1846 / 112 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Die Hannoversche Zeitung bemerkt über die West⸗Eisen⸗ in Folgendes:

8 G 8 Antrage der Königlichen Regierung auf Erbauung der west⸗ lichen und südlichen Eisenbahnen liegt den Ständen des Königreichs der wichtigsten kommerziellen Fragen vor. Besonders ist dies der Fall bei der West⸗Eisenbahn. An dlese knüpfen sich die Aussichten auf b-„— und Belebung eines eigenen außereuropäischen Handels, zu dem mir b 8 Küstenstaat vorzugeweise berufen sind, durch den win die Wohlfahrt 7 ganzen Landes auf eine größere Höhe steigern, den Absatz unserer industriel⸗ len Produlte, insbesondere des Leinens, fördern, den Wohlstand zweier Provinzen herstellen, eine größere Selbstständigleit des hannover⸗ schen See⸗Verkehrs erringen werden. Schon Friedrich der Große erkannte eine genügende Verbindung der Emshäfen mit dem schen Binnenlande, zunächst mit Westphalen und dem Rheine, als ein wesentliches Erfordernißg, um an der Ems einen ausgedehnten Handel mit den anderen Welttheilen zu begründen; aber alle Bestrebungen, auch unserer Regierung, eine solche Verbindung herzustellen, scheiterten an natürlichen und politischen Hindernissen, die durch die Westbahn überwunden werden können. Nicht blos der strebsame Handelestand unserer Städte an der Ems und im Landdrostei⸗Bezirke Osnabrück, auch die übrige Bevölle⸗ rung in den Fürstenthümern Osnabrück und Osifriesland erkennt die große kommerzielle Bedeutung dieser Eisenbahn; und es hat letzteres solches bethã⸗ tigt durch die bedeutenden, von den Provinzial-Ständen bewilligten Mittel zur Förderung des anfangs beabsichtigten Actien⸗Unternehmens, wie diese denn auch in dem Konsul Brons einen Mann gesandt haben, der, durch seine Handels⸗Kenntmisse, wie durch seine Theilnahme an den in Bezug auf die Westbahn angeordnet gewesenen Kommissionen, genauere Mittheilungen über die einschlagenden Verhältnisse zu ertheilen und erforderlichen Falls nähere Auskunft über die kommerziellen Fragen zu eben im Stande ist. Die bedeutendsten Fabrikanten und Kaufleute von lberfeld, Köln, Düsseldorf, Münster, Vierßen ꝛc. haben die Wichtigkeit der West⸗Eisenbahn durch Erbietungen zur erheblichsten Theilnahme an dem Actien⸗Unternehmen anerkannt; und noch in neuester 58 hat die deutsche Donau⸗Handelsgesell⸗ schaft die Wichtigkeit der Emshäfen saktisch durch Ausrüstung und Bekrach⸗ tung der ersten für sie fahrenden Seeschiffe von den hannoverschen Emshaͤ⸗ sen aus, dargethan. Wie von der Königl. Regierung, wird auch vom Lande mehr und mehr die Wahrheit des Satzes anerkanni, daß wir in den Ems⸗ äfen die Mittel besitzen, uns direkt am Welthandel zu betheiligen und vohtn nur durch die Westbahn bewahren können, indem sie ohne diese von Hollands und Bremens Bahnen überflügelt und abgeschnitten wer⸗ den. Das einzige Hinderniß ihrer sofonigen Aussührung ist nur die Nothwendigkeit bedeutender Anleihen dazu, indem auch die große Erheblich⸗ kel der Südbahn für Erhaltung und Belebung des Transit⸗Handels und Personen⸗Verkehrs durch unser Land nicht verkannt werden kann; sie ist eine nothwendige Fortsezung der Harburger, Bremer und Braunschweiger Bahnen. Wie sehr auch Anleihen mit Recht zu scheuen sind, wo sie 197 lich zur Vermehrung der Landesschulden gereichen, so sind doch solche nicht dahin zu rechnen, welche die sichere Aussicht genügender Rentabilität und ihrer Amortisation im Verlaufe eines kurzen Fenegras von Jahren ge⸗ währen, wie denn solches hinsichtlich unserer Anleihen schon die Einnahmen von den bis jetzt vollendeten Eisenbahn⸗Bruchstüceen nachweisen, und welche den in⸗ neren Wohlstand des Landes begründen und dessen Steuerkräfte wesentlich erhö⸗ hen. Für jeden mit der sinanziellen Statistik des Königreichs einigermaßen Be⸗ kannten war es vorauszusehen, daß, sobald das für Cautionen, Geld⸗Fidei⸗ kommisse, milde und öffentliche Stistungen ꝛc. auf eitwa 13 bis 14 Millio⸗ nen Thaler anuzuschlagende Bedürfniß einheimischer Staatsschuld⸗Papiere seine Befriedigung gefunden hatte, mithin die Staats⸗Anleihen, was bisher nicht der Fall, 2 den allgemeinen Geldmarkt kommen mußten, sie nicht zu billigerem Zinsfuße konirahirt werden konnten, als zu dem der soli⸗ desten Staatspapiere sonstiger Staaten; höher aber, als zu 3 ½ Prozent Zinsen pari, oder zu 94 mit 3 ½ Prozent Zinsen sollen die un⸗ srigen nicht kontrahirt sein. Eben so gewiß ist es aber auch, daß, so lange ein Staat solche Sicherheit gewährt, wie der hannoversche, eine Vermehrung seiner Anleihen selbst um zwanzig Millionen den Zins⸗ fuß nicht höher als jetzt steigern wird, indem die vielen Millionen Staats⸗ papiere, welche, auch abgesehen von den Actien, auf dem europäischen Geldmarkte rouliren, die unbedeutende hannoversche Staateschuld in sich aufnehmen, ohne daß ihr Wachsthum sich bemerklicher machte, als wenn ein Tropfen in einen Eimer Wasser fällt. Aus diesem Grunde wird eine künftige Anleihe, nachdem die erste Million über das obige innere Bedürfniß hinaus angeliehen ist, den dadurch erst gestie⸗ genen Zinssuß im Lande nicht erheblich mehr steigern können, weil nicht der einheimische, sondern der europäische Börsen⸗Zins⸗ Cours die Modalitäten der solgenden Anleihen bedingt; wie denn auch die im Lande bestehenden Kredit⸗Anstalten die Wahrheit des Gesagten bewäh⸗ ren und von einer künftigen Anleihe keinen Nachtheil leiden werden. Ja, es läßt sich mit Wahrscheinlichkeit annehmen, daß, wenn erst die sehr be⸗ deutenden, im Hannoverschen vorhandenen auswärtigen Staatspapiere um⸗ gesetzt sind, bei dem großen Staatsschulden⸗Tilgungs⸗Fonds, der größte Theul der neueren Eisenbahn⸗Schuldpapiere im Lande bleiben und deren

Cours sich im Verlaufe weniger Zeit bedeutend erhöhen werde.“

Königreich Württemberg. Se. Königl. Hoheit der Kron⸗ prinz ist am 17. April nach Florenz abgereist. In den letzten Ta⸗ gen sind von Heilbronn wieder 75 Auswanderer abgerrist, um sich üͤber Havre nach den Vereinigten Staaten von Nord⸗ merika zu

begeben.

e* Schwerin, 18. April. Der Großherzogliche Hof legt heute wegen des Ablebens Ihrer Königl. Hoheit der Prinzessin Wil⸗ helm von Preußen, geborenen Prinzessin von Hessen⸗Homburg, die Trauer auf 14 Tage in den gewöhnlichen Abstufungen uu.

8 . 8 ““ 8 Oesterreichische Monarchie. WWien, 13. April. Se. Kaiserl. Hoheit der Erzherzog⸗Gou⸗ verneur von Galizien ist schon vor einigen Tagen hier eingetroffen. Se. Kaiserl. Hoheit soll nach Vollendung der dringendsten Staats⸗ geschäfte, die seine Anwesenheit in der Hauptstadt nöthig machen, einen Ausflug nach Modena beabsichtigen.

Se. Königl. Hoheit der Prinz Georg von Preußen, welcher unter dem Inkognito eines Grafen von Tecklenburg hier eingetroffen ist, hat dieser Tage seine Aufwartung bei allen Mitgliedern der Kai⸗

serlichen Familie gemacht. 3 Dem bekannten, aus der Schweiz verwiesenen Dr. Fein, der vor einigen Tagen hier ankam, ist sein künftiger Aufenthaltsort noch nicht bestimmt worden; bis dies geschehen ist, wird er hier bleiben.

be. Rußland und Polen.

St. Petersburg, 15. April. Die letzten Nachrichten aus dem Kanukasus, vom 23. Februar, meldeten, daß die Aushauungen in den Wäldern der Tschetschna beendet und die Truppen in ihre Win⸗ terquartiere zurückgekehrt seien. In ei em Bericht des General⸗Liente⸗ nant Freitag werden nun über diesen Rückzug nachstehende nähere Umstände mitgetheilt:

Am 8. Februar, noch vor dem Ausmarsche der Truppen aus dem La⸗ ger im gechinskischen Walde, wurden zwei Kolonnen, jede von 4 Bataillo⸗ nen, beordert, die Bagage⸗Pferde herbeizuholen, welche gleich beim Beginn der Arbeiten an die Lü⸗ und ins Fon Wosdwischenskoje, woselbst deren Verpflegung mit größerer Be qguemlichlett geschehin konnte, entsandt worden waren. Auf dem Rückmarsche der erßen dieser Kolonnen ins Lager wurde die Nachhut derselben von einem 3000 Mann Farken Hausen Gebirgsbewohner überall, wo das zenissene Terrain diesen kühnen Plan begünstigte, mit Ungesüm angegrissen. Des⸗ senungeachtet bewerkstelligien die Truppen in musterhaster Orrnung und fast ohne Verlust jhre Vereinigung mit dem Detaschement. Die zweile Kolonne Sieß auf ihrem Rückwege in den gechinskischen Wald, am 9. Februas, auf einen starken, gegen 10,000 Mann zählenden Hrerhaufen. Doch auch hier konnten die Gebirgsbwohner nichts ausrichten: die tapseren Jäger vom Regimente des General⸗Arjutanten Fürsten Worenzoff schlugen alle An⸗ griße des Feindes mit dem Bajenette ab und langten in geordneten Zügen

im Lager an, würdig der alten Kurier. Am folgenden Tage zogen die De⸗ taschenbents des Gegeral⸗Lieutenants Freitag und des General⸗Majors Nesteroff vereinigt nach der Festung Grosnaja, und zwar auf einem und demselben Wege. Durch diese Anordnung sahen sich die Gebirgshewohner in ihren Erwartungen getäuscht, die in der Voraussetzung, die Detaschements würden einzeln und auf den früheren Wegen zurückkehren, ihre Hauptmacht auf der Communicgtionslinie des General⸗Majors Feseft Haneenen hat⸗ jen. Während dessen schlugen die Truppetz aße guders Richtung ein und

ichten ehr geringem Verluste die Festung Grosnaja. Von hier aus Sehn. 1 in ihre Standquartiere. Ein Unternehmen, von

iner solchen Bedentung, gegen welches alle benachbarten Stämme im Ge⸗ vereinten Aerghe gerschtet hatten, denn, von Schamil genöthigt, waren sie den Tschetschenzen zu Hülfe geeilt, konnte nicht ohne einige Opfer zu Stande gebracht werden; die Vortheile jedoch, welche die Zerstö⸗ rung des gechinskischen Waldes bringt, wiegen diese Opfer riichlich auf. Auf unserer Seite wurden während dieser ganzen Experition, d. h. vom 27. Januar bis zum 11. Februar, 1 Ofsizier und 23 Gemeine getödtet und 10 Ober⸗Offiziere und 200 Gemeine verwundet, diejenigen ungerechnet, welche Kontusionen erhielten. Geblieben ist der Lieutenant vom pragaschen Insantrrie⸗Negiment, Gorbunofs. Verwundet wurden nachstehende Ossiziere: don dem genannten Regiment der Stabs⸗Capitain Skapowsli, der Liente⸗ nant Jakowizki II., die Unter⸗Lieutenants Podrewski und Schwedinoff und der Faͤhnrich Woronin; vom nawaginslischen Infanterie⸗Regiment der Ca⸗ pitain Zweinizli und vom Jäger⸗Regiment des General⸗Adjutanten Fürsten Woronzoff der Unter⸗Lieutenant Aminoff und die Fähnriche Jasypkoff, Mar⸗ koff und Naumoff. Die Gebirgsbewohner haben, wie dies durch die von allen Seiten eingehenden Nachrichten bestätigt wird, im Laufe dieser Zeit schweren Verlust erlitten: unter Anderem wurden ihnen der durch seine Tapferkeit bekannte Naib Maasch und einige angesehene Aelteste getödtet. Unser Detaschement hat in der Dauer von 12 Tagen auf einem Flächen⸗ raume von 210 Dessätinen Waldungen verbrannt und zerstört, Waldungen mit hundertjährigen Eichen, von denen einige mehr als 2 Arschin im Durch⸗ messer hielten; Tag und Nacht unablässig der Arbeit hingegeben, brachten unsere Truppen, ungcachtet aller entgegenstehenden Schwierigkeiten, in kurzer Zeit einen Durchhau von ungefähr 2 Werst Breite zu Stande. Der früher benutzte, durch den gechinskischen Wald führende Weg beschrieb viele Krüm⸗ mungen und war sr die Bewegungen der Truppen nicht günstig; gegen⸗ wärtig ist in der Mitte des Durchhaus eine neue bequeme Straße ange⸗ legt. Wenn man das Benehmen der Tschetschenzen näher betrachtet, so kann man nicht umhin, die Bemerkung zu machen, daß dieselben nur mit roßer Unentschlossenheit und gleichsam mit Widerwillen an den Operationen heil nehmen; in Gechi, so wie in Goita, wurde im vergangenen Dezember die zum Aushauen bestimmte Waldstrecke fast ohne Flintenschuß besetzt; nur erst seit dem 7. Februar, nach dem Eintreffen der von Schamil abgesandten sieben Naibs mit einem zahlreichen Trupp Gebirgsvölker, sahen sich die Tschetschenzen genöthigt, gemeinsam mit diesen Ankoömmlingen zu agiren, wobei sie jedoch nicht ihre gewohnte Thatkraft und Kühnheit zeigten. Im Allgemeinen hat die Zerstörung der Waldungen in der Tschetschna unter den Bewohnern eine große Muthlosigkeit verbreitet. 1 Seitdem hat in diesen Gegenden die Ruhe nirgends eine Un⸗ terbrechung erlitten. Frankreichh. Paris, 17. April. Mit Ausnahme der Mitglieder der Kom⸗ mission selbst hat sich zur Vertheidigung ihres Vorschlags in der De⸗ batte über die Marine bis jetzt leine einzige Stimme in der Depu⸗ tirten⸗Kammer erhoben. Niemand sonst wollte in der Versanmlung die Annahme der von der Kommission beantragten Verminderung des verlangten Kredits für die Seemacht befürworten. Im Gegentheil, die Vorschläge der Kommission wurden von allen Rednern bekämpft und mehr oder weniger die der Regierung vertheidigt. Selbst Herr Thiers that in seiner Rede eigentlich nichts Anderes, wenn er auch erklärte, daß er weder zu Gunsten des Kommissions⸗, noch des Regierungs⸗Antrages spreche, weil beide ihm ungenügend seien, und weil er sowohl in den Moti⸗ ven des Ministeriums, wie in der Beczutachtung der Kommission, feste Grundansichten über die französische Marine vermisse. Die erste Frage, sagte er, sei, ob Frankreich einer Kriegs⸗Marine bedürfe, und davon sei er überzeugt, denn es besitze 612 Lieues Küsten und an denselben eine Seehandel treibende Bevölkerung. Eine Kriegs⸗ Marine sei daher für dasselbe eine Sache der Nothwendigkeit. Bei den jetzigen Streitigkeiten zwischen den nordamerikanischen Freistaaten und England zum Beispiel, von denen er wiinsche, daß sie friedlich erledigt würden, werde Frankreich, wie der Minister des Auswärtigen bereits erklärt habe, Neutralität beobachten. Diese Stellung sei für Frankreich würdig und vortheilhaft. Aber dieselbe lasse sich nur durch eine französische Kriegs⸗Flotte durchführen, welche die französische Flagge gegen den englischen Grundsatz schütze, daß die Flagge nicht die Güter decke. Frankreich besitze ferner zum Bei⸗ spiel Algerien, für welches es jährlich 100 Millionen Franken aus⸗ gebe und eine Armee von 100,000 Mann unterhalte. Dies könne nur vernünftig sein, wenn Frankreich durch eine Kriegs⸗ Flotte im Stande wäre, die Verbindung zwischen dem Mut⸗ terlande und Algerien stets zu unterhalten. Die Land⸗Armee werde dabei für Frankreich immer die Haupt⸗Vertheidigung blei⸗ ben müssen. Aber nach den verschiedenen Zeit⸗Verhältnissen müsse man bald der Land⸗Armee, bald der Kriegs⸗Flotte eine größere Ent⸗ wickelung geben. Er sei ein Anhänger der Verbindung mit England, aber man könne doch nicht behaupten, daß diese Verbindung immer bestehen würde. Die zweite Frage sei, ob die früheren Vorgänge Gründe gegen eine Kriegs⸗Flotte enthielten. Allein die Geschichte beweise, daß, als Frankreich unter Ludwig XIV. und Colbert eine Kriegs⸗Flotte gewollt habe, es dieselbe gehabt habe; daß, als es unter Ludwig XV. und Fleury keine gewollt, es auch keine gehabt habe; daß, als es unter Ludwig XVI. wieder eine gewollt, es auch wieder eine gehabt habe. Napoleon habe eine Kriegs⸗Flotte mit den größten Anstrengungen gewollt, aber er habe dieselbe in einem Men⸗ schenalter erzwingen wollen, während dazu die Zeit von Geschlech⸗ tern gehöre. Die dritte Frage sei, wie stark die französische Flotte sein solle. Dies sei nach der Stärke des Gegners zu bestimmen. Spanien und die Niederlande hätten so gut wie keine Marine mehr; mit Rußland werde Frankreich nicht in einen Seekrieg, sondern in einen Landkrieg verwickelt werden; mit den nordamerikanischen Frei⸗ staaten sei ein Krieg Frankreichs unnatürlich; es bleibe also die Stärke der französischen Seemacht nur im Verhältnisse zu der britischen Seemacht zu bestimmen. England habe in den letzten Kriegen nie mehr als 80 Linien⸗ schiffe außerhalb seiner Häfen gehabt; jetzt möchte es wohl 100 Linien⸗ schiffe außerhalb der Häfen stellen können. Dagegen genügten weder eine französische Kriegsflotte von 36 Linienschiffen, wie die Kommission, noch von 40 Linienschiffen, wie dos Ministerium wolle. Er selbst wolle hier eine bestimmte Anzahl nicht angeben; aber da England mit seinen 80 oder 100 Linienschiffen eine große Anzahl Kolonieen bewachen müsse, während die Seemacht Frankreichs fonzentrirt bleiben könne, so glaube er, daß, wenn die französische Kriegs⸗ flotte eine Stärke von 60 Linienschiffen hätte, sie mit den engli⸗ schen einen ehrenvollen Kampf bestehen könnte. Nach dieser An⸗ zahl müsse man streben. Es liege im Interesse Frankreichs, seine Seemacht konzentrirt zu halten. Es dürfe dieselbe nicht zersplit⸗ tern. Die Unternehmungen des Ministeriums gegen die Marque⸗ sas⸗Inseln und gegen Madagaskar schiene⸗ „ihm zu beweisen, daß dasselbe hierin leine richtige leitende Grundsäte befolge. Man wende zwar ein, daß eine Flotte von 60 Linienschiffen für See⸗ schlachten in ganzen Geschwadern berechnet sei, während Frankreich nur Seeschlachten in kleineren Divisionen führen müsse. Aber die⸗ ser Einwand sei unstatthaft. Die Schlachten in kleinen Divisionen würden doch zu Schlachten in Geschwadern führen; und wenn

rankreich Schlachten in kleinen Divisionen mit Fregatten 188„ England seinerseits sich nicht mehr anstrengen. die nordamerikanischen Freistaaten ihrer Zeit nur in kleine ren Divistonen mit Fregatten gekämpft, so sei der Gnun dazu gewesen, daß sie keine 1es gg; für n Schlachten 8 habt. Die vierte Frage sei, ob denn rankreich 60 Linienschi

60 Fregatten bewaffnen könne. Er sei völlig überzeugt, d

reich schon jetzt 50 Linienschiffe und 50 Fregatten und wenig Jahren auch 60 Linienschiffe und 60 Fregatten bewaffnen könne. Vem er glaubte, daß er sich hierin irre, so würde er auch den Nat haben, dies offen einzugestehen. Aber er glaube, daß Frankreich din zu leisten im Stande sei. Die Inscriptionen der Seeleute betrige 125,000 Mann, oder etwa 100,000 wirkliche Seeleute, 8 wenn dabei auf alle Abzüge Rücksicht genommen würde, kömn⸗. ten damit 50 Linienschiffe, 50 Fregatten und 100 Dampfschi⸗ bemannt werden. Wenn Frankreich auch nicht wie Enniee und Nord⸗Amerika aus einer großen Menge von Seeleuten n Handels⸗Marine nur zu wählen habe, so theile es doch auch nih die Verhältnisse von Rußland, welches die Schiffe mit Leusen he⸗ manne, die noch nicht gedient und sich erst bilden müßten. vm 9 Frage über die Linienschiffe und die Dampfschiffe betreffe, so sgabe er, daß die Linienschiffe noch lange einen großen Werth beäaüen würden, möge man sie nun mit den Dampfschiffen verbinden aer durch Anbringung von Schrauben in Dampfschiffe verwandeln. Nn⸗ dem seien große Vorräthe von See⸗Material anzulegen. (En. lich seien die Fortschritte der Schiffbaukunst durch ernstlich „. estellte Versuche aufmerksam zu verfolgen. Eben so erfti Herr von Lamartine die Kommission der Deputirten⸗Kammer für s übel berathen, daß sie zu Ersparnissen an den Flotten anrathe. Pen ein Krieg ausbreche, so werde es ein Seekrieg sein; auf dem Memn würden die nächsten Streitigkeiten unter den Nationen sich nlscti⸗ den; und damit Frankreich für einen solchen Fall gehörig geriste sei, bedürfe es zweier Flotten: einer auf dem Ocean und zmr in Mittelmeer; zu zwei tüchtigen Flotten aber seien 60 Lrienschife nöthig. Ministeriellerseits ist man der Ansicht, daß 40 bhinrticien, man müßte denn noch 20 in Reserve haben wollen, denn ein noc sc geschickter Admiral werde nicht im Stande sein, mehr als 25 Linienscise unt Nutzen in See zu führen. Nelson, führt man an, schrieb am Abendz der Schlacht bei Trafalgar: „Ich werde morgen die franzüsst⸗ spanischen Streitkräfte angreifen, und obgleich sie mehr Schiffe hahn als wir, so hoffe ich doch, mit Gotteshülfe sie zu besiegen, da ich

enn

für unmöglich halte, daß der französische Admiral eine so große

zahl von Fahrzeugen gehörig werde kommandiren können.“ Nese aber hatte 24 Linienschiffe, und es kam, wie er es vorhergestn Admiral Leray, der gestern die Anträge der Kommisston vertheidig wiederholte die Haupt⸗Argumente ihres Berichts, es gelang ihm aber nch die Aufmerksamkeit der Kammer zu fesseln. Auch die Rede des Berit⸗ erstatters, Herrn Hernoux, schien wenig Eindruck zu machen, wennge man ihm mehr Gehör schenkte. Er wollte beweisen, daß man uie daran denken könne, die Marine⸗Inscription durch das von Henm Thiers bezeichnete Mittel, nämlich durch Vermehrung der Zahl de unter Segel befindlichen Schiffe, -zu entwickeln; der Handel, sagte er sei es, der die Seeleute bilde; entzöge man ihm seine Matrosen, u sie auf die Staats⸗Schiffe zu versetzen, so würde man den Hande diengenen del seine Seeleute nähme, 1 versch fen bae wie dies die Erfahrung des Jahres 1840 beweise. Fme⸗ ner behauptete Herr Hernoux, daß Frankreich, da es darauf verdir ten müsse, Geschwader⸗Kriege zu führen, keiner zu zahlreichen Sci⸗ Marine bedürfe, die im Fall eines Krieges nur die Macht des Fu⸗ des verstärken würde: Frankreichs Hoffnung, die Freiheit der M

aufrecht zu erhalten, könne allein auf die Dampf⸗Ma sich stützen. Herr Thiers schloß die Debatte. Da der Ham Einwand, den man gegen die Entwickelung der französischen Seem erhoben hatte, darin lag, daß man die See⸗Inscription für unt länglich hielt, so nahm der Redner diese Frage wieder auf und su zu beweisen, daß die Veranschlagung wohl noch zu gering sei, we man die Zahl der verfügbaren Seeleute zu 50,000 von 28 bis Jahren annehme; 50,000 Seeleute aber nebst 25,000 Mann,

man aus der Rekrutirung nehmen könne, würden vollkomme

hinreichen, um 50 Linienschiffe, 60 Fregatten und eine Sämvfhee er mit Herrn Janvier zusammen ein Amendement vorschlage, welchen welche die Kommission gestrichen seyen wolle, bewilligt und zur Anschaffung von Schiffebauholz verwande Dagegen legte Graf d'⸗Angeville ein Amendemeng vor, welches bezweckt, die in dem Gesetz⸗Entwurf für Schiffsbau unf Anschaffung von Arsenal⸗Vorräthen verlangte Summe von 121,052,80 Fr. durch sieben Jahre lang zu bewerkstelligende jährliche Abzüge 7 6 Millionen in dem gewöhnlichen Marine⸗Budget auf 79,052,800 %, Heute beginnt die Diskussion der einzelnen Artikä hes⸗

zu bemannen. Nach dieser Rede zeigte Herr Thiers an,

zufolge die 15 Millionen,

werden sollten.

herabzusetzen. vorliegenden Gesetz⸗Entwurfs und der betreffenden Amendements.

Der Moniteur berichtet heute Folgendes über den Aufenthe des Großfürsten Konstantin zu Toulon: „Am 13. April erlaute das Osterfest nur einen Austausch der Besuche zwischen den Behe den von Toulon und dem russischen Geschwader. Der Großf Konstantin zeigte sich sehr huldreich. Se. Kaiserliche Hoheit bega des Morgens mit einem Besuch im Arsenal und speiste bei See⸗Präfekten. Am 14ten fuhr der Großfürst fort, die m tairischen Anstalten zu besuchen. Der See⸗Präsekt, der kg mandirende General des Departements, der Unter⸗Präfekt, der Nan von Toulon und mehrere Chefs des Dienstes wurden vom Admidl

Lütke eingeladen, am 15ten das Schiff des Prinzen zu besuchen. da

Admiral bot seinen Gästen ein Dejeuner an, bei welchem der Grii⸗ fürst die Honneurs zu machen geruhten. An demselben Tage svenrs funfzehn russische Offiziere an Bord des „Jemappes“ und die 2₰ ren auf der See⸗Präfektur. Das russische Geschwadir m. heute, den 16ten, nach Algier absegeln. Der Großfürst bezeigte n. jebhaftesten Wunsch, den Herzog von Aumale in Afrika zu sehe Se. Kaiserl. Hoheit ist mit dem ihm bereiteten Empfang sehr 2 frieden. Für die Armen und für die wohlthätigen Anstalten 8 jons bat Se. Kaiserl. Hoheit dem Unter⸗Präfekten 5000 F. stellen lassen.“ fs.

