worden und Galveston, Velasco, Corpus Christi und Sabine zu
Eingangshäfen bestimmt worden.
Der Weser⸗Zeitung wird aus Washington vom 28. De⸗ „Im Revpräsentanten⸗ hause ist durch den Präsidenten der Territorien⸗Kommission eine Bill eingebracht, behufs der Ausdehnung unserer Gesetze über das ge⸗ mit dem Antrage, gemäß der Bestimmung die Kündigung der en, welche bekannt⸗ . Schald.- Sch. 3 ½ 98
ember über die Oregon⸗Frage geschrieben:
sammte Oregon⸗Gebiet, des mit Großbritanien bestehenden Vertrages,
gemeinschaftlichen Besetzung des Gebiets einzureich ich 12 Monate vor dem Erlöschen dieses Vertrages Diese Angelegenheit wird in der ersten Hälfte des Januar zur kussion kommen, und nach genauer Kenntnißnahme der Ansichten vieler Kongreß⸗Mitglieder fühle ich mich veranlaßt, daß diese Bill in beiden Häusern an⸗ genommen und im Laufe der Winter⸗Monate noch zum Ge⸗ Die Ausdehnung der Vereinigten Staaten über Oregon kann indeß Großbritanien keinen gerechten Grund zur Beschwerde geben, denn solch eine Maßregel ist vor längerer Zeit (schon im Jahre 1821) von der großbritanischen Die englischen Unterthanen sind unter die Kolonial⸗Gesetzgebung, wie sie in Kanada besteht, gestellt worden, während die amerikanischen Bürger unter keine andere Re⸗
jerung, als lediglich unter eine provisorische, gekommen sind. Ich gewinne täglich mehr die Ueberzeugung, daß diese Frage, welche in diesem Augenblick für die ganze civilisirte Welt in hohem Grade be⸗ drohlich ist, dennoch ohne daß von einer oder der anderen der beiden Parteien die Waffen ergriffen werden, ihre Lösung erhält. Ich muß
Versicherung zu geben,
setz erhoben werden wird.
Regierung selbst vollzogen worden.
Budw. —.
Pest. 105 5 .
Berliner Den 22. Januar 1846.
108
Wien, 18. Jan. Nordb. 187 5⁄. Gloggu. 142 ½. Man. 123
B XXXX“ 1846.
21. Januar.
Abends 10 Uhr.
Nachmittags 2 Uhr.
Morgens 6 Ubr.
Pr. Cour. Brief. Geld.
Fonds.
Pr. Brief.] Geld.] Gem.
Luftdruck
Luftwärme.
. . Cour. Actien. 8
erfolgen muß. zur Dis⸗
Prämieu-Scheine d. Seech. à 50 T. Kur- u. Neumärk. Schuldverschr. 3½ Stadt- Obligationen Danz. do. in Th. Westpr. Pfandbr. Grossh. Pos. do.] do. do. Ostpr. Pfandbr.
Pomm.
Ihnen die
Berliner
2 2
1.
der
Gesetze
=gSE
A 2 —— —,8.—.ö.
do. Kur- u. Neum. do. 2 Schlesische do.
hal. Potsd. Bisenb. 5 do. do. Prior. Obl. 4 D1gd. Lpz. Eisenb. — Qdo. do. Prior. Obl. Brl. Anh. abgest. do. do. Prior. Obl. Düss. Elb. Eisenb. Qdo. do. Prior. Obl. Rhein. Eisenb.
do. do. Prior. Obl. do. v. Staat garant. 0 b.-Schles. E. L A
.St. E. Lt. A. u. B.
do. v. Staat g. Lt B.
*—
Gold al marco. Friedrichsd'or. And. Gldm. à 5 Th.
Disconto. 2 5 *½
Magd.-Malbst. Eb.
r.-Schw.-Frb. B. do. do. Prior. Obl. 13 ¼ Bonn-Kölner Esb. 11 ½ Niedersch. Mk. v. e.
Thaupunkt.. Dunstsättigung.O Wetter
Wind Wolkenzug-.
334,7207Par. 333,94"Par. 333,22 Par.
†
Quellwärme 7,70 1,82 h. + 5,1° h. +†+ 4,1° n. 8 0,0° n. —+ 1,5° K. + 1,4⁰ n. 85 pet 74 pcCt. 80 pcCt. trüb. halbheiter. trüb. 080. 080. 080.
Flusswärme 0,90 Bodenwärme 0,3" Ansdünstung 0 1j
„ /00% Niederschlag 0,098 36
Tagesmittel: 333,96 Par. + 3,70 hn. + 1,0° R. 80 po
Wärmewechsel 4
1 — 080. — + 4,1° R.
“ —
Nachts Regen.
do.
do.
Prior. Lt. B.
2
SeSSWVA5V-SSöSSéSnVS
Priorität 98 i
do.
indessen zur Steuer der Wahrheit bemerken, daß unsere Regierung 2
it einer Einmüthigkeit und Entschlossenheit, welche selbst im Kriege HBIII“ 1812 ihres Gleichen nicht findet, sich auf das Schlimmste vporbereitet.“
mWMechsel -
Cour s.
Pr. Cour. Thlr. zu 30 Sgr.
Brief.] Geld.
Amsterdam
Handels- und Börsen-Naͤchrichten.
8 . 2. 2 Die Course unserer Eisenbahnen erfuhren heute wieder einen beträchtlichen Rückgang und blieben matt.
Berlin, 22. Jan.
Auswärtige Amsterdam, 18. Jan. Antwerpen, 17. Jan. Zinsl. —. Frankfurt a. M., 19. Jan.
937.35. Bayr. Bank-Actien 720 Br. 12. 1 ⁄⁄. Poln. 300 Fl. 101 ¾ G.
Hamburg, 20 Jan.
Hope 9⁰ ½ Br. d. 500 Fl. 82 ½. 82 ¼. Bank-Actien 1600 Br.
5 % Span. Rente 37 ½4. Pass. 6 ½.
Börsen. Niederl. wirkl. Sch. 60 25. Neue Aul. 228. 5 % Met. 112 ¾ G. Bank-Actien p. uvle. Stiegl. 89 ½ Br.
Engl. Russ. 109 Br. Paris, 17. Jan. 5 % Reunte sin cour. 121. 10. 3 % do. fin cour. 82. 90
do.
do.
London
5 % Span. 22 ⅛½. Augsbuuuuug
Breslau
Int. Frankfurt a. M. Petersburg
südd. W
Bekanntmachungen.
62 b1 EEETD“
Alle diejenigen, welche an das dem Gutsbesitzer Mi⸗ chael Wegner von den Erben der Wittwe Appelmann, geb. Schultz, und des nach dieser verstorbenen Oekono⸗ men Gustav Appelmann überlassene Erbpachtrecht an dem im Grimmer Kreise belegenen Gute Altenhagen, nebst den dazu gelegten, von der Wittwe Appelmann von den Eigenthümern Modrow zu Reinkenhagen und Lange zu Kl. Miltzow als freies Eigenthum acquirir⸗ ten, auf den Michael Wegner eben so übergegangenen Ländereien, so wie auch an die dortigen Gebäude, Be⸗ währungen, Saaten, Ackerarbeiten und Wirthschafts⸗ Vorräthe, welche der Letztere ebenwohl erworben, — rechtsbegründete Forderungen und Ansprüche machen zu können vermeinen, werden zu deren Anmeldung und Be⸗ glaubigung in einem der folgenden Termine: am 31. Januar, 16. Februar, oder aber am
2. März d. Js., Morgens 10 Uhr, vor dem Königl. Hofgericht, bei Ver⸗ neidung der am 16. März d. Js. zu erkennenden Prä⸗ lusion, hiermit aufgefordert.
Datum Greifswald, den 12. Januar 1846.
Königl. preuß. Hofgericht von Pommern und Rügen. 5. v. Möller, Praeses.
Die Todeserklärung des Seefahrers Johann Friedrich Blumenau, ein Sohn des Eigenkäthners Gottfried Blu⸗ menau und dessen Ehefrau Barbara, geborenen Daguhn, welcher am 29. Mai 1785 in Alt Pillau geboren, ist von den Verwandten desselben beantragt und für zu⸗ lässig erachtet. Derselbe ist in seinem 16ten oder 18ten Jahre mit einem preußischen Schiffe zur See gegangen und hat vor etwa 40 Jahren zuletzt aus London Nach⸗ richt von sich gegeben, und nach welcher er mit einem englischen Schiffe nach West⸗ und Ostindien zu gehen beabsichtigt hat. Es werden daher der Seefahrer Jo⸗ hann Friedrich Blumenau und, wenn er bereits verstor⸗ ben sein sollte, gleichzeitig auch seine etwanigen unbe⸗ kannten Erben und Erbnehmer hiermit vorgeladen, bin⸗ nen neun Monaten schriftlich oder persönlich, spätestens aber in dem
am 2. November a. f. in unserem Geschäftslokal, Vormittags 11 Uhr, anste⸗ henden Termin sich bei uns zu melden und daselbst wei⸗ tere Anweisung zu erwarten. Wenn der Verschollene sich nicht meldet, so wird er durch Erkenntniß für todt erklärt und sein hiesiges Vermögen, welches aus 289 Thlr. 16 Sgr. 7 Pf. besteht, denjenigen, welche sich als seine Erben ausweisen, in deren Ermangelung aber dem Fis⸗ kus zugesprochen und verabfolgt werden. Fischhausen, den 15. November 1845.
Königliches Land⸗ und Stadtgericht.
[51] Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 5. Januar 1846. Das in der Sophienstraße an der Ecke der großen Hamburgerstraße belegene, Vol. III. No. 261. im Hy⸗ pothekenbuche der Königsstadt verzeichnete Grundstück des Destillateurs Feicht, -u abgeschätzt zu 24,077 Thlr. 15 Sgr. 3 Pf., soll am 1. September 1846, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.
Bekanntmachung. 8 Nothwendiger Verkauf. 1.“ Stadtgericht zu Berlin, den 3. November 1845.
Das den Erben der Wittwe Krause gehörige, Vol. 23. No. 1683. des stadtgerichtlichen Hypothekenbuchs von der Friedrichsstadt verzeichnete, in der Lindenstraße Nr. 107 belegene Grundstück, gerichtlich abgeschätzt zu 5210 Thlr. 57 Sgr. 11 Pf., soll Theilungs halber
am 19. Juni 1846, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.
[1154]
[66 b] PBr6 g l a mn a.
Auf den Antrag des früheren Handlungs⸗Kommis E. G. C. Lorenz werden alle diejenigen, welche an das von dem Kaufmann Adolph Müller mittelst Vertrages vom 31. Dezember v. Js. an den genannten Extra⸗ henten verkaufte, an der Fangenera. unter Nr. 28 hierselbst belegene Wohnhaus c. pert. dingliche An⸗ sprüche und Forderungen machen zu können vermeinen sollten, hiermit geladen, solche in einem der auf den 3ten und 17ten kft. Mts. und den 3. März
d. J., jedesmal Morgens 10 Uhr, angesetzten Liquidations⸗Termine vor dem Stadtgerichte hierselbst speziell anzumelden und zu verifiziren, widri⸗ genfalls sie damit durch die in termino den 17. März d. J., gleichfalls Morgens 10 Uhr, zu erlassende Prä⸗ klusiv⸗Sentenz werden ausgeschlossen und abgewiesen werden.
Datum Greifswald, den 14. Januar 1846.
Direktor und Assessores des Stadtgerichts.
(L. S.) Dr. Teßmann.
[1191] Ediktal⸗Ladung.
Nachdem vor uns zu des Materialwaaren⸗Händlers und Schnapslaboranten Heinrich Franz Werner dahier Vermögen der Konkurs⸗Prozeß zu eröffnen gewesen, so werden dessen bekannte und unbekannte Gläubiger per⸗ emtorisch bei Strafe des Ausschlusses und, so weit sie dieselbe genießen, bei Verlust der Rechtswohlthat der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand, hiermit geladen,
den 19. Mai 1846 zur gehörigen Gerichtszeit an hiesiger Gerichtsstelle zu erscheinen, ihre Forderungen anzuzeigen und zu beschei⸗ nigen, sowohl mit dem verordneten Konkurs⸗Vertreter über die Richtigkeit, als auch nach Befinden unter sich über die Priorität der Forderungen binnen 6 Wochen zu verfahren und zu beschließen, sodann
den 3. Juli 1846 der Publication eines Präklusivbescheides sub poena publicati sich zu gewärtigen, hierauf aber
den 14. Juli 1846 anderweit Vormittags 9 Uhr, an hiesiger Gerichtsstelle legal zu erscheinen, unter sich die Güte zu pflegen, un⸗ ter der Verwarnung, daß die Außenbleibenden in den Beschluß der Mehrzahl für einwilligend werden ange⸗ sehen werden, wenn aber ein Vergleich nicht zu Stande kommt,
den 25. Jul i 1846 der Inrotulation der Akten, und endlich
den 26. September 1846
der Eröffnung eines Locations⸗Erkenntnisses sub poena publicati gewärtig zu sein.
Auswärtige Gläubiger haben zur Annahme der an ben ergehenden Schriften allhier Bevollmächtigte zu ellen. .
Elterlein, am 27. November 1845.
Das Stadtgericht allda. Müller.
[1223] Sächsisch-Schlesische Eisenbahn.
Bei der sechsten Einzahlung auf die Sächsisch⸗Schle⸗ sischen Eisenbahn⸗Actien sind bis mit Ablauf des Schluß⸗ Termins, den 1sten dieses Monats, auf die nachbenann⸗ ten Nummern der bei der fünften Einzahlung ausge⸗ gebenen Interims⸗Actien:
Nr. 3190. 6277 bis mit 6296. 6807 bis mit 6811. 7282 bis mit 7291. 9605 bis mit 9650. 9690. 13257 bis mit 13265. 24357. 24358. 25900. 27121. 39799.
die Einzahlungen nicht geleistet worden, und in Gemäß⸗ heit §. 18. der Gesellschafts⸗Statuten werden deren In⸗ haber hiermit aufgefordert, die unterlassene Einzahlung unter Zuschlagung der nach §. 17. erwähnter Statuten verwirkten Strafe von 10 % (1 Thlr. für die Actie),
mithin mit. 10 Thlr. 15 Ngr. längstens bis zum
für das Stück, 27. Januar 1846,
Hamburg. “ .
20–06“ 150 Fl. . 150 Fl. 100 Thlr.
Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss. 100 Thlr.
100 Shhbl.
141 140 ¾ 139 ⅞
Kurz
2 Mt. Kurz
2 Mt. 3 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 8 Tage 2 Mt. 2 Mt. 3 Woch.
1515 1505 6 25½
102 102
Freitag,
dem andern, (Herr Baum, Gastrolle.)
100
bei dem unterzeichneten Direktorium nachträglich zu leisten. Die Unterlassung der Einzahlung innerhalb dieser Frist macht den Actien⸗Inhaber aller ihm als solchem zustehenden Rechte verlustig. Dresden, den 6. Dezember 1845. Das Direktorium der Sächsisch⸗Schlesischen Eisenbahn⸗Gesellschaft. Carl Ludwig Schill.
Anton Freiherr von Gablenz.
[33 b v . Wien-Gloggnitzer Eisenbahn⸗ Actien, 2te Raten⸗Zahlung.
Auf obige Actien ist eine Einzahlnng
von 25 Fl. per Actie ausgeschrieben,
a. welche bis den 31sten d. M. in Wien
lgeleistet werden muß. Wir sind bereit,
hdie Einzahlung darauf zu besorgen, und
ᷓ‚können die Actien zu diesem Endzwecke
bis spätestens den 24sten d. M. bei uns eingereicht
werden.
Berlin, den 12. Januar 1846.
Hirschfeld & Wolff,
Linden Nr. 27.
[134 b1 ö“ vb“ Einzahlung af Mailand⸗Vene⸗ tianische Eisenbahn⸗Actien.
Auf obige Actien ist eine Einzahlung von 6 % ausgeschrieben, welche bis zum 31sten d. M. in Wien geleistet werden
lmumuß. Wir sind bereit, die Einzahlung Ksbdarauf zu besorgen, und können die Ac⸗ — tien zu diesem Endzwecke bis spätestens den 24sten d. M. bei uns eingereicht werden. Berlin, den 12. Januar 1846.
Hirschfeld K Wolff,
Linden Nr. 27.
Nuachricht. Feuerversicherungs-Bank für Deutschland
zu Gotha
wird i ren Theilnehmern für das Rechnungsjahr 1845
60 Prozent, also gewils drei Fünftel ihrer Einzahlungen, als Ersparnifs zurückgeben. So günstig gestalte- ien sich die Ergebnisse der Bankverwaltung im ver- flossenen Jahre. Der genaue Rechnungs-Abschluss wird den Theilnehmern der Bank so bald als mög- lich mitgetheilt werden.
Wer dieser gegenseitigen Versicherungs-Gesell- schaft, bei welcher alle Nebenunkosten, als Porto, policen-Gebühren etc., für den einzelnen Versicher- ien weglallen, beitreten will, wende sich an den Unterzeichneten.
Berlin, den 21. Januar 1846.
2. G. Franz,
Alexander-Strasse No. 41.
mit Gesang in 3 Akten, von F. Kaiser.
