Königliche Schauspiele.
Freitag, 13. März. Im Opernhause. 32ͤͤte Abonnements⸗Vor⸗ stellung: Das Stelldichein. Hierauf, auf Höchstes Begehren: Der Schutzgeist. Anfang halb 7 Uhr.
Zu dieser Vorstellung werden Billets, mit Sonnabend bezeich⸗ net, zu den gewöhnlichen Opernhaus⸗Preisen verkauft.
Anzeige. 2
Wegen Krankheit des Herrn Guery kann dessen zu heute im Schauspielhause angekündigte Benefiz⸗Vorstellung heute nicht statt⸗ finden, und soll der Tag derselben später angezeigt werden.
Sonnabend, 14. März. Im Schauspielhause. 48ste Abonne⸗
„Marie⸗Jeanne“, der Herren Dennery und Mallian,
schen: 3 (Mad. Albertine Rott: Marie⸗Anne,
Heinrich Börnstein. Gastrolle.)
Sonnabend, 14. März. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Benesiz der Sga. Marietta Alboni: Tancredi (Tancred). Opg 2 Akten. Musik von Rossini. (Sga. Marietta Alboni: Tantq⸗ Dann: Große Scene und Arie mit Chor, aus Torquato .2 von Donizetti, vorgetragen von Sgr. Enrico Crivelli. Jum Se zum erstenmale: Dritter Akt aus Montecchi und Capulecti. von Vaccai. (Sga. Marietta Alboni: Romeo.)
Preise der Plätze: Ein Platz in den Logen umd Balkon des ersten Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr. ꝛc.
as Abonnement beträgt: e 2 Rthlr. für ¼ Jahr. 4 Rthlr. —⸗ Jahr 8 Rthlr. —⸗ Jahr. llen Theilen der Monarchie ohne Preiserhöhung. nsertions⸗ Gebühr für den aum einer Zeile des Allg. Anzeigers 2 Sgr.
Wien, 8. Marz. Nordb. 193 Gloggu 143 ½. Mail. 123 ⅛. Livorn 116 ⅞. Pest. 105 ⅛. Budw. —. v1141414“ Alle Post-Anstalten des In- und Auslandes nehmen Bestellung uf dieses Blatt an, für Berlin die Expedition der Allg. Preuß. Zeitung: Friedrichsslraße Nr. 72. “ EI1“
Nach einmaliger Beobachtung.
Nachmittags 2 Uhr.
Morgens
18465. 6 Uhr.
1I1. März.
Luftdruck... .3410,96 Par. 311,15"Tar. 3 10,82"Par. Quellw àrune 7,7 R.
Abends 10 Uhr.
. +† 2,60 n. + 7,4° n. + 5,79 . + 1, % . + 4,5° R. +† 1,2 0 90 pCt. 79 pCt. 88 pCt. regnig. trüb. regnig. W. W. W.
„uftwärme ..
haupunkt. Dunstsättigung. Wetter Wind... Wolkenzug..
““
Bekanntmachungen.
186] 6 8l“
Von dem unterzeichneten Königl. Ober⸗Landesgericht wird bekannt gemacht, daß über das Vermögen des vor⸗ maligen Justiz⸗Kommissarius und Notarius Grafen von Pfeil, vorwaltender Insufficienz wegen, auf den Antrag mehrerer Gläubiger der Konkurs eröffnet, dessen Anfang auf die Mütageßunde des 9. Dezember v. J. festgesetzt worden ist, und die Masse, welche vorzüglich nur durch außenstehende Forderungen und Effekten konstituirt wird, eine Unzulänglichkeit von etwa 5000 Thlr. ergeben dürfte.
Alle etwanigen unbekannten Gläubiger des Gemein⸗ schuldners Grafen von Pfeil werden daher vorgeladen, in Termino den 19. Mai d. J., Vormittags um
0 Uhr, vor dem Deputirten, Ober⸗Landesgerichis⸗Re⸗
erendarius von Forkenbeck, auf dem Schlosse hierselbst
ntweder persönlich oder durch mit vollständiger Infor⸗ nation und gesetzlicher Vollmacht versehene Mandata⸗ ien aus der Zahl der hiesigen Justiz⸗Kommissarien, von enen bei eiwaniger Unbekanntschaft die Justizräthe
Lunsch, Ziekursch, Werner, Treutler, der Ober⸗Landes⸗
erichts⸗Rath Michaelis und der Justiz⸗Kommissarius
aack in Vorschlag gebracht werden, zu erscheinen, ihre orderungen anzumelden und gehörig zu bescheinigen, ich auch über die Beibehaltung des vorläufig bestellten
Interims⸗Kuratoris, Justizrath Roseno, zu erklären, oder
zuch ihre Wahl auf einen anderen der hiesigen Justiz⸗
mmissarien zu richten und demnächst das Weitere zu
gewärtigen. — 1
Diejenigen Gläubiger, welche sich bis zu oder in dem
Termine nicht melden, werden bald nach demselben, in
Gemäßheit der Allerhöchsten Königl. Kabinets⸗Ordre vom 16. Mai 1825, mit allen ihren Ansprüchen an die
Masse prälludirt, und es wird ihnen deshalb gegen die
ibrigen Kreditoren ein ewiges Stillschweigen auferlegt werden.
Glogau, den 17. Januar 1846.
Königliches Ober⸗Landesgericht. I. Senut. (L. S.) v. Forckenbeck.
