1846 / 70 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

** Frankfurt am Main, 7. März. Die noch im Februar eingetretene Frühlings⸗Witterung übt einen all⸗ gemein günstigen Eindruck und belebt die Hoffnungen auf ein ge⸗ deihliches Jahr. In diesem Hinblick mit sind die Getraidepreise auch nachhaltig im Fallen begriffen, und überall treten auch niedrigere Brodpreise ein. Die Furcht vor dem Eintritt eines Mangels ist ver⸗ schwunden, nachdem man sich überzeugt, daß die Vorräthe nicht so gering sind, als man behauptete, und die auswärtigen Märkte mehr als überführt wurden. Nur ist es wünschenswerth, daß bei dem Stecken der Kartoffeln nur gesunde genommen werden, um im näch⸗ sten Herbst eine gesunde Frucht zu ärndten. 8

Von unserer herannahenden Ostermesse verspricht man sich zwar nicht sehr viel, doch ist es sehr wahrscheinlich, daß das frühe Früh

jahr einen günstigen Eindruck auf den Absatz von Sommer⸗Artikeln

üben wird. Oesterreichische Monarchie.

Berlin, 10. März. Bei der in unserem Blatte vom 6ten d. M.

enthaltenen Schilderung der Vorfälle in Galizien haben wir die Quelle, aus welcher sie geflossen, bezeichnet. Natürlich vermögen wir die Wahrheit und Genauigkeit der darin enthaltenen einzelnen Thatsachen nicht zu verbürgen, am wenigsten derjenigen, welche der Berichtser⸗ statter selbst nur von Hörensagen wenngleich aus der Nähe wissen konnte. Wir können daher auch keinen Anstand nehmen, zu erklären, daß jene Schilderung von anderen, hierher gelangten sehr nverlässigen Berichten in mehreren Punkten, insbesondere in dem⸗ jenigen, welcher sich auf die Haltung der Kaiserlich Königlichen Be⸗ hörden in Tarnow bezieht, wesentlich abweicht.

Posen, 7. März. (Pos. Ztg.) Heute geht uns folgende undmachung des General⸗Gouverneurs von Galizien, welche in deut⸗ scher und polnischer Sprache erschienen ist, zu: „Seit einiger Zeit sind Emissaire oder Abgesandte von Gesellschaften aus dem Auslande, welche zum Zwecke haben, Unruhe und Auflehnung gegen die gesetz⸗ mäßigen Autoritäten in Galizien zu veranlassen, und auch andere Uebelgesinnte im Lande umherzogen, welche durch die Vorspiegelung, daß ein allgemeiner Aufstand nahe bevorstehe, Unruhe und Besorgniß verbreiten und sich zum Geschäfte machen, Unerfahrene und Leicht⸗ gläubige zu bethören und Anhänger für ihre ruchlosen Pläne zu ge⸗ winnen. Während derlei Unruhstifter als Zweck des angeblichen Aufstandes nach Verschiedenheit der Personen und Umstände die Wiederherstellung Polens im Wege einer sozialen Revolution, die Aufhebung des Unterschieds der Stände, eine gleiche Vertheilung des Vermögens, den Bauern aber insbesondere Steuerfreiheit und Auflassung der auf seinem Grundbesitze haftenden Inventarial⸗ Lasten in Aussicht stellen und, wo diese Mittel nicht ausreichen, selbst durch Drohungen einer blutigen Rache schwache Gemüther einzuschüch⸗ tern suchen, ist ihre eigentliche Absicht nur auf den Umsturz der durch Religion und Gesetze fest begründeten gesellschaftlichen Ordnung ge⸗ richtet, den wohl die meisten von ihnen nur aus dem Grunde wün⸗ schen, weil sie, des Gefühls ihrer Pflicht entäußert, meist ohne Eigen⸗ thum und Einfluß in der Gesellschaft, bei einer Umwälzung wenig oder nichts zu verlieren haben und dagegen für den Fall des Gelingens ihres verbrecherischen Vorhabens manche materielle Vortheile zu errin⸗ gen hoffen. Die Regierung hat und wird auch sortwährend ernste und kräftige Maßregeln eintreten lassen, um diesen Umtrieben ein Ziel zu setzen; sie hält es gleichwohl für Pflicht, die Bewohner dieses Landes über das eigentliche Wesen der dermaligen Umtriebe zu belehren, densel⸗ ben die schuldige Treue gegen Allerhöchst Se. Majestät unseren Allergnä⸗ digsten Kaiser und König in Erinnerung zu bringen, und sie zugleich vor einer wie immer gearteteten Theilnahme an den Machinationen der Bösgesinnten, sei es aus Leichtsinn oder aus Furcht vor ihren eitlen Drohungen, mit Hinweisung auf die bestehenden Gesetze nach⸗ drücklich zu warnen. Der §. 52 des I. Theils des Strafgesetzbuchs setzt fest, daß Jeder das Verbrechen des Hochverraths begeht, der etwas unternimmt, was auf eine gewaltsame Veränderung der Staatsverfassung, auf Zuziehung oder Vergrößerung einer Gefahr von außen gegen den Staat angelegt wäre, es geschehe öffentlich oder im Verborgenen, von einzelnen Personen oder in Verbindungen, durch Anspinnung, Rath oder eigene That, mit oder ohne Ergrei⸗ fung der Waffen, durch mitgetheilte zu solchem Zwecke leitende Geheimnisse oder Anschläge, durch Aufwiegelung, Anwerbung, Aus⸗ spähung, ÜUnterstützung, oder durch was sonst für eine dahin abzielende Handlung. Auf dieses Verbrechen, wäre es auch ohne allen Erfolg nur bei dem Versuch geblieben, verhängt der §. 53 die Todes⸗ strafe. Aus dem in den Provinzial⸗Zeitungsblättern vom 21. und 22. Januar 1845 eingerückten Artikel konnte Jedermann entnehmen,

daß das hier erwähnte Verbrechen des Hochverraths hierlands vor

wenigen Jahren von mehreren Personen begangen worden sei, daß die⸗ selbe hierfür auf Grundlage der bei dem betreffenden Kriminalgericht durch⸗ geführten Untersuchung zur Todesstrafe verurtheilt, und daß diese Ur⸗ theile dann euc durch die zwei hohen Gerichts⸗Instanzen bestätigt worden sind. Nur die unbegränzte Milde und Gnade Allerhöchstsei⸗ ner Majestät hat damals allen Verurtheilten die Todesstrafe und meh⸗ reren derselben auch die zeitliche Strafe nachzusehen geruht. Indem ich die Bewohner dieses Landes an diesen Gnadenakt Sr. Majestät des Kaisers erinnere, kann ich nicht umhin, Jedermann darauf auf⸗ merksam zu machen, daß bei Wiederholung des schweren Verbrechens des Hochverraths auf eine ähnliche außerordentliche Gnade des Mo⸗ narchen nicht immer gezählt werden könne. So möge denn Jeder⸗ mann, der aus was immer für einem Grunde den erwähnten Unruh⸗ stistern Unterstand, Gehör und Unterstützung zu gewähren versucht wird, wohl bedenken, was er zu thun beabsichtige. Die Regierung hat, dies wird jeder Verständige einsehen, die Kraft und den festen Vorsatz, die eben so ruchlosen als tollkühnen Unternehmungen der Bösgesinnten zu vereiteln und die treuen Unterthanen Seiner Ma⸗ jestät vor frecher Gewaltthat zu schützen; möge sich daher in dieser Ueberzeugung Niemand unzeitigen Besorgnissen hingeben, sondern vielmehr durch ein streng pflichtmäßiges Benehmen sich jenes Schutzes der Regierung würdig zu machen suchen. Lemberg, den 18. Februar 1846. Ferdinand, Erzherzog von Oesterreich⸗Este, Civil⸗ und Militair⸗General⸗Gouverneur.

Freie Stadt Krakau.

Wien, 7. März. Ein gestern an das Kaiserl. Hofkriegsraths⸗ Präsidium aus Krakau vom 4. März eingegangener Bericht des Kai⸗ serlichen General⸗Majors von Collin bringt nähere Nachrichten über die Besetzung dieser Stadt durch die Kaiserlichen Truppen. Diesem Bericht zufolge, hörte man in der Nacht vom 2. auf den 3. März sehr früh am Morgen Trommeln der Insurgenten. Mit Tages⸗An⸗ bruch zeigte es sich, daß selbe ihre Posten an der Weichsel eingezogen hatten. Gegen 9 Uhr früh kam eine Deputation aus Krakau zu dem General⸗Masor von Collin, worunter der Senator Kopf, welche ihm mittheilte, daß die bewaffneten Banden die Stadt verlassen hätten und in Ermangelung jedweder Regierung und Obrigkeit sich ein Bür⸗ ger⸗Comité zur Aufrechthaltung der Ruhe gebildet und beschlossen habe, sich mit der Bitte um Schutz an die an der Gränze des Frei⸗

aats kommandirenden Generale der drei hohen Schutzmächte zu enden. 8g General⸗Major von Collin ertheilte hierauf den Bescheid, daß, nachdem 7 Senatoren in Krakau anwesend seien, selbe sich interimistisch

312 unter dem Präsidium des Senators Kopf, bis auf weitere Entschei⸗ dung, als Senat zu konstituiren und die Zügel der Regierung zu er⸗ greifen hätten. Nachdem dies geschehen war, erließ der General⸗ Major von Collin die nachstehende Zugschrift an den regierenden Se⸗

nat zu Krakau: 3 „Podgorze, 3. März 1846. Nachdem die Rebellen die Stadt Krakau verlassen haben, und die Bürgerschaft dieser Stadt, in welcher faktisch jede Regierung auf⸗ gehört hat, um den Schutz der drei hohen Mächte für die Sicher heit ihrer Person und ihres Eigenthums gebeten hat, so gestehe ich

dieser Stadt denselben zu, jedoch nur als provisorische Maßregel, bis

die drei hohen Schutzmächte das Weitere bestimmen und unter fol⸗ genden Bedingungen: 1) die Stadt Krakau liefert alle ihr bekann⸗ ten Häupter der Rebellen, die sich daselbst noch befinden dürf⸗ ten, zu meiner Disposition aus oder zeigt deren Aufent⸗ halt mir an. 2) Hat eine allgemeine Entwaffnung der Art stattzu⸗ sinden, daß bis 5ten d. M. Mittags 12 Uhr sämmtliche Waffen aller Art auf dem Schloß niedergelegt werden, zu deren Uebernahme eine Kommission dort sich einfinden wird. 3) Wenn während unseres Auf⸗ enthalts daselbst Jemand mit den Waffen in der Haud betreten wird oder in dessen Wohnung Waffen gefunden werden, so wird derselbe binnen 21 Stunden kriegsrechtlich behandelt werden. 4) Zur Ueber⸗ nahme der Leitung der inneren Angelegenheiten der Stadt und des Gebiets wird, bis zur weiteren Verfügung der drei hohen Schutz⸗ mächte, der jetzige Senat, bestehend aus den anwesenden Senatoren, unter Vorsitz des Senators Kopf, bestimmt.“”“) 8

General⸗Major von Collin befahl nun, die Weichselbrücke mit thunlichster Eile wieder herzustellen. Bevor noch diese Operation be⸗ endigt war, gegen 4 Uhr Nachmittags, erschienen einige Kaiserl. rus⸗ sische Stabs⸗Offiziere, begleitet von einem Haufen Tscherkessen, am jenseitigen Ufer, welche sich zu dem General⸗Major von Collin ver⸗ fügten und das Herannahen einer bedeutenden russischen Truppenmacht ankündigten.

Der General⸗Major von Collin ließ hierauf sogleich seine Trup⸗ pen unter das Gewehr treten, die Brücke mit Aufbietung aller Kräfte herstellen und rückte mit vier Compagnieen von Schmeling Infan⸗ terie, der ersten Majors⸗Divission von Kaiser Chevauxlegers und der frakauer Miliz, unter lebhaften Vivatrufen der dicht gedrängten Volks⸗ menge, in die Stadt ein. 1

Das Schloß und die Hauptwache waren von der russischen Avant⸗ Garde, aber nur schwach, besetzt. Alle übrigen nicht besetzten Posten der Stadt, welche der Miliz wohlbekannt waren, ließ General⸗Major Collin schleunigst durch selbe besetzen, legte einen Theil der Infanterie in das Schloß, ließ eine Compagnie Miliz neben der Hauptwache auf⸗ marschiren und die Kavallerie⸗Division auf dem Ringplatze bivona⸗ kiren. Bei Einbruch der Nacht waren drei Bataillone der russi⸗ schen Infanterie mit 12 Geschützen „und etwa 500 Mann Kavallerie, meistens Kosaken, eingetroffen. 1

Etwa 300 Mann Kavallerie, dann Infanterie mit Geschütz war im Gebiete des Freistaates zur Verfolgung der entflohenen Insur⸗ genten vorgegangen. Starke Abtheilungen russischer Truppen sind noch im Anzuge; sie stehen unter dem unmittelbaren Kommando des Kaiserlich russischen General⸗Majors Panukin und des General⸗ Majors Trushoff. Spät Abends langte auch der kommandirende General von Rüdiger in Krakau an, mit welchem der General⸗Ma⸗ jor von Collin sich über die zu treffenden weiteren Maßnahmen besprach.

8 20. ten Morgens zog General⸗Major von Collin noch zwei Geschütze und die zweite Majors⸗Division von Kaiser Chevauxlegers in die Stadt. In Podgorze hat derselbe eine Reserve, bestehend aus dem dritten Bataillon Fürstenwärther und einer Eskadron Hohen⸗ zollern Cheveauxlegers zurückgelassen.

Der Kaiserl. Feldmarschall⸗Lieutenant, Graf Ladislaus Wrbna, ist am 4ten Morgens in Krakau eingetroffen. 1 6

Wir haben bereits erwähnt, wie sich die Aufrüher, während sie im Besitz von Krakau sich befanden, mit Organisationsplänen für die „vpolnische Republik“ beschästigten. So wurde gleich am ersten Tage, 23. Februar, der Einsetzung der revolutionairen Gewalt, ein sogenanntes Revolutions⸗Statut bekannt gemacht, worin unter Anderem verfügt wurde, daß die Revolutions⸗Regierung nur eine, für ganz Polen absolute und der Nation verantwortliche sei; daß Jeder, den die Regierung oder eine von der Regierung aufgestellte Behörde was immer für ein Amt, Kommando oder auch nur zeitweiligen Posten überträgt, denselben zu übernehmen und unter Todesstrafe auszuüben hat; daß alle diejeni⸗ gen, die sich an dem Aufstande nicht betheiligen, als Ueberläufer vor ein Kriegsgericht gestellt werden sollen; endlich wurde Jeder, der Klubs, Comités oder Gesellschaften ohne Ermächtigung der Regie⸗ rung bildet, als Vaterlands⸗Verräther erklärt.

Schon am folgenden Tage, 24. Februar, übernahm einer der revolutionairen Gewalthaber, Johann Tyssowski, die Diktatur und erließ, auf die Kunde von den an der treuen Anhänglichkeit der Land⸗ leute an die Regierung gescheiterten Aufwiegelungsversuchen in Ga⸗ lizien, Folgendes an die polnische Nation:

„Diktator, Johann Tyssowski an die polnische Nation. Die Unordnung, welche in die aus mehreren Mitgliedern beste⸗ hende Regierung sich eingeschlichen hat, und die von allen Seiten einlangenden Nachrichten, daß das Landvolk, welches nicht begreift, um was es sich handelt, sich auf den Adel geworfen hat, legen mir die Pflicht auf, die ausübende Gewalt in meine Hände zu nehmen, und indem ich die Einwohner von Krakau hiervon in Kenntniß setze, mache ich gleichzeitig Allen bekannt, daß meine Sicherheits⸗ wache den Auftrag erhalten hat, Niemanden zu mir zu lassen, als blos, über gegebenes Zeichen, zum Rapport. Ich mache ferner bekannt, daß zum Rapport nur solche Perso⸗ nen erscheinen sollen, die irgend eine Thatsache anzuzeigen haben. Zur Ertheilung von Rathschlägen und Mittheilung von Projekten haben nur diejenigen sich einzufinden, welche hierzu werden aufgefor⸗ dert werden. Krakau, den 24. Februar 1846. 6 Johann Tyssowski. Rogawski, Secretair.“

Neu⸗Berun, 7. März. (Schles. Ztg.) So eben (um 9 Uhr Morgens) geht die erste Post mit sämmtlichen hierher geretteten Ak⸗

ten und dem nöthigen Personal und einigen Passagieren nach Kra⸗ kau ab. . 8

Gleiwitz, 7. März. (Sles. Ztg.) Der polnische Frei⸗ schaarenzug, denn als solchen kann man ihn jetzt nur bezeichnen, hat nunmehr sein Ende erreicht. Nachdem der Rest der bewaffneten Insurgenten, welcher sich auf 700 Mann circa belief, sich unter preu⸗ ßischen Schutz begeben und die Waffen gestreckt hatte, ist derselbe gestern unter Bedeckung von 2 Compagnieen des 23sten Infanterie⸗ Regiments hier durch nach Kosel abgeführt worden. Auf den Ge⸗ sichtern der der niederen Klasse gehörenden, prägte sich Hungernoth und Muthlosigkeit aus, wogegen bei einem Theil der höheren Klasse sich die größte Nonchalance unzweideutig äußerte. Die ungeregel⸗ ten Insurgentenhaufen sind nunmehr zersprengt und das krakauer

Gebiet von preußischer, österreichischer und russischer Militairmacht besetzt.

v X“ GSroßbritanien und Irland

London, 4. März. Nachdem die veröffentlichten Depeschen Geueral⸗Gouverneurs von Indien und die vorgestrigen Parla⸗ uts⸗Verhandlungen über die Ereignisse in Indien die Anklagen derlegt haben, welche man in der Presse gegen die dort befolgte ttik und Politik hinsichtlich des Seikhskrieges sehr nachdrücklich er⸗ ben hatte, schreibt die Times: „Die außerordentliche Kühnheit britischen Feldherren in den Jüngsten Kämpfen am Sutledsch ist czeitig ihr Ruhm und ihr Fehler. Ihr glänzender Erfolg hat Tadel entwaffnet, wenngleich die Kritik deshalb nicht schwei⸗

ollte. Der Beifallruf, welcher gestern in beiden Parla⸗ tohäusern wiederhallte, als ihrer Großthaten dort in gezie⸗ der Sprache gedacht ward, wird in jeder englischen Brust ein o finden. Der Dank des Parlaments für diese Dienste ist Dank Englands. Denn bei der aufrichtigsten Vorliebe für jene dlichen Triumphe und jene ruhigeren Aufgaben, welche der beson⸗ Ruhm unseres Zeitalters sind, wird von Zeit zu Zeit ein glän⸗ ber Beweis geliefert, daß diese Nation nichts verloren hat von

alten Wehrhaftigkeit. Männer, die ihr Leben aufrichtig an die

Rußland und Polen.

Warschau, 6. März. Der Ober⸗Polizeimeister der Ham stadt, General⸗Major Abramowitsch, hat unterm 4ten d. folgen Bekanntmachung erlassen, welche heute von dem Kuryer Warszawe veröffentlicht wird: „Da die Regierung über ein entdecktes Komp!e⸗ von Störern der gesellschaftlichen Ordnung, so wie von verbrechen schen Verschwörungs⸗Plänen gegen die ruhigen und gutgesinnten En wohner, Kunde erlangt hatte, so hielt sie es für nöthig, die Maßregr⸗ zu ergreifen, welche ihr für das Wohl dieser Letzteren unumgänggts erschienen. Die hiesigen Herren Staats⸗Bürger aller Stände, hierin einen offenbaren Beweis von der Obhut sahen, mit der! Regierung für sie wacht, erschienen nun heute bei mir mit der Bitz daß ich pflichtmäßig ihre lebhafteste Dankbarkeit für die ihnen bewg⸗ sene Fürsorge zur Kenntniß Sr. Durchlaucht des Fürsten Statthe⸗ ters bringen möchte. Se. Fürstliche Durchlaucht haben darauf, ne hiervon erhaltener Meldung, den Herren Staats⸗Bürgern der Ste Warschau Ihre hohe Zufriedenheit zu bezeugen geruht.“

Dasselbe Blatt enthält außerdem solgenden Artikel: „n verbrecherischen Pläne und Anschläge, welche unlängst in den ant

Königreich Polen angränzenden Provinzen, namentlich im Gro b vedli AM dlit; oFen⸗ 8 3Gabzien 82 im 2e biet von haltung einer friedlichen und erleuchteten Politik gewendet haben,

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Tag kamen, sind bekannt. Wenn nun auch die Regierung des 8 25ö ö1e.e.d; Brmnche g

nigreichs Polen, auf ihre Stärke und Energie vertrauend, nicht zu. S rr und wann und wo von dem Einfalle der gewaltigen

feite daß die Bösgesinnien kein ouf Störung der Nube in der Su eussdn, Seiths in das britische Gebiet die Rede ist, witd auc . 6 5 nee 8 8

Warschau gerichtetes Unternehmen wagen würden, so wurden dot ügt werden, daß eine englisch⸗indische Armee, wenig über den

sie⸗ C 18” 8s Eitrafücben 19, 5 bf⸗ ten Theil so stark als der Feind, hingereicht hat, einen Einfall

dem Ziel der geschmiedeten Anschläge läsen, mit Besorgniß u chuschtag, -e 1“ .H endas ihre persönliche Sicherheit und um die ihrer Habe und Guts erfiül hbest⸗ vüste gelegt haben 2p 2 g werden möchten, um I zu des und . gür-8 den eufe 81 ö - enwärtigen Umständen vollkommenes Vertrauen auf die Regierm w sh ese Nrer. - Seela⸗ 2 Anzuftben, in Leneschan einige Vorkehrungs⸗Maßregeln 7. 9 5 Die Nachtwachen und Patrouillen wurden bedeutend verstärkt, . v“ - S 6 Le- Sn wurde strengere Aufsicht über die ohne persönliche Legitimationen e⸗ NLg. nes den 1*8 2b ge ka Warschau ankommenden Leute und über die Verdächtigen angeordmestrn. 1 -v n 5* dieses Jat dir Bel giag 4 es wurde endlich noch eine andere Verfügung erlassen, welche schrht, in Eng and, hatte le igungen am aus den in den öffentlichen Blättern erschienenen Publicationen ke ntage ““ LASs. 5 dieses g zeigte sich das Volk kannt ist. In der ganzen Stadt herrscht die vollkommenste Ruhe.“ roßer Anza Palas g He echas ge 828 Ferner giebt das genannte Blatt, zum Beweise, wie d 2 vb Pa e 900 1 S Bauern bei dem aufrührerischen Unternehmen 18 Königre Wasfen 8 3. Menge e Polen sich beeifert, der Regierung ihre Hingebung darzuthun, indent die Soldaten unschlüstg woeen, Ueß maͤn das sch Berische sie die Rädelsführer ergriffen und au die Behörden ausgeliefert, neot t, so wie mehrere Polizei⸗ 11“ g. 51e. latz Ver einen ausführlicheren Bericht über das bereits gemeldete Attentat ge Palaste des wurde unverzüglich geräumt Piat N gen Siedlce. ahl Personen, worunter Advokaten, Handelsleute ꝛc., verhaftet. solgenden Tage wurden sie vor das Gericht gestellt, welches die eschuldigten, mit Ausnahme Zweier, gegen welche man einen Pro⸗ imstruirt, ohne Weiteres in Freiheit setzte. Aüf der Midland⸗Eisenbahn sind gestern zwei Züge, die zum d keine Pafsagier⸗Züge waren, mit furchtbarer Heftigkeit zusam⸗ gesioßen. Der eine Zug fuhr mit der Schnelligkeit einer eng⸗ en Meile in einer Minute. Die Lokomotiven und Waggons wur⸗ stark beschädigt und mehrere Personen des Dienst⸗Personals be⸗ end verletzt.

niederlande.

Frunkrrtib.

Paris, 5. März. Der bisherige Minister⸗Resident des Gng⸗ herzogs von Baden am hiesigen Hofe, Freiherr von Andlaw, übergu gestern dem Könige in einer besonderen Andienz das Abberufung⸗ Schreiben, welches seinen hiesigen Functionen ein Ziel setzt. Gletz darauf überreichte der Freiherr von Schweizer, als dessen Nachfolge sein Beglaubigungs⸗Schreiben. b

Die Prinzen Joinville und Alexander von Württemberg halten se einigen Tagen große Treibjagden in den Forsten von Fontainebleak

Die Deputirten⸗Kammer hat gestern auf den 8 des Hem Garnier Pagès die von der Regierung verlangte Summe von 3. s8 dem H 5. ; g 1 Mill. Fr. zur Verbesserung des Betts der Seine zwischen Rouen und 1 e. EE1“ Havre, 8 der 5 111““ vakindenmn Münze zugestandenen Gelder auf das Budget von 1846 bemerkte dieses - Flls 8 ill,, sogar noch erhöht 1 2 . für seg Finanz⸗Minister unter Anderem: „Das Jahr 18165 ist das erste Vorschl gg in Betreff der Herabsetzung des Brief⸗Portot esen, 9 1Gp hier zu Lande die Ausgaben durch die Einnah⸗ fast Engführun v ““ Mitglieder sprache e Zuflücht hat nehmen müssen. Die ostindischen Geldmittel ha⸗ feß 8 1 85 D 2bgts bringt heute in seinem leitende 17 vyunen weniger, aufgebracht, als veranschlagt war (sie waren Artikel wieder eine Zusammenstellung der aus verschiedenen deutsche e geschäßt) dagegen haben 88 EE8 Blättern geschöpften Nachrichten über die polnischen Unruhen ue 11““ Aus G“ M giebt am Schluß den Polen zu bedenken, daß sie ihre wiederboltn ich 71 GeC dehn Fl. 6 i 8 1 d11 d. Auflehnungs⸗Versuche stets zu büßen gehabt, und daß auch diese neen ö“ selten der Fall sst und neuen Bewegungen ihnen nur neues Unglück bereiten könnten, wobei 8 G vine at⸗ k1. vi 1 4“ 8 das genannte Blatt zugleich auf die große Milde hinweist, welte uldsche 90 en ni . L“ g 88e,e egagg für Preußen und Oesterreich, ihren gerechten und menschenfreundlichen bbbr Ruünve 499,000 tl.gals 9 1 Gesinnungen gemäß, ihren polnischen Provinzen gegenüber an da Hensoonen hi Se. ich dies Diensti go 5 Tag gelegt. Im Lauf des Artikels sucht das französische Journai. binzufügt, daß, sage ich, dies Dienstjahr, ungeachte H n eewemg der Komplotte von den polnischen Flüchtlingen n. feser tst. gageh⸗ einen Ueberschuß von ungefähr 155,000 Fl. Frankreich und England abzulehnen, die, wie es behauptet, wenngstereng 18 Gle; Hieraus ergiebt sich mithin, daß die Anstrengungen, direkt nicht die Anstifter der Unruhen seien, wenn es auch zwei odenern eichgewicht zwischen den Ausgaben und Einnahmen wieder drei mit französischen oder englischen Pässen versehenen Zlüchtlngenteabagschale sichen W“ gekrönt ja, daß selbst gelungen, in das Großherzogthum Posen einzudringen, und wenn auch s⸗ ch zu den Einnahmen hingeneigt hat. vielleicht durch Verbreitung periodischer Schriften und Broschüren die B e 1 g ien.

Brüssel, 6. März. Die heutige Independance meldet:

Gemüther aufgeregt worden. Etwas Bestimmtes aber weiß das Blatt nicht anzuführen, um seine Behauptung zu begründen. gge Schrutte und Berathungen wegen neuer Bildung des Kabinets

Im abgelaufenen Jahre befanden sich in Algerien 59,286 Eunwerden mit Thätigkeit fortgesetzt, man sucht sie aber in das tiefste päer, worunter 2787 Deutscha. Oeheimniß zu hüllen. Wir können nur so viel sagen, daß gestern Dem Minister des Innern ist ein Theater⸗Plan vorgelegt we sagt bei einem der angesehensten Mitglieder der liberalen Partei eine den, wonach eine Aetien⸗Gesellschaft mit einem Kapitale von mehnecsammlung stattfand, deren Zweck mit der Ministerkrise zusammen⸗ ren Millionen sãmentliche Departements⸗Theater Frankreichs übernen Man versichert, daß, wenn der Krisis nicht bald ein Ende ge⸗ men und führen will. 8 1 dverde könne, die Kammer nach Bewilligung vorläufiger Kre⸗ Die Democratie pacifique wünscht dem Courrie hit für diejenigen Verwaltungszweige, deren Budget noch nicht an⸗ français Glück dazu, daß er die Frage über die Freiheit des Unterricht b b 8

„Hemommen ist, vertagt werden sollen.“ auf die Tages⸗Ordnung der Linken gebracht, und empfiehlt dessen Bi In der vorgestrigen Sitzung der Repräsentanten⸗Kammer, als schrift ihren eigenen Freunden;

nur bedauert sie, darin einige deehet die Diskussion über den 17ten Artikel des Gesetzes in Betre Universität feindselige Ausdrücke zu finden, deren Dienste nicht ve hag Fehunngenesens, welcher der Regierung gewiseh Gewalten ff kannt werden dürften, und welche durch die Konkurrenz der Freihe ghwesenheit der Kammern verleiht, eröffnet worden war, forderte nicht vernichtet, sondern im Gegentheil belebt werden würde. e. Manilius das Ministerium auf, zu erklären, welches die Lage

Die Gazette de France meldet, daß der Einnehmer ddes Kabinets sei, und ob diese Lage gestatte, die Diskussion des Ge⸗ direkten Steuern einen Theil der Möbel des Herrn von Genomnetzes mit Nutzen fortzusetzen. Graf Merode meinte, daß dies die wegen Steuer⸗Verweigerung habe in Beschlag nehmen lassen. Dudiskussion nicht hindern könne. Herr Verhaegen stellte die Frage, Sache wird vor die Gerichte kommen. 2b,es wahr sei, daß das Ministerium in Masse seine Entlassung eingereicht

Die Prüfungs⸗Kommission der Supplementar⸗Kredite für 1 mabe. Der Finanz⸗Minister antwortete, wie er es schon in einer worin eine Vermehrung der See⸗Offiziere beantragt wird, hat iesttheren Sitzung gethan hatte, daß in einigen Tagen der Kammer vollstän⸗ Entscheidung vorläufig von der Budget⸗Kommission abhängig gemacheshe Erklärungen würden gegeben werden, er sich aber für den Augenblick

Der Bischof von Algier, Herr Dupuch, soll auf seinem Pos tef beschränken müsse, zu erklären, daß die Diskussion eines ganz bleiben; die Königin hat, wie es heißt, die Bezahlung seines dhltztstrativen Gesetzes, worüber das Kabinet einig sei, fortgesetzt zits übernommen; sein Gehalt wird bedeutend erhöht und die 3üen könne. Herr Devaux suchte zu beweisen, daß die Kammer seiner Diözesan-Geistlichen vermehrt werden. 1 Kem Rechte sei, wenn sie verlange, daß man ihr nicht die Lage

Zu Metz ist von Paris der Befehl eingegangen, daß 3 Compꝛ. Ministeriums verhehle. Seitdem die Minister versprochen, Er⸗ nieen des in erster Stadt garnisonirenden Genie⸗Regiments sich d gen zu geben, hätte das Ministerium, wie man höre, insge⸗ reit halten sollen, in einigen Tagen nach Afrika abzumarschiren. 1 seine Entlassung eingereicht, und die Kammer müsse wissen,

Die atmosphärische Eisenbahn nach Sceaux soll am 1. Mai a sie blos eine provisorische Verwaltung vor sich habe. Herr öffnet werden. 5 8 sn nart meinte auch, daß die Diskussion fortgehen könne, da es

Der Zuschlag der Eisenbahnlinie von Lyon nach Avignon w hier blos um administrative Gegenstände handle. Der Mi⸗ dem Vernehmen nach, am nächsten 5. April stattfinden. a der auswärtigen Angelegenheiten ersuchte die Kam⸗

Die um ¼ pCt. niedrigere londoner Notirung der Consolse nur noch einige Tage zu warten, wo die Erklärungen Folge der Nachricht aus den Vereinigten Staaten, daß der Präst - ban ürden. Das Ministerinm habe über die Angemessenheit des Polk den Vorschlag zur Ueberweisung der Oregon⸗Differenz vo W dazu zu entscheiden. Herr Lebeau war der Ansicht, Schiedsgericht positiv abgelehnt, und die Nachrichten von den ii e sich hier nicht um Gefährdung der Vorrechte der Krone handle. gängen in Krakau wirkten heute an der Börse ungünstig auf 8 nmal die Entlassung der Minister allgemein bekannt sei, müsse hüngen n. Fhorbbahn⸗Uotien 796. 25. entweder jetzt Erklärungen geben oder die Diskussion des Ge⸗

setzes vertagen. Der Finanz⸗Minister erwiederte indeß nochmals, daß das Ministerium es für seine Pflicht halte, mit seinen Erklärun⸗ gen noch einige Tage zu warten, worauf die Kammer die Vertagung der Debatte verwarf.

Am 2ten d. wurde zu Ostende der neue belgische Dampfschiffs⸗ dienst zwischen Ostende und Dover festlich eröffnet. Zur feierlichen Eröffnung fand Abends 6 Uhr im Kasino ein Bankett statt. In Abwesenheit des Ministers führte der General⸗Secretair des Ministe⸗ riums der auswärtigen Angelegenheiten und der Marine, Baron von T'Serclais, den Vorsitz; ihm zur Rechten saß Oberst Richardson, Di⸗ rektor der Rheinischen Eisenbahn, zu seiner Linken General Clump. Außer den Generalen der Provinz und den dort in Garnison stehen⸗ den Stabs⸗Offizieren befanden sich mehrere ausgezeichnete Fremde daselbst, worunter auch Herr Waghorn. Der Spezial⸗Direktor der Rheinischen Eisenbahn, Herr Hauchecorne, befand sich eben falls unter den Gästen. Beim Dessert erhob sich Oberst Richardson und brachte folgenden Toast aus: „Mir, meine Herren, ist der ehrenvolle Auftrag geworden, den ersten Toast auszubringen. Ich kann dies nicht besser, als indem ich Sie auffordere, mit mir den aufrichtigen Wunsch auszusprechen: Möge der König, dem ihr schönes Geschick anvertraut ist, lange Zeuge des Glücks sein, welches Belgien zu sichern all sein Bemühen erstrebt. Es lebe der König und die Königliche Familie!“ Baron von T'Serclais erwiederte diesen Toast und trank auf die Gesundheit Ihrer Majestä⸗ ten des Königs von Preußen und der Königin von England, wobei er sagte: „Die Paketboot⸗Linie, die wir heute eroffnen, wird das England überziehende Eisenbahn⸗Netz mit den Linien verbinden, welche den Kontinent durchschneiden. Die Eisenbahn⸗ Verwaltungen, die belgische Marine, Post⸗ und Zollwesen, werden wetteifern, um zwischen England und Deutschland eine regelmäßige, sichere, bequeme Verbindung zu eröffnen, welche dem Bedürfnisse häu⸗ figen Verkehrs genügen kann. Bald wird die belgische Eisenbahn mit Paris und Breda in Verbindung stehen, wie sie heute schon mit London und Köln es ist, bald werden die Couriere aus Ostindien unser Land durchfliegen und die amerikanischen Paketböte in Ant⸗ werpen eintreffen.“ Am 3ten Morgens verließ das Dampsschiff „Chemin de ser belge“ den Hafen von Ostende; 42 Eingeladene hatten sich für diese erste Ueberfahrt an Bord begeben.

Schweiz.

Kanton Bern. (N. Z. Z.) Das Resultat der Wahlen für den Verfassungs⸗Rath liegt jetzt vollständig vor. Es sind im Ganzen ungefähr 50 neue Mitglieder, die bisher noch nicht im Großen Rathe waren gewählt worden. Es ist daher schwer, die Farbe von Allen ganz genau zu bestimmen, doch darf man das Verhältniß annähernd so angeben, daß mindestens 100 entschieden Freisinnige gegen 39 Konservative oder Anhänger des Justemilieu gewählt wurden. Da unter den Letzteren manche sind, die sich bald der Mehrheit anschlie⸗ ßen, so wird die eigentliche Opposttion kaum 30 übersteigen, zumal da die alte Regierungs⸗Partei fast alle ihre geistigen Kräfte verloren hat. Die Herren Neuhaus, Alt⸗Regierungs⸗Rath Wyß, Großrath Fischer, Landammann Pequignot und Fürsprech Bösch sind auf dieser Seite fast die einzigen Namen von parlamentarischer Bedeutung. Dagegen finden sich bei den entschieden Freisinnigen alle alten Kräfte wieder beisammen (nur Herr Regierungs⸗Rath Jaggi der Jüngere wurde bis jetzt nicht gewählt), verstärkt durch manche neue. Das geistige Uebergewicht wird daher vielleicht noch stärker als das nume⸗ rische sein.

Gestern versammelte sich die Kommission, die in der Sache der Neun vom Großen Rath niedergesetzt wurde. Der Antrag der Mehr⸗ heit (4 Stimmen) geht auf Abberufung aller Neun; die Minderheit (Herr Regierungs⸗Rath Tillier) macht einen vermittelnden Vorschlag. Heute hält der Große Rath eine Sitzung; die Entscheidung wird aber wohl erst morgen stattfinden.

Kanton Basel. Die National⸗Zeitung enthält folgende vom General-Konsul der Vereinigten Staaten für die Schweiz ver⸗ öffentlichte, für Auswanderer nach Amerika sehr wichtige Nachricht:

Der Newyork Herald vom 17. Januar 1846 macht folgendes neue Gesetz bekannt: „Die Regierung vom Staat New⸗York hat durch ein Gesetz beschlossen, daß in Zukunft jeder Schiffscapitain, Eigner oder Agent, welche Emigranten aus Europa bringen und die an den Ufern dieses Staates lan⸗ den wollen, für diese Leute während zwei Jahren eine Garantie gegen Ver⸗ armung stellen müssen, so daß während dieser Zeit keine derselben dem Staate zur Bürde oder zur Last fallen sollen. Diese neue Maßregel fand man für nothwendig, indem unsere Spital⸗ und Armenhäuser meistens mit diesen fremden Ankoömmlingen angefüllt werden, da sie doch für Bürger dieser Stadt und unseres Staates bestimmt sind.“ Da in Folge dessen die Einschiffung mit mehr Schwierigkeiten verbunden sein muß, so wird jeder Auswanderer die Nothwendigkeit einsehen, daß unter diesen Umständen alle Papier⸗ und Vermögens⸗Verhältnisse natürlich in bestmöglicher Ordnung sein müssen, und daß man sich mit Schriften versehe, um in Zukunst auf⸗ weisen zu können, mit welchem Schiff man nach Amerika gekommen sei. Pflichtgemäß mache ich dieses neue Gesetz den betreffenden Behörden und dem Publikum bekannt, daß man sich in Zeiten darnach richten kann. Basel, den 27. Februar 1846. G. H. Goundie, General⸗Konsul der Vereinigten Staaten von Nord⸗Amerika für die Schweiz.

Spanien.

Madrid, 27. Febr. Die Gaceta enthält in ihrem gestrigen Blatt das Königliche Dekret, wodurch Herr Martinez de la Rosa zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister am fran⸗ zösischen Hofe ernannt wird.

Der Finanz⸗Minister, Herr Pesia Agnayo, hat dem Kongresse den Gesetz⸗Entwurf über Dotirung der Geistlichkeit und des Kultus vorgelegt.

x. Paris, 4. März. Nach Briefen aus Barcelona vom Lösten scheint der General⸗Capitain von Catalonien fest entschlossen, seine Stelle in Catalonien niederzulegen. Seine Freunde stellen ihm zwar vor, daß zu befürchten sei, die von ihm mit so viel Festigkeit im Fürstenthum aufrecht erhaltene Ruhe könnte nach seinem Abgange wieder gestört werden; sein Entschluß scheint jedoch unerschütterlich fest zu stehen. Er litt an einem heftigen Halsübel, das ihn zwang, das Bett zu hüten, und seine Aerzte haben ihm das Sprechen un⸗ tersagt. Ueber die Art, wie der General⸗Capitain seine Entlassung eingereicht hat und wie im neuen Kabinet darüber entschieden wurde, wird aus Madrid vom 26. Februar Folgendes gemeldet: „Der Kriegs⸗ Minister, General Roncali, hatte durch einen der letzten Couriere eine Mittheilung des Generals Breton erhalten, in welcher dieser erklärt, er sehe, da der General Narvaez nicht mehr an der Spitze der Ver⸗ waltung stehe, durchaus keine Bürgschaft für die Dauer der Regierung und die Stabilität der gegenwärtigen Ordnung der Dinge; er halte es daher für seine Pflicht, seine Entlassung zu geben. Der Minister⸗Rath soll sich mit dieser Sache beschäftigt und nach langer reiflicher Erwägung da hin sich entschieden haben, die Entlassung des Generals Breton nicht anzunehmen. Diese Entscheidung wird wahrscheinlich viel Lärm machen, besonders in der Presse. Hätte der General Breton sich darauf be⸗ schränkt, einfach seine Entlassung einzureichen, so hätte dies wahr⸗ scheinlich nur geringe Aufmerksamkeit erregt. Da er sie aber durch den Austritt des Generals Narvagez aus dem Kabinet motivirte, so wird man dem Kabinet Schwäche vorwerfen, daß es nicht eine der

Kreaturen des früheren Kabinets⸗Präsidenten zu entlassen wage. Die Gegner des Generals Narvaez und die ihm seindseligen Blätter blei⸗ ben bei solchem Verhalten nur konsequent mit sich selbst; sie haben Alles aufgeboten, um Narvaez zu nöthigen, seine Entlassung zu ge ben; sie fürchten aber seine Rückkehr ins Amt. Daher ihre Oppo sition gegen die Verleihung des Titels eines Generals en Che und ihr offen und laut ausgesprochener Wunsch, ihn ins Auslan abreisen zu sehen, wäre es auch, um den Botschafterposten zu Pari einzunehmen. Daraus erklärt sich auch, warum die Minorität de Kongresses und die Blätter, welche gegen alle Moderado⸗Verwaltun⸗ gen Opposition machen, das Kabinet Mirasflores mit einem Pwiss Wohlwollen aufnahmen. Man führt in der That eine gelinde Sprache gegen dasselbe in der Besorgniß, eine neue Ministerkrise hervorzu rufen und dadurch dem General Narvaez eine Möglichkeit in Aus sicht zu gewähren, wieder zur Gewalt zu gelangen, auf welche er nicht ganz verzichtet haben soll. Das Verhalten, welches das Kabi⸗ net bei Anlaß des Entlassungs⸗Gesuches des Generals Breton beob⸗ achtet hat, soll als allgemeine Regel für alle ähnlichen Fälle ange⸗ nommen sein. Wenn nicht unvorhergesehene Umstände eintreten, will das Kabinet keine Aenderung im Personale der höheren Verwal⸗ tung vornehmen. Man versichert, Herr Martinez de la Rosa werde bald nach Paris abgehen, um dort seinen Botschafterposten wieder einzu⸗ nehmen. Auch eine Aenderung im Personale der Diplomatie kündet ma an: Herr Castillo y Ayensa, der jetzt den Posten als bevollmächtigte Minister beim heihgen Stuhle einnimmt, soll durch Herrn Castro Orozco, Präsidentent des Kongresses und eines der Häupter de parlamentarischen Partei, ersetzt werden. Viele wollen nicht an diese Ernennung glauben, da sie Herrn Castro y Orozco für einen der am wenigsten geeigneten Männer halten, die obschwebenden schwieriger Unterhandlungen mit dem römischen Hofe zum guten Schlusse zu füh ren. Er gilt nämlich für einen der eifrigsten Vertheidiger der Kron⸗ rechte (Regalien) und entschiedensten Gegner der ultramontanen Ideen.“

Der französische General Corbin war am 23sten in Barcelona ange kommen. Der General⸗Capitain schickte sogleich auf die Nachricht vo dessen Ankunft seinen Adjutanten und Schwiegersohn, Rittmeiste Plana, an ihn ab, um dem französischen General seine Dienste anzu bieten. Auch andere Beweise von Aufmerksamkeit wurden ihm gege ben. Der eigentliche Zweck seiner Reise ist unbekannt.

La Plata⸗-Staaten.

London, 4. März. Nachrichten aus Montevi vom 20. Dezember zufolge, hat Rosas erklärt, daß er die Mannschaf der den Parana hinaufgefahrenen französischen und englischen Schiffe, sobald sie ihm in die Hände fallen, als Seeräuber behandeln werde. In dem vom 27. November datirten Dekrete, welches diese Erklä rung enthält, wird zugleich verfügt, alle Schiffe und Ladungen, die, unter welcher Flagge es auch wäre, unter dem Schutze der kombi⸗ nirten Flotten Frankreichs und Englands in die Gewässer des Pa⸗ rana einliefen, sollten in den Hafen, wo sie anlegen würden, konfis zirt und für gute Prise erklärt und, wenn dieselben von Privatleuten aufgefangen würden, diesen der Ertrag des Verkaufs zuerkannt wer den. Die Agenten der auswärtigen Mächte haben gegen dies De kret des Diktator Rosas protestirt.

Die letzten Friedens⸗Vorschläge, welche Rosas den Herren Ousele und Deffaudis hat zugehen lassen, sind, nach Angabe der Times, fol gende: 1) Oribe wird als Präsident von Uruguay anerkannt; 2) di Insel Martin Garcia nebst der konfiszirten argentinischen Escadre werden der argentinischen Republik zurückgegeben; 3) die argenti nischen Truppen werden aus Uruguay hinweggezogen; 4) alle Frem den in Montevideo werden entwaffnet; 5) die von der bisherigen Regierung von Montevideo mit Ausländern abgeschlossenen Kauf⸗ Kontrakte werden von Oribe anerkannt.

Der offizielle argentinische Bericht über das Treffen vom 20. November beim Punto Obligado, der von dem Oberst Crespo als Stellvertreter des in dem Gefecht verwundeten Generals Mancilla abgefaßt ist, hält sich merkwürdigerweise von allen sonst üblichen bom bastischen Redensarten fern und schildert den Verlauf des Kampfe im Ganzen übereinstimmend mit den Berichten der Franzosen und Engländer, deren Tapferkeit er vollfkommen Gerechtigkeit wiederfahren läßt. Die Niederlage der argentinischen Truppen wird von den Obersten Crespo der größeren Vorzüglichkeit der feindlichen Artilleri beigemessen; allein an Todten gesteht er einen Verlust von mehr als 220 Mann ein.

Außer dem Berichte über das Gefecht am Punto Obligado hat die britische Regierung noch einen vom 4. Dezember von Rosario datirten Bericht des Capitains Hotham publizirt, demzufolge die ver einte Escadre am Zten bei jener Stadt angekommen war, nachdem sie am 2ten bei Punto de las Pindras eine in der Eile am Ufe aufgeworfene Batterie ohne Verlust passirt und am 24. Novembe an der Mündung des Pabon den argentinischen Kriegs⸗Schoone „Chacabuco“ zerstört hatte.

Ostindien. .

Paris, 5. März. Die indische Ueberlandpost über Marseille ist heute hier mit Nachrichten aus Bombay vom 2. Februar ein- getroffen. Dieselbe bringt, mit Ausnahme des Gerüchts von einer neuen Schlacht gegen die Seikhs, welche am 21. Januar stattgefun⸗ den haben soll, nichts Neues von dem Kriegsschauplatz im Pendschab Folgendes ist der summarische Bericht der Bombay⸗Times von 2. Februar:

„Vom 22. Dezember v. J., als der Sieg von Firuzeschah ge wonnen wurde, bis zum 18. Januar d. J., als die Seikhs von neuem mit 20,000 Mann den Sutledsch überschritten, beobachteten sich einander die beiden feindlichen Armeen auf den entgegengesetzten Ufern des Flusses; einzelne Demonstrationen und Gefechte unterbra chen nur bisweilen die Langeweile des Lagers. Am 21. Januar soll man eine neue Schlacht geschlagen haben, worüber wir noch bestimm tere Nachrichten vor Abgang der Post entgegensehen. Der General Gouverneur und der kommandirende General bleiben bei de Armee, und man glaubt, daß, wenn auch in dieser Jabreszeit noch Lahore besetzt werden sollte, die Unterjochung des Pendschab doch erst nach Ablauf der heißen Monate wird bewirkt werden können. Von allen Seiten rücken Truppen nach dem Sutledsch. Eine Armee von 15 bis 20,000 Mann wird unter Sir Charles Napier zusammenge - zogen, die in Gemeinschaft mit der des Ober⸗Befehlshabers im Westen operiren soll. In Sind ist Alles rubig, und die Truppen sind glücklicherweise gesund. Indien ist vollkommen ruhig; der eine große Gegenstand, die Bewegungen der Truppen und die Ausdeh⸗ nung des Krieges, drängen jedes andere Ereigniß in den Hintergrund Die Armee⸗Corps von Bengalen und Bombap sollen um fünf Regi⸗ menter irregulairer Kavallerie und drei Regimenter Infantererie ver⸗ stärkt werden, so wie man überbaupt den jetzigen Bestand der Trup⸗ pen in Indien um 30,000 Mann vergrößern muß, um das Pend⸗ schab mit Sicherheit halten zu können. Fast eine Woche lang nach den fürchterlichen Schlachten bei Mudkih und Firuzeschab dlieden die Seikhs noch auf dem diesseitigen User des Sutledsch, und die Engländer schienen nicht in der Lage gewesen zu sein, ihnen dies Verweilen zu wehren, sie wieder hdinüderzutreiden und idre Siege zu versolgen. Am 27. Dezember scheint die Seikd⸗Macht sich auf idr

eigenes Gebiet in Sicherbeit zurückgezogen und sich im Angesicht un⸗