1846 / 86 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

fung und einfache Beschwerde nachstehendes Urtheil: Nach Einsicht der Be⸗ schwerdenschrift der über die Vor⸗ und Haupt⸗Untersuchung verhandelten Akten und des Erkenntnisses des Kriminal⸗Senates des Ober⸗Gerichts zu Marburg vom 14. Juli 1843, wodurch Appellant, unter Entbindung von der Instanz, hinsichtlich der Anschuldigung des versuchten Hochver⸗ raths, wegen Beihülfe zum versuchten Hochverrathe durch Nichthinderung, neben Dienst⸗Entsetzung, jedoch unter Vorbehalt der Fähigkeit der Wie⸗ deranstellung, zu einer zweijährigen Festungsstrafe und zum Verluste des Rechts, die kurhessische National⸗Kokarde zu tragen, mit Niederschlagung der Untersuchungskosten, verurtheilt worden ist, wird aus den hier beigefügten Entscheidungs Gründen 1) die Berufung mit Versagung der gegen den Ablauf der Einführungs⸗Frist gebetenen Restitution als desert und ohnehin ungegründet, 2) die Beschwerde darüber; daß das Obergericht den Antrag auf Einleitung einer gerichtlichen Untersuchung gegen den Inquirenten in der Voruntersuchung nicht für begründet gefunden habe, aber als unstatt⸗ haft zurückgewiesen. V. R. W. Zugleich wird in Gemäßheit des §. 116 der Verfassungs⸗Urkunde die öffentliche Bekanntmachung dieses Erkenntnisses und der Entscheidungs⸗Gründe versügt. Ausgesprochen Kassel, am 30. Ok⸗ tober 1845. Unterzeichnet wie oben. (Folgen die Entscheidungs⸗Gründe S. 114 133.)

III. Kolbe. In der Untersuchungssache u. s. w. ertheilt der Krimi⸗ nal⸗Senat Kurfürstlichen Ober⸗Appellationsgerichts auf die von dem Mit⸗ angeschuldigten, Hutmacher George Kolbe zu Marburg, erhobene Berufung und einfache Beschwerde nachstehendes Urtheil: Nach Einsicht der Beschwer⸗ denschrift, der über die Vor⸗ und Hauptuntersuchung verhandelten Akten und des Erkenntnisses des Kriminal⸗Senats des Obergerichts zu Marburg vom 14. Juli 1843, wodurch Appellant unter Entbindung von der Instanz in Betreff der Anschuldigung des versuchten Hochverraths, so wie hinsicht⸗ lich der Anschuldigung, die Flucht eines wegen Theilnahme an dem am 3. April 1833 stattgehabten Angriffe auf die kurhessische Zollstätte zu Preungesheim entwichenen Verbrechers befördert zu haben, wegen Bei⸗ hülfe zum versuchten Hochverrathe durch Nichthinderung zu einer zweijähri⸗ gen Festungsstrafe und zum Verluste des Rechte, die kurhessische National⸗ Kokarde zu tragen, verurtheilt worden ist, wird aus den hier beigesügten Entscheidungsgründen 1) die Berufung, mit Versagung der gegen die Ver⸗ säumung der Einführungsfrist gebetenen Restitution, als desert und ohnehin ungegründet, 2) die einfache Beschwerde aber als ungegründet zurückgewie⸗ sen. V. R. W. Zugleich wird in Gemäßheit des §. 116 der Versassungs⸗ Urkunde die öffentliche Bekanntmachung dieses Erkenntnisses mit den Ent⸗ scheidungsgründen verfügt. Ausgesprochen Kassel, am 30. Oktober 1845. (Folgen die Entscheidungsgründe S. 135— 143.)

IV. Garthe. In der Untersuchungssache u. s. w. Nach Einsicht der Beschwerdenschrift, der Untersuchungs⸗Akten und des angefochtenen Er⸗ kenntnisses des Obergerichts zu Marburg vom 14. Juli 1843, woburch der Beschwerdeführer rücksichtlich der Anschuldigung der Beihülfe zum versuchten Hochverrath durch Nichthinderung hochverrätherischer Unternehmungen, unter Niederschlagung der Untersuchungskosten, von der Instanz entbunden wor⸗ den ist; wird, aus den beigefügten Entscheidungsgründen, 1) die gegen das Dekret des Obergerichts vom 25. Juni 1840 gerichtete einfache Be⸗ schwerde über die Unrechtmäßigkeit der gegen den Beschwerdeführer verhäng⸗ ten Unsuchungshast als unstatthaft zurückgewiesen, 2) in Ansehung der wei⸗ teren Beschwerde aber, mit Aufhebung des angesochtenen Erkennmisses der Beschwerdeführer, von der Anschuldigung ftaigesprochtn. V. R. W. (Fol⸗ gen die Entscheidungsgründe S. 144 150.)

V. Häring. In der Untersuchungssache u. s. w. wird der Beschwerde⸗ führer aus den beigefügten Entscheidungsgründen hinsichtlich der vorgedach⸗ ten Anschuldigung statt der erkannten Entbindung von der Instanz aus der Untersuchung entlassen und solchergestalt das angesochtene Urtheil, bei dem es im Uebrigen zu belassen ist, abgeändert. V. R. W. (Folgen die Entscheidungsgründe S. 151 —155.)

Oesterreichische Monarchie.

Lemberg, 17. März. Die hiesige Zeitung vom 16. März enthält Folgendes: Während der letztvergangenen Ereignisse, die auch in der Hauptstadt Lemberg Bennruhigung hervorriefen, hat die hiesige Bürgerschaft sprechende Beweise ihrer Pflichttreue und Ergebenheit an die Regierung an den Tag gelegt. Als in Folge ernster Besorg⸗ nisse, daß die Aufrührer die Störung der öffentlichen Ruhe auch in der Hauptstadt beabsichtigen, verstärkte Wachposten und sonstige mili⸗ tairische Vorsichts⸗Maßregeln nöthig wurden, hat die bewaffnete Bür⸗ ger⸗Miliz, voll patriotischen Eifers und unbedingter Ergebenheit für die Sache der österreichischen Regierung, an ihrer Spitze ihr Oberst, der Kaiserlich Königliche Rath und Bürgermeister von Fe⸗ stenburg, unaufgefordert ihre Mitwirkung zu dem Zwecke der Auf⸗ rechthaltung der öffentlichen Ruhe angeboten, und nach der von Sr. Königl. Hoheit dem durchlauchtigsten Herrn Erzherzog, galizischen General⸗Gouverneur, erhaltenen Bewilligung sich mit unverdrossener Ausdauer dem ihr zugewiesenen Wach⸗ und Patrouillendienste bei Tag und Nacht unterzogen. Da diese Verwendung der Bürger⸗Miliz bei der eingetretenen Beruhigung nunmehr aufgehört hat, so sieht sich das Kaiserl. Landes⸗ Präsidium angenehm veranlaßt, dem pflichttreuen Bürger⸗Corps und seinem Kommandanten für die Mitwirkung zur Erhaltung der Ruhe und Ordnung die beifällige Anerkennung auszudrücken. C1.“

Lemberg, am 12. März 1846. 9.

Frankreich. v“

Pairs⸗Kammer. Sitzung vom 20. März. In der Fortsetzung der Debatte über die polnischen Unruhen entgegnete heute Herr Guizot noch auf eine Bemerkung Villemain's in Betreff der Aufrechthaltung der Verträge, das Großherzogthum Posen und Ga⸗ lizien seien in den Traktat von 1815 nicht mit eingeschlossen, sondern lange vor dieser Zeit den Monarchieen einverleibt worden, zu denen sie gehörten; die Vorbehalte und Garantieen des Traktats von 1815 seien daher auf diese beiden Provinzen nicht anwendbar, sondern nur auf das Königreich Polen und auf die freie Stadt Krakau. Was

in Erinnerung gebracht und die Ver⸗ hintangesetzt werden sollten, son⸗ au's streng respektiren werde. Königreich Polen anbelange, Neues zugetragen, es sei böte, in dieser Hinsicht für jetzt hier eine Villemain glaubte, noch daran erin⸗ ssischer Herrschaft stehende König⸗ von 1815 zufolge, Anspruch auf eine beschied sich jedoch,

Die Kammer, fügte er hinzu, er stillschweigend den im Pu⸗ beipflichte,

stipulirten Rechte neuerlich halten, daß dieselben nie an die Unabhängigkeit Krak Was das zum russischen Reich gehörige so habe sich in letzter Z nichts geschehen, was Anlaß Erklärung abzugeben. nern zu müssen, daß reich Polen, den Verträgen

National⸗Repräsentation habe, jetzt nicht weiter zu verfolgen. K den Herrn Minister erklären hören, daß kundgebenden

sicherung er dern daß m

eit dort nichts

das unter ru diesen Gegenstand

noch der in und Marquis von Boissy ihre wobei Letzterer die utirten⸗Kammer eine contrerevolu⸗ er in dieser Kammer sich befin⸗

zuschreiben wollte, wofür er ten erhielt, der ihm vor⸗ auf Vorgänge in der anderen Kammer Redner zu einem anderen Thema, und über die dort verübten amkeiten schwere Klage ge⸗ se Sprache,

Harcourt, Baron C. Dup Sympathieen für die Polen Bemerkung machte, daß in der Dep tionaire Tendenz sich zeige, was er d denden großen Anzahl von Beamten jedoch eine Zurechtweisung vom hielt, daß es nicht erlaubt sei, anzuspielen, wurde von dem letzten den algierischen Zuständen, übergelenkt Verheerungen, Plünderungern Der Minister des man rief zur Abstimmung, de des Gesetz⸗Entwurfs über die geheim 1 Million Fr. zu geheimen Diensten von Boissy beantragte Herabsetzun sand aber keine Unter Entwurf wurden, dieser mit 106 gegen

Sitzung vom 20. März. An des Vorschlags einer Hunde⸗ sührte an, daß sich nach 2“ Millionen Hunde in Frankreich befän⸗ 1,200,000 unnütze; er hielt g und nahm einen Hund auf 300,000 ergeben würde. Auflage auf die unnützen angemessene Luxussteuer. die Sache ernst zu neh⸗ Stimmung zu aller⸗

ausgesprochen hatten,

Präsiden

nund Graust Innern protestirte gegen die r Präsident verlas den ersten Artikel en Fonds, wonach der Regierung bewilligt werden soll; Marquis g dieser Summe auf 50,000 Fr., stützung, und die Artikel so wie der ganze Gesetz⸗ Stimmen, angenommen.

Deputirten⸗Kammer. ordnung war die Diskussion

der Tages der Antragsteller,

Herr Remilly, amtlichen Veranschlagungen den, worunter 1,300,000 nützliche und diese Schätzung aber für viel zu niedri jede Wohnung an, was die Zahl von 72 empfahl nun die von ihm vorgeschlagene Hunde als eine wenig drückende und sehr Die Kammer schien aber nicht in der Laune, on de Malville benutzte diese und Herr Michel Chevalier hatte sich vergebens ere Betrachtung der Frage über die Zweck⸗ t der Debatte eine andere Wen⸗

lei Witzeleien, bemüht, durch eine ernst mäßigkeit von Luxussteuern überhaup dung zu geben. Der Vorschlag wurde verw Der Oberbefehlshaber der National⸗Garde Jacqueminot, hat mit Hinsicht auf neuer Offiziere derselben einen Tagesbefehl te Ausübung des Wahlrechts zu Gunsten chie und den constitutionellen Institu⸗

Einer Königlichen Verordnung zu⸗ ional⸗Garde eine Veränderung erhal⸗ fanterie des stehenden Heeres gleichen. ffenrock für die National⸗G bats berichtigt eine Bemerkung des der Civil⸗ Das Mini⸗ anger und Stimmen im Hause lliste Penstonen auf 10 Nur solche Pensionairs ungs⸗Maßregel getroffen, ivilliste, die bei Hofe ein besoldetes Amt be⸗ d Stimme verblieben sei.

Paris, 21. März. des Seine⸗Departements die bevorstehende Wahl erlassen, worin er gewissenhaf von Personen, die der Monar tionen ergeben sind, anempfiehlt. folge, wird die Uniform der Nat ten und mehr der Uniform Namentlich ist auch der Wa

Das Journ Herrn Thiers, liste in Eng sterium Wa zu sichern, gewiss bis 20 Jahre selbst erblich erth habe die von Th während Beamten der C kleideten, jeder Zeit im Parlament Sitz un

Der bisherige Gesandte der Vereinigten Staaten am Ho Oberst Todd, ist hier augekommen. von neuen Unruhen n doch noch mehrere Offiziere des General⸗ bgereist, nachdem sie vom Kriegs⸗Minister alten hatten. te die Notirung der Rente heute Tendenz ller Gattungen waren zu höheren Eisenbahn nach

arde eingeführt. al des De seien die Beamten und Pensionairs land vom Unterhause ausgeschlossen worden.

lpole habe, um sich Anh en Mitgliedern von der Civi eilen lassen.

iers erwähnte Ausschließ

St. Petersburg,

Obschon aus Tonlouse keine Nachrichten eingetroffen, sind vorgester stabs nach dieser Stadt a besondere Instructionen erh

Bei stillem Geschäft zeig auch Eisenbahnactien a die Nachricht von einem anf der at keinen Eindruck gemacht.

zum Steigen; Preisen begehrt; Ronen vorgekommenen Unfall h

2 Paris, 21. März. tirten⸗-Kammer verbreitete sich gleich einem Unglücksfalle, der auf der Ei General Paixhans erz Nähere darüber. Erst handlung über den Antrag des General

in der National⸗Garde betreffend: Herr Lherbette interpellirt den Minister des über die National⸗Garde.

