Das Abonnement beträgt: v. s 2n8 24 Fen ümam 290 58 9 r ½ 2 EE111u“ ir ah. va 2 Rthlr. sür ahr. 4 .*“*“ 11“ 88
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30 rangirten Gesechten und 9 großen Schlachten zum Ruhm und Sieg. Als Venäͤmpfer seiner Waffe Ie entscheidensten Moment der Schlacht von Möckern (16. Oktober 1813) hat er zur Erringung des glorreichen Sieges vorzugsweise beigetragen und sich ein bleibendes Denkmal in der Geschichte errungen. Und auch im Frieden erwarb er sich um die preußi⸗ sche Kavallerie ein Verdienst, das seinen Namen in ihre Annalen aufzeichnete; denn mit der ganzen Energie seines Charakters wid⸗ mete er sch/ von einer schweren Wunde kaum genesen, der Aus⸗ bildung seiner Waffe als Chef des Reit⸗Institutes und der Lehr⸗Esca⸗ dron. Noch jetzt erinnern sich dankbar viele Führer in der Kavallerie jener
eit, wo durch den General von Sohr der innere Dienst, der Sinn für Neneres und die vollkommene Ausbildung des Offiziers gefördert und neu belebt wurde. Niemand hatte mehr als Sohr die große Gabe, sich, bei aller Strenge des Dienstes die Herzen zu gewinnen. Der Husar, der frei⸗ willige Jäger, Beide liebten ihn wie einen Vater, der Offizier empfand die wärmste Anhänglichkeit und Verehrung für ihn. Diese allgemeine Liebe hat auch seine letzten Stunden erheitert; mitten im Geräusch des Manövers drängten sich die bei Stargard versammelten Führer aller Waffen um den verehrten Kranken, ihm durch Theilnahme sein Ende zu erleschtern. Den süßesten Trost aber gewährte dem tapferen Vertheidiger des Vaterlandes Se. K. Hoh. der Prinz von Preußen, indem Höchsäverfelbe mit wahrhaft rührender Theilnahme in den herzlichsten Wor⸗ ten den Dank aussprach, den König und Vaterland dem alten von Wunden müden Krieger nur spenden konnten. Es reihte sich als Schluß an die hohen Freuden, die ihm in den letzten Jahren noch durch die Gnade des mit wahrer Hingebung von ihm 7 Königs zu Theil wurden. — So ist in dem General von Sohr ein Muster echt ritterlichen Sinnes, ein Vorbild der Armee und ein wahrer Staatsbürger zu Grabe gegangen. In Stargard, wo er viele Jahre gelebt und in allen Kreisen Zeichen seines liebenswürdigen, edlen Wesens verbreitet hat, herrscht eine allgemeine Trauer um sein Dahinscheiden. Aber wie sehr ihn auch Alle zu schätzen wußten, so konnten doch nur die, welche
8 „ . unnd llarer Einsicht der Verhältnisse giebt, welche wohl erkennen, daß dem Lande, 5g lange die jetzige republikanische Verfassung bestehen bleibt, keine Aussicht eröffnet ist, endlich einmal einen festen Zustand dder Ruhe und Ordnung nach langer innerer Zerrissenheit wieder zu erlangen. Die Partei, welche diese Männer bilden, hat es zwar bis jetzt nicht gewagt oder wenigstens nicht für gerathen gefunden, offen etwas von ihren Ansichten und Plänen, die auf Wiederherstellung der Monarchie gehen, verlautbaren zu lassen, vielleicht weil sie die ohne⸗ dies schon genug entflammten Partei⸗Leidenschaften durch ihr osse⸗ nes Auftreten nicht noch mehr anfachen wollte, vielleicht auch, weil sie die Massen noch nicht hinreichend für ihre Meinung gewonnen zu haben glaubt. Allein nichtsdestoweniger ist gewiß, daß schon im Jahre 1841, also zu einer Zeit, wo der General Santana noch den Präsidentenstuhl zu Mexiko einnahm, somit gegen ihn, durch vertraute Mittelsmänner eine offiziöse Unterhandlung, auf diesen Plan Bezug habend, mit dem spanischen Infanten Don Francisco de Paula, der zu jener Zeit noch mit seiner ganzen Familie in Paris lebte, angeknüpft worden war, ddie aber, wie es scheint, abgebrochen wurde, da die Umstände zu der Feortsetzung derselben damals ungünstig waren und keine Aussicht auf Errffolg boten. Denn Santana's Macht schien damals noch auf lange ggeesichert. Auch auf mancherlei ernstliche⸗ Schwierigkeiten war diese 3 Unterhandlung gestoßen, deren Ziel war, nicht sowohl den Infanten e“ Francisco de Paula selbst, als einen von dessen Söhnen, und man bezeich⸗ nete dafür ausdrücklich den jüngeren Infanten Heinrich Herzog von Sevilla, der in der jüngsten Zeit bekanntlich als der von Seiten der spanischen Na⸗ tion bevorzugte Kandidat für die Hand der Königin Isabella vielfach genannt wurde, 2 den mexikanischen Thron zu Lb S 7 8 die 2 „ so ist ni ₰ as Gelingen — * 1 1 . 