“
14
8 dem Depositorio des unterzeichneten Land⸗ und Stadtgerichts befinden sich die untengenannten letztwilli⸗ gen Dispositionen.
Da auf deren Publication bis jetzt nicht angetragen worden und uns von dem Leben oder dem Tode der Testatoren etwas Zuverlässiges nicht bekannt ist, so wer⸗ den die Interessenten, unter Bezugnahme auf die Vor⸗ chriften des Allg. Landrechts Thl. I. Tit. 12. §. 218.
seq., hierdurch aufgefordert, binnen sechs Monaten die Publication gehörig nachzusuchen. 1 Nordhausen, den 25. Februar 1846.
20. Königl. Preuß. Land⸗ und Stadtgericht.
Datum der Disposition.
Benennung der Testatoren.
Thristiane Dorothee Silkeroth, geborene 1 Meyer, von hier 12. Januar
1789.
3. August 1789.
[Johann Michael Toelle et uxor Anna Marie, geb. Lisel, von hier.
Marie Elisabeth Meißel, geb. Schaesler,
von hier. 12. Februar
1790.
Wegen Mangels an Aklten über die bei dem ehema⸗ ligen reichsstädtischen Magistrate deponirten letztwilligen Dispositionen haben die Errichter der letzteren nicht näher, als geschehen, bezeichnet werden können.
[110] Nothwendiger Verkauf.
Stadtgericht zu Berlin, den 30. Januar 1846. Die in der Gollnowsstraße Nr. 29 und Mehnerstraße Nr. 16 belegenen, im Hypothekenbuche von der Königs⸗ stadt, Königsviertel, Vol. 18. No. 1297. verzeichneten ikant Metzenthinschen Grundstücke, gerichtlich abge⸗ zu 10,299 Thlr. 15 Sgr., soll am 5. September 1846, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen. Der dem Aufenthalt nach unbekannte Bäckermeister Johann Wilhelm Julius Wegner wird hierdurch öffent⸗ lich mit vorgeladen. “
[111] Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 2. Februar 1846. Das in der Rosengasse Nr. 1 an der Ecke der lan⸗ gen Gasse belegene, im stadtgerichtlichen Hypothekenbuche von der Königsstadt, Stralauer Viertels, Vol. 25. No. 1829, verzeichnete Kaufmann Georg Friedrich Bittel⸗
Fluasswärme 3,80 R. nodenwarme 3,90 n Ausdünstung 0,0030 Eb Niederschlag 0,021⁄h Wärmewechsel + 7,8* + 3,929.
ments⸗Vorstellung:
Ch. Birch Pfeiffer.
Freitag, 13. März.
Anna von Oesterreich, Intriguenstück in 5 Abth. und einem Nachspiele, frei nach dem Roman des A. Dumas, von
Königsstädtisches Theater. Marie ⸗ Anne „ aus dem Volke, Schauspiel in 5 Aufzügen.
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
1“
Im Selbstverlage der Expedition.
oder: Eine Mutter Nach dem Französi⸗
Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdrucken.,
Allgemeiner Anzeiger.
mannsche Grundstück, gerichtlich abgeschätzt zu 18176 Thlr. 16 Sgr. 3 Pf., soll
am 9. September 1840, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy⸗ pothelenschein sind in der Registratur einzusehen.
[213] Bekanntmachung.
Die am 11. September 1845 in Dalldorf verstorbene unverehelichte Eleonore Sophie Juliane Andersonn hat in ihrem am 5. Februar 1841 errichteten und am 10. Oktober 1845 publizirten Testamente der Ehefrau des Gutsbesitzers Garbrecht, damals zu Komorowo bei Gne⸗ sen, Ottilie, geb. Andersonn, ein Legat von Einhundert Thalern ausgesetzt. Dies wird der ihrem jetzigen Auf⸗ enthaltsorte nach unbekannten Legatarin hierdurch be⸗ kannt gemacht. ““
Berlin, den 3. März 1846.
8 KHoghnigliches Landgericht.
[109]
Nachdem über das Vermögen des hiesigen Kaufmanns Carl Wilhelm Theodor Passow, wozu ein Restkaufgeld des Hauses Nr. 34 im ersten Bezirk hiesiger Stadt, Vol. I. pag. 281 des Hypothekenbuchs, gehört, Konkurs eröffnet worden, werden dessen Gemein⸗Gläubiger zur Anmeldung und Nachweisung ihrer Ansprüche auf
den 8. Juni cr., Vormittags um 11 Uhr, an hiesiger Gerichtsstelle vor dem unterzeichneten Stadt⸗ richter unter der Warnung vorgeladen, daß die nicht erscheinenden mit allen ihren Forderungen an die Masse präkludirt und ihnen deshalb gegen die übrigen Glän⸗ biger ewiges Stillschweigen auferlegt werden wird. Die nicht persönlich erscheinenden haben zu dem Behufe ei⸗ nen zulässigen, mit Vollmacht und Information verse⸗ henen Bevollmächtigten zu beaustragen, als welcher ihnen der Justizrath Litzmann hier in Vorschlag gebracht wird.
Der seinem schuldner wird ebenfalls zu um über die Masse und die dagegen sprüche Auskunft zu entheilen. 8
Perleberg, den 28. Januar 1846
Königliches Preußisches Stadtgericht. S.) Liebmann.