Königliche Schauspiele.
Freitag, 23. Jan. Im Opernhause. 12te Abonnements⸗ stellung: Die Krondiamanten. 1 Zu dieser Vorstellung werden Billets zu den gewöhnlichen Ops⸗ haus⸗Preisen verkauft. Im Schauspielhause. 33ste französische Abonnements⸗Vorstelle
La seconde représentation de: Noémie, vaudeville nouvez;
Anfang halb 7 Uhr.
2 actes, du théätre du gymnase, par MM. Dennery et Clémes
Valérie, comédie en 3 actes, par MM. Scribe et Mäölesville Sonnabend, 24. Jan. Im Schauspielhause. 16te Abonnemem
Vorstellung: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua.
Königsstädtisches Theater. 23.
Jan. Des Schauspielers letzte Rolle. Lfsi ten, Vorher: Ein Mamnic⸗ Lustspiel in 1 Aufzug, von Frau von Weißenthm. vom Stadt⸗Theater zu Nürnberg: Doktor Berz,g
8
1
8 XQ „ 88 8 Lebens⸗Versicherungsbar in Gotha.
Für den großen Nutzen und die vielsache Anwendu der Lebens⸗Versicherungen bieten die neuesten Ergebn obiger Anstalt abermalige Belege dar. In dem ü abgelaufenen Geschäftsjahr ist eine Summe von 378, Thlr. an die Hinterbliebenen von 233 gestorbenen N. gliedern der Bank vergütet und durch diese Erbschal⸗ der Grund zum Wohlstand mancher Familie ot⸗ manche vor Verfall bewahrt worden.
Die Bank erfreut sich fortwährend der lebendissr Theilnahme. Im vorigen Jahre wieder durch ein Zugang von 1019 neuen Mitgliedern bereichert, zätß sie am Schlusse desselben 13490 Versicherte mit 21,000,0 Thlr. Versicherungssumme. Bei einer Jahres⸗Einnah von 920,000 Thlr. für Prämien und Zinsen war nicht nur vollkommen im Stande, obige Sterbefallzc lungen zu bestreiten, sondern noch eine bedeutende Sum zu erübrigen, welche dereinst als Dividende unter Versicherten zur Vertheilung kommt. Durch diesen Ueh schuß erhob sich der Fonds der Bank auf 4,300,000 Th wovon 4 Mill. hypothekarisch ausgeliehen sind. A Dividende für 1846, aus 1841 stammend, beträcd 4s Prozent.
Indem ich dies zur öffentlichen Kenntniß bring lade ich zu weiterer Theilnahme an den Vortheisg obiger Anstalt ein. Berlin, im Januar 1846.
C. G. Franz, Alexander⸗-Str. Nr. 4.
Literarische Anzeigen.
¹ssl Zeitschrift für 1846. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und W ämter, in Berlin duch Alexande
D un ck er, Königl. Hofbuchhändler, Französst
Straße 21, uvnd Ferdinand Dümmlen . Linden Nr. 19. So eben begannen ihren V. Jahrgang:
) 92 I Kuranda's Grenzboten. Zeitschrift für Politik und Literatur
Wöchentiich 3 Bogen in gr. Lexikon⸗Format. Prius bc Semesters 5 Thlr. Inhalt von Nr. 1. und 2. 1845 — 1846. Von J. Kuranda. — Der Chzaak in das Russenthum. — Bendemann's Freskogemälde i Thronsaal des Königlichen Schlosses in Dresden. Die Schleswig⸗Holsteiner und Dänisch⸗Skandinavsse Partei. Von H. Hansen. — Studenten und 9. tenleben in Prag. Erinnerungen von S— v. „ Korrespondenzen aus: Wien, Berlin, Paris, P. Rom und Insbruck. — Original⸗Notizen. Zu bemerken erlaubt sich die Verlagshandlung 1 noch, daß diese Zeitschrift nur Original⸗Ar tiln- so wie Korrespondenzen aus allen bedeutend Städten, bringt. 8 . Leipzig, im Januar 1846. Fr. L. Herbit
Im Verlage von Hermann Schultze (Mohlt⸗ str. 13/14) ist so eben erschienen:
65 b 8N32 IM 9 5 7 8es Die Kirche der Zukunft. Ein Beitrag zur Verständigung über aube wirren der Gegenwart Von 8 A. Gemberg, Ober⸗Prediger in Mevpenburg.
64 S. geh. 10 Sgr.
as Abonnement beträgt: 2 Hthlr. sü 4 Rthlr. Jahr. 1 8 kthlr. — allen Theilen der Monarchit ohne Preiserhöhung. tions-Gebühr sür den 2* iner Zeile des Allg. Anzeigers 2 Sgr.
gemeine
S 2 1
Alle Posl-Anstalten des In- und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Glatt an, für Berlin die Expedition der Allg. Preuß. Zeitung: Friedrichsstraße Nr. 72.
Berlin, Sonnabend den 24ehn Jauuar
8
icher Theil. 1 entiche Bundesstaaten. Königreich Bayern. Landtags⸗Ver⸗ handlungen. — Königreich Sachsen. Landtags⸗Angelegenheiten. — Königreich Wü rttemberg. Genesung des Konige. gußland und Polen. St. Petersburg. Die Getraidenoth. rankreich. Paris. Antwort des Königs auf die Pairs⸗Adresse. — Truppenmusterung. — Stadtball. — Vermittelnde Sendung nach Holland und Belgien. — Verhandlungen über die Marinc. — Abd el Kader's Bewegungen und Zustand von Konstantine. — Frankreichs Finanz⸗ Zustand. — Vermischtes. 8 b Broßbritanien und Irland. London. Rede Lord John Russell's in Glasgow über die Korngesetzfrage. — Die Nachrichten aus den Vereinigten Staaten. — Arbeiter⸗Versammlung in Liverpool. — Ver⸗ mischtes. — Schreiben aus London. (Die muthmaßliche Maßregel Peel's in dem bevorstehenden Parlament.) gelgien. Brüssel. Wiederanknüpfung der Unterhandlungen land. — Verhältnisse im auswärtigen Ministerium. P chweiz. Kanton Luzern. Bekanntmachung wegen der Flüchtlinge. — Kanton Bern. Die Revision der Verfassung beschlossen. — Ernennung der Verfassungs⸗Kommission. — Kanton Tessin. Annahme der Gesetze über die geistlichen Corporationen und die Unterrichts⸗Anstalten. zyanien. Schreiben aus Madrid. (Vermischtes.) - handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Berlin. Börse.