In der heutigen Sitzung der Depu⸗ anfangs die Nachricht von Rouen sich zugetra⸗ ählt den um ihn sich sammelnden um 3 Uhr begann die Ver⸗ s Jacqueminot, Aenderungen

senbahn nach

Deputirten das

Innern über eine Ver⸗ Noch immer sei die Na⸗ s Königreichs nicht reorganisirt, ob⸗ Schon dreimal habe aber dreimal habe ihn derselbe agt, man solle einen Bei der Diskussion e Deputirte das Verfahren

letzung des Gesetzes tional⸗Gande in mehreren Städten de das Gesetz dies klar und bestimmt v er deshalb den Herrn Minister interp keiner Antwort gewürdigt. Antrag auf Anllage gegen das

Höchstens habe derselbe ges Ministerium stellen.

diese letztere betreffe, so habe die französische Regierung die 1815

der Adresse in den Bureaus hätten sogar einig

des Ministers gutgeheißen und die Verantwortlichkeit dafür theilen zu wolg erklärt. Da das Ministerium fortwährend das Gesetz verletze, so wollen nicht ermüden in der Vertheidigung desselben. Das Ministerium nenne konservativ und beschuldige die Opposition, sie wolle nur desorganisiren, un doch sei es das Ministerium, das die Gesetze verletze, die Opposition, welch deren Vollzug verlange. Es erhelle daraus, auf welcher Seite die Logahe tät und Moralität sei.

Der Minister des Innern: Herr Lherbette sei im Irrthum, wen er sage, vor dem gegenwärtigen Ministerium seien keine Bemerkungen ütn die Auflösung und Richtreorganifation der National Garde mancher Stäͤdt gemacht worden. Die Thatsachen, die er dem jetzigen Ministerium werfe, seien älter als dasselbe. Er aber habe nur gethan wie sein Von gänger und antworte daher Heirn Lberbette das Nämliche wie früher. De Regierung habe aus ernsten Rücksichten öffentlicher Ordnung zu dem beoh. achteten Verfahren sich entschlossen, das Kabinet weise die Verantworllicstt dafür nicht zurück, habe eine Versetzung in Anklagestand selbst verlangg Herr Lherbette sei darüber ohne Grund verwundert. Wenn das Minsst. rium wietlich die heftigen Vorwürfe verdient habe, die ihm Herr Lherbtze mache, so verdiene es, in Anklagestand versetzt zu werden. Die Antwort Herrn Lherbette sei also dieselbe, wie früher.

Herr Ferdinand von Lasteyrie erhebt sich gegen diese Art, s rechtfertigen. Die Budget⸗Kommissien selbst habe wiederholt ihre Vamn⸗ higung über diesen Nichtvollzug des Gesetzes geäußert, der Herr Mise des Innern aber immer in ähnlicher Weise, wie heute, geantwortn. 1, Nichtreorganisation der National⸗Garde zu Toulonse habe er für fen. mäß erklart, die der National. Garde von Marseille für nicht gerathen, ann⸗. wärts, versichere derselbe, seien die Behörden dagegen. Also wo die e. hörden das Gesetz nicht vollziehen wollten, sei der Minister ihrer Meinnng

Herr Odilon Barrot: Der Minister spreche fast wegwerfend iln eine so wichtige Frage. Seine Haltung sag:: Wir haben die Majoͤrii sie stimmt uns bei, sagt oder thut, was ihr wollt. In selchem Verhali liege etwas Beleidigendes. Wenigstens solle das Ministerinm aus Rit⸗ sicht gegen die Majorität selbst antworten, sich rechtfertigen. Wäre die Am mer nicht ihrer Auflösung so nahe, wäre er nicht von ihrer Ohnmacht üln⸗ zeugt (Murren im Centrum), so würde er allerdings mit seinen Freund den Antrag stellen, den Minister des Innern in Anklagezustand zu m⸗ etzen. sit Der Minister: Er antworte auf leidenschaftliche Anklagen unr,„ dermann in der Kammer sei von den wichtigen Rücksichten öffentlicher dee nung überzeugt, welche die Regicrung abhielten, die National⸗Garde eirnimg Orte zu reorganisiren. Herr Odilon Barrot selbst sei davon überzeugt, ümh seiner hestigen Anschuldigungen gegen das Ministerium, sonst hätte er nich so lange geschwiegen. Im Jahre 1840, als Herr Odilon Barrot für das Ministerium des 1. März die geheinten Fonds bewilligt, seien die Nationgl Garden auch schon in mehreren Städten aufgelöst gewesen und nicht reorge⸗ nisirt worden. (Beifall im Centrum.) Wie hätte Herr O. Barrot damalz cinen solchen Beweis des Vertrauens dem Ministerium gegeben, wenn’ überzeugt gewesen wäre, daß die Gesetze von demselben verletzt worden!

Warum habe derselbe nicht schon früher deren Vollzug verlangt?

Herr von Malleville beginnt beim Postschluß eben zu sprechen.

Bannieres stieß dieser Zug auf die Diligence von Falaise, die germe über die Bahn suhr und 22 Passagiere zählte. Diese Dilliga, wurde in Stücke zerschlagen von der Gewalt des Zuges, der wo gen anfuhr. Eine Person darin blieb auf der Stelle todt, drein dere wurden so schwer verletzt, daß sie keine Hoffnung zur Rethm zulassen. Außerdem sind 14 Personen schwer verletzt und nur vin ganz unversehrt davongekommen. Die Kommission der Pairs und

herbeigekommenen Behörden thaten. 1 Wir erhalten schon heute aus Algier vom 15ten nähere N⸗

wurde der Oberst in seinem Bivouak zu El⸗Abiat in Kenntniß ge

von ihm erschienen sei, und daß man seinen Gum in den Alfas ge

traf Ben⸗Jaya, der mit seinem Gum ein Gefecht gegen den Emir bestanden, ihn aber an Ausführung einer r— ständigen Razzia gegen die Douairs nicht zu hindern ur— mocht hatte, einen Stamm der Magzen. Bald bekam man N

gegenüber, der einen Augenblick selbst angreifen zu wol schien: vier Fahnen wurden vor ihm hergetragen. Alst aber die Ueberlegenheit der Gegner sah, kehrte er wiag um. In diesem Augenblicke zerstreuten sich die Reiter de französischen Gum, die bis dahin Unentschlossenheit gezeigt hatten, Plänkler, und das Gesecht nahm an Lebhaftigkeit in dem Maße! als die französische Kolonne dem Nachtrab des Feindes Terrain! gewann. Als man endlich nur noch etwa 3000 Meter entfernt ie

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dige Declamation, reichen Harmoniewechsel und charakteristische Begleitung aus, Eigenschaften, die ihnen noch größeren Werth verleihen würden, wenn ch eine gesang⸗ und melodiereichere Führung der Singstimme damit ver⸗ binde. Doch es ist Zeit, unsere vorangeschickten allgemeinen kritischen Be⸗ nerkungen durch Beispiele aus den Werken selbst zu bewahrheiten.

Betrachten wir zu diesem Zwecke z. B. Truhn's

Frühlingslied für Sopran oder Tenor mit Piano. Op. 81. Berlin bei Schlesinger.

