1846 / 124 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

8 Fürstenthum Lippe⸗Detmold. Arbeiten am Her⸗

manns⸗Denkmale haben von neuem wieder begonnen und werden mit ununterbrochener Thätigkeit fortgesetzt. Man hofft im Laufe dieses Sommers den Unterbau ganz zu vollenden, und es würde dann noch die Aufrichung der Figur, wozu ein bedeutendes Eisengerüst nöthig ist, zurückbleiben. Es sind dazu allerdings „noch ansehnliche Summen erforderlich, doch gehen fortwährend Beiträge für das Denkmal ein.

Freie Stadt Lübeck. Nach einer Korrespondenz aus Lü-

beck im Hamburger Korrespondenten entbehrt die Nachricht von

der nunmehr dennoch ertheilten Konzession zur Anlage der Eisenbahn

über Mölln nach Büchen (s. Nr. 120 der Allg. Pr. Ztg.) zur Zeit noch alles Grundes.

8 Oesterreichische Monarchie. Die Lemberger Zeitung enthält einen Bericht über die da⸗ selbst am 19. April stattgefundene Feier des Geburtsfestes Sr. Ma⸗ jestät des Kaisers, worin es heißt: „Es war ein Volksfest im edel⸗ sten Sinne des Worts! ein Fest, wo der innigste Ausdruck ungetrüb⸗ ter Seelenfreude in den weitesten Kreisen sich offenbarte; wo nur ein Wunsch, ein Verlangen sich kundgaben, dem allgeliebten Landesvater bei so feierlicher Gelegenheit die Beweise tiesster Verehrung und dankbarster Anhänglichkeit durch Wort, und That an den Tag zu legen! Trübe Tage gingen leider diesem Feste voran; ein zer⸗ störendes, unserem einheimischen Volksleben unbekanntes und fremd⸗ artiges Element versuchte es, die allgemeine Wohlfahrt ge⸗ fährdend, den treuen, bewährten Sinn unserer Landsleute mit trüge⸗ rischen Vorspiegelungen zu blenden und ihn den heiligsten Pflichten gegen Fürst und Vaterland zu entfremden. Ein frevelhaftes Begin⸗ nen! eben so thöricht in seinem Entwurfe, als schmachvoll in seinem Erfolge! Die Stimme der Verführung vermag dort nur ein em⸗ pfängliches Echo zu wecken, wo die Unhaltbarkeit und Hohlheit der öffentlichen Einrichtungen demselben förderlich und zweckdienlich sind; nicht aber da, wo der nie versiegende Gnadenstrom des Thrones die ewige Saat der Liebe und Treue befruchtet und nährt; wo die Ge⸗ sammtheit des großen Staatskörpers auf unzerstörbaren Fundamenten heilvoller Institutionen gegründet ist, wo Gesetz und Milde sich ge⸗ genseitig tragen und ergänzen, und wo die höchste Aufgabe einer für⸗ sorgenden und weisen Regierung: das Glück der Unterthanen: alle Ränke und Triebfedern der Uebelgesinnten vereitelt und zu Schan⸗ den macht.“ eces. berichtet dasselbe Blatt vom 24. April: „Am Vorabende des Geburtsfestes Sr. Majestät unseres Allergnädigsten Kaisers ver⸗ sammelte sich das gesammte Offizier⸗Corps der hiesigen Bürgermiliz, unter Vortritt des Majors, Magistrats⸗Raths Kieryczynski, bei seinem Obersten, Kaiserlichen Rath und Bür ermeister, Emil von Festenburg, und nachdem der genannte sajor und hierauf der Scharfschützen⸗Hauptmann Franz Tomanek in tief empfundenen Ausdrücken die Treue und Ergebenheit der lemberger Bürgerschaft an das durchlauchtigste Kaiserhaus und die Regierung ausgesprochen und dem neuen Obersten für seine Bemühungen bei Organistrung des Bürgermiliz⸗Corps und für seine Aufopferung und mühevollen Dienste während der letzten Ereignisse den wärmsten Dankausgedrückt hatten, ver⸗ ehrten sie zur Feier des Allerhöchsten Geburtsfestes Sr. Majestät dem genannten Obersten einen kostbaren Ehrensäbel mit der auf bei⸗ den Seiten der Klinge in Gold angebrachten Ausschrift: „Vom lem⸗ berger Bürger⸗Offizier⸗Corps, dem hochverehrten ersten Obersten im Jahre 1840.“ Gerührt drückte der Oberst seinem Offizier⸗Corps für diese überraschende Auszeichnung seinen wärmsten Dank aus und versicherte dasselbe, daß er stets in die unerschütterliche Treue der lemberger Bürgerschaft volles Vertrauen setzte und fest überzeugt sei, daß deren Wahlspruch: „Leopolis semper fidelis“ nie entweiht werden wird; daß er übrigens den günstigen 86 seiner Bemü⸗ hungen nur der kräftigen Unterstützung des Offizier⸗ orps und ihrer Mitbürger verdanke, und es ihm endlich zur größten Ehre gerriche, an der Spitze einer so braven und dem Allerhöchsten Kaiserhause treu

ergebenen Bürgerschaft zu stehen.“ 8 Rußland und Polen.

St. Petersburg, 28. April. Gestern hat der Kaiserliche Hof, wegen des Hinganges Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzes⸗ in Marian Anna, Gemahlin Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Wilhelm von Preußen, auf drei Wochen Traner angelegt.

Ein Tagesbefehl vom 19ten d. enthält eine Reihe von Ernen⸗

nungen und Beförderungen in der russischen Marine; unter Anderen

ist der Vice⸗Admiral Plater zum Mitgliede des Admiralitäts⸗Rath

bestellt. 2 8 Frankreich. 8

Paris, 30. April. Die Deputirten⸗Kammer hat bestimmt, welche Gesetzvorschläge sie noch vor dem Budget für 1847 in Be⸗

rathung nehmen wird. Unter diesen Gesetz⸗Entwürfen ist der über

die Brieftaxe nicht enthalten.

