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destag sich nicht entschließen werde, von dem bisherigen Verfahren abzugehen. Den Vertheidigern dieses Antrags schloß sich namentlich auch der Abg. Schaff⸗ rath an, machte aber hierbei der Kammer den Vorschlag, die Berathung und Beschlußfassung hierüber so lange auszusetzen, bis die vierte Deputation über eine ihr vorliegende, denselben Gegenstand betreffende Petition des Stadtraths und der Stadtverordneten zu Plauen der Kammer gutachtlichen Bericht erstattet haben und darüber berathen sein werde. Dieser Antrag wurde jedoch bei der Abstimmung hierüber gegen 10 Stimmen abgelehnt. Dagegen winde ein Antrag des Abg. von Thielau, der dahin ging, daß die Kammer durch die Beschlußsfassung über den Schumannschen An⸗ trag die erwähnte Petition des Stadtraths und der Stadtverordneten zu Plauen als erledigt ansehen möge, nachdem der Vorstand der vierten Deputation, Secretair Tzschucke, erklärt hatte, daß diese Pe⸗ tition allerdings lediglich den Schumannschen Antrag enthalte, einstimmig, und eben so der letztere selbst, gegen 3 Stimmen angenom men, worauf alsdann auch die Position des Budgets mit 6000 Rthlr. als Beitrag zu den Ausgaben für den deutschen Bund einstimmig genehmigt wurde. Die drifte der in Rede stehenden Geheimsitzungen wurde am 4. März bei der Intervellation des Abg. von Gablenz wegen Au sw eisung sämmtlicher Polen (s. Nr. 66 der Allg. Preuß. Zeitung) auf Antrag des Staats⸗Ministers von Zeschau herbeigeführt, wobei derselbe erklärte, daß die Regierung der Kammer über diese Maßregel nur in geheimer Sitzung zufriedenstellende Gründe mittheilen könne. Das über diese Geheim⸗ Sitzung abgefaßte Protokoll beginnt mit der Erklärung des Staats⸗Mi⸗ nisters von Zeschau, daß die Regierung zu der gegen die in Dresden wohnenden Polen vorgenommenen allgemeinen Maßregel von fremden Re⸗ gierungen oder Gesandtschaften nicht veranlaßt worden sei, daß sie viel⸗ mehr Bedenken getragen habe, Reclamationen, wie sie nicht ausbleiben würden, erst abzuwarten; ähnliche Maßregeln habe die Regierung auch schon bei anderen Gelegenheiten gegen die hier anwesenden Polen ge⸗ troffen, und wegen ihrer eigenthümlichen Lage habe sie deswegen stets die Anerkennung der Betheiligten erhalten; auch in dem gegenwärtigen Falle sei bereits diese Anerkennung von den Polen vielseitig erfolgt. Nachdem der Minister die Nothwendigkeit der getroffenen Maßregel weiter auseinan⸗ dergesetzt hatte, erhielten nach und nach die Abgeordneten Schumann, Hensel 1I., Metzler, Oberländer, Rewitzer, Brockhaus, Clauß und Platzmann das Wort, um ihre Ansichten über das Verfahren der Regierung auszusprechen. Sie konnten dasselbe mit den Regeln des Rechts, der Politik und Humanität als vereinbar nicht ansehen, hielten hierdurch das Gastrecht für gesährdet, da die Polen gegen die Gesetze des sächsischen Staats nicht gefehlt hätten, und hofften, daß die Regierung selbstständig genug sein werde, um die Maßregel so mild als . in Anwendung zu bringen. Der Abg. II. nahm dabei Bezug auf §. 24 der Verfassungs⸗ Urkunde, und der Abg. Metzler wünschte, daß von der Kammer zu Pro⸗ tokoll erklärt werden möchte, daß sie die hier mit genügender Legitimation befindlichen Polen als unter dem Schutze der Gesetze stehend und ihre Aus⸗ weisung als eine Verletzung der Gesetze betrachte; es wurde jedoch dieser Antrag nicht hinreichend unterstützt. Gegen die letzteren Aeußerungen hielt der Staats⸗Minister von Zeschau ein, daß es sich hier nicht um Aus⸗ lieferung der Polen, sondern nur vielleicht um zeitweilige Entfer⸗ nung derselben handle, damit den hiesigen Polen jede Veranlassung, mit hier ankommenden und durchreisenden Polen umgehen zu müssen, fehle; dics liege jedenfalls im Interesse der Polen, von denen die Maßregel viel⸗ fach gebilligt werde. Der Beziehung auf §. 24 der Verfassungs⸗Urkunde (der also lautet: „Der Aufenthalt innerhalb der Gränzen des Staats ver⸗ pflichtet zur Boobachtung der Gesetze desselben und begründet dagegen den gesetz⸗ lichen Schutz.“) widersprach der Staats⸗Minister v. Falkenstein: Die Polen, so lange sie in Sachsen sich befänden, hätten allerdings Anspruch auf gesetzlichen Schutz, erlangten aber deswegen durch einen zeitweiligen Aufenthalt noch nicht das Recht eines immerwährenden Aufenthalts. Derselbe vertheidigte auch wei⸗ ter noch die Regierung gegen die erhobenen Einwände durch die vorhan⸗ dene Thatsache, daß in Sachsen angekommene, in die Revolntion verwickelte Polen bereits sehr ernstliche Verlegenheiten für die hier anwesenden herbei⸗ geführt hätten; übrigens- werde die Maßregel mit der möglichsten Scho⸗ nung und Humanität ausgesührt werden, und hätten auch schon mehrere Individuen die erforderliche Erlaubniß zum Aufenthalte bekommen. Auf

Antrag des Abgeordneten Zische wurde hier die allgemeine Debatte über diesen 8 gegen 22 Stimmen geschlossen, und die weitere Dis⸗

kussion beschränkte sich auf die Frage, ob über den von dem Abgeordneten von Gablenz in öffentlicher Sitzung gestellten Antrag (s. Nr. 66 der All⸗

gemeinen Preußischen Zeitung) auch in öffentlicher Sitzung abzu⸗ veröffentlichen sei.

stimmen und auf welche Art die Verhandlung zu Der Staats⸗Minister von Zeschau fand die Abstimmung in öffentlicher Siz⸗ zung unbedenklich, und die Abg. von Gablenz, Oberländer, Haase, Metzler, Vice⸗Präsident Eisenstuck, Rittner und Brockhaus erllärten sich allenthalben damit einverstanden. 8

Freie Stadt Krahbau. gb

Wien, 6. März. (Oest. Beob.) Hauptmann Dewald vom Infanterie⸗Regiment Teutschmeister, welcher so eben (3 Uhr Nach⸗ mittags) als Courier Sr. Königl. Hoheit des Erzherzogs Ferdinand, General⸗Gouverneurs von Galizien, aus Lemberg hier anlangt, war am Dienstag, den 3. März, um 4 Uhr Nachmittags, zu Podgorze eingetroffen; daselbst erfuhr er, daß Krakau von den Kaiserl. Truppen besetzt sei. Er verfügte sich sonach alsbald über die wiederhergestellte und durch Infanterie besetzte Floßbrücke in die Stadt. Er fand dort die Eingänge derselben von Kaiserl. Truppen besetzt, die auch auf dem Hauptplatze aufmarschirt waren, und ein über die naheliegende Gränze eingerücktes Kaiserl. russisches Bataillon mit einer Abtheilung Kosaken.

Einzelne Schaaren von Aufständlern, die vor dem Einrücken der Kaiserlichen Truppen zu Krakau die Stadt verlassen hatten, haben sich in das westliche Gebiet des Freistaats zurückgezogen. In der Stadt herrschte die vollkommenste Ruhe.

Wenige Stunden vor dem Einmarsche der Kaiserlichen Truppen in die Stadt Krakau war nachstehender Aufruf eines „zeitweisen Co⸗ mité's der öffentlichen Sicherheit“ an die Bewohner von Krakau be⸗ kannt gemacht worden:

„Zur Beruhigung der Stadtbewohner wird hiermit bekannt ge⸗ macht, daß zum Vernehmen des Willens der drei durchlauchtigsten Beschützer hinsichtlich der Stadt Krakau, so wie, um die Einwohner dieser schwer heimgesuchten Hauptstadt ihrer Gnade und Berücksichti⸗ gung anzuempfehlen, die vom Comité bevollmächtigten Bürger⸗Abge⸗ ordneten an die Corps⸗Kommandanten der an der Gränze von Kra⸗ kau stehenden Truppen abgesandt worden sind.

„Indem man nun alle ruhigen Bürger auffordert, den Erfolg obiger Schritte mit Vertrauen abzuwarten, verordnet das unterzeich⸗ nete Comité:

1) Daß Niemand wage, unter was immer für einem Vorwande, in den Gassen zu schießen, widrigenfalls er sonst zur strengsten Ver⸗ antwortung gezogen werden wird;

2) daß außer den zur Sicherheitswache bestimmten Bürgern Nir⸗ mand Anderer Waffen zu tragen wage;

3) daß sämmtliche Waffen und Militair⸗Effekten, mit Ausnahme derer, welche der zur Sicherheit aufgestellten Bürgerwache gehören, auf der Hauptwache oder bei der Polizei⸗Direction niedergelegt werden.

Krakau, 3. März 1846. Joh. Wodzicki. Peter Moszynski. Jos. Kaßowski. Leo Bochenek. Anton Helzel. Hilarius Menciszewski, Secretair.“

Heute Nachmittags um 5 Uhr ist der nachstehende Bericht des Kaiserl. General⸗Majors von Collin an das Kaiserl. Hof⸗Kriegs⸗

raths⸗Präsidium eingelangt: 8 „Krakau, 3. März 1846.

8 So eben habe ich mit einem Theil meiner Truppen und im Verein mit den Kaiserl. russischen Truppen die von den Insurgenten ohne Widerstand geräumte Stadt Krakau besetzt. Das Nähere die⸗

308 ses Hergangs und des Veranlaßten werde ich morgen unterthänigst berichten. v11414“ Collin, General⸗Major.“

1 Frankreisch. .

Paris, 4. März. Die Deputirten⸗Kammer hat gestern die verlangte Summe von 5 Mill. Fr. zur Verbesserung des Betts der Seine auf ihrem Wege durch Paris bewilligt.

Das Journal des Débats, welches sich bis jetzt aller eige⸗ nen Bemerkungen über die von polnischen Emissairen angestifteten Komplotte enthalten hatte und nur Auszüge aus deutschen Blättern über die hierdurch hervorgerufenen Ereignisse brachte, giebt heute in seinem leitenden Artikel, ebenfalls nach den deutschen Zeitungs⸗Berich⸗ ten, eine Zusammenstellung der ersten aufrührerischen Vorgänge in Lrakau und der dagegen getroffenen Maßregeln und leitet diese Uebersicht mit folgenden Worten ein: „Die Nachrichten, die wir aus Polen erhalten, können nur schmerzliche Gefühle erregen. Nur zu unserem Leidwesen können wir in diesem Augenblick eine Bewegung ausbrechen sehen, deren Ausgang nur zu gewiß ist. Selbst ein Er⸗ folg des zu Krakau versuchten Unternehmens, der doch jedenfalls nur ein augenblicklicher sein würde, kann nur eine in jeder Hinsicht be⸗ klagenswerthe Rückwirkung herbeiführen.“ Das ministerielle Blatt findet sich übrigens veranlaßt, seinem Bericht die Erklärung beizu⸗ fügen, daß Fürst Czartoryski und Graf Zamoyski, welche ein Gerücht auf dem Schauplatz der Unruhen hatte anlangen lassen, sich von Pa⸗ ris nicht entfernt hätten, wie Jedermann bekannt sei.

Der Constitutionnel bringt eine Privatmittheilung aus St. Petersburg vom 12. Februar, wonach dort viel die Rede von der freundlichen Aufnahme wäre, welche der französische Geschäftsträger, Graf Rayneval, bei dem Kaiser nach dessen Rückkehr gefunden. Der Kaiser soll bei dieser Gelegenheit Herrn Rayneval mitgetheilt haben, daß der Großfürst Konstantin nach Toulon kommen und von dort Algier und die befestigten Punkte Frankreichs am Atlantischen Meere besuchen werde. Herr Rayneval hätte darauf geantwortet, daß der junge Prinz in Frankreich die herzlichste Ausnahme sinden werde. Man glaube nun, daß, wenn der Großfürst günstige Eindrücke aus Frankreich mit nach Hause bringe, dies auf die Beziehungen zwischen beiden Regierungen nicht ohne Einfluß bleiben könne. Der Kaiser, meine man, würde sich später für die gute Aufnahme seines Sohnes bedanken und den Prinzen Joinville zu einem Besuch nach St. Pe⸗ tersburg einladen. Auch erwarte man, daß der Kaiser sich dann wie⸗ der durch einen Botschafter in Paris vertreten lassen werde, wozu Baron Meyendorff bestimmt sei. Herr von Kisseleff würde dann als russischer Gesandter nach Madrid gehen, da die Annerkennung der Königin Isabella von Seiten des Kaisers keinen Anstand mehr fände. Es wird indeß diesen Mittheilungen selbst beigefügt, daß dies Ge⸗ rüchte seien, die wohl noch sehr der Bestätigung bedürften. Französische Blätter melden auch, daß die Ausstattung für die Großfürstin Olga in Paris angefertigt werde, und daß von Stuttgart ein Königlicher Beamter hier eingetroffen sei, um die Ausschmückung und Möbli⸗ rung des neuen Palastes des Kronprinzen nach neuestem Geschmack zu veranlassen.