Wirft man einen Blick auf die Singstimme, so fällt sogleich die durch⸗ veg sollabische Behandlung auf. Jedes Wort oder vielmehr jede Sylbe rifft mit einer Note von kurzer (Achtels⸗, Viertels⸗ oder höchstens punk⸗ irter Viertels⸗) Geltung zusammen. Im ganzen Verlaufe des Musikstücks kommt auch nicht eine einzige Stelle vor, die sich in breiteren Noten oder Melismen ergeht, wo sich der Sänger einmal als solcher zeigen und seiner Stimme Platz gönnen könnte. Und doch ist Gelegenheit, ja die Nothwen⸗ digkeit dazu oft genug vorhanden, z. B. bei den Worten:

ich werde klagen, werde singen und . sagen, daß er nichts gebracht. ““ eine Stelle, die zwar melodisch, aber nicht gesangsmäßig, im oben ange⸗ deuteten Sinne, aufgefaßt ist. Davon abgesehen, erkennen wir übrigens an, daß das Musikstuͤck vieles Gute enthält. So erscheint die Begleitung keinesweges gewöhnlich, im Gegentheil, sie unterstützt den Wortausdruck trefflich. Weit gesangsmäßiger, in einzelnen Partieen wenigstens, ist op. 69 aufgefaßt. An der Donau, Gedicht von Karl Beck für Sopran oder Tenor. Berlin, bei Schlesinger.

.“

⸗Takt mit Triolen, eine gesangsreich z. B. durch

Hier that freilich die gewählte breitere Taktart (*½ also ein verlappter Singstimme herbeizuführen, schnellen Harmoniewechsel, dieses Elementes beigetragen ward. Auffassung des Gedichtes.

zu den Worten:

22 ‧„Takt) schon das Ihrige, obgleich anderweitig,

wieder viel zur Zerstörung en ist die oft sehr poetische lungen heben wir die Musik

starke Modulation, Als besonders ge

Wenn ich dann zu Nacht alleine Dichtend in die Wellen schau, Steigt beim blassen Mondenscheine Auf die schmucke Wasserfrau ꝛc. ꝛc. hervor, die sich durch romantische Färbung in Melod auszeichnet.

Aus dem Liederhefte Op. 75:

Stille Lieder von Karl Beck, für eine Singstimme mit Piano. Berlin, bei Schlesinger, verdient unstreitig Nr. 3, „Täuschung“, Auffassung wegen. sprechender Wirkung und drückt das C Auch hier trägt der mäßiger zu gestalten.

der gänzlich des Gesanges. Des Knaben Tod, Ballade von Uhland, für eine Singstimme mit Piano. 0p. 82. Berlin, bei Schlesinger.

den Vorzug, der höchst sinnigen lur nach A-moll ist von ent⸗ zefühl der Täuschung bezeichnend aus. die Melodie theilweise gesangs⸗ 4 des Heftes wie⸗

Die Wendung v

⸗Takt dazu bei, Dagegen entbehren Nr. 1, 2 und

Truhn's rechnen zu dürfen. Eine derartige deklamatorische Aufseäsir scheint überhaupt seiner musikalischen Natur am meisten zuzusagen. Vier Lieder für eine Singstimme mit Piano. Op. 81. Verlin Schlesinger.

stimme bewegt sich mit wenigen Ausnahmen durchaus in Achtels⸗Nome⸗ Die Begleitung entspricht der einfachen Haltung des Gedichtes und N Melodie nicht und ist viel zu beweglich gehalten, überhaupt zu kompliih In Nr. 2, „Frühlings⸗Engel“, paßt dagegen die Begleitung ganz zu nicht die vielen Fermaten vor, allen Gefanges baar sein, während Nr. obgleich ebenfalls syllabisch aufgefaßt, durch das langsamere Tempo

Das sechste Heft der vorliegenden Gesänge Truhn’s Quartette für vierstimmigen Männer⸗Gesang. Op. 83. bei Schlesinger. 8

Nr. 1: „Im Walde“, sowohl wie Nr. 2: „Der Sänger Gruß 21 zwar wohlklingende, aber in der Erfindung unbedeutende Musikstücke. *

dern versucht zu haben. 8 Indem wir noch einmal das Compositions⸗Talent des Herrn Trul

das sich besonders in den einstimmigen Gesängen durch viele Züge oß⸗

g.

stellungen und Winke bei künftigen Arbeiten von Nutzen sein mögen. 21 durch die Wirkung seiner Gesangs⸗Compositionen beeinträchtigt 1 nhns

enthümliches und dramatischen Schwung.

Das Musikstück offenbart viel Eig 1 esseren der vorliegenden Compositionen

Wir glauben es unbedingt zu den b

ben wir zur Genüge dargethan zu haben. —.,.

Das Unglück auf der Eisenbahn von Rouen hat die Kommission der Pairs und Deputirten bedroht, die heute Morgen mit einem be— sonderen Zuge nach Rouen abgefahren war, um dann nach Havre zu gehen und die Lokalitäten wegen Zweckmäßigkeit der zu errichtenden Befestigungen des Hafens daselbst anzusehen. Bei der Station von

Deputirten kam ohne Schaden weg und eilte, nachdem angehalten war, den Verunglückten Hülfe zu leisten, was dann auch die schnel

richten über den glücklichen Kampf, den der Oberst Camon gegen Abd el Kader bestanden hat. Am 7. März um 5 Uhr Morgens

setzt, daß Abd el Kader in einer Entsernung von 4 bis 5 Lieues

lagert gesehen habe. Augenblicklich wurde der Befehl zum Aufbruch gegeben und ein Courier an den General Jussuff abgesertigt, der mit 500) Pferden bei Boghar stand. Um 6 Uhr setzte sich die Kolome in Marsch, die Richtung von Birin einschlagend. Auf ihrem Weg

der That in der Richtung von Si⸗Ali⸗ Ben⸗ Melek ant schnell hinziehende Reihe von Kameelen und Schlachtvieh zu Gesicht; man bemerkte auch, daß der Nachtrab durch eine Reiterei gebildet wurde, von der man kaum dritthalb Lienes in der linken Flanke ente⸗ sernt war. Der Oberst Camon ließ daher seinen Convoi, dem Befehl gab, sich zu Birin zu lagern, zurück und beschleunigte seiner Marsch mit einer leichten Kolonne, bestehend aus zwei Bataillonen welche die Tornister abgelegt hatten, zwei Gebirgs⸗Haubitzen und d Reiterei, die 150 Pferde zählte und vom Oberst⸗Lientenant de Nou geführt wurde. Anderthalb Stunden später stand man dem Em

Nr. 1, „Kindheit“, ist wieder ganz syllabisch komponirt; die Eirt

findlichnaiven Auffassung der Melodie. Nr. 3, „Sternlein“, würde, kän

ein etwas gesangsmäßigeres Kolorit gewinnt. bun entha⸗ Berlus

Komponist scheint sich in dieser Gattung weniger als in einstimmigen d

barte, gebührend anerkennen, schließen wir mit dem aufrichtigen. Wuns⸗ daß ihm unsere eigentlich nur einen Punlt betreffenden wohlgemeinten 1

