1846 / 82 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

358 Handels- und Börsen-Nachrichten.

Berlin, 21. März. Die Geschäfte an heutiger Börse waren sehr beschränkt, und die Course erlitten wenig Variationen, schlossen zwar fest, jedoch nicht so animirt als gestern.

Hamburg, 19. März. Bank-Actien 1600 Bec. Enxgl. Kuss. 107 London, 14. März. Cons. 3 % 96 ¼. Ard. 26. Pass. 5 ¾. à 2 191. 59 ¾ 4 % 91 3. Port. 56. Bras. 82. Mex. 31 ⅛. Pera 37. * Paris, 16. März. 5 % Rente sin cour. 120. 45. 3 % do. fin cour 81 Neapl. —. 5 % Span. Rente —. Pass. —. Wien, 17. Marz. 5 % ner. 112 ½. 4 % 40. 101 ¾, 3 % 75½ Actien 1579. Aul. de 1834 155 ¼. 40. 1839 123. Nordb. 194. G10d. Mail. 120 ½. Livorn. 114 ½. Pest. 103 ⅞. Buadw. —. z

staltet worden ist, um später dem Großherzoge von Oldenburg verehrt zu werden. Sie enthält, um uns ganz kurz zu fassen, die vorzüglichsten Feld⸗ und Garten⸗Erzeugnisse Griechenlands, Farbekräuter, Proben aus allen Fa⸗ briken ꝛc., die unter König Otto errichtet wurden, so z. B. auch solche aus dem Militair⸗Strafhaus auf dem Palamides von Nauplia, die vorzüglich⸗ sten Mineralien, Vließe von einheimischen und veredelten Schafen und einen wahren Schatz für Freunde derartiger Gegenstände in einer Sammlung von jer und sechzig verschiedenen Nutzholzarten. Außerdem mag sich die Frauen⸗ welt an vielerlei Geweben und Gewändern ergötzen, wie sie Griechenland nsbesondere und der Orient im Allgemeinen liefert, und die Männerwelt an Waffen aller Art, Wasserpfeifen nach türkischem und persischem Muster ꝛc. Die Leistungen der jungen Polptechniker in Athen beurkunden eine Menge 1 - on Handzeichnungen, Lithographiceen, Gemälden ꝛc., meist Darstellungen aus St. Sebald-Sch.

em Befreiungskriege. Theodor Brysakis aus Athen, auch Zögling der PFrämien-Sebaine iesigen Akademie, nimmt hier den ersten Rang ein. In sich abgeschlossen, d. Seeh. 250 T. Mgd. Lpz. Eisenb. Lonldruek 335,53"Par. 335,810"P*r. 335,52 Par. 0eelhr5”e 777,

steht wieder eine kleine Sammlung griechischer Muscheln da. An die ur⸗ Kkur- ² Neumaärk. 8 do. do. prqot. ObJ. 4 aa., E; SI. n. + 7, n. + 3,5° n. lasswacae 18 griechische Sängerzeit mag eine Lyra aus Ober⸗Aegypten erinnern. Da⸗ Schuldverschr. [nrl. Anb. abgest. G Thaupunkt.. ẽ— 2,89 R. + 3,5˙ 8. 0,90 n. Bodenwärme 43 gegen mahnen an die griechischen Drangsale jüngerer Zeit Pfeile von Krie⸗ Uerliner Stadt- Gdo. do. Prior. Obl. 4 100¾ Dvnalasttigang. 69 pvce. 33 ;ct. 68 pct 8 gern Ibrahim Pascha's und an solche der Vorgeschichte angebliche Pfeil⸗ Obligationen Dbas.Elb. Eisenb. Wettor trüb. trüb. trüb. Niedersechlag 0 spitzen vom Schlachtfelde bei Marathon. Es drängt sich beim Betraͤchten Danz. d0. 2n Tb. 20. 40. üe-b 4 97 ½ sw. sw. sw. Wärmewe-bvel . dieser Gegenstände unwillkürlich die Fr-r 82 7. 2 . neue⸗ exs Se-e. v 2 86: v 8. as 0,b*. ren Erzeugnissen ein solch eminentes Talent in technischer Beziehung hervor⸗ Hetrehesaedtt ech⸗Aerü . 8 Sn. 8 aa VW““ N bas man von Griechenland in dieser Beziehung das Höchste er⸗ do. 1 do. 1o.v. Staat garant. Tage smittel: 335,62“ Par.. + 1,3 0R.. m 8 reeg varten darf, wenn die politische Zerrissenheit der Nation erst gehcilt und ea Plandbr. A hea Shrüevessgr ch w . 8 b ie Möglichkeit zur Entfaltung dieses Naturschatzes errungen sein wird. Pomm. 4do. 8 Ft Königliche Schauspiele. - V in 0. . B. 22. März. Im Opernhause. 36ste Abonnementz. neral⸗Lieutenant Köhn von Jaski und Bessel in Königsberg †. Hierauf: Die Willys. yPeutsche Bundesstaaten. Königreich Bayern. Landtags⸗

B.-St. B. Lt. A. u. B. Magd.-IIalbst. Eb. 82 Köni Sach 2 Groß Gisela und Albert.) ul Verhandlungen. Königreich Sa hsen. Landtag. roß⸗ 5 8 An⸗ sverzogthum Baden. Der Regierungsrath von Uria in Mannheim. wegen Abänderung der Allerhöchsten Ordre vom 6. Au⸗ die sich in die Moräste von Pinsl zurückgezogen haben.“ (Ein

Br.-Schw.-Frb. E. Kurfürstenthum Hessen. Veranschlagte Staats⸗Ausgaben der gust 1841 zu 2 in Betreff des Zeitpunktes, von wel⸗ geographisches Kabinetsstück!) (Ebendaselbst.)

doe. do. Prior. Obl. Friedrichsd'or. 13 ¼½ Bonn-Kölner Esb. 1 88 * 12F vel. 1 csgten Finanz⸗Periode. chem ab die in Antrag gebrachte Versicherung von Ge 8 esterreichische Monarchie. Wien. Graf Castiglione das Ober⸗ bäuden bei der Provinzial⸗Feuer⸗Sozietät des Groß⸗ „Wir wußten gestern, daß nicht nur Galizien und Ober⸗

And. Gldm. à 5 Th. 1152 Niedersch. Mk. v. e.] Disconto. 42 4. Prioritbt mmando zu Krakau anvertraut; Verfügung gegen Fürst Czartonpski. herzogthum n beginnt; und Schlesien, sondern auch Wolhynien, Podolien und bie Wilnb.-B. (c.-O.) 2 Paris. Ankunft des Marcnuis 1* Pec ne Ein ben,gen, Aber am 8. Februar d. J. Ukraine in vollem Aufstande seien; heute erfahren wir aus guter vussisces Geschwader zu Toulon erwartet. Die Deputirten⸗Diskussion erfolgte Allerhöchste Bestätigung der Statuten des Actien⸗ Quelle, daß die Bwegung auch in Samogitien ausgebrochen ist über die polnischen Unruhen. Die Subseription für die Polen. Zu Vereins für die Vlab⸗Neißer Chaussee. Vom 28. Fe⸗ und daß die dort stehenden russischen Truppen sich größtentheils zu stände in Preußen. Abd el Kader und die Kabylen. Börse. bruar d. J 4 den Insurgenten geschlagen haben. Die deutschen Zeitungen melden eeee-) (Remilly und Thiers über den Antrag in Betreff Berlin . 23. Närz 1846 andererseits, daß Lithauen in Brand ist, und daß man zu Wilna

eer Inkompatibilitäten. ; u“ 38 8 8 i 82 6 ifi i roßbritanien und Irland. London. Hof⸗Nachricht. Parla⸗ Gesetz⸗Sammlungs⸗Debits⸗Comtoir. m h —— von Lipta und Arva ist in Flammen.“ (Tourrier frangais

vom 7. März.)

„Um Krakau dehnt sich die Operationslinie schon 30 Lieues weit aus; sie stützt sich auf die Weichsel: denn die Nachrichten aus Breslau vom 28. Februar lassen keinen Zweifel mehr, daß die öster⸗ reichischen Regimenter bis nach Mähren zurückgeworfen sind.“ (Ebendaselbst.)

„Der Erzbischof von Posen, der auf Befehl der preußischen Regierung verhaftet worden, sollte zum päpstlichen Legat und Primas des Königreichs Polen ernannt werden.“ (Con stitutionnel vom 7. März.)

„Ein uns über Dresden zukommender Brief aus Prag meldet, daß in der Hauptstadt Böhmens eine Erhebung stattgefunden.

bs anement beträg für ¼ Jahr. 4 Rthlr. —⸗ Jahr 8 kthlr. 1 Jahr. Theilen der Monarchie 44 örtiserhöhung. sertions Gebühr für den 8 einer Zeile des Allg. Anzeigers 2 BSgr.

Das 4 2 Rthlr. Alle Pofl-Anstalten des In- und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Blatt an, für Berlin die Expedition der Allg. Preuß. Zeitung: Friedrichsstraße Nr. 727.

Berliner Börse. Den 21. März 1846.

Cour. Geld.] Gem.

Meteorologische Beobachtungen.

rl. Potsd. ERis nb.5 1846. Abends 2 weeeea. 12 20. März. 6 Uhr. 2 Ubr. 10 Uhr.

2 2* 8 Fonds. 8 Pn. Comn. Actien. 156 ‧. Brief. Geld. Brief.

Pr. I

Morgens Nachmittags Nach einmalug,

33

Beobachtung

173 Montag den 23 fen

114

Acasdünstung 0

„Ueber 40,000 Insurgenten müssen sich jetzt in Krakau verei⸗ nigt finden.“ (Ebendaselbst.)

„Croatien hat sich seit drei Monaten schon fast ganz von der österreichischen Gewalt losgemacht.“ (Ebendaselbst.)

„In dem Augenblick, wo wir dies schreiben, haben die Insur⸗ genten vermuthlich Krakau verlassen, um sich nach Galizien in die Karpathen zu wenden; sie würden so eine fast unbezwingbare Verbindungslinie mit den Insurgenten von Lithauen bilden,

trieb der preußischen Strecke der Eisenbahn von Hannover 3 . 4. Dezember 1845 und nach Minden. Beide vom ——2ruaisi6 —; feener

Nr. 2682. die Verordnung vom 30. Januar d. J., betreffend die an die evangelischen Geistlichen und Kirchendiener in dem großen und kleinen marienburger Werder zu entrichtenden Abgaben und Leistungen ꝛc.; die Allerhöchste Kabinets⸗Ordre vom 20. Februar d. J.

Inhalt.

licher Theil. Faland, Berlin. Haltung der französischen Blätter in Betreff der

Nachrichten über die polnischen Unruhen. Provinz Preußen. Ge⸗

Kur- u. Neum. do. 32¾

Sonntag, stellung: Marie, Max und Michel. Fanny Cerrito und Herr Saint⸗Lëon: 6 Uhr. 3 b

Wegen Heiserkeit des Herrn Härtinger kann die Oper: Och. heute nicht gegeben werden. 8 2

Zu diche⸗ Vorstellung sind Billets zu den erhöhten Preisen Billek⸗Verkaufs⸗Büreau des Schauspielhauses zu haben. 8

Im Schauspielhause. 54ste Abonnements⸗Vorstellung: gefährliche Tante. Hierauf: Der gerade Weg ist der beste.

Montag, 23. März. Im Schauspielhause. 55ste A. ments⸗Vorstellung: Anna von Oesterreich, Intriguenstück in 51 und einem Nachspiele, frei nach dem Roman des A. Dumas, Ch. Birch⸗Pfeiffer. Der Marsch im Nachspiele ist von dem K. Kapellmeister Henning.

Königsstädtisches Theater.

Schlesische do. do. v. Staat g. Lt B.

Gold al marco.

Eisenbahnen.

Zeitung enthält Folgendes: „In Ge⸗ mäßheit der im Frühjahre 1844 zwischen der Königl. hannoverschen, der Königl. preußischen und der Herzogl. braunschweigischen Regie⸗

rung getroffenen Verabredung über den Fahrplan der Eisenbahnen von Hannover nach Braunschweig und nach Minden findet, so lange nur die Fahrt zwischen Hannover und Berlin in Frage ist, die Abfahrt von Hannover um 5 Uhr Morgens, die Ankunft in Amsterdam

Berlin um 6 Uhr Abends; und in umgekehrter Richtung die 888

Abfahrt aus Berlin um Uhr Morgens und die Ankunft in 11““ Hannover um 9 Uhr Abends statt. Demnächst, wenn die ganze Strecke von Berlin nach Köln über Hannover zu befah⸗ ren sein wird, soll der Zug von Berlin nach Köln um 8 Uhr Abends Berlin verlassen, um 9 ¼ Uhr Morgens in Hannover und Abends 10“¼ Uhr in Köln eintreffen; der Zug von Köln nach Berlin aber um 4 Uhr Nachmittags aus Köln abgehen, Morgens 5 Uhr in Hannover und Abends Uhr in Berlin ankommen. Dieser Fahrplan, mit welchem auch die ständischen Eisenbahn⸗Kommissarien sich einverstanden erklärt haben, entspricht dem diesseitigen Interesse, da nicht blos Abgang und Ankunft der Züge in eine passende Tages⸗ zeit fallen, sondern auch von den nach Eröffnung der Bahn bis Köln

Die Hannoversche

Pr. Cour. Thlr. zu 30 Sgr.

Brief. Geld.

Kurz 140 ¼ 2 Mt. -— 139 ½ Kurz 150 ½1

2 Mt. 149 3 Mt. 6 25 ½ 6 25 ½ 2 Mt. 80 2 Mt. 102 ½ 2 t. 102 2 Mt. 8 Tage 2 Mt.

2 Me.

3 Wwoch.

Cour s.

WMechsel -

250 PFl. 250 FI 300 Mk. 300 Mk. 1 Lst. 300 Fr. 8—-—-—8—“ 150 Fl. ... 150 Pl. 100 Thlr.

100 Thlr. 1 100 Fl. V

ments⸗Verhandlungen: Fortsetzung der Berathung über die Tarif⸗Re⸗ solutionen. Vermischtes. Schreiben aus London. (Irländische Zustände; O'Connell gegen die Zwangsbill; Lord J. Russell.) sloten. Bcaeg 185 Uhe. 8 Fürst REe. in Brüs⸗ 1 1 u“ el. Tunnel⸗Untersuchung. Getraidepreise. Auswanderung. Sonntag, 22. März. Zum erstenmale wiederholt: Die Uhchweden und Norwegen. Stockholm. Die Krönung des Ko⸗ naire, Lustspiel in 2 Abtheilungen, von Dr. Adolph Fuchs. Voß nigs und der Königin in Norwegen ist aufgeschoben. Oeffentliche Vor⸗ Gabriele, Drama in 3 Akten, nach dem Französischen, von Cast lesungen. Central⸗Versammlung für den Ackerbau. (Mad. Albertine Rott: Gabriele, als Gastrolle.) talien. Palermo. Die Kaiserin von Rußland. 8 Montag, 23. März. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Iüvanien. Madrid. Isturiz nimmt seine Entlassung. 1. 21 di Chamouni (Linda von Chamouni), Oper in 3 Akten, U bereinigte Staaten von Nord⸗Amerika. London. Angebliche Theil. Rossini. Musik von Donizetti. (Sgr. Bozetti: Carlo.) Ueberreichung eines Ultimatums von Seiten Englands in der Oregon⸗ 1—

N Sh I 2 gage. Rustungen in Kanada und Mexiko. Preise der Plätze: Ein Platz in den Logen und han Plata⸗Staaten. London. Rosas und seine Legislatur.

Dähit.

do.

Abgereist: Se. Excellenz der Großherzoglich mecklenburg⸗ schwerinsche General⸗Lieutenant, von Both, nach Schwerin.

Londoln vc

Augsburg

99 ¼ 99 99 56 22 56 18 106 ½ 1062¼

Breslang 1“

Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss. 5öö““

1' südd.

Frankfurt a. M. Petersburg

100 Shbl.

g . .v. B 5 sen. Auswärtige Börsen Inland.

Amsterdam, 17. März. Niederl. wirkl. Secb. 60 %½. 5 % Span. 20 ½. 00

nothwendig werdenden Nachtfahrten nur ein verhältnißmäßig gerin⸗ Antheil dem diesseitigen Betriebe zufallen wird.“

ger

3 % do. 36 ⁄. Pass. —. Ausg. —.

4 % Russ. Hope 90 ½. Antwerpen, Frankfurt a. M., 18. März.

16. März.

Poln. 300 Fl. 96 ¾ Br.

Zinsl. 6ℳ97. Preuss. Pr. Sch. —.

Zinsl.

5 % Met. I112 ½. ¼. 1884 G. Bayr. Bank-Actien 664 G. Hope 88 ½ Br. Stiegl. 87 % Br. Int. 59 16%. 7. do. 500 Pl. 81 G.

Poln. —.

Balkon des ersten Ranges 1 Rthlr. ꝛu.

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinleisen.

Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Berlin. Börse.

—. Neue Anl. 19 . Bank-Actien p. ult.

Im Selbstverlage der Expedition. zdar dramatischen Literatur des klassischen Alterthums. Stockholm.

Linne's Nemesis divina. Streit zwischen Frprell und Geijer.

Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hosbuchdruckerei.

Bekanntmachungen.

Nothwendiger Verkauf.

Land⸗ und Stadtgericht Naumburg a. d. S. Der zu Altenburg a. d. S. belegene, sub Nr. 22a und 2b latastrirte, dem Gastwirth Herin Julius Chri⸗ stian Pabst gehörige Gasthof zur Linde nebst Zubehör,

abgeschätzt auf

6125 Thlr. 13 Sgr. 4 Pf.,

jo wie 2 ½ Acker Feld in Altenburger Flur, Nr. 129.

des alten und Nr. 384 des neuen Flurbuchs, abgeschätzt auf 630 Thlr.) 8 b

zufolge der nebst Hopothekenschein in unserer Registra⸗

tur einzusehenden Tare, soll

am 7. Angust 1846, von Vormitt. 11 Uhr an,

an ordentlicher Gerichtsstelle subhastirt werden.

11371 8 Nothwendiger Verkauf.

Stadtgericht zu Berlin, den 7. Febtuar 1846. ae. dem Bahnhoss⸗Aufseher Sepffärth gehörige, erstraßt Nr. 60 belegene und Vol. 6. No. 397. des

Zeptembtr 1846, Vormitt. 11 Uhr,

an der Gerichtsstelle subhastit werden. Taxe und

Hypothekenschein sind in der Registratur einzusehen. Duie dem Aufenthaltt nach unbekannten Real⸗Inter⸗

als:

Rentier Johann Friedrich Seyfärth,

Rentier Johann Gottfried Seyfärth,

8) der Kaufmann Adolph Behrens,

¹) vie Ehefrau des Rentiers Saz, Henriette geb. Sper⸗ wuing, und deren Ehemann, Rentier Jorl Sar,

2 werden hierdurch bffentlich vorgeladen.

essenten 1) der 2) der

Norhwendiger Verlauf.

Stabigericht zu Berlin, den 8. Dezember 1845. Das Hirschelstraßr Nr. 18 belegene, Vol. 30 No

4915 des stabtgerichtlichen Hopothekenbuche von den Umgebungen verzeichneie Mautermeister Zillmannsche Grundstück, gerichtlich abgeschäßt zu 9121 Thlr. 4 Sgr. 6 Pf., soll am 14. Juli 1846, Vormittage 11 Uhr, Werichtsstelle fubhastitt werven. Tart und Hy⸗ enschein sint in ver Registratur rinzuleben.

[1930] Nothwentiger Verklauf.

Dac vierselbvß velegene, im Hppothelenbucht 700—1 g. 0ꝗ )N299. Xo. 479. verzeichnete, zur Konkursmasse des Kaufmanne . . Thiele vierselbst geporis⸗ und gericht⸗ lich zu 7030 Thlr. 25 Sor. 9% Pf. abgeschäßte Wohn⸗

aue, soll in vem auf vbem hiesigen Perichts⸗Lofals 4 4 2 vor dem Heten Kammergerichte⸗Assessor Gericke

auf bten 4 M ai 1846, Vormittage 10 Uhr, anberaumien Lermine meiscvirtene verlauft werden.

Allg

Die Tarxe nebst Hopothekenschein können werktäglich

in unserer Registratur eingesehen werden. Neu⸗Ruppin, den 11. Oktober 1845. Königliches Stadtgericht.

[221 bbl Bekanntmachungs.

Die neue Berliner Hagel-Assckurann- Gesellschaft beehrt sich beim Beginn der Ver- sicherungs-Periode das landwirthschaftliche Publi- kum darauf aufmerksam zu machen, dals sie gegen seste Prämie, wobei durchaus keine Nachzahlung stattsinden kann, die Versicherung der Feldfrüchte gegen Hagelschaden übernimmt und den Verlust durch Hagelschlag, der den bei ihr Versicherten trifft, gleich nach erfolgter Feststellung baar ver- gütet.

Der Sicherungs-Fonds, mit welchem die Gesell- chaft für ihre Verbindlichkeiten haftet, besteht aus dem statutenmässigen Stammkapital und den einzu- nehmenden Prämiengeldern.

Die erforderlichen Antrags-Formulare, so wie Versassungs-Urkunden, sind in unserem Bürcau, Bebrenstralse No. 35, so wie bei den betressfenden Agenten, welche in den Provinzial-Blättern bekannt gemacht worden sind, zu haben.

Berlin, den 21. März 1846.

Direction der neunen Berliner Hagel-Assekuranz-

Gesellschaft.

[72] Ediktal⸗Ladung.

Die von der im Jahre 1825 bereits verstorbenen Albertine Henriette verchelicht gewesenen General⸗Accis⸗ Einnehmer Mietzsch geb. Kluge zu Lengenfeld hinterlas⸗ sene außereheliche Tochter 8 8

Christiane Luise Hottin,

welche im Jahre 1815 mit einem Russischen Offizier, der von Bintegesga geheißen, nach Rußland gegangen und nachher als dessen Ehefrau, dann als dessen Wittwe sich in Kiew aufgehalten haben soll, hat seit dem Jahre 1825 nichts wieder von sich hören lassen.

Auf Ansuchen der übrigen chelichen Kinder der ob⸗ gebachten verehelicht ven General⸗Accis⸗Einneh⸗ mer Mietzsch, als halbbürtiger Geschwister und präsum⸗ tiver Erben der Abwesenden, wird daher

Christiane Luise Hottin,

ober, im Falle sich vieselbe nicht mehr am Leben besin⸗ ven sollte, ein Jeber, der an der Verschollenen in 144 Thlr. 19 Ngr. 9 Pf. bestehendem Vermögen als Erbe ober aus tinem anberen Grunde Ansprüche zu haben glaubt, anvurch gelaben,

I ven 30. Juni 1840

zu rechter früher Gerichtszeit an hiesiger Amtsstelle zu erscheinen und seine Ansprüche zu liguspiren und zu be⸗ scheinigen, unter ver Nerwarnung, daß außerdem die Abwesende wire fürtovt geachtet und ihr Vermögen an die sich gemelreten und legitimirten Erben verabsolgt, alle

21. Januar 1846.

Anzeiger.

mit dem be⸗

verlustig werden erachtet werden, hierauf mit binnen drei

stellten Kontradiktor rechtlich zu verfahren, Wochen zu beschließen und sodann den 31. Juli 1846 der Publication eines Erkenntnisses gewärtig zu sein. Auswärtige Interessenten haben Bevollmächtigte im hiesigen Orte zu bestellen. 1 Plauen, im Königlich Sächsischen Voigtlande, e

Königliches Justiz⸗Amt. Damm.

[1326] Ediktal⸗Ladung. Zu Befestigung des zwischen den bekannten Gläubi⸗ gern des sich im Laufe dieses Jahres entleibt habenden Webermeisters und Handelsmanns Carl Friedrich Wolfs von hier gerichtlich abgeschlossenen Vergleichs werden alle zur Zeit noch unbekannten Gläubiger des genann⸗ ten Wolf, so wie alle diejenigen, welche aus irgend einem Rechtsgrunde an dessen Nachlaß Ansprüche zu haben glauben, andurch geladen, den 23. Mai 1846 zu rechter früher Gerichtszeit an hiesiger Gerichtsstelle in Person oder durch gehörig legitimirte Bevollmächtigte zu erscheinen, sich anzumelden, und ihre Forderungen bei Strafe der Ausschließung von der Masse, auch be⸗ ziehendlich bei Verlust der Wiedereinsetzung in den vori⸗ gen Stand zu liquidiren und gehörig zu bescheinigen, auch nach Befinden mit dem verordneten Rechtsvertre⸗ ter sowohl, als unter sich über die Priorität ihrer For⸗ derungen binnen 6 Wochen rechtlich zu verfahren und zu beschließen, sodann den 11. Juli 1846 der Inrotulation der Akten, und endlich den 29. August 184 1 der Publication eines zugleich auf die Präklusion der außengebliebenen Gläubiger zu richtenden Locations⸗ Erkenntnisses, welches bezüglich der Nichterscheinenden Mittags 12 Uhr für publizirt erachtet werden wird, ge⸗ wärtig zu sein. Auswärtige hender Ladungen und Bekanntmachungen tigte im hiesigen Orte zu bestellen. Treuen obern Theils, den 11. Dezember 1815. Das Patrimonialgericht daselbst. Barthol, G.⸗D

haben zu Empfangnahme künftig erge⸗ Bevollmäch⸗

.““

[13271 Ediktal⸗Ladung. 1

Der Webermeister August Ferdinand Wolf allhier, Inhaber der zeither hier bestanden habenden Handlung A. F. Wolf u. Comp. hat seine Insolvenz bei uns an⸗ gezeigt, und es ist deshalb mit Eröffnung des Concurs⸗ Prozesses zu verfahren gewesen.

Wenn nun diesfalls von uns

der 23. Mai 1840

zum Liquidations⸗Termine anberaumt worden ist, so werden hiermit alle bekannten und unbekannten Gläubi⸗ ger des ernannten Wolf, so wie überhaupt Alle, welche aus irgend einem Rechtsgrunde Ansprüche an denselben zu haben glauben', hierdurch geladen, an diesem Tage

Amtlicher Theil.

persönlich oder durch gehörig legitimirte Bevollmäch zu erscheinen, sich anzumelden und ihre Forderungen ter der Verwarnung, daß sie außerdem derselben; beziehendlich der Rechtswohlthat der Wiedereinsetzung den vorigen Stand werden für verlustig erachtet in den, zu liquidiren und zu bescheinigen, mit dem beß ten Konkurs⸗Vertreter, sowohl der Piorität halber un sich zu verfahren, binnen 6 Wochen zu beschließen und dann

Ce. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: dem Legations⸗Secretair Grafen Wilhelm Ludwig Hein⸗ ich ALrend von Perponcher⸗Sedlnitzki die Kammerherrn⸗ ürde zu verleihen; und (Den früheren Gymnasial⸗ und gegenwärtigen Professor an dem eistlichen Seminar in Paderborn, Dr. Ahlemeyer, zum Direktor es dortigen Gymnasiums zu ernennen. v“

Der Justiz⸗Kommissarius und Notarius Jester zu Rastenburg

IE 1 vang i in dieser seiner Amts⸗Eigenschaft an Stelle des abgegangenen Justiz⸗ sein. Hlerne acen üah ats Wolgsen Gläumis s Pommissarius und Notarius, Justizraths Nauen, an das Ober⸗

anderweit an hiesiger Gerichtsstelle legal einzuffe Pondrsgericht zu Königsberg versetzt worden.

mit dem Konkurs⸗Vertreter, so wie unter sich die 6 zu pflegen und wo möglich einen Vergleich zu in unter der Verwarnung, daß diejenigen, welche nich scheinen oder sich über die Annahme des Vergleichs oder nicht bestimmt erklären, für einwilligend in den schluß der Mehrheit der Gläubiger werden crachfet den, im Fall aber kein Vergleich zu Stande kommt,⸗ den 1. August 1846

der Inrotulation der Akten und

den 26. September 1846.

den 11. Juli 1846 der Publication eines Präklusivbescheids gewänig

Das 6te Stück der Gesetz⸗Sammlung, welches heute aus⸗ eben wird, enthält: unter r. 2580. den Vertrag zwischen Preußen, Hannover, Kurhessen und Schaumburg⸗Lippe, über die Ausführung einer Eisenbahn 9„,0, don Hannover nach Minden; desgleichen 2681. zwischen Preußen und Hannover über den Bau und Be⸗

Berlin, 22. März. Wir haben in Nr. 70 unserer Zeitung vom 20. d. M. eine Probe davon gebracht, wie die Gazette de France aus der Kölnischen Zeitung ihren Lesern Dinge auf⸗ tischt, die darin nicht zu sinden sind. Damit ihre Schwester⸗Zeitungen sich nicht beschweren, daß ihrer Kunstfertigkeit nicht auch gedacht werde, wollen wir heute eine Blumenlese aus einigen wahr⸗ heitsliebenden pariser Zeitungen bringen. Auch sie beziehen sich bei ihren die Phantasie anregenden Nachrichten hin und wieder auf deutsche Zeitungen, in der Regel ohne sie näher zu bezeichnen, weil solches Detail langweilig ist und es verdrießlich wäre, wenn die angeführte Autorität zufällig von der Nachricht nichts wüßte. Eini⸗ ges, jedoch nur Weniges, von dem Nachfolgenden war, wie wir be⸗ dauern müssen, allerdings auch in deutschen Zeitungen zu lesen. Hören wir, wie in Paris Geschichte geschrieben wird:

„Herr Dombrowski, Erzbischof von Posen und Gnesen, ist am 22. Februar verhaftet und nach der Festung Graudenz abge⸗ führt worden.“ (Sidele vom 3. März.)

„Zu der noch fortdauernden Bewegung in Lithauen und der Ukraine ist noch ein sehr bedeutender Aufstand hinzugekommen, der sich über die Moldau und Wallachei ausdehnt und sich selbst an den slavischen Küsten des Adriatischen Meeres bereits fühl⸗ bar macht. Kamieniec Podolski ist in den Händen der Na⸗ tional⸗Partei, die ein russisches Detaschement theilweise vernichtet hat.“ (Courrier frangais vom 5. März.)

„Die beiden Geschäftsträger von Rußland und Oesterreich sind zu Krakau ermordet worden.“ (Courrier frangais vom 6. März.)

„Seit länger als drei Monaten hat Preußen nichts gethan, um den ersten Heerd der Insurrection, der in Posen war, zu er⸗ sticen. Endlich bemächtigten sich die preußischen Regimenter der Insurrections⸗Häupter. Und am folgenden Morgen entkommen die verhafteten Führer aus dem Gefängniß, begleitet von preußi⸗ schen Offizieren!“ (Ebendaselbst.)

₰6

Ein frankfurter Blatt giebt dieselbe Nachricht, sagt aber nicht, daß die Bewegung sich sehr weit über die österreichischen Grän⸗ zen hinaus verbreitet hätte.“ (Courrier français vom 8. März.)

„Ein Schreiben an einen elsässischen Deputirten zirkulirte heute in der Kammer: es meldet, daß in den Rhein⸗Provinzen die äußerste Aufregung herrsche. Zu Köln haben Manifestationen auf den Straßen stattgefunden.“ (Ebendaselbst.)

„Zu Königsberg desertiren die Artillerie⸗Ofsiziere und Unter⸗ offiziere tagtäglich, um sich auf die Seite der Insurgenten zu stellen.“ (Courrier frangais vom 11. März.)

„Ein Journal meldet, daß Lemberg schon in die Gewalt der Insurgenten gefallen sei. In anderen Theilen Galiziens (als dem tarnower) macht das Volk gemeinsame Sache mit den Insur⸗ genten.“ (Sidele vom 11. März.)

„Man versicherte heute auch, daß eine Kolonne polnischer In⸗ surgenten die sie verfolgenden österreichischen Truppen in einen Engpaß von Galizien gelockt und in Stücken gehauen habe.“ (Ebendaselbst.)

„Die Insurgenten vermeiden es, mit den preußischen, österreichi⸗ schen und russischen Truppen ins Gefecht zu kommen; sie suchen die vielen Deserteure aus den Reihen dieser Truppen unter die Fahne der Insurrection zu sammeln; die österreichischen Regimenter Mazuchelli und Bertoletti existiren fast nicht mehr.“ (National vom 12. März.)

„Der Marsch der Preußen auf Krakau ist durch die Unruhen in Schlesien und durch den Fortschritt der Insurrection in Lithauen gehemmt.“ (Ebendaselbst.)

„Zu Lemberg und Wien hat die Gährung noch nicht aufge⸗ hört.“ (Ebendaselbst.)

„Herr Guizot wird sagen, die 500 Insurgenten, welche Krakau verlassen haben, hätten sich den Preußen ergeben. Wir antworten, daß diese 500 Insurgenten allerdings auf die Arriere⸗Garde des

der Publication eines Locations⸗Erkenntnisses, vel gleich dem Präklusivbescheide hinsichtlich der Aushhib den Mittags 12 Uhr für publizirt geachtet werden sich zu gewärtigen. 8 Uebrigens haben auswärtige Gläubiger zu Ann künftig an sie ergehender Ladungen und Bekannmtma

gen 8nse seig allhier zu bestellen. 1 Treuen obern Theils, den 12. Dezember 1845.

Das Patrimonialgericht daselbst. Barthol, G.⸗D.

Zur dramatischen Literatur des klassischen Alterthums.

des Aeschylos Orestie, griechisch und deutsch herausgegeben von Johannes Franz. 8. Leipzig. Hahnsche Verlags⸗ Buchhandlung, 1846.

die Wiederbelebung der altgriechischen Tragödie, die wir unserem

stichanden Monarchen zu verdanken haben, ist von vielen Seiten

ggoegriffen worden. Man wollte darin ein absichtliches Zurückfüh⸗

auf alte, längst verjährte Zustände erblicken; die Religion und die Po⸗

f8 Alten, so sagte man, seien die unsrigen nicht mehr, die Interessen

b vheegwart himmelweit von denen der vorchristlichen Zeit unterschieden.

““ g welcher damals nothwendig war, wo man von Decorationen

1 11 bbC d Maschinen keinen oder nur selten Gebrauch machte, müsse uns nur

2. 2 '- , 8 1

Herr Henr) Vie uxtemps vosnemdaniger erscheinen, je mehr wir es in Malerei 8 Mechanik am Donnerstag den 26. März c. Ge ommenheit gebracht haben.

Komnzert im Saal der Sing-Akademie veransd eej gen diese Behauptungen ließe sich Vieles einwenden, man könnte

Billeis à 1 Thlr., numerirt à 1 ½ Thlr., sindim bti chigkei darthun, daß der Chor der Alten noch ganz andere, weit

löbl. Schlesingerschen Buch- u. Musikhand donn Mufgaben zu lösen hatte, als die oben berührten, daß die Alten

34 Linden, u. beim Kastellan d. Sing-Akad. nu 2 kaschinenwesen gleichfalls vertraut gewesen sein müssen, da schon

1S9. in seinen Eun meniden die, Athene auf einem mit Rossen

¹ Ab Wagen mittelst einer nνᷣe in der Luft schwebend erscheinen

als er gesett, obige Klagen wären begründet, so erscheinen sie doch

nebensächlich, wenn man die Haupt⸗Absicht, welche die Wieder⸗

Blumen⸗, Früchte⸗ und Geml ung der gniechischen Dramatik hervorrief, vorurtheilsfrei ins Auge saßt.

brachten nur Begebenheiten, die ihre Ahnen selbst er⸗ 222 v. Ausstellung anrn, auf die Bühne, niemals erschien ein fremder Held, ihnen die der Gesellschaft der Gartenfreunde

ee- den Erlebnissen ihrer eigenen Mitbürger vorbehalten wa⸗ am 20., 21., 22. u. 23. März im Fuchsschen lden ena sergeit. Se 7n. et ehiese wollte keine anderen 11“*“; 8 - g ie ihm seine eigene Geschicht 8 8 kal, Unter den Linden Nr. 8, von Morgeneasg 1 9 gene Geschichte darbot; und eine große Abends 5 Uhr. Entrée 5 Sgr. Kinder die Ha

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sein leul

Bell

dat fing erst alsdann seine s n 8, 8 er. seine Bewunderung in Anspruch zu nehmen an, nat e. ihm das Bürgerrecht erhalten hatte. Eine Lragövie war da⸗ Nn sne 19. bloße Ergötzlichkeit für reiche Müßiggänger, sondern in den 85 sache, und das Parterre zu Athen durchschaute mit Ent⸗ P begrif ünnen Schleier der Allegorie; der Geringste unter ihnen fühlte angs die Schönheiten eines Sopholles und Euripides. Grie⸗ die größte Dichter waren auch dessen größte Helden und Staatsmän⸗ as Schwert niederlegten, um den Griffel zum Wohle des Vater⸗

Uebrigen hingegen für präkluvirt und der Rechtswohl⸗ that der Wievereinsehung in den vorigen Stand für