mit Hol⸗
gonigl. Opernhaus. („Das Nachtlager von Granada“. Dlle. Kreutzer: Gabrielle.) — Königl. Schauspielhaus. („Corona von Saluzzo“. Dlle. Viereck: Corona.)
Amtlicher Theil.
Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: Dem Königlich sardinischen Gesandten am hiesigen Hofe, Gra⸗ en Rossi, den Rothen Adler⸗Orden erster Klasse zu verleihen; Den bisherigen Land⸗ und Stadtgerichts⸗Direktor und Kreis⸗ ustiz⸗Rath Kreis zu Sorau zum Ober⸗Landesgerichts⸗Rath in Hreslau; so wie Den Land⸗ und Stadtgerichts⸗Rath Pedell zu Wongrowiec zum Land⸗ und Stadtgerichts⸗Direktor bei dem Land⸗ und Stadt⸗ gerichte zu Lobsens zu ernennen; und Dem Kriminal⸗Richter von Druffel zu Münster den Charak⸗ er als Land⸗ und Stadtgerichts⸗Rath zu verleihhn.
“
Dar gebührende Nachruf, dem Andenken des Professor W. Wach geweiht, hat sich durch ein Versehen bis heute verzögert. Er, der, als Meister in der Malerkunst und Bildner junger Künstler viel be⸗ scäftigt, es dennoch nie versäumte, Alles wahrzunehmen und zu be⸗ achen, was Theilnahme oder Anstand erforderte, stellte sich zu seiner gei in die Reihen der Vaterlands⸗Vertheidiger und war in seiner künstler⸗Werkstatt wie im geschlossenen Kreise stets offen, verständig, uneigennützig und für seine Schüler großmüthig, bei aller Strenge doch liebreich, wie er denn auch die Genugthuung hatte, daß von seiner Schule viele geschickte Künstler ausgingen, und wird er ihnen Allen unvergeßlich bleiben. Sein ganzes Leben war untadelhaft. Seine Rollegen, welche den Verein so vieler schönen Eigenschaften erkannten, bringen ihm trauernd diese letzte Huldigung. Berlin, 22. Januar 1846
Die Königl. Akademie der Künste. Dr. G. Schadow, Direktor.
Deutsche Bundesstaaten. 1
Königreich Bayern. In der Sitzung der Kammer der Reichsräthe vom 11. Januar bildete den weiteren Gegenstand der Berathung das Gutachten des Ausschusses für die innere Ver⸗ waltung über die von dem Fürsten von Wrede gemachte Anzeige, daß in dem am Theresientage abzuhaltenden Te Deum laudamus im Versikel salvum fac Regem etc. der Name Ihrer Majestät der Königin mit Stillschweigen übergangen, jener des Diözesan⸗ Bischofs aber unmittelbar dem Namen des Monarchen angereiht werde. Dem Antrage des Fürsten zufolge sollte Se. Majestät der König ehrfurchtsvoll gebeten werden, die gemessensten Weisungen an die Diözesan⸗Bischöfe sowohl, wie an die Königlichen Behörden, er⸗ gehen zu lassen, um eintretendenfalls gegen die Urheber solcher Uebergriffe einzuschreiten. Nach längerer Diskussion über diesen Ge⸗ genstand beschloß die Kammer, dem Antrage des Herrn Fürsten von Wrede ihre Zustimmung zu versagen.
Königreich Sachsen. h in Sitzungen vom 19. und 20. Januar mit dem Gesetz⸗Entwurse wegen Einführung eines neuen Maß⸗Sostems, welcher von der zweiten Kammer in den Sitzungen vom 2. bis 7. Okober v. J. auf Antrag der Majorität in der De⸗ putation genehmigt worden war. Die Deputation der ersten Kammerbeantragte: „Der Einführung eines neuen Maßsystems, mithin auch dem vorgelegten Gesetz⸗Eniwurse die Zustimmung so lange zu versagen, als nicht die ge⸗ sammten Zollvereinsstaaten oder wenigstens die benachbarten und namentlich das Königreich Preußen die Annahme desselben Spstems beschlossen haben werden.“ Auch nach der Abstimmung in der jenseitigen Kammer beharrte die Deputation bei diesem Antrage und empfahl blos noch der Kammer den Beitritt zu dem jenseitigen Beschlusse: die Staats⸗Regierung zu ersuchen, die Verhandlungen mit den übrigen Zoll Vereinsstaaten zu Einführung eines gemeinsamen Maß⸗ und Gewichts⸗Systems fortzusetzen, um dem 14ten Ar⸗ tikel des Zoll⸗Vertrages vom 30. März 1833 baldthunlichst Geltung zu verschaffen. Zuerst ergriff der Prinz Johann das Wort: „Der Gegen⸗ stand, welcher heute die Kammer beschäftige, sei ein solcher, welcher mit den großen Worten Konservatismus und Liberalismus, jenem beliebten Schibo⸗ jeth, nichts zu thun habe, erscheine aber materiell desto wichtiger. Der vor⸗ liegende Gegenstand sei unbestritten eine große Wohlthat, diese Wohlthat und einen mit gründlicher Sachkenntniß ausgearbeiteten Entwurf biete die Regie⸗ rung dem Lande an. Die zweite Kammer habe denselben angenommen und blos zwei Anträge daran gelnüpft, nämlich: daß über den Zeitpunkt der Einführung des Gesetzes, so wie über die inmittelst vielleicht nöthig werdenden Abänderungen, die Zustimmung einer späteren Stände⸗Versamm⸗ lung eingeholt werde, und einen anderen Antrag wegen der Verhandlungen mit den übrigen Zollvereinsstaaten. Die Deputation der ersten Kammer schlage vor, den Gesetz⸗Entwurf zurückzuweisen und blos der im zweiten Antrage ausgesprochenen Bitte beizutreten. Er halte es für besondere Pflicht, hier seine abweichende Meinung zu begründen, zumal er am vorigen Landtage als Referent über den Gesetz Entwurf wegen Einführung eines neuen Gewichts⸗ Systems vielleicht Veranlassung zu Vorlegung gegenwärtigen Entwurfs ge⸗ geben habe. Wolle man die Frage: was in dieser Angelegenheit zu thun sei, genau erwägen, so müsse man weniger an das Ausland denken, weil die Verhandlungen mit dem Auslande möglicherweise auch scheitern könnten. Es handele sich also nur um die Frage, ob das Bedürfniß zur Einführung eines neuen Maßsystems vorhanden, und diese Frage müsse unzweifelhaft bejaht werden, wegen der großen Verschiedenheit des im Lande geltenden Maßes, die auch in der zweiten Kammer anerkannt worden sei. Es gebe nun zwei Wege der Abhülfe, entweder die jetzigen Maße beizubehalten und blos Uebereinstimmung hineinzubringen oder ein ganz neues, auf wissen⸗ schaftlicher Grundlage beruhendes System einzuführen; das Letztere habe der Entwurf gethan, und auch der Redner stimme damit überein. Er könne den Gründen der Deputation nicht beipflichten, weil sie sämmtlich nur auf transito⸗ rischen Rücksichten beruhten, nämlich auf der Schwierigkeit der Ausführung; und weil die meisten Gründe ebensowohl gegen Einführung eines neuen Systems als gegen Herstellung einer Uebereinstimmung unter den bisherigen Maßen sprechen würden. Er bedaure, daß er der Deputation widersprechen müsse, Männern, mit welchen er sonst oft unter einer Fahne gefochten. Ihre Bedenken könne er vielleicht in Bezug auf einige unserer Zeitge⸗
Die erste Kammer beschästigte sich in ihren der dresdener Kanne ꝛc. im ganzen Lande
nossen, aber nicht in Bezug auf die fernere Zukunft theilen. Die Kammer möge daher einen Beschluß fassen, der nicht blos für heute, sondern für die kommenden Zeiten gelten werde.“ Secretair von Biedermann: „Er könne dennoch nicht von dem Deputa⸗ tions⸗Gutachten abgehen. Zwar glaube auch er, daß die Reform nöthig, und daß sie nur auf Grund des metrischen Systems nützlich und rathsam sein werde, weil das metrische System den großen Vorzug habe, daß es 1) wissenschaftlich, 2) in vielen Staaten schon gebräuchlich, 3) auf ein zuverlässiges Ur⸗ oder Normal⸗Maß gegründet sei. Er glaube aber doch, daß man, zumal da Sachsen damit isolirt stehen werde, die großen Kosten und die Unzufriedenheit, welche dessen Einführung im Lande hervor⸗ bringen werde, nicht übersehen dürfe.“ von Metzsch und von Heinitz erklärten sich ebenfalls für die Deputation. von Friesen: „Weiter zu gehen, als der Deputations⸗Bericht, lönne er sich nicht bewogen finden. Er bestreite und leugne die Vorzüge des metrischen Systems nicht, bestreite aber der Wissenschaft das Recht, daß sie, wenn sie am Ziele der Wahr⸗ heit angelangt zu sein — die Anwendung ihrer Entdeckungen auf alle Verhältnisse des Lebens verlangen könne. Man lasse uns das jetzige System und begnüge sich, es zu reguliren. Allerdings hätten die Stände in früherer Zeit schon Reform des Maßsystems beantragt; allein man habe sich damals überhaupt nach den französischen Einrichtungen hin⸗ geneigt. Auch sei damals nicht eine wissenschaftliche Reform des Systems gewünscht worden, sondern nur gleichmäßige Einführung der dresdener Elle, Die Menschen hätten schon manchmal etwas abzuändern gewünscht, was sie später gern wieder bei⸗ behalten hätten. Das neue System sei kein natürliches, wohl aber das bisherige. Nach der weisen Einrichtung der Schöpfung stimmten die Groͤßen, Maße und Kräste in der Natur mit de⸗ nen der Menschen überein, weil der Mensch als das Hauptwerk der Schöpfung betrachtet werde, und Alles richte sich nach der menschlichen Kraft und Größe, z. B. ein Tagewerk Landes, d. h. so viel als ein Mensch mit seinem Gespann in einem Tage bestellen könne, ein Scheffel Getraide, d. h. so viel als ein Mensch tragen kann, eine Elle, d. h. die Länge vom Ellenbogen bis zur Fingerspitze. Zwar zeige sich darin einige Verschieden⸗ heit, die jedoch nicht allzu bedeutend sei. Mit dem neuen Systeme würden die haupisächlichsten Unregelmäßigkeiten aufgehoben, alle aber auch nicht, das sei überhaupt nicht möglich, denn nicht einmal in der Musil, wo doch die größte Harmonie erfordert werde, sei Uebereinstimmung zu erlangen ge⸗ wesen; für cis und des, zwei verschiedene Töne, habe man nur eine Taste. Wenn ferner Alle vom Wunsche des Volkes gesprochen, wolle er sich auch erlau⸗ ben, den Wunsch des Volkes auszusprechen. Man sei dem Dezimal⸗Sypsteme abgeneigt, weil sich dasselbe nicht durch die Hauptschlüssel aller menschlichen Rechnungen, 3 und 4, theilen lasse, und es werde niemals populair wer⸗ den. Im Münzwesen sei es auch nicht konsequent durchgeführt worden; statt 20 Gulden und 10 Thaler präge man 21 Gulden und 14 Thaler, da sei das