1846 / 57 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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Verkehr hat seinen ungestörten Fortgang gehabt. Einzelne Verhaf⸗ tungen haben seit jenem Tage noch stattgehabt, und namentlich sind mehrere außerhalb unserer Stadt gefänglich eingezogene Personen hier eingebracht worden. Die Gefangenen waren anfangs größten⸗ theils im hiesigen Militair⸗Lazareth untergebracht, seit einigen Tagen hat man jedoch einen Theil derselben nach der Festung translocirt. Ob alle zur Arretirung designirte Personen bereits wirklich zur Haft gebracht sind, ist uns nicht bekannt geworden, und eben so sind wir außer Stande, über die Zahl der Verhafteten eine bestimmte Auskunft zu geben. Einzelne Individuen sollen sich, wie es heißt, der Verhaftung durch die Flucht entzogen haben. Nach den im Pu⸗ blikum allgemein verbreiteten Gerüchten war es in der That auf eine nationale Revolution abgesehen, und die Verschworenen hatten die Ab⸗ sicht, der Stadt und Festung Posen durch einen Handstreich sich zu bemächtigen. Der gefänglich eingezogene, ehemalige Militair und Emissair von Miroslawski wird von der öffentlichen Meinung als der von der Propaganda designirte Anführer der projektirten all⸗ gemeinen Schilderhebung bezeichnet, doch hält man jetzt alle Gefahr durch die rechtzeitigen kräftigen Maßregeln der Behörden, welche alle Fäden der Conspiration nunmehr in Händen zu haben schei⸗ nen, für beseitigt. Auswärtige Blätter haben in den letz⸗ ten Tagen schon manche schiefe oder übertriebene Berichte von den hiesigen Vorfällen gebracht, die sich lediglich auf Vorsichts⸗ Maßregeln beschränkten, und die schon aus dem Grunde nicht die Aus⸗ dehnung haben konnten, welche man ihnen hin und wieder beizulegen bemüht ist, weil der beabsichtigte Aufstand noch nicht wirklich zum Ausbruch gekommen war. Daß die Behörde sich der Kriegskasse der Verbundenen, deren Inhalt zwischen 40 und 60,000 Rthlrn. angege⸗ ben wird, so wie einzelner Waffendepots, bemächtigt habe, gilt im Publikum allgemein als unbezweifelte Thatsache. Nach den von den verschiedensten Punkten der Provinz hier eingegangenen Nachrichten war überall die Besorgniß vor einem feindlichen Ueberfall sehr groß, was uns nicht Wunder nehmen darf, wenn wir bedenken, daß man nur unbestimmte und unzuverlässige Nachrichten über die Vorfälle in Posen hatte und, dem Gerüchte zufolge, der Aufruhr bereits wirklich ausgebrochen war. Inzwischen hat auf keinem Punkte der Provinz eine wirkliche Ruhestörung stattgehabt, und für die Zukunft ist eine solche um so weniger zu besorgen, als ein großer Theil der kleineren Städte eine militairische Besatzung bereits erhalten hat oder doch demnächst erhalten wird.“ 82

Deutsche Bundesstaaten. 1X

Königreich Bayern. Der Münchener politischen Zeitung zufolge, beabsichtigten Ihre Königl. Hoheiten der Kron⸗ prinz und die Kronprinzessin am 26. Februar nach Berlin zu einem längeren Besuch am Königl. preußischen Hofe abzureisen. 8 Königreich Hannover. Die am 16. Februar in Aurich zu einer Berathung über die Verfassungs⸗Urkunde für die ostfriesische Landschaft zusammengetretenen Landstände des Fürstenthums Ostfries⸗ land und des Harlinger Landes (vergl. Nr. 36 und 39 der Allg. Pr. Ztg.) haben am 23sten d. M. ihre Sitzungen geschlossen und sich wegen jener Verfassung mit der Regierung vollständig geeinigt.

Herzogthum Holstein. Am 1. März wird das Dampf⸗ schiff „Christian VIII.“ seine regelmäßigen Fahrten zwischen Kiel und Kopenhagen wieder beginnen. Die Maschinen⸗Fabrik von Schweffel und Howaldt zu Kiel hat die Lieferung eines Theils der Wagen, welche für die Berlin⸗Hamburger Eisenbahn erforderlich sein werden, übernommen. Die Wagen auf der Kiel⸗Altonaer Bahn sind großen⸗ theils aus derselben Fabrik. Man hat berechnet, daß die letztge⸗ nannte Bahn für das verflossene Jahr 1845, nach Abzug der Be⸗

rriebs⸗ und Verwaltungskosten, eine Dividende von beinahe 5 Prozent

abwerfen werde. Frreie Stadt Krahau.

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Krakau, 18. Febr. (Oesterr. B.) Im Verlauf der letzten Wcoche hatten sich hier die unzweideutigsten Spuren des nahe bevor⸗ stehenden Ausbruchs einer Verschwörung im kommunistischen Sinne

ezeigt. Der Senat und die ruhigen und wohlhabenden Bürger sahen sich an Leben und Eigenthum gleichmäßig bedroht, und da es ihnen an den erforderlichen Mitteln zur Abwehr fehlte, so hat die Stadt den Beistand der Schutzmächte angerufen. In Folge dessen ist heute die zur Erhaltung der Ruhe in der Freistadt und zum Schutze des Eigenthums ihrer Bewohner benöthigte Hülfe, aus einem Ba⸗

taillon des Kaiserlichen Infanterie⸗Regiments Graf Nugent, ein und einer halben Schwadron Kavallerie und einer halben Batterie Feld⸗ geschütz bestehend, aus Podgorze hier eingerückt. Die öffentliche Ruhe

ist bisher nicht gestört worden.