Marschall Bugeaund meldet aus seinem Lager am Oschurdschura vom 20. Februar Näheres über das Entkommen Abd el Kader's und seines Kalifa Ben Salem. Der Emir hatte sich bekanntlich bei den Kabylen des Dschurdschura eingefunden, die durch Ben Salem bereits aufgewiegelt waren. Marschall Bugeaud war auf diese Kunde schleu⸗ nigst nach jener Gegend aufgebrochen und in die Gaue des Flissas um nördlichen Abhange der Gebirgskette eingedrungen. Die Gebirgs⸗ bewohner hatten auf die Aussage Ben Salem's erwartet, Abd el Kader werde mit ansehnlichen Streitkräften zu ihnen kommen, um sich an die Spitze aller ihrer streitbaren Leute zu stellen und sie gegen die neue Stadt Dellys und dann in die Ebene von Algier zu führen, wo sie, wie im Jahre 1839, reiche Beute machen würden. Statt dessen sahen sie die Kolonne Bugeaud's in ihre Gebiete eindringen und die Stämme selbst bis auf die schneebedeckten Berggipfel hinauf verfolgen, Abd el Kader aber in unbeweglicher Stellung bleiben, wie wenn er nur gekommen wäre, um sie zum Kampfe anzureizen, ohne selbst daran Theil zu nehmen. Die Kabylen wurden endlich miß⸗ muthig und ungeduldig und verlangten laut und dringend, gegen die Franzosen geführt zu werden; der Emir mußte nun einen Entschluß fassen; da aber sein Plan dahin gegangen war, sich nicht zu schlagen, sondern blos das Land aufzuwiegeln, so zog er sich durch eine Kriegs⸗ list aus der falschen Stellung, in die er gerathen war. Am Morgen des 19. Februar stand Marschall Bugeaud mit 2500 Mann zu Borgi el Bokna. Abd el Kader hatte mehrere Tausend Mann ka⸗ bylischen Fußvolks unter den Befehlen Ben Salem's versammelt; er ertheilte ihnen nun den Auftrag, die Franzosen vom Gebirge aus an⸗ zugreifen, während er selbst mit seiner Reiterei einen Umweg machen würde, am von dem Thalgrunde her während des Kampfes über sie herzu⸗ fallen und ihnen ihr Gepäck wegzunehmen. Während jetzt die leicht⸗ gläubigen Gebirgsbewohner aus weiter Ferne ihr Gewehrfeuer gegen die Kolonne Bugeaud's eröffneten, drang Abd el Kader, anstatt den Umweg einzuschlagen, der ihn nach dem französischen Lager führen sollte, in ein Desilé ein, welches, südöstlich durch das Gebirge der Uled Azis hinziehend, von da in die Ebene von Hamsa im Süden des Dschurdschura führt. Marschall Bugeaud wuͤrde diese Bewegung durch sein Fernrohr gewahr; er unterschied deutlich, wie die Reiterei des Emirs mit ihrem ganzen Gepäck über die schneebedeckten Ge⸗ birgsgipfel und über die Flanken der großen Kette hinzog, welche auf diesem Punkte sich 1200 Ellen hoch erhebt. Marschall Bugeaud ent⸗ sandte alsbald ein Truppen⸗Corps am Fuße des Gebirges hin, um zu versuchen, die Fliehenden zu erreichen oder abzuschneiden. Der Emir hatte jedoch schon einen allzu großen Vorsprung, und fast un⸗ wegsame Pfade setzten einer Verfolgung zu bedeutende Schwierigkei⸗ ten entgegen. „Die unglücklichen Kabylen“, sagt das Journal des Débats in einer Zusammenfassung des wesentlichen Inhalts der letzten Berichte, „mußten die Kosten des Tages bezahlen; 3 4000 von ihnen wurden aus ihren Stellungen geworfen und in eine tiefe Schlucht gedrängt und geriethen hier unter das Feuer eines Ba⸗ taillons, welches den Saum der Schlucht besetzt hielt und gegen die Flüchtigen während ihres Rückzuges ein wirksames Feuer unterhielt. Den Kabylen fiel es nicht ein, daß ihr Widerstand nur dazu diente, den Rückzug Abd el Kader's zu decken. Die Gebirgsbewohner, welche den Ex⸗ Emir aufgenommen hatten, waren entschlossen gewesen, unter seiner Lei⸗ tung einen ernsthaften Krieg, den heiligen Krieg zur endlichen Ver⸗ treibung der Christen, zu führen; sie hatten ihm das Versprechen abverlangt, mit ihnen zu siegen oder zu sterben. Abd el Kader aber hatte eine richtigere Ansicht von der Stärke der Franzosen; er weiß gar wohl, daß er bei einem Angriffe gegen sie, oder wenn er einen Angriff von ihrer Seite abwarten wollte, nur Aussicht auf eine Nie⸗ derlage hätte; er läßt die Stämme sich schlagen, vermeidet es aber, sich in Person schlagen zu lassen, damit sein Ruf ungefährdet bleibe. Die nächste Folge des Vorganges vom 19ten war, daß am anderen Tage die Häuptlinge des Bokna, des Asama⸗Gebirges und der um⸗ liegenden Stämme um Frieden baten, die Treulosigkeit Abd el Kader’'s verwünschend, welcher sie den Streichen Bugeand's Freisg g. es und selbst entflohen war, ohne einen Kampf zu wagen. Ben Salem selbst wagte es nicht, noch länger im Dschurdschura zu weilen; dem Ver⸗

nehmen nach, entfernte er sich von dort zugleich mit dem Emir. Man

hofft nun, der Distrikt von Dellys werde bald beruhigt sein und Kabylen würden ihren früheren Handels⸗Verkehr mit diesem 9 wieder aufnehmen. Abd el Kader übernachtete, wie es heißt, 19ten östlich von Hamsa; man glaubt, er werde jetzt nicht im Str sein, sich in der Richtung von Setif nach der Provinz Konstantime wenden; er hat auf seinem Zuge durch das Dschurdschura⸗Gehj viele Pferde und Lastthiere verloren, und wird sich wohl entwede den Uled Nails begeben oder, die Provinz Titteri durchziehend,

es Viehs bestimmte Salz, unter der Bedingung, daß dieses Salz bach Wahl der Betheiligten auf gewisse, gleichfalls angegebene Weise emischt werde. 8 8 Die Verwaltung der Eisenbahn von Lyon nach St. Etienne hat golgendes über den Unglücksfall auf dieser Bahn bekannt gemacht: bEin sehr schweres Unglück ist gestern Nachmittags halb 41 Uhr zu hierre Benite dem Mittags von St. Etienne abgegangenen Wagen⸗ Wüs 2 e begegnet. Dieser Wagenzug war in Folge eines Unfalles an 8 9 Jnrn. er. 9 88 Maschine gezwungen gewesen, zu Vernaison anzuhalten und hatte 5 des Isserthales Hülfe geleistet zu züchtigen und Kah. aher zu Lyon eine Hülfsmaschine verlangt. Diese zweite Lokomotive in Algie EI um seinen Truppen einige Ruhe zu gin s sogleich abgegangen, L-7 vsen a8f dem rleisf. auf vFelchet, wan Er hatte 238 der von Algier bis Milianah errichteten Telexgrag en Wagenzug siehen Penen⸗⸗ 9 hatte sich 8 Linie den Kolonnen der Generale Gentil, Bedeau d'Arbouville eits wieder 8 r ug gesetzt, ein hef Zusammenstoß Jussuf und der Obersten Maissiat Molliere Eynard und St. nd statt. Acht Personen Larden getödtet und vierzehn verwundet; nauld Kunde von der neuen Bewegung des Emirs zukommen laß kinige 28 ohne Bebeutung erhalten. In damit sie ihr Verhalten demge mäß einrichten möchten. Hoffen polge der Geleise haben die Wagenzüge Khas 8 Uhr daß der Emir, der alle seine Unternehmungen mißlingen sah bends und Mitternacht nicht von Lyon abgehen können. Folgen nach Marokko durch die Expedition zurückgerufen wird, welche in ie Namen und Wohnorte der Todten und Verwundeten. Unter jenen sem Augenblicke General gr dessen Heira ausz Uhod fünf gernxg ese * und ein fünfjähriges Mädchen; un⸗ unseren Kolonnen nun einige Zwischenzeit der Ruhe lassen werd kr diesen nenn Sen. 1 der verwundeten unerläßlich geworden ist, damit sich die Mannschaften von ihren le Seee e 11* * 828b gn beg en Strapazen erholen, die abgematteten Pferde und Lastthiere wied hon gekommenen okomotive, welche den Unglücksfall veranlaßte besseren Stand 888 9 seae Kleidungsstücke Ausrij Großbritanien und Zrland. gen wieder ausgebessert, ie fast ganz unbrauchbaren ransportm Oberhaus. Sitzung vom 3. März. 1 . vöen ardwicke veranlaßte heute durch Vorlegung mehrerer Petitionen pflichterge pp gesetzt werden, nan us der Grafschaft Cambridge gegen die Aufhebung der Getraide⸗ Fesetze eine kurze Korn⸗Debatte, indem er zugleich zur Verwerfung

neue Dienste zu leisten.“ Xvie WPr ( 1 4 . 8 82 8 Die Presse erwartet von dem neuen Zoll⸗System in Engse t Regierungs⸗Maßregeln aufforderte. Lord Kinnaird bemerkte, den Herzog von Richmond gerichtet, daß die Lords doch gleich für

daß man auch mit der Zeit den Zoll auf französische Weise hen setzen werde, so daß man in England auch geringere französische . ppfortige gänzliche Abschaffung dieser Gesetze stimmen sollten, um der Anti-corn⸗law⸗league mit einemmal ein Ende zu machen, worauf der

sorten einführen könne. Vor der Zeit Eduard's III. habe min 1”“ eben s 18K 8 in e Marquis von Londonderry von der Diskussion über diese Frage Verluste seiner französischen Provinzen aber sei in England er . E ie s R; 8s Genuß 9 Bier E in Aufnahme ““ Bei ffen lieht v 8 b 1“““ n. jetzigen Zöllen führe man freilich nur feine und theure Weine hei Füjche h. 1“ während man bei einer Herabsetzung derselben sich allmälig wieder ,ne 89 g. 8 1dss um seinem Tutsch asfgrachen, den Gebrauch französischer Weine gewöhnen 1ge 8 r das Parlament aufgelöst sehen möchte, damit diejenigen Abtrün⸗ Der Constitution nel spricht sich tadelnd dasitber geis igen, welche ihren Partei⸗Verpflichtungen untreu geworden wären, 9 „übre Sitze verlören. Seiner Ansicht nach, könne auch das Oberhaus ne Maßregel nicht annehmen, welche zwar im Unterhause eine Ma⸗

man bei der vorgeschlagenen Porto⸗Reform keine Veränderung in zri 1 8 9 WM —o j ori Hem 1 —+ „„ g* . . 2,12*

Schwere der Briefe habe eintreten lassen. Das bisherige Gen hrität von 97 für sich gewonnen habe, der diese Majorität aber doch