Dezimal⸗System verlassen worden, und zwar unnöthigerweise. Das Volk nehme es übel, wenn es glaube, es sollte einem Spiele mit der Wissenschaft ausgesetzt werden. Auch die Schwierigkeit der Ausfüh⸗ rung sei beträchtlich, da alle Aecker umgemessen und alle Hypo⸗ thekenbücher umgearbeitet werden müßten. Er warne dringend vor solchen Umänderungen und schließe sich ganz dem Wunsche eines früheren Sprechers an, daß man uns doch endlich einmal Ruhe lasse. Seit 1835 immer neue Gesetze, eine neue Grundsteuer, die Hypotheken⸗Ordnung, das Münzwesen und nun noch das Maß⸗System! Man warte doch einmal ab, bis sich das Volk erst wieder erholt hat. Er lasse der Wissenschaft ihren Werth und gebe zu, daß das neue System an⸗ wendbar sei, aber er wünsche, daß die Wissenschaft auf ihrem Gebiete bleibe und sich uns nicht aufdringe. Er erinnere schließlich an das, was die Kaiserin Katharina, die gewiß den Wissenschaften günstig gewesen, einem Gelehrten, der Einführung seiner Entdeckungen wünschte, geantwor⸗ tet: „Vergessen Sie nicht, daß die Gelehrten gut reden haben. Sie schrei⸗ ben auf Papier, und das ist geduldig; ich aber muß auf die Haut meiner Völker schreiben, und diese Hanut ist sehr kitzlich.“
In der Sitzung der zweiten Kammer vom 20sten wurde die Be⸗ rathung des Deputations⸗Berichts über die katholischen Dissidenten zu Ende gebracht. Der Hauptpunkt der Verhandlung war die Erörterung der Frage: ob in Ehesachen der Deutsch⸗Katholiken das römisch⸗ kano⸗ nische oder das protestantische Kirchenrecht in Anwendung kommen solle. Die deutsch⸗katholische Gemeinde Dresdens hatte an die Stände das Ansuchen gestellt, daß in dieser Beziehung das protestantische
Kirchenrecht angewendet werden möge; diesem Wunsche glaubte die Depu-
tation der Kammer nachkommen zu müssen und schlug demnach vor, daß in Ehe⸗ und Sponsaliensachen der Deutsch⸗Katholiken das protestanti⸗
Königliches Opernhaus. das Nachtlager von Granada. Gabrielle: Dlle. Kreutzer vom Stadttheater zu Frankfurt a. d. O.
Am 22. Januar wurde Konradin Kreutzer’'s „Nachtlager“, unter des Komponisten eigener Leitung und mit kleinen Veränderungen in den Natativen, aufgeführt. Die weibliche Hauptpartie hatte dessen Tochter übemommen. Sie ist eine angenehme, noch sehr jugendliche Erscheinung; Fünurch, wie durch ihr Verhältniß zu dem so beliebten Komponisten, war se im voraus eines freundlichen Empfanges versichert. Sie besitzt einen schen klaren Sopran, und ihrer Tonbildung ist Leichtigkeit und natürlicher Anschlag im Allgemeinen nicht abzusprechen, doch hält sie sich bei der Ver⸗ mittelung der verschiedenen Stimmregister von nasalen Klängen und einem breiten, scharfen Ansetzen der Vokale nicht frei; auch fehlt ihrem Tone wohlthuende Ausgiebigkeit. Daß die Sängerin diesen etwas dünnen aber sreien Anschlag einer der Stimme verderblichen und lünstlich herbeigezogenen hülle vorzieht, wollen wir nicht tadeln, denn sie ist noch sehr sung, und die Natur darf in der Bildung des Organs durch Uebereilung nicht gestört werden; eben so wenig wollen wir ihr für die Zukunft die er⸗ sreulichsten Aussichten absprechen, aber sich selbst würde sie einen großen Dienst erweisen, wollte sie ihr zartes Organ noch schonen und die gründ⸗ lichen Gesangsstudien, die man an ihrer Koloratur und an einzelnen schön getragenen Stellen mit Vergnügen wahrnimmt, mit Eifer fortsetzen. Am gelungensten war der Vortrag der Romanze des zweiten Aktes. Die schön geführte Melodie, die zarte Begleitung des Orchesters, vielleicht auch das schirmende Gitter, hinter welchem sich der Muth erhöht, verliehen ihrem Gesang den poetischen Schwung, den man bis dahin vermißt hatte. Sie pielte mit einer Unbefangenheit, wie man sie oft bei jungen Sängerinnen 8 Unbekannt mit den Schwierigkeiten der Darstellung und einer kon⸗ 8. Auffassung der Rolle, behandeln sie oft das Spiel als Spiel und assen sich von Aengstlichkeit nicht übermannen. hů Herr Krause sang den Prinz⸗Regenten; er sang ihn, und daß seine ünstlerisch gebildete, wohl nüancirte und angenehme Durchführung der Ge⸗ angspartie nicht den verdienten, reichsten Beifall fand, verschuldete sein piel, welches immer in den Gränzen der -e.; blieb und im rechten vugenblick sich nicht zu wahrer und durchgreifender Leidenschaft zu erheben dermochte. „Herr Pfister als Gomez hatte im Anfange des zweiten Aktes, er Arie mit Chor, vortreffliche Momente. Die Partieen der drei Hirten asco, Ambrosio und Petro wurden von den Herren Fischer,
Mickler und Lieder befriedigend ausgeführt. Am Schlusse wurden die drei Hauptdarsteller gerufen. 12
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Königliches Schauspielhaus. „Corona von Saluzzo“, von Raupach. Dlle. Viereck: Corona.