II1“ 8 8s EII

g an den Feind herangekommen, wurde der Säbel gezogen, und die Charge begann. Nun ergriffen die Reiter Abd el Kader's die Flucht, Lastthiere, Schlachtvieh u. s. w. zurücklassend. Doch sam⸗

nsie sich einen Augenblick wieder, um wenigstens die Kameele ten, die eine kostbare Beute und die Frauen des Agha Schuras ber ohne Erfolg. Darauf trennte sich der feindliche Gum, unter ührung von Ben Dschedid und Ben Auda, von den regelmäßigen Reitern des Emir und schlug die Richtung nach dem Süden ein. Die Letzteren, to ur noch 150 Mann stark, mußten nun allein ihrem Chef einen Purchweg durch die französischen Plänkler zu gewinnen suchen, die ereits von allen Seiten sie einzuschließen begannen. Da nun wur⸗ en ihrer Viele getödtet und eine vollständige Niederlage ihnen bei⸗ nebracht. Man befand sich aledann zu Ben⸗Nahr, nachdem man 5 eues fechtend zurückgelegt hatte. Die ganz ermatteten Pferde konn⸗ in nicht mehr weiter. Der Oberst⸗Lieutenant de Noue zog daher eine Kavallerie auf einer Hochebene zusammen, von wo er einerseits dn in Unordnung fliehenden Feind, andererseits die noch 2 Lieues unfernte französische Infanterie sehen konnte, die heraneilte, m seine Operation zu unterstützen. Um 1 Uhr Nachmit⸗ ugs war das Gefecht zu Ende, um 8 Uhr Abends waren alle Truppentheile wieder im Lager von Birin gesammelt. Die Infanterie hatte an diesem Tage elf Lieues zurückgelegt, ohne einen Tropfen Wasser zu finden. Mohammed Ben Adda, Agha der haschems, war gefallen; Dschedid und Berkani waren verwundet; co Leichname von den regelmäßigen Reitern Abd el Kader's lagen dem Schlachtfelde; 250 gesattelte und gezäumte Pferde, 2500 üch Schlachtvieh und 1000 Kameele waren erbeutet. Der franzö⸗ e Gum hatte nur geringen, die französische Reiterei fast gar kei⸗ „. Verlust erlitten, was man der unausgesetzten Verfolgung zu⸗ feibt, die dem Feinde keinen ernstlichen Widerstand möglich machte. n 8. März hatte der Oberst Camou sein Lager zu Ain Ossera, am en am Wed⸗Lham. Ueber den weiteren Kampf des Generals Jussuf gen den Emir fehlen die Details noch. General Marey hatte sich ch Boghar begeben. Marschall Bugeaud war am 8ten an der öhe der Uled el Azig gelagert, ohne bestimmte Kunde über die fellung Abd el Kader's, den man bei den Unugras im Norden von assada vermuthete.

ESCroßbritanien und Arland. Unterhaus. Sitzung vom 20. März. (B. H.) Bevor

as Haus zur Tagesordnung, d. h. zur weiteren Berathung der Ta

Resolutionen, überging, brachte Herr Borthwick die Oregon⸗ ugelegenheit zur Sprache, indem er fragte, ob die Regierung die orlegung der auf diesen Gegenstand bezüglichen diplomatischen Kor⸗ svondenz beabsichtige. Der Fragsteller suchte die Nothwendigkeit er entschiedenen Erklärung der Regierung, den von den Amerika⸗ mnmerhobenen Ansprüchen gegenüber, darzuthun. Sir R. Peel wierte hierauf Folgendes: 1h halte es nicht für nothwendig, über den von dem ehrenwerthen ügliede erwähnten Gegenstand irgend welche Bemerkungen zu machen. un) Ich halte eine Erklärung da über für durchaus unnöthig (hört!) nich bin vollkommen überzeugt, daß die von Ihrer Majestät in der won⸗Rede gebrauchten Ausdrücke der Staatsmänner unseres Landes in VPereinigten Staaten nicht mißverstanden worden sind. (Hört!) Ich ibe nicht, daß dem Staate irgend ein Nutzen daraus erwachsen würde un in der gegenwärtigen Lage dieser Angelegenheit die darauf bezügliche nespondenz vorgelegt würde, und es ist daher auch nicht die Absicht der goierung, dies zu thun; da indeß ein Theil der Korrespondenz von der egierung der Vereinigten Staaten dem Kongreß vorgelegt worden ist so ie ich gegen die Vorlegung dieses Theils nichts einzuwenden; im Uebri⸗ muß aber auch auf diesen Fall die Regel ihre Anwendung finden, daß n Beendigung der Unterhandlungen die auf dieselben bezüglichen Doku⸗ n vicht vorgelegt werden können.“

Mi dieser Erklärung bezeigte sich Lord John Russell zufrie⸗ nund setzte hinzu, daß er seinerseits keine Erläuterungen über den tand der Frage begehren werde, bevor die Unterhandlungen nicht en zufriedenstellenden Standpunkt erreicht haben oder Sir Robert dl selbst sich geneigt zeige, die auf dieselben bezüglichen Papiere produziren. Zugleich nahm der Lord hierbei Veranlassung, die seunige Annahme des vorliegenden neuen Getraide⸗Gesetzes zu ur⸗ en und sich über eine Anordnung des Ministers des Innern zu be⸗ weren, der zufolge die Bill wegen Unterdrückung der Gewaltthä⸗ keiten in Irland unmittelbar nach der zweiten Lesung der Ge⸗ üde⸗Bill erfolgen und also die dritte Lesung dieser Bill dadurch

noch weiter binausgeschoben werden solle. Sir R. Peel stimmte mit Lord John Russell darin vollkommen überein, daß die baldmög⸗ lchste Erledigung der Getraide⸗Bill dringend nothwendig sei. Es sesen ihm, sagte er, darüber aus allen Theilen des Landes, selbst von den Gegnern der Maßregel, die lebhaftesten Vorstellungen zugegangen. kle halten, mit Rücksicht auf den Betrag der Getraide⸗Vorräthe, es nothwendig, so schnell wie möglich, behufs der erforderlichen ungen des fremden mit dem heimischen Getraide, Zugang zu

in Bond befindlichen Getraide zu erlangen, welches Niemand auf den Markt bringen könne, da man den drigen Zoll des neuen Gesetzes von 4 Sh. statt des gen von 18 Sh. abwarte. Diese Stagnation müsse natürlich auf Begehr des einheimischen Produktes selbst wesentlich einwirken

eh babe ihren Einfluß auch schon auf einige von den Märkten ge⸗

d, welche die Durchschnitts⸗Preise reguliren. Aus allen diesen suden sei ihm selbst sehr darum zu thun, daß das Getraidegesetz näͤglichst angenommen werde, indeß habe er doch auch die Wich⸗ eit und dringende Nothwendigkeit der von Lord John Russell er⸗ nten, auf Irland bezüglichen Bill (welche das Oberhaus bekannt⸗ bereits angenommen hat) nicht übersehen können und habe deshalb wenigstens die erste Verlesung derselben ansetzen müssen, dieselbe sonst erst nach Ostern würde zur Berathung kommen p. Haus bis dahin keine Gelegenheit hätte, seine Ansicht 88 Bill. kundzugeben. Die zweite Verlesung der Getraide⸗Bill 1 2Zsten d. M. angesetzt, und er wolle, in der Voraus⸗ lesen die Debatte darüber am 26sten beendet werde, die erste lis 4 jener irländischen Bill zum 27sten, sollte die Korn⸗Debatte Hier ahin nicht beendet sein, zum 30sten d. M. ansetzen. b 5 setzte das Haus die Berathung über die Tarif⸗Reso⸗ 4 war die Erwägung des Comité⸗Berichts über dieselben Art agesordnung) weiter fort. Die Debatte betraf ausschließlich d. ikel „Bauholz”. nde hfaiauis von Worcester stellte das Amendement, daß die be⸗ mn soll⸗ nee⸗ gestrichen, also der jetzt bestehende Zoll beibehalten üsächlich b sowohl, wie die folgenden Redner seiner Partei, suchten bteils benweisen, daß ‚durch die beabsichtigte Zoll⸗Ermäßigung vesentlich Interesse Kanada's, anderentheils das der britischen Rhe⸗ 8 98 seeret werden würde. 1 nzahij 2 der nach dem Antragsteller das Wort nahm, lieferte rechandein Ccher Daten, um darzuthun, daß schon die ersten Anfänge hgeführt so weit dasselbe bis jetzt von der Regierung n, wie 3. B haseig der britischen Rhederei großen Schaden zugefügt England x— g. 1832 der Tonnengehalt der fremden im Handel zwi⸗ e em Auslande beschaäͤftigten Schiffe für die Einfuhr um pCt., für die Ausfuhr um mehr als 190 pCt., der Tonnen⸗

ischen Schi e dagegen s à 3 s 24 819 in demselben 12 eitraume nur um re p. sich vermehrt hobe.

dwell gab zu, daß die britischen Rheder im Allgemeinen

nd 80 pCt. Herr Ca

e französische Reiterei b, und, bis auf 3500 Meter

der Ermäßigung des Zolles von Bauholz gro eile ihren Geschäftsbetrieb befürchtet haben, behauptete g großen Mehrzahl nach, durch die Erfahrang der letzten Jahre von dieser Furcht geheilt worden seien. Daß der Tonnengehalt der britischen Schiffe sich nicht in gleichem Verhältnisse, wie der des Auslandes, vermehre, erklärte Herr Cardwell daraus, daß die britische Rhederei an sich schon so viel um⸗ fassender sei, als die des Auslandes, und ihre Vermehrung daher, wenn man sie prozentweise berechnen wolle, nicht so sehr ins Auge falle, wenn beide auch vollkommen gleichen Schritt halten. Was übrigens das In⸗ teresse Kanada's betreffe, so gehe schon aus den bisherigen Erfahrungen hervor, daß dasselbe nicht an hohe Holzzölle gebunden sei, denn seit dem Jahre 1841, in welchem diese Zölle ermäßigt wurden, habe sich der Holz⸗ dandel von Kanada verdoppelt. Gestützt auf diese Erfahrung, glaubte Herr Cardwell behaupten zu dürsen, daß, wenngleich die beabsichtigten Zoll⸗Er⸗ vcztet. 8* Zweifel den 4 Ostsee⸗-Bauholz heben werden och der Begehr nach kanadischem Bauholze zu gleicher Zeit wer 1 g. -8.8. ) ch sch holze zu gleicher Zeit werde gestei

Herr Chapmann glaubte gerade das Gegentheil von der Maßregel erwarten zu müssen; seiner Ansicht nach, werde der Holzhandel sich ganz

von Kanada weg und in die Ostsee ziehen, und besonders die norwegischen

Frachtfahrer gefaͤhrliche Konkurrenten der britischen Rheder werden. Aehn-⸗

liche Befürchtungen sprachen Capitain Harris und Her us der Erstere besonders darauf binweisend, daß der Handel . jetzt 1200 Schiffe jährlich beschäftige und die auf denselben beschästigten 15,000 eine treffliche Schule

Herr Warburton wies nach, daß alle Befürchtungen 9 so wie der Kaufleute und Grundeigenthümer in in bisherigen Zoll⸗Ermäßigungen sich unbegründet erwiesen haben, denn die Einfuhr nicht nur von europaischem Bauholze habe sich seit der 1842 statt⸗ gehabten Ermäßigung des Differenz⸗Zolles von 45 auf 25 Sh. vermehrt (um 20 pCt., 1841: 561,675 Loads, 1845: 675,840 Loads), sondern auch die des kanadischen Bauholzes (nämlich um 30 pCt., 1841: 982,341 Loads 1845: 1,290,341 Loads), außerdem aber seien auch die Preise keinesweges gefallen, sondern vielmehr für einzelne Arten von Bauholz nicht unbedeu⸗ tend gestiegen. Ganz natürlich sei es daher, daß die Regierung jetzt weiter fortschreite und durch noch bedeutendere Verminderung der Zoll⸗Differenz nun auch den Konsumenten wesentlichen Nutzen zu verschaffen suche.

Herr Borthwick berechnete, daß das Ostsce⸗Bauholz künftig für 3 werde f8 den britischen Markt gebracht werden können und deduzirte daraus den Nuin der kanadischen Produzent isches Holz jetzt 1 Pfd. 10 Sh. bezahlt werde. 8 Ftgern 1gscse se

Herr Henley äußerte Besorgniß vor einem allzu großen Ausfall i der Staats⸗Einnahme, den die Zoll⸗Ermäßigung zu Pen

Herr Hume dagegen glaunbte, den Fehler darin suchen zu müssen, daß die Ermäßigung nicht weit genug gehe, da Bauholz, gleich dem Getraide zu den nothwendigsten Bedürfnissen gehöre und gleich jenem gar keinen Zoll bezahlen sollte. Ueberdies wies er nach, daß das Ostsee⸗Bauholz die wesent⸗ lichsten Vorzüge vor dem kanadischen Bauholz besitzt und sowohl zum Schiffs⸗ bau, als zum Häuserbau viel geeigneter als dieses ist, weshalb denn die Zell⸗Ermäßigung allgemein den größten Vortheil bringen werde.

Eine lange Rede zu Gunsten des Amendements hielt Lord George Bentinck, der sich neuerdings vorzugsweise zum Organ der Protectionisten anfgeworfen hat. Zum Schlusse warf er die Frage auf das Feld der all gemeinen Pelitik, warnte vor den Nachtheilen, welche unter den gegenwär⸗ tigen Umständen unvermeidlich seien, wenn man in dem ohnchin unzufrie⸗ denen Kanada noch größere Unzufriedenheit errege, bezeichnete die Zoll⸗Er⸗ mäßigungen im Allgemeinen als eine Unwürdigkeit, insofern man die Ab⸗ sicht hege, mittelst derselben die ländersüchtigen Vereinigten Staaten fried⸗ liber zu stimmen, forderte die Regierung auf, statt dessen den Amerikanern durch die Stimmen der britischen Linienschiffe ihre Bedingungen vorschreiben zu lassen, und wußte zuletzt auch noch einer tadelnden Aeußerung über die kriegslustigen Demonstrationen des Prinzen von Joinville einen Platz in seiner Rede anzuweisen.

