1846 / 47 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

sortwährenden Steigen des Budgets nur durch eine Aenderung des Ver⸗ waltungs⸗Systems Einhalt gethan werden könne, und daß bei den hier vorlie⸗ enden Positionen Gelegenheit gegeben werde, etwas Erkleckliches zu ersparen. Bereits in dieser Sitzung erklarte sich der Staats⸗Minister von Falken⸗ stein dahin, daß die hier aufs neue angeregten Fragen bereits auf früheren andtagen von Seiten der Regierung die reislichste Erwägung gefunden ätten, und da namentlich auch die in Aussicht stehende künstige Organisa⸗ ion des Gerichtsverfahrens auf die Polizei⸗Organisation nothwendig ein⸗ wirken müsse, so glaube er um so mehr, daß jetzt nicht der Zeit⸗ sei, wo die Regierung die Frage über eine Reorganisation Verwaltungs⸗Behörden mit Umsicht und Sorgfalt erwägen

Was die Frage über das Bestehen der Kreis⸗Directionen

und Amts⸗Hauptmannschaften betreffe, so sei es allerdings traurig für diese Behörden, daß auf jedem Landtage über ihren Tod gesprochen werde, und

ufmerksam zu machen. Der Zweck der Kreis⸗Directionen, wie man ihn ei deren Einführung im Auge gehabt, sei der gewesen, daß man die Zehörden dem Volke habe näher bringen und die Möglichkeit schaffen

wollen, die verschiedenen Theile des Landes nach ihren verschiedenen Ver⸗

hältnissen richtig beurtheilen zu können. Die Amts⸗Hauptmannschasten soll⸗ ten Mitglieder der Kreis⸗Directionen sein, deren sich die letzteren da, wo s sich um Lokal⸗Kenntnisse handle, zu bedienen hätten. Wenn sich ein⸗ elne Fälle herausgestellt, daß einzelne der letzteren Institute noch Manches zu wünschen übrig ließen, so würde es jedenfalls zu weit gegangen sein, wenn man solche einzelne Fälle als allgemeine gelten lassen und deshalb ber das Ganze den Stab brechen wolle, wie er denn auch aus eigener Erfahrung bezeugen müsse, daß namentlich der Wirkungskreis der Amts⸗ hauptmannschaften ein sehr wohlthätiger werden könne. Da er übrigens nicht im Stande sei, die in dem Schaffrathschen Antrage enthaltenen Or⸗ ganisationspläne augenblicklich in ihren Folgen zu 23 und dieselben ohnehin nicht jetzt in Ausführung kommen sollten, so wolle er auf die De⸗ tails derselben nicht weiter eingehen und nur noch bemerken, daß das Bei⸗ spiel Englands auf Sachsen schon deshalb keine Anwendung finden könne, weil dort ein ganz anderer Sinn herrsche, als es bei uns der Fall sei. Da hierauf die Sitzung geschlossen wurde, so blieb die Diskussion über diese Anträge der Kammer für die Sitzung vom 13ten offen. Die Hauptfragen, welche sich bei der Berathung herausstellten, betrafen die Aenderung des Verwaltungs⸗Systems im Allgemeinen und die sub 2, 3 und 4 des Schaffrathschen Antrages bezeichneten Punkte. Ueber die Frage, ob die jetzt bestehenden vier Kreis⸗Directionen in eine Verwaltungs⸗Mittelbehörde zusammenzuziehen seien, traten verschiedene Ansichten hervor. Für den Plan, eine einzige Mittelbehörde einzuführen, erklärten sich die Abg. Todt, Georgi, Metzler, Secretair Tzschucke, Ne⸗ witzer und Schumann, von deren Seite geltend gemacht wurde, daß hier⸗ durch das Verwaltungswesen vereinfacht, Verschiedenheit in den Entschei⸗ dungen der Verwaltungs⸗Behörden vermieden, Ersparungen durch Vermin⸗ derung der Beamten herbeigeführt, auch diese Mittelbehörde weniger in den Fall des Zuvielregierens kommen würde. Dagegen wurde die jetzt bestehende Einrichtung der vier Kreis⸗Directionen von den Abg. von Zezsch⸗ witz, Clauß, Schäffer, Rittner und Hensel II. in Schutz genommen, die sich für Beibehaltung derselben aussprachen. Staats⸗Minister von Fal⸗ kenstein fand sich hierbei veranlaßt, auf einige gefallene Aeußerungen ein⸗ zugehen. Der Vorwurf des Zuvielregierens sei leichter gemacht, als die Nachweisung, daß die Behörden wirklich aus den Schranken ihrer Kom⸗ petenz herausgetreten seien; ein gewisses Streben zum Regieren liege im Menschen, dagegen sehe es Niemand gern, wenn er regiert werde, und hieraus sei auch der Vorwurf erklärbar, als ob die Verwaltung⸗Behörden zu viel regierten. Die Wichtigkeit dieses Gegenstandes verkenne er keines⸗ weges, allein er müsse wiederholt darauf aufmerksam machen, daß dieser Gegenstanv während des Landtags von 1839 bereits reiflich erwogen wor⸗ den sei, und daß das Resultat einer jetzt zu erneuernden Erwägung dasselbe wie damals sein müsse. Den Punkt sub 4, die Trennung der Administra⸗ tivjustiz von der Verwaltung betreffend, unterstützten die Abg. Oberlän⸗ der, Clauß, Klinger, Klien und Andere, während die Abg. Schäffer, Sachße, Metzler und Rittner der Ansicht waren, daß diese Trennung schwer auszusführen sein dürfte und dem Antrag, auch wenn er an die Regierung gelange, keinen Erfolg versprechen konnten. Staats⸗Minister von Falkenstein er⸗ klärte, daß die Trennung der Administrativ⸗Justiz und der Verwaltungs⸗ Straf⸗Justiz von der Verwaltung unausführbar sei und andererseits auch nicht im Interesse des Volkes liegen könne; die Verwaltungs⸗Justiz um⸗ sasse nur dem öffentlichen Recht angehörige Sachen, sei daher eben eine Verwaltungs⸗Angelegenheit, deren Ueberweisung an die Justiz⸗Behörden nicht denkbar sei. Staats⸗Minister von Könneritz trat dieser Ansicht bei und bemerkte, daß er sich entschieden und unbedingt gegen die Ueberweisung der Verwaltungs⸗Justiz an das Justiz⸗Ministerium erklären müsse. Die Frage, was zur Justiz und was zur Verwaltung gehöre, sei auf früheren Landtagen reiflich erwogen und entschieden worden, und das Resultat der damaligen VBerathung sei das Kompetenz⸗Gesetz von 1835; jedenfalls ge⸗ höre diese Angelegenheit nicht zum Budget, und da am allerwenigsten zu dem Departement des Innern. Uebrigens müsse er als Vorstand des Justiz⸗Ministeriums bemerken, daß er die von den Verwaltungs⸗Behörden bei ihren Entscheidungen gegebenen Entscheidungsgründe stets der Art be⸗ funden habe, daß keine Justizbehörde, kein Appellationsgericht sich derselben zu schämen haben würde. Hinsichtlich der übrigen in dem Schaffrathschen Antrag enthaltenen Punkte trat nur noch über den sub 6 gestellten eine un⸗ bedeutende Diskussion hervor, insofern dieser von den Abg. Klien und Ritt⸗ ner als zu weit gehend angegriffen wurde, da der Zweck des Antrages schon durch den Punkt sub 5 als vorläufig erreicht angesehen werden müsse. Nach⸗ dem sodann der Abg. Schaffrath, besonders zur Vertheidigung des sub 4 seines Antrages enthaltenen Grundsatzes, nochmals das Wort ergriffen hatte, wurde die Debatte über diesen Gegenstand geschlossen, und nach einem kurzen Schlußworte des Referenten (Hensel II.) schritt der Präsident zur Fragstellung über die vorliegenden Positionen und Anträge. Zuerst wurde die Frage auf die das Schaffrathsche Amendement veran⸗ laßt habenden beiden Positionen des Budgets gestellt, und es wurden Position 20 (Kreis⸗Directionen und deren Kanzleien) mit 70,443 Rthlr. und Position 21 (Amts⸗Hauplmannschaften) mit 30,583 Rthlr., wie sie im Ausgabe⸗Budget beantragt sind, von der Kammer einstimmig bewilligt. Hierauf kam der Antrag des Abg. Schaffrath zur Abstimmung, der in den Punkten sub 1 einstimmig, sub 2 gegen 13 Stimmen, sub 3 gegen 24 Stimmen, sub 5 einstimmig Annahme fand, dagegen sub 6 mit 39 Stim⸗ men abgeworfen wurde; über den Punkt sub 4 wurde von dem Präsidium eine dreifache Frage gestellt, nämlich ob die Kammer a) die Trennung der Justiz von der Verwaltung überhaupt, b) die Trennung der Administrativ⸗ Justiz und c) die Trennung der Administrativ⸗Strasjustiz von der Ver⸗ waltung beantragen wolle; die erste wurde gegen 12 Stimmen bejaht, bei der zweiten ergab sich Stimmengleichheit, indem 29 Stimmen für und eben so viel gegen dieselbe sich erklarten, weshalb nach der Landtagsordnung bierüber in der nächsten Sitzung nochmals abzustimmen sein wird, und die dritte fand sodann gegen 19 Stimmen ebenfalls Annahme. Nun war noch für die oben erwähnten Anträge des Abg. Klinger, die derselbe als Wunsch in das Protokoll niedergelegt wissen wollte, die Abstimmung offen, und das Resultat derselben war für die sub a und b die einstimmige, für den sub ec aber die Annahme gegen 27 Stimmen, womit die Sitzung der Kam⸗ mer geschlossen wurde.