8 Ee. 1n niche 5,6,8 wäre: d9. be. ree dae ang genesen, 8 S.ee gefühlvollen Ge eben so wenig läßt sich in Abrede stellen, daß diese Schwierigkeiten muü 58 anft ruhe seins Asche 8 Setas Ftinbeal ees nz . nicht unübersteiglicher Natur sind. Die Bewohner der ehemaligen spanischen Kolonieen haben durch eine lange und traurige Erfahrung mehr als genug Gelegenheit sich zu überzeugen gehabt, daß man in einem Lande, wo Jahrhunderte hindurch die Monarchie bestanden hat, wo sie aufs innigste mit allen geschichtlichen Erinnerungen des Volkes, mit dessen Sitten und Gebräuchen verknüpft, in Sinn⸗ und Denkweise des Volkes eingewurzelt war, nicht wie durch einen Zauberschlag die Re⸗ publik an die Stelle zu setzen vermag, daß dergleichen widernatürliche Wechsel und Sprünge unausbleiblich von den traurigsten Folgen begleitet sein müssen. Mexiko aber, der bedeutendste Staat unter allen denen, die sich aus den ehemaligen spanischen Kolonieen gebildet haben, besitzt ohne Zweifel noch am ersten die Elemente und nothwendigen Grundbedin⸗ gungen, daß sich dort vielleicht wenigstens eine constitutionelle Mo⸗ narchie bilden ließe. Das Beispiel Brasiliens spricht auch zu Gunsten eines solchen Planes. Als Brasilien sich von Portugal lossagte, hütete es sich wohl, sich in eine Republik zu verwandeln. Es grün⸗ dete einen eigenen Thron mit einer Charte und übergab die Krone einem Prinzen aus dem Königshause Braganza. Und obgleich Bra⸗ esilien von Natur weniger reich und weniger bevölkert ist, als Mexiko, und es auch mit vielen inneren Schwierigkeiten zu kämpfen hat, so ist seine Lage, wenn auch keinesweges glänzend, doch unstreitig besser, als die von Mexiko. Man werfe nur einen Blick auf den öffentlichen Kredit der beiden Länder. Während die mexikanischen Staatspapiere an der londoner Börse unter 40 im Course stehen, werden die brasilia⸗ nischen um mehr als das Doppelte höher notirt, zu 85. Warum sollte also nicht Mexiko das Beispiel Brasiliens befolgen und ein gleiches Regierungs⸗System einführen. Das mexikanische Volk würde sich gewiß besser dabei besinden, wenn es endlich einmal durch Ein⸗ setzung eines über die Partei⸗Leidenschaften und die Bestrebungen des Ehrgeizes und der Selbstsucht eines Schwarmes von mehr oder we⸗ niger redlich es meinenden Generalen erhaben stehenden Thrones von dem ewigen Wirrwarr befreit würde, den das unaufhörliche Ankämpfen dieser gegen einander und Aller um die höchste Gewalt über das un⸗
glückliche Land gebracht hat.
Pr. Cour. Hrieft]Geld.
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Actien.
Brl. Potsd. Eisenb. Qdo. do. Prior. Obl. Mgd. Lpz. Eisenb. Qdo. do. Prior. Obl. Brl. Anh. Kisenb. do. do. Prior. Obl. Düss. Elb. Eisenb. Qdo. do. Prior. Obl. Rhein. ERisenb. do. do. Prior. Obl. do. v. Staat garant. 0 b.-Schles. E. L. A do. Prior. do. ELt. B. St. E. Lt. A. u. B. DMagd.-Halbst. Rb. hr.-Schw.-Frb. E. do. do. Prior. Obl. „Boun-Köluer Rab. Niedersch. Mk. v. e. do. Priorität
St. Schuld-Sch. Prämien-Scheine d. Seeh. à 50 T. Kur- u. Neumärk. Schuldversebr. ⁵ Berliner Stadt- Obligatiounen Danz. do. in Th. Westpr. Pfandbr. Grossh. Pos. do. do. do. Oatpr. Pfandbr. Pomm. do. Kur- u. Neum. do. Schlesische do. do. v. Staat g. Et. B.
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literarischen und Kunst⸗Anzeigen auch F ili chri J 88 m K. Fam 2 8 . 82272 uden. Auswärtige haben ihre Inserate unter der Adresse der Erpebleion ien Rachrichten “ wie Industrie ünd Handel Lecegealhe, Mäens . g
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—7 ½ 1 ußland un olen. St. Petersburg. Actien⸗Gesell aft fü ein Depot von Fabrikaten und Kunst⸗Erzeugnfffen. — Ceasaschaf cr chen⸗Visitation. — Handels⸗Verkehr auf der Donau. — Odessa's Handel. rankreich. Paris. Königin Victoria. — Die französischen Prinzen in Spanien. — Don Carlos und seine Gemahlin. — Admiral Napier. — Der marolkanische Prinz Mohammed⸗Ben⸗Serrur. — Abdankung eines See⸗Präfelten wegen des Deputirten⸗Mandats. — Instruction an Lamo⸗ niciere. — Die Actien der Nordbahn. — Die Eisenbahn⸗Linie nach Lyon. — Nachdruck. — Banditen an der spanisch⸗französischen Gränze. — Arbeits⸗Einstellung. — Ankauf von Kartoffeln. — Jean Bart's Statue. genr Steabn — Börse.