Wie verlautet, wird die Königin von England bei ihrem! nächst erwarteten Besuch in Frankreich zu Dieppe landen. Eint⸗ zahl Hof⸗Equipagen wird sie und ihr Gefolge von Dieppen Rouen bringen, von wo sich Ihre Majestät auf der Eisenban⸗ Asnieres begeben würde. Sn Asnieres wird die Königin wieve Anzahl Hof⸗Equipagen zu ihrer Verfügung vorfinden un 2 von da nach dem Palaste St. Cloud verfügen, welchen sie waßß ihres diesmaligen Besuches am französischen Hofe bewohnen witd.⸗ Ehren Ihrer Majestät soll ein, großes Fest zu Versailles, eines in⸗ Tuilerieen und eines im Schlosse Fontainebleau statthaben. 4

Der Moniteur Algerien vom 10. April enthält nach üe Mittheilungen: „Man hat keine neueren Nachrichten von Abk⸗ Kader. Die von Teniet el Haad und von Frenda bierhergelane Meldungen scheinen annehmen zu lassen, daß seine Rückkehr vach Osten nur eine Täuschung gewesen, um den General Jussuf jener Richtung wegzulocken und dadurch den Marsch Mustapha, nn

Tami's zu sichern, dem s auch gelungen wär mit einem Tr

Hiergegen wird bemerkt, daß, wenn der Staat dem Han⸗ kleute n der Handel sich sehr bald andere verschaf⸗

W“ 5 vsnaas auees 4₰ Gelb, Verwun

Ladef

Reiterm bei Sidi Kalifa über den Schott

gegangen.

nzen

ewißheiten heben.

den westlichen Theil des Daharg ⸗Gebirges eingedrungen. ohne Zweifel,

selbst vornehmen

wollte, jetzt zu bedauern,

Dperation, die er climmerte. Es ist

vreiben dieses furchtharen Häuptlings ein Ende machen.

un zurückkehren. Man glaubt, daß Se. Königl. Hoheit der Herzog bon Aumale sich nach Medeah wenden werde.“ Die algierischen Jour⸗ nle berichten auch, daß es dem General Lamoricière am 30. März gelungen war, wieder einen der aus dem Süden kommenden Aus⸗ wanderungszüge zu erreichen. Es befand sich dieser Zug jenseits des Wed Ziadi; von der Reiterei und zwei Infanterie⸗Bataillonen an⸗

gegriffen, wurde er fünf Lieues weit verfolgt; Lamoricière machte 75 Gefangene und erbeutete 13 Kameele, 130 Stück Zugvieh und 7 8000 Schafe. Lamoricière lagerte darauf bei Frenda und schickte

eine Beute nach Maskara.

Der Fürst und die Fürstin Sanguszko, Verwandte des Fürsten Aldam Czartoryski, die sich längere Zeit hier aufhielten und nun nach Galizien zurückfehren, hatten in der vorigen Woche eine Abschieds⸗ Andienz bei der Königlichen Familie.

Am 6. April ist zu Tournan im Departement der Seine und Narne, Joseph Franz Sevestre, 94 Jahre alt, gestorben; er war Nitglied des National⸗Konvents und des Sicherheits⸗Auoschusses, hat i den Tod des Königs gestimmt, wurde 1815 verbannt und kam 1 nach der Juli⸗Revolution von 1830 nach Frankreich zurück. Die putirten⸗Kammer ließ ihm seine Gehalt⸗Rückstände auszahlen und sewilligte ihm eine Pension von 3600 Fr. Fe .

Paris, 18. April. In der heutigen Sitzung der Pairs⸗Kam⸗ ner wurde von dem Präsidenten, Herzoge von Pasquier, eine Kö⸗ gigliche Verordnung vom gestrigen Datum verlesen, durch welche das Attentat vom 16. April zu unverzüglicher Aburtheilung dem Pairs⸗ sofe überwiesen wird. Zum General⸗Prokurator bei dem Pairshofe ir diesen Fall wird durch die erwähnte Verordnung Herr Hebert, haeral⸗Prokurator am Königlichen Gerichtshofe von Paris, be⸗ iunt. Die Pairs werden sich übermorgen als Gerichtshof fonstituiren. die Pairs⸗Kammer, deren Sitzung schon um 1 Uhr aufgehoben wurde, jte um 2 Uhr, auf die Einladung ihres Präsidenten, in die Tuile⸗ hen, um dem Könige wegen seiner wunderbaren Rettung ihre Glück⸗ ünsche darzubringen. Um 3 Uhr begab sich auch die Deputirten⸗ sammer zu demselben Zweck dorthin. Der König empfing beide Kam⸗

un im Thronsaale. Die zweite Legion der pariser National⸗Garde, die hen zusammengetreten war, um ihre neuen Offiziere zu begrüßen, ließ henfalls in den Tuilerieen anfragen, ob Se. Majestät erlauben wolle, haß ste erscheine, ihren Glückwunsch darzubringen. Auf die genehmigende autwort zog die Legion in den Hof der Tuilerieen und brachte dem König ein Lebehoch, während Se. Majestät, den Grafen von Paris an der Hand, Musterung über sie hielt. Die Jonrnale enthalten biele Enzelnheiten über das Attentat und den Thäter. Lecomte ist beute frih unter starker Eskorte auf der Eisenbahn von Corbeil dier angekommen; er soll unterweges versucht haben, sich um⸗ übringen, und man hat ihm die Zwangsweste anlegen müssen. Le⸗ vinte ist 45 Jahr alt und aus Begumont im Departement Cote r gebürtig. Er diente ehedem als Unteroffizier im Heere und urde im Jahre 1823 in Madrid mit dem Ehrenlegion⸗Orden deko⸗ it. Später wurde er als Ober⸗Aufseher im Forsfwesen angestellt. begen Insubordination gegen seine Vorgesetzten mußte er zu wieder⸗ ltenmalen versetzt werden. Im April 1844 sah man sich endlich enöthigt, ihn zu entlassen. Seitdem wohnte er in Paris, in der hue du Colysee. Mehreremale hörte man ihn Drohungen gegen ne vormaligen Vorgesetzten aussprechen, nie aber waren sie gegen n König gerichtet. Im Journal des Déebats liest man: Gestern früꝛ (16ten) hatte, wie man versichert, der Minister des inern zwei telegraphische Depeschen aus Grenoble und Lyon erhal⸗

welche meldeten, daß mehreren Beamten anonyme Briefe zuge⸗ umen wären, durch welche dieselben benachrichtigt würden, daß am ni. April auf den König geschossen werden sollte.“

Die Deputirten⸗Kammer hat gestern die 93 Millionen Franken zußerordentlichen Kredit für die Marine einstimmig bewilligt. Die Kommission hatte sich einem Amendement der Herren Thiers und Janvier angeschlossen. .

Bei stillem Geschäft ersuhr die Rente⸗Notirung heute keine be⸗ eifenswerthe Variation; die Course sind um ein Weniges gestiegen; senbahn⸗Actien fast alle wie gestern.

Paris, 17. April. In der Deputirten⸗Kammey be⸗ erkte man veute eine große Aufregung aus Anlaß des Attentats on Fontainebleau. Nur mit Mühe konnte endlich der Präsident die ahe soweit herstellen, um den schmerzlichen Eindruck auszusprechen, b as gestern auf die Person des Königs verübte Attentat auf Fgande Kammer hervorgebracht. Der Minister der öffentlichen . Cen legte dann einen Gesetz⸗Entwurf vor, der einen Kredit für * Vemnal⸗Eisenbahn mit ihren Zweigbahnen verlangt. Dann wird 1 zerhandlung der einzelnen Artikel des Gesetz⸗Entwurfs der Kre⸗ her. d Marinebauten und Arsenal⸗Vorräthe wieder aufgenommen. . menr Berichterstatter, erklärt, die Kommission nehme das ieses nederren Janvjer und Thiers beantragte Amendement an. bövor nendement wird von Herrn Berryer, der selbst ein ande⸗ 86 wschlägt, bekämpft. Der Marine⸗Minister erklärt sich für ömlich endement der Herren Janvier und Thiers, weil dasselbe so sucht 81 den ursprünglichen Plan der Regierung zurückkömmt, und eren Berryer, sich auch demselben anzuschließen. Herr ver nimmt das seinige wirklich zurück. Nach einigen Bemer⸗

uͤgen zwischen Herrn Thiers und dem Marine⸗Minister wird

1m66

1 eten und unberitten gewordenen Maunschaften uach dem Westen zu gelangen. Es wird sogar versichert, Abd el wäre demselben basd ebenfalls nachgesolgt und &’ 150 di .d s erhält jiese Angabe einige Wahrscheinlichkeit durch das auffallende Be⸗ wen der Dschaffras; sie hatten dem Obersten Geochot Anerbie⸗ nugen gemacht, sich zu unterwerfen; plötzlich entwichen sie aber nach im. Süden, wie wenn sie einem Rufe Abb el Kader'g gehorchten. Fahrscheinlich wird der nächste Botze des General Jussuf alle diese Von einem Tage zum anderen erwartet man si Kunde, daß Oberst Tartas mit der Kolonne von Mostaganem in Dorthin zu einem Duar der Beui⸗Zeruels oper der ene jat sich Bu⸗Masa geflüchtet, dessen Armwunde sich in Folge einer bedeutend ver⸗ jetzt 3 daß die Truppen der beiden benachbarten Subdivistonen nicht zu einer entscheidenden gewegung zusammenwirken konnten und auch jetzt nicht können, dem er die Kolonne von Orleansville hat sich nach dem Wed Fodda gewandt, um zur Züchtigung und Unterwerfung der Kabylen des Warensenis nitzuwirken. Der Herzog von Aumale, welcher diese wichtige Ope⸗ unon leitet, ist auf Timaxuin marschirt, wo er am Sten anlangte. gach einigen Gefechten, die zwar von untergeordnetem Belange wa⸗ un, aber doch die Kabylen demoralisirten, hatte er die beiden von Delzansville und vom Wed Ruina gekommenen Kolonnen an sich ge⸗ ngen. Uled Segrir war wieder über den Wed Fodda zurückgegan⸗ zag. Es kann jedoch der Aufenthalt unserer Truppen in dem Wa⸗ insmis nicht lange währen, theils wegen der Witterung, die regne⸗ ssch werden könnte, und theils wegen der Ungewißheit, in der nan sich über die Bewegungen Abd el Kader's befindet. Die Kolon⸗ nen werden sofort nach den Hauptplätzen ihrer respektiven Subdivisio⸗

vndisesvwere

der Artikel 1, wonach also die verwilligte Summe wieder 93 Millionen benes. angenommen. Die Sitzung dauert noch fort.

ach der Erzählung des Attentats in der Kammer hat der Thä⸗ ter selbst nach seiner Verhaftung dem Grafen von Montalivet, welcher den König auf seiner Spaziersahrt begleitet hatte, ausdrücklich er⸗ klärt, er habe auf den König selbst schießen wollen. Seine Dienstes⸗ Entlassung erfolgte wegen ungebührlichen Betragens gegen den Ge⸗ nerol⸗Konservator der Wälder und Domainen der Krone, Herrn von Sahune, gegen den er mehrmals Drohungen und Schimpfreden ausgestoßen haben soll. Er bezog eine Pension, verlangte aber, daß sie kapitalisirt werden solle, und da man ihm dieses Verlan⸗ gen abschlug, so wendete sich sein Zorn gegen Herrn von Sahune und den General⸗Intendanten der Civil⸗Liste, Gra⸗ sen von Montalivet. Man glaubt nicht, daß der Prozeß ge⸗ gen diesen Missethäter, wie bei den früheren aus politischem Wahn⸗ witz bervorgegangenen Mordversuchen auf den König, dem Pairs⸗ Gerichtshofe werde übertragen werden. Der Elende würde dadurch nur eine übertriebene Wichtigkeit erhalten. Welches Gericht aber auch berufen werden mag, um über ihn zu urtheilen, seien es die Assisen oder irgend ein anderes, an einer Verurtheilung in dem der Größe des Verbrechens entsprechenden Grade ist nicht zu zweifeln. Im Uebrigen hat diese neue Gefahr für das Leben des Königs nur einen neuen Beweis gegeben von dem hohen Werthe, den man allgemein auf die Erhaltung desselben setzt.

Großbritanien und ArlandddT.

London, 17. April. Der Hof wird am Montage von Wind⸗ sor wieder nach der Stadt kommen. Die meisten Minister sind heute und gestern bereits von ihren Landsitzen zurückgekehrt, da mit dem heutigen Tage die Osterferien zu Ende gehen.

„Die durch den Tod des Bischofs Alexander von Jerusalem er⸗ ledigte Stelle ist dem Viece⸗Vorsteher des protestantischen Kollegiums in Malta, vormaligen Missionair in Abyssinien, Samuel Gobat, von christlicher Abkunft und ein Schweizer seinem Vaterlande nach, übertragen worden.

Die Times hat einen energischen Artikel in Bezug auf die neue⸗ sten Nachrichten aus Amerika. „Herrn Calhoun's Politik“, schreibt die Times, „nichts zu thun, hat Proselyten gewonnen. Diese Po⸗ litik wäre allerdings für die Vereinigten Staaten die ungefährlichste und diejenige, die uns die größte Verlegenheit bereiten würde, wenn es nicht in unserer Macht stände, diesem Zustande der Ungewißheit ein Ende zu machen. Da wir aber durch die Erfahrung gelernt ha⸗ ben, daß dem amerikanischen Volk gelehrt worden ist, den Vertrag nicht als ein provisorisches Uebereinkommen, welches den Zweck hat, eine billige Theilung herbeizuführen, sondern als einen bequemen Schlupfwinkel für ihre ausschließlichen Ansprüche zu be⸗ trachten, so unterliegt es keinem Zweifel, daß die eudlose Verlänge⸗ rung des gegenwärtigen Vertrages einem Aufgeben unserer Rechte gleichkommen oder in einem nicht entfernten Zeitraume unausbleib⸗ lich ein feindliches Zusammenstoßen herbeiführen müßte. Die Been⸗ digung der Debatte im Kongreß über die Beschlüsse ist daher von geringer Bedeutung; wenn der Vertrag deshalb nicht aufgekündigt wird, weil eine „meisterhafte Unthätigkeit“”“ das einzige Mittel ist, durch welches die Amerikaner im Columbia⸗Thale festen Fuß fassen können, so wird das britische Kabinet durch die einfachste Erwägung des Nutzens und der Pflicht sich genöthigt sehen, den Vertrag im Namen der Königin von England zu kündigen.“ Der Artikel schließt mit den Worten: „So lange die Oregon⸗Frage in den unbestimmten Regionen der Sophistik und Abstraction blieb, konnte die Indifferenz und Entfernung von England den Amerikanern einen scheinbaren Vortheil gewähren. Aber von dem Augenblick an, wo die Frage anfängt, eine praktische Lösung zu erhalten, wird sich die unermeßliche Ueberlegenheit der Macht und der Hülfsquellen Englands auf der Stelle offenbaren. Der Vorschlag des Herrn Polk zu einer Vermehrung der ame⸗ rikanischen Kriegsmacht hat ihm auf einmal den Vorwand genom⸗ men, daß seine Regierung keine kriegerischen Absichten habe; er hat dem amerikanischen Volke eine laute Warnung gegeben, indem er demselben die wirklichen Folgen seiner Politik gezeigt hat, und er setzt uns in den Stand, die Minister der Krone dringend zu erinnern, daß die gebieterische Nothwendigkeit ein schnelles und entschiedenes Handeln fordert, damit die ganze Frage zu einem billigen und ehren⸗

vollen Schluß gelange. Wir haben vom Handeln weniger zu fürch⸗ ten, als vom Aufschub.“

X London, 17. April. Obschon die letzten Nachrichten aus den Vereinigten Staaten nicht durchaus kriegerisch lauten, so sind sie doch keinesweges sriedlich und vielmehr geeignet, die endliche Wahr⸗ scheinlichkeit eines Krieges zu vergrößern. Ohne Zweifel sind die Amerikaner geneigt, einen Vergleich einzugehen, aber nachdem sie zu⸗ erst ihre Anfprüͤche so übermäßig hoch gespannt haben, ist es für sie gewiß nicht leicht, jetzt wieder umzukehren und diese Ansprüche auf einen Fuß der vollständigsten Gleichheit mit denen Englands zu stellen. Deshalb betrachten sie auch als eine sehr große Konzession, was in der That keine Konzession ist, denn im Fall dieselbe gemacht wird, stehen sie auf demselben Standpunkt wie England; und deshalb legen sie auch dem Vergleich eine so außerordentliche Bedeutung bei, den sie auf Grund des 49sten Breitengrades entweder anbieten oder an⸗ nehmen wollen. Aber dies ist derselbe Vorschlag, welchen England wiederholt abgelehnt hat. Ist es jetzt mehr im Stande oder mehr geneigt, ihn anzunehmen? Ganz gewiß hängt Krieg oder Frieden von der Annahme oder Zurückweisung des 49sten Grades ab, denn die Amerikaner haben hierauf einmal ihren Standpunkt genommen.

Meine Ansicht von der Sache ist die, daß Lord Aberdeen, sobald als die Anzeige von der Aufhebung der bestehenden Convention hier eingegangen ist, sofort Herrn Pakenham das britische Ultimatum zur Mittheilung an das Kabinet von Washington zustellen und dies Ultimatum zwar auf den 49° oder möglicherweise auch auf den 470 basirt, aber zugleich von anderen Stipulationen begleitet sein wird, welche die Ehre und die Interessen Englands wahrnehmen. Diese anderen Stipulationen, glaube ich nun, werden die Amerikauer nicht eingehen, und doch können sie von England nicht aufgegeben werden, so daß, wenn die Sache bis auf diesen Punkt kommt, der Streit ge⸗ fährlicher werden wird, als er jemals war. Es können einige un⸗ vorhergesehene Fälle eintreten, wie die Vermittelung einer anderen Macht oder irgend eine Aenderung in den Parteien oder Finanz⸗ Verlegenheiten in Amerika, aber diese Aenderungen dürften die Ge⸗ fahr nur vermehren oder verringern, keinesweges beseitigen. Sollen wir nach den Thatsachen urtheilen, wie sie der Fall uns vorlegt, so ist es nicht leicht, irgend einen möglichen Ausweg zur Vermeidung einer Kollision zu enkdecken. Herr Polk indeß fängt jetzt an, die praktischen Schwierigkeiten seiner Stellung einzusehen. Um den Inhalt seiner letzten Botschaft zu verwirklichen und die amerikanische Armee und Flotte auf einen einigermaßen erfolgreichen Kriegsfuß zu stellen, muß wenigstens eine Anleihe von 20 Millionen Dollars erhoben werden, denn man darf nicht vergessen, daß für allen Militair- und Marine⸗ dienst die Vereinigten Staaten das theuerste Land in der Welt sind. Im Jahre 1838 kostete die Unterhaltung der Effektivmacht von we⸗ niger als 10,000 Mann nahe an 20 Millionen Dollars oder, nach M'Gregor, ungefähr ein Viertheil mehr, als die der preußischen Ar⸗

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mee, und selbst die Aushebung von Freiwilligen wird ein

Ausgabe verursachen. deß⸗ Finanz 42— aber wird den Kredit der Vereinigten Staaten im Auslande auf die Probe stellen und gleichzeitig den ganzen Plan von Herrn Polk's versprochener Finanz⸗Politik daheim modisiziren. Schon lange vorher, ehe noch ein Schuß gethan ist, dürfte deshalb der Krieg bei einem großen Theile des amerikanischen Volles durchaus unpopulair geworden sein, und wenn wir hier allgemeinen Betrachtungen Naum geben wollen, so können wir auch vielleicht noch hoffen, daß der Bruch durch irgend ein unvorhergesehenes Ereigniß vermieden werden mag; doch würde der weitschauendste Politiker wohl in Verlegenheit sein, diese Ereignisse anzudeuten.