Königreich Hannover. In der Provinz Ostfriesland sind im vorigen Jahre 5750 Kinder geboren und 2895 Menschen gestorben. Der Ueberschuß der Geborenen gegen die Gestorbenen war somit beinahe der Zahl der Letzteren gleich.

Großherzogthum Baden. Die Allg. Ztg. enthält ein Schreiben aus Karleruhe, vom 9. Febr., worin, mit Beziehung auf die Auflösung der badenschen Stände⸗Versammlung, Folgendes geäußert wird: „Ein äußerer Anlaß bot sich insofern, als in der heutigen Sitzung der Abgeordneten⸗Kammer die Bericht⸗Erstattung über den Welkerschen Antrag auf eine Adresse erfolgen sollte, gegen den sich die Regierung schon früher mit Nachdruck erklärt hatte. Die Petitions⸗Bewegung trägt sich somit in eine Wahl⸗Bewegung über, und im Grunde sollten alle Parteien es billig sinden, daß man die Streitfrage über die „wahre“ Meinung des Landes am einfachsten wieder an die Wähler zurückgehen läßt. Jedoch fehlt es nicht an solchen, denen die Auflösung sehr ungelegen kommt.“

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Freie Stadt Bremen. Durch Senats⸗Beschluß vom 13. Februar sind die öffentlichen Kassen des Staats angewiesen, hol⸗ ländische Silbermünzen überhaupt nicht mehr in Zahlung zu nehmen. In dem sonstigen Verkehre steht einem Jeden das Recht zu, bei dem Empfange von Zahlungen die Annahme von holländischen Gulden und anderen Münzsorten dieses Gepräges zu verweigern, und dürfen die⸗ selben Niemanden aufgedrungen werden. Zu diesem Beschluß hat der Umstand Veranlassung gegeben, daß seit einiger Zeit in dem öffentli⸗ chen Verkehre viele größtentheils abgenutzte oder beschnittene hollän⸗ dische Silbermünzen erschienen und dadurch hin und wieder große Verluste herbeigeführt worden sind. Im Eingange der Verordnung

wird bemerkt: Die seit einigen Jahren stattgesundene Prägung bre⸗ mischer Silbermünzen scheine für den Bedarf des Verkehrs und für

r könne daher nicht umhin, hier auf die Bestimmung dieser Behörde die Ausgleichung der in demselben vorkommenden Zahlungen hinrei⸗

chende Mittel zu gewähren, und insofern weiterhin eine Vermehrung dieser Silbermünzen erforderlich erachtet werden sollte, so könne durch die getroffenen Einrichtungen jedes Bedürfniß derselben befriedigt werden.

Franhkreich.

Paris, 10. Febr. Zu dem ersten Artikel des Gesetzes über die Arbeitsbücher, welcher bestimmt, daß jeder Arbeiter, der zu Hause oder außerhalb seines Hauses sür Einen Meister beschäftigt sei, ein solches Buch haben solle, wurde gestern vom Grafen Daru ein Amen⸗ dement vorgeschlagen, indem derselbe erklärte, er könne nicht einsehen, was es in dieser Hinsicht für einen Unterschied machen solle, ob die Arbeit für einen oder für verschiedene Meister geschehe. Die Pairs⸗ Kammer verwies dies Amendement an die Kommission. Die Depu⸗ tirten-Kammer nahm am Schluß ihrer gestrigen Sitzung den ersten Artikel des Gesetz⸗Entwurfes gegen die Weinfälschung an. Es wird in diesem Artikel festgesetzt, daß Jeder, der verfälschten (falsisié) Wein verkaufe (die zweite Bezeichnung, altéré, wurde verworfen, weil dadurch auch unstrafbare Versetzungen getroffen werden könnten), mit ein⸗ monatlichem bis zweijährigem Gefängniß und mit einer Geldbuße von 50 bis 2000 Fr. bestraft werden solle, wenn der Fälschungsstoff schäd⸗ licher Natur ist, mit sechstägigem bis einmonatlichem Gefängniß und einer Geldbuße von 16 bis 300 Fr., wenn dieser Stoff unschädlich; der verfälschte Wein soll in Beschlag genommen und, wenn er von schädlicher Beschaffenheit, auf die Straße gegossen, wenn von unschäd⸗ licher, in die Spitäler geschickt werden.