(Den 22. Januar.)
Als der Freiherr von Münchhausen seine Bemerkungen über gewisse deutsche Dramen machte, fragte ihn Fräulein Emerentia, ob man nicht dem Fortschritt des Unheils Einhalt thun lönne. Dies ist, dem Himmel sei Dank, nicht mehr nöthig, da jene Sündfluth von Dramen sich ruhig ver⸗ laufen hat. Um so unbegreiflicher wird es, daß man die Bühne von neuem mit ihnen unter Wasser zu setzen sucht, daß man Dichtungen erneuert, die längst vor allen Instanzen verloren haben und die dem Zahne der Zeit, wie der Kritik, auf gleiche Art erlegen sind. Gottsched wird nicht über un⸗ sere Bühne gehen, dafür aber Stuͤcke in seinem Geschmack. b
Daß Corona aus einer wilden Rächerin eine liebende Braut wird,
daß ein philanthropischer Henker ihrem Guido das Leben schenkt, daß sie von dessen Vater ermordet sein will, daß sie sich so an dem ihrigen zu rächen meint, daß Guido's Vater sie wirklich ermorden will, daß Guido noch kurz vor der Mordthat anlangt und sich eilig mit Corona verlobt — diese sechs gräulichen Fakta sind wie die sechs Piepmeierschen Zöpfe zu einem Drama verflochten. Im fünften Akt, wo der Marchese und seine Tochter den alten Grafen bitten, ermordet zu werden, und der Alte nicht abgeneigt ist, das Mädchen zu tödten, steht ein Pokal mit dem Herzen des angeblich hingerichteten Guido auf dem Tisch, den Herr Hartmann auch nicht zu schütteln unterließ. Man glaubte unter den Karaiben zu sein. Und alle diese schauderhaften Thaten und Pläne schwimmen in dem Süß⸗ wasser schuldloser Jamben umher! — Die Unfähigkeit des Dichters, zu motiviren, macht die Partie der Corona zu einer sehr schwierigen. Zuerst will sie Andere ermorden, her⸗ nach ermordet sein; mit ihrem Vater zankt sie sich, und in den Guido verliebt sie sich; sie soll also in Einer zarten Person Muth, Wuth und Gluth vereinigen. Diese Corona als einen mit sich einigen, widerspruchs⸗ losen Charakter durchzuführen, ist an sich unmöglich, da die Zeichnung des Dichters ein für allemal verfehlt ist; die Darstellerin kann nur im Einzelnen die richtigen Farben neffen.
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Dlle. Viereck gelang dies aber nur selten: statt der stolzen Heldin zeigte sie nur eine kalte Anstandsdame, und zur Liebe gegen Guido, den sie verderben wollte, war sie so plötzlich bereit, daß dieses Umschlagen der Gesinnung als eine nackte Unmöglichkeit erschien. Eben weil der Dichter hier so wenig für die Wahrheit der Scene gethan hat, mußte Dlle. Viereck desto mehr thun, mußte gleich im Anfange des Rendezvous zeigen, daß Guido auf sie einen Eindruck gemacht hat, damit die Liebeserklärung doch nicht ganz unvorbereitet kommt. In den letzten Akten, wo sie das Unge⸗ heure wagt, was Rache, Liebe und Muth nur ersinnen können, mußte ihr Affekt um das Zehnfache sich steigern und alle diese Leidenschaften auf dem Grunde des tiefsten Schmerzes um den verlorenen Geliebten gezeichnet sein; erstarren mußte sie vor Schreck, nicht blos sich verwundern, als der Todt⸗ geglaubte sich unter den Lebenden zeigt. Als wir Dlle. Viereck bei ihrem ersten Auftreten begrüßten, sprachen wir schöne Hoffnungen aus; aber ihre späteren Rollen schwächten diesen günstigen Eindruck, statt ihn zu steigern, und in dem Lustspiel „Er muß aufs Land“ erschien uns ihre Cölestine so farb⸗ und charakterlos, daß wir uns absichtlich jedes Berichtes enthielten und eine neue Rolle von ihr abwarteten. Die Corona befestigt uns in der Meinung, daß Dlle. Viereck sehr anhaltende Studien zu machen hat, um den Kreis ihres Bewußtseins zu erweitern, um eine Gestalt in ihrem ganzen Umfange und bis in ihre feinsten Aeußerungen zu individualisiren. Jeder Fortschritt, den sie in dieser Beziehung machen wird, soll an dieser Stelle die aufrichtigste und bereit⸗ willigste Anerkennung finden; nur das mußte bei Zeiten ausgesprochen wer⸗ den, daß sie mit schönen äußeren Formen und dem Wissen um den richtigen Conversationston noch nicht in die Tiefe der Charaktere hinabsteigt, deren Einheit mit sich selbst zu zeigen die Aufgabe des darstellenden Künstlers ist, um so mehr, als der Entwickelung der Künstlerin von Seiten einer lobrednerischen Kritik Gefahr droht. Herr Franz machte den Mönch einfach, wie es sich ziemt. Wie Herr Hartmann, Herr Rott und Herr von Lavallade ihre Rit⸗ ter spielen, ist bekannt; anderwärts wird zu lesen sein, es wäre Alles vor⸗ trefflich gewesen, auf daß das Wort des Dichters in Erfüllung gehe: „Wahrlich, ich sage euch, es wird die Zeit kommen, da die Schauspieler meine Rollen im Cöchlaf abspielen, das Auditorium schläft und der Kritiker Gottsched am folgenden Tage während seines Nachmittagsschläfchens eine Rezension stiftet, worin er sagt, daß das Publikum zum Enthusiasmus hin⸗ gerissen gewesen sei.. . 11“*“]