surgenten kurz nach dem Einrücken der Erpeditions⸗Kolonne, 700 Mann stark, an der Brücke gezeigt haben; sie wechselten einige Flin⸗ tenschüsse mit der Provinzial⸗Miliz von Guadalaxara und zogen sich dann wieder zurück. General Concha stand fünf Lieues von Orense. (Nach einer Depesche vom 18. April sind die Insurgenten in der Richtung nach Vigo zu abgezogen.)
Zu Oviedo ist ein Pronunciamento gescheitert, das von 25 Ser⸗ geanten ausging; die unruhigen Köpfe sollen vor ein Kriegsgericht gestellt werden.
Der Clamor publico meldet aus Malaga: „Der engli⸗ sche Konsul hatte dem Herzoge Leopold von Koburg, welcher am Charfreitage hier gelandet war, einen Wagen geschickt. Die Wachen aber, welche den Befehl hatten, aus Anlaß der Feier des Tages das Fahren nicht zu dulden, hielten jenen Wagen an. Man wandte sich dieserhalb an den General⸗Kommandanten, welcher indeß erklärte, an einem Tage, wo die Königin von Spanien zu Fuß gehe, dürfe Nie⸗ mand die Erlaubniß haben, zu fahren. Der Herzog mußte sich dem Gebrauche des Landes fügen. Um ihm jedoch eine Compensation da⸗ für zu geben, wurde ihm eine herrliche Serenade gebracht.“
Madrid April. General Villalonga hat durch Dekret aus Corusia vom 15. April das Litorale von Galicien von Rivadeo bis Guarda in Blokade⸗Zustand erklärt. Der General⸗Capitain von Galicien meldet unterm 14. April, die Kolonne unter dem Kommando des Generals Puig Samper habe die Insur⸗ genten bei Siguero zurückgeschlagen und gezwungen, sich zu zerstreuen. Mehrere Insurgenten wurden getödtet; die Truppen der Königin hatten einige Verwundete. Gereral Concha berichtet unterm 18. April, er bereite sich vor, nach Orense zu marschiren, das von den Insurgenten bedroht werde. Nach dem Tiempo wäre General Puig Samper seines Kommando's entsetzt und nach Corusia ge⸗ schickt worden. ““
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00)
„ 22.
111“]
——E Paris, 27. April. Auf dem Wege über Havanna haben wir Nachrichten aus Veracruz vom 16. März, welche eine große Aenderung in dem Benehmen der mexikanischen Regierung, Herrn Slidell, Gesandten der Vereinigten Staaten, gegenüber, ankündigen. Dem Letzteren soll offiziell angezeigt worden sein, Mexiko sei bereit, die Vorschläge in Erwägung zu ziehen, die er im Namen der Ver⸗ einigten Staaten zu machen beauftragt sei, und man zweifelte sogar bereits nicht mehr an der nahen Ausgleichung der zwischen den bei⸗ den Ländern obwaltenden Mißhelligkeiten. Man wäre demnach zu dem Schlusse berechtigt, daß Paredes des Friedens nach Außen be⸗ darf, um die Hand im Innern frei zu haben, denn auf dem Ein⸗ gangs angegebenen Wege erfahren wir auch, was jedoch noch der Bestätigung bedarf, daß der General Arista wirklich bereits das Banner der Empörung aufgepflanzt haben soll. Der außer⸗ ordentliche Kongreß des Landes zur Vornahme einer Revi⸗ sion der Verfassung ist zusammenberufen, und seine Zusammen⸗ setzung deutet schon im voraus darauf hin, daß die starke Partei, welche die Wiederherstellung der Monarchie will, eine bedeu⸗ tende Majorität haben wird. Der Kongreß soll aus Repräsentanten der Armee, der Geistlichkeit, der Wissenschaften, Künste, des Handels und der Industrie, der Bergleute, des Ackerbaues, der Gerichte und der öffentlichen Verwaltung bestehen; alle aber müssen einen gewissen
zu wollen schien. er die Ueberzeugung von dem
selbst entgegen.
Berliner
Port Republicain ausgerufene neue Präside Armee⸗Corps gegen Cap Haiti gesendet, wo Nach den neuesten Nachrichten aber hat dieser, als Wunsche des haitischen Volks nach einer Aenderung der Regierung erlangt hatte, seine Stelle als Prä⸗ sident niedergelegt, mit der Erklärung, er fühle sich glücklich, in das Privatleben zurücktreten zu können. Die Truppen, welche gegen Cap Haiti abgesendet gewesen waren, kehrten wieder nach Aux Cayes zu⸗ rück, dessen Einwohner in der größten Bewegung waren. Die Sol⸗ daten hingen alle dem neuen Präsidenten Richer an, aber die Offi⸗ ziere zeigten feindselige Gesinnungen, und man fürchtete, es könnte zu einem Konflikte zwischen Offizieren und Soldaten kommen. Indeß sah man bis zum 15. März der Ankunft des Generals Richer da⸗ Am 9ten hat ein Dampfschiff der französischen Re⸗ gierung, welches nach Port⸗Republicain ging, Aux Cayes berührt. Von dem Feldzuge gegen Santo Domingo, wozu der abgesetzte Prä⸗ sident Pierrot so große Rüstungen gemacht hatte, war keine Rede mehr.
hat nach den heute eingetroffenen Nachrichten aus Aux Cayes vom 12. März bereits ihren Schluß erhalten.
Bekanntlich hatte der zu
Handels- und Börsen-Nachrichten.
Berlin, 2. Mai. Die Course unserer Eisenbahnen sind heute weite gewichen, und der Umsatz blieb im Allgemeinen sehr beschränkt.
Börse. Den 2. Mai 1846.
nt, General Richer, ein Pierrot sich vertheidigen
Pr. Cour.
Fonds. 8 Brief. Geld.
Actien.
Pr.
Cour. Brief. Geld. Gem.
St. Schuld-Sch. 33 96 ½¼ 96
Prämien-Scheine d. Seeh. à 50 T. Kur- u. Neumärk. Schuldverschr. Berliner Stadt- Obligationen Danz. do. in Th. Westpr. Pfandbr. Grossh. Pos. do. do. do. Ostpr. Pfandbr. Pomm. do. Kur- u. Neum. do. Sechblesische do. do. v. Staat g. ELt B.
AA
do. do.
2n⸗
Gold al marco. Friedrichsd'or. And. Gldm. à 5 Th. Disconto.
-
do.
Potsd. NMagdebur- ger Obl. Lit. A. Dugd. Lpz. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Brl. Anh. abgest. do. do. Prior. Obl. Düss. Elb. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Rhein. Eisenb.
do. do. Prior. Obl. [do. v. Siaat garant. [Ob.-Schles. E. L. A Prior. Lt. B. B.-St. E. Lt. A. u. B. Dagd.-Halbst. Eb. Br.-Schw.-Frb. E. Qdo. do. Prior. Obl. Bonn-Köluner Esb. Niedersch. Mk. v. e. Priorität Wilb.-B. (C.-O.)
8
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mWechsel -
Cour s.
Pr.
Cour.
Thlr. zu 30 Sgr. Brief.
Geld.
Amsterdam do.
Besitz nachweisen und von 60 bis 150 Dollars direkte Steuern zah⸗ len. Indeß ist es, trotz dieser, wie vorauszusehen, starken Mehrheit im Kongresse zu Gunsten der Monarchie, doch noch zweifelhaft, ob es Paredes gelingen wird, mit ihr den Plan durchzusetzen. Man fürchtet, sobald der Kongreß entschiedene Schritte im monarchischen
Sinne thut, einen neuen Ausbruch eines Aufstandes von Seiten der
republikanischen Partei, und es muß sich dann zeigen, welche die stär⸗ kere ist. Man versichert sogar, daß schon jetzt Alles sich zu diesem Aufstande vorbereite. General Almonte wird als Haupt derjenigen angesehen, welche zwar eine starke Regierung wollen, aber der Wie⸗ V dererrichtung einer Monarchie, besonders aber mit einem ausländischen Prinzen auf dem Throne, entgegen sind. Daß General Almonte entschieden und vollkommen mit der Regierung des Generals Pare⸗ des gebrochen hat, ist außer Zweifel. V
Paris, 27. April. Die neue Umwälzung, welche gegen die Regierung des Präsidenten Pierrot auf Haiti ausgebrochen ist,
Wien imn 20 XNx ... 150 FI. Augsburrg 150 F. Breslau 100 Thlr.
Leipvig in Courant im 14 Thl. FPuss. 100 Thlr.
Frankfurt a. M. sücdd. W.... 100 F'l. Petersburg 100 SRbl.
V
140
151 ¾ 149 ¾
Kurz
2 Mt. Kurz
2 Mt. 3 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 8 Tage 2 Me. 2 Mt. 3 Woch.
102 102¾
Auswärtige Börsen.
Amsterdam, 28. April. 3 % do. 37. Pass. —. Ausg. —. 4 % Russ. Hope 89.
Antwerpen, 27. April.
Zinsl. 5 ½.
Zinsl.
Niederl. wirkl. Sch. 59 ⅞. Preuss. Pr. Sch. —.
Neue Anl. 18 ⅛ G. Frankfurt a. M., 29. April. 5 % Met. 112 ¾ G.
6 25 ½ 80 ⁄2
140 ½ 139
149 ½ 79 ½,
1012 997 99 997
56 18
106 ½
5 % Spau. 18 ⅞.
Poln. —.
Bank --Actien p. ult.
1891.88. Bayr. Bank-Actien 678 G. IIope 88 ⅔ Br. Stiegl. 87 ⅔ Br. Int. 59 ½ 59.
Poln. 300 Fl. 95 ¾ 6. 4w. 500 FI. 815. 81 .
Hamburg, 30. April. Bank-Actien 1590 Br. Engl. London, 25. April. Cons. 3 % 96 ½. 96. Belg. —. Neue Anl. 25 ⅛. 25.
—
Russ. 107 ¼. 107.
Passive 5 ½. . Ausg. Seh. 16 ½. 16. 2 ½ 2% Holl. 59 ½. 59 ⅛. Neue Port. 58 ¼. Engl. Russ. —. Bras. 82. 80. Chili —. Peru 37. 35.
Paris, 27. April. 5 % Rente fin cour. 119. 80. 3 % do. fün cour.] Neapl. —. 5 % Span. Rente —. Pauss. —. 4
Wien, 28. April. 5 % Met. 112. 4 % 40. 101. 3+ℳ 75. Actien 1564. Anl. de 1834 153 57. 4o. 1839 122. Nordb. 189. Glogg Mail. 119 ¾. Livorn. I111 ½. Pest. 104 ½. Badw. —.