Aufenthalt nach jetzt unbekannte Gemein⸗ diesem Termine vorgeladen, hobenen An⸗
(1.
[1244] Ediktal⸗Ladung.
Auf die von dem Musselinhändler August Louis Si⸗ mon hieselbst bei uns eingereichte Insolvenz⸗Anzeige haben wir zu dessen Vermögen den Konkurs⸗Prozeß er⸗ öffnet. Es werden deshalb sämmtliche bekannte und unbelannte Gläubiger genannten Simons hierdurch ge⸗
laden, den 18. Mai 1840 an hiesiger geordneter Gerichtsstelle in Person oder durch gehörig legitimirte Bevollmächtigte zu erscheinen, ihre Forderungen bei Strafe des Ausschlusses von dieser Konkursmasse und bei Verlust der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gehörig zu liquidiren und zu be⸗ scheinigen, hierüber mit dem Curator litis et bonorum und nach Befinden unter sich der Priorität halber binnen sechs Wochen rechtlich zu verfahren, zu beschließen und den 6. Juli ejsd. a. der Publication eines Prällusivbescheids, die Außenge⸗ bliebenen betreffend, sub poena publicati sich zu ge⸗ wärtigen, sodann den 14. Juli ejsd. a. zu Treffung eines Vergleichs anderweit persönlich oder durch gehörig instruirte Bevollmächtigte vor uns an Gerichtsstelle zu erscheinen, der Gütepflegung unter der Verwarnung, daß die, welche nicht erscheinen oder sich nicht bestimmt erklären, ob sie dem Vergleiche beitreten wollen oder nicht, für Einwilligende werden angesehen werden, beizuwohnen, im Fall aber, daß ein Vergleich in diesem Termine nicht zu Stande kommen sollte, des Aktenschlusses und den 21. September desselben Jahres der Publication eines Locations⸗Erkenntnisses sub poena publicati gewärtig zu sein. 8 Auswärtige haben Bevollmächtigte zu Annahme künf⸗ tiger Ladungen bei 5 Thlr. Strafe anher zu bestellen und wird solches andurch zu Jedermanns Nachachtung zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Lengenseld, im Königl. Sächs. Voigtl., den 8. De⸗ zember 1845. 88 Herrschaftlich Förstersche Gerichte daselbst. “ Kunze, Ger. Dir.
—C—--ę——js
[68] Ediktal⸗Ladung.
Auf den Antrag des Kupferschmiedemeisters Johann Christian Rumberg in Dresden wird dessen Bruder, der früher im Städtchen Lauenstein ansässig und wohnhast gewesene Schlossergeselle Johann Gottlob Rum⸗ berg, welcher seit dem Jahre 1813, wo er von russi⸗
schen Truppen mit fortgenommen worden sein soll, gänz⸗ lich verschollen, oder, dafern derselbe nicht mehr am Leben, dessen etwanige Kinder, Erben oder Gläubiger Gerichts wegen hierdurch öffentlich vorgeladen, den 25. Juni 1846 zu rechter Vormittagszeit an gewöhnlicher Gerichtsstelle allhier, entweder in Person oder durch gehörig legiti⸗ mirte Bevollmächtigte, zu erscheinen und bezüglich ihr Erbrecht oder sonstigen Ansprüche anzumelden und so⸗ fort zu bescheinigen, auch nach Befinden mit dem zu bestellenden Nachlaßvertreter dieserhalb rechtlich zu ver⸗ fahren, unter der Verwarnung, daß ansonst der abwe⸗ sende Rumberg für todt, die nicht erschienenen Erben und Gläubiger aber ihrer Rechte und Ansprüche an denselben, so wie der dem Einen oder dem Anderen etwa zustehenden Rechtswohlthat der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand, für verlustig werden geachtet werden, sodann aber den 3. August 1846 der Inrotulation der Akten und deren Versendung nach rechtlichem Erkenntniß, so wie den 10. September 1846
der Bekanntmachung dieses Erkenntnisses sich zu ge⸗ wärtigen. 8
Schloß Lauenstein im Königreich Sachsen, am 23. Ja⸗ nuar 1846.
Gräflich Hohenthalsche Gerichte daselbst.
“ Katzer.
Bekanntmachung.
Die öffentliche Ausstellung von Werken der bilden⸗ denden Kunst bei der Königl. Sächs. Akademie dersel⸗ ben zu Dresden wird für das Jahr 1846
Sonntags den 5. Juli eröffnet werden, und es ist als letzter Zeitpunkt für Ein⸗ lieferung der auszustellenden Gegenstände der 29. Juni 8 festgesetzt worden. Spätere Zusendungen würden dann nur noch an den unbesetzt gebliebenen Räumen aufge⸗ stellt werden können.
Vom 7. September dieses Jahres an können die ein⸗
gesendeten Gegenstände wieder zurückgenommen werden.
Dresden, am 6. März 1846.
Der akade mische Rath.