roßbritanien und Irland. London. Die Königin auf d Insel Wight. — Ernennung der Visitatoren des Maynoolh⸗Seminufg. Parlamentswahl in Southwark. — Vermischtes. — Schreiben aus Lon⸗ 8 g Irangzsen I. Irland; Zustand des Landes.)
elgien. rüssel. ie neuen Wahlen. — 8 1 bemmgen sar 4 reg Klassen. b 1 “ “ weiz. Fürstenthum Neuenburg. Entdeckung eines Gehei
talien. N. 8 apel. 8 “ 1 G üeh6 sb.
anien. adrid. iederherstellung der Ruhe. — Schreib 218— ens unn Unrubess.) h begeaitubt ereinigte Staaten von Nord⸗Amerika. London. Die Diffe⸗ 75 d — Vermischtes. 8e. Phs Dfs ersien. Teheran. Prinz Waldemar von Preußen beim § i des Erbprinzen von sealen. cgsnb andels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Schreiben aus (Börsen⸗ und Marktbericht.)
Kurz
2 Me. Kurz
2 Mt. 3 Me. 2 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 2 Me. 8 Tage 2 Me. 2 Mt. 3 Wwoch.
* Stettin, 16. Sept. Der um die Ausbreitung des Evan⸗ geliums im östlichen Asien hochverdiente Missionair Karüeglac hat seiner Vaterstadt Pyritz vier schwarz lackirte, mit reicher Goldverzie⸗ rung versehene Tafeln mit chinesischen goldenen Inschriften, in Beglei⸗ tung eines Schreibens aus Victorig (auf Hongkong) vom 9. November 1844, als einen Beweis seiner Anhänglichkeit übersandt, von denen die größte für das Ottostift, zwei für die den Magistrat bestimmt worden sind.
Fast alle Berichte stimmen darin überein, daß die diesjährige Aerndte im Ganzen nur eine mittelmäßige zu nennen, besonders aber ist der Gewinn an Stroh und Klee nur gering gewesen, auch der Heu⸗Ertrag hat sich nicht günstiger gestaltet, da der zweite Schnitt den Ausfall, welcher bei dem ersten stattfand, präsumtiv nicht decken wird. In einigen Gegenden ist man wegen des Mißrathens der Kartoffeln in Besorgniß, da bei dem sonst üppigen Wuchse des Krauts unter den einzelnen Stauden sich nur wenige Knollen finden, welche zwar nicht an der in Holland, Belgien und Frankreich berrschenden Kartoffel⸗Krankheit leiden, aber ausgewachsen sind. Günstigere Aus⸗ sichten eröffnen sich dagegen für die Tabacks⸗Aerndte, welche gut aus⸗ gefallen ist. Ein sicheres Urtheil über den Ertrag ber ganzen dies⸗ jährigen Aerndte läßt sich erst in den folgenden Monaten gewinnen; nach der Meinung der Kaufleute scheint das Winter⸗Getraide in der vtchae sich besser, dagegen in der Quantität um ¼ bis geringer
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Tod herbeigerufen hat, und diese geben reichen Stoff zum Na denken über die Ursachen, welche den Scenen jenes Tages 888 Beac ₰ gen. Eure Freunde und Mitbürger fielen an jenem Schreckenstage, weil sie oder Andere den Einflüsterungen Gehör gaben, welche un⸗ an,e,eeGese⸗ Vernschen⸗ 82 8 ihrem eigenen Gewissen und dene daru⸗ mit der öffentlichen Ordnung in Had 1 üd⸗ Stadtschule und eine für lich in allen Gauen Deutschlands ausgrcbhen Dates secha Senneh . Diese vpbe des 12. August mahnen uns daher, um so fester zu halten an den höchsten Gütern der Menschheit, einem frommen Christen⸗ glauben ohne Unduldsamkeit und Verfolgungssucht, an der gesetz⸗ lichen Freiheit, die ohne das Ansehen der rechtmäßigen Obrig⸗ keit nicht möglich ist und durch deren Herabwürdigung zum leerrn Wortkram, zur teuflischen Täuschung der Bethörten wird. Die ruhige, männlich feste Haltung, welche die Mehrzahl der Bewohner von Leipzig an jenem Unglückstage bewährte, bürgt uns dafür, daß Ihr den wahren Grund jener Aufregung erkannt habt und den Gedanken verabscheuet, die Pöbelhaufen aufzuregen zur Störung der öffentlichen Ordnung, zu Gewaltthaten, deren Ende, sind die niedrigen Leidenschaften einmal entfesselt, nicht abzusehen ist, deren schwere Folgen zunächst die ruhigen und besitzenden Bürger treffen, aber nicht selten auch auf das schuldbeladene Haupt der An⸗ stifter e.
„Die Blicke des gesammten deutschen Vaterlandes ruhen au Eu geliebte Brüder, Ihr seid durch die Scenen des 12. nürn⸗ 4 ein Beispiel zu geben, daß Deutsche begreifen, in was die wahre, die gesetzliche Freiheit bestehe. Weiset mit Verachtung die Versucher zurück, welche Euch gern bethören möchten, der schmachvolle Frevel, welcher das Unglück des 12. August hervorgerufen hat, habe den Beifall Deutschlands oder gelte wenigstens als gerechtfertigt durch die vorangegangenen Anordnungen Furer Regierung in Bezug auf die Bestrebungen religiöser Neuerer. Beharrt vielmehr in Eurem lobenswerthen gesetzlichen Verhalten, welches besser als alle deklamatorische Selbstbewährung beweist, daß der Kern der leipziger „Bürger den bei uns 7 im Uebermaße ver⸗ brauchten Verführungskünsten unzugänglich und viel zu verständig, zu ehrlich und rechtliebend ist, um es sich gefallen zu lassen, daß man den sträflichen Exzeß, welcher die unglückliche Begebenheit herbei⸗ führte, und das Benehmen der Bürger nach den blutigen Ereignissen, als ein zusammenhängendes Ganzes von gleichem Werth und gleicher
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Wien in 20 NNuNu.. — 150 PI.
Augsbururg 150 Pl. Breslau 100 Thle.
Leipzig in Courant im 14 Tbl. Pass. 100 Thlrs.
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In der Woche vom 9. bis incl. den 15. September c. sind auf der Berlin-Potsdamer Eisenbahn 9420 Personen gefahren.
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1 Frankfurt a. M. südd. W 12
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Im Laufe des Monats August 1845 sind auf der Niederschlesisch- Märkischen Eisenbahn befördert worden 1) zwischen Berlin und Franbfurt:
100 Shüll.
Meteorologische Beobachtungen.
Nach einmelige Beobachtung.
hezlg e h. Rthlr. Sg. P. 25,066 Personen, wofür eingenommen wurde 16,225 27 6. “ Passagiergepäck-Ueberfracht 355 10 - uu““ 73 Equipagen EE—““ “ 213 Cir. 61 Pfd. Eilfracht 121 5 gG. ms unbm⸗ 10,770 Cir. 78 Pfd. Güterfracht t9,9 Rn Vieh-Transport b 749 27 6
19,821 20 3
Abends 10 Uhr.
1845. 15. Sept.
Luftdruck
Luftwärme.. Thaupunkt... Dunstsättigung.
Nachmittags
Morgens 2 Uhr.
6 Uhr.
332,69 „Par. 332,54 Per. 331,47Par. + 10,5° n. +† 13,6° n. + 10,5°n. + 920 n. +† 12,4 ° n. +†+ 10,4°R. 90 pct. 90 pct. 99 pct. trüb. trüb. Regen. SSsW. SSW. SSW. Würmewechsel †l Wolkenzug... SSW. — + 9,9 °n.
Tagesmittel: 332,300Par. + 11,5° R.. † 10,70 R. 93 pct. 8.
Quellwärme 7,70 „¼ Flusswärme 12 9 Bodenwärme 130 Ausdünstung 0,0001 Niederschlag 0,19l-
2) zwischen Breslau und Liegnitz: 20,930 Personen, wofür eingenommen wurde 10081 4 6 ½ eran,Harg Passagiergepäck-Ueberfracht 228 45 b emwaent me 54 Equipagen 249 20 — A6 2Pvun FFrngh h
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Deutsche Bundesstaaten. Königreich Sachsen. Die am 15.
1 1— September stattgehabte entliche. Sitzung der zweiten Kammer der Stände 18 — Anrede des Präsidenten eröffnet, die derselbe mit einem drei⸗ maligen Hoch auf König, Verfassung und Vaterland schloß. Nach Verlesung der Registrande zeigte der Abgeordnete Todt an, daß er auch für gegenwärtigen Landtag, wie bei den früheren, einen Antrag zur Abfassung einer Adresse auf die Thron⸗Rede des Königs stellen werde, jedoch erst in der nächsten Sitzung, um diesen Antrag nach keiner Seite hin als einen unerwarteten erscheinen zu lassen. Die Kammer schritt dann zur Wahl der sieben Mitglieder der ersten De⸗ putation, und die erste Abstimmung ergab eine absolute Majorität für die Abgeordneten Schäffer (67), Haase (60) und Todt (56); die übrigen Stimmen sielen auf die Abgeordneten Oberländer (31), Ei⸗ senstuck (30), Klinger (26), von Römer (21), Jani (21), Brockhaus
Königliche Schauspiele.
Mittwoch, 17. Sept. Im Opernhause. 110te Abonntuh Vorstellung: Doktor Robin. Hierauf: Die unterbrochene Hat Anfang halb 7 Uhr.