In der Rede, welche Lamartine zur Unterstützung seines später von ihm wieder zurückgenommenen Amendements in Betreff Syriens hielt, begründete derselbe die Politik, welche er von Frankreich in jenen Gegenden befolgt sehen wollte, auf die Capitulationen, die von den französischen Königen Franz I., Heinrich IV. und Ludwig XIV. mit der Pforte abgeschlossen und wodurch Frankreich als Schutzmacht aller Katholiken und katholischen Institute in allen Theilen des otto⸗ manischen Reichs bestellt und anerkannt worden sei, ein Recht, von welchem der Redner behauptete, daß es durch Gewohnheit ausschließ⸗ lich Frankreich zu eigen geworden. Seiner Ansicht nach, hätte sich Frankreich nun durch die Raschheit, womit es nach dem Jahre 1840 wieder in den europäischen Verband (concert européen) eingetreten sei, in der syrischen Frage in eine ganz falsche Stellung gebracht, und man habe darin Fehler über Fehler begangen. Frankreich hätte, meinte er, niemals einwilligen sollen, ein Schutzrecht, welches es seit Franz J. allein ausgeübt, mit Mächten zu theilen, die ganz andere Interessen hätten, oder es wäre wenigstens vorher sein Vorbehalt auszusprechen und eine genügende Bürgschaft zu fordern gewesen. Das Erste und Nothwendigste, um den Frieden im Libanon herzu⸗ stellen, sei jetzt die Wiedereinsetzung der Familie Schahab, als der einzigen, die über funfzig Jahre lang Ruhe und Ordnung zwischen Drusen und Maroniten aufrecht zu erhalten gewußt habe. „Syrien“, sagte Herr von Lamartine, „ist ein integrirender, thatsächlich aber oft unabhängiger Theil des ottomanischen Reiches. Seine Bevölkerung besteht aus verschiedenen Stämmen, Hebräern, Ara⸗ bern, Griechen, Beduinen, Metualis, Drusen und Maro⸗ niten. Die Maroniten bilden eine Bevölkerung von 300,000 Seelen, welche die Thäler und die Gipfel des Libanon bewohnt. Die Maroniten sind seit langer Zeit die Beherrscher Syriens gewesen. Sie haben mehreremale das Land zum Vortheile des Sultans zur Ruhe gebracht und rebellische Paschas unterwerfen helfen. Allein sie haben eine volksthümliche Existenz. Seit zwei Jahrhunderten hat eine große Familie, die Familie Schahab, ursprünglich von Melka, das Mittel gefunden, aus diesen beiden Stämmen von entgegenge⸗ setzter Religion, Maroniten und Drusen, eine einzige Masse zu machen. Dieses so konstituirte Volk hat eine hinreichende Stärke, um in 24 Stunden 40,000 Mann aufzubringen, und es hat dies mehrere Male bewiesen. Als die orientalische Frage beendigt war, gab Emir Beschir, dieser Greis, welcher eine sehr schwierige Aufgabe seit 50 Jahren erfüllte, nachdem er lange Zeit unterhandelt hatte, seinen Thron auf, entfloh und ward, nachdem er gefangen worden, nach Malta trans⸗ portirt. Dies war die Lage im Jahre 1841. Gleich nach der Flucht Emir Beschir's geschah, was nothwendig geschehen mußte. Die Be⸗ völkerung Syriens, nicht mehr die Hand dieses großen Mannes süh⸗ lend, überließ sich allen Unordnungen; die Türken warfen ihrerseits in die unverletzlichen und unverletzten Gebirge dieses schönen Landes Banden von Albanesen, welche die Rolle von Aufwieglern spielten. Endlich brach, um das Unglück voll zu machen, der Krieg zwischen den beiden Völkerschaften aus. Die Folge von alledem war, daß dieses unglückliche Land in einen Zustand von Noth und Hinfälligkeit gerieth, welcher die Vernichtung der schön⸗ sten und kriegerischsten Völkerschaft Asiens fürchten läßt. Wel⸗ ches sind nun die Mittel, das Resultat zu erreichen, das wir Alle wünschen? Der neue Minister der Türkri, Reschid Pascha, und der junge Sultan, welcher die Einsicht hatte, ihn an die Spitze der An⸗ gelegenheiten zu stellen, flößen mir volles Zutrauen ein; ich zweifle nicht, daß sie den Maßregeln beitreten werden, welche wir ihnen vor⸗ schlagen können, um den Zustand Syriens zu verbessern. Wirken wir daher diplomatisch auf die Regierung der Pforte ein. Da nun aber das einzige Mittel, den Zustand Syriens zu verbessern, darin besteht, die Familie Schahab wieder auf den Thron zu setzen, so laßt uns von der Pforte die Einwilligung zu der Wiedereinsetzung dieser Fa⸗ milie fordern. Wollen Sie, daß ich Ihnen eine Anekdote anführe, die mich in einiger Art persönlich betrifft, um Ihnen zu beweisen, wie sehr alle diejenigen, welche Syrien kennen, von der Wahrheit, daß die Familie Schahab allein dieses Land glücklich machen kann, überzeugt sind? Zu Marseille befindet sich ein großer Scheik des Libanon, der wegen Verschwörung gegen Emir Beschir verbannt wor⸗ den; dieser Scheik ist seit 20 Jahren im Exil; seit 20 Jahren muß er einen tiefen Groll gegen den Urheber sei⸗ nes Unglücks hegen. Wohlan! Vor zwei Jahren hat er mich zu Paris aufgesucht, und in einer langen Unterredung hat er, seinen Groll unter dem Einflusse einer unwiderstehlichen Ueberzeugung vergessend, wiederholt, daß die Familie Schahab allein die Ordnung in Syrien wiederherstellen und dieses unglückliche Land von den Schrecknissen einer ewigen Anarchie retten könne. Sollte die Pforte sich weigern, in Unterhandlungen einzugehen, so giebt es ein anderes Mittel: Ihre Hand aus dem europäischen Verbande zurückzuziehen. Dies ist einer jener großen Umstände, wo eine Regierung laut zu sprechen wissen muß, wenn sie nicht gehört worden. Man wird mir aber sagen: Vielleicht wird eine solche Haltung die englische Allianz

gefährden? Ich weiß, daß die unglücklichen Ereignisse von 1840 diese Allianz nothwendig gemacht haben. Aber sie darf auch zu hart auf uns lasten. Ich verhehle mir die Schwierigkeite Lage nicht; aber ich sage: Wie groß auch diese Schwierigkeiten mögen, wenn nur die britischen Minister die Grundsätze der Wn lichkeit höher stellen, als National⸗Feindschaften, so kann die französische Allianz die Allianz des Friedens und der Pbüilantze werden.“ Da die Haupt⸗Fragen Lamartine's, ob die Organisa Syriens in diesem Augenblick der Gegenstand einer Unterhamet und ob die Wiederherstellung einer einzigen und christlichen Venn tung, mit einem Mitglied der Familie Schahab an der Spi 4 der Unterhandlung mit begriffen sei, von Herrn Guizot beja tn den, so nahm, wie gemeldet, der Antragsteller sein Amendement sci lich wieder zurück. 1-

Aus Toulon schreibt man vom 5. Februar: „Das 8) schiff „Vautour“, welches heute nach Algier abgehen sollt, durch den Telegraphen den Befehl erhalten, seine Abfahrt un ft Tage zu verschieben und sich zur Aufnahme von Truppen an zn bereit zu machen. Dem Vernehmen nach, wird dieses Daxi nach Philippeville mit Detaschements abgehen, die für die Cn stimmt sind, welche so bedeutende Verluste bei Setif erlitten Andere Detaschements werden binnen kurzem zu den nämlicheng abgehen, die man wieder vollzählig macht. Stets langen zahgn Detaschements an, welche, bis die Reihe der Einschiffung af kommt, in den Umgebungen unserer Stadt kantonnirt werden. 8 Dampffregatte „Orenoque“ wird am 10ten als Courier Algier abgehen; sie wird außer der Korrespondenz 800 Militain schiedener Corps an Bord nehmen.“

Das Journal des Débats theilt heute ebenfalls mit,g sich der Herzog von Aumale demnächst zur afrikanischen Armet hh geben werde.

Eine Korrespondenz aus Mostaganem in ministeriellen Blätg berichtet: „Wie man versichert, sind Depeschen des Merschalls Bubee eingetroffen, welche das direkte Einschreiten des Kaisers von Mug in dem Kampfe gegen den Emir als bestimmt melden. Sei in hätte, heißt es, eine Bewegung gemacht, in deren Folge die da Abd el Kader's sich genöthigt gesehen, sich nach dem Süden seng entfernen. Wenn die marokkanischen Truppen ihren Marsch forsig so scheint der General⸗Gouverneur die Absicht zu haben, sich son nach dieser Seite hin zu begeben.“

Die Presse enthält ein Schreiben aus Algier vom 2† nuar voll bitterer Klagen über die dortige Verwaltung und am führung. Es heißt darin unter Anderem:

„Bei dem Blick auf die Unordnung, die hier in allen Zweigen! Verwaltungsdienstes herrscht, fragen wir uns oft, was man mit uns vor hat. Wo geht der Weg hin, den man so eigensinnig verfosgt? Wohin gedenkt man uns zu führen? Klagen und Murren helfen beide Nleich we nig. Wenn wir auch auf das Verderben hindeuten, das unser want, se bleibt dennoch die Presse gleichgültig und stallt sich die Regierung taub, vit rend doch bei weitem mehr Frankreichs Wohl als unser eigenes auf de Spiele ist. Wenn einmal an einem unglücklichen Tage Algerien uns n. rissen würde, was dürften wir dabei verlieren? Ein wenig Geld, und? das ist noch ungewiß; aber Feana würde dabei in den Augen derz Ansehen, Ehre und Ruhm einbüßen. Sieht man, wie die

bei uns gehen, so fühlt man sich versucht, anzunehmen, Z

Feinde Algeriens hätten im Rath der Minister die Oberhand und kuat ten durch abscheulichen Marchiavellismus die Ideen der Metropole zu! wirren, um unsere Angelegenheiten so zu lenken, daß zuletzt der Wine entstehen müsse, ein Land aufzugeben, daß jährlich so große Opfer enheist Es liegt aber hierbei viel, wenn nicht Alles, an der Regierungs⸗Anarci in deren Mitte wir zu leben verurtheilt sind. Diese Anarchie ist so gs, daß, wenn sie forldauern sollte, es weit besser sein würde, auf Ahing u verzichten, als dort ein Unvermögen zu zeigen, das uns zum Gllächter von Europa machen muß. In der That, wenn diese zerrüttete Vermwogvang semn⸗ dauern und keine vollständige Aenderung im Personal vorgenommen vu⸗ den soll, so darf man auf Gewissen erklaͤren, daß es besser sein würde, Ä. gerien nach funfzehnjährigen Anstrengungen aufzugeben. Frankreich muß we Wahrheit hören: wie die Dinge heute stehen und bei fernerem Beharren dem verderblichen System, das so tiefe Wurzeln geschlagen zu haben säg und in den oberen Regionen so starke Stützen findet, könnte Frang zweihundert Millionen und zweihunderttausend Mann nach Algier we ohne daß dadurch etwas Anderes erzweckt würde, als eine Verm ehrug der Masse der Opfer und dem Umfang der Fehler. Nur durch grück Reformen, gesetzliche Bürgschaften und weise Einrichtungen ist noch ze fen: außerdem wird man auf Sand bauen. Man kann sich wohl! eine kurze Zeit über mit Täuschungen hinhalten: wenn aber die Schich stunde geschlagen haben wird, und die geringste europäische Verwickel

kann sie beschleunigen, so muß das ganze Baugerüst, das die Augen zu ssossen. Die Debatte wendet sich nun zu dem 2ten Paragraphen des ersten eiskels, wodurch die Strafe, wenn die Mischung keine der Gesundheit

schen bestimmt war, in den Abgrund stürzen, den es verbergen sollte. Gegenni tig, wo sich die verschiedenen Verwaltungs⸗Behörden einander entgegen⸗ beiten, geschieht im eigentlichen Sinne nichts. Die Austrocknung der N. tidscha, die schon vor einigen Jahren fertig werden sollte, leicht auszusühn wäre und bereits ansehnliche Summen gekostet hat, besteht nur erst im Paun⸗ ein Projekt verdrängt das andere; man fängt heute mit den Arbeiten a, um sie morgen wieder liegen zu lassen. Der Wegebau ist im Allgemem noch ganz vernachlässigt; die wenigen neuen Straßen sind beim Eunnten schlimmer Witterung, selbst in der Nähe der Hauptstadt, nicht zu böschin⸗ Die Hafenbauten, so wichtig für die Zukunft der Kolonie, werden se be⸗ trieben, daß man wieder von vorn anfangen muß, wenn Frankriith Afrika einen Kriegshafen, der diesen Namen verdient, haben will. En eigentliche Ansiedelung besteht nirgends; hier und da werden einige dete Mauerwerke aufgeführt, die man mit dem Namen „Dörfer“ schnith aber die meisten dieser Bauten sind mit einer so großen Let⸗ fertigkeit und mit so wenig Rücksicht auf die Natur des Bodenz dUl der Erzeugnisse errichtet, daß sie früher zusammenfallen als bewohnt ventg⸗ Mit der Militairverwaltung steht es wo möglich noch schlimmer, alt¹ der Civilverwaltung. Die Generale der Armee von Afrika sind untnf uneinig; der falsche Wetteifer, der sie trennt, ist von den höchsten 29. der Diensthierarchie zu den unteren herabgestiegen. Jeder der vielaf

führer will seine Kolonne befebligen, seine Expedition vornehmen

Bülletins publiziren, seine Besörderungen austheilen; nur Einent scheinen sie gemeinsam zu verfolgen: die Verewigung der Feindseligt man sollte wenigstens glauben, daß sie allein darauf ausgehen, e man die stets erneuten Kriegszüge ohne nützlichen Zweck sieht; unbarmherzigen Razzias, die nur zur Vergeltung reizen, dieses de⸗ näckige Beharren bei einem allgemein gemißbilligten System der Kriesd rung. Es gehört wirtlich nicht viel Genie dazu, einzusehen, daß mant Infanterie⸗Kolonnen, die fünf bis sechs⸗Stunden den Tag machen, Naf schaaren nicht erreichen kann, die zwischen Sonnenauf⸗ und Unterganz bis 25 Leurs zurücklegen. Man wird es in künftigen Tagen nicht 89 ben wollen, daß 100,000 Mann vortrefflicher Truppen im Schach gehe⸗ wurden von einem Häuptling, der an der Spitze von einem halben 20 send Reitern ungehindert und unerreichbar das Land durchstreift. Und ist dirs das Schauspiel, das wir dem erstaunten Europa

Es wäre endlich an der Zeit, einer Lage ein Ende zu ma⸗

die wenig ehrenvoll für unsere Armee, zerstörend für unsere Finanzen g

aufreibend für unsere Soldaten ist, die in Mitte unendlicher Mühselig

täglich mehr zusammenschmelzen. Das System des Marschall Boßa⸗

bricht von allen Seiten; die ungeheuren Lasten, die es der Metropole 4 legt, müssen den Kriegs⸗Minister veranlassen, die Angelegenheiten einer ernsten Prüfung zu unterziehen. Er wird dann erkennen, da

Algerien nicht die Araber und Kabylen zu bekämpfen haben, sondern 24 schließlich den Emir Abd el Kader, und daß wir gegen diesen nur nng

einer zahlreichen Kavallerie, angeführt von erfahrenen Reiter⸗Gen etwas ausrichten können.“

Man hat über Havre Nachrichten aus Port⸗au⸗Pri

denten Pierrot und dem französischen General⸗Konsul Levassenn

2 Dampfschiff „Tonnerre“ auf der Rhede von Port⸗au⸗ ince.

gaßburg einzurichten.

gen den Schluß hin nahm die französische 3 proz. Rente einen en Aufschwung. Die Eisenbahn⸗Actien sind fortwährend in einer

2 vlgeng

nca us 1. Januar, wonach in Folge der Mißhelligkeit zwischen 17 4

tere am 31. Dezember die französische Flagge auf dem Konsulats⸗ bäude eingezogen und sich an Bord der Fregatte „Thetis“ einge⸗ †hat. Außer dieser Fregatte lagen noch die Korvette „Blonde“

Man hat bemerkt, daß bei der Ueberreichung der Adresse der utirten⸗Kammer an den König kein Mitglied der Opposition außer en, die das Loos bezeichnet hatte, oder die durch ihre Functionen öthigt waren, der Ueberreichung beizuwohnen, sich der großen De⸗ ation angeschlossen hatte. 8

Aus einer vergleichenden Uebersicht der Zahl der See⸗Offiziere kreich und Englands geht hervor, daß in England auf jedes if 7, in Frankreich aber nur 4 ½ Offiziere im Durchschnitt kommen. Bei Tenes in Algerien sind Steinkohlen gefunden worden, von n man sich großen Nutzen verspricht.

Der König hat dem Museum für Naturgeschichte die Thiere zum zenk gemacht, welche ihm von dem Kaiser von Marokko zugesandt ven sind, bestehend in einer erwachsenen Löwin, zwei männlichen außen, von denen der eine von großer Schönheit, und drei Ga⸗ n von verschiedenen Arten.

Von der Insel Bourbon erfährt man, daß die Königin von dagaskar in ihren Feindseligkeiten gegen die Franzosen und Englän⸗ eharre.

22₰ Kardinal Latour d'Auvergne ist nach Rom abgereist. Washington Irving ist von hier auf seinen Posten als Gesand⸗ der Vereinigten Staaten in Madrid zurückgekehrt.

Die Bank von Frankreich soll Willens sein, eine Zweigbank zu

In Marseille ist der Winter so gelind, daß man daselbst bereits pschocken, grüne Erbsen und Spargel hat, die im Freien ge⸗

i sind. 3 2 An der Börse neigten heute sämmtliche Effekten zum Steigen.

ändigen Stockung; doch halten sich ihre Course. Nordbahn⸗ n/ 766. 25.

2 Paris, 10. Febr. In der heutigen Sitzung der Pairs⸗ mer wurde die gestern abgebrochene Debatte über die Arbeits⸗ ser fortgesetzt. Die Kammer war bei dem ersten Artikel des Ent⸗ zstehen geblieben, zu welchem verschiedene Amendements vorge⸗ dgen waren, unter anderen vom Grafen Daru und General ewy. Diese waren an die Kommission zurückverwiesen, die nun er heutigen Sitzung ihren Bericht und Beschluß darüber mitzu⸗ sen hatte. Sie trägt auf Verwerfung beider an. In der Deputirten⸗Kammer hatte zuerst General Jacque⸗ not seinen Antrag, die Vermehrung der Offiziere und Unterossi⸗ eder National⸗Garde von Paris betreffend, zu verlesen. Da er wegen Unwohlseins gehindert war, selbst zu erscheinen, so hatte r Chassirvon es an seiner Stelle übernommen. Derselbe kündete daß der General bereit sei, nächsten Sonnabend seinen Antrag entwiceln. Die Kammer setzt diesen Tag dafür fest. Der egs⸗Ninister legt nun einen Gesetz⸗Entwurf vor, wodurch ein rorbentlicher Kredit von 24 Millionen für die verschiedenen Dienste ggerien Dahre 1845 und 1846) verlangt wird. Hierauf wurde gestern abgebrochene Diskussion über die Verfälschung der Weine gesetzt. Herr Garnon schlägt als Amendement einen Zusatz zu gestern angenommenen Paragraphen vor, wonach die in diesem gesetzten Strafen auch auf die Verkäufer von Weinen, nur mit nicht schädlichen Stoffen gemischt sind, anwend⸗ sein sollen. Herr Durand von Romorantin bekämpft e Antrag, weil der Weinerzeugung dabdurch geschadet werden une. Herr Garnon vertheidigt abermals sein Amendement. danchmal nähme der Weinproduzent selbst schon die Fälschung oder schung vor. Herr Tesnieres vertheidigt die Unverletzbarkeit Demizils des Eigenthümers. Dort dürfe auf keinen Fall eine hsuchung gehalten werden. Herr Mauguin: Darum handle ch nicht, sondern um den Nachweis eines Vergehens und Auf⸗ ing des Thäters. Sobald das erste erwiesen sei, müsse die Justiz Urheber, wer er auch sei, aussuchen dürfen. Sei es der Eigen⸗ er des Weines selbst, so wolle die Kammer ihn gewiß nicht von Strafe freisprechen. Herr von Chasseloup Laubat bekämpft Amendement, weil er fürchtet, es würde zu einer Menge von esseen Anlaß geben. Dasselbe wird von der Kammer auch ver⸗

bliche Stoffe enthält, auf 6 Tage bis 1 Monat Gefängniß und eine abuße von 16 bis 300 Sr. festgesetzt wird. Nach einigen Bemerkungen Herrn Dufaure, der das Gesetz im Ganzen gut sindet, aber eine Menge neuer Stellen von Agenten und Aussehern geschaffen n will, wird der Paragraph angenommen, desgleichen der 3te Diskussion. Beim 4ten fragt Herr Bureauf de] Puzy, ob usatz von Zucker zum Wein als schädliche Substanz betrachtet en solle. Oft füge man noch Gerste zum Zucker hinzu, um den mousstren zu machen. So fabrizire man die nachgemachten npagnerweine. Nachdem noch einige Mitglieder über den Para⸗ hen gesprochen, war die Entscheidung noch nicht zu Stande ge⸗ en, als der Postschluß zur Abbrechung des Berichts nöthigte.

Großbritanien und Irland.

Unterhaus. Sitzung vom 9. Februar. Bis auf den gen Abend hatte Sir R. Peel die Aufnahme der Berathung seine vorgeschlagenen Handels⸗Reformen vertagt, damit dieselben 5 im ganzen Lande eine genaue Prüfung erfahren könnten und Parteien Zeit hätten, sich zu dem bevorstehenden Kampfe zu H ag sah deshalb der heutigen Sitzung mit ungewöhnlicher orlic enagegen und erwartete eine bestimmte Entscheidung über big989 en Fragen. Die „förmlichen Geschäfte des Hauses, Fagfs izung gewöhnlich eröffnen, erhielten heute ein besonderes llnes vich das Erscheinen des Lord Morpeth, welcher als neu 1. bitglied für den Westriding⸗Bezirk von Yorkshire in Eid v. en wurde. Derselbe legte auch sogleich Petitionen seiner 5. zur gänzlichen Aufhebung der Korngesetze, vor. Nach Be⸗ Elung mehrerer Fragen, unter anderen von Seiten des Sir bhegrrk, daß ein Arzt nach Boa Vista zur Untersuchung der 4. ehe an Bord des „Eclair“ so viel Unheil angestiftet habe, ge egierung abgesandt worden sei, erklärte Sir R. Peel, Beranlassung Lord J. Russell's, daß das neue Gesetz über die s säfhr, nicht, wie er früher irrthümlich angegeben habe und 8 onst bei anderen Gesetzen der Fall sei, von dem Tage der wicng des Comité⸗-Berichts, sondern von dem Tage an, da die verfac⸗ durchgegangen sei, in Kraft treten solle. Er habe erst ichen daß der Artikel Korn eine Ausnahme von dem ge⸗ 82. ang der Geschäfte mache, und er werde deshalb zur gen 8 2 der Kornbill keine andere Maßregel zur Berathung bierauf ange jene Bill nicht erledigt sei. Das Haus wollte ve han General⸗Comité über die kommerziellen Propositionen Wort g konstituiren, als Herr Miles, Mitglied für Bristol, nahm, um einen der Regierung feindlichen An⸗

sechs Monate zur Erörterung zulassen, d. h. e

Herr Miles sprach 8, 1 Le von Sir William Heathceote,

stützt. Es folgten mehrere zum Th für und wider den Antrag spr Herren Deedes, Beresford Hope und Sir Letzteren die Herren Lascelles, Cochrane u Nachdem von den Anhängern der 9 Zustimmung zu den vorgeschlagenen obschon die Annahme derselben, L für das Land sei, erhob sich Lord John Russe bedeutende Redner des Ab Vorschlägen

widerlegte gegen die Aenderung der Korngesetze durch den einfachen welcher den Preis des Korns zu Gunsten ter erhöhte, in demselben Verhältniß Bedürfnisse erhöhen, also für die Ges⸗

. erfen möge. der Agrikulturisten und wurde Mitglied für Nordhants, unter⸗ eil ganz unbekannte Redner, die rsteren gehörten die J. Walsh, zu den 1 nd Lord Norreys. ierung Lord Sandon seine aßregeln ausgesprochen h nicht ohne Gefahr - II als der ends, um die Stellung der Whig⸗ Regierung anzugeben.

im Sinne

achen; zu den E

wie er glaubte,

Opposition

Hrundse daß jeder Schutz, p 92 auch die Preise der übrigen ammtheit der Nation schädlich üsse. Was den Vorschlag des Ministers angehe, so stimme er im Prinzip damit vollkommen überein, und Aufhebung der Korngesetze jetzt schon v wolle er doch dem Plan des denselben vielmehr als ein G fahr zu beschützen suchen. drücklich, daß die Maßregel nur durch den Beist du Nachdem noch Sir R. Inglis und Capitain Fitzmaurice für das von Herrn Miles gestellte Amendement und von Seiten der Regierung allein Herr Sidne gesprochen hatten, ward die Deb Stafford O'Brien vertagt. Das Oberl erheblichem v hielt die zweite Lesung.

sein müsse. wenn auch eine gänzliche vorzuziehen gewesen wäre, so halb seine Unterstützung nicht versagen, anzes durchzubringen und vor jeder Ge⸗ Lord J. Russell aus⸗ and der Whigs werde

Uebrigens bemerkte durchgesetzt werden.

y Herbert dagegen atte auf den Antrag des Herrn

haus saß nur kurze Zeit und verhandelte nichts von Die Bill für öffentliche Bauten in Irland er⸗

London, 10. Febr. ralen Mitglieder des sehr zahlreiche Vers Debatten üb

Am letzten Sonnabend hielten die libe⸗ Unterhauses in Lord J. Russell's Wohnung eine Versammlung, um sich über das ihrerseits bei den er Sir R. Peel's Vorschläge zu befolgende Verfah Lord J. Russell hob hervor, zung bewährt hat, daß nämlich ein etw zügliche Aufhebung der leicht ernstlich gefährden die Schutzmänner, blos um in den Weg zu legen, für das Amendemer vereinigten Majorität durchgesetzt,

was er in der gestrigen Siz⸗ aiges Amendement für unver⸗ Korngesetze die ministerielle Maßregel sehr sei nämlich wahrscheinlich, Peel Schwierigkeiten it stimmen würden; der Frei⸗ Schutzmänner Sir R. Peel bestimmen, seinen ganzen Plan fallen zu lassen. Sämmtliche Anwesende waren darüber einverstanden, daß die liberale Partei alle Kräfte aufbieten müsse, um denjenigen Maßregel, welcher die Kornfrage betrifft, zu bringen, weil es unter den jetzigen Un zügliche Aufhebung der Korngesetze der Aufhebung ziehen wäre, dennoch verkehrt sein würde, wenn man sofortige Aufhebung es riekiren wollte, die Annahme von aßregeln entweder weit hinauszuschieben oder den Minister zur Der Sun bemerkt: von größter Wichtigkeit hr befriedigend. 1 alen würde auch eben so unpassend als ge⸗ n. Die ganze Macht der liberalen Partei muß Sir Rob. Peel in seiner jetzigen kritischen Lage unterstützen sache im Gesicht beh Nebensachen ihren Feinden in die Hände arbeiten. mehr zugestanden, als je erwartet wurde; müthige Unterstützung der Liberalen des ganz jedes Unterhaus⸗Mitgliedes, welches die en gesetze beseitigt wissen will. deshalb verwirft, weil sie erst nach: als Feind der guten Sache

Der Marquis von Abercorn hat kammerherrnstelle beim Prinzen Alb

Lord Lincoln, Sohn des Herz Stelle von Sir T. Fremantle zum

gen Theil von Peel's möglichst schnell zur Annahme obgleich eine unver⸗ im J. 1849 vorzu⸗ durch ein Amende⸗

lanes zu nöthigen. beralen Partei ist

g des ganzen P „Diese Einmüthigkeit der li und für alle Freunde des freien Handels se dere Verfahren der Liber

fährlich sein.

Jedes an⸗

; sie muß die Haupt⸗ alten und darf nicht durch Veruneinigun Der Minister hat er verdient daher die ein⸗ en Landes und die Stimme tsetzliche Bürde der Korn⸗ s diese Aufhebung ch 3 Jahren vollständig eintritt, muß angesehen werden.“ dem Vernehmen nach, die Ober⸗ recht angenommen.

von Neweastle, ist an die taats⸗Secretair für Irland Derselbe hat in Folge dessen an seine Wähler ein seine Uebereinstimmung mit den vorge⸗ g erklärt und anheimstellt, ob sie ihm at ebenfalls seinen aßregeln stimme und ihnen n schenken wollen. Bei scher Resignationen ßte Thätigkeit, um Zu Chichester wird wahr⸗ kampf den Sieg davontragen und Die Agrikultur⸗Partei von Dorset⸗ ren Ansichten jetzt attsindenden Versammlungen inen Wahlen harten Kampf olcher Schutzgesellschaften, deren zog Northumberland soll 1b's Maßregeln beizutreten, obgleich die Land⸗Aristokratie in sthalten will.

Jedes Mitglied, welche

ernannt worden.

Schreiben erlassen, schlagenen Reformen der Reg ferner ihre Stimme geben wollen. Wählern erklärt, daß er für die Regierungs⸗M somit überlassen, ob sie ferner ihm ihr Vertraue den mannigfachen neuen Wahlen, die in Folge solch nöthig werden, entwickelt die Schutzpartei die grö ihren Kandidaten den Sieg zu verschaffen. d scheinlich Herzog Richmond ohne Kamp sein Schützling gewählt werden. shire scheint nicht gesonnen, Lor huldigt, wieder zu wählen, und die täglich st der Schutzvereine lassen bei etwaigen erwarten. Es bestehen jetzt 129 s Kräfte nicht gering anzuschlagen sind indessen entschlossen sein, eben so der Graf von Londsdale, Masse die Getraidegesetze fe gestern eingegangene westindische Post hat aus Mexiko Nach⸗ erbracht, denen zufolge General Paredes am 1 zu San Luis Potosi sich pronunziirt hat und am 21. die Hauptstadt marschirt ist, um dort die Am L“gsten desselben st

Lord Jocelynh

d Ashley, der freie

allgemeinen

Sir R. Peel's

richten üb 5. Dezember Dezember auf bestehende Regierung zu and der General in der Nähe von General Bustamente rüstete die Vertheidigung. 1

X London, 10. Febr. Debatte gehen, welche gestern Alle die namenlosen und unbek tei, Männer von wenig Einsicht und einander, um die Seele Sir Robert's Richard. Auf der Ministerbank rührte sich Niemand Lord John Russell auf, in hochherziger Seine Rede war gemäßigt und würdevoll dige Versicherung, daß von Seiten der W um die Maßregel zu vereiteln. men und möglichst beschleunigt werden. im Oberhause und n Merkwürdigerweise b and; Jederman be wiß, um irgend eine Be Peel's Majorität Einige veranschlag

Nichts kann über die Armseligkeit der Abend im Unterhause wieder begann. annten Zänker und Plänkler der wenig Ruf, erhoben sich nach zu quälen, wie die Geister im „und endlich stand Absicht jenen zu antworten. ; sie enthielt die vollstän⸗ Whigs nichts geschehen werde, Die Kornbill wird zuerst vorgenom⸗ Nach drei Wochen dürfte sie och vor Ostern vollständig durchgebracht sein. herrscht wenig Aufregung in Bezug auf diesen trachtet den Ersolg des Planes als zu ge⸗ sorgniß oder Agitation aufkommen zu lassen. im Unterhause wird auf mehr als 100 geschätzt; en sie auf 130. -

Herr Gladstone, der Kolonial⸗Secretair, ohne Sitz im Parlamente ist, wird st H. Donglas für Liverpool stellen.

welcher gegenwärtig sich nach dem Rücktritt von Sir Seine Wahl ist indeß zweifelhaft,

siellen, daß nämlich das Comité die Vorschläge über

da Wählerschaften, wie Liverpool, selten gern einen Mann aus ihrer

8 giix ias ͤZZ144*“

Mitte ins Parlament schicken und Herrn Gladstone's Vater überdies einer von jenen Spartanern ist, welche bereit sind, ihre Söhne dem alten Glauben an das Schutzsystem zu opfern. Nichts ist in der der That spaßhafter, als die lauten Klagen dieser alten Helden, wie der Herzog von Newcastle, Lord Shaftesbury und Lord Roden über die Entartung ihrer eigenen Sprößlinge zu hören, welche Letztere im Kabinet bleiben und von ihren Vätern aus ihren Parlaments⸗ Sitzen getrieben werden.

In dem Haushalt der Königin haben seit Sir R. Peel's An⸗ kündigung seiner Maßregeln einige Resignationen stattgefunden; meh⸗ rere werden noch erwartet. Die erlauchteste Person im Königreiche geruhte, ihren Begleitern anzukündigen, daß sie ohne Zweifel voll⸗

kommene Freiheit hätten, abzudanken, daß sie aber in diesem Falle

sich auf den gänzlichen Verlust Ihrer Gunst gefaßt machen müßten, da Sie es niemals gestatten würde, daß Ihr Haushalt Ihre Regie⸗ rung beunruhige.

In der amerikanischen Negociation sind weiter keine Fortschritte gemacht worden, und man wird auch wohl nicht eher vorwärts kom⸗ men, als bis die Vereinigten Staaten, wenn der Vorschlag zum Schiedsspruch verneuert und verworfen worden ist, einem neuen Aner⸗ bieten die Thür öffnen. Indeß steht der Beschluß, welchen man in Mexiko gefaßt hat, in genauem Zusammenhange mit der Politik Englands und der Vereinigten Staaten, und derselbe wird sehr wahr⸗ scheinlich zu entscheidenden Beziehungen zwischen Mexiko, England und Frankreich führen. Paredes hält man für einen kühnen und ehren⸗ haften Mann, und wenn er glücklich ist, so wird er leicht in vortheil⸗ hafte Beziehungen mit den europäischen Mächten treten. Die Ver⸗ einigten Staaten werden finden, daß sie nicht ungestraft Mexiko fortnehmen können; mögen sie, wenn es ihnen so gefällt, einen Krieg zur Eroberung des Landes beginnen, aber ein Krieg der Vorwände und Auswanderer, durch welchen das Bestehen der Nation und die Unabhängigkeit ihrer Macht allmälig vernichtet wird, soll nicht länger geduldet werden. Hier in Europa hat man kürzlich in Madrid, London und Paris die Möglichkeit der Erhebung eines Sohnes des Infanten Don Francisco auf den Thron von Mexico vielfach erörtert, und die Schwierigkeit, dies zu bewerkstelligen, war der einzige Einwurf dagegen, den ich gehört habe. Paredes scheint dazu die Mittel zu bieten, welche bisher fehlten, wenn er nur ehrenhaft und geneigt ist, sie auch wirklich anzuwenden. .“

BHelgien. bo „Brissel, 11. Febr. Ein Königl. Beschluß vom 9ten d. ver fügt, daß die besondere Bestimmung, Lit. g, des dem Königl. Be schlusse vom 13. Oktober 1814 beigefügten Tarifs, die gewebte Baumwollenwaaren französischen Ursprunges betreffend, provisorisch seine Wirkung noch behalten, diese Gewebe also von der unterm 12. Se 1845 beschlossenen Zoll⸗Erhöhung auch ferner befreit sein ollen.

Die Repräsentanten⸗Kammer hat vorgestern die Diskussion des Gesetz⸗Entwurfs, welcher dem Kriegs⸗Departement einen besonderen Kredit von 453,000 Fr. für die Ausführung von Militair⸗Arbeiten eröfsnet, begonnen und gestern noch fortgesetzt. Die Arbeiten bestehen in Schleifung der Festungswerke von Hasselt, in Vollendung der Festungswerke und im Wiederaufbau der Brücken von Audenaerde. endlich in Vertheidigungswerken zu Aerschot.

Gestern legte der Minister der auswärtigen Angelegenheiten der Repräsentanten⸗Kammer den Gesetz⸗Entwurf zur Ausführung der mit Frankreich abgeschlossenen neuen Handels⸗Uebereinkunft vor und der Finanz⸗Minister einen Gesetz⸗Entwurf, durch welchen das Zucke⸗ Gesetz vom 4. April 1843 abgeändert werden soll.

Die Unterhandlungen mit Holland schreiten rasch vorwärts, so vgt man hofft, in kurzem cinen neuen Handelsvertrag abschließen zu önnen.

Die Klasse der Wissenschaften der Königl. belgischen Akademie versammelte sich vorgestern und wählte 12 auswärtige Mitglieder: in Frankreich die Herren Mignet, Guizot und Arthur Dinaux; in Deutschland die Herren Warnkönig und Ranke; in England die Herren Hallam und Ellis; in Holland Herrn van Limburg; in Dänemark Herrn Rafen; in Italien Herrn Gioberti; in Spanien Don Miguel Salva und Don Ramon de la Sagra. v“

Schweden und norwegen.

Stockholm, 23. Jan. Se Maäjestät der König hat die Ni

1 9 2⁴ * 8 L 22 desahag öö welche baldmöglichst Vorschläge ur Abfassung eines neuen Militair⸗Gesetzes sür den Land⸗ Etat ausarbeiten und vorlegen soll. 8

* Schweiz.

Kanton Luzern. Am 9. Februar versammelt sich der Große Rath. Wie man sagt, trägt der Regierungs⸗Rath darauf an auf die Anerbietungen der am Aufruhr Betheiligten nicht einzugehen den⸗ jenigen aber, die redlichen Willen für Abtragung ihrer Schuld an den Tag gelegt haben, die Aussicht auf Amnestie zu eröffnen, die übrigen jedoch dem Richter zu überweisen.

8 Kanton Bern. Die zwei Haupt⸗Anträge des diplomatischen Departements lauten: 1) auf sofortige Niedersetzung eines direkt vom Volke zu erwählenden Verfassungs. Rathes und 2) auf sofortige Ab⸗ dankung und Abtretung des Großen und Regierungs⸗Rathes und neue Wahl dieser zwei Behörden. Regierungs⸗Rath und Sechzehner sind auf den 11. Febr. zur Vorberathung dieser Anträge einberufen.

Endlich ist eine ofsizielle Tabelle der Abstimmung in den Urver⸗ sammlungen erschienen. Das Stimmen⸗Verhältniß in den bisher unvollständigen Bezirken ist jetzt folgendes: Courtelary 646 ja und 463 nein; Delsberg 208 ja und 862 nein; Laufen 199 ja und 382 nein; Freibergen 1004 ja und 244 nein; Pruntrut 843 ja und 2003 nein; Saanen 205 ja und 248 nein. Es ergeben sich folglich Bejahende 11,533, Verneinende 26,320, Ungültige 477; Summe der Stim⸗ menden 38,330. Die Berner Zeitung berechnet, daß die Zahl der stimmfähigen Bürger sich auf etwa 50,900 belaufe und nicht auf 70 80,000, wie konservative Blätter vorgeben, indem hier die Stimmfähigkeit erst mit dem 23sten Altersjahre erlangt wird, ferner die Bürger, die außerhalb ihrer Gemeinde wohnen, einen Census aufweisen müssen u. s. w.

Portugal.

Par Lissabon, 29. Jan. Folgendes ist der Adreß⸗Entwurf der Pairs⸗Kammer, wie er durch den Vice⸗Präsidenten derselben vorge⸗ stern verlesen worden ist:

„Senhora! Die Pairs⸗Kammer hat in tiefer Ehrfu ie seierli Rede gehört, welche Ew. Majestat in der Königl. Ersfbefangt. * allgemeinen Cortes der Monarchie an sie zu richten geruht haben. Das große Vergnügen, das Ew. Majestät empfindet und zu erkennen zu eden geruht hat, von neuem in den Cortes die Vertreter der Nation zu sehen, ersüllt diese Kammer mit Freude und dankbarer Anerkennung. Die Kammer wünscht sich mit Ew. Majestät Glück dazu, daß seit der ten Session kein ernstes Ereigniß sich zugetragen hat, wodurch der Friede die offentliche Ordnung gestoͤrt und unterbrochen worden wären ohne welche weder die gesetzliche Freiheit und Gerechtigkeit sich aufrecht balten noch der Kredit und Wohlstand der Nation voranschreiten können. Die Kammer weiß in vollem Maße den Eifer zu schätzen, mit welchem Ew. Marstat un-