In England würde der Krieg gewiß sehr populair werden. Die Engländer glauben immer noch, jenseits des Atlantischen Dceans hãt⸗ ten sie alte Rechnungen abzutragen, und auf ihre Flotte und Armee können sie wohl ein unbegränztes Vertrauen setzen. Die Amerilaner haben dagegen keinen Begriff von der wirklichen Macht, der sie Trotz bieten wollen; sie haben eine Art Volksglauben, daß, weil sie jung sind und England alt ist, sie stark und England schwach sein müsse. Es kann keinen größeren Irrthum geben. Die Macht Englands ist jetzt viermal so stark, als sie jemals im vorigen Jahrhundert war. Die Glieder dieses großen Reichs waren niemals stärker mit einander verbunden und nie durch einen entschiedeneren und schneller handelnden Willen in dem Rathe des Mutterlandes regiert, als gerade jetzt.

Niederlande.

*„„ Aus dem Haag, 15. April. In dem Augenbliche, als der belgische Bevollmächtigte, Herr Mercier, hierher zurückkehrte, um die schon so lange zwischen Belgien und Holland bestehenden Han⸗ dels⸗Differenzen auszugleichen, hat die zweite Kammer der General⸗ Staaten sich auf einige Zeit vertagt, und die Mitglieder derselben sind in ihre Heimat zurückgekehrt. Wenn daher die Kommissarien beider Länder sich nur etwas beeilen, und wenn es ihnen namentlich gelingt, sich zu verständigen, wie man es von beiden Seiten lebhast wünscht, so wird das zur Aufrechthaltung der Repressalien gegen Belgien vorgeschlagene Gesetz von selbst wegfallen, aber zugleich auch alle auf dasselbe verwendete Zeit verloren sein.

Obgleich das holländische Ministerium in dem Gesetz⸗Entwurfe über die eventuelle Erhöhung der Zölle für die aus Belgien kommen⸗ den Waaren den liberalen Ideen bedeutende Zugeständnisse gemacht hat, und ungeachtet der Aussichten für die Annahme des Gesetzes, verlangt man doch allgemein, daß endlich diese Angelegenheit in Ordnung gebracht werde. Eines der erwähnten Zugeständnisse ist, daß das Ministerium für das Jahr 1846 die Erlaubniß gegeben hat, außer den bereits eingeführten 20 Millionen Kilogrammen Steinkohlen noch 20 andere aus Belgien einzuführen. Aber nicht nur die Kohlengru⸗ ben, sondern auch der Handel im Allgemeinen leidet durch den gegen⸗ wärtigen Stand der Dinge; alle Geschäfte stocken mehr oder weni⸗ ger, der Transit hat um wenigstens abgenommen, wodurch ein Verlust von mehr als 8 Millionen Fr. entsteht. Belgien hat aufge⸗ hört, an Holland zu verkaufen, und umgelehrt, und die Nachbarn beider ziehen Vortheil darans. Der Handels⸗ und Gewerbsstand, die Konsumenten, alle bis auf die arbeitende Klasse hinab, leiden dadurch, denn die Verminderung der Consumtion führt eine Verminderung der 1v— herbei und somit den Ruin des Handels und der In⸗ dustrie.

Böswillige haben das Gerücht zu verbreiten gesucht, als gehe Holland aus politischen Rücksichten nur ungern an diese Unterhand⸗ lungen; aber diese Gerüchte sind aus derselben Quelle entsprungen, aus welcher die in Gent und Brüssel erschienenen Broschüren her⸗ vorgingen. In Belgien wird man dies Alles nach seinem wahren Werthe beurtheilen. Holland will nichts von Belgien; das Jahr 1830 liegt um ein Jahrhundert hinter uns. Wir wollen als Freunde und gute Nachbarn leben. Dies ist die Gesinnung der Regierung

und deß Volkes.

Einige Mitglieder der zweiten Kammer haben abermals einen Antrag auf Abänderung des Grundgesetzes gestellt, der in den Sec⸗ tionen auf Widerstand gestoßen ist und bei dem Wiederanfange der Sitzungen zur Sprache kommen wird. Aber unsere gesetzgebende Kammer hat mit ihrer Initiative kein Glück, und dieser Versuch einer partiellen Revision kann nicht von denen gebilligt werden, die zwat die Mängel unserer Verfassung kennen, aber den günstigen Augen⸗ blick abwarten wollen, um dann die große Arbeit auf einmal vorzu⸗ nehmen. Es wird dieser Antrag boher nur wieder eine neue Täu⸗ schung und einen neuen Zeitverlust zur Folge haben.

Brüssel, 18. April. Aus den zahlreichen Verhören, die der Untersuchungs⸗Richter Dusart mit den Personen vorgenommen, welche bei der Proclamation Labiauz's betheiligt sind, geht hervor, daß der Verbündeten ziemlich Viele waren und der Hauptplan darin bestand, von Gent und anderen Orten her die Hauptstadt zu überfallen, sich der Armee, der Zeughäuser und Staatskassen zu bemächtigen und eine Art agrarischer Gesetzgebung zu erlassen.

Gegenwärtig versehen 15 Dampfschiffe den Dienst zwischen Ostende und England, nämlich zwei wöchentlich zwischen Ostende und London, vier englische und zwei belgische Post⸗Paketböte zwischen Ostende und Dover, endlich sieben Dampfschiffe zwischen Ostende und Ramsgate. In Folge des seit dem 14ten d. zwischen Ostende und Ramsgate eröffneten Dampfschifffahrtsdienstes wird jeden Tag ein

Schiff in den beiden Häfen ankommen und eines von da abgehen.

Schweiz. n Kanton Bern. Da keine dringenden Geschäfte vorliegen, so wird die ordentliche Frühlings⸗Session des Großen Rathes nicht statt⸗ finden. Derselbe wird sich daher nicht am 4. Mai, sondern erst im Juni versammeln. Die bernische reformirte Geistlichkeit will sich am 22. April in der Aula der Universität, unter Vorsitz des Pfarrers

und Verfassungs⸗Raths Bandelier, zur Besprechung der kirchlichen Verhältnisse versammeelklmlg. 8

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Kanton Waadt. Dem Federal zusolge, hat der waadt⸗ ländische Staatsrath von Seiten des russischen Gesandten in der Schweiz eine in ziemlich starken Ausdrücken abgefaßte Reclamation erhalten über die unpassende Weise, womit Sonntags den 29. März in der Wohnung der Frau von Urkule zu Lausanne eine religiöse

ung a b rde. Versammlung aufgelöst wurde e 1“*“

Neapel, 8. April. (A. Z.) Die Kaiserin von Rußland fuhr heute zuerst wieder in einem geschlossenen Wagen nach Capodimonte spazieren; man freut sich allgemein dieses Zeichens der Besserung und glaubt, daß die Abreise am Aisten erfolgen werde. Die neapo⸗ litanischen Aerzte tadeln die deutschen Kollegen wegen des beschleu⸗ nigten Aufbruchs aus Palermo und singen in lautem Chor das alte Volkslied von der Unfähigkeit fremder Aerzte, Italiens klimatische Einflüsse zu beurtheilen. Die Kaiserin folgte aber wohl mehr ande⸗ ren Wünschen als der Ansicht ihrer Leibärzte. Capodimonte scheint

der Kaiserin besonders zu gefallen, und bei einer etwaigen Verlänge⸗

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