Zu dieser Vorstellung werden Billets zu den gewöhnlichen de haus⸗Preisen verkauft.
Donnerstag, 18. Sept. Im Schauspielhause. 150 ste Abonnem⸗ Vorstellung: Das Liebes⸗Protokoll. Hierauf: Der Sohn auf Re
Freitag, 19. Sept. Im Opernhause. 1141te Abonnem Bseehwa⸗ Der Freischütz. (Dlle. Tuczek: Agathe.) Anfang
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Zu dieser Vorstellung werden Billets zu den gewöhnlichen d⸗
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Amsterbam. 1“ ee Lh di Chamöuni“.) — Blumen⸗, Frucht⸗ und Gemüse⸗Ausstellung. — Leipzig. Gewandhaus⸗Konzerte. —
Ungarelli †. — Kanonfsir 1 IFgh.
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andels- und Börsen-Nachrichten. Hichr⸗4 Berlin, 16. Sept. Die Course der meisten Effekten sind heute elwas
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Den 10. September entschlief nach längerem Leiden, zu Stargard in ommern, der General⸗Lieutenant Friedrich von Sohr, in seinem 7tsten ebensjahre. Die Armee hat in ihm einen ihrer tapfersten Führer, die
alten Waffengefährten haben in ihm den treuesten biedersten Vorgesetzten und Kameraden verloren; Jeder, der ihn kannte, beweint in ihm den Ver⸗ lust eines großherzigen Menschenfreundes, eines Wohlthäters der Armen, eines Helfers in der Noth, denn nie hat irgend Jemand, der Rath, Trost und Hülfe suchte, seine Schwelle unbefriedigt verlassen.
Den 22. März 1775 in Berlin geboren, verlebte Friedrich von Sohr die Jahre der Kindheit unter der alleinigen Leitung seines vortrefflichen Vaters, des Obersten von Sohr, da seine Mutter, eine geborne von Briest, schon in seinem zartesten Alter starb. Früh wurden hier die Keime der ehrenhaften, reinen Gesinnung gelegt, welche ihn und seine beiden Brüder durch das ganze spätere Leben leitete, und die sie alle Drei zu der wärmsten Freundschaff bis an das Ende verband. Im noch nicht vollendeten 14ten Lebensjahre trat Sohr, von der inneren Neigung mächtig getrieben, in das Ebensche (ehemals Zietensche) Husaren⸗Regiment ein. Als ganz junger Offizier machte er die Rhein⸗Campagne mit. Bei Kaiserslautern lebens⸗
efährlich durch einen Schuß in der Brust verwundet und dann mit dem Biden pour le mérite geschmückt, trug er frühzeitig den Ruf eines tapfe⸗ ren ausgezeichneten Offiziers davon. Durch Diensteifer und Brauchbarkeit auch im Frieden befestigte er diesen Ruf dergestalt, daß ihm bald der ehren⸗ volle Auftrag wurde, fir einen großen Theil der gesammten Kavallerie die Remonte aus der Moldau zu holen. Bei dem herannahenden Ausbruche des Krieges wider seinen Willen auch im Jahre 1806 zur Abholung der Remonte kommandirt, gelang es ihm, als er nach dem Verlust der Schlacht von Jena zurückkehrte, sämmtliche Pferde seinem Könige und Herrn, mitten durch die überall vordringenden Feinde, auf eine kühne und umsichtige Weise zuzuführen.
Bald nach anßer der Tour ger zu einem solchen Grade der Dienstbrauchbarkeit aus, daß seine Schwa⸗
dem Kriege von 1807 zum Escadrons⸗-Führer und später zum Major ernannt, bildete er seine braven Brandenbur⸗
dron als Muster in der Armee gelten konnte. So führte er dieselben in
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Grundstück des Kleidermachers Johann Gottlieb
6 Pf., soll Schulden ga. bder Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hp⸗ poothekenschein sind in der Registratur einzusehen.
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gericht Schlawe eine Absens⸗Kuratel eingeleitet ist, wird
gewichen, doch zeigte sich zu erniedrigten Preisen mehrseitige Kauflust.
Marktpreise vom Getraide.
Berlin, den 15. September 1845.
Zu Lande: Weizen 2 Rthlr. 8 Sgr. 5 Pf., auch 2 Rthlr. 4 Sgr.
10 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 22 Sgr. 10 Pf., auch 1 Rthlr. 20 Sgr. 5 Pf.;
große Gerste 1 Rthlr. 8 Sgr. 5 Pf., auch 1 Rthlr. 7 Sgr. 2 Pf.; Hafer
1 vüglr 1 Sgr. 2 Pf., auch 25 Sgr. 2 Pf.; Erbsen 1 Rthlr. 25 Sgr. 2
8 Zu Wasser: Weizen (weißer) 2 Rthlr. 16 Sgr. 10 Pf., auch 2 Rthlr.
9 Sgr. 7 Pf. und 2 Rthlr. 6 Sgr.; Roggen 1 Rthlr. 24 Sgr., auch 1 Rthlr. 20 Sgr. 5 Pf.; Hafer 1 Rthlr., auch 24 Sgr. 3 Pf. Feer Sonnabend, den 13. September 1845. aua0
Das Schock Stroh 8 Rthlr. 5 Sgr., auch 7 Rthlr. Der Centner
Heu 1 Rthlr. 5 Sgr., auch 22 Sgr. 6 Pf.
DAuswärtige Börsen.ʒß
5 % Span. 23 ½.
Pol. —.
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Niederl. wirkl. Sch. 62 ½. Zinsl. —. Preuss. Pr. Sch. —.
Amsterdam, 12. Sept. 3 % do. 39 ⅛. Ausg. —. Pass. —. 4 % Russ. Hope 93.
Antwerpen, II. Sept. Neue Anl. 22 77.
Frankfurt a. M., 13. Sept. 5 % Met. 114 ¼ G. Bank-Aectien p. ult. 1964. Bair. Bank-Actien 746 Br. Hope 91 ¾ Br. Stiegl. 90 ¾ Be. Int. 62 %. Poln. 300 Fl. 100 8⅞ Br. do. 500 Fl. 85 ½.
Paris, I1. Sept. 5 % Rente fin eour. 119. 5. 3 % do. üin cour. 84. 25. Neapl. —. 5 % Span. Rente —. Pass. 6 ⁄.
Wien, 12. Sept. 5 % Met. 112 ⅞. 4 % do. 101 ½⅛. 3 % Jo. 77 8½. Bank- Actien 1612. Aul. de 1834 159 ¼. de 1839 130. Noecdb. 223 ½. Gloggu. 153.
Zinsl. —.
haus⸗Preisen verkauft.
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Mittwoch, 17. Sept. schaftliche Kosten. Befehl:
Sprache, à 5 Sgr. verkauft.
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2 Akten, von B. A. Herrmann.
n Potsdam: Die Marquise von Vilette.
ie französischen Theater⸗Vorstellungen werden mit dem nit Monate wieder beginnen und, wie in den früheren Jahren, in niglichen Schauspielhause stattfinden. . zu zwei Drittel des gewöhnlichen Eintrittspreises — und zwar si ganze Dauer der Vorstellungen, das ist vom Monat Oktober! bis Ende Juni künftigen Jahres — sind bis zum 20. Septenieg im Billet⸗Verkauss⸗Büreau schriftlich abzugeben, wo alsdann die Kontrakte abgeschlossen werden.
FKhb’bnigsstädtisches Theater. Johanna und Hannchen. Hierauf: Die Reise auf g. Posse in 5 Akten, von L. Angely. Im Königl. Schauspielhause zu Potsdam: (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Oper in 4 Akten. Musik von Verdi. „Billeets zu dieser Vorstellung sind bei dem Kastellan des Schauspielhauses zu Potsdam und Abends an der Kasse zu Ebendaselbst werden auch die Textbücher, in italienischer und de
Anfang 6 Uhr.
Haus wird um 5 Uhr geöffnet.
Meldungen um Abonn
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Auf Allerzhee
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Ende 9 Uhr.
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Verantworllicher Nedacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
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Mail. 132 ½. Liv. 123. Pesth. 115 ¾. Badw. 93.
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Das hierselbst in der Behrenstraße Nr. 9 belegene
hiermit aufgefordert, dem ihm bestellten Kurator, Kommissarius Drews in Stolp, zagn, bfhcn dem gerichtlichen n 1 na eschehener Befriedigung seiner Gläubiger n
Stadtgericht su Berlin, den 24. Juni 1845. eine meimögensmasse veee. Ings etn
meiner Anze
Justiz⸗ seinen Wohnort 2 8-
Depositorio zu Schlawe
ie⸗ ling, gerichtlich begesdag zu 16659 Thlr. 19 Sgr. alber
am 3. März 1846, Vormittags 11 Uhr,
8, 522 [772 bb na tc r r namme; Fn 2,1—, 1
I“ Maß so rdeeru h g..an ne Der frühere Bürgermeister in Zanow, jetzige Partii⸗ culier Bock, über welchen von dem Königlichen Stadt⸗
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Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗ Hofbuchdruden
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Amtlicher Theil.
Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: Dem Dünenwärter und Pflanzmeister Kelo eesaa, Re⸗ erungs⸗Bezirk Danzig, das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen.
Uichtamtlicher Theil.
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u h C1“ nland. Rhein⸗Provinz. Ihre Königl. ut passirte am 12. Sept. Koblenz und England.