r in Folge einer übergroßen Apostasie und mit Hülfe aller Beam⸗

eines einfachen Briefes in Frankreich sei nur ¼ 89 Die e davon sei, daß man auf sehr feinem Papier schreiben müsse und kiem 2 a baens Snalgas vaisn mdufseban ür dgenlse Beispi nachahn en. 11III1“ 1 j r Brie eine ¹- 0 ieae 3 4 2 7 2 2 . wo „Kommissars üihn Eine andere Diskussion entstand über eine vom Marquis von Tunnels vate Disen s auf der Bahn von Rouen nach Havre wnise anannisfe de grCFeischee Peeltlgn gus Vanß et. gelg8. bit 8 - ₰. e e - 0 4 8 3 9 9 b mehrere Kunstbauten umgebaut und verbessert werden, indem an ackeg e kae; süh den dsrüben Befcsntet: veras al gsreeea a Stellen mangelhaftes Material Mepentes. ühgen, üofs vdn 800 goonie mit deportirten Verbrechern, von denen allein in den letzten Wie verlautet, soll das Einkommen des is hofs von Aeespraä Jahren 16,000 dorthin geschafft seien, dermaßen überfülle, daß vessae hig8 . Klerus in eeai ¼1 vfrenehen aes nn en zu dieser Klasse nicht gehörenden Kolonisten der Aufenthalt daselbst 8 Hier sowohl wie in ganz Frankreich herrsch die mildeste Witfermaluhhurchaus verleidet werde, weshalb denn auch im vorigen Jahre 2000 Im 5. Frankreich stieg das Thermometer 816 20 *†elonsten Vandiemensland verlassen haben und nur 700 eingewandert sche Co G 11eä öö“ niche” rien. Lord Stanley gab zu, daß manche Nachtheile durch den er⸗ der Nente fog 2,m 20 bis 25 Centimes an; auch 8e v 88 vebelthiet sei⸗ . 1 g der 8 zog 20 bis 20 1 z gran, daß die Kolonie durch ihre Statuten verpflichtet sei, eine Eisenbahn⸗Actien fanden bedeutende Umsätze zu höheren Preisen sute ewisse Anzahl von Deportirten bei sich di enenäsn. Zugleich üchte er nachzuweisen, daß die Deportation der Verbrecher sich im Algemeinen als so zweckmäßig bewährt, daß eine Aenderung des bis⸗ herigen Systems nicht wünschenswerth erscheine, und behauptete end⸗ ich, übertriebene Speculationen der Kolonisten seien an der ungün⸗ digen Lage, in welcher sich Vandiemensland jetzt befinde, hauptsäch⸗ ich mit Schuld. Die Debatte, an welcher die Lords Lyttelton d Grey und der Bischof von Oxford Theil nahmen (die bei⸗ hen Letteren suchten darzuthun, das England ein Vergetzen gegen die enschheit begehe, wenn es dazu beitrage, daß in der Südsee Staa⸗ en entstehen, in welcher die Verbrecher die Hauptmasse der Bürger usmachen) führte zu keinem weiteren Resultat.

Im Unterhause kam außer der fortgesetzten Debatte über das Amendement des Herrn Villiers, dessen Verwerfung bereits ge⸗ neldet ist, nichts von Bedeutung vor. Sir R. Peel erklärte auf eine Anfrage des Lord C. Fitzroy, daß die Regierung versprochen habe, an die Offiziere und Soldaten der indisch⸗britischen Armee auf dem linken Ufer des Sutledsch Denkmünzen zur Erinnerung an die beiden letzten Schlachten vertheilen zu lassen. G“

London, 1. März. Die Gazette meldet heute die Ernen⸗ M. 1 Viscount Canning zum Präsidenten des Wald⸗ und Forst⸗

hepartements. 'sheri jese e8, setzige Secretair im letzten Sommer die Bahn besucht und in gutem Stande gefunde ür rsans. .D;. set d IICöG vbl Die Untersuchung werde also auf Nachweis irgend einer Unvorsich zmn Süd⸗N ttinab 6 üh tigkeit hinauslaufen. Es werde Prozesse, Entschädigungs⸗Forderu EEEEEETETT ist, soll sich jetzt für einen gen, zuchtpolizeiliche Strafen geben. Die Kammer werde begrei Die Kauflente in der City haben die Entdeckung gemacht, daß daß er jetzt, im Augenblick der allgemeinen Beunruhigung, nicht zast alle die großen K 9 iche den Seik .eg.

. e 1. b 18arg b übzer e großen Kanonen, welche den Seikhs abgenommen wur⸗ weitere Details eingehen lönne. Herr Lherbette habe auch über hen, nachdem sie in den britischen Reihen so arge Zerstörung ange⸗ über die Ausführung der Arbeiten dieser Bahn auszuüben geh aoff vcbec SPiensten stebengen Ffesgro Ventura b England an⸗ Das sei ein Irrthum, die Verwaltung habe sich nicht in die Bam 9 ö 889 14“ 1 mischen sein Recht dazu. Sie Pabe dieses Recht bei der D 1b ELE1. 2ecge. en bim vitton⸗ kussion des allgemeinen Eisenbahn⸗Gesetzes verlangt, es sei b ansseshee 1g 1151“ E“ Z“ 8 vhche genc dis⸗ welcher die Kanonen dort an Bord nahm und nach

L rachte. blikum 1 zur Befahrung der Bahn zugelassen werde. Bei sei bei den Arbeiten des Viadukts von Barentin nicht Fall gewesen. Die Verwaltung sei also für diese Thatsache diis 8 ne Rekchghäran genn shs Nacgle Bene nn Ehnüg. 1 1 eee nicht ausscheiden, sondern sei im Gegentheil vom Kö⸗ kommen und verliest den Bericht des Präfekten der Loire. er Bildung eines neuen Ministeriums beauftragt Schweiz. b

Lherbette: Er würde sich freuen, zu vernehmen, daß die Ven 8 Kanton Zürich. (S. M.) Seit dem Kommunisten Treich⸗

tung sich nichts vorzuwerfen habe bei diesem schrecklichen Ung Er sei immer geneigt, ihr die Mittel zur Ueberwachung der öfezeter das Abhalten von Vorlesungen untersagt worden ist (s. Allg. 1. It g. Nr. 60), macht er nur desto größere Anstrengungen, das

lichen Sicherheit auf den Eisenbahnen zu gewähren. (Rufe: Gen Genug!) Die Diskussion über die innere Schifffahrt wird nun h olk durch Schriften über die Kunst, glücklich zu werden, aufzullären. o vertheilte er am 1. März auf dem literarischen Museum in Zürich

gesetzt. Paragraph 3 wird nach kurzer Debatte in neuer Fass iil wegen der Mehrbewilligung von 300,000 Fr., auf Antrag des H le „politischen Grundsätze“ eigenhändig. Sein oberster Grundsatz . Alle Menschen sind zum Glücke bestimmt; daher haben alle ein

Grandin, angenommen. Für die Verbesserung der Niederseine Rouen bis Havre verlangt die Regierung 3,500,000 Fr. Die eiches Recht auf ein glückliches Leben. Der Staat muß also so ngerichtet werden, daß er jedem seiner Angehörigen das höchstmög⸗

mission aber will nur 1,500,000 Fr. bewilligen. Gestern hatte die Kammer erst beschlossen, den Antrag des rsche Wohlsein in geistiger und bürgerlicher Beziehung gewähre. Mehrzahl der Menschen unglücklich sei, so