Der Oesterreichische Beobachter vom 22. Februar mel⸗ det ferner folgendes Nähere über die Vorgänge auf dem Gebiet der freien Stadt Krakau: „Bereits seit einiger Zeit bemerkte man zu Krakau eine dumpfe Bewegung unter den bekannten Anhängern der revolutionairen Partei, unter den jungen Leuten, selbst von höherem Stande, und einer großen Zahl von Individuen aus der niedrigeren Volksklasse. Diese Bewegung nahm von Tag zu Tag an Stärke zu; Niemand zweifelte mehr, daß irgend ein Schlag in Krakau vorberei⸗ tet werde, welcher den Revolutionairs in den angränzenden Provin⸗ zen als Signal dienen sollte, deren Zusammenhang mit den Revolutionsmännern in Krakau aus den Aussagen, die man bereits in Galizien und im Großherzogthum Posen gesam⸗ melt hatte, sonnenklar hervorging. Die rechtlichen Leute, dieje⸗ nigen, die einiges Vermögen in Krakau besaßen, wagten es kaum mehr, sich zu zeigen, aus Furcht, daß gegen sie die ersten Attentate verübt werden würden. Selbst die Behörden und die Angestellten wurden durch die Drohungen eingeschüchtert, welche von Individuen, die durch ihre revolutionairen Gesinnungen bekannt waren, öffentlich ausgestoßen und direkt an sie gerichtet wurden, daß gegen sie die Rache des Volks sich kehren würde, wenn sie es wagen sollten, Widerstand zu leisten oder zu Maßregeln zur Verhinderung der vorbereiteten Bewegung die Hand zu bieten. Dieser Zustand der Dinge verbreitete einen pani⸗ schen Schrecken in der ganzen Stadt und lähmte sogar die Thätig⸗ keit der Regierung von Krakau, welche sich über die Unzulänglichkeit ihrer Mittel zur Unterdrückung des Komplottes nicht täuschen konnte. Die Residenten der Schutzmächte zu Krakau erhielten unlängst die bestimmte Anzeige, daß zwei Häupter der polnischen revolutionairen Partei in Krakau versteckt seien, um sich an die Spitze der Bewe⸗

ung zu stellen, welche zwischen dem 20. Februar und den letzten agen des Karnevals ausbrechen sollte; daß alle jungen Leute in Krakan, selbst diejenigen, die den vornehmsten Familien angehören, Aufforderung erhalten hatten, sich bereit zu halten, um auf das erste Signal sich den Häuptern der Revolution, welche hervortreten wür⸗ den, anzuschließen, während man zu gleicher Zeit diejenigen, welche diesem Aufruf keine Folge leisten würden, mit Schmach, und diejeni⸗ gen, dies es wagen sollten, den Behörden Nachricht hiervon zu ge⸗ ben, mit dem Tode bedrohte. So bestimmte und in so hohem Grade beunruhigende Daten gestatteten den Residenten der Schutzmächte nicht länger, ruhige Zuschauer dessen, was unter ihren Augen vor⸗ ing und sich für eine sehr nahe Zukunft vorbereitete, zu bleiben.

ie wandien sich demnach an den Senat von Krakau mit

nhen h h zn. ts. Hhe

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der Anfrage, ob er seine eigenen Kräfte für zureichend halte, um der revolutionairen Bewegung, die sich imminent zeigte, zu begegnen, die öffentliche Sicherheit und die gesetzliche Ord⸗ nung aufrecht zu erhalten und das Eigenthum und das Leben der Bewohner Krakau's zu schützen. Auf die Erklärung des Senats, daß er hierzu die Mittel nicht besitze und demzufolge es den Schutz⸗ mächten überlassen müsse, diejenigen Maßregeln, die ihnen hierzu am zweckdienlichsten scheinen dürften, zu ergreifen, forderten die Repräsen⸗ tanten der drei Schutzmächte den kommandirenden General der K. K. Trup⸗ pen zu Podgorze, gegenüber von Krakau, als dem zunächstgelegenen Posten, zuvörderst auf, sich in Bereitschaft zu halten und dann mit einer hin⸗ länglichen Truppenmacht, um für jeden Fall bei der Hand zu sein, in die Stadt einzurücken, da der Eisgang der. Weichsel jede Verbin⸗ dung zwischen beiden Ufern für mehrere Tage zu unterbrechen drohte. Demzufolge sind am 18. Februar ein Bataillon des K. K. Infante⸗ rie⸗Regiments Graf Nugent, ein und eine halbe Schwadron Kaval⸗ lerie und eine halbe Batterie Feldgeschütz in Krakau eingerückt und haben daselbst die Haupt⸗Wachtposten besetzt. Eine Deputation des Senats und der Bürgerschaft von Krakau verfügte sich unmittelbar darauf zu dem kommandirenden General der K. K. Truppen, um demselben den tiefgefühlten Dank des Senats und der Bürgerschaft für die in einem so drangvollen Augenblicke geleistete Hülfe zu er⸗

4 1 8 kennen zu geben. h1

her F r an k r e i ch. 11““

Pharis, 20. Febr. Die Pairs⸗Kammer hat gestern endlich die

Hauptfrage in Betreff des Eigenthumsrechts an Muster für industrielle Arbeiten, mit der sie sich in vier Sitzungen beschäftigte, im Sinne des Regierungsvorschlages entschieden und die von der Kommission beantragte Fassung des vierten Artikels über die Dauer jenes Rechts mit großer Majorität verworfen. Es bleibt nun dabei, daß diese Dauer, nach der Gattung der Muster, eine verschiedene sein soll, von 2, 5, 10 bis 15 Jahren, und daß die Klassifizirung der Muster zu diesem Zweck durch eine administrative Verfügung vorzunehmen ist. Was aber die Frage in Betreff der ins Gebiet der Kunst fallen⸗ den Muster betrifft, so wurde sie, vermittelst einstimmiger An⸗ nahme eines Amendements des Grafen d'Argout, welches dem vierten Artikel als Zusatz angehängt ist, zu Gunsten der Künstler entschieden, indem für diese Muster die Vorschriften des Ge⸗ setzes vom 19. Juli 1793, d. h. gleiche Rechte wie für literarische und artistische Werke, angenommen wurden. Die anderen Bestim⸗ mungen des Gesetz⸗Entwurfs fanden eine schnellere Erledigung. Die Artikel 5 bis 12, welche die verschiedenen Arten des Verfahrens für Sicherung des Eigenthumsrechts betreffen, wurden ohne Debatten genehmigt, Artikel 13 aber, wonach in streitigen Fällen keine gericht⸗ liche Klage sollte anhängig gemacht werden können, bevor nicht die Sache dem Kollegium der Sachverständigen vorgelegt worden, und Artikel 14, der das Handelsgericht ermächtigen sollte, den Rath die⸗ ses Kollegiums einzuholen, ohne daran gebunden zu sein, wurden ver⸗ worfen. Man hofft heute mit diesem Gesetz⸗Entwurf zu Ende zu gelangen.

Im Semaphore de Marseille vom 16;ten d. liest man: „Wir haben durch den „Charlemagne“, welcher Oran am 10ten ver⸗ ließ, unsere Briefe von dort bis zu diesem Datum erhalten. Es wird indeß aus dieser Provinz nichts von Erheblichkeit gemeldet. Am 9ten war ein Zug, nur von einer schwachen Bedeckung begleitet, nach Maskara abgegangen. Alles war ruhig.“ Ein Privatschreiben aus Algier vom 10ten, im Courrier de Marseille, enthält Nach⸗ stehendes: „Die Nachrichten lauten heute weit beruhigender; dennoch erregt die Ausschreibung von Pferden und Mauleseln, so wie das Vorhaben, zwei Bataillone der Miliz mobil zu machen, noch immer eine gewisse Besorgniß. Die zur Kugelstrafe Verurtheilten sind be⸗ waffnet und in Bataillone geordnet; sie verlangen dringend, gegen den Feind zu ziehen. Es ist dies nicht das erstemal, daß diese Maß⸗ regel getroffen worden, und man erinnert sich noch der Erfolge, welche der Oberst Marengo mit dieser Klasse Leute errang. Mor⸗ gen wird ein großer Zug abgehen, um den im Osten beschäftigten

ruppen Lebensmitteln zu bringen; es heißt, daß derselbe von den Sträflingen werde begleitet werden. Im Jahre 1840 geleiteten 800 bewaffnete Sträflinge 200,000 Rationen nach Blidah, und auf dem Rückmarsche schützten sie die Züge, welche 1200 Verwundete und Kranke von Blidah in die Spitäler von Algier brachten.“ Das Journal des Débats erklärt, es habe keine Nachricht aus Algier erhalten, welche die Angabe bestätige, Abd el Kader sei ganz in der Nähe und, so zu sagen, vor den Thoren Algiers erschienen. Der Rath, welchen die algierische Presse den Einwohnern ertheilte, sich nicht nach Fonduk hin zu wagen, möge zu diesem Gerücht Anlaß gegeben haben. Dem General Cavaignac soll es gelungen sein, sich der Daira des Emirs zu bemächtigen.

Es wird von der Revue des deux Mondes nicht für un⸗ möglich gehalten, daß die vom General Paredes in Mexiko bewirkte Revolution dem lange gehegten Plane, jener Republik eine monar⸗ chische Staatsform unter einem europäischen Prinzen zu geben, be⸗ dentenden Vorschub leiste. Die hohe Geistlichkeit und die reichen Grundbesitzer dächten mehr als je an die Erfüllung einer solchen Um⸗ wälzung, die auch dem Vorhaben des Usurpators nicht entfernt zu liegen scheine. Europa, meint das französische Journal, könnte sich zu einem solchen Versuche nur Glück wünschen, denn Mexiko würde dadurch der Anarchie und Nord⸗Amerika entrissen. Die Revue scheint die Erhebung eines spanischen Prinzen auf den mexikanischen Thron in solchem Fall für das Wahrscheinlichste zu halten, denn, meint sie, die Wiederherstellung eines Landes mit einem Beherrscher aus seinem alten Mutterstaate unterläge keiner diplomatischen Eifer⸗ süchtelei und wäre für diesen eine günstige Gelegenheit, sich eines der zahlreichen Freier zu entledigen, welche um die Königin Isabella sich bewerben.

Herr Cousin war vom Unterrichts⸗Minister zum Präsidenten der Kommission ernannt worden, welche mit Prüfung und Genehmigung oder Verwerfung der dem Universitäts⸗Rath zur Begutachtung vor⸗ zulegenden Schulbücher beauftragt ist, hat diese Ernennung aber ab⸗

elehnt. 8 Die Königin von Spanien hat dem Minister des öffentlichen Unterrichts, Grafen Salvandy, der bekanntlich kurze Zeit französischer Botschafter zu Madrid war, das Großkreuz des Ordens Karl's III.

verliehen.

Capitain Bertrand erklärt wiederholentlich, daß er gegen die Memoiren des General Montholon protestiren müsse, weil der allge⸗ meine Geist in dessen Erzählung in Bezug auf das seinen Vater Be⸗ treffende unrichtig sei und ihn habe verletzen müssen. Wie ungenau Montholon's Darstellung sei, erhelle daraus, daß er von Geschenken an seine Kinder spreche, während seine Frau und Kinder schon ein Jahr früher St. Helena verlassen hätten. Hieraus möge man erse⸗ hen, mit welcher Leichtfertigkeit der General die Ereignisse von St.

Helena darstelle. ʒ Der Bischof von Texas, Odin, befindet sich jetzt hier. Er be⸗

absichtigt, eine bedeutende Anzahl von Geistlichen mit nach Texas zu

nehmen, wo die Bevölkerung in raschem Steigen ist. Abbé Contrafatto lebt seit seiner Begnadigung auf Sicilien, in der Nähe der Stadt Catania, er soll eine kleine Pension vom Könige

von Neapel beziehen. Der Univers meldet, daß Herr Ch. Ledru

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ihn ersucht habe, zu erklären, daß das Schreiben, welches er Abbé Contrafatto gerichtet, nicht zur Veröffentlichung bestimmtn sen sei. Er habe damit blos den Zweck gehabt, dem Abbé e wissenhaftes Zeugniß zu geben, dessen derselbe sich seinem 9 gegenüber bedienen könne. Herr Dubrac, Konsulats⸗Agent zu Haiti, ist zu Pari kommen. 8 1 Am 15ten d. hat ein trauriger Unfall auf der Eisenbah Orleans stattgehabt. Der Dienst⸗Inspektor, Graf Lamorthon noch junger Mann, befand sich auf der Maschine eines zu Etampes ankam. Die Bewegung dieser Maschine war sehr! sam, der Graf glaubte ohne Gefahr von derselben herabsprin zu können, seine Füße glitten aber auf dem Boden aus, er fal wärts unter den Zug und wurde getödtet. 8 Die Notirung der Rente hat heute wieder etwas ange die 5proz. Rente ist um 15, die Zproz. um 20 Centimes gefienn man hatte sich in Bezug auf den Stand der Dinge in Algenn was mehr beruhigt; noch sind die aus Afrika angelangten ff Nachrichten nicht veröffentlicht worden; Eisenbahn⸗Actien se daln baar etwas im Preise gewichen; auf Zeit waren sie besse necn

. Paris, 20. Febr. Die Pairs⸗Kammer sollte i in heutigen Sitzung die gestern nach Verwerfung des Artikels 11 31 brochene Debatte über den Gesetz⸗Entwurf, betreffend die Na und Dessins der Fabriken, fortsetzen. Aber am Anfange der Eis verlangte Graf Tascher, Berichterstatter des Petitions⸗Em⸗ das Wort, um Bemerkungen vorzutragen über das Petitionsntt⸗ Allgemeinen.

In einer der früheren Sitzungen habe die Kammer durch die wag gige Frage eine Petition beseitigen zu müssen geglaubt, welche von 8. des Comite's reiflich geprüft war. Einer solchen Entscheidung nun k jetzt das Comité die Autorität als Präcedenz benehmen. Bei da!d kussion einer unangemessenen Thatsache sei die vorgängige Frage alns zulässig, aber bei Petitionen sei sie eine Ungerechtigkeit. Das Peiie

recht sei heilig, und die Kommission erblicke in der damals gefaßta

scheidung einen Angriff auf dasselbe. Wenn man nach Knschenane e das gate

und Schlußantrage die vorgängige Frage annehme, so hie viel, als dem Comité sagen, es habe Unrecht, einen Bericht jun Das sei ein unlogisches Verfahren. Graf Argout beklagt diese zug gegen die er protestirt. Der Bericht habe mit langen Details dirsag des Herrn Sapinaud mitgetheilt. Die Kammer habe die vorläsgh annehmen zu sollen geglaubt, und jetzt verlange der Bentäen des Comité's, die Kammer solle ihren Ausspruch widerrufen’ 1 erkennen, daß sie das Petitionsrecht verletzt habe. Das set wahrhaft befremdender Antrag. Allerdings sei das Petitionsrecht h wenn die Bittsteller Mißbräuche mittheilten, müsse man sie aufmerksan ren. Aber hier handle es sich um eine Petition, welche die Verletungg Grundvertrags vom Juli verlange. Wenn man diesem so heiligen R eine solche Ausdehnung gäbe, würden die Kammern tagtäglich mit insng sen Verlangen, mit aufrührerischen Forderungen überschwemmt werden. Kammer habe durch die vorgängige Frage dem Comité einen Wint ben, daß es sich nicht mit einer solchen Petition hätte befassen sollen. d- Unterbrechung und Aufregung.) Der Präsident: Das sei eine imne nehme Erörterung, und um derselben ein Ende zu machen, genüge en Artikel des Reglements zu citiren, wodurch jede Protestation gegn von der Kammer gefaßte Entscheidung absolut untersagt sei. (Beisall Sitzung dauert noch fort.

In der Deputirten⸗Kammer wurde heute zuerst üha Gesetz, die für Vollendung verschiedener Kanäle verlangten Ku betreffend, abgestimmt und dasselbe bei 238 Abstimmenden mit! gegen 42 Stimmen angenommen. Herr St. Mare Girardin, d eines seiner Kinder gestorben, verlangt und erhält einen Arlaub. H9 von Lasteyrie legt eine mit zahlreichen Unterschriften von Handel leuten versehene Petition, in Betreff der Erhebung der Palage 8 den Rübenzucker, vor, Herr Duprat den Kommissions⸗Bericht ün den Gesetz⸗Entwurf in Betreff der geheimen Fonds. Er naͤgt Bewilligung an. Die Kammer bestimmt nächsten Mittwoch zurd handlung darüber. Herr Obilon Varrot kündet an, daß ug gen den Antrag auf Wiedervornahme des Gesetz⸗Entwurfs int Secundair⸗Unterricht stellen werde. (Zeichen des Erstaunem habe sich darüber mit Herrn Thiers, dem früheren Berichtam verständigt. Herr Couture erstattet Bericht über die Wa Herrn Pons zu Espalion. Die Kommission beantragt Güllzch rung der Wahl auf den Grund der Richtigkeit aller Aktenstücke

Herr O. Barrot: Die erste Wahl von Espalion sei umge worden, weil das Skrutinium nicht die durch das Gesetz vorgeschme Zeit offen geblieben; bei der zweiten Wahl seien die Stimmzettel nit dem nämlichen Tage eröffnet worden. Es liege also abermals oc Verletzung vor. Er beantragt daher Umstoßung der Wahl. Der Mins des Innern: Das Gesetz sage, das Skrutinium müsse wenigstenz Stunden offen bleiben und dürfe nicht vor 3 Uhr Nachmittags gesche werden. Bei der ersten Wahl sei die zweite Bedingung nicht erfüll, Wahl daher von der Kammer umgestoßen worden, weil vielleicht ein Wat abgehalten worden sein konnte, seine Stimme abzugeben. Dirsmal a sei das Skrutinium über die gesetzmäßige Zeit offen gewesen. das hat Niemandes Rechte beeinträchtigt. Die Lage sei also jetzt durchand nrich den gegen früher, und es liege wohl kein Grund vor zu Nichtigenhlim der Wahl. (Zustimmung.) Herr Manuel besteht auf Umstoßung d ben. Das Gesetz sage, das Skrutinium solle um 3 Uhr geschlossen dag das allein reiche hin für die Umstoßung. Herr Couture verlies dit testation des Herrn Delpers unter allgemeinem Lärmen und vielen brechungen. Der Berichterstatter bekämpft die Behauptungen di⸗ Delpers.

Die Kammer erklärt endlich die Wahl für regelmäßig, . lassung des Herrn Pons wird aber auf Antrag der Konm vertagt.

Der Prozeß gegen die Wechselmäkler und Wechsel⸗Agene⸗ gen Promessenhandels ist heute mit Verkündung der Ven 7 der Haupt⸗Angeklagten entschieden worden. Die Strafen,“ verurtheilt sind, sind sehr bedeutend, namentlich in Geld. au

Aus Tunis vom ten erhalten wir eine erfreuliche Ke Der Bey hat ein Edikt erlassen, kraft dessen alle Schwarze⸗ ganzen Regentschaft für frei erklärt sind; jeder ausländische 2. sobald er den tunesischen Boden betritt, gelangt dadurch in a⸗ seiner Freiheit; überhaupt wird die Sklaverei ein für alleman Regentschaft Tunis unter keinem Vorwande und unter keinet⸗ mehr geduldet. Diese Maßregel ist ohne die geringste Stönu zogen worden. Die meisten freigewordenen Schwarzen sind au - Antriebe bei ihren früheren Herren als Diener gegen Lohn ba Allen europäischen Konsuln wurde das wichtige Edikt zu gle als allen Kaids, Scheiks und anderen Beamten der Tunis auf des Bey ausdrücklichen Befehl zugestellt. u“ b 88 Großbritanien und Irland. Oberhaus. Sitzung vom 19. Februar. nur kurze Zeit und verhandelte über eine von Lord D beit legte Petition, in welcher das Haus gebeten wird, eine Urn anzustellen über die Art und Weise, wie die League sich Ena die Parlamentswahlen zu verschaffen sucht. Sie ist bekaneig müht, durch Geld⸗Unterstützung Individuen aus der Handmie zu dem Stimmrechte der Freisassen zu verhelfen. Die per anlaßte einige Diskussionen, in deren Verlauf Graf Greö gah erklärte, daß Vereine, wie die League, allerdings ein 1 seien, daß man ihnen indeß auf keine andere Weise besse

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einung stehe aber auf seiner Seite,

lgregeln als ein Ganzes issen, wenn sie wirklich

re die N igkei 7 sösceattonen den Hen⸗ der von Sir Robert Peel beabsichtigten

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ibehalten werde, di Kapitali

1m Kapitalisten jetzt noch lebhaft ij ie elegenheit ergrei 8% e Arbei ebhafter -9. ö ghünien Fadat vprhshger, die Arbeiter, mit deren Hülfe sie ihre ehr bedürfen,

rtiren ennide⸗Gesetz von el in seinen jetzigen

„als dadurch, daß man dafür sorge, das Parlament die öffent⸗ e Meinung leiten, statt es hinter ihr herziehen zu lassen. ord Beaumont beantragte die Vorlegung von Abschriften der nefpondenz mit Frankreich über die Angelegenheiten der Plata⸗ naten und suchte nachzuweisen, daß die Intervention nur dazu ge⸗ it habe, die dortige Lage der Dinge zu verschlimmern. Der Graf Aberdeen bestritt dies und lieferte den Beweis durch die An⸗ ne, daß Rosas allerdings Anträge zur Beilegung der Zwistigkeiten macht habe, welche ein friedliches Abkommen in Aussicht llen. Da unter diesen Umständen die Vorlegung der Dokumente weckmäßig sein würde, so hoffe er, Lord Braumont werde seinen atrag zurücknehmen, worein dieser auch willigete. 8619⸗4

Unterhaus. Sitzung vom 19. Februar. Bevor das us heute die vertagte Debatte über die Getraidegesetze wieder auf⸗ m, beantragte Herr Collett die Einsetzung eines Spezial⸗Comi⸗ zur Untersuchung der Ursachen, welche die Vakanz der Parlaments⸗ ge für Chichester, Newark, Woodstock und Buckingham herbeigeführt ten, und beschwerte sich über den ungesetzlichen Einfluß der Her⸗ e von Richmond, Neweastle, Marlborough und Buckingham, welche erseits die bisherigen Repräsentanten jener Ortschaften zum Aus⸗ Haus dem Parlament genöthigt und andererseits durch ihre Ver⸗ telung die bis jetzt gewählten Repräsentanten derselben eingebracht

en. Dies sei aus dem Grunde geschehen, weil die Ersteren nicht,⸗

Willen der Herzoge gemaß⸗ für die Beibehaltung der Getraide⸗ etze haben stimmen wollen, die Letzteren aber die Verpflichtung da⸗ übernommen hätten. Herr Williams unterstützte den Antrag,

lem er bemerkte, daß das Verfahren jener vier Herzoge in den ge⸗ wärtigen Fällen Alles übertroffen habe, was von derartigem Ein⸗ us der Aristokratie seit der Reform⸗Bill vorgekommen sei. pel indeß machte bemerklich, daß kein eigentlich parlamentarischer

Sir R.

lund für den Antrag vorhanden sei. Zu leugnen, daß die Pairs

Cgen Einsluß bei den Wahlen ausübten, wäre abgeschmackt, eben so

r auch, ihnen das Recht dazu entziehen zu wollen. Er hoffe, der g werde niemals kommen, da der rechtmäßige Einfluß, den ein ir bei den Wahlen ausüben könne, aufhören werde. Man könne nicht zerstören, so lange die Verfassung bleibe, wie sie sei, und so ge wahrhaft englische Gesinnung herrsche. Man nehme den Fall es Pairs von großem Grundbesitz, eines Lord⸗Lieutenants der afschaft, eines Edelmannes, der sein Leben den Pflichten seines al⸗Amtes gewidmet hat, der die Achtung und Liebe seiner ganzen gebung genießt, der bei allen Gelegenheiten bemüht ist, seiner Pächter⸗

saeft Beschäftigung zu geben und ihre Wohlfahrt zu fördern, der seiner sihterschaft selbst ein Beispiel zur Nachahmung ist und an der Spitze aller

fal⸗Vereine vermöge des Einflusses seines Charakters und seiner hen Stellung sich befindet, den rechtmäßigen Einfluß eines solchen gelmannes bei den öffentlichen Wahlen zu zerstören, läge gänz⸗ haußer aller Frage. Anstatt einen solchen Einfluß zu verhindern, ue er sich darüber. Jedermann wisse, daß der Pair wie der Ge⸗ ine einen Einfluß ausübe, und es wäre traurig, wenn man den htmäßigen Einfluß des Grundbesitzes zerstören wolle. Man möge für unparlamentarisch halten, aber unzweifelhaft stehe es fest, daß Jüchterschaft es sich angelegen sein lasse, die Gesinnungen ihres undherrn zu respektiren, und er behaupte, daß, je weniger Zwang Seiten des Letzteren angewendet werde, desto mehr jene sich be⸗

ern, diese Gesinnungen zur Richtschnur ihres Handelns zu nehmen. galso nun ein Einfluß nicht in Abrede zu stellen sei, so frage es h im vorliegenden Fall, ob derselbe unrechtmäßig ausgeübt worden . Um eine Untersuchung anzustellen, bedürfe es der Beweise von jagefallenen Widerrechtlichkeiten; solche Beweise habe der Antrag⸗ wha nicht vorgebracht, und es würde demnach ein schlimmer Präce⸗

agfoh sein, wenn das Haus auf den Antrag eingehen wollte. Herr ume stimmte den letzteren Erklärungen des Ministers bei, wenn⸗ ich er von einem gesetzmäßigen Einflusse der Pairs bei den Wah⸗ der Unterhaus⸗Mitglieder nichts wissen wollte, und nachdem Herr harman Crawford erklärt hatte, das Volk werde die Sache

h für wahr halten, da Niemand die Umtriebe rechtfertigen wolle, hm Herr Collett seinen Antrag zurück.

Das Haus ging nunmehr zur Fortsetzung der Debatte über die traidegesetze über, welche, im Ganzen genommen, wenig Interesse bot. Wenige Redner von Bedeutung nahmen daran Theil. Lord nean, der die Diskussion eröffnete, vertheidigte das Freihandels⸗ stem im Interesse der Konsumenten, wogegen Alderman Thomp⸗

in die Angriffe auf die Anti⸗corn⸗law⸗league erneuerte, welche er ges verfassungswidrigen Treibens zeihte.

bens Aus den Berichten der parkassen wollte er die Prosperität der arbeitenden Klassen dar⸗ n und nachweisen, daß es nicht der Aufhebung eines Gesetzes be⸗

rfe, um jenen Wohlstand herbeizuführen. Ueberhaupt folgerte der

dner allein aus dem Schutzsystem das Wohl eines Landes. Sir illiam Molesworth versicherte, daß Sir Robert Peel's Maß⸗

8 den Pächtern, welche Kapitalien und Fleiß besitzen, keinen Scha⸗ 1“ csen aber zu, daß Pächter, denen Beides fehle, zu gehen müssen, was freili in im Lauf Dinge ge⸗ chen würde. . freilich ohnehin im Laufe der Dinge ge wine Pächter, sondern auch der Tagelöhner zu Grunde gehen sod⸗ denn nur eine Sophisterei der League sei es, zu behaupten, Phoher Tagelohn und wohlfeile Brodpreise zu gleicher Zeit existi⸗

Herr Bennett äußerte die Ansicht, daß nicht nur

6 5 0 8 6 8 8. können. Nachdem Herr H. Berkeley für den ministeriellen An⸗

ng, Herr Tollemache, wiewohl überzeugt, d h üuser des zeugt, daß beide Häuser des ürlaments den Antrag annehmen werden, gegen denselben gespro⸗

n hatten, hielt der bekannte Radikale, Herr T. Duncombe, eine 8 8 - zu Gunsten der Motion nicht nur, sondern auch des heen zes Premier⸗Ministers. Er forderte die Tories auf, ein 8 ißtrauens⸗Votum gegen Sir Robert Peel zu bean⸗ 8 sie wirklich glauben, daß er seine Pflicht verletze. hir weiolich unterlassen, um durch hohle Beschuldi⸗ nürth 1 tinister Gehässigkeiten zu bereiten. Man werfe ihm 18 Verrath gegen wen? Gegen die Königin, das Volk, 6nr Ehre? Nein, sondern nur Verrath an den Vorurthei⸗ 2 en bornirten Vorurtheilen seiner Partei. Die öffentliche stehe und der Erfolg sei ihm daher eea 8 ohne Wanken und Schwanken den Weg, dem un zeichne habe, verfolge. Uebrigens äußerte Herr Duncombe erzeugung, daß die von Sir Robert Peel vorgeschlagene angenommen und durchgeführt werden Nutzen bringen sollen, und suchte insbeson⸗

eimatsberechtigung im Vereine mit der Auf⸗ bemerkend, daß, wenn

starre der Heimatsberechtigung

Interpretion

2 en, sobald sie sie abgenutzt oder ihrer ni „hülflos in ihren vielleicht weh hee. e möglicherweise schon ganz verschollen sind, zurücktrans⸗ zu lassen. Sir T. Acland behauptete, wiewohl er das 1842 für gerechtfertigt hielt, daß Sir Robert dn din ebigen Vorschlägen viel zu weit gehe und nur einer 1 in Irland erzeugten vorgefaßten Meinung Gehör alle dem erklärte er, sich der ministeriellen Politik nicht

„wo si

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länger widersetzen zu wollen, falls bei der bevorstehenden Abstimmung eine erkleckliche Majorität sich für dieselbe aus preche. Nachdem Lord A. Paget und Herr B. Baring für die Maßregel gesprochen hat⸗

ten, wurde die Debatte abermals vertagt. 8 ; bzaug. 1 Unterhaus. Sitzung vom 20. Februar. (B. 9.) Die Debatte über Sir R. 2G Handels⸗Reform ist auch heute noch nicht zu Ende geführt, sondern von neuem und zwar bis zum 23sten vertagt worden.

London, 20. Febr. Die Wahl von Westminster ist vorgestern beendet worden. Oberst Evans, der Kandidat der Whigs, ist mit 3843 Stimmen gegen Capitain Rous, den Anhänger der Peelschen Maßregeln, welcher nur 2906 Stimmen für sich hatte, zum Parla⸗ ments⸗Mitglied gewählt worden.

Der Herzog von Norfolk, der noch vor kurzem das Curry⸗Pulver

als hungerstillendes Mittel empfohlen hat, soll sich jetzt für Sir R. ] teigänger des Herzogs von Valencia sehen sich zum Verstu 8 Der Standard nennt sich ermächtigt, die Nachricht von dem 4 2 Lench, se

Peel's Anträge erklärt haben.

Austritt des Sir George Cockburn aus der Admiralität für unbegrün⸗ det zu erklären.

Das zur Berathung über die Spurweite der Eisenbahnen ein⸗ gesetzte Comité des Unterhauses hat sich für die schmalere Spur⸗ weite von 4 Fuß 8 ½ Zoll ausgesprochen und Vorschläge gemacht, um dieselbe durchweg auch auf den jetzt schon bestehenden Bahnen mit der breiteren Spurweite von 7 Fuß einzuführen.

In Liverpool hat am 18ten d. M. das Haus Stockdale und Comp., das eine der bedeutendsten Seifen⸗Fabriken in England be⸗ sitzt, seine Zahlungen eingestellt. sich auf beinahe 200,000 Pfd. St. belaufen.

(B. H.) der westindischen Post (San Jago de Cuba vom 18., Jamaika vom 23. und St. Thomas vom 31. Januar) in Southampton angekom⸗ men. Sie bringt keine politischen Nachrichten von Bedeutung. In Jamaika war das Gerücht verbreitet, daß Graf Elgin, der Gouver⸗ neur der Insel, als General⸗Gouverneur nach Kanada versetzt wer⸗ den solle. Auf der Südseite von Jamaika hatten die Feldfrüchte durch anhaltende Dürre gelitten, auf der Nordseite standen sie sehr gut. Die Eisenbahn zwischen Kingston und Spanishtown lieferte gute Einnahmen; sie sollte am 1. Mai bis zu den Angels, vier Miles jen⸗ seits Spanishytown, vollendet sein.

HBelgien. Brüssel, 21. Febr.

daß das Ministerium wieder geordnet sei.

tiven Beschlüsse und Anordnungen bis zu seiner vertagt sind. Uebrigens, und obschon versichert wird, da noch keine bestimmte Entlassung eingereicht sei, zweifeln doch die wohlunterrichtetsten Personen nicht im geringsten daran, daß Herr Vandeweyer sich zurückziehen werde. Es scheint auch die Rückkehr des Herrn Mercier vom Haag nach Brüssel nicht außer Zusammenhang mit der Minister⸗Krise zu stehen. Das Befinden des Generals Dupont bessert sich zwar ebenfalls, aber er kann die Lei⸗

tung des Kriegs⸗Departements noch nicht wieder übernehmen; wahr⸗ scheinlich wird Herr d'Anethan, der Justiz⸗Minister, interimistisch für Herr d'Hoffschmidt unterzeichnet für den Minister des Das Journal de Brurxelles behauptet, der Zwiespalt über das Unterrichtsgesetz sei nicht so stark, daß nicht auf eine Ver⸗

ihn zeichnen. Innern.“

Ministern gehofft werden könnte.