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Hoheit die Herzogin von Köln auf ihrer Rückreise
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(20), Schaffrath (20) und einige Andere. Für die noch zu wählen⸗ den vier Mitglieder stellte sich in der zweiten bstnmchn lanih ab⸗ solute Stimmenmehrheit heraus, und in der dritten erhielten solche die Abgeordneten Oberländer mit 47, Eisenstuck mit 46, Klinger mit 39 und von Römer mit 34 Stimmen. Nach Beendigung dieser Wahl theilte der Staats⸗Minister von Könneritz ein ausführliches Exposé mit in Betreff der kirchlichen Angelegenheiten des Landes und die Veranlassung zu dem bekannten Erlaß der in Evangelicis beauftrag⸗ ten Minister, das bereits auch in der ersten Kammer durch denselben Minister vorgetragen worden war. 18 8
Großherzogthum Baden. Dem Vernehmen nach ist folgende Adresse einer Anzahl Einwohner Mannheims nach Leipzig ab⸗ gegangen: „Deutsche Männer und Brüder! Die Opfer des 12. August
sind zwar zur Erde bestattet, allein es leben noch die Gefühle, welche ihr
Begleitung leichthin darstelle.“
Kurfürstenthum Hessen. Durch Ministerial⸗Verfügung ist der fernere Debit des zu Leipzig erscheinenden Herold im Kur⸗ fürstenthum untersagt worden.
8 Herzogthum Holstein. Se. Dänemark hat bei der letzten Anwesenheit in Glückstadt die dortigen Hafen⸗Arbeiten mit großem Interesse besichtigt, einen schnelleren Fort⸗ gang derselben gewünscht und einen ferneren Füschuß aus der Staats⸗ kasse, außer den bereits zugesicherten 75,000 Mk., in Aussicht gestellt. 5 Freie Stadt Bremen. Am 14. September starb in Bre⸗ men der Bürgermeister Dr. Duntze im 67sten Lebensjahre. Er war seit 1807 Mitglied des Senats und bekleidete die Bürgermeister⸗
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Majestät der König von
in Koönigsstädtisches Theater. e Linda di Chamouni. b de neue italienische Opern⸗Gesellschaft ist durchgedrungen. Die An⸗ innung ihrer Leistungen ist eine allgemeine geworden. Das Publikum eg- sich zu den Vorstellungen und verläßt sie in wahrer Befriedigung. s Beifall wächst der Eifer der Mitglieder. Sie sehen, daß ihrem 898 Gerechtigkeit wird, und von diesem Gefühl gehoben, gehen sie mit 8 die Sache. Die Aufführungen erhalten dadurch Ebenmaß und
eit. 1† Kunst⸗Institut, das den Berlinern noch von den Zeiten des gro⸗ riedrich her lieh und werth geblieben, ist somit in verjüngter Kraft Leben getreten. Dasselbe richtig würdigen kann im Grunde nur der⸗ „ Vorurtheile, lediglich als das nimmt, was es sein soll henst⸗ nämlich als national⸗italienische Oper. Es sollen uns nische Opern vorgeführt werden, von Italienern gedichtet und kompo⸗ en Italienern ausgesührt. Wir sollen glauben, eine italienische 8 85 uns zu haben, und auf dieser sollen die musikalischen Produc⸗ an Vergangenheit und Gegenwart genau so dargestellt werden, die inebemn Lande, wo sie entstanden sind, zu geschehen pflegt. Wir erhal⸗ 1. alienischen Opern sonach mit ihren Vorzügen und Schwächen, erhalten sie bzutm Worfe in ihrer nationalen Eigenthümlichkeit; und dies ächst, was bei einer Beurtheilung der Leistungen der fremden Künstler enisce gefaßt werden muß. Es wäre eben so thöricht als ungerecht, die ln 8* Operisten lediglich vom deutschen Standpunkte aus zu beur⸗ 8. 0 lange der Begriff der absoluten Kunstschönheit nicht fest estellt äzgkei er wird es wohl nie werden, da hierdurch die freie Schöpfungs⸗ sieseni 88 Kunst zerstört würde — so lange sind wir auch darauf hin⸗ ge n ie mannigfaltigen Formen, worin das Schöne sich kundgiebt, so idersigenkennen, als wirklich Schönes, das sich dem Sinne als solches in eh ich aufdringt, in diesen Formen ausgeprägt liegt. Niemand 24₰ getde zu stellen wa en, daß die italienische Oper den Schönheits⸗ tüberfilch “ ja hinsichtlich der Melodik die Oper anderer Nationen ugle. Es ist abgeschmackt, sie ganz zu verdammen, weil ihr die
——õ—õNQ́Q——-/— ken, daß die italienischen und
m 22! 1 gere deuische Charakteristik fehlt. Vernünstiger ist es, darauf hinzuwir⸗
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daß die 1 deutschen Elemente sich immer mehr nähern, allmälig in einander übergehen. Dies war bei vlhen Segbpnnnah der Fall — und Mozarts Opein sind Musterwerke für alle Zeiten.
Eine neuere italienische Oper, welche nur dann richtig gewürdigt wer⸗ den kann, wenn sie ausschließlich als ein Produkt italienischer Auffassungs⸗ weise Seitens des Komponisten und der Ausführenden genommen wird, ist Donizetti's „Linda di Chamouniv. Sie ist früher im Königl. Opern⸗ hause gegeben worden und hat wenig angesprochen; wahrscheinlich eben, weil sie so durch und durch italienisch gedacht ist, daß deutsche Künstler, besonders hinsichtlich der darin enthaltenen komischen Bestandtheile, sich schwerlich in das ihnen vom Tonkünstler Zugemuthete mit Leichtigkeit sinden werden. Wenn „Linda' wirklich effektuiren soll, muß sie von Italienern gegeben werden. Hier geschah dies am 11. und 13. September, und die Oper fand großen Beifall.