Für diese Redensarten wurde er, nachdem Sir G. Clerk die Maß⸗ regel der Negierung vertheidigt hatte, von Herrn Ch. Buller ziemlich scharf zurechtgewiesen. Derselbe machte ihm bemerklich, daß er sich größerer Mäßigung befleißigen müsse, wenn er den Plan gefaßt habe, als Chef einer politischen Partei aufzutreten (Lord G. Bentinck war bisher hauptsächlich als arbiter elegantiarum bei Pferderennen u. dgl. bekannt); ganz unüber⸗ legt aber sei es jedenfalls, so aufs Gerathewohl von vorhandener Unzufrie⸗ denheit in Kanada zu reden, wozu nicht die mindeste Veranlassung vorliege. Was die speziell vorliegende Frage betrifft, so behauptete Herr Buller, daß die bisherige Zollbegünstigung nur den Erfolg gehabt habe, alles schlechte kanadische Bauholz den Weg nach dem englischen Markte nehmen zu lassen während das gute nach den Vereinigten Staaten ausgeführt worden sei.

Nach dem Schluß dieser Rede wurde das Amendement des Marquis von Worcester mit 232 gegen 109 Stimmen verworfen und beas 8 angenommen.

Im Oberhause legte Lord Stanley mehrere Petitionen zu Gunsten des Schutz⸗Systems vor und drückte nabedee h aus, daß, wenn die Handels⸗Maßregeln der Regierung vor das Haus kämen, die Lords selbige verwerfen möchten. Die sogenannte irländische Fieber⸗Bill ward zum erstenmale verlesen, und der Graf St. Ger⸗ mans befürwortete ihre schleunige Erledigung in den nöthigen Sta⸗ dien. Sonst verhandelte das Haus nichts von Bedeutung.

London, 21. März. Ihre Majestät die Königin wird zu Ende nächster Woche wieder nach Windsor gehen. Vorher wird der Hof noch einige Tage in Claremont verweilen. Wie es heißt, hat auf ärztlichen Rath die Königin beschlossen, vor ihrer Niederkunft die Residenz auf der Insel Wight nicht mehr zu besuchen. Gegen das Ende des Monat Mai werden der Herzog und die Herzogin von Nemours in Windsor eintreffen, um die Königin und deren Gemahl zu dem beabsichtigten Besuch bei dem Könige der Franzosen nach Paris zu geleiten.

Aus der neulichen hastigen Ausrüstung des Linienschiffes „Belle⸗ rophon“ folgerte man, daß dasselbe für sofortigen Dienst bestimmt sei und ohne Verzug in See gehen werde. Jetzt erfährt man aber, daß das Schiff vorläufig ganz ruhig im Hafen bleibt, und daß die bei der Ausrüstung beschäftigten Offiziere und Mannschaften für die gehabte Mühe einen vierzehntägigen Extrasold erhalten sollen. Viele meinen, die Admiralität habe durch die rasche Ausrüstung des „Bel⸗ lerophon“ dem Prinzen Joinville blos den Beweis liefern wollen, daß seine Behauptung, England brauche zur Ausrüstung eines Linien⸗ schiffes mindestens sechs Wochen, durchaus unbegründet sei.

Die Morning Chroniele erzählt folgenden Vorfall, der in der gestrigen Sitzung des Unterhauses sich ereignete: „Lord George Bentinck's gestrige Rede hatte auch eine spaßhafte Seite. Als der selbe auf dem Höhepunkt seiner glänzenden Perioden angelangt war, fing plötzlich ein ehrenwerthes Mitglied, wir glauben, Herr Patrick Sommers (Tory⸗Mitglied für Sligo), der auf einer der Bänke seine Siesta hielt, im Schlafe laut zu sprechen an; was er sagte, konnte man nicht recht verstehen; wir glauben, es war eine Antwort auf die Worte des edlen Lords. Der Sprecher versuchte vergebens, den schlafenden Redner zur Ordnung zu rufen; denn es war eine dop⸗ pelte Prozedur nöthig, einmal ihn aufzuwecken und dann zu beruhi⸗ gen. Wir haben es zwar schon oft erlebt, daß ehrenwerthe Mit⸗ glieder im Unterhause eingeschlafen sind, aber dies ist der erste Fall, welchen Hansard der Nachwelt überliefern wird, daß Jemand im Zu⸗ stande der Bewußtlosigkeit wirklich gesprochen hat.“ 1

Die ostindische Compagnie hat jetzt, nach dem Plane des statisti⸗ schn . im Handels⸗Ministerium, ein ähnliches Büreau er⸗ richtet.

Der Herzog von Norfolk hat die Präsidentschaft des landwirth⸗ schaftlichen Vereins von Arundel und Bramber niedergelegt. Für die Vice⸗Präsidentschaft des Susser⸗Vereins zum Schutze des Acker⸗ baues und Gewerbfleißes, welche der Herzog ebenfalls niedergelegt hat, wurde neulich der Graf von March gewählt. S

Eessbss 4 1 8 8 111““ Der bekannte Carlton⸗Klub ist jetzt, so wie die konservati * tei überhaupt, in zwei Sertionen getheilt, welche 8 Fefs chnr. Gazette als Peelmänner und Schutzmänner bezeichnet. Am letzten Dienstage geschah die jährliche Vorstandswahl, und beide Parteien Fne zieheiae. 184 Kräfte. Das Ergebniß war eine voll⸗ tändi iederlage der Peelmänner, indem die An änger des S

eine große Majorität erhielten.

HBelgien.

Brüssel, 22. März. Herr Rogier hat vorgestern wieder eine Audienz beim Könige gehabt, und es wird nun für ausgemacht ge⸗ halten, daß er an die Spitze des neu zu bildenden Ministeriums tre⸗

ten wird.

Schweiz. Kanton Bern. Der Verfassungs⸗Rath hat am 18. seine Geschäfts⸗Ordnung vollendet. Mgnn 1. sieben Mitgliedern wird die neue Verfassung entwerfen und der Ver⸗ fassungs⸗RNath unterdessen seine Sitzungen einstellen. Die Sitzungen der Redactions⸗Kommission sind geheim. Bei Vorlegung des Ent⸗ wurfs wird der Verfassungs⸗Rath entscheiden, ob er denselben einer vorberathenden Kommission zur Prüfung übergeben oder sogleich darauf eingehen will. Die Zahl der Mitglieder, aus denen die vor⸗ berathende Kommission bestehen soll, ist für den Fall, daß die erstere Frage bejaht wird, bereits auf 27 festgestellt. Der erste wichtige Schritt des Verfassungs⸗Raths erfolgt morgen, indem alsdann die Redactions⸗Kommission bezeichnet und ohne Zweifel auch die desini⸗ tive Wahl des Büreau's vorgenommen wird. Für ein dingliches Entscheidungsrecht des Volks, sei es ein negatives (Veto) oder post⸗ tives (Initiative), erheben sich immer mehr Stimmen in der Presse und es wird schwer sein, ihren Gründen zu widerstehen. G

Spanien.