Demesmay auf Herabsetzung der Salz⸗Auflage im Interesse der Le pwa nun die

wirthschaft und namentlich der Viehzucht wieder auf die Tagese üsse eine Aenderung eintreten. Er verlange daher: 1) Stimm⸗ nung zu stellen, nachdem schon in der vorigen Seision der Bemeecht für Almosen⸗Empfänger und Falliten, wie in Waadt; 2) das darüber erstattet worden war, aber nicht mehr zur Diskussion daatecht, die Petitionen selbst oder durch einen Stellvertreter im Großen gelangen können. Heute ist jedoch schon eine vom 26. Februar dan athe vertheidigen zu dürfen; 3) Abschaffung der indirekten Wahlen Königliche Verordnung veröffentlicht worden, wodurch dem Ziele Maülir den Großen Nath (es sind deren 12 und 192 direkte); 4) Be⸗ vorerwähnten Antrags bereits großentheils entsprochen wird. Mldung unbemittelter Mitglieder des Großen Raths; 5) das Veto; Salz⸗Auflage, welche durch Art. 25 des Gesetzes vom 17. Deie) das Abberufungsrecht für die Wahlkreise gegenüber ihren Stell⸗ ber 1814 auf drei Decimes (30 Centimes) für das Kilogramm v ertretern; 7) ein Verantwortlichkeits⸗Gesetz; 8) durch reifende gesetzt war, ist auf fünf Centimes herabgesetzt, für alles zur Nah bolkobildung, welche bezwect werden soll durch bessere Leh⸗

*xα Paris, 4. März. In der heutigen Sitzung der Depn tirten⸗Kammer stellte Herr Lherbette zuerst eine Frage an de Minister über die täglich vorkommenden Unglücksfälle aus Eiseniehn und Landstraßen. Eben habe er vernommen, daß ein neues Uaceh auf der Eisenbahn von St. Etienne sich zugetragen, wobei 8 Peis nen das Leben eingebüßt und 30 verwundet worden. Er bitte Minister der öffentlichen Arbeiten, hierüber und über den Einsturz Viadukts zu Barentin die ihm möglichen Aufschlüsse zu geben. —† den Eisenbahnen seien diese Unglücksfälle sehr häufig, woher komme? Ob vom fehlerhaften Bau? Es sei nöthig, daß die h. waltung Rechenschaft gebe über die Aufsicht, die sie über die Er⸗ municationswege führe. Der Minister der öffentlichen e beiten: Das Unglück auf der Eisenbahn von St. Etienne sei lein wahr. Eine telegraphische Depesche habe der Regierung es genm det. Die Gerichts⸗Behörde habe bereits eine Untersuchung eingenn tet. Der Königliche Prokurator und der Instructionsrichter zatan sich sogleich an Ort und Stelle begeben, um die Ursace des Unglücks zu erforschen. Aber er könne schon jetzt ar kündigen, daß der Anlaß dazu nicht am fehlerhaften B— der Bahn gelegen. Das Unglück sei auf dem Theil d Bahn vorgefallen, der doppeltes Geleise habe. Er selbst hut

Helgien. Brüssel, 5. März. Heute wird wieder versichert, Herr Van⸗

Der Graf von

rer⸗Besoldung, durch Vereinigung des Seminars mit der Hochschule, durch Verminderung der Zahl der Erziehungs⸗ Räthe und Besoldung derselben, durch obligatorischen Besuch der Sekundärschulen während drei Jahren, durch Unterricht in der Ge⸗ schichte und Staats⸗Verfassung vom 15ten bis zum 20sten Jahre, durch unentgeltlichen Besuch aller Schulen und unentgeltliche Verab⸗ folgung von Kleidern, Büchern, Kost und Wohnung an dürftige Schüler (deren etwa 2 3000 vorhanden sind), durch Errichtung von Anstalten, wodurch es dem Einzelnen möglich werde, sich auch⸗ nach dem 20sten Jahre (wahrscheinlich auch unentgeltlich) fortzu⸗ bilden; 9) die Abschaffung der Advokatur, des Schuldgefäng⸗ zisses und der Stempelgebühr; 10) Schutzgesetze für die Arbeiter, Fabrikärzte und Fabrik⸗Inspektoren; 11) Sozial⸗Werkstätten, in denen jeder die nöthigen Werkzeuge und Material findet (Alles auf Staats⸗ Kosten); 12) Errichtung von Waarenhallen, wo Jeder seine Crzeug⸗ nisse gegen einen Vorschuß zum Verkauf ausstellen kann; 13) Kapi⸗ jalien zu Errichtung von gemeinschaftlichen Bäckereien, Schlächtereien, Fabriken, landwirthschaftlichen Instituten; 14) eine Kantonal⸗Leihbank; 15) Verlegung der Steuern auf die Reichen; das Einkommen be

zahle eine mäßige Progressivsteuer; 16) Umwandlung der Zuchthäu⸗ ser in Besserungs⸗Anstalten und Abschaffung der Todesstrafe; endlich 17) Bundes ⸗Reform. Herr Treichler will dagegen Gütertheilung nicht, eben so wenig Umsturz des Staats, sondern Vervollkommnung desselben auf dem legalen Wege (2⁷7), denn er zähle sich zu den Freunden des entschiedenen Fortschritts. Wollte man im Ernste sich an die Ausführung dieser Hirngespinnste wagen, so wäre der so blühende Kanton Zürich in sehr kurzer Zeit eine Wüste. Das

keinesweges unbeträchtliche Staats⸗Vermögen (etwa 12 Millionen Schw. Franken) würde kaum hinreichen zu Versuchen, und die ver⸗ möglichen Privaten würden auswandern. Die Zurückbleibenden wären ärmer als vorher. Aus der Volks⸗Versammlung in Uster wird nichts werden. Die Leute sind, mit wenigen Ausnahmen, solchem Treiben entschieden abhold.

Kanton Bern. Die am 2. März stattgehabten Wahlen sind bis auf 40 bekannt, die den entfernteren Gegenden angehören. Etwa 80 fielen anf Radikale, 2 auf Aristokraten und etwa 17 auf Anhänger des regierungsräthlichen Justemiliens. Von den 139 Wahlen gehört also bereits die Mehrheit der radikalen Partei an. Ochsenbein, der Ober⸗Kommandant der Freischaaren, wurde in Ni⸗ dau, seiner Vaterstadt, fast einstimmig (mit 1055 gegen 100, von welchen mehrere ebenfalls ihm gegolten hatten, aber wegen zu allge⸗ meiner Bezeichnung ungültig waren), Regierungsrath Schneider, der Aeltere, und Ober⸗Richter Marti dreifach, Regierungsrath Dr. Schnei⸗ der, Alt⸗Regierungsrath Kohler, Dr. Mani und Regierungs⸗Statthalter Bach doppelt gewählt. Auch Vice⸗Schulth. Neuhaus und Alt⸗-Landmann Blösch, zwei Stützen der Regierungs⸗Partei, sind doppelt gewählt. Am meisten Aufsehen erregt das Ergebniß der Wahlen in der Stadt Bern, wo sieben Verfassungsräthe zu ernennen waren. Im zweiten Skrutinium kämpfte noch jede Partei, die aristokratische, die radikale und die Regierungs⸗Partei, um den Sieg, der seit 1830 immer der ersteren oder der letzteren zugefallen war. Dicsmal siegte die radi⸗ kale Partei, nur eine Wahl fiel hierbei zu Gunsten der Aristokraten aus. In Pruntrut ist der immer noch auf flüchtigem Fuß befindliche, seiner Zeit von Neuhaus gestürzte radikale Alt⸗Regierungerath Stockmar mit allen bis auf vier Stimmen erwählt worden. Diese Wahl wird aber vermuthlich kassirt werden, weil der Gewählte außer⸗ halb des Kantons ansässig und noch nicht begnadigt ist.