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Kanton Bern. (S. M.) Durch den (bereits erm Beschluß des Großen Raths, die Grundsteuer des Jura im gleichen Verhältniß herabzusetzen, wie der Ertrag der Zehnten, Grundzinse und ähnlicher Lehnsgefälle des Staats im alten Kantontheil durch das kürzlich erlassene Gesetz sich vermindert hat, ist der Beschwerde der am Sten d. in Pruntrut abgehaltenen Volks⸗Versammlung, so wie auch dem durch Gesetz⸗Bestimmungen vom Jahre 1816 und 1819 aufgestellten Grundsatz, daß der alte und neue Kantontheil gleich⸗ mäßig zu den Staatslasten beizutragen haben, entsprochen. Grundsteuer des Jura ist die einzige unmittelbare Staats⸗Abgabe im Kanton Bern; sie trat bei der Vereinigung beider Kantontheile im Jahre 1815 an die Stelle der im Jura von der früheren Herrschaft (Frank⸗ reich abgeschafften Zehnten, Grundzinse und anderer Lehensgefälle. Der oben erwähnte Beschluß wurde mit 138 gegen 1 Stimme ange⸗ nommen. Die Summe der Herabsetzung soll nächster Tage ausge⸗ mittelt werden. In der Sitzung am 17ten hat der Große Rath den Antrag mehrerer Mitglieder, der Armennoth mit einer Summe von 100,000 Fr. beizuspringen, einstimmig für erheblich erklärt. Dies ist die Form der ersten Berathung; die zweite darf hinsichtlich der im Schoße des Großen Rathes entstandenen Anträge, die, zum Unterschied von anderen, „Anzüge“ genannt werden, erst nach einem Gutachten des Regierungs⸗Rathes stattfinden. Mit einem derarti⸗ gen Beschlusse wäre den dringendsten materiellen Beschwerden im Kanton Bern abgeholfen. Durch Herabsetzung des Los⸗ kaufpreises der Lehensgefälle wurde besonders der Bauern⸗ stand im Emmenthal, Seeland, Ober⸗Aargau und Mittelland, durch Herabsetzung der Grundsteuer der im Jura erleichtert, die Unterstützung der Armen von Seiten des Staats wird hauptsächlich dem des Ober⸗ landes zu gut kommen und damit die Eifersucht der verschiedenen Landestheile beschwichtigt sein. Das Staats⸗Vermögen Berns ist so bedeutend, daß es diese außerordentlichen Lasten leicht ertragen kann. Bern wird immer noch der reichste Staat in Europa bleiben. die Bittschrift der Volks⸗Versammlung von Pruntrut hat der Große Rath in derselben Sitzung auch den Anzug zur Begnadigung oder Amnestirung aller wegen politischer oder Preßvergehen Verurtheilten für erheblich erklärt.

Die am 15ten in Büren abgehaltene Volks⸗Versammlung be⸗ schloß, es sei die Einreichung von Wünschen an den künftigen Ver⸗ fassungs⸗Rath jeder Gemeinde zu überlassen. Die radikalen Partei⸗ führer sind noch nicht einig über die anzustrebende Erweiterung der Volksrechte; aus dem Oberlande lassen sich Stimmen für Einführung des Veto's, aus dem Seelande für die waadtländische Volks⸗Initia⸗ tive, aus anderen Gegenden für Uebertragung des Abberufungsrechts an das Volk vernehmen. b

Spanien.

5 Madrid, 14. Febr. Der Eintritt des Herrn Arrazola in das neue Kabinet als Justiz⸗Minister ist von hoher Bedeutung. In den Jahren 1838 und 39 stand er als Minister des Innern unter dem Vorsitze Perez de Castro's eigentlich an der Spitze der Regie⸗ rung und zog sich darauf ganz von den Geschäften zurück. Er gilt für einen der ersten Rechtsgelehrten Spaniens, und wenn er gleich nicht zu der eigentlichen Oppositions⸗Partei des gegenwärtigen Kon⸗ gresses gehörte, so stimmte er doch gegen den in die Constitution ein⸗ geschalteten Artikel, durch welchen der Königin untersagt wird, sich

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Man will wissen, daß die Passiva Heute Mittag ist das Post⸗Dampfschiff „Tay“ mit

Ueber die Krisis im Ministerium liest man heute in der Independance Folgendes: „Wir sind nicht im Stande, die Gerüchte zu bestätigen, welche gestern verbreitet waren, Obgleich der Gesund⸗ heitszustand des Herrn Vandeweyer sich gebessert hat, so hütet der Minister doch noch immer das Bett, und es scheint, daß die defini⸗

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mit einer von der Thronfolge ausgeschlossenen Person zu vermählen, erklärte sich laut gegen die von den Ministern begangenen Ungesetz⸗ lichkeiten und unterzeichnete die gegen das neapolitanische Vermäh⸗ lungs⸗Projekt gerichtete Schrift.

Es fehlt demnach dem neuen Kabinet nur noch an einem Finanz⸗ Minister. Dieses Amt soll der Marquis von Miraflores dem Se⸗ nator, Marquis von Casa⸗Riera, der sich jetzt in Paris besindet, angetragen haben. Da Letzterer aber ein Vermögen von fünf Mil⸗ lionen Piaster besitzt und sich immer von Staatsgeschäften entfernt hielt, so bezweifelt man, daß er die ihm zugedachte Auszeichnung annehmen werde. In diesem Augenblick soll der Marquis von Mi⸗ raflores den Deputirten Peüna Aguayo, der zur Partei Pacheco gehört und Präsident der Budgets⸗Kommission ist, zur Uebernahme des Finanz⸗Ministeriums zu bewegen suchen.

Die Gestaltung des neuen Kabinets findet allgemeinen Beifall, und selbst die progressistischen Blätter erklären, jedes Ministerium wäre besser, als das so eben aufgelöste. Die wenig zahlreichen Par⸗

nöthigt, da der Herzog selbst den Auftrag, das neue Kabinet zu bil⸗ den, in die Hände des Marquis von Miraflores niederlegte. Nur die Minorität des Kongresses, an deren Spitze Herr Pacheco steht, zeigt sich unbefriedigt, indem sie den seltsamen und verfassungswidri⸗ gen Satz aufstellt, die Minister müßten durch den Kongreß ernannt werden.

Die größte Schwierigkeit, die sich der Thätigkeit des neuen Ministeriums gegenüberstellt, geht aus der dem Herzoge von Valencia übertragenen, bisher unbekannten Würde eines Generals en Chef der Armee hervor. Der allgemeine Unwille über diese von dem Kriegs⸗ Minister Roncali verfügte Ernennung kennt keine Gränzen und be⸗ droht uns mit einer gewaltsamen Erschütterung.

Die Würde eines Generals en Chef blieb der Organisation des spanischen Heeres und Staates bisher völlig fremd, so daß die da⸗ mit verknüpften Befugnisse erst neu festgesetzt werden müßten. Selbst Espartero begnügte sich während des Bürgerkrieges mit dem Titel eines Generals en Chef der vereinigten Armee⸗Corps, die unter sei⸗ nem unmittelbaren Befehle standen. Von wem, so hört man fragen, soll der neue General en Chef abhängen? von dem Kriegs⸗Minister? was sind alsdann die Vorrechte seines über alle Generale und Feld⸗ marschälle erhabenen Ranges? Von wem sollen von nun an die den großen Distrikten vorgesetzten General⸗Capitaine, von wem die Ge⸗ neral⸗Inspektoren der verschiedenen Waffenarten ihre Befehle erhal⸗ ten, vom Kriegs⸗Minister oder vom General en Chef? Soll der Kriegs⸗Minister unter dem General en Chef stehen, so ist jener über⸗ flüssig, und die materielle Macht der Regierung geht in die Hände gerade des Mannes über, der in der öffentlichen Meinung als das drohende Werkzeug einer unbekannten, den wahren Interessen der Nation feindlichen Hand galt. Denn man muß wissen, daß der General Narvaez, nachdem er plötz⸗ lich am 11ten seine Entlassung eingereicht hatte, nicht nur durch sein Blatt, den Heraldo, das Gerücht aussprengen ließ, die Einsetzung eines neuen Ministeriums würde einen allgemeinen Auf⸗ stand herbeiführen, sondern sogar die Chefs und Offiziere der hiesigen Regimenter zu bewegen suchte, vermittelst einer energischen Adresse der Königin ihr Bedauern über den Austritt des bisherigen Minister⸗ Präsidenten zu erkennen zu geben. Die Offiziere blieben jedoch ihrer Pflicht und der Ordonnanz, welche dergleichen gemeinschaftliche Schritte untersagt, getreu, und die Ruhe ist keinen Augenblick unterbrochen worden. Soll, so hört man vielmehr die verdienstvollsten Generale fragen, soll der General Narvaez, der nie seinen Degen mit dem eines Feindes seines Landes maß er focht nur gegen Spanier über die Feldmarschälle er⸗ hoben werden, die ihre Lorbeeren und ihre Namen bei Bailen und in Saragossa erwarben? Selbst die Parteigänger des Herzogs von Valencia hielten es für unmöglich, daß er nach der besprochenen Würde strebe, und erklärten im Heraldo, nur seine boshaftesten Feinde könnten glauben, daß er sie annehmen würde. Jetzt, nachdem der Herzog sich zur Annahme verstanden, behaupten sie, er hätte es nur deshalb gethan, damit es nicht den Anschein hätte, als ob er dem Ministerium Miraflores seine Unterstützung verweigere. Und doch war dieses Ministerium noch nicht vorhanden, als der General Ron⸗ cali die Ernennung des Herzogs von Valencia zum General en Chef der Armee ausfertigte!

Heute Nachmittag versammelte sich der Senat, um über verschie⸗ dene unbedeutende Gegenstände zu deliberiren. Der General Serrano (Präsident der provisorischen Regierung von 1843) erklärte, er würde an die Minister die Anfrage richten, welcher von ihnen die Verant⸗ wortlichkeit für das dem Herzoge von Valencia die Würde eines Gene⸗ rals en Chef der Armee übertragende Dekret übernähme, und welche Befugnisse mit dieser Würde verbunden sein sollten. Der Herzog von Valencia verlangte darauf das Wort. Da aber keiner der Minister zugegen war, so erklärte der Vice⸗Präsident, Herzog von Gor, es könnte für heute keinerlei Erörterung stattfinden. Von der Antwort der Minister wird die fernere Gestaltung der Lage abhängen. Kom⸗ men sie überein, zu erklären, daß die neue Würde ein leerer Titel ohne weitere Befugnisse sein solle, so werden die Cortes und die öffentliche Meinung befriedigt, und der General Narvaez muß sich dies gefallen lassen oder ein sehr gewagtes Spiel beginnen. Kön⸗ nen aber die Minister sich über diese Frage nicht in dem bezeichne⸗ ten Sinne verständigen, so wird ein schweres Ungewitter ausbrechen.

Vorgestern verabschiedete der General Narvaez seine Adjutanten. Sein Haus wird nicht mehr von Schildwachen, sondern von Polizei⸗ Agenten bewacht.

Diese Nacht findet im Königlichen Palast ein glänzendes Fest statt, zu welchem sechshundert Personen eingeladen sind.

Kaum der Widerlegung bedürfen die Gerüchte, daß der fran⸗ zösische Botschafter seine Abberufung erbeten, der neapolitanische Ge⸗ sandte seine Pässe verlangt und der Infant Don Enrique sich heim⸗ lich nach England eingeschifft habe.

Die Fonds sind gestern und heute gestiegen. 3 proz. auf 60 Tage 32, 32 ½.

Portugal.

X Lissabon, 9. Febr. Baron von Renduffe ist endlich am 4ten von Porto hier eingetroffen und wird am 15ten nun definitiv von hier auf seinen neuen Posten nach Madrid abgehen. Als Secre⸗ tair wird ihn begleiten Herr Vasco Pnito Balsamao, früher Biblio⸗ thekar der National⸗Bibliothek hier. Die Oppositions⸗Blätter sind über dessen Ernennung sehr aufgebracht. Es bestätigt sich, daß der britische Gesandte am hiesigen Hofe, Lord Howard de Walden, durch Herrn Canning ersetzt werden wird. Man sieht dessen naher Ankunft entgegen. Der Abgang des Lords Howard de Walden, welcher während dreizehn Jahren den Gesandtenposten hier bekleidete, wird von seinen zahlreichen Freunden sehr bedauert.

Am 5ten gab der brasilianische Gesandte ein glänzendes Gast⸗ mahl, zu welchem auch die Minister der Finanzen und der Marine, der spanische Gesandte und sein Legations⸗Secretair, die Kammer⸗ herren Ihrer Majestät der Kaiserin Wittwe von Brasilien und eine Anzahl hoher Staats⸗Beamten als Gäste geladen waren. Gestern fand ein anderes beim Minister der auswärtigen Angelegenheiten statt, dem außer den fremden Gesandten gleichfalls viele Personen von Auszeichnung beiwohnten.