Madri „16. März. Das neue Kabinet ist ebildet: der Narvaez ist Conseils⸗Präsident, Kriegs⸗Minister und terimistisch das Portefeuille der auswärtigen Angelegenheiten, welches er, wie Einige wissen wollen, an Herrn Gonzalez Bravo, Gesandten in Portugal, abtreten werde, während Andere Herrn Casa⸗Jrujo Herzog von Sotomayor, Gesandten in England, oder Heren Isturiz für dies Ministerium bezeichnen, obwohl es mehr als wahrscheinlich ist, daß die beiden Letzteren sich weigern würden, in dies neue Kabi⸗ net einzutreten. Herr Egana ist Minister der Justiz und der Gna⸗ den; er war lange Zeit Deputirter der Provinz Alava und Bevoll⸗ mächtigter der baskischen Provinzen, als deren eifrigen Vertheidiger er sich stets gezeigt hat. Unter der Regentschaft der Königin Marie Christine war er einer der Haupt⸗Redacteure des Correo nacio⸗ nal. Herr Burgos, welcher unter Ferdinand VII. Finanz⸗Minister war, ersetzt Herrn Isturiz als Minister des Innern. Herr Orlando Mitglied des Kongresses und ehemaliger Militair⸗Intendant, bekannt durch seine unbegränzte Ergebenheit gegen den General Narvaez, ist zum Finanz⸗Minister und der General Pezuela, Schwager des Mar⸗ auis von Viluma, dessen ultra⸗monarchische Ansichten er theilt, zum Mih ernaunt. Der Tiempo vom 14ten bemerkt in Bezug auf die Minister⸗ Krisis Folgendes: „Das Schwert des ist bereit auf das Ministerium, auf die konservative Partei, auf alle Parteien und auf noch andere, höhere Gegenstände, die das Herz der Spanier verehrt, und die das Glück des Vaterlandes bilden, herabzufallen. Die Veränderung des Ministeriums hat unter den gegenwärtigen Um⸗ ständen eine dreifache Bedeutung: das Palais, die Börse und die Armee, drei Einflüsse, die seit dem Beginn unserer politischen Lauf⸗ bahn uns dem allgemeinen Tadel preisgegeben haben. Wir wollen deutlicher sprechen: es handelt sich um die Vermählung mit dem Grafen Trapani, um die Bereicherung der Einen auf Kosten der An deren, und um die Diktatur. Unsere Besorgnisse sind nur zu wahr so lange man Gründe hat, zu glauben, daß für den General Nar⸗ vaez das Kabinet Miraflores ein Ministerium Olozaga ist, wie es jedes andere Ministerium sein würde, das nicht seinen Namen an der Spitze trüge und nicht sein Schwert zum Führer hätte.“

Die Kartoffel⸗Krankheit.

Kopenhagen, 20. März. (A. M.) Dur s General⸗

mer⸗ und Kommerz⸗Kollegium ist unterm d. Huarc * eeate Sebs⸗ mission veröffentlicht worden, welche von der Direction der polotechnischen Schule niedergesetzt war, um verschiedene Versuche mit Aufbewahrung mehr oder weniger erkrankter Kartoffeln zu machen. Aus dem Berichte geht her⸗ vor, daß die in Gruben schichtweise mit Mauerschutt und Sand und die mit pulverisirter Holzkohle gelagerten, so wie die vor der Lagerung geschwe⸗ felten Kartoffeln, sich sehr gut und sast unverändert gehalten hatten, daß aber auch bei jeder Aufbewahrungsart keimfähige Kartoffeln in binreichender Anzahl durch den Winter gebracht waren, um daraus den beruhigenden Schluß ziehen zu lͤnnen, daß es im ganzen Lande überhaupt nicht an Saat⸗Kar⸗ toffeln fehlen wird, da man keinen Grund hat, anzunehmen, daß es den Landwirthen mit der Aufbewahrung nicht eben so geglückt sein sollte, wie der erwähnten Kommission. Daß die Krankheit, statt die Keimkraft der Kartoffeln zu vernichten, sogar dieselbe befördert zu haben scheint, möchte wohl der Umstand beweisen, daß in einem Haufen, wo sie schichtweise mit Stroh gelagert und auf gewöhnliche Weise mit Stroh und Erde bedeckt waren, sich einzelne neue, vollkommen entwickelte und gesunde Kartoffeln befanden. Nicht weniger dienen die Nachrichten zur allgemeinen Beruhi⸗ gung, welche die Zoll⸗Kammer durch die dänischen Konsulate im Auslande üͤber die Aerndte und die spätere Erhaltung der Kartoffeln eingezogen hat Es ergiebt sich daraus unter Anderem, daß die Kartoffeln in den meisten jenseits Christiania belegenen Distrikten Norwegens, vornehmlich zwischen Frederikstadt und Moß, sich vorzüglich gut halten. Nach der Versicherung zuverlässiger Leute werden allein in der Gegend von Frederiksstadt 8 bis 10,000 Tonnen vorzüglich gute und zur Saat geeignete Kartofseln zu kau⸗ fen sein, und man wird sie wahrscheinlich dort zu 1 ½ bis 1 ¼ Spezies für die gehäufte Tonne erhalten können. Auch in Svanien sind sehr billige Einkäufe zu machen, namentlich in der Umgegend von Barcelona, die aber wohl schwerlich noch zur rechten Zeit hier sein könnten.

1. Eisenbahnen.

Berlin-Potsdamer Eisenbahnn.ß In der Woche vom 17. bis inel. 23. März c. sind auf der Berlin- Potsdamer Eisenbahn 5841 Personen gefahren.

Handels- und Börsen-Nachrichten. Berlin, 20. März. Die Boöͤrse verlor heute ihre gute Tendenz, und

die Course gingen ziemlich stark zurück; später indeß wurden bessere Course

bewilligt, und es schloß sehr animirt.

2* Amsterdam, 21. März. Die Preisverbesserung mehrerer Staats⸗ papiere, welche am hiesigen Markte verwichenen Sonnabend eintrat und auch Montag noch anhielt, änderte sich dann bei den von London und Paris eingegangenen flauen Berichten in ein allmäliges Zurückweichen, un⸗ geachtet die groößere Flüssigkeit des Geldes die Unternehmungen in Fonds degünstigte. Der Umsatz in holländischen Staatspapieren dlieb dahet sehr mäaäßig; Integrale liefen dabei von 60 ¾ auf 60 ½3, % zurück, 4pro ale lie. 8. 8 z. wirkliche Schuld von 95 ½ auf 94⁄ -0 und Zproz. dito von 72 ⁄, auf 72 ½ %; indes⸗ sen gestern zeigten sich die Course wieder etwas fester. Das Geschäft in Actien der Handels⸗Maatschappyp ging dagegen merklich lebhafter als ge⸗ wöhnlich, indem seit dem abgehaltenen Reskontro viele Frage nach Stuücken