zu rechter früher Gerichtszeit an hiesiger Gerichtsstelle

des zur Hand zu nehmen. In den Perfern malt Aeschylos den

lich schuldlosen Sohn

Ruhm der Griechen und des Feindes Bestürzung mit den glühendsten Far⸗ ben, und nie ging man aus seinem Stücke „Die Sieben vor Theben“, ohne die heißeste Kampfbegier im Busen zu sühlen, daher unter dem Volke die Sage ging, diese Tragödie sei dem Dichter von Mars vorgesagt worden. Der Umstand, daß sich die griechischen Tragiker menschliche Leidenschaf⸗ ten, Begierden, Wünsche und Leiden naturwahr zu schildern bemühten, daß bei ihnen der dramatische Verstand mit der Poesie gleichen Schritt hielt, daß sie niemals einen verzerrten unwahren Charakter auf die Bühne brachten, nie nach politischen Effekten haschten, wenn dieselben nicht aus der Eigenthümlichkeit der Charaktere und Situationen natürlich entsprangen, dieser Ümstand macht, daß wir uns nach mehreren Jahrtausenden noch beim Durchlesen der alten Meisterwerke ergriffen, begeistert, erhoben fühlen. Nationen sind von dem Erdboden verschwunden, andere nahmen ihre Stelle ein, von denen nichts als der Name übrig blieb, doch der Mensch mit sei⸗ nen Gefühlen, seinen Wünschen und Hoffnungen ist derselbe geblieben, die Schilderung menschlichen Elends und menschlicher Größe wird stets eine Saite im Menschenherzen anschlagen und harmonisch erklingen lassen. Unseren Geschmack zu läutern, uns zur Natur also zur Wahrheit zurückzuführen, uns von der Sucht zu heilen, das Fremde dem Einheimi⸗ schen vorzuziehen, unsere Dichter zum Schaffen von National⸗Dramen zu begeistern, das war wohl das Hauptmotiv, welches man bei der Wiederbe⸗ lebung der altgriechischen Dramatik vor Augen hatte. Es schien uns nicht überflüssig, in obigen kurzen Abrissen unsere An⸗ sicht über das griechische Drama und den Nutzen, der aus Darstellungen desselben für die Nation entspringen könnte, darzulegen, weil wir es hier mit einem Werke dieser Gattung, und zwar dem bedeutendsten derselben, zu thun haben. „Die Orestie des Aeschylos, bestehend aus drei Tragödien, die sich im inneren Zusammenhange mit einander befinden, ist die einzige Trilogie, welche vollständig aus dem griechischen Alterthum auf unsere Zeit gekom⸗ men ist schon deshalb von größerem Interesse, als jedes andere Stück der Alten, steigert sich dasselbe noch, wenn wir finden, daß dieselbe Idee, welche der größte Meister unserer Zeit in seinem Hamlet bearbeitete, der Tri⸗ logie des größten Dramatikers der Griechen gleichfalls zum Grunde liegt. Hier wie dort ist der Sohn vom Schicksale dazu bestimmt, den Tod des Vaters an der des Mordes schuldigen Mutter zu rächen; was in Ham let der Geist des Ermordeten, das ist in der Orestie der Alles schauende Apollon; hier wie dort der gewaltige Kampf der Gefühle mit der stren⸗ gen Pflicht! Doch waltet im Hamlet ein finsteres Fatum, das den eigent⸗ mit in das Verderben zieht, während in der

Orestie die ewige Gerechtigkeit streng ein Uebel aus dem anderen ent⸗ springen läßt: 1 „Denn die Frevelthat des Menschen, Sie gebiert nach und so sproßt bald ein Geschlecht auf, das dem Stamm gleicht.“ Agamemnon

zuletzt aber der vom Gotte getriebene Rächer von der Schuld des Mutter⸗ mordes gereinigt wird. In dieser Geltendmachung der ewigen Gerechtigkeit scheint uns der Vorzug der Orestie vor dem Hamlet zu liegen.

Der hohe Werth der Orestie entging dem für poetische Schönheit schar⸗ sen Blicke unseres erhabenen Monarchen nicht, und so wurde denn dem durch seine gründlichen Forschungen auf dem Gebiete der hellenischen Lite⸗ ratur geschätzten Professor Franz der Auftrag, die Trilogie, Behufs einer Darstellung auf unserer Hofbühne, zu übersetzen. Herr F. hat sich durch die Herausgabe dieses Werkes nicht allein bei dem größeren Publikum, son⸗ dern auch bei dem Fachgelehrten, welchem eine gründliche Revision des gerade in diesen Stücken . lückenhaften und verderbten Textes längst fühl⸗ bares Bedürfniß sein mußte, ein wahres Verdienst erworben. Seit 1745, wo Antonius Maria Salvinus, Prof. der griechischen Literatur zu Florenz, für Needham die Trilogie mit dem Codex Mediceus ver- glichen, war diese Collation den späteren Ausgaben zu Grunde gelegt wor⸗ den und galt als einzige Autorität, denn die später von Bencini veran⸗ staltete Vergleichung stellte sich als nicht glaubwürdig und deshalb unbrauch⸗ bar heraus. Mit vollem Rechte erschien dem Herausgeber eine Feststellung des Textes, insoweit dies möglich war, ehe an eine Uebersetzung gedacht werden konnte, erstes Bedürfniß. Zu dem Ende begab er sich, auf Veran⸗ lassung Sr. Majestät, nach Italien, um neben anderen Codices vorzüglich die beiden ältesten, von denen der eine, aus dem zehnten Jahrhundert, sich in der Bibliotheca Laurentiana zu Florenz und der andere, aus dem dreizehnten Jahrhundert, sich in der Bibliotheca Marciana zu Venedig be⸗ findet, zu vergleichen. Das Resultat dieser mühsamen Forschung war eine Zurückführung der Orestie auf die Codices, welche für uns die letzte, zu⸗ gängliche Quelle bilden. 1

Es kann natürlich nicht in unserem Plane liegen, hier tiefer in den philologischen Werth des also restituirten Textes einzugehen, solche Unter⸗ suchung gehört in eine streng wissenschaftliche Zeitschrist, doch sei es uns vergönnt, die wichtigsten Ergänzungen und Konjekturen zu bezeichnen, Kon⸗ jekturen, die der Sprache eines Aeschylos angemessen sind und von denen

die meisten den Stempel der Ueberzeugung an sich tragen.