Italien.

Mom, 23. Febr. (D. A. Z.) Se. Königl. Hoheit der Prinz Georg von Preußen verließ heute früh unsere Stadt und begab sich nach Florenz, um von dort später seine Reise nach Düsseldorf und Berlin fortzusetzen. Der Prinz hielt sich diesmal nur fünf Tage hier auf und wurde an jedem derselben als freundlicher Theilnehmer am Karnevals⸗Jubel in dem Nachmittagsstunden bald im Wagen, bald auf einem Balkon im Korso bemerkt. Mit ihm waren die beiden Fürsten von Windisch⸗Grätz aus Palermo hier eingetroffen.

Dem hiesigen russischen Botschafter, Geheimen Rath von Butenieff, ist so eben ans Parlermo die Weisung zugegangen, daß für die Kai⸗ serin von Rußland gemiethete Hotel Meloni zum Empfange des Groß⸗ fürsten Konstantin in Bereitschaft setzen zu lassen, da derselbe schon in vier Tagen auf dem Kriegs⸗Dampfschiffe „Kamtschatka“ in Civita⸗ vecchia eintreffen will. In Folge dieser Anmeldung haben mehrere der ersten russischen Familien, für welche die Postpferde bis nach Nea⸗ pel bereits bestellt waren, ihren Aufenthalt in Rom zu verlängern beschlossen.

Neapel, 17. Febr. (A. Z.) Der Großfürst Konstantin ist am 7. Februar, zuletzt von Girgenti kommend, nach Palermo zurück⸗ gekehrt. Die Kaiserin eilte ihm am Bord der „Bessarabia“ entgegen. Auch ihm, welcher etwas blaß und angegriffen in Palermo angekom⸗ men sein soll, thut Siciliens Himmel wohl. Unsere Privat⸗Nachrichten liefern interessante Details über die zärtliche mütterliche Sorgfalt, welche die Kaiserin dem Kronprinzen von Württemberg zu Theil wer⸗ den ließ. Man erwartet dieselbe erst Ende März in Neapel, wo sie ihren Aufenthalt wahrscheinlich bis auf 4 Wochen ausdehnen wird. In Pompeji sind noch mehrere sehr schöne und kostbare Wand⸗Ge⸗ mälde zum Vorschein gekommen, welche dem Publikum bis zum Besuch der Kaiserin verschleiert bleiben.

Modena, 20. Febr. Se. Königl. Hoheit der Herzog hat den Staatsrath, Kammerherrn und bisherigen Maggiordomo, Grafen Joseph Forri, zum Ministro di pubblica Economia ed Iustruzione

ernannt. Sriechenland. 1

22 Athen, 22. Febr. Die Debatten dieser Woche in der Deputirten-Kammer drehen sich um die verschiedenen Paragraphen der Antworts⸗Adresse und haben wenig Interesse für das Ausland. Die Opposition griff das Ministerium heftig an, doch vertheidigte sich Herr Kolettis in einer trefflichen Rede, welche großen Eindruck machte. (S. das gestrige Blatt der Allg. Pr. Ztg.)

Der neue Finanz⸗Minister, Senator Poniropulos, hat sich in eine ganz eigene Stellung versetzt, indem er öffentlich in der Kam⸗ mer erklärte, er könne keine finanzielle Auskunft geben, weil im Mi⸗ nisterium keine Bücher, keine Ordnung, kein Dienst⸗Reglement bestehen, und wirft die Schuld auf frühere Verwaltungen. Obgleich dieser Pfeil gegen Balbis gerichtet war, so gleitet er harmlos von ihm ab, indem dieser nur provisorisch wenige Monate das Portefeuille der Finanzen hatte, während erst Maurokordatos und dann Metaxas Faßsde Häupter der Opposition für diese Unordnung verantwort⸗ ich sind.

Die Debatten über die Adresse wären gestern beendigt worden, allein da Kolettis unwohl war, so hielt die Kammer keine Sitzung. Die Op⸗ position zieht aus dieser Unpäßlichkeit die größten Folgen, und es geht heute in der Stadt das Gerücht, der König wolle ihn nicht länger als Minister und habe ihn abgesetzt. Kolettis stand indeß, wie ich aus bester Quelle versichern kann, niemals höher in der Gunst und im Vertrauen seines Monarchen, als gerade in diesem Au⸗

genblick.

11““

Es wird jetzt zur Belebung der einheimischen Industrie an der

Ausführung der verschiedenen Kolonieen gearbeitet, und es scheint,

daß der Plan günstig aufgenommen wird. Trotz dem Geschrei der Opposition ist ein unverkennbarer Drang der auswärtigen Griechen, sich hier niederzulassen, bemerkbar. So sind in diesen Tagen über 60 wohlhabende Familien aus Kandien hier angekommen, und eine Deputation von Macedoniern (welche eine Bevölkerung von 10 großen Dörfern in der Nähe von Salonika repräsentirten) befindet sich auch hier, um mit der Regierung die näheren Bedingungen über ihre

Niederlassung in der neuen macedonischen Kolonie von Atalante zu

unterhandeln.

Am vorigen Sonntag wurde der Jahrestag der Ankunft der Königin in Griechenland durch einen glänzenden Ball im Königlichen Palais gefeiert. Am folgenden Tage legte der Hof eine vierzehn⸗ tägige Traner an für den jüngst verstorbenen Herzog von Modena.