4 % do. Mex
In der Nacht vom 28. zum 29. April starb nach kurzem Krauf auf seinem Gute Reuden in der Nieder⸗Lausitz im 74sten Jahre sei bensalters der Königl. Wirkliche Geheime Rath und Ritter des Rothen Adler⸗Ordens Herr Joachim Lobo da Silveira, Gra Oriolla, Grand von Portugal 1ster Klasse, ehemals Mitglied de heimen Rathes der Königin von Portugal und Königl. portugiesisch sandter am hiesigen Hofe. Er hat über 30 Jahre unter uns gelebt, Jahren als unser Mitbürger und Landsmann. Ausgezeichnet durch und ausgebreitetes Wissen, durch Adel und Treue der Gesinnung, strenge Grundsätze in seinem öffentlichen wie in seinem Privat⸗Leben, er mehr als einmal die eigenen Interessen opferte, hat er sich die tige Liebe und Achtung Aller erworben, die ihn kannten.
Er hinterläßt eine edle Gattin und 5 Kinder, darunter drei welche sich im Königlichen Dienste befinden; der älteste derselben ist send in Begleitung Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Waldem
Meteorologische Beobachtungen.
Abends 10 Uhr.
339,44 Par. + 3,9° . — 0,9⁰ R. 66 pct. trüb. NW.
Nach einmalg Beobachtung
1846. 1. Mai.
Nachmittags 2 Uhr.
Morgens 6 Uhr.
339,11Par. 339,99 Par. + 3,0° h. + 7,790 R. + 0,4°9 n. — 1,90 R. 80 pct. 45 pct. trüb regnig. W. NW. Wärmewechsel 1 NW. + 1,4.
Tagesmittel: 339,48" Tear. + 4,9 R. — 0,5° R. 64 pct. †
Quellwärme 7,70 Flusswürme 7,10 Bodenwürme 7,0 Ausdünstung 0,0 Niederschlag 0,0L
Luftdruck Luftwärme.. Thaupunkt... Dunstsättigung. Wettor SVWin Wolkenzug...
Königliche Schauspiele.
Sonntag, 3. Mai. Im Opernhause. 57ste Abonnen Vorstellung: Der Seeräuber, großes Ballet in 3 Abth., nach Gedicht des Lord Byron: „The Corsair““, vom Königl. SolWog P. Taglioni. Musik vom Königl. Kammer⸗Musikus Gährich. her: Der Weiberfeind, Lustspiel in 1 Akt, von R. Benedix. 2 halb 7 Uhr.
Zu dieser Vorstellung werden Billets zu den gewöhnlichen haus⸗Preisen verkauft.
Im Schauspielhause: 76ste Abonnements⸗Vorstellung: 1 und Lorbeer, Drama in 2 Abth., aus dem Französischen, vonz drich. (Letztes Auftreten des Herrn Hendrichs vor dessen Urle reise.) Hierauf: Der Heirathsantrag auf Helgoland, lebendes in 2 Abth., von L. Schneider.
Montag, 4. Mai. Im Schauspielhause. 77ste Abonnen Vorstellung: Mademoiselle de Belle-Isle, oder: Die verhäng volle Wette, Drama in 5 Abth., nach dem Französischen des Alen⸗ Dumas, von Fr. von Holbein. 8
253,868111
8 11
Königsstädtisches Theater. Sonntag, 3. Mai. Der artesische Brunnen, Zauberpoß Gesang in 4 Abth., von G. Räder. Musik von mehreren Kompo (Wegen plötzlicher Abberufung des Herrn Räder nach Dre wird derselbe schon heute zum letztenmale in der Rolle des Balt
auftreten.) Montag, 4. Mai.
Der artesische Brunnen. (Herr Grohe Balthasar.) 6 1
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
Allgemeiner Anzeiger.
Bekanntmachungen. Eisenbahn.
Die mittelst Aufforde⸗ rung vom 22. Januar c. auf die Actien der Neisse⸗ Brieger Eisenbahn aus⸗
zHgeschiebene zweite Einzahlung
von fünf Prozent ist für nachstehende Quittungs⸗
zen nicht geleistet worden:
848, 2151 bis 2159 incl., 2219, 2243, 2886, bis 2895 incl., 2921, 2922, 3199, 3664 bis 3668 incl., 3704 bis 3713 incl., 3864, 3894 bis 3896 incl., 3902, 3904 bis 3906 incl., 3911, 3912, 3914, 3915, 3922, 3971, 3978, 3980, 3981, 3983, 4854 bis 4880 incl., 4886, 5042, 5043, 5072 bis 5075 incl., 5332 bis 5336 incl., 5909 bis 5913 incl., 6353 bis 6362 incl., 6579, 6581, 6583 bis 6585 incl., 7686, 7845 bis 7848 incl., 7852, 7853, 7856, 7861, 7862, 7869, 7941, 7991, 7992, 8397, 8398, 8413 bis 8416 incl., 8457, 8462, 8463, 8483 bis 8486 incl., 8500, 8682 bis 8686 incl., 9024 bis 9028 incl., 9450 bis 9473 incl., 9876, 9959 bis 9961 incl., 99065 bis 9967 incl., 10672 bis 10679 incl., 10794 bis 10800 incl.
In Gemäßheit §. 12. des Gesellschafts⸗Statuts werden die Inhaber dieser Quittungsbogen aufgefor⸗ dert, die rückständige Ausschreibung von fünf Prozent
nebst zwei Thaler Conventional⸗Strafe binnen vier Wochen zu leisten. Sollte dies nicht geschehen, so werden entweder die bereits gemachten Einschüsse als
verfallen, und die betreffenden Quittungsbogen selbst als annullirt erklärt, oder die ursprünglichen Zeichner
1861 b] deisse⸗ Brieger
“
[315 b] 1
ii eTE,. Sed eh,
2890 1 8
die
durch eingeladen.
sem Zwecke vom
jwegen der rückständigen Einzahlung und der verwirkten Conventional⸗Strafe in Anspruch genommen werden. Breslau und Neisse, den 28. April 1846.
Das Direktorium
Hessische Ludwigs-
Eisenbahn.
stimmberechtigten Ludwigs-Eisenbahn zu der
Montag den 25. Mai die- ses Jahres,
Vormittags 10 Uhr, in Mainz im grossen Saale des Kasino abzuhaltenden aufserordentlichen Ge- neral-Versammlung Behufs der durch die neuen Statuten nöthig werdenden Wahlen zur Ergänzung des Verwaltungs Rathes und der Ersatzmänner hier-
Diejenigen stimmfähigen Actionaire, welche in dieser Versawmlung erscheinen wollen (wobei be- merkt wird, dass zufolge §. 11. der Statuten je Fl. 2000 füär eine Stimme berechtigen und nur zehn Stimmen in einer Person vereinigt sein kön- nen), haben sich vorher zu legitimiren und zu die-
ses Jahres, Vormittags 9 — 12 Uhr, zu Mainz im Büreau-Lokale der Hessischen Ludwigsbahn, in dem ehemaligen Lyceums-Gebäude, unter Vorzeigung der in ihrem Besitze befindlichen Berechtigungs-Urkun- den, mit einem nach Nummern geordneten, doppelt
der Neisse-Brieger Eisenbahn Gesellschaft. “
ausgefertigten
und unterschriebenen Verzeichnisse derselben versehen — wozu die gedruckten Formu- larien in dem so eben angegebenen Lokale unent- 8 geltlich ausgegeben werden — zu melden, worauf sie Scheine zur demnächstigen Erhebung der nur für die Person gültigen Einlasskarten empfangen.
Diese letzteren werden an dem Orte der AL dung den 22. und 23. Mai, Vormittags 9 — 12 ausgegeben. Mainz, den 9. April 1846. Der Verwaltungs-Rath der Hessischen Ludwigsbahn.
Nachdem von Seiten höchster Staats-Regie- rung nunmehr die Ge- nehmigung sämmtlicher in der General-Ver- sammlung vom 15. De-
bo zember vorigen Jahres
„9O beantragten Abände-
rungen der Statuten
erfolgt ist, so werden
Actionaire der Hessischen
[360 b]
7. bis einschliefslich 9. Mai die-
W
Vier Bogen gross Lexikon-Format.
Uiterarische Anzeigen.
So eben ist erschienen und durch alle Buchhandlun⸗ gen zu beziehen, in Berlin durch die Vossische Sort.⸗ Buchhandlung (J. Strikker), Charlottenstr. 42, Ecke der Dorotheenstr.:
385
Jesuiten-Congregationen
in Frankreich
Geschichte der Auflösung der
im Jahre 1845.
Nach den besten Materialien und unter Benutzung handschriftlicher Quellen
bearbeitet von
Ludw ig Gr. 8.
Geh.
Hahn. 1 Thlr. 10 Sgr.
Die ausführliche Darstellung eines Streites, in welchem einerseits die Politik einer Partei, deren Wünsche und Unternehmungen im Grunde überall, in Deutschland wie in Frankreich, dieselben sind, andererseits die reli⸗ iöse Gesetzgebung und Politik eines der wichtigsten Länder zu beleuchten ist, kann nicht verfehlen, die
Im Verlage der Deckerschen Geheimen Obes
Hofbuchdruckerei ist erschienen und durch alle Buchhandlungen (in Leipzig«
Bernhard Hermann) 2u beziehen:
Der Deutsche Zollverein ährend der Jahre 1834 bis 1
845
Geheftet. Preis 10 Sgr.
8
merksamkeit Aller in Anspruch zu nehmen, welct keit schenken.
Leipzig, im April 1846. 8 Brockhaus & Aven
[359 b] Ritterguts⸗Verkauf.
Ein im Regierungs⸗Bezirk Magdeburg, in der der Magdeburg⸗Halberstädter Eisenbahn belegenes dial⸗Riltergut, wozu 1770 Morgen Acker, 100 zweischürige Wiesen, 70 Mg. Anger und 3 ½⅞ Mg.1 jen, eine bedeutende Dampfbrennerei, sehr gute Ne und Wirthschafts⸗Gebäude, eine baare Geldrente 700 Thlr. jährlich und sonstige Gerechtsame geht soll mit dem vollständigen todten und lebenden In jarium, den Vorräthen und der Aussaat Thell⸗ halber sofort verkauft und kann zu jeder Zeit übem men werden. Zur Uebernahme sind 40 — 50,000 Gold erforderlich.
Selbstkäufer, aber nur solche, erfahren das N. durch den Herrn Justizrath Berge in Magdeburtz⸗
uf⸗
großen Fragen der Gegenwart eine ernste Aufmem
us Abonnement beträgt: 2 Rthlr. sür ¼ Jahr. 4 Rthlr. — †¼ Dahr 8 Rthlr. - 1 Jahv.
Theilen der Monarchie ohne Preiserhöhung. rtions-Gebühr sür den
einer Zeile des Allg.
Anzeigers 2 Sgr. 3
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Alle Post-Anstalten des In⸗- und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Blatk an, für Berlin die Expedition der Allg. Preuß. Zeitung: 8 Friedrichsstraße nr. 72.
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Berlin, Montag den 4en Mai 8
₰·₰
icher Theil. 1
nd. Berlin. Schreiben der Magistrate von Köln und Hirschberg Se. Königl. Hoheit den Prinzen Wilhelm.
sche Bundesstaaten. Königreich Sachsen. Landtags⸗ handlungen. Freie Stadt Bremen. Der Bürgermeister
erreichische Monarchie. Wien. Beschissung des eisernen
pres. land und Polen. Warschau. Adels⸗Verleihung. kreich. Paris. Empfang Ibrahim Pascha's. — Aegpptische ule. — Großfürst Konstantin. — Der Prozeß gegen Lecomte. — erdnung von Kirchengebeten. — Abreise Lord Palmerston’s. — Nach⸗ en aus Algier. — Ruhestörungen zu Cherbourg. — Börse. — reiben aus Paris. (Arbeiten der beiden Kammern; General⸗Ver⸗ mlung des deutschen Hülfsvereins.) britanien und Irland. Unterhaus. Abermalige Verlagung irländischen Zwangs⸗Bill. — Rede Sir R. Peel's. — London. nachricht. — Das Feiern der Arbeiter in den Fabrit⸗Distrikten. ührung. v Fepräse ntanten⸗Kammer. Fortsetzung der Debatte über Ministerium. — Brüssel. Motion Delhoungne's. — Bericht über direkte Eisenbahn von Brüssel nach Gent. — Baumwollen⸗Industrie. Vermischtes. eden und Norwegen. Stockholm. ations-Comité's.
eiz. Kanton Luzern. Attentat auf den General Sonnenberg. ien. London. Aufstand in Corunna.
gal. Lissabon. Aufstand in den nördlichen Provinzen. — hebung der constitutionellen Garantieen im ganzen Königreich. els⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Berlin. Börse. 8
Auflösung des Reprä⸗
.Majestät der König haben Allergnädigst geruht: 8 Den seitherigen Regierungs⸗Rath Zander in Königsberg zum Regierungs⸗Rath und Regierungs⸗Abtheilungs⸗Dirigenten in m zu ernennen; em bei dem Land⸗ und Stadtgerichte in Quedlinburg angestell⸗ ber⸗Landesgerichts⸗Assessor Grashoff den Charakter als Land⸗ tadrgerichts⸗Rath zu verleihen; und Der von dem Herrn Grafen Alfred zu Stolberg⸗Stolberg er⸗ Verleihung des Justizraths⸗Charakters an den Gerichts⸗Amt⸗ Topf in Heringen die Allerhöchste Bestätigung zu ertheilen.
11““
Uichtamtlicher Theil.
Inland. Beerrlin, 3. Mai. Se. Königl. Hoheit der Prinz Wilhelm von Preußen haben auf Veranlassung des Ablebens Höchstdero hoch⸗ seligen Gemahlin, Prinzessin Maria Anna Königl. Hoheit, von den Magistraten zu Köln und Hirschberg nachstehende Schreiben erhalten:
“ „Durchlauchtigster Prinz!
6 Fnavesger gehl nr Herr. 8
Die Nachricht von dem herben Verluste, welchen Ew. Königl. Hoheit und das ganze Königliche Haus durch den am 14ten d. M. erfolgten Hin⸗ tritt Ihrer Königl. Hoheit der Prinzessin Wilhelm von Preußen erlitten, hat gleichzeitig alle Bewohner Kölns auf das tiefste ergriffen, und die un⸗ terzeichneten Ober⸗Bürgermeister und Stadtrath halten es für ihre Pflicht, Ew. Königl. Hoheit ihre so wie ihrer Mitbürger innige Theilnahme an die⸗ sem traurigen Ereignisse auszudrücken.
Von jeher, und besonders seit dem bedeutungsvollen Jahre 1831, ha⸗ ben Ihre Königl. Hoheit die nun in Goit ruhende Frau Prinzessin so na⸗ hen Antheil an Köln, an seinen Bewohnern, seiner Geschichte und Denk⸗ mälern genommen und hinwieder jedes Herz der Bewohner unserer Stadt in so hohem Grade sür sich einzunehmen und zu begeistern gewußt, daß fortan ein festes, unlösbares Band uns jedem Ereignisse näher anschloß, welches, sei es in Freude oder in Schmerz, das fürstliche Haus betraf.
Mögen Ew. Königl. Hoheit daher in vorliegender Aeußerung unseres aufrichtigen Antheils an der Trauer, welche des Himmels Fügung über dieses Haus verhängte, nur die Versicherung erkennen, daß uns das An⸗ denken der erhabenen Hingeschiedenen ewig unvergeßlich bleiben, und daß wir nicht aufhören werden, Gott um Erleichterung der schweren Prüfung zu bitten, welche er Ew. Königl. Hoheit und Hochdero Familie in der Trennung von der theuren Entschlafenen auferlegte. 182988 In diesem Gesühle beharren wir 8 6 “ Ew. Königl. Hoheit 8 1 gehorsamst unterthänige u“ 18“ Ober⸗Bürgermeister und Stadtrath. FKöüln, den 22. April 1846.“
„ Durchlauchtigster Königlicher Gnädigster Prinz und Herr! ““ „ Jn tiefster Betrübniß über den unersetzlichen Verlust, den Ew. König⸗ liche Hoheit, Höchstdero Prinzen Söhne und Prinzessinnen Töchter, das gesammte Königliche Haus und das ganze Land durch den nach Gottes unerforschlichem Rathschlusse erfolgten Hintritt Ew. Königlichen Hoheit Durchlauchtigsten Frau Prinzessin Gemahlin erlitten, nahen sich die Ver⸗ treter der hiesigen Stadi, um Höchstdenenselben die Gefühle des großen Schmerzes zu Füßen zu legen, von denen sie mit der gesammten hiesigen Einwohnerschast durchdrungen sind. Danlbar blicken wir zurück auf die große Zeit der Prüfung des Vaterlandes, in welcher die hohe Verklärte in der vollendetsten Frauenwürde und Hoheit mit der seltensten Hingebung und Aufopferung und durch die gediegenste Thatkraft voranleuchtete vor allen Frauen ihrer Zeit. Mit dem gerührtesten Dankgefühle gedenken wir der schönen Friedensjahre, in denen Höchstsie unser Gebirgsthal zur Heimat erkor und in der Stille desselben durch unermüdetes Wohlthun und unzäh⸗ lige herrliche Werke der christlichen Liebe und Milde sich ein unvergängli⸗ ches - in den Herzen vieler Tausende, die heute um sie trauern, gründete.
Die Krone des ewigen Lebens hat die Hochselige errungen! Wir bit⸗ ten die allgütige Vorsehung in tiesster Demuth, sie wolle Ew. Königlichen
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1846.
Hoheit gebrochenes Herz stärken, Höchstdenenselben nahe getreten sein mit ihrem reichen Trost in diesen Tagen der schwersten Prüfung.
Genehmigen Höchstdieselben diesen freilich nur schwachen Ausdruck un⸗ serer tiefen und gerechten Trauer und der Gefühle der treuesten Anhäng⸗ lichkeit und Ehrfurcht für Ew. Königliche Hoheit und Höchstdero hohes Haus, womit wir in tiefster Unterwürfigkeit ersterben 1 eee
unterthänigste Der Magistrat und die Stadtverordneten. Hirschberg in Schlesien, den 19. April 1846.“
Deutsche Bundesstaaten. Königreich Sachsen. In der Sitzung der ersten Kammer vom 28. April befand sich auf der Registrande ein vom Dekan Dittrich über⸗ reichtes Schreiben des gegenwärtig am Rhein lebenden Grafen Cajus zu Stollberg, auf Brauna, welches sich auf die bei Berathung des Hoheitsrechtes über die katholische Kirche geschehene Aeußerung des Dr. Großmann, daß die Brüderschaft vom heiligen Herzen Mariä in Brauna mit dem Jesuiten⸗Orden zusammenhänge, bezieht, und um dessen Vorlesung in der Kammer der Schreiber bittet, damit dasselbe eben so, wie jene Aeuße⸗ rung, durch die Mittheilungen veröffentlicht werde. Präs. v. Carlowitz „Das Direktorium schlägt vor, auf das Gesuch nicht einzugehen, sondern die Eingabe beizulegen. Es würde zu weitläufigen Disceptationen führen wollte man ein derartiges Verfahren einreißen lassen. Der Beruf der Kammer, wie der Zweck der Landtags⸗Mittheilungen, ist ein ganz anderer. Allerdings hat die Kammer bei der Erklärung des Professor Biedermann gegen den Vice⸗Präsidenien von Friesen eine Ausnahme gemacht, allein damals war mehr eine persönliche Aeußerung in Frage, und die Vorlesung der Biedermannschen Erklärung wurde vom Vice⸗Präsidenten selbst gewünscht, die vorliegende Eingabe betrifft aber lediglich die Sache, von einer Persönlichkeit ist dabei nicht die Rede.“ Wehner: „Besondere Verhältnisse werden in der Kammer oft verhandelt. Wenn Jeder, der mit dabei gefallenen Aeußerungen nicht einverstanden, eine Vertheidigung ein⸗- reichen wollte, so würden unsere ganzen Verhandlungen in solchen Verthei⸗ digungen aufgehen und die Hauptsache darüber verloren ehen. Der Graf wird in öffentlichen Blättern Raum genug für seine Erklärung finden. von Welck: „Dem vorigen Redner beipflichtend, glaube ich, daß nur die bereits gemachte Ausnahme eine weitere Ausnahme re tfertigen könnte. Aber welchen Zweck soll die Eingabe haben? Entweder die Eingabe enthält eine that⸗ sächliche Widerlegung, dann kann sie in jedem Blatte gedruckt werden, oder sie bezweckt den Langi, die Zurechtweisung eines Kammer⸗Mitgliedes, dann müßte ich mich, wie schon früher, unbedingt dagegen erklären.“ Dekan Dittrich: „Ich habe freilich in der Erklärung des Grafen nichts gefun
den, was als Tadel anzusehen, sie enthält nur eine Berichtigung der histo
rischen Darstellung. Uebrigens habe ich die Entscheidung ganz der geehr⸗ ten Kammer zu überlassen, ob die Eingabe vorgelesen werden soll oder nicht.’“ Präsident: „Einen Tadel bezweckt die Eingabe allerdings nich
nur Aufnahme der Erklärung in die Mittheilungen. Die sollen aber keine
Sprechsaal abgeben, wo Jeder im Volke seine Vertheidigun in der Kammer gefallene Aeußerungen anbringt.“ von osern: „Ich möchte die Vorlesung fast deshalb wünschen, damit nicht deren Ablehnung den Schein der Parteilichkeit auf die protestantische Partei
der Kammer werse.“ von Biedermann: „Bei Biedermann's Eingabe war der Fall deshalb anders, weil von Friesen selbst die Vorlesung wünschte, um Erläuterungen seiner Aeußerung zu geben. Die Vorlesung an sich wäre unbedenklich, aber sie würde zu bedenklichen Konsequenzen füh⸗ ren.“ Dr. Gross erklärte sich ebenfalls mit dem Präsidium einverstanden. Der Vorschlag des Direktoriums wurde gegen eine Stimme angenommen. Herr Staats⸗Minister von Könneritz; „Es kann nicht die Absicht des
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—
Zur Literatur des Zoll⸗Vereins.
er deutsche Zoll⸗Verein während der Jahre 1834 bis 1845. Berlin 1846. 64 S.
s ist eine Eigenthümlichkeit nicht blos der deutschen Presse, sondern utschen politischen Literatur überhaupt, daß sie von dem Glauben t, als handle es sich in politischen Dingen um Ansichten und annte Prinzipien, und als sei das beste Ueberzeugungsmittel ne klare Auseinandersetzung dieser Ansichten und Prinzipien. Dieser aber verwickelt die deutsche politische Literatur in eine Polemik, nie zu einem Resultate sühren kann, wenn man gegenseitige Gereizt⸗ d eine ziemlich unnöthige Aufregung nicht schon als ein wünschens⸗ 8 Resultat betrachten will. Man konnte in den letzten vier Jahren lles recht deutlich bei den Debatten und Schriften über den Zoll⸗ und die Bedeutung seiner Tarifsätze sehen. Es möchte nicht zu viel wenn man behauptet, daß neunundneunzig von hundert Menschen Fes handle sich in der Politik des Zoll⸗Vereins um den Kampf veschiedener Ansichten, der Schutzzöllner und Anti⸗Schutzzöllner, wie man sich noch parlamentarischer ausdrückt, der „Volks⸗Partei“ r „Finanz⸗Partei“. Ja, man geht noch weiter, bis zu dem Glau⸗
haß z. B. die Finanz Partei nicht blos die Prinzipien der Volks-
bekämpfe, sondern daß sie dieselben in der That gar nicht ein⸗ une und verstehe, obwohl diese schwer zu verstehenden Prinzipien m Handbuch der politischen Oekonomie zu lesen sind. Das Resultat sogenannten Meinungskampfes ist bis jetzt nur eine nicht immer wirkende Aufregung gewesen; ein anderes Resultat hat derselbe nicht . ebracht, denn dies hätte sich am Zoll⸗Vereine selbst zeigen müssen; aber dieser im Wesentlichen nicht blos in seinen Grundlagen, son⸗ uch in seinen einzelnen Tarifsätzen seit 12 Jahren derselbe geblieben; ichen, daß der Meinungskampf nicht auf ihn eingewirkt hat. Da sber ferner trotz dieser im Ganzen unveränderten Grundlagen und itze die Resultate des Zoll⸗Vereins in immer steigendem Maße gün⸗ asfielen, so möchte daraus zu folgern sein, daß die Gründe dieses hens ganz anders wo zu suchen sind, als in den glänzenden parla⸗ ischen Debatten über Schutzzölle und über Nichtschutzzölle, daß es erhaupt gar nicht um Ansichten handle, sondern um Thatsachen. ter solchen Umständen ist es um so schätzenswerther, wenn uns in deutschen politischen Literatur hin und wieder eine Schrift begegnet, ich des Satzes erinnert, den alle großen politischen Völker der alten uen Zeit festgehalten haben, nämlich: daß die Grundlage einer jeden hee Rhetorik und Politik keinesweges in sogenannten Prinzipien und ugen, sondern einzig und allein in Thatsachen bestehen könne. hatsache ist das allein sichere Ueberzeugungsmittel, weil es gegen die⸗ Ff eine einzige gerechtfertigte Einrede giebi, die der Unwahrheit, und, zas nicht gemacht werden kann, die Thatsache ihren unwiderstehlichen
u diesen Betrachtungen veranlaßt uns eine so eben erschienene Schrist: botutsche Zollverein vöhrend der Jahre 1884 bis 1845“ 4 ringt uns drei Aktenstücke; I. Eine Uebersicht der Bevölkerung des
Zollderesns, nach dessen ursprünglichem Bestande und nach den seit⸗ getretenen Anschlüssen sowohl, als nach dem Wachsthum der Bevöl⸗
kerung bis zum Jahre 1845. Daraus erhellt, daß die besagte Bevölkerung 1834 betrug: 23,478,120, 1845: 28,498,935. Von dieser Vermehrung kommen auf den inneren Zuwachs der Bevölkerung 2,746,920, auf den Zuwachs durch neue Zoll⸗Anschlüsse nach 1834: 2,273,895. — II. Eine Uebersicht der Veränderungen, welche sich bei Vergleichung der Zoll⸗Tarife pr. 1834— 1836 und pr. 1846—48 ergeben. — III. Vier Tabellen über die Einnah⸗ men und über die für gemeinschastliche Rechnung übertragenen Ausgaben im Zoll⸗Verein von 1834 —1845, und zwar zuerst eine summarische Ueber⸗ sicht der Zoll⸗Einnahmen und Ausgaben und des zur Vertheilung bleiben⸗ den Reinertrags in jedem der 12 Jabre. Hieraus erhellt, daß 1835, bei einer Bevölkerung von 23,478,120, die Brutto⸗Einnahme 14,515,722 Rthlr., die gemeinschaftliche Ausgabe 2,336,961 Rthlr., der Ueberschuß zur Verthei⸗ lung 12.178,761 Rthlr., also auf den Kopf 15 Sgr. 6,74 Pf. betrug, wäh⸗ rend sich 1845, bei einer Bevölkerung von 28,498,935 Köpfen, die Brutto⸗ Einnahme auf 27,422,535 Rthlr., die Ausgabe auf 2,299,423 Rthlr., der Reinertrag auf 25,123,112 Rihlr., also auf den Kopf 26 Sgr. 3,40 Pf.
gemeinschaftlichen Zoll⸗Ausgaben, wie sie in den einzelnen Vereins⸗ Staaten aufgekommen, resp. aus ihren Kassen für Vereins⸗Rechnung ge⸗ leistet sind, von 1834 — 1845:
Zur
Vertheilung.
Rthlr. 158,4 15,425 14,652,967 20,041,197
4,531,741 6,086,484 4,078,653 4,985,982 4,057,939 952,607 432,413 8,807,032 390,916 10,068 S55,575,72058 25,700,500 227,052,508 An dies schließt sich eine Zusammenstellung der Antheile der Vereins⸗ staaten an diesen Ueberschuß von 227,052,508 Fubkr.; empfangen hat: Preußen 125,618,510 Rthlr. Bavern 36,890,767 14,334,980 14,287,939
9,466,435
5,720,413
6,823,287
8,050,757
663,790
2,898,511
1,739,279
557,840 »
27552,508 Röir.
Ausgabe für gemeinschaftliche Rechnung. Rihlr.
173,277,568 14,862,143
18,598,77 3,945,780
21,487,418 1,446,251 5,156,68 624,940 5,044,163 5,5 5,431,523 4,067,197 1,429,479 438,091 9,200,593 400,984
Brutto⸗ Einnahme.
Rthlr.
Württemberg Baden Kurfürstenthum Hessen Großherzogthum Hessen Thüringen Braunschweig Nassau Frankfurt Luxemburg
393,561
Württemberg Beaden Kaurfürstenthum Hessen.. Großherzogthum Hessen.. TCbhüringen
Braunschweig AMNaessau — Frankfurt Luxemburg
herausstellte. Hierauf folgt eine Nachweisung der Zoll⸗Einnahmen und der.
Hieraus folgt, worüber in der Schrift auch noch eine spezielle Nach weisung gegeben ist, daß von 1834 bis 1845 an solchen Zoll⸗Einnahmen, welche auf dem eigenen Gebiete sich ergeben, zur Vereinskasse herausbe⸗
zahlt hat: v111161“4*““ 33,667,300 Rthlr. Sachsen 5,808,970 » Braunschweig 288,817 Frankfurt . 7,067,808 An Zuschüssen dagegen haben erhalten: Bayern Württembegg Baden Kurfürstenthum Hessen Großherzogthum Hessen.. Thüringen Nassau.. 2,466,010 Luxemburg 547,7722 » An diese aktenmäßigen Uebersichten knüpft nun der Verfasser besagter Schrift einige (private) Bemerkungen zur Erläuterung. In Bezug auf das erste Attenstück macht er darauf aufmerksam, wie erfreulich es sei, daß bis jetzt noch kein Rücktritt einmal angeschlossener Länder oder Landestheile statt⸗ gefunden habe. In Bezug auf das zweite Dokument aber recht⸗ fertigt er seine Behauptung, daß der Tarif von 1846 sich von dem bei Gründung des Vereins von 1834 gültigen nicht wesent⸗ lich unterscheidet und, wo er geändert ist, mehr auf Ermäßigung als Erhöhung der Zollsätze ausging. Als die wichtigste Aenderung betrach⸗ tet er die neue Besteuerung des Roheisens und die Zollerhöhung des Schmiede⸗Eisens und der Eisenwaaren und bemerkt ausdrücklich dabei, daß diese Erhöhung nur auf die dringendsten Wünsche der Grubenbesitzer hin angenommen worden sei. Erhöhungen der eigentlichen Finanz⸗Zölle auf Consumtions⸗Gegenstände dagegen seien überhaupt nicht erfolgt, indem die Erhöhung des Tarifs für Schnupftaback und Cigarren mehr den Charakter eines Schutzzolls trage. Als Grund dieser Stabilität betrachtet er die Ver⸗ tragsbestimmung, wonach Veränderungen in der Zollgesetzgebung mit Ein⸗ schiuß des Tarifs nur auf demselben Wege und mit gleicher Uebereinstim⸗ mung sämmtlicher Glieder des Gesammtvereins bewirkt werden sollen, wie die erste Vereinbarung hierüber zwischen den kontrahirenden Staaten erfolgt ist. Er verkennt nicht, daß dadurch die Autonomie der Vereinsstaaten be⸗ schränkt wird, und zwar die des größten derselben am meisten. Und doch hält er es für nothwendig, bei diesem oft angegriffenen Spsteme zu bleiben, weil eine Entscheidung nach Stimmenmehrheit mit gleichem Stimmrecht zu der Unnatürlichkeit führen würde, daß ein Viertheil des Gesammtbestandes an Areal und Bevölkerung im Zoll⸗Verein den anderen drei Viertheilen Gesetze geben könnte, während eine Normirung der Stimmberechtigung nach dem makeriellen Gewicht des berechtigten Staates zu einer Alleinherrschaft Preußens führen würde, welches eine solche Präponderanz nicht wolle und nicht einmal durch Heranziehung der Tarif⸗Konferenzen nach Berlin zu ersetzen suche, sondern bei den vier General⸗Konferenzen zur periodischen Tarif⸗ Revision mit München, Stuttgart und Karlsruhe gewechselt habe.
8g, 8 (Schluß folgt.)
8
22,291,709 10,328,320 3,362,260 1,642,044 2,259,900 3,934,880