212 1 -- Requisition des Herrn Eigenthümers des allo⸗ dialen Ritterguts Dattenstedt habe ich zum öffentlichen meistbietenden Verkaufe dieses Guts sammt Zubehö⸗ rungen Termin auf den
1. Junius dieses Jahres, Morgens 10 Uhr, in meiner Wohnung nr. ass. 84 auf der Gördelingerstraße angesetzt, zu welchem ich die Kauf⸗ Kompetenten einlade. 1“
Zu dem im Herzoglichen Amte Vechelde unweit Peine belegenen völlig separirten Gute gehören ppir. 1150 Morgen Acker, 130 Morgen zweihauige Wiesen, 160 Morgen Aenger, 17 Morgen Gärten mit bedeutender Obstplantage und 84 Morgen Holzung; außerdem Korn⸗ zins⸗Mühlen und Krug⸗-Berechtigungen und eine um⸗ fangreiche hohe und niedere Holz⸗ und Feldjagd. Die feiner zum Gute gehörige, mit Dampfmaschine betrie⸗ bene Brennerei verarbeitet täglich 9 Wispel Kartoffeln. Das Gut ist neuerlich dem Steuervereine einverleibt, indeß haben die ländlichen Produkte desselben auch freien Eingang in den Zollverein. Das Feld⸗, Vieh⸗ und Hof⸗Inventarium ist im besten Stande, die Gebäude sind zu 44,000 Thlr. versichert.
Da für den Fall, daß ein annehmliches Kaufgebot für das Gut nicht erfolgen sollte, dasselbe vom 1. Ju⸗ lius dieses Jahres an meistbietend verpachtet werden soll, so werden etwanige Pacht⸗Kompetenten ersucht, ihre Gebote bis zum 1. Junius dieses Jahres bei mir ab⸗ zugeben.
Genaue Beschreibungen und Anschläge des Guts, so wie die Verkaufs⸗ und Verpachtungs⸗Bedingungen, lön⸗ nen bei mir eingesehen, auch von mir gegen Entrich⸗ tung der Kopialien bezogen werden.
Braunschweig, den 9. März 1846.
Der Notar Zimmermann.
Königl. Bayer. concessio-
nirte pfälzische Ludwigs- [194] bahn.
0 8 b ) 2 8 (Ludwigshafen-Bexbach.) Zur Bestreitung der Bau⸗Ausgaben der pfälzischen Ludwigsbahn ist eine weitere — die fünste Einzahlung nöthig. — Ihg. Bezug auf den §. 33. der Statuten werden da⸗ her die Herren Actien⸗Inhaber aufgefordert,
C he 8 . 2 bis 15. April 1846 eine fernere Einzahlung von 10 % nach Abzuw Zinsen vom 15. Januar bis 15. April J. J. 2 zu 2 Fl. . ) — 8 — mit 48 Fl. per Actie an nachbenannte Herren Banquiers der Gesellsch in Augsburg Jos. L. Schaezler Carlsruhe S. von Haber u. Sh Frankfurt a. M. Gebr. Goldschmidt ⸗ - ⸗ Ph. Nic. Schmidt Mannheim W. H. Ladenburgu. St. . Joh. W. Reinhardt München Jos. L. Schaezler
„ Neustadt a. d. H. L. Dacqueé zu leisten.
Der §. 33. der Statuten bestimmt:
„Wer eine Einzahlung zur festgesetzten Zeit und iestens einen Monat nachher nicht leistet, wind di aller seiner Rechte als Actionair, so wie da m gezahlten Einschüsse zum Besten des Gesellscnste mögens verlustig.“
Speyer, am 1. März 1810.
Das Direktorium der Königl. Bayer. konzessionirten pfälzischen Ludwigsbahn.
Lamotte.
Literarische Anzeigen.
Im Verlage der Hahnschen Hofbuchhandlung Hannover ist so eben erschienen und an alle Buchh lungen versandt, in Berlin (Stechbahn 3), Pofa
Bromberg an E. 89 Mittler: Das apostolische Zeugnif
[216] aus den heiligen Episteln. 3 Von Dr. L. A. Petri, 8 Pastor zu St. Crucis in Hannover. gr. 8. 1846. geh. Velinpap. Preis 2 M. Von dem Herrn Pastor Petri ist ferner in de ben Verlage erschienen:
Gnade und Wahrheit aus den heiligen Episteln. gr. 8. 1845. geh. Velinpap. Preis 2 ⅜ Un
[2151]
Dictionnaire unkversel
de la 68 LANGCUE FRANCAISI
Avcc le latin et les étymologies; les termes aux sciences, arts, manufactures, meétien zuivi 1. d'un Dictionnaire des synonymes;“ Difficultés de la langue, résolues les kons grammairiens; 3. des Rime des Homonymes et Paronymes. — De de Versisication; 2. des “ 3. de tion; 4. des Conjugaisons; 5. de ciation. — De Vocabulaires 1. de 2. des Personnages remarquables; 3.
5de- 6
phie ancienne et moderne avec le latin; 4 %
Nomenclature complète d'histoire naturelle; fin d'un Abrégé de grammairce e
bleau. 8
revue et augmentée
M. Charles Nodier,«
par démie frangaise. 1 vol. in 4. Prix: 6 Thlr. ord. Paris, le 22 Novembre 1845.
Firmin Didot freü*
2 C11 len Vorräthig in Berlin bei E. S. MIIB 8
H Schrocder, Alex. 1) un 8
(Stechbahn 3), — 1 A. Asher K Co., Nicolaische Buch!
lung, D. Reimer etc.
194 b] — Vorbereit. zum Einjähzigen Milit.†
Kurstr. 49a (vom 2. April Kurstr. 4⁰
P hr S Myihd
—
Die vierteljährliche
ränumeration dieser Zeitung beträgt 2 Rthlr.
den 14 tgn
An die Leser.
März
J
Bestellungen für Berlin werden in der
rpedition selbst (Friedrichs⸗Straße Nr. 72) gemacht, und jeder innerhalb der Ringmauer der Stadt wohnende Pränumerant erhält das Blatt durch die Stadtpost, schon den Abend vor dem angegebenen Datum, frei ins Haus gesandt. — Auswärtige, des In⸗ oder Auslandes, bewirken ihre Bestellungen rechtzeitig bei den resp. Posczakantefa⸗ ver dies versäumt,
kann nicht mit Gewißheit die Nummern erwarten, die vor der hier eingegangenen Meldung erschienen sind. Für einzelne Nummern des Blattes ist der Preis
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22 Sgr.
Uebrigens ist die Einrichtung getroffen, daß Inserate, deren Aufnahme in den Allgemeinen Anzeiger dieser Zeitung gewünscht wird, an den Wochentagen von Morgens
9 Uhr ab bis Nachmittags 4 Uhr in unserem Expeditions⸗Lokale, Friedrichs⸗Straße
r. 22, in Empfang genommen werden
Der Preis der Insertion beträgt für den Raum
einer Zeile 2 Sgr. Um wiederholten Anfragen zu begegnen, wird zugleich bemerkt, daß in dem Anzeiger der Allg. Preuß. Zeitung, außer gerichtlichen und anderen öffentlichen Bekannt⸗ machungen der Königl. Behörden, literarischen und Kunst⸗Anzeigen, auch Familien⸗Nachrichten jeder Art, so wie Industrie Zund Handel betreffende Anzeigen, gtes Aufnahme finden. Auswärtige haben ihre Inserate unter der Adresse der Expedition in frankirten Briefen einzusenden. 1
Inland. Gleiwitz. Die polnischen Flüchtlinge. eutsche Bundesstaaten. Königreich Sachsen. Landtags⸗ Verhandlungen. — Königreich Hannover. Landtag. — Neue Gewerbe⸗Ordnung. — Großherzogthum Baden. Starke Güter⸗ Zufuhren in Mannheim. — Auswanderungen. esterreichische Monarchie. Wien und Kaschau. Näheres über die jüngsten Unruhen in Galizien, namentlich zu Tarnow. — Von der galizischen Gränze. Bekanntmachung der Gubernialstelle. ußland und Polen. St. Petersburg. Ordens⸗Verleihung. — Lebensversicherungs⸗Gesellschaft. — Todesfälle. — Warschau. Rbe. res über die Festnehmung von Aufruhrstiftern. — Zurücknahme aller Erlaubnißscheine auf Waffenbesitz. — Weichselhöhe. rankreich. Paris. Sicherheits⸗Maßregeln und Widerlegung über⸗ niebener Gerüchte. — Rossi's Bestimmung. — Vermischtes. voßbritanien und Irland. London. Urtheile der Presse über ne jüngsten Ereignisse in Indien. — Die Direltoren der ostindischen
Eompagnie. — Nachrichten aus den Vereinigten Staaten. elgien. Brüssel. Das Verhalten Vandeweper's in der Ministerkrise, andels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Berlin. Markbericht.
— —
bnigl. Opernhaus. („Faust“.) — S im S
Amtlicher Theil.
Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht:
Dem General⸗Major von Sandrart, Brigadier der 8ten endarmerie⸗Brigade, den Rothen Adler⸗Orden zweiter Klasse mit ichenaub; dem Premier⸗Lieutenant Groß vom 3lsten Infanterie⸗
Regiment und dem evangelischen Pfarrer Mielke zu Szillen, Krei⸗ s Ragnit, den Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse; dem Kanonier rends der vierten Artillerie⸗Brigade und dem Schiffer Ruge aus Breege, so wie den Matrosen Friedrich und Johann Danischefski,
die Rettungs⸗Medalle am Bande zu verleihen.
„Das öte Stück der Gesetz⸗Sammlung, welches heute ausgegeben wird, enthält: unter Nr. 2678. Die Allerhöchste Konzessions⸗ und Bestätigungs⸗Urkunde für die Aachen⸗Mastrichter Eisenbahn⸗Gesellschaft; vom 30. Januar d. J.; und » 2679. Die Allerhöchste Bestätigungs⸗Urkunde vom 8. Februar d. J. nebst dem dazu gehörigen Nachtrage zu dem Sta⸗ tut der Oberschlesischen Eisenbahn⸗Gesellschaft in Betreff der Emission von 1,276,600 Rthlr. Prioritäts⸗Actien; vom 3. November 1845. Berlin, den 14. März 1846. Gesetz⸗Sammlungs⸗Debits⸗Comtoir.
Angekommen: Se. Durchlaucht der General⸗Lieutenant und Gouverneur von Magdeburg, Prinz Georg zu Hessen, von Mag⸗
deburg.
E. Durchlaucht der General⸗Major und Chef des 23sten Land⸗ wehr⸗Regiments, Fürst Adolph zu Hohenlohe⸗Ingelfingen, aus Ober⸗Schlesien.
Der General⸗Major und Commandeur der 4ten Kavallerie⸗Bri⸗ gade, von Hirschfeld, von Stargard.
Der General⸗Major und Commandeur der 7ten Kavallerie⸗Bri⸗ gade, von Katte, von Magdeburg.
Uichtamtlicher Theil.
Inland. .
Gleiwitz, 7. März. (Pos. Ztg.) Gestern sind hier hi 500 polnische Flüchtlinge angelangt. Die ärmeren davon sind heute früh, unter ziemlich starker militairischer Bedeckung, nach Kosel abge⸗ gangen; die reicheren, wohl über 100, folgten heute Nachmittags mit
der Eisenbahn eben dahin ab. Die Ersteren waren in der Reitbahn einquartiert, wurden streng bewacht und konnten, da das vorher hier eingetroffene Militair die meisten Vorräthe in Anspruch genommen hatte, nur nothdürftig verpflegt werden; die Angeseheneren aber gin⸗ gen fast ohne alle Aussicht nach gegebenem Ehrenworte, daß sie sich in Kosel stellen würden, hier herum und sind auch auf der Eisenbahn von nur 3 Mann Militair begleitet worden. Es treffen immer noch Nachzügler ein, die im Preußischen Schutz suchen. Viele bieten ein Bild des Jammers dar.
1
Deutsche Bundesstaaten.
Königreich Sachsen. Die zweite Kammer begann in ihrer Sitzung vom 11. März die Berathung des Berichts ihrer zweiten Deputa⸗ tion über das Ausgabe⸗Budget für das Departement des Kultus und öffentlichen Unterrichts. Eine Diskussion über den Gegenstand im Allgemeinen fand nicht statt, und es konnte daher sofort zu den einzel⸗ nen Abschnitten der Budget⸗Vorlage geschritten werden. Das erste Postulat, Position 62 des Budgets, 24,483 Rthlr. betragend und für das Ministe⸗ rium nebst Kan lei und Kasse gefordert, wurde einstimmig genehmigt. Eben so fand die folgende Position, für das Landes⸗Konsistorium, mit 2733 Rthlr. sofort einstimmige Annahme. Dagegen wurden bei Position 64, welche 4907 Rthlr. für das aposto lische Vikariat und die zu Ausübung der katholischen geistlichen Gerichtsbarkeit in den alten Erblanden niedergesetzten Behörden beantragt, zwei darin enthaltene Ansätze, nämlich 600 Rthlr. Gehalt des apostolischen Vikars und 200 Rthlr. Entschädigung für Amtsreisen an eben⸗ denselben, von mehreren Abgeordneten namentlich aus dem Grunde angegrif⸗ sen, weil die Stellung des apostolischen Vikars, der als Delegirter des Papstes zugleich Vorstand einer Landes⸗Behörde sei, als eine anomale an⸗ gesehen werden müsse und wenigstens keine Nothwendigkeit vorliege, daß der apostolische Vikar und der Vorstand des Vikariatsgerichts in Einer Person vereinigt seien. Der Staats⸗Minister von Wietersheim be⸗ merkte, daß der Ausdruck „apostolischer Vikar“ mit dem „päpstlicher Dele⸗ gat“ nicht gleichbedeutend sei, sondern daß dieser Ausdruck hier den Stell⸗ vertreter des Bischofs bezeichne, der, nach der katholischen Kirchenverfassung, an der Spitze der katholischen Kirche eines Landes stehen müsse, und daß,
wenn man nicht geradezu die katholische Kirchenverfassung umstürzen und die
Katholiken Sachsens unter einen ausländischen Bischof stellen wolle, das bis⸗
V herige Verhältniß nicht geändert werden könne. So lange in der katholischen
Kirche das Primat bestehe, werde allerdings dem Oberhaupte derselben nicht der Einfluß auf die einzelnen Glieder der Kirche ganz entzogen werden kön⸗ nen; aber es sei doch zu berücksichtigen, daß der Vikar den Staatsdiener⸗ Eid auf die Verfassung zu leisten habe, und daß der Regierung auch ande⸗ rerseits durch die ihr zustehende Ausübung des weltlichen Hoheitsrechts über
die katholische Kirche Sicherheit gegen allenfallsige Uebergriffe gegeben sei.
Der Abg. von Thielau bezeichnete zwar ebenfalls die Anstellung eines apostolischen Vikars als eine Abnormität, hielt jedoch dieselbe für noth⸗ wendig, um für katholische geistliche Angelegenheiten eine zweite Instanz im Lande zu haben, und glaubte, daß aus der Aufhebung dieser Stellung Verwickelungen hervorgehen dürften, die schlimmer sein würden als die Bewilligung. Bei der Abstimmung wurde der erste der beiden bezeichneten Ansätze gegen 23 Stimmen genehmigt, der zweite (200 Rthlr. zu Amts⸗
reisen des apostolischen Vikars) aber mit 31 Stimmen abgelehnt, worauf
sodann die übrigen Posten der Position 64 einstimmige Annahme fan⸗ den. Der nun feigeab; Abschnitt des Budgets, Position 65, betrifft die Universität Leipzig. In dem Deputations Berichte ist gesagt, daß in Folge eines während des letzten Landtags gestell en ständischen Antrags die
geringen Besoldungen mehrerer verdienter Professoren erhöht und einige der⸗
selben dadurch der Universität erhalten, auch ein ausgezeichneter Lehrer be⸗ rufen worden sei. Diese letztere Stelle veranlaßte den Abg. Joseph, sich dahin auszusprechen, daß er sich über die Berufung dieses „ausgezeichne⸗ ten“ Lehrers eben nicht freuen könne, da die Richtung desselben mit der der Majorität des sächsischen Volks nicht übereinstimme. Der Staats⸗Minister von Wietersheim entgegnete hierauf, daß diese in dem Deputations⸗ Bericht enthaltene Bezeichnung nicht dem Manne gelte, den der Abgeord⸗ nete im Sinne zu haben scheine, daß er es aher überhaupt nicht für geeig⸗
net halte, in öffentlicher Sitzung auf Persönlichkeiten einzugehen. Wenn man aber aus der Berufung, welche der Abg. Joseph meine, folgern sollte, daß vom Kultus⸗Ministerium hier einer einseitigen Richtung gehul⸗ digt werden wollte, so sei dies ungerecht und unbegründet, und der Be⸗ weis hierfür dürfte wohl in dem bisherigen Verfahren des Kultus⸗Ministe⸗ riums selbst am besten zu finden sein; an einer Universität müßten mehrere Richtungen vertreten sein, und es würde sich schlecht mit der sächsischen Freisinnigkeit vertragen, wenn man eine Richtung deshalb ausschließen wolle, weil sie nicht mit der Richtung der Majorität des Volks überein⸗ stimme. — Was die Position selbst betrifft, so wird zu den eigenen Ein⸗ künsten der Universität, als Zuschuß aus Staatsmitteln, die Summe von 39,500 Rthlr., und zwar 32,500 Rthlr. zu speziellen regelmäßigen Bedürfnissen des Lehrzwecks, 600 Rthlr. für eine bei der Universität zu errichtende So⸗ zietät der Wissenschaften, 400 Rthlr. zu Stipendien, 575 Rthlr. zu Unter⸗ stützung Studirender durch Brennholz, 849 Rthlr. zu Holzbedarf der Professo⸗ ren und 5000 Rthlr. insgemein zu allgemeinen unvorhergesehenen Bedürs⸗ nissen der Universität, gefordert. Das erste Postulat von 32,500 Rthlr. wurde mit Vorbehalt der Erklärung wegen einer darin begriffenen, der Juristen⸗ Fakultät zu gewährenden Entschädigung von 600 Rhlr. einstimmig geneh⸗ migt. Die in dem zweiten Postulat erwähnte So zietät der Wißfe n⸗ schaften soll, wie in dem Deputations⸗Berichte gesagt ist, nach Wunsch und Vorschlag eines Vereins von Professoren „zur Feier des zweihundert⸗ jährigen Geburtstags unseres großen, am 21. Juni 1646 zu Leipzig gebo⸗ renen Landsmanns Leibnit“ gestiftet und in eine mathematisch⸗naturwissen⸗ schaftliche und eine philogisch⸗historische Section getheilt werden. Sie würde ihre Thätigkeit hauptsächlich durch Herausgabe ihrer Abhandlungen, Förderung wissenschaftlicher Bestrebungen und durch Stellung von Preis⸗ fragen entwickeln und einigemal im Jahre öffentliche Sitzungen halten. Die hierfür geforderten 600 Rihlr., wovon 200 Rthlr. als Besoldung zweier Secretaire und 400 Rthlr. zu Honorirung der Abhandlungen bestimmt sind, wurden, so wie auch die übrigen Postulate der Position 65, einstimmig an⸗ genommen. Am Schlusse der Sitzung entstand noch eine lebhaste Debatte in Be⸗
zug auf die oben erwähnte, der Juristen⸗Fakultät an der Universität Leipzig
Königliches Opernhaus. oDC l sth e. (Den 12. März.)
Die Darstellung des Faust hatte den eigenen Reiz, daß Fräulein von 4 gun mit Glück spielte. Es ist schon oft gesagt worden, Sg das Gret⸗ * nicht ihre Rolle sei, und auch sie selbst wird wissen, daß sie nach Organ ber Persönlichkeit einem anderen Rollenkreise näher steht. In einer Stadt, denen Heistige Atmosphäͤre dem Naiven überhaupt nicht günstig ist, ist auch en die Conception eines solchen Charakters erschwert, und Restetrirende 19 vere er sich in diese Atmosphäre öG hat, die so viel stände, um Fes ht. Darum überrascht es, wenn durch die Gunst der Um⸗ burch gliichlich⸗ 1 Zusammenhang die Künstlerin allein wissen kann, vielleicht 1h. den nahe geistige Disposition, die Versinnlichung eines Charakters ge⸗ nins Worte a veeäfls als die Graͤnze ihrer Leistungen bezeichnet. We⸗ vh Sen ein naives Mädchen anders spricht, als Frl. began gehorcht prach, fiel der erste Theil der Rolle vortrefflich aus; das hesugo horf e 818 führte willig die Modulationen aus, in denen die et. Es schien fast, als ob ein Kranz, der ihr für solche Rol⸗
zu dauernd Besi . b — nnt werden sollten esitze nicht beschieden ist, wenigstens für Augenblicke
derr Döring schwankt
smal fielen di⸗ ieh scgaa seinen Auffassungen des Mephisto.
und komischen Lichter etwas zu grell aus. “ bewies, daß er sich in Einzelnheiten verlor, wäh⸗ mün 6 bige Ironie des Mephisto, die mittlere Stimmung, in der F üe be 78 et, nicht zur Geltung kam. Es geht eine scharfe Linie 9 ungen des Herrn Döring, welche die gelungenen von nenbbe gelingenden absondert, und auf die er achten sollte. Der unge⸗
eifall, den wir jenen zollen, giebt uns ein Recht, auch von diesen
reden. Die übrigen Leistungen sind längst gewürdigt. Schließlich nur noch zwischen dem vielen vergänglichen
Intendantur unseren Dank, daß ge des alten Unvergänglichen gebo⸗ 20.
uen uns wieder einmal den Genuß
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Konzert im Saale der Sing⸗Akademie. Gegeben von Henry Vieuxtemps. (Den 12. März.)
