Deutschland verloren sei, wenn die göttliche Vorsehung uns nicht helfen und segnen würde. Ernst und nachdenkend ritten wir, der König und ich, ohne Begleitung neben einander und sprachen nicht. End⸗ lich unterbrach mein bester Freund das Stillschweigen und sagte: „„Das muß anders werdenz wir bewegen uns nach Osten, und wir wollen und müssen nach Westen. Und es wird mit Gottes Hülfe gehen. Wenn er aber, wie ich hoffe, unsere vereinten Bemühungen segnet, wollen wir zu der 1 Ueberzeugung, daß ihm nur allein die Ehre gebührk, uns vor der ganzen

Welt bekennen.““

ausgegangen, diese

gern mit uns, in Denkart, Gesinnun Kaiser von Oesterreich, Franz I.“ (

Das gelobten wir lich die Hände. Als wir am ris waren, brachte der König von heilige Sache wieder zur Sprache,

uns einander und reichten uns ehr⸗ jele des schweren Kampfes in Pa⸗

zu ungewöhnlich niedrigen ein⸗Konfnm afs

. Ausbeutung derselben enthümliche Industrie zu betrachten. Die

Absene und es ver ll und t übereinstimmend, der ꝛed eite 248, 249). 1

Preußen, von dem die erste 2”6

Was Seite 273 u. f. in der Anmerkung von einem Schreiben Na⸗

poleon's an den Minister von

Stein erzählt ist, dürfte, als bisher ganz

unbekannt, den Leser aufs höchste überräschen und verdient gewiß, durch weitere Forschungen über alle Zweifel erhoben zu werden. Die Seite 377—78 mitgeiheilte Aeußerung des General Grafen Krss

von Nollendorf über

anz wörtlich zu nehmen sein. e rach mit edler Bescheidenheit, aber sehr bestimmt darüber,

seinen Antheil an dem Sirge von Kulm möchte nicht Er würdigte diesen Antheil vollkommen und wenn es auf

die militairische Beurtheilung des Ereignisses ankam; auch leben noch heute

nicht Wenige, die aus eigener unmitzelbarer Anschauung

Zeugasß

geben können. Eben so gestattet eine früher mitgetheille Aeußerung über

denselben Gegenstand, auf welche

ier wieder Bezug genommen wind, den

Gedanken an ein Mißverständniß.

1I11“ u würiuanstt I 181 mm.

Hrudennex N mopsiwzePnecht ꝛlnsdnnte Fhogfranhe 9. Epn 088ck.

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