München, 1. März. Wir haben vor einigen Tagen er⸗

wähnt, daß die letzte griechische Post eine ansehnliche Zahl von Zei⸗

tungen hierher gebracht habe. Eines dieser Journale, welches zwar zu den kleineren Wochenblättern der Hauptstadt Griechenlands, aber nicht zu den unbeachtetsten gehört, enthält einen Artikel, der wenig⸗ stens den Beweis liefert, daß auch ein Theil der griechischen Presse anfängt, das Unglück, welches die Zerrissenheit des Volks in verschie⸗ dene politische Parteien über das Land gebracht hat und noch immer bringt, schärfer und unparteiischer ins Auge zu fassen und eben so auch unumwunden einzugestehen, welche Dankbarkeit das heutige Griechenland dem Auslande schuldet. Es ist der Aufsatz in der Form einer Anrede an die Abgeordneten⸗Kammer verfaßt und enthält folgende Stellen: „Herren Deputirte! Aus der Eintracht entspringt das Glück der Völker, und durch Zwietracht gehen sie zu Grunde. Zur Zeit Alexanders des Großen zählte das griechische Volk z. B. 200 Millionen !); durch Zwietracht sind diese 200 (1) auf 10 Millionen herabgesunken. Habt Ihr die Absicht, durch Eure Zwietracht uns noch mehr zu verringern, als wir es schon sind? Ihr wißt es recht gut, daß das freie Griechenland nur 800,000 Seelen zählt, das unter fremder Herrschaft stehende aber über 9,000,000 Seelen.“ „Wir bewundern nur die Zeitungsschreiber unseres Landes. Einige schimpfen auf Frankreich, Andere auf Rußland, Andere auf England und noch Andere auf Bayern, und eben so sind sie parteiisch in ihrem Lobe für die eine oder die andere dieser Mächte, und doch wollt Ihr, die Ihr diesen Weg wandelt, das Volk belehren? Und in der That zeigt dieses Volk, gegenüber dem gebildeten Europa, sich solcher Lehrer würdig, denn es giebt seine Unfähigkeit zu erkennen, seine Unwissen⸗ heit und vor Allem seinen Undank gegen seine größten Wohlthäter. Oder ist es Recht, Ihr Herren, daß wir, nachdem die Großmächte uns zu einem freien Volke geschaffen haben, als Vergeltung dafür, uns unsinnigem Hasse hingeben?“ Es folgt nun eine Auszählung der Wohlthaten, die Griechenland den einzelnen europäischen Staa⸗ ten, namentlich auch Bayern, zu verdanken hat, und schließlich wen⸗ det sich der Verfasser des Artikels noch einmal an die Kammermit⸗ glieder und an die Leiter der Tagespresse mit der Warnung, sich durch ein längeres Beharren auf dem jetzt betretenen, nur zur Miß⸗ achtung aller Besseren im Lande führenden Wege nicht des Ver⸗ brechens der Verletzung aller wirklichen Interessen des griechischen Volkes schuldig zu machen.

Moldau und Wallachei.

Jassy, 22. Febr. Es ist hier ein Komplott gegen den Hospodar

entdeckt worden, in welches mehrere Bojarensöhne und einige alte grie⸗ chische Palikaren und Matrosen, 80 bis 100 an der Zahl, die in Jassy leben, verwickelt sein sollen. Die Sache scheint übrigens von keiner Bedeutung zu sein.

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.

London, 4. März. Eine zweite Ausgabe der Times ent⸗ hält heute Privat-Nachrichten aus New⸗York, welche zwei Tage weiter als die gestrigen, also bis zum 11. Februar, reichen. Das Repräsentantenhaus hatte am 9ten seine Debatte über die Oregon⸗Frage geschlossen und die gegen England feindlichen Resolu⸗ tionen angenommen. Dieselben lauten: „1) Beschlossen von dem Se⸗ nate und dem Hause der Repräsentanten der Vereinigten Staaten von Amerika, im Kongreß versammelt, daß der Präsident der Ver⸗ einigten Staaten der Regierung Großbritaniens die Anzeige mache, daß die zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritanien abge⸗ schlossene, am 6. August 1827 zu London unterzeichnete Convention über das Gebiet an der Norwestgränze von Amerika, westlich von den Felsgebirgen, binnen 12 Monaten nach gemachter Anzeige annullirt und aufgehoben werden soll.

2) Und ferner beschlossen, daß hierdurch in keiner Weise das Recht und die Discretion der geeigneten Autoritäten beider kontrahi⸗ renden Parteien, die Unterhandlungen zu einer friedlichen Beilegung des Streites in Betreff des Oregon⸗Gebiets zu erneuern oder fort⸗ zusetzen, beschränkt werden soll.“

Der Globe fügt dieser Nachricht aus eigenen Quellen hinzu: „Die im transatlantischen Handel betheiligten Kaufleute wurden heute Morgen von neuem durch eine expresse Nachricht in Aufregung ver⸗ setzt, welche das Paketschiff „Switzerland“, Capitain Knight, aus New⸗York vom 12. Februar überbracht hat. Diese Nachricht erscheint sehr wichtig. Eine Majorität von 106 Mitgliedern des Re⸗ präsentantenhauses hat die Kündigung des zur gemeinschaftlichen Be⸗ setzung des Oregongebietes mit England abgeschlossenen Vertrages beschlossen, und die Frage wird demnach jetzt auch wahrscheinlich schon im Senate in gleicher Weise entschieden sein. Die politischen Par⸗ teien in dem Hause sollen sich bei dieser Frage gänzlich getrennt ha⸗ ben, Whigs, Demokraten u. s. w. haben auf jeder Seite gestimmt, wie es ihnen ihre individuelle Ansicht eingab. Die Mitglieder von Süd⸗Karolina stimmten gegen die Resolutionen, die Repräsentanten desselben Staates im Senate werden wohl dasselbe thun. Uebrigens weiß man nicht recht, wie man diese Verhandlungen der amerikani⸗ schen Legislatur auslegen soll, ob in günstigem oder ungünstigem Sinne, denn es scheint, daß, trotz der Zurückweisung eines Schieds⸗ spruchs von Seiten des Präsidenten, das Repräsentantenhaus sein Votum nicht als ein Hinderniß für die Fortsetzung der Unterhand⸗ lungen angesehen wissen will.“

Aus Philadelphia bringt die Deutsche Schnellpost vom 3. Februar eine interessante Mittheilung über die Verbreitung deut⸗ scher Bücher in den Vereinigten Staaten. „Seit einigen Jahren“, heißt es, „fangen unsere deutschen Buchdrucker in den Vereinigten Staaten an, Verleger zu werden. Rechnet man nun hinzu, daß wir auch schon deutsche Buchhändler haben, die sich zuweilen im Verlage versuchen, so muß man einräumen, daß es die höchste Zeit ist, die schon vielbesprochene „Deutsche Central⸗Buchhandlung für Amerika“ endlich ins Leben zu rufen, wenn aus der Sache überhaupt noch etwas werden soll. In fünf Jahren möchte der Versuch zu spät kommen, indem wir bis dahin jedenfalls eine eigene deutsche Nachdrucks⸗Lite⸗ ratur haben würden, die durch ihre Konkurrenz einem solchen Versuche alsdann gefährlich werden könnte.“

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