Der Ruf bezeichnet Herrn Vieuxtemps schon längst als einen der ersten Violin⸗Viriuosen der Gegenwart. Seitdem haben seine zahlreichen werthvollen Compositionen ihm auch als produktiven Künstler einen bedeu⸗ tenden Namen erworben.
In dieser Doppel⸗Eigenschaft als Virtuos und Komponist präsentirte er sich heute. Durch seine Leistungen hatte daher der Hörer, wie dies nur selten der Fall sein kann, den ganzen wohlthuenden Eindruck einer zu voll⸗ kommenster Reife und höchster Vollendung gelangten Technik, im Dienst eines reich begabten, schöpferischen Talents. Derselbe edle Geschmack, wie in seinem gesunden, von aller Charlatanerie gesäuberten Spiel, bekundet sich auch in den Compositionen dieses Künstlers. Besonders in Betreff der Instrumentation enthalten diese viele geistvolle, wahrhaft originelle Züge. So z. B. im Rondo⸗Finale seines Konzerts (A-dur) die Behandlung der Streicher, wo sie im leisesten Pianissimo die harmonische Folie zu einer üppigen Figuration des Solo⸗Instruments bilden, — an einer anderen Stelle der überraschende Zutritt der kleinen Trommel, — im Adagio der eigenthümlich lugubre Effekt in den Bläsern ꝛc. ꝛc. Doch wie ihre Umklei⸗ dung und Darstellung, so sind auch die Gedanken an sich voll einnehmender Frische und liebenswürdiger Pikanterie, — und auch die Form der einzelnen Sätze ist durchaus künstlerisch und gerundet.
Das Auszeichnende des Spiels des Herrn Vieuxtemps besteht darin, daß er zwar alle die Schwierigkeiten, die ein freier, kühner Flug des Ge⸗ dankens mit sich führt, leicht und meisterhaft überwindei, — daß aber der Wunsch, durch feiles Blendwerk von Pizzikaio, Flageolet, springendem Bo⸗ en, Arpeggios ꝛc. zu imponiren, ihn niemals leitet. So fühlt der in die
auberkünste der Virtuosität Eingeweihte oft, wie er nur durch eine kleine ugabe davon hier und da den größten Beifallssturm des wunderbegierigen Publikums wecken könnte.. sein gesunder und künstlerischer Geschmack aber verschmäht es! Was dagegen an Ponfülle, an Rundung und Ragpidität der chromatischen und diatonischen Skalen, an Geläufigkeit in gebundenen und
gestoß enen breiten Figurationen, an Makellosigkeit der Ausführung einzelner
Verzierungen, z. B. des Trillers (in bewunderungswürdiger Ausdauer), und
in der Geschicklichkeit und Kraft des Bogenfühe ens nur erwartet werden
— das bietet der Vortrag des Herm Vieuxtemps im vollsten aße.
Sein Nankee Doodle, humoristische Variationen über ein amerikani⸗ sches National⸗Lied, ist ein maskirter „Karneval von Venedig“ — übrigens nicht minder ergötzlich und für virtuosische Bestrebungen reich und ergiebig. Daß allen Productionen des Künstlers der reichste Beifall zu Theil wurde versteht sich nach dem Gesagten von selbst. 8
Die von Herrn Wieprecht zusammengestellte Kapelle führte nicht nur das Accompagnement des Konzerts mit vieler Discretion aus, sondern bewährte die Tüchtigkeit ihrer Kräfte wie ihrer Direction in höchst aner⸗ kennenswerther Weise durch den Vortrag der Ouvertüre aus „Fernand Cortez“, von Spontini, und der Ouvertüre aus „Elisa“, von Cheru⸗ bi ni. Der Fortschritt war unverkennbar, und es ist sehr erfreulich, auf diese Weise ein Orchester herangebildet zu sehen, welches bei beschei⸗ venfn Ansprüchen dennoch bald alle Vorzüge einer stehenden Kapelle bieten
ürfte.
Dlle. Aug. Bothe, Kaiserl. russische Hof⸗Sängerin, trug die Ro⸗
manze: „Sorgi o padre“, von Bellini, „l'ombra“ (7), von Truhn, und ein be⸗ kanntes russisches Lied vor, im Allgemeinen mit einer kräftigen, tönenden Stimme; auch mit Symptomen einer gewissen Schule, doch ohne künstleri⸗ schen Geschmack! Heerr Kullak spielte auf dem Pianoforte Finale de Lucrezia Op. 9. Sein schöner, klangvoller Anschlag und seine eminente, malellose Fertigkeit verdienen die vollste Anerkennung. Sollte aber ein so intelligenter Künst⸗ ler dem Publikum nichts Besseres zu bieten haben, als Productionen im Ge⸗ schmack einer, wie wir denken, nun verflossenen Zeit? Die Kunst muß doch endlich ihren Rausch ausgeschlafen haben! 15.
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