„Zuerst ein paar Worte über den Text. Er ist von Gaetano Rossi gedichtet, und zwar nach dem auch in Deutschland häufig gegebenen Le⸗ moineschen Drama „Die neue Fanchon, obder: Muttersegen“., Eine Savoyarden⸗Geschichte. Linda, eine Bäuerin im Chamounithale, liebt einen Maler und empfängt seinen Treueschwur. Der Marquis von Boisfleury stellt ihr nach. Sie den Verfolgungen desselben zu entziehen, entsendet der Dorfgeistliche Linda mit einem Zuge Savoyardinnen auf den üblichen Winter⸗Ausflug nach Paris. Dort trifft sie mit ihrem Maler zusammen und erkennt in ihm den Vicomte von Sirval, der für die Geliebte Sorge trägt und es ihr an nichts fehlen läßt. Auch Boisfleury findet Linda zu Paris und setzt seine Nachstellungen fort, wird aber mit Verachtung abge⸗ wiesen. Linda's Vater kommt nach Paris und als Bettler in das präch⸗ tige Hotel seiner Tochter. Er hält sie für eine Sünderin und will sie ver⸗ fluchen. Der Vicomte wird unterdessen von seiner Mutter gezwungen, mit einer Anderen zum Altar zu schreiten, und Linda, vom zwiefachen Schlage des Mißgeschicks getroffen, verfällt dem Wahnsinn. Sie wird in ihre Hei⸗ mat zurückgebracht. Dorthin begiebt sich auch der Vicomte, welcher sich der Zeeige Helranh zu üebigen benae ha⸗ weiß den umnachteten Sinn der Geliebten wieder zu lichten und erhebt sie, nachdem seine Familien⸗Verhält⸗ nisse sich geändert, zu seiner Gemahlin. 8 88 üe
Lied dazu bestimmt ist, Linda auf sowohl vor Verirrungen zu schützen, stand wiederzugeben. Also ungefähr die nämliche Idee, welche der Weig!l schen „Schweizerfamilie” zur Unterlage dient. Der Te⸗ i
dem Gedanken des Schauspiels in so fern abgewichen, als er nicht di Ballata „Der sua madre andò una figlia“, worin die Andeutung vom künftigen Schicksal Linda's liegt, zum moralischen Grundklang der Ope genammen, sondern dazu das erste von beiden Liebenden gesungene Duet gewählt hat.
Als Gezenbild zur schwermüthigen und ihre Sittlichkeit bewahren Linda ist in dem französischen Drama ein Feieterdentcdnelt eeaa Leichtsinn untergehendes Savoyardenmädchen in der Person der Chonchon aufgestellt. Der Liberettist Nossi hat diese interessante, üppige Figur in die des milden und frommen Waisenknaben Pierotto verwandelt und söo dem Komponisten den Anlaß zu einem schönen musikalischen Gegensatz ge⸗
nommen. Heinrich Proch übersetzte den Text für Wien, wo die Oper sehr ansprach; Emilie Seidel für Berlin. Die Uebertragungen der ba,ehr sind nicht der Musik unterlegbar, folglich rhythmisch freier und lesbarer. Was die Musik betrifft, so gehört sie zu dem Graziösesten, was von Donizetti vorhanden ist. Den ersten Akt eröffnen die Späße, welche sich der verliebte Marquis mit den Bäuerinnen macht. Ganz im Geist der Opera buffa gehalten. Pierotto's (oben erwähnte) Ballata „Per sua madre“ dürfte inniger, rührender komponirt sein; das Accompagnement von Triangeln zu dem kirchlich⸗frommen Refrain will auch nicht passen. Dann folgt das Duett zwischen Carlo und Linda, dessen Schluß „A con- solarmi affrettisi“ jenec süße ergreifende Melodie enthält, die sich in man⸗ nigfaltigen üre. als Goldfaden durch das Ganze schlängelt. Im Finale hebt sich das Gebet mit Chor als ein wirksames Musikstück hervor. Der zweite Akt enthält zwei Duette von der entschiedensten Geltung“ ein innig gefühlvolles zwischen Linda und Pierotto, und ein charakteristisch⸗ feines zwischen der tugendstandhaften Linda und dem verbuhlten Marquis. Letz“ teres ist mit außerordentlicher Discretion durchgearbeitet, und die Kunst des Komponisten, so ganz heierogene Naturen in musikalischen Einklang zu
ihren Wanderungen in die weite Wel als ihr nachher den verlorenen Ver
Der poetische Grundgedanke dieser Begebenheit liegt darin, daß ein
bringen, bewährt sich besonders bei der Stelle „A dir il vero“, während
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