Gestern hat Ibrahim Pascha das Invaliden⸗Hotek besucht; er wurde mit großer Feierlichkeit empfangen. Die Nachricht, er habe einem Manöver im Gehölz von Vincennes beigewohnt, war unge⸗ gründet. Die Revue zu Vincennes wird erst nächste Woche stattfin⸗ den. Ibrahim Pascha dinirt heute bei dem Marschall Soult.

Ibrahim Pascha trug bei der Audienz in den Tuilerieen eine

sehr reiche Uniform, bestehend aus einer Weste von Goldtressen, auf

welcher ein prächtiger Brillantstern blitzte, aus einem Goldgurt, blauen sehr weiten Pantalons und der rothen Cecchia der Türken. Soliman Pascha und die übrigen Offiziere waren fast gleich gekleidet. Ibrahim Pascha ist von etwas unter gewöhnlicher Größe, seine Gesichtszüge sind ruhig, aber sehr ausdrucksvoll und sein Blick lebendig und durch⸗ dringend. Er trägt einen langen grauen Bart, hat einen festen Schritt und eine würdige Haltung. 1 1 Als ein Ergebniß der Polemik über das Attentat bezeichnet die Gazette de France, daß Herr Thiers, nachdem er früher schon für das Ministerium „unmöglich“ geworden, es nun auch für die Opposition sei, weil die Angriffe, die er von der Rednerbühne der Kammer herab auf die Krone gerichtet, in Aufreizungen zum Königs⸗ mord ausgeartet. „Was soll“, sagt jenes Blatt, „Herr Barrot an⸗ fangen: er hatte aus Verzweiflung Herrn Dupont von der Eure auf⸗ gegeben, der unmöglich geworden war, und sich Herrn Thiers in die Arme geworfen, der nun, da die Reihe an ihn gekommen, ebenfalls unmöglich geworden, den er somit gleichfalls aufzugeben gezwungen ist. Mit der dynastischen Linken ist es aus. Die revolutionairen Maximen der Herren Lafayette, Barrot und Thiers sind todt. Herr Guizot behält nach funfzehn Jahren steter Kämpse die Ober⸗ hand, weil Frankreich die Männer der Umwälzung haßt. Welche Lehre! welches Schauspiel! Alle Kugeln, die den König Ludwig Philipp nicht getroffen haben, sind zurückgeprallt auf die Ideen, von welchen sie abgeschossen wurden. Herr Thiers ist von der öffentlichen Meinung verlassen; man läßt ihn der logischen Mitschuld anklagen und denkt nicht daran, ihn gegen die dynastischen Journale zu vertheidigen. Herr Thiers hat das Loos, das ihm gefallen ist, über und über verdient. Auf ihm ruht nicht nur das Un⸗ recht, die Grundgesetze seines Landes übertreten und ein Geschlecht, das seit achthundert Jahren in Kraft nationalen Rechts in Frank⸗ reich regierte, ausgestoßen zu haben, sondern er hat auch das nicht minder große Unrecht begangen, daß er aus der Gewalt, die eben durch Verdrängung der Dynastie in seine Hand gerathen war, ein persönliches Eigenthum für sich machen wollte. Herr Thiers, der 1830 im National, von Karl X. und seinen Ministern sprechend, gesagt hatte: „„Wir wollen sie in die Charte drängen, damit sie, herauszukommen strebend, umkommen““ (nous voulons les acculer dans la charte, asin qu'ils perissent, sils essayent d'en sortir), verfügte sich nach Neuilly, den Herzog von Orleans auf⸗ zusuchen; er trachtete nach einem König, der, zufrieden, zu herrschen, sich nicht herausnehmen würde, auch regieren zu wollenz bald darauf hat er auch der Nation alle Theilnahme an der Wahl der Deputir⸗ ten verweigert durch die Erklärung: die Franzosen hätten keine ande⸗ ren Rechte, als die, welche ihnen von den Kammern eingeräumt wür⸗ den. So hat er auf der einen Seite dem Wahlkönigthum die Be⸗ fugniß zu regieren versagt und ihm die Nothwendigkeit aufgelegt, sich Dynastieen unbeliebiger Minister gefallen zu lassen; auf der anderen Seite aber die Nation aus den Wähler⸗Ver⸗ sammlungen entfernt gehalten, indem er einen willkürlichen Census einführte und sich jeder Reform standhaft widersetzte. So gedachte er die höchste Gewalt in die Deputirten⸗Kammer zu versetzen, diese aber durch einige ehrgeizige Notabilitäten zu be⸗ herrschen; und um diese usurpirte Herrschaft gegen Reactionen der öffentlichen Meinung zu sichern, ließ er die September⸗Gesetze geben und umzingelte die Hauptstadt mit Bastillen. Es ist offenbar, Herr Thiers hat die Revolution nicht gemacht, um die Nation zum Genuß ausgedehnterer Rechte und größerer Freiheit zu bringen; er hat sie

auch nicht gemacht zu Gunsten des jüngeren Zweiges der Bourbonen,

er zum Throne chaltenen Einladung entsprechend, die Herzoge von Aumale und

en⸗Koburg das russische Linienschiff „Ingermanland“. der russischen Division und das des Admirals Rigodit nahmen

Uhr die erlauchten Besucher auf. zschiffe, welche zu Algier gegenwärtig die Ehre gehabt hatten, paiserl. Hoheit vorgestellt zu werden, folgten in ihren Böten. erliches Wetter begünstigte diesen Ausflug zur Seec. Als das worin die Prinzen mit dem Admiral Rigodit sich befanden, vor triegsschiffen der französischen Flotte vorüberfuhr, ertönte er in den Naaen aufgestellten Mannschaft der allgemeine „Es lebe der König!“ Alle Schiffe prangten im Schmucke der ndsten Flaggen. Das Stations⸗Linienschiff feuerte eine Salve 1 Kanonenschüssen ab. Bei der Ankunft der beiden Prinzen an des russischen Linienschiffes „Ingermanland“ zog dasselbe die fran⸗ Flagge auf der Spitze seines Hauptmastes auf und gab zum eine Salve von 21 Kanonenschüssen. einen erlauchten Gästen das Linienschiff in allen Einzelnheiten ieß die Mannschaft desselben in Gegenwart der Prinzen meh⸗ autische Manöver ausführen, was mit solcher Schnelligkeit und on geschah, daß der Herzog von Aumale laut dem Groß⸗ sowohl als dem Vice⸗Admiral Lütfe und dem Kommandanten schiffes seinen Beifall zu erkennen gab. ilen auf dem Schiffe kehrten dann Ihre Kaiserl. und Königl. en ans Land zurück; ein fünfmaliges Hurrah der Mannschaften chiffe der russischen Division und eine abermalige Salve von gnonenschüssen, welche der Vice⸗Admiral Lütke abfeuern ließ, den Scheidegruß bei der Abfahrt. im Marschall Herzog von Isly, und ein glänzender Ball be⸗ Der Großfürst tanzte die erste Tour mit der des Marschalls, die zweite mit der Gemahlin des Admirals . Am 22sten Morgens begaben sich die Herzoge von Aumale hachsen⸗Koburg und der Marschall Bugeaud nach der Admira⸗ um sich bei dem Großsürsten zu verabschieden, der um 10 ch einschiffen sollte, um an Bord seines Linienschiffes zurückzu⸗

