1846 / 26 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Urkunde in den §§. 24 40 verbürgten „allgemeinen Rechte und Pslichten der Unterthanen“ ebenfalls haben, oder, wie dies das hohe Kriegs⸗Ministerium unterm 28. November 1845 der Deputation ausgedrückt hat „insoweit die

Verfassungs⸗Urkunde allen Unterthanen Rechte undPflichten zuweist, die Soldaten

durch Eintritt in das Militair dieser, unbeschadet ihres unbedingten Gehorsams, nicht verlustig und nicht enthoben werden“, so dürften auch sie, wenn nicht nach

jenem §. 139 der Verfassungs⸗Urkunde, doch auch als „Unterthanen“ den

(Unterthanen⸗) Eid nächst dem Versprechen der Treue und des Gehorsams

gegen den König und die Gesetze des Landes auch auf die Beobachtung

der Landes⸗Verfassung zu leisten haben. Dies um so mehr, als sie, wie

alle Unterthanen, auch ohne solchen Eid die Verfassungs⸗Urkunde, die Lan⸗

des⸗Verfassung, als das erste, das Grundgesetz des Staats vergl. §. 154 der Verfassungs⸗Urkunde zu beobachten haben. (Fortsetzung folgt.)

Großherzogthum Baden. In der Sitzung der zwei⸗ ten rrhhens Anne führte die Tagesordnung auf die Be⸗ gründung der Motion des Abg. Platz: Die Regierung möge sich bei dem Bundestage für ein allgemeines deutsches Preßgesetz ver⸗ wenden. Der Antrag auf Verweisung des Antrages in die Abthei⸗ lung und auf Vorausdruck ward nach einigen Verhandlungen ange⸗

nommen.

8 Freie Stadt Frankfurt. In der Sitzung der gesetzge⸗ benden Versammlnng vom 10. Dezember v. J. war dieselbe u. A. zur Erledigung solgender Senats⸗Vorträge, betreffend: 1) Prolonga⸗ ion der Rechneischeine von 1845, 2) Kreirung einer zweiten Serie der Rechneischeine, 3) Eisenbahn⸗Anlehen von 5,000,000 Fl., und 4)

einstweilige Kapital⸗Aufnahme durch die Schulden⸗Tilgungs⸗Kommis⸗

sion, außerordentlicher Weise zusammenberufen. Zu Nr. 1. trat die

Versammlung der beantragten Prolongation der Rechneischeine von 815 bei, und genehmigte den mit dem Senats⸗Vortrag vorgelegten

Gesetz⸗Entwurf. Zur Begutachtung der drei übrigen Senats⸗Vor⸗

träge ward eine Kommission von 7 Mitgliedern erwählt. 3

Frankreich.

Debputirten⸗Kammer. Sitzung vom 19. Jan. Am ersten Tage der Adreß⸗Debatte dieser Kammer hat noch keine Ver⸗ handlung von besonderem Gewicht stattgefunden. Die Redner waren nicht politische Notabilitäten ersten Ranges, und der Gegenstand, um den sich die Diskussion hauptsächlich bewegte, die Vorgänge bei Wah⸗ len betreffend, nicht von sehr allgemeinem Interesse. 8 Herr von Peyramont, auf dessen Zeugniß in seiner Eigenschaft als Königlichen Prokurators am Gerichtshofe zu Limoges, das Oppositions⸗ Mitglied Leyrand (s. das gestrige Blatt der Allg. Pr. Ztg.) sich berufen hatte, erwiederte, er sei allerdings Zeuge so beklagenswerther Vorfälle ge⸗ wesen, wie er sich deren aus früherer Zeit nicht zu erinnern wisse. (Große Bewegung.) Sein Pflichtgefühl nöthige ihn, dies zu erklären. Jene Vor⸗ fälle hätten auf die Rechtsbeamten, die sie zu untersuchen gehabt, den schmerz⸗ lichsten Eindruck gemacht. Er habe die Aufmerksamkeit des Ministeriums

arauf hingelenkt und es aufgefordert, denselben ein Ziel zu setzen. Die

politik jedoch habe mit diesen Vorgängen wenig zu schaffen, die Regierung könne nicht dafür verantwortlich gemacht werden, weil sie aus örtlichen Lei⸗ denschaften entsprungen seien, die in den letzten zehn Jahren sich geltend

emacht und die zuletzt auf die Regierung selbst in gewissem Grade einen

Flecken geworfen. Er glaube sich als aufrichtiger Freund der Regierung zu bewähren, indem er diese Thatsachen in ihrem wahren Licht darstelle.

. Der Minister des Innern bestritt die Behauptung des Herrn Leyraud, daß die Regierung jemals ihren Agenten den Austrag gegeben hätte, die Rechte der Wähler in ihrer Quelle zu trüben, aufs allerentschie⸗ denste. Eben so erklaͤrte er es für eine unrichtige Schlußsolgerung, die große Anzahl der Appellationen in Wahlsachen als einen Beweis von Par⸗ teilichkeit der Präfekten zu betrachten. Natürlich wünsche die Regierung ihre Grundsätze siegen zu sehen, aber nicht durch ungesetzliche Mit⸗ tel. Die Vermehrung der Appellationen gegen Wahlen des ver⸗ flossenen Jahres erklärte der Minister aus der Vollziehung des neuen Patent⸗Gesetzes. Uebrigens sei unter 1938 Fällen der Ge⸗ richtshof nur in 232 anderer Meinung gewesen als der Präfekt, was unter solchen Umständen, wo ein Gesetz in Kraft getreten, dessen Anwendung und Wirkung noch nicht gehörig bekannt gewesen, gewiß als eine sehr ge⸗ ringe Zahl erscheinen müsse. Es würde die jämmerlichste Negierungspolitik sein, sich durch Aenderung der Wählerlisten eine Majorität sichern zu wollen.

Der Regierung liege die Aufrichtigkeit des Repräsentativ⸗Systems gewiß eben so am Herzen wie ihren Gegnern, und wenn Vorgänge sich zugetragen hätten, die mit diesen Grundsätzen im Widerspruch ständen, so sei es ohne Wissen und Willen der Regierung geschehen. In zwei Fällen von denen, welche Herr Leyraud angeführt, habe der Gerichtshof zu Gunsten des Prä⸗ fekten entschieden; in einem dritten, wo der Präfekt seine Gründe für die Verwerfung nicht gern angeben zu wollen geschienen, zeige es sich, daß der betreffende Wähler zu Zwangsarbeit und zum Pranger verurtheilt gewesen. (Gelächter.) Die übrigen Fälle werde er stren untersuchen lassen. (Beifall.)

Nachdem Herr Leyraud noch andere Vorgänge bezeichnet und Herr

Duchatel auch in Bezug auf diese die Regierung gerechtsertigt hatte, folgte Herr Ledru Rollin auf der Rednerbühne, der zuerst von dem Optimismus der Thron⸗Rede sprach und dabei an den Vorabend der Juli⸗ Revolution erinnerte, wo ganz derselbe Fall gewesen sei. Dann wendete sich der Redner zu dem Bündniß zwischen dem linken Centrum und der Linken, bemerkend, daß die Bedingungen desselben noch Geheimniß seien, wenn man sie auch leicht errathen könne. Das Wort „Reform“ habe im Lande wiedergehallt, und die Linke sei aufgefordert worden, sich der Reform⸗Konferenz anzuschließen. Das Organ der Linken habe jedoch erklärt, daß nur solche Reformen zu unterstützen seien, die vom linken Centrum und selbst von einem Theil der Majorität gebilligt würden. Die Politik des linken Centrums habe also gesiegt. Wenn er vom linken Centrum spreche, müsse er indeß einige Einschränkungen machen, die Herren Billault und Dufaure davon ausnehmen und dasselbe auf den Conseils⸗Präsidenten vom 1. März und dessen Umgebungen zurückführen. (Aufregung.) Der Redner suchte schließlich zu zeigen, daß die Politik des Herrn Thiers nach außen und innen keine andere sei, als die des jetzigen Ministeriums, und beschwor die Linke, nichts von ihren Grundsätzen auf⸗ zugeben, sondern sich fester als je zu erweisen. Die Debatte wurde hierauf vertagt.

Paris, 20. Jan. Der Moniteur veröffentlicht zwei Schrei⸗ ben, welche der marokkanische Botschafter nach der am 17ten in seiner Gegenwart abgehaltenen Heerschau an den König und an den Herzog von Nemours gerichtet hat. In dem ersten sagt der Gesandte:

„Wir waren erstaunt über so viel Gehorsam, Ordnung und Kraft; ja, Deine Nation verdient, daß Du ihr Sultan bist, und Du verdienst, einer solchen Nation zu gebieten. Stütze Dich einerseits auf solche Stärke, andererseits auf Gerechtigkeit, und Deine Dynastie wird zur höchsten Höhe emporsteigen. Wir werden täglich zu Gott flehen, daß er Deinen Ruhm mehre und seinen Segen über Dich ausschütte. Und wenn wir für Dich beten, so beten wir auch für Deine edlen Kinder. O, allmächtiger Gott, erfülle stets auch den geringsten Wunsch des großen Sultans Ludwig Philipp; mache seine zahlreichen Armeen zu einer Schutzwehr für Frankreich und Marokko und zum Schrecken seiner und unserer Feinde.“

In dem Schreiben an den Herzog von Nemours sind folgende Wendungen enthalten:

„Als ich Dich an der Spitze dieses Heeres sah und in der Mitte Deiner Brüder, erschienet Ihr mir wie junge Bäumchen um einen ge⸗ waltigen Stamm gepflanzt, um seinen mit Früchten beladenen Aesten als Stütze zu dienen. Diesen Stamm, Deinen Herrn und Vater, unterstütze Du unablässig und hilf die mit den Früchten der Gerechtigkeit und des Ruhmes beladenen, ausgebreiteten Zweige aufrecht halten. Mögest Du in die Fußtapfen Deines Vaters treten. Bewahret die Rathschläge, die dieser mächtige Monarch Euch giebt, Dir nnd Deinen Brüdern. Folge seinem Beispiel; geleitet von ihm und mit diesem herrlichen Heer unter Deinem Befehl, wirst Du dem Ruhme Frankreichs neuen Glanz verleihen. Möge Gott über Dich, Deinen Vater, Deine tugendhafte Mutter und Deine

Kinder seine Gnade und seinen Segen ausbreiten. Wir ersuchen Dich, Frankreich diesen Ausdruck unserer Gefühle mitzutheilen, auf daß die⸗ jenigen, welche an unserer Freundschaft zweifeln, gründlich eines Anderen überzeugt werden.“

Mit Ibrahim Pascha's Befinden soll es, nach einem Briefe aus Vernet, täglich besser gehen. Er empfängt viel Besuch und Alle rüh⸗ men sein liebenswürdiges Benehmen, Viele auch seinen Edelmuth. Dagegen wird aus Florenz gemeldet, daß der Zustand des seit eini⸗ gen Jahren dort lebenden, vom Schlage getroffenen Ludwig Bonaparte, Ex⸗Königs von Holland, sich täglich verschlimmere, und daß er den sehnlichen Wunsch hege, seinen Sohn, der zu Ham gefangen sitzt, noch einmal zu sehen.

Herr Guizot hat bekanntlich in der Rede, welche er bei der Adreß⸗ Debatte in der Pairs⸗Kammer hielt, vorzugsweise mit der Texas⸗ Frage und mit den politischen Grundsätzen, die in der letzten Bot⸗ schaft des Präsidenten der Vereinigten Staaten aufgestellt sind, sich beschäftigt. Die bezüglichen Stellen dieser Botschaften waren folgende:

„Die Gerichtsbarkeit der Union, bei Einsührung der Bundes⸗Verfas⸗ sung begränzt durch den St. Mary am Atlantischen Meere, hat heute die Vorgebirge von Florida überschritten und sich friedlich bis an den Del Norte ausgedehnt. Indem wir die Größe dieses Ereignisses in Betrachtung ziehen, dürfen wir nicht vergessen, daß es trotz der diplomatischen Einmischung europäischer Monarchieen zu Stande gekommen. Selbst Frankreich, das Land, welches uns von Alters her verbündet war; das Land, welches mit uns das gemeinsame Interesse hat, die Freiheit der Meere zu behaupten; das Land, welches uns durch die Abtretung von Louisiana zuerst den Zugang zum Golf von Mexilo geöffnet hat; das Land, mit welchem wir von Jahr zu Jahr in engere Handelsverbindungen treten; nahm höchst unerwartet und zu unserem ungeheuchelten großen Bedauern Theil an einer Bemühung, den Anschluß zu verhindern und der Republik Texas als Preis der Anerkennung ihrer Un⸗ abhängigkeit von Seiten Mexiko's die Bedingung aufzulegen, daß sie sich nie den Vereinigten Staaten anschließen düärfe. Wir mögen uns freuen, daß der ruhige, aber Alles durchdringende Einfluß des amerikanischen Grundsatzes der Selbstregierung hinreichte, das Vorhaben der englisch⸗fran⸗ zösischen Einmischung zu vereiteln, und daß die Gesammtstimme des Volkes von Terxas diese Einmischung friedlich, aber thatkräftig zurückgewiesen hat. Aus diesem Vorgang mögen die europäischen Regierungen lernen, als wie unnütz sich diplomatische Künste und Ränke stets auf diesem Kontinent erweisen müssen, dem Spstem demokratischer Selbstregierung gegenüber, das unserem Boden so natürlich scheint und fremdem Einschreiten stets widerstehen wird. Die rasche Ausdehnung unserer Niederlassungen in bisher unbekannt und unbesetzt gewesenen Landstrichen; die Hinzufügung neuer Staaten zu der Union; die Verbreitung freier Grundsätze; unsere steigende Größe als Nation; diese Umstände zusammengenommen lenken die Aufmerksamkeit der europäischen Mächte auf den Staatenbund von Nord⸗ Amerika. Unlängst ist daher, um unsere Fortschritte zu hemmen, bei einigen dieser Mächte die Lehre von dem Gleichgewicht der Gewalten auf unserem Kontinent aufgebracht worden. Die Vereinigten Staaten, so aufrichtig sie das gute Einvernehmen mit allen Nationen zu erhalten wünschen, können doch nicht gestatten, daß irgend eine europäische Einmischung auf dem nord⸗ amerikanischen Kontinent stattfinde, ohne daß sie darüber ihre Mei⸗ nung zu erkennen geben; sollte eine derartige Einmischung versucht werden, so wird die Union derselben auf jede Gesahr hin Wi⸗ derstand entgegensetzen. Es ist dem Volk von Amerika und allen anderen Nationen bekannt, daß unsere Regierung sich nie in die zwischen anderen Regierungen bestehenden Verhältniß gemischt hat. Wir haben nie Theil genommen, weder an ihren Kriegen, noch an ihren Bündnissen; wir haben keine Eroberungpläne in Bezug auf ihr Gebiet gehegt; wir haben uns fern gehalten von ihren inneren Parteikämpfen; obschon wir unsere Regierungs⸗ form für die am besten geordnete halten, so haben wir doch nie versucht, sie durch RNänke, durch diplomatische Unterhandlungen oder durch Waffengewalt zu verbreiten. Wir dürfen auf unserem Kontinent eine gleiche Freibeit von fremder Einmischung in Anspruch nehmen. Die Nationen von Amerika sind eben so souverain und unabhän⸗ gig, wie die von Europa; sie besitzen dieselben Rechte, unbe⸗ kümmert um fremde Intervention, Krieg zu erklären, Friedensverträge ab⸗ zuschließen, ihre inneren Angelegenheiten zu leiten. Das Volk der Verei⸗ nigten Staaten kann darum nicht gleichgültig zusehen, wenn europäische Mächte in die unabhängige Wirksamkeit der Nationen auf diesem Kontinent eingreifen. Das politische System Amerika's ist durchaus verschieden von dem in Europa eingeführten. Eifersucht unter den Herrschern, Besorgniß, irgend einer möge dem anderen zu mächtig werden, haben ihnen das Verlangen eingegeben, das zu begründen, was sie Gleichgewicht der Macht nennen. Dieses Gleichgewicht kann auf die politische Gestal⸗ tung des nordamerikanischen Kontinents und namentlich auf die Ver⸗ hältnisse unserer Union nicht angewendet werden. Wir müssen für im⸗ mer den Grundsatz behaupten, daß das Volk dieses Kontinents allein das Recht habe, in Sachen seines eigenen Geschickes zu entscheiden. Sollte irgend ein Theil dieses Volkes, einen unabhängigen Staat bildend, sich un⸗ serem Bunde anschließen wollen, so ist dies eine Frage unter uns, bei deren Entscheidung fremde Einmischung nicht als zulässig anerkannt werden kann. Wir können nie zugeben, daß europäische Mächte einschreiten sollten, um eine derartige Anschließung und Union zu hindern, weil sie das „Gleich⸗ gewicht der Macht“ stören dürfte, welches sie auf diesem Kontinent erhalten zu sehen wünschen. Es ist nun bald ein Viertel⸗Jahrhundert abgelaufen, seit in einer Botschaft meines Vorgängers Monroe der Welt aufs bestimm⸗ teste der Grundsatz verkündet wurde: daß die amerikanischen Kontinente, nachdem sie sich in eine freie unabhängige Stellung gebracht haben und diese Stellung zu behaupten entschlossen sind, forthin nicht länger als Territo⸗ rial⸗Schauplätze künftiger Colonisation für irgend eine europäische Macht angesehen werden können. Dieser Grundsatz findet verstärkte Anwendung für den Fall, daß irgend eine europäische Macht versuchen sollte, eine neue Ko⸗ lonie in Nord⸗Amerika anzulegen. Bei der gegenwärtigen Weltlage scheint das eingetretene Ereigniß geeignete Gelegenheit zu erneuter Aufstellung des von Herrn Monroe ausgesprochenen Grundsatzes darzubieten, dem ich, da ich in demselben eine weise und gesunde Politik erkenne, von ganzem Herzen beistimme. Die Wiederbehauptung dieses Grundsatzes ist heute nur die förmliche Verkündigung einer Politik, der entgegenzutreten keine der europäischen Mächte die Neigung hegen dürfe. Bestehende Rechte euro⸗ päischer Nationen sollen geachtet werden. Dabei sind wir es jedoch unserer Sicherheit und unseren Interessen schuldig, den wirksamen Schutz unserer Gesetze über den ganzen Umfang unseres Gebiets auszudehnen und es der Welt entschieden als unsere feststehende Politik zu verkünden, daß künftighin keine europäische Niederlassung oder Herrschaft ohne unsere Einwilligung auf irgend einem Punkt des nordamerikanischen Kontinents angelegt werden soll.“

Die Rechtfertigung der von dem französischen Kabinet in Bezug auf den Anschluß von Texas an die nordamerikanische Union befolgten Politik ist aus der Rede Guizot's schon ausführlich mitgetheilt worden. Seine Erwiedrigung auf die allgemeinen Maximen, welche Präsident Polk bei dieser Gelegenheit aufstellt, lautete folgendermaßen:

„Die Botschaft des Präsidenten der Vereinigten Staaten, indem sie des Anschlusses von Texas gedenkt, erwähnt auch der allgemeinen Beziehungen, in welchen Frankreich zu der Union steht, und der Politik der Union in den Verhältnissen zu Europa. Da nun diese Bahn einmal eröffnet ist, die ich vielleicht nicht eröffnet haben würde, die zu eröffnen vielleicht nicht im Inter⸗ esse der beiden Staaten lag, so will ich mit meiner Ansicht darüber nicht zurückhalten. Wir stehen mit den Vereinigten Staaten in gutem Einver⸗ nehmen und gedenken auch darin zu verbleiben. Wir sind ihnen von Alters her befreundet und wollen nicht aufhören, solcherlei Gesinnungen zu hegen. Inzwischen sind aber die Vereinigten Staaten heute nicht mehr, was sie vor sechs Dezennien waren. Die Union war damals ein entstehendes, kaum begründe⸗ tes Gemeinwesen, das von seinen Freunden eine wohlgeneigte, ja man darf wohl, ohne zu verletzen, sagen, eine väterliche Unterstützung ansprechen konnte. Die Vereinigten Staaten sind heute nicht mehr in dieser Lage; sie sind gewach⸗ sen und groß geworden, sie haben zugenommen an gedeihlichem Wohl⸗ stand, sie haben einen Platz eingenommen unter den Mächtigen der Erde. Weit entfernt, dies mit Bedauern zu empfinden, freuen wir uns darüber. Die Größe der Vereinigten Staaten paßt zu der Rolle, die sie zu spielen berufen sind; man vergönne mir dieses große Wort, es ist das einzig wahre und richtige in der Weltpolitik. Und nicht nur freuen wir uns der gegenwärti⸗ gen Größe der Vereinigten Staaten, sondern wir wünschen uns auch Glück zu ihrer künstigen Größe, zu den großen Geschicken, die ihnen noch bestimmt

Verhalten

ten.

sein mögen. Es kann verschiedene Meinungen geben, über ihre gesells Organisation und über ihre politischen Institutionen; aber unverkeüet doch, daß in dieser Gesellschaft und folglich auch in ihrem Einfluß n sätze der Gerechtigkeit und der Humanität vorwalten, die den meiß h ten, die groß und mächtig in der Welt geworden sind, gefehlt haben. hat Grund, zu hoffen, daß trotz aller Unvollkommenheiten, aller qh. fälle, allem Dunkel, das noch über der Zukunft d eses großen Volls s

es dennoch seinen Einfluß moralischer und nützlicher für das mensa Geschlecht üben wird, als dies von vielen anderen großen kern geschehen ist. Wir sind daher, wie gesagt, weit entfernt. zu beunruhigen über die gegenwärtige und künstige Größe der einigten Staaten von Nord⸗Amerika. Aber Niemand darf sich au dern, daß unsere Politik in Anschlag bringt, was die Union derm und welche Kräfte sie zu entwickeln vermag; Niemand darf sich veron daß wir sie, ich will nicht sagen mit mißtrauischem, aber doch mit mem Auge beobachten, wie dies nicht anders sein kann den starken spen ten gegenüber, mit welchen man in Berührungen steht; Niemand * wundern, wenn wir diese Pflicht im Interesse der Politik unseres den erfüllen und die Unabhängigkeit dieser Politik dem großen und mäͤcht Staatenbunde gegenüber in einer ganz anderen Weise behaupten, alz zu der Zeit gethan haben, wo die Union eist im Entstehen ihrer Fortdauer keinesweges sicher war. Es ist unsere Psslicht ist unser Recht, die neuen und wichtigen Verhältnisse, welche gebildet haben, in reifliche Erwägung zu ziehen und sorgsam über di abhängigkeit der Politik unseres Landes, so wie über die Aufrechthat unserer nationalen Interessen, zu wachen. Wenn schon die einsachse g heit ein solches Verhalten anräth, so muß wohl die Botschaft des Pri ten der Vereinigten Staaten es uns um so viel näher legen. 3 nicht zu untersuchen, ob die Wonte dieser Botschast vollkommen zeitg und wohlbemessen sind; ich finde sie offen, klar, ehrenhast und so gie wie es sich ziemt, wo von ernsten Verhältnissen zwischen Staaten gehe wird. Ich lese sie aufmerksam, ich suche mir tzren Sinn deutlich 1 chen; ich will wissen, welche Politik in diesen Worten enthalten oder borgen ist, ich will es wissen im Interesse meines Landes; ich finde, sie zwei Punkte berühren, die ich fur ernste⸗ Bedeutung voll erachte, ia⸗ wird in der Botschaft erklärt: die Vereinigten Staaten hätten nie he genommen in den europäischen Angelegenheiten, weder für noch wide a es sei auch ihr Grundsatz, es fernerhin so zu halten. Wir haben dag wußt, wir haben es erfahren, wir würden es eintretendenfalls von me erfahren; jede andere europäische Nation würde es gleich uns erfahra.. Vereinigten Staaten von Nord⸗Amerika sind für Niemanden in Euep sie werden für keine europäische Macht Partei nehmen; sie bekennen st den Beziehungen mit Europa, zu einer reinen Isolirungs⸗Politik; ihr s⸗ bol ist: unabhängige Neutralität. Ich tadle sie darum nicht; ich me ihnen keinen Vorwurf darüber; ich gehe noch weiter; ich finde, ste ganz Recht; ihr wohlverstandenes Interesse erheischt es so, und das begb verstandene Interesse ist, wenn man nur fremde Rechte nicht verlezt,“ echte und wahre Politik. Ich erkenne also ohne Rückhast d Angemessenheit und den rechtmäßigen Charakter jener isolirten 2 litit, der unabhängigen Neutralität, die im Grunde das umf der Vereinigten Staaten regelt, und eben jetzt in in Botschaft des Präsidenten auch als Richtschnur für die Zukunft ausgyfmüen worden ist. Man darf sich aber in Amerika nicht wundern, wem vi her gleichen Pfad einschlagen; man darf es dort nicht auffallend findm, um auch Frankreichs Politik in Bezug auf die Vereinigten Staaten seh dn Charakter der Unabhängigkeit bewahrt, und nur das nationale Intensse n Auge hat. Was für die Union „gute Politik“ ist, gilt auch uns in glete Weise: Wir haben in allen Fragen, die auf dem politischen Boden eng hen, in den wir verflochten sind, nur das nationale Interesse zu beach und können dasselbe keiner Tradition, keiner Erinnerung, keiner Aussicht eine Allianz, die ja nach den Worten der Botschaft des Präsidenten garm in die Reihe der möglichen Dinge gehört, zum Opfer bringen. So weit der Punkt, der mir in der Botschaft aufgefallen ist. Hier der zweite: Der Präste sagt, die Vereinigten Staaten könnten nicht zugeben, daß irgend eine en päische Einmischung auf dem nordamerikanischen Kontinent stattfinde; in Europa erfundene Lehre vom Gleichgewicht der Gewalt unter den M. ten könne nicht angewendet werden auf die politische Gestaltung des am kanischen Kontinents. Gewiß, diese Maxime ist sonderbar. Die Vemp⸗ ten Staaten sind nicht die einzige Nation in Nord⸗Amerika; es giche noch andere unabhängige Nationen, noch andere konstituirte Em⸗ Ich will nur Mexifo nennen. Diese Staaten haben diesebe Rechte, wie die Union; sie sind gleich unabhängig; es steht d nen frei, Bündnisse einzugehen oder abzulehnen und politische Combinatte nen, die ihrem Interesse zusagen, zu bilden. Die Nähe der Vereinige Staaten kann und darf sie nicht hindern in der Uebung ihrer Rechte. N. denn, mit diesen unabhängigen Nationen, mit diesen konstituirten Staaln stehen wir in Verhältnissen, in natürlichen, in urkundlichen Beziehunge wir haben Handels⸗Verträge mit ihnen abgeschlossen; wer mag sagen, liege hierin etwas, was die Rechte der Vereinigten Staaten verletzen köng In der That, wenn man der Sprache in der Botschaft des Präsidenten .

Sinn beilegen müßte, den sie zu haben scheint, so würde sie die Grün

der Rechte, die man fremden Regierungen, so groß sie auch seien, män⸗ men kann, weit überschreiten. Die Bande, welche uns mit anderen Naco nen auf dem amerikanischen Kontinent verlnüpfen, die Interessen un seres Handels und unserer Politik, wir werden sie aufrechthalten, ohne in gend feindselige Gesinnung gegen die Vereinigten Staaten, vielmehr untg fortdauernder Nährung des guten Einvernehmens mit der Union. A. werden dabei den Vereinigten Staaten keinen Grund zu gerechter Beschwen geben, uns aber auch durch keinen unrechtmäßigen Anspruch abhalten lassa⸗

Die letzten Depeschen, welche vom Marschall Bugeaud zu Omf eingegangen waren, hatten dort, nach Briefen vom 10ten d., gy⸗f Bewegung verursacht. Am Ften brachen alle Truppen, deren ug zu Oran entbehren konnte, Fußvolk und Reiterei, nach dem Ium auf; sie sollten angeblich ihre Richtung nach Maskara nehmen, 1. Ausnahme zweier Schwadronen des Zten Chasseur⸗Regimentsgh des vom Oberst Valsin befehligten Gums, die den Weg nach de Abeß einschlugen. General Lamoricièere sollte sich mit Marschall L— geaud vereinigen, um Abd el Kader entweder den Rückzug abzuschne⸗ den, oder ihn wenigstens aus französischem Gebiet zu vertreihn Jedenfalls scheint das letzte Gefecht mit dem Emir an dem Uh Temda den Franzosen keine Vortheile eingetragen zu haben.

Es heißt, der Bischof von Algier, welcher seine Demission geg ben, beabsichtige, sich in ein Trappisten⸗Kloster zurückzuziehen.

Der Einsturz des Viadukts von Barentin hat heftige Klat gegen die englischen Ingenieure hervorgerufen, welche unter der 90 tung des Herrn Locke die Eisenbahnlinien von Paris nach Nugn und von Rouen nach Havre gebaut haben. Man beschuldi vnce Ingenieure, ihre Aufgabe mit größter Leichtfertigkeit wnsgefittn haben, und dringt in die Regierung, diese Linien aufs genaueste M⸗ tersuchen zu lassen. Auf der Linie von Havre hat man sich berei genöthigt gesehen, das Gewölbe einer Brücke der Eisenbahn in de Nähe dieser Stadt zu stützen.

2*. Paris, 20. Jan. In der heutigen Sitzung der Deplf tirten-Kammer verlangte Herr von Angeville zuerst uhn weitere Dokumente in Bezug auf Madagaskar und die gegen die Insel zu schickende Expedition. b

Der Marine⸗Minister: Zwei Fragen richte man an ihn, 10 bezüglich der Befehle, kraft deren Herr Romain Desfosses vor Tamalg erschien. Er wolle daher die demselben ertheilten Instructionen mittheit⸗ Der Minister verliest sie. Es geht daraus hervor, daß der genannte! fizier genan dieselben erfüllt hat. Die zweite Frage beirifft die für die de pedition nöihigen Kredite. Der Minister erklärt, bereits der Budget⸗Ken⸗ mission diese Aufschlüsse gegeben zu haben, er habe daher nicht nöthig, hier zu wiederholen. Er legt die Instructionen auf das Büreau niehe⸗ Herr Deslongrais macht noch einige Bemerkungen und dringt auf we 7 Vorlagen, worauf der Minister erwidert, er könne keine anderen o egen. Aareß v⸗Debatte, geschritten. Wort gegen den Entwurf. Herrn Ledru⸗Rollin eröffnete Diskussion zurückkommen.

Herr Duvergier de Hauranne hat Er wolle, sagt er, nicht auf die gestern n (Gelächter.)

antworten.

der Ruhe 1

Hierauf wird zur Tagesordnung, nämlich zur Fortsetzung 8

da

be habe eine S I. eine besondere Stellung in dieser Verhandlung nnenommen. (Neues Gelächter in dem Centrum.) Er werde ihm nicht ng Er wolle die Debatte da aufnehmen, wo die Herren Corne Leyraud sie gelassen. Die Opposition wolle das seit 5 Jahren be⸗ lgte Verwaltungs⸗Spstem diskutiren. Das Ministerium brüste sich mit 8 im Inneren und seiner Stellung nach außen. Wenn die Beru⸗ Leidenschaften im Innern unter seiner Leitung erfolgt sei, so Zweifel seine Stellung nach außen sich verbessert haben. im Innern stark sei, könne man nach außen auch eine estere Haltung annehmen, das wisse Jedermann ; 1831 und 1832 ztten die Konservativen denjenigen, die eine größere Ausdehnung ã öffentlichen Freiheiten im Innern und eine feste und würdige Haltung 0 Außen verlangten, geantwortet, und vielleicht mit Recht, die Aufre⸗ 2 und Gährung im Innern erlaube weder eine größere Ausdehnung der wmglichen Freiheiten im Innern, noch eine festere Haltung nach Außen. 8 der Friede und die Ruhe im Innern das Werk des Ministeriums im, so wolle er sehben, ob die öffentlichen Freiheiten etwas dabei gewon⸗ was die Würde der Nation dabei erlangt habe. Der Redner ent⸗ valt nun sein voluminöses Manuskript und liest es mit einer sehr unan⸗ nehmen Betonung ab. Die liberalen Ideen von 1831, 1833 und 1834 in jetzt nicht mehr zugelassen. Er spricht von den Aussichten, die sich für je näͤchsten allgemeinen Wahlen eröffnen, und weist auf die gestern von Herrn epraud mitgetheilten Dinge hin. 1831, 1833 und 1834 hätte man keine Partei funden, welche sich der Aemter und Decorationen als ein Mittel bedient hätte, im die Herrschaft im Parlament zu erlangen. Herr Guizot habe als Minister s Innern 1831 Wahl⸗Rundschreiben unterzeichnet; ob wohl sein jetziger Kol⸗ e, Graf Duchatel, sie heute auch noch unterzeichnen würde? Graf Ducha 1: Ja! Herr Duvergier de Hauranne: Sie sagen ja; aber nach dem Pahl⸗Nundschreien käme wahrscheinlich eine vertranliche Note zu dieser ffiziellen Erklärung, welche wieder nein sagen würde. (Gelächter.) 1834 be die Kammer eine Ausnahme⸗Gesetzgebung für die Presse und die Un⸗ rdrückung des Bürgerkriegs gegeben. Fast alle Mitglieder der Majorität hätten amals ihr Bedauern ausgesprochen, zu solchen äußersten Maßregeln schreiten t müssen. Man habe allgemeine Zurücknahme derselben bei Wiederkehr der uhe zugesagt. Diese Ruhe sei jetzt da, aber die Ausnahme Maßregeln bestän⸗ n sort, das Verlangen nach ihrer Aufhebung habe nicht einmal bis auf die Tri⸗ ine zu gelangen vermocht. Die früher bekannten liberalen Ideen würden jetzt genscheinlich desavonirt. Man mache sich sogar ein Verdienst daraus sie hint⸗ zusetzen (Murren), man mache sich über dieselben lustig. (Neues Murren.) der Redner geht auf die äußere Politik über, und sucht zu beweisen, daß e den früheren Ministerien auf diesem Felde vorgeworfenen Schwächen och in höherem Grade beim gegenwärtigen Ministerium sich finden. Kein gigendes Kabinet könne es an Schwäche gegen das Ausland ihm gleich⸗ aunn. (Murren in Centrum.) Der Redner spricht von Spanien, Algier, a Pata, Otaheiti, der Königin Pomareh, die nicht einmal sich herbeilasse, e Miefe des Königs zu lesen. Eine Stimme im Centrum: Sie inn ja nicht lesen. (Gelächter.) Seit 1830, fährt der Redner fort, seien nehrere Politiken befolgt worden. ““

Großbritanien und IJrland.

London, 20. Jan. Ihre Majestät die Königin hielt gestern Windsor⸗Schloß ein Kapitel des Hosenband⸗Ordens, in welchem

ber. Marquis von Camden und der Marquis von Hertfort unter hem üblichen Ceremoniell von der Königin zu Rittern des genannten urdens geschlagen und mit den Insignien desselben bekleidet wurden. Nach dieser Feierlichkeit fand ein Banquet statt, zu welchem sämmt⸗ che anwesende Ordensritter, die Minister Peel und Graham und jele ondere Notabilitäten eingeladen waren.

Einer Mittheilung des Morning Herald zufolge wird Sir d. Peel bereits in der am nächsten Montage stattfindenden Sitzung

t Parlaments, also drei Tage nach Erössnung desselben, seine Fi⸗ nz⸗ und anderen für diese Session bestimmten Reformpläne vorlegen. di jetzt verlautet über die beabsichtigten Aenderungen noch nichts Ge⸗ ises. Ein Korrespondent des Morning Herald giebt zwar auf Grund en Aussagen eines hochgestellten Beamten einige Andeutungen über die ortehenden Tarifänderungen für fremdes Getraide, aber dieselben ha⸗ en en sich nichts für sich, da sie den allgemeinen Erwartungen wenig ent⸗ rechen würden, und eine zuverlässige Quellen⸗Angabe fehlt ihnen. Sir K. Peel, heißt es hiernach, wolle seine ganze Reform auf eine Noöiftahon der bestehenden Getraide⸗Zollskala beschränken, und zwar v, baß die neue Reihe der Kornpreise von 68 Shill. bis 40 Sh. ehe und die Zollbeträge von resp. 1 Sh. bei dem höchsten dieser vreis, bis 14 Sh. bei dem niedrigsten schwanke. Die Agrikulturisten, hes weiter, sollen dieses verminderten Schutzes wegen durch die ssebung der Malztaxe und eine Ermäßigung der Armen⸗ und Nasschafts⸗Steuern entschädigt werden.

Die fortdauernden Versammlungen im Lande für und wider die korngesetze zeigen keine Aenderung in den Bestrebungen der Parteien. der Anti⸗Korngesetz⸗Verein hielt vor einigen Tagen eine seiner be⸗ chtesten Versammlungen in Manchester, auf welcher sich die Ansicht ssprach, daß Sir R. Peel einen festen Getraidezoll vorschlagen erde, daß man sich aber auf nichts als völlige Freigebung des Ge⸗ idehandels einlassen dürfe. Der ausgeschriebene Fonds der League Ul bereits auf 130,000 Pfd. angewachsen sein; die Stadt Glasgow at dazu 10,000 Pfd. beigetragen.

Nach Berichten aus Malta war am 1. Januar der Prinz von apua, Bruder Sr. Majestät des Königs von Neapel, mit seiner mahlin (Miß Penelope Smith) dort angekommen und wollte sich

in Monat dort aufhalten. 1

Niederlande. 8 dem Haag, 21. Jan. Ueber das Befinden des Prinzen dihelm heißt es in dem heute ausgegebenen Bulletin, daß der Kranke tNacht unruhig zugebracht habe und sein Zustand noch immer aße Besorgnisse einflöße.

In Bezug auf einen Artikel des Messager de Gand, worin Klhederaufnahme der Unterhandlungen zwischen Holland und Bel⸗ Nals nahe bevorstehend angekündigt wird, sagt das Journal de haye: „Obgleich wir von dem lebhaften Wunsche beider Regie⸗ gen, dem gegenwärtigen Zustande der Dinge ein Ende zu machen,

kerzeugt sind, so müssen wir doch erklären, daß die vom Messager Gand behaupteten Thatsachen ungenau sind.“

Belgien.

Brüssel, 20. Jan. (D. Z.) In der gestrigen Kammer⸗ sizung ward das Kapitel „Konsulate“ im Budget des Ministeriums t Auswärtigen verhandelt. Den Hauptgegenstand der Besprechung ldeten ein beabsichtigtes belgisches Konsulat in Köln und das schon chende in Valparaiso; ersteres ward in Bezug auf seine beab⸗ iise Besetzung durch einen Militair, letzteres wegen seiner vor⸗ blichen Nutzlosigkeit von den Herren Osy und Dumortiers ange⸗ sfen. Der Minister erklärte, erstens sei jene Besetzung durch einen lüitair noch gar nicht entschieden; ferner habe der Militair, um 88 sich handle, der diplomatischen Laufbahn nie entsagt, vielmehr deitigen Jahren sein Examen als Gesandtschafts⸗Sekretair be⸗ fen und endlich glaube der Minister überhaupt, talentvolle litaivs, welche dem Lande als Diplomaten Dienste leisten könn⸗ 1 nicht ganz ausschließen zu müssen. Das Konsulat von Valpa⸗ vertheidigt der Minister als ein sehr wichtiges, da Valparaiso

beträchtlichste Handels⸗Entrepot auf der Westküste Amerika's 4 1 debrigens habe das dortige Konsulat dem belgischen Handel hefe große Dienste geleistet. Es sei 1840 eingerichtet und die 841 hr nach jenen Gegenden, die 1835 komplet null gewesen und 812 nur 7000 Frs. betragen, habe sich schon 1842 auf 79,000, s auf 149,000, 1844 auf 451,000 Frs. belaufen und werde

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1845 wahrscheinlich in demselben Verhältniß zugenommen haben. Auch

sei ein regelmäßiger Schifffahrtsdienst zwischen Antwerpen, Valpa⸗ raiso und Callao eingerichtet worden. Ferner stehe der dortige Konsul im Begriff, zwei Handels⸗Verträge (mit Peru und Chili) abzuschließen, die wahrscheinlich noch im Laufe dieses Jah⸗ res zur Vorlage an die Kammern gelangen würden. Endlich sei er beauftragt, in das Innere Südamerika's in Bezug auf Handels⸗ Verbindungen eine Erforschungsreise vorzunehmen und an mehreren Punkten der Westküste unbesoldete Konsulate zu errichten. Dieses Konsulat erweise sich also als ein sehr nützliches; trotzdem beab sichtige die Regierung nicht, dasselbe fortbestehen zu lassen; aber für die nächste Zukunft sei seine Beibehaltung nothwendig.

Auch die verunglückte belgische Colonisation in St. Thomas de Guatimala kam kurz zur Sprache, wobei die Herren Veydt und Graf Merode günstige Berichte über die jüngsten Gesundheitszustände der Kolonie verlasen und Letzterer zugestand, es seien zwar schwere Miß⸗ griffe gemacht worden, die Grund⸗Idee des Unternehmens aber sei darum doch eine nützliche und könne auch wohl noch späterhin mit Erfolg gekrönt werden. Endlich erklärte auch der Minister offiziell, der Linnen⸗Vertrag mit Frankreich sei erneuert worden und werde sofort nach Austausch der Ratisication der neue Vertrag an die Kam⸗ mer zur Vorlage kommen. Eine Abstimmung hatte nicht statt.

Brüssel, 21. Jan. In Bezug auf die halboffizielle Berich⸗ tigung des Journal de la Haye, in Betreff der Wiederaufnahme der Unterhandlungen, bemerkt heute das ministerielle Morgenblatt l' Emancipation: „Die Berichtigung des Journal de la Haye bezieht sich wohl nur auf die Schlußworte des Artikels im Messager de Gand, wonach die beiden Regierungen über baldige Wiederherstellung des Statu quo schon übereingekommen wären. So weit sind die Dinge in der That noch nicht. Man hat beider⸗ seits die beste Lust, zu unterhandeln, aber noch sind die Grundlagen der neuen Unterhandlungen nicht festgestellt.“

Dasselbe Blatt veröffentlicht heute einen Privatbrief aus dem Haag vom 18ten d. M., worin ihm ebenfalls gemeldet wird, die Unterhandlungen oder wenigstens der Notenwechsel zwischen beiden Regierungen seien eigentlich noch gar nicht unterbrochen worden; auch beweise der Umstand, daß der belgische Gesandte, General Wilmar, noch am 18ten bei Hofe empfangen worden, daß man von beiden Seiten eine möglichst baldige Wiederherstellung freundschaftlicher Ver⸗ bindungen wünsche; aber gerade über die Frage, auf welcher Grund⸗ lage die nenen Unterhandlungen beruhen sollten, sei man noch nicht einig geworden. Die Rückkehr zum Status quo vor dem 29. De⸗ zember werde holländischerseits wohl gewünscht, aber von Bel⸗ gien noch sehr diskutirt. Derselbe Brief bemüht sich übrigens darzuthun, daß der holländische Beschluß vom 5. Januar nicht, wie man es in Belgien vielfach behaupte, durch den per⸗ sönlichen Einfluß des gegen Belgien unfreundlich gesinnten Königs Wilhelm II. herbeigeführt worden.“

Die hiesige Independance und der Courrier de Anvers behaupten übrigens, der Artikel des Messager d'Gand sei nicht so unbegründet, wie das Journal de la Haye sage.

Die Repräsentanten⸗Kammer nahm gestern nach einigen kurzen Bemerkungen des Herrn Rogier das Kapitel „Konsulate“ im Budget der auswärtigen und Handels⸗Angelegenheiten mit der Position von 115,000 Fr. an, wodurch das Konsulat in Köln und die Beibehaltung desjenigen in Valparaiso möglich werbden. Die Kammer nahm hier⸗ auf die noch folgenden Kapitel des Budgets, so wie dieses im Gan⸗ zen, ohne weitere erhebliche Bemerkungen an und zwar letzteres mit 61 Stimmen gegen 4. 1116“ Ös8chweden und RNUorwegen.

= Stockholm, 10. Jan. Die Noth unter der Bevölkerung der Provinzen Upland, Stockholmslän und Westmannland hat eine Schrecken erregende Höhe erreicht; man befürchtet allgemein einen großen Zudrang der Unglücklichen nach Stockholm und eine in Folge dessen hier eintretende Hungersnoth. Von Seiten der Regierung sowohl wie der Privaten ist zwar außerordentlich viel zur Linderung der allgemeinen Noth geschehen, allein eine nachhaltige und durch⸗ greifende Hülfe ist bei der großen Zahl der Nothleidenden nicht möglich. In Upland allein sind gegen 14,000 Personen der die⸗ nenden Klasse ohne Brot und Obdach. Ein nach Westeras bestimm⸗ tes Schiff mit 1000 Tonnen Weizen und Erbsen für die Nothleiden⸗ den ist leider im Wetternsee verunglückt und mit der ganzen Ladung gesunken. Die Haupt⸗Ursach

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dem gänzlichen Mißrathen der Feldfrüchte zu suchen.

Italien.

„MNom, 12. Jan. (A. Z.) Die Mittheilungen aus den Pro⸗ vinzen lauten nicht tröstlich für die Regierung; überall sucht der un⸗ zufriedene Theil der Bevölkerung sich durch gesetzwidrige Handlungen Luft zu machen. In dem Städtchen Pergola sind diese Menschen mit der Behörde in Streit gerathen, wobei die bewaffnete Macht einschrei⸗ ten mußte. In Imola hat ein Haufen Ruhestörer den Versuch ge⸗ macht, eine Abtheilung der Schweizer Truppen zu entwaffnen, was aber an der Kaltblütigkeit dieser Militairs scheiterte, die ihre Waf⸗ fen gebrauchten und mehrere Personen verwundeten. In Forli wurde der Polizei⸗Inspektor am 1sten d. auf der Gasse, als er gerade mit einem Offizier sprach, durch eine Flintenkugel erschossen, ohne daß der Thäter bs jetzt entdeckt worden wäre. Angriffe gegen einzelne Personen, so wie Anfälle der Eilwagen und Posten, gehören zur Tagesordnung. Die Gefängnisse füllen sich mehr und mehr, ohne daß dem Uebel abgeholfen wäre. Eisenbahnen brächten eine Ablei⸗ tung des Uebels so versichern wenigstens diejenigen, welche bei Eisenbahn⸗Unternehmungen zu gewinnen hoffen.

Die Unterhandlungen des Grafen von Nesselrode mit dem Kar⸗ dinal⸗Staatssecretair werden lebhaft betrieben, und heute Vormittag hatten beide Staatsmänner eine lange Kounferenz. Dem russischen Reichskanzler zu Ehren gab der russische Gesandte, Geheime Rath von Butenieff, gestern ein großes Gastmahl, zu welchem außer den frem⸗ den Repräsentanten mehrere Kardinäle und Prälaten eingeladen wa⸗ ren. Wenn keine unvorhergesehenen Umstände dazwischen treten, ge⸗ denkt Graf von Nesselrode am 15ten d. von hier nach dem Norden abzureisen.

Nach den letzten Nachrichten aus Palermo befindet sich die Kai⸗ serin von Rußland bedeutend besser, und die Aerzte hoffen, daß sie vneg. nächsten Monats jene Stadt verlassen und sich hierher bege⸗ ben kann.

.2 Palermo, 10. Jan. Obgleich auch hier endlich der Winter sich eingefunden hat und die Tage kühl, ja mitunter kalt sind, so sieht man doch täglich die hohen Herrschaften im offenen Wagen durch die Stadt nach dem Velmonte⸗Hügel fahren. Die meiste Zeit verweilt jedoch die Kaiserin in dem Garten von Olivuzzo, wo trotz des winterlichen Wetters die schönsten und seltensten Pflanzen in Blüthe stehen.

Ueber die Abreise der Kaiserin weiß man noch nichts Bestimmtes. Man glaubt jedoch, daß die Aerzte es nicht wagen würden, die hohe Kranke in den stets so stürmischen Monaten Februar und März dem

he dieser beklagenswerthen Noth ist in

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Meere anzuvertrauen, und daß daher der Aufenthalt der hohen Herrschaften sich wohl bis in den April verlängern dürfte. E Der Großfürst Konstantin, welcher heut die hiesigen Kirchen in Augenschein nimmt, wird am 18ten oder 19ten d. M. am Bord der Dampf⸗Fregatte „Kamtschatka“ eine Fahrt um Sicilien und nach

Malta unternehmen. Sriechenland.

* Athen, 11. Jan. Nachdem Konduriottis von Hydra im Anfange der Woche zurückgekommen war, hielt der Senat unter seiner Prästdentschaft seine regelmäßigen Sitzungen und schritt zur Wahl der Vice⸗Präsidenten und Secretaire. Die beiden Vice⸗Prä⸗ sidenten sind A. Delyannis (ministeriell) mit 23 Stimmen und Tri⸗ kupis (Opposition) mit 22. Als Secretaire wurden erwählt die Se-. natoren Christakupulos (ministeriell) mit 23 und Chrysogulos (mini⸗ steriell) mit 22 Stimmen. Alsdann schritt der Senat zu der Ein⸗ richtung der verschiedenen Sectionen und ernannte eine Kommission, um die Antwort auf die Thron⸗Rede zu redigiren.

In der Deputirten⸗Kammer fand gestern die Eintheilung in Sectionen und die Ernennung einer Deputation von 21 Mitgliedern, zur Gratulation des Königspaars am kommenden Dienstag, als am griechischen Neujahrstage, statt. 90

Seit kurzem sind die Getraidepreise bedeutend gestiegen, so daß die Einfuhr nach dem niedrigsten Zollsatze von 10 Lepta pro Kilo ge⸗ schieht. Die letzte Aerndte ist in Griechenland im Ganzen befriedi⸗ gend und nur in einigen Distrikten, als Theben, Atalanti, Attika, Korinth, Argolis und Vostizza, schlecht ausgefallen. In drei Ge⸗ meinden wurde nicht ein Strohhalm geschnitten! In Gastuni, Ka⸗ lamata, Tripolizza, Livadien und den Inseln war sie sehr reichlich. Im Ganzen schaätzt man die Aerndte auf 3 Mill. Kilo Weizen und 2 Mill. Kilo Gerste. Die Regierung, welche bekanntlich die Zehnte der Cerealien in natura nimmt, hat große Partieen zu den jetzigen hohen Preisen verkauft und dadurch einen Unterschied von einer hal ben Million Drachmen mehr erhalten.

Was der Moniteur Grec in seinem heutigen Blatt über die Griechische Handels⸗Marine sagt, und namentlich, daß sie im Jahre 25 Millionen Drachmen gewinne, beruht wohl auf einem Irrthum. Die Griechische Marine enthält zusammen 150,000 Tonnen, welche, zum hiesigen Durchschnittspreise von 100 Drachmen gerechnet, ein Kapital von 15 Millionen repräsentiren. Es ist nicht wahrscheinlich, daß die Griechischen Rheder 106 pCt. jährlich gewinnen, während man in andern Ländern kaum 10 pCt. im Jahre verdient. Aber von der obigen Gesammt⸗Tonnenzahl sind nicht mehr als 50,000 Tonnen bei dem auswärtigen Handel beschäftigt, und da nach den Angaben des Moniteurs diese 25 Millionen im Auslande gewonnen werden, müßten diese Schiffe jährlich 500 pCt. verdienen.

Die französische Regierung hat, um einen neuen Beweis ihres Zutrauens und Wohlwollens gegen Griechenland zu geben, eine Mil⸗ lion Franken hierher geschickt, um zum Straßen⸗ und Brückenbau und sonstigen materiellen Verbesserungen des Landes verwendet zu werden.

Herr von Prokesch ist von seiner Reise in die Morea zurückge⸗ kommen. Die Ausgrabungen sind total verunglückt. Es sollte ein in der Nähe von Olympia an der Landspitze zwischen dem Zusammenflusse des Ery⸗ manthus und Alpheius befindlicher Tumulus abgetragen werden, welcher der Sage nach das Grab des Siegers in dem ersten Olym⸗ pischen Spiele enthielt. Als man aber mit einem Kosten⸗Aufwande von 3000 Drachmen zur Bezahlung der 120 Arbeiter während 14 Tagen, auf das Fundament kam, fand man acht große würfel⸗ artige Steine, aber weder Sarkophag, Gebeine, Olympische Preise, Statüen, noch sonst etwas.

Bekanntmachung.

Das von der hiesigen Kommune zum bleibenden Gedächtniß der Kirchen⸗Reformation in der Stadt Berlin gestiftete Evangelische Säknlar⸗Stipendium wird am 2. November 1846 vakant, und soll von da ab anderweitig auf 2 Jahre mit 300 Rthlr. jährlich an einen im preußischen Staate geborenen oder zu der Zeit seiner Be⸗ werbung demselben angehörigen Kandidaten der evangelischen Theo⸗ logie verliehen werden, der das triennium academicum bereits ab⸗ solvirt und die Universität von dem Tage der Meldung ab gerechnet nicht länger als seit 2 Jahren verlassen hat. Derselbe muß sich neben einer gründlichen philosophischen und humanistischen Bildung eine vor⸗ zügliche theologische Ausbildung erworben haben, und letztere durch ein Zeugniß über die von ihm bestandene Prüfung pro licentia concionandi oder durch ein Zeugniß der hiesigen theologischen Fa⸗ kultät, erstere aber durch Erlangung des Doktorgrades in der Phi⸗ losophie bei der philosophischen Fakultät der hiesigen oder einer an⸗ deren inländischen Universität nachzuweisen vermögen. Hat der Kan⸗ didat die philosophischen Doktorwürde noch nicht rite erlangt, und sollte es beabsichtigt werden, ihm das Stipendium zu verleihen, so ist derselbe gehalten, zuvor die Promotion bei der hiesigen philosophischen Fakultät nachzusuchen, welche sich bereit erklärt hat, diesem Kandidaten, falls sie ihn der Promotion würdig befunden hat, die Promotions⸗ Gebühren zu erlassen. Auch ist der Stipendiat verpflichtet, im Laufe der beiden Stipendienjahre den Licentiatengrad in der Theologie bei der hiesigen theologischen Fakultät zu erlangen, und hat sich auch diese bereit erklärt, dem Stipendiaten nach bestandenem Examen den Licentiatengrad der Theologie kostenfrei zu ertheilen.

Indem wir im Uebrigen auf das durch Allerhöchste Kabinets⸗ Ordre vom 29. August 1841 genehmigte Statut für dieses Stipen⸗ dium verweisen, von welchem Exemplare in den Registraturen des Magistrats und der Stadtverordneten⸗Versammlung, so wie bei den Herren Dekanen der theologischen und philosophischen Fakultät und in der Registratur der Königlichen Universität hierselbst niedergelegt sind, fordern wir die Bewerber um dieses Stipendium auf, sich spätestens bis zum letzten März 1846 unter Einreichung ihrer Zeugnisse, insbesondere 1) des Abiturienten⸗Prüfungs⸗Zeugnisses, 2) des Uni⸗ versitäts⸗Abgangs⸗Zeugnisses, 3) des Zeugnisses über die bestandene Prüfung pro licentia concionandi oder des §. 6. des Statuts sub 1. gedachten Zeugnisses der theologischen Fakultät der hiesigen Universität und 4) event. des Diploms über die von dem Kandida⸗ ten bei einer preußischen philosophischen Fakultät rite erworbene phi⸗ losophische Doktorwürde, nebst einem Exemplar der Doktor⸗Disser⸗ tation, bei uns zu melden, und ihre Meldungen in unserem Büreau in dem berlinischen Rathhause hierselbst abzugeben. 8

Berlin, den 2. November 1845.

Das Kuratorium des Evangelischen Säkulaxr- Stipendiums.

Eisenbahnen.

Die Strecke der Hildesheim⸗Lehrter Bahn zwischen Sehnde und Lehrte wurde am 20. Januar, behuf Kies⸗Transports, zum erstenmale mit Dampf befahren.

Mit dem Bau der Hagenow⸗Schweriner Eisenbahn ist jetzt au drei Punkten der Anfang gemacht, wodurch die ausgesprochene Ver⸗ muthung, daß dieselbe noch in diesem Jahre gleichzeitig mit der Ber⸗

lin⸗Hamburger Bahn eröffnet werden solle

sehr an Glaubwürdigkeit gewinnt. 1