das nur auf günstigen Wind wartete, Die Herzoge von Aumale kten Se. Kais. Hoheit an Bord. Dieselben Ehrenbezeugungen vorigen Tage wurden erwiesen und erwiedert. eiderseitig äußerst herzlich. Der Herzog von Aumale und der all haben dem Großsürsten Waffen und andere eigenthümliche Wände des Landes zum Geschenk gemacht. d ahols Rigodit erhielt von dem Großfürsten als Beweis des Dan⸗ die gastliche Aufnahme, die er bei der Admiralität gefunden, ächtige Brosche in Diamanten. f lsische Flotte bei sehr schwachem Winde die Anker. volutionen hißte das russische Linienschiff beim Vorüberfahren in r Entfernung vom Leuchtthurme die französische Flagge auf sei⸗ hHauptmast auf und begrüßte das Fort mit 21 Kanonenschüssen, on den Land⸗ und See⸗Batterieen sogleich erwiedert wurden. hllige Windstille eingetreten war, so ließ der Admiral Rigodit idden Dampfschiffe „Phare“ und „Etna“ heizen, welche dann die schiffe der Kaiserlichen Flotte ins Schlepptau nahmen. „August von Sachsen⸗Koburg ist bereits am in Toulon und in diesem Augenblicke ohne Zweifel schon hier

Regierung zu Gunsten eine zu beherrschen hoffte,

u bemächtigen, die er 1 Heig als die seine, jesg

den Wahlen jede andere Partei, als den von ihm ausgehenden, ausschloß. Emeute in den Straßen, als er „unbarmhe die Insurrection zu Lyon zu dämpf b und die Bastillen dekretirte,

Königthums noch die soziale O. seine Macht und die Regierung, die wenn er in der letzten Zeit das Leidenschaften denunzirte,

,ohne ihn regieren zu wollen, se das Staatsruder wiederzugewinnen,] Siegen des Herrn Guizot entschluß

verwundern, wenn Frankreich hen s und der u

Legislatur dem er bei anderen Einfluß, Pferde stieg gegen die zige Befehle“ ausgehen ließ, als er die September⸗Gesetze ga er weder die Macht des gew nung vertheidigt, sondern nur erobert zu haben glaubte; und wählte Königthum den revolutionairen das sich schuldig gemacht das, um den Versuch zu machen, ihm unter den parlamentarischen war. Man hat si gleichgültig bleibt ralischen Mitschuld bei dem Attentat Vorgeben der dynastise hat sich nicht zu mischen in den Débats, das für die persönliche Re dem Constitutionnel, der für die per G Frankreich findet es selbst weit vern des Königthums knüpfe; Herr Thiers, der eine Revolution ein auszubeuten, in seiner ehrsüchtn Herr Thiers findet auch bei der de n und keinen Schutz gegen die steriellen und legitimistischen Blaͦ „Wir sind blos n

Die Kommandanten der

ch darum nicht zu bei der Niederlage des Herrn Thiers u von Fontainebleau, die, nach de auf ihm lastet. Streit zwischen dem Journal e gierung des Königs ist, sönliche Regierung des Hem ünftiger, daß; Frankreich fin

Der Großfürst zeigte

chen Journalisten,

Wi d Nach ziemlich langer „Thiers kämpft. 1 ch ziemlich langem

die Regierung an die Idee es ganz in der Ordnung, d macht hat, um sie für sich all Erwartung getäuscht werde.“ H kratischen Presse keine Sympathiee die er von Seiten der mini So sagt der National: Zuschauer bei dem Streit, trollen spielen.

Nachher war großes Diner

Abend. zu bestehen hat. den gierige und gut unterhaltene Thiers und Guizot die Haup verletzlichkeit des über vorschreiben; sie gebieten un iebe diktirt haben,

Wir respektiren die! was die Septembergesetze;d s Schweigen; sie würden Be wenn sich das thun ließe; sch gnißstrafen nicht so weit reichen. Septembergesetze verdanf ssen; auch fühlen wir uns ganz und Partei königsmörderist wenn die dynassis Peroration“ sei

nigs; wir wissen,

derung und L daß Geldbußen und Gefän Thiers ist es, dem wir di wir haben es nicht verge nicht entrüstet, wenn man ihn und seine Lehren und königsmöderischer Reden anklagt, Presse behauptet, das Attentat Lecomte sei die „Improvisation“ gewesen.“

Herr E. von Girardin Departements des Tarn und Garonne deshalb Bourganuef die Kandidatur des zum General 'Saubrebost bekämpfen und sich dort w Vorgestern versammelten sich alle Kammer richtshofes von Paris bei verschlossenen Thüren lation des General⸗Prokurators in der Der Disziplinar⸗9 sion des Herrn Ledru erkannt, wei in der Contrafattoschen Sache abg hat nunmehr darauf angetragen, da fertigkeit von der Gerichtshof vertag Mittwoch.

Man kennt jetzt die genaue Summe, wor für die Befestigung von Paris gabe wird 140 Millionen Fr. betragen. quidirten Ausgaben betrugen etwas über 1 der Ringmauer ist len); die der Böschung de Die Arbeiten si Bei ansehnlichen Umsätzen, dur

um die Anker e vortrefflichen und Sachsen ⸗Koburg

Der Abschied

Die Gemahlin des

hat auf seinen Sitz als Deputirter verzichtet, weil en Advokaten beförden ählen lassen will. n des Königlichen , um über die Apy Advokaten Led hat auf einjährige Suspa l derselbe das erwähnte Schreit Der General⸗Prokurg ß Herr Ledru wegen dieser Leit andes gestrichen werde. J. te nach vierstündiger Berathung die Sache

auf sich die Ausg Die Gesammt⸗

Die am 31. Dezembe 27 Millionen. fähr 8 metrische

Nachmittags 3 Uhr lichtete Nach meh⸗

Sache des zu entscheiden.

Liste des Advokatenst östen aus Algier

en neuesten Nachrichten aus Oran vom 17ten zufolge, scheint Kader den Dschebel Amur verlassen und die Rfatge, 129 b über die Hochebenen eingeschlagen zu haben, um mit seinem Bu Hamedi zusammenzutreffen, der ihm Reiter von der Deira „denn Abd el Kader soll ganz ohne Pferde sein.

Die zurückgekehrten Stämme befassen sich mit Um sie gegen die Emissaire des Emirs und ge⸗ ander selbst zu schützen, ist ein Posten von 150 Reitern der s zu El Grassul und einer von 300 Reitern der Duärs am Die zurückgekehrten Stämme besorgen en aufgetragenen Transporte für die verschiedenen von den chen Truppen besetzten Punkte. solonne des Obersten Gachot hatte neuerlich eine beträchtliche bei einigen Duärs der Dschaffras gemacht, die noch wider⸗ zu Takarquezoa sich versteckt gehalten hatten.

belaufen hat.

39 Kilometer (unge Forts 61 Kilometer (etwas mehr als nd fast auf allen Punkten beendigt.

ch die Monats⸗Liquidation vern Rente um 45, die 3proz. Rente um ch Eisenbahn⸗Actien waren meist bill

ran ist ruhig. peldarbeiten.

laßt, ist heute die 5proz. D Centimes zurückgegangen; au als gestern zu haben.

x Paris, 29. Aprit.

Tleta errichtet worden.

Die zu Sidi Bel Abbes ste⸗

Der Großfürst Konstantin, begle von dem Vice⸗Admiral Lütke und den anderen Offizieren seines folges, hatte, nach so eben eingehen Lsten d., am 2lsten Vormitt Nachher machten beide zierritt in die Umgebungen von Algier.

den näheren Berichten aus Al ags bei dem Herzog von Aun Prinzen zusammen einen S Nach der Rückkehr besucht

Großbritanien und IJrland. ondon, 29. April. Die gestrigen Parlaments⸗Verhandlun⸗ ßen die Hauptgeschäfte des Tages wiederum bei Seite und

gefrühslückt.

Die christlich⸗germanische Baukunst und ihr Verhält⸗ 1gb che zur Gegenwart, von A. Reichensperger. MNebst einem Berichte Schinkel's aus dem Jahre 1816,

den Kölner Dombau betreffend, als Anhang. Trier, Lintz,

1845. 115 S. kl. 8.

8 (Schluß. Vergl. Nr. 122. der Allg. Pr. Ztg.)

Dies sind die Haupt⸗Argumente unseres Verfassers. Er unterstützt sie, g auf das Wie der Ausführung, durch Forderungen und Vor⸗ . Vorerst, daß die Kunst⸗Tradition der mittelalterlichen Bauhütten ieder aufgenommen und in ihrem Geiste, nach ihren Prinzipien weiter ge⸗ irkt werde, daß man diese Bauhütten auch wieder in Bauschulen, nach rsprünglicher Weise, verwandle, wozu für jetzt schon ein geeigneter An⸗ nüpfungspunkt in dem kölner Dom egeben sei, an dessen Fuße sich auf ein empirischem Wege bereits der Grund zu einer Bauhülte im alten dlen Sinne des Wortes gelegt habe, wo mit dver lebendigen Praris, zu er die tägliche Anschauung des unübertroffenen Meisterwerks hinzukomme, nur noch der Unterricht in Theorie und Geschichte der deutschen Kunst zu erbinden wäre, um Köln wieder zu dem zu machen, was es Jahrhunderte indurch gewesen, zu einem Hauptsitze deutscher Baukunst, und um es an die Spitze der großen Bewegung zu stellen, welche dieser Kunst ihr ange⸗ stammtes Reich zurückerobern soll. Sodann, daß Regierung, Klerus, Ge⸗ meindebehörden, welchen, sofern es sich um öffentliche Gebäude handelt, der Vorgang bleibt, einestheils das Wiedereinlenken in vie vorbezeichnete Bahn ördern, anderentheils der fortwährenden Zerstbrung mittelalterlicher Monu⸗ mente, sowohl um des Alignements und sogenannter Verschönerung willen, wie durch sogenannte Restaurationen, Einhalt thun. Endlich, daß genane Aufnahmen des noch vorhandenen Erhaltungswerthen angefertigt, wo mög⸗ ich Vereine zur Beaufsichtigung und allmäligen Bekanntmachung der Mo⸗ numente, namentlich der kleineren, abgelegeneren und wenig beachteten, ge⸗ stiftet und manche vernachlässigte alte Gebäude von Kunstwerth wieder iner entsprechenden Bestimmung und so dem Leben zurückgegeben werden. In Bezug auf einen der Punkte dieser Ausführung, die Mißachtung, Beschadigung, Zerstörung mittelalterlicher Monumente, kann ich nicht um⸗ hin, hier einzuschalten, wie der Verf. in dieser Hinsicht manche Akte des Vandalismus in der Rhein⸗Provinz scharf rügt und ein entscheidendes „Quos ego“ von Oben herab auf bdie Verschönerungs⸗Kommissarr her⸗ beiruft. Er bemerkt unter Anderem, wie es mit mehreren der interessante⸗ sten Bauwerke Andernachs schlimm stehe und das schöne Thor der 8 mit seiner Umgebung nur durch die „in den höheren Regionen“ erhbrten Vorstellungen des verdienten Architekten von Lassaulyx in Koblenz geret⸗ tet worden sei, wie man zu Kyllburg in der Eifel das Dach des merkwllrdigen mittelalterlichen Kreuzganges „zur Ersparung der Unterhaltungskosten“ gb⸗

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getragen und so den Einsturz der Gewöͤlbe verschuldet hahe, wie die kölner

Stadithore und das Zeughaus verunstaltet worden seitn, wie man in

Frankfurt im Jahre 1840, der vielen Gegenvorstellungen ungenchtet, das Heiligengeistspital abgetragen und in Trier „seit längerer Zeit nicht unbe⸗ deutende Beiträge subskribirt“ habe, um das alte Neuihor mit seinen Bas⸗ eliefs in byzantinischem Styl bei Seite zu schaffen. Bei der sorgfältigen

1

Beaufsichtigung, die neuerdings, und zwar wesentlich „von Oben herab“,

den Monumenten in unserer Rhein⸗Provinz geworden ist, dürften dieselben wohl gegen das Schlimmste geschützt sein. Aber steilich muß sich beim Volke seibst ein regerer und empfänglicherer Sinn für diese Zeugen voriger Zeiten aussprechen, als jetzt im Allgemeinen der Fall. Hat auch die That⸗ sache, daß der vorletzte rheinische Landtag eine auf die bessere Beaufsichti⸗ gung und Erhaltung der heimatlichen Geschichts⸗Denkmäler abzielende hen kition von Bürgern der Städte Koblenz und Trier unberücksichtigt zu lassen beschloß (Reichensperger S. 78), für diese größere Empfänglichkeit

keine besondere Gewähr geleistet, so zeigen sich doch an Orten, in Köln

namentlich, dann in Trier und Nachen, erfreulichere Erscheinungen. Mehr beinahe, als irgend eine der rheinischen Städte, hat letztere durch die bis zuͤm Unglaublichen gesteigerte Entartung des Kunstgeschmacks zu leiden ge⸗ habt, und es war hohe Zeit, daß man den Zerstörungen Einhalt that. Wenn, unter der französischen epterung das Bleidach des Münsters weggerissen wurde, wenn das Grabmal Kaiser Otto’s III. aus dem Chor dieses Mün⸗ sters mit Figuren in Reliefs in die stolberger Messinghütten wanderte, wenn die mittelalterliche reichverzierte Wolfsthür derselben Kirche, deren Reste man am Eingange des drimborner Wäldchens in der Nähe der Stadt sieht, abgebrochen ward, um für einen scheußlichen Remplagant Platz zu machen, wenn endlich der letzte französische Präfekt, der noch dazu für einen Alterthumsforscher gelten wollte, die zierliche Bogenstellung an der Außenseite des Vorhofs dieser mehrgenannten Kirche Karl's des Großen abtrug, „um mehr Raum zum Vorfahren bei Staatsfesten zu erhalten“ (Oufr, Histor. Beschr. d. Münsterk. S. 58): so sind alles dies nur Aeußerungen desselben Geistes, der um 1780 die reich verzierten Fenster⸗ kreuze und farbigen Scheiben des Chors herunterschlug und den Multer⸗ gottes⸗Altar zerstoörte. Schwerer wird zu glauben, daß eines der interessan⸗ testen unter den wenigen alten Gebäuden der Stadt, das sogenannte Gras⸗ haus (vie jetzige Fruchthalle), nur durch dringende Einrede vor dem Ab⸗ bruch geschützt warv. Von den schon älteren, spstematischen Verunstaltun⸗ gen des Rathhauses will ich nicht reden. Glücklicherweise hat ein besseres Gefühl nun wenigstens die Wiederherstellung der beiden Hauptmonumente der Stadt zur Pflicht gemacht.

Doch ist es Zeit, diesen Gegenstand zu verlassen, bei welchem ich, durch heimakliches Interesse angeregt, schvn zu lange verweilte. Auch hier aber, im besthränkten Umkreise, bewahrheitet sich das, was im Jahre 1816 Schinkel sagte, als er die Nothwendigkeit fortwährender Berücksichtigung und durchgreifender Restauration des damals dem Einsturz entgegengehen⸗ den kolner Doms dringend darthat: „Ueberall hat uns die Vorzeit zu viel überlassen, und nachdem die Bestimmungen dieses Erbtheils verloren gegan⸗

en, arbeiten wir schon seit einem halben Nehedötdn aufs eifrigste an der rinichtung desselben mit einer so batbatischen Planmäßigkeit, daß wir die planlose Barbarei von Attila’'s Zeit im großen Wetteifer schon längst hin⸗ ier uns zurückgeinssen haben.“ (Reichensperger, S. 143.)

Wenn es sich um eine Rückkehr zur Bauart des Mittelalters, zu einem nationalen Styl handelt, so dürfte wohl von Manchen die Frage auf⸗ geworfen werben, ob venn dieser Styl zu unseren Bebürfnissen wie für un⸗ sere Gewohnhriten passe? Ich denke nicht, daß vie Anlwort eine schwers ist.

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beschränkten sich auf die persönlichen Angelegenheiten eines irländi Mitgliedes des Unterhauses, des Herrn Snet O'Brien, aüssn. der bestehenden Ordnung gemäß⸗ an den Berathungen eines Eisenbahn⸗Co⸗ mité's über englische Eisenbahn⸗Projekte Theil zu nehmen, sich ge⸗ weigert hatte und von Herrn Estowourt der Mißachtung des Hauses angeklagt wurde. Herr O'Brien, bekanntlich ein Repealer, moti⸗ virte seine Weigerung durch die Behauptung, daß er als irländisches Mitglied des Hauses sich nur mit allgemeinen Reichs⸗Angelegenheiten und mit allen auf Irland speziell bezüglichen Geschäften, nicht aber mit englischen und schottischen Privatbills zu befassen habe. Nach längerer Debatte, an welcher O'Connell und Sir Robert Peel theilnahmen, wurde mit 133 gegen 13 Stimmen die Erklärung beschlossen, daß sich Herr O'Brien der Mißachtung des Hauses schul⸗ dig gemacht habe. Herr Esteoourt beantragte nun ferner, den Schul⸗ digen der Haft des Serjeant-at⸗Arms des Hauses zu übergeben, worüber die Entscheidung auf Veranlassung Sir R. Peel's bis Don⸗ nerstag vertagt wurde. Gegen das Ende der Sitzung erschien Herr Smith O'Brien, der sich während der Debatte über ihn entfernt hatte, wieder im Hause, wurde aber vom Sprecher sogleich mit dem Resultat der Abstimmung bekannt gemacht und aufgefor⸗ dert, das Haus zu verlassen. Dieser Aufforderung wurde genügt. Zum 4. Mai hatte Sir Robert Peel einen Antrag auf Bewilligung von Pensionen für die Lords Hardinge und Gough angezeigt. 89 Oberhause wurde die von Lord Dalhousie ein⸗ gebrachte Eisenbahn⸗Bill (die Bestimmungen wegen der Auflösbarkeit der Eisenbahn⸗Gesellschaften enthaltend) ohne Abstimmung zum zwei⸗ L ea s

erichten aus Birmingham vom AIssten zufolge, hatten sich an dem Tage 2000 Arbeiter der Kohlen⸗ und enfolge,, e Nalcban⸗ schaft bei Wednesbury versammelt und beschlossen, unter keiner Be⸗ dingung in die ihnen angesonnene Herabsetzung ihres jetzt 4 Sh. täglich betragenden Arbeitslohnes zu willigen.

„Eine den Commissairen des Zoll⸗Amtes zugegangene Notisi⸗ cation des Grafen von Aberdeen erklärt, daß Texas sortan als inte⸗ grirender Theil der nordamerikanischen Union zu betrachten und zu behandeln sei.

Die aus Nord⸗Amerika angelangten Nachrichten haben, wie der Globe in seinem Börsen⸗Bericht sagt, die neulich gehegte Besorgniß, daß es über die Oregonfrage zum Kriege kommen könne, so ziemlich beschwichtigt, da viele wohl unterrichtete Männer in Amerika, die mit dem Handel und Verkehr beider Länder in enger Verbindung stehen, die feste Ueberzeugung aussprechen, daß die Friedens⸗Partei am Ende obsiegen werde. Die Verlängerung der Oregon⸗Debatten im Kongresse wird daher in den Handels⸗Kreisen zu New⸗York sehr leicht genommen, und man legt kaum irgend ein Gewicht darauf. Die Nachrichten aus Mexiko gelten ebenfalls für günstiger, indem die Truppen unter Arista sich der Friedens⸗Partei angeschlossen haben. Auf unseren englischen Fondsmarkt haben die Nachrichten aus Amerika gar keine merkliche Einwirkung geübt; das fortwährende Gerede in und außer dem Kongresse über die Oregonfrage hört auf, irgend eine Kriegs⸗Befürchtung zu erwecken, weil keiner unserer Bör⸗ sen⸗Männer mehr daran glaubt, daß es zum Kriege kommen werde. Wäre man entgegengesetzter Meinung, so würden die Konsols schwer⸗ lich über 96 stehen.

X London, 28. April. Die Verwickelungen der parlamenta⸗ rischen Hindernisse häufen sich wie die in einander geschachtelten Er⸗ zählungen in den arabischen Nächten, und das öffentliche Interesse an diesen Debatten ist allmälig auf einem krummen und lächerlichen Wege von dem großen System kommerzieller Resorm, welches Sir. R. Peel vorgeschlagen, bis zu der Verurtheilung des Herrn Smith O Brien herabgestiegen, welcher wahrscheinlich morgen Abend schon auf Befehl des Hauses der Gemeinen nach Newgate wird wandern müssen. Herr Smith O'Brien ist ein junger sehr eitler Irländer, der große An⸗ sprüche macht und nach der Erbschaft der Gewalt O'Connell's strebt. Er hat einigen Einfluß in der Versöhnungehalle zu Dublin, aber eine sehr geringe Bedeutung im Unterhause. Seltsamerweise unterstützt er seinen Haupt⸗Anspruch auf eine einslußreiche Stellung unter den Demagogen Irlands durch den Umstand, daß er nicht ihres Gleichen sei, wie er denn auch in der That von guter Familie herstammt, der Bruder Sir Lucian O'Brien's, des Lord⸗Lieutenants von Clare, ist, einiges Vermögen hat und zum protestantischen Glauben sich be⸗ kennt. Diese Eigenschaften haben ihm auch keine üblen Dienste bei den Repealers gethan. Herr Smith O'Brien indeß ist entschlossen,

dieselben noch durch die Ehre des Märtyrerthums zu aahühen. 1.“.“

kündigte demgemäß zu Anfang der Session an, daß er in keinem der zur Erledigung englischer Privatgeschäfte bestellten Comités des hauses erscheinen werde, und daß er dem vereinigten Parlamente die Be⸗ fugniß förmlich abstreiten müsse, irländische Mitglieder zur Theilnahme an den Comités zu zwingen, welche mit englischen Bills sich beschäftigen. Seine Weigerung in dieser Form stellte die Unions⸗Akte selbst in Frage. Niemand kann die Abgeschmacktheit einer solcher Behauptung bezweifeln, denn so lange das Parlament das vereinigte Parlament von Großbritanien und Irland heißt, ist dem Gesetz und der Theo⸗ rie der Verfassung ein solcher Unterschied zwischen englischen und irländischen Mitgliedern durchaus unbekannt; sie sind alle Mit⸗ glieder eines Hauses, mit gleichen Rechten und gleichen Pflichten. Unter den letzteren ist allerdings die Theilnahme an Eisenbahn⸗ Kanal⸗ und anderen Comités, welche die Details der parlamentari⸗ schen Privatgeschäfte zu erörtern haben, eine höchst beschwerliche und unangenehme, aber sie müssen doch besorgt werden, und ihre Vernach⸗ lässigung ist eine Vernachlässigung des einem Parlaments⸗Mitgliede von seinen Wählern auferlegten Dienstes. Als im vorigen Jahr O'Connell und seine Anhänger es für geeignet hielten, vom Parla⸗ mente gänzlich fortzubleiben, drang das Haus nicht weiter auf ihre Theilnahme an den Sitzungen. Aber wenn sie in London waren, weigerten sich selbst diese Herren nicht, ihre Pflicht zu thun. Herr Smith O'Brien, der in Irland sich rühmte, dem Hause der Gemei⸗ nen Trotz bieten zu können, ist der Erste, welcher diese absurde Frage wegen der Nicht⸗Theilnahme an den Comités erhoben hat. Das Haus ist natürlich verpflichtet, seine Autorität zu wahren, und das widerspenstige Mitglied wird so lange im Gefängniß gehalten werden, bis es entweder seine Pflicht thut oder die Session zu Ende ist. Seine Freunde werden inzwischen häufige Versuche machen, seine Los⸗ lassung zu bewirken, und viel Zeit wird mit diesen unfruchtbaren Er⸗ örterungen verloren gehen. Aber die Zeit zu verbringen, ist jetzt der Hauptzweck solcher Männer, wie Lord George Bentinck und Herr d'Israeli. Es ist das ihre eigene Art von Opposition gegen die Freihandels⸗Maßregeln. Sie haben keine Argumente; sie haben keine Partei, um eine Regierung zu bilden; sie haben kein anderes System einer Opposition, als das der Verzögerung, und unter verächtlichen Vorwänden halten sie Reden von unerträg⸗ licher Langweiligkeit, welche kaum von den Absurditäten ihrer Handlungsweise übertroffen werden, um, so weit es in ihrer Macht steht, den großen Fortschritt der Politik Englands zu verhindern. Ein beklagenswerthes Schauspiel für England und für die Welt, welches zeigt, wie kleine Atome von Sand und Unrath die große politische Maschine dieses Reiches stocken machen können! Aber dies ist das Schicksal menschlicher Einrichtungen. In unseren stolze⸗ sten Augenblicken erinnern uns diese Hindernisse an die Kleinheit des Menschen, und es ist der Preis, den wir für die Freiheit zu bezahlen uns zufrieden geben müssen.

1 HBelgien. „Brüssel, 30. April. Gestern Nachmittag hat der neue apo⸗ stolische Nuntius am hiesigen Hofe, Monsignore Alexander Asinari von San Marzano, Erzbischof am Ephesus, dem Könige in einer Privat⸗Audienz die päpstliche Bulle überreicht, welche ihn in jener Eisenschaf 88 F. ecege beglaubigt. demselben Tage hatte er bisherige Nuntius, Monsignore Pecci, Erzbi icäa, sei

dech be Fenns gnore Pecci, Erzbischof von Nicäa, seine Die Repräsentanten⸗Kammer hat gestern den ersten Theil des Delhoungneschen Antrags, wonach der heen chen.Cfseh. enwden nicht nur der General⸗Section, sondern vorher den einzelnen Sectio⸗ nen der Kammer zur Begutachtung überwiesen werden soll, einstim⸗ mig angenommen, den zweiten Theil des Antrages aber, wonach das Ministerium vorher die von ihm in dem Gesetz⸗Entwurf beabsich⸗ tigten Modificationen angeben sollte, mit 50 gegen 40 Stimmen verworfen. Die ministerielle Majorität beträgt dem⸗ nach 10 Stimmen. Die Kammer war bei dieser Abstim⸗ mung fast vollständig versammelt; nur vier Mitglieder fehlten, 2 liberale, die Herren von Brouckere und Savart, deren Stimmen also für Delhoungne's Antrag gewesen sein würden; und 2 von der Nüance der Herren Nothomb und Mercier; ein Mitglied, Herr de Decker, ein vertrauter Freund des Herrn Dechamps, stimmte nicht mit, obgleich er in der Kammer war, indem er sich mit der gegen⸗ wärtigen Zusammensetzung des Kabinets nicht einverstanden erklaärte Vor der Abstimmung bemerkte Herr de Theux ausdrücklich, daß

In Bezug auf die Kirche wird man die Frage kaum stellen: der gothi Dom ist es, in welchem wir am besten beten und betrachten, - t unseren Empfindungen und Geranken am mii Wenn Viele von uns schon an die Form der 1

ngen der christlichen Kirche

g Frivolität im südwestlichen Deutschland, namentlich am Rhein, ich wirkten, deutet unser Verfasser wahr und freimüthig an, wo er Beruf des Klerus redet, beizutragen zur Hebung der Kunst durch

1 „Nachdem die Kraft der Völker“, er, „durch die Religionskriege gebrochen war, fehlte eben nur noch, gottgesetzten Hirten des lebendigen Wechselverkehrs mit ihnen sich en und in die Bahnen einlenkten, deren Centralpunkt Versailles mmer mehr wurden die kirchlichen Traditonen verlassen und dem herüberwehenden Geiste gehuldigt. Die Chore der altehrwürdigen alen wurden in Marmor und Tafelwerk ausstaffirt, so daß es sast den gewann, als ob, wo früher der Kirchenfürst den Gottesdienst nur noch der Reichsfü rst sein Lever abhalten wollte; die Bischofshöfe n sich in lachende Schnörkelpaläste à la Marly und Trianon um; en der Prälaten modelten sich natürlich die Abteien, die Klöster arrhäuser so lange, bis auch der letzte Rest von Kirchlichkeit st war und nicht mehr einmal ein Heiligenbild über der Thür sich urste, dessen Stelle nicht selten durch Embleme menschlicher Eitelkeit, ppen u. dgl., eingenommen wurde. rso viele Andere, so auch über unsere rheinischen Kirchenfürsten er⸗ ist, erklärt sich schon vollkommen, wenn man nur ihre Paläste in Koblenz, Trier, Bonn oder gar Brühl sich ansieht. Klarer kann es gendwo in die Augen springen, wie die Herren dieser Behausun⸗ es Ursprunges und ihres Berufes vergessen, statt auf den alten i Grund, auf den Flugsand des Tages gebaut. e nicht verloren gehe, daß mit dem altkirchlichen Sinne auch die che Form wieder feierlich bei uns einziehe, daß mit dem Geiste auch entsprechende Leib zu neuem Leben erwache. 8 daß zur Zeit weit höhere Interessen zu wahren seien als ästhe⸗ daß die Geistlichkeit ihre Kraͤfte auf schwerere und entscheidendere habe, als der Kampf gegen den Ungeschmack sei: so jens daß die Kirche im Diesseits zu aller Zeit eine streitende war 8 ind, und daß nimmer sich die Dome über die Katakomben erho⸗ * Ler. dazu die Zeit des allgemeinen Kirchenfriedens hätte ab⸗ erden sollen; wir verweisen auf jene Tempelerbauer des alten die Kelle in der anderen Hand

melanstrebende H im Einklange stehen. lika, obgleich eine durch die ältesten Erinneru weihte, an sich so schöne und harmonische und, ich glaube, Jedem, im Süden gelebt hat, um wie viel weniger Agrippa'schen Pantheon. so geben der Gürzenich in K

chung und Heiligung derselben.

gewordene Form,

einige Zeit an eine Kopie des T

gewöhnen können, und Parthenon oder des öffentlichen Gebäuden, in den belgischen, deutschen Städten, wie in denen der Schweiz, die Kaufhäuser in ande die Spitäler und Kurien mehr denn genügende Antwort. Wohnhaus in Betracht, so blicke man auf Nürnberg, auf Regensbe auf Köln, auf Brügge, auf Halberstadt, Lübeck, Danzig u. a. Wir hg in unseren Tagen manche Mißgeburien sogenannt gothischen G sehen, und es läßt sich nicht leugnen, daß dasselbe vielfach in iegt daran, daß man die Grundgesetze, we. Grunde liegen, in vielen Fällen 1 himmelhohen Kathedrale auf wiot ß man sich der beliebten Täuschung hingab, und man könne nun nach Gutd

Rathhänser

gekommen ist. Die Schuld I den Erscheinungen dieses Styls zu man die Formen der

Das schwere Gericht, welches,

studirte, daß Verhältnisse übertrug, da Phantasie habe die Regeln diktirt, schalten und walten und ins Blaue hinein komponiren. Das hat

denn gethan, und so sind die komischsten Zwergbauten aufgeschossen, ie an den gothischen Möbeln, Stühlen mit Spitzbogen, eisernen Oefen! Zinnen und Fensterrosen, Stephansthürmen als Behälter für Kölnischwet Flacons und Aehnlichem, was jetzt dem triumphirenden Rolkoko hat w

müssen, ergötzliche Gegenstücke haben. nicht umstoßen, daß unser mittelalterlicher wie zu jeder Anwendung für unsere modernen Bedürfnisse geeignet ist,” er wiederum ein nationaler werden kann, wie er ein nationaler, aus! deutschen Leben, der deutschen Anschauungsweise heraus entwickelter get ist, daß man nicht in Griechenland und Rom, im neueren Jalien Frankreich nach Mustern zu suchen braucht. wand der Einförmigleit machen. Aber es giebt keinen Styl, der auch! alten an seinen Prinzipien einer reicheren, mannigfaltigeren! hig wäre, und ich denke, man wird mir zugeben, daß eing von Nürnberg oder Brügge, so viel dort auch schon verdo einen angenehmeren und zuglesch würdigeren Eindruck mad rlekinsjacke mancher modernen Städte.

Bei einer anderen Gelegenheit schon bemerlte ich, ligung der Kirchenbaukunst verwandte Erscheinungen Hand i und wie man namentlich in Nealien haum in eine Kirche tret Bellinische und Donizettische Opern⸗Melovdieen zu hören. dann mit erschreckender Schnelligkeit, schritt der Verfall von Kunst Goitessurcht: wir haben noch die Nachwehen zu überstehen, sind 0 durch trübe Erfahrungen, glücklicherweise zur Einsicht gelommen G uns, den rechten Weg zu finden.

und das Ueberwiegen des politischen

Hoffen wir, daß

Alles das aber soll die W Wollte man etwa

Styl jeder Ausbildung se zu verwenden

Vielleicht wird man den die das Schwert in der einen,

un man sich im latholischen Süd⸗Deutschland und in Belgien, 1 Gesinnung und Frömmig umsieht, macht n vielen Fällen ganz unwürdi Gottesdienst in Verbindung steht, wie man nicht selten 8* jeen des Heiligen vor sich hat, auch ohne von jenen gutge⸗ „aber aller Kunst nicht nur, sondern jeder Würde hohnsprechenden denen manche Kirchen wahrhaft vollgepfropft sind, gebung der wundervollsten Architektur und neben sterwerken des Pinsels und Meißels. der Klerus die wahre Kunst zum Frommen der religiösen wieder zu Ehren bringen und leiten. eichensperger, eine gute Sache mit Ernst und

treuen Festh

in denen lirchliche

lssigt, wie i t Kirche und

keit neuerdings so die Bemerkung, wie

wie mit der Eng die Form von dem ist,

n Hand

kern zu reden, mit s oft in der Um

Hier vor Allem

Wie die Perweltlichung der Elements und

r, wie Herr

—.—

Wärme vertheidigt, mit dem wird man um irgend eines hart scheinenden

Wortes, um irgend eines einseitig aufgegriffenen Faktums willen nicht rech⸗ ten wollen, indem man seiner Gesinnung Gerechtigkeit widerfahren lassen, seine Anschauungsweise billigen muß, was zu thun ich nicht anstehe, wenn ich auch, namenllich in Betracht der einstigen großen Blüthe des romanischen Styls in Deutschland und der Schönheit der in demselben ausgeführten Werke, leinesweges mit gleicher Ausschließlichfeit zu verfahren geneigt bin. Eine andere Stimme in derselben Sache ist vom Rhein erklun⸗ gen, die des Professors J. Kreuser zu Köln in dem Buche: „Kölner Dombriefe, oder Beiträge zur altchristlichen Kirchenbau⸗ kunst“ (Berlin, 1844); sie ist wenig vernommen worden, weil die Form wie das Wesen des Buches mit der vielen in ihm enthaltenen, bisweilen etwas zu bunt durch einander geworfenen, nicht immer sorgsam gesichteten Gelehrsamkeit dasselbe vielmehr für einen kleineren Kreis als für das große Publikum eigneten, sodann weil überhaupt nicht gar Viele für derartige Dinge sich zu interessiren scheinen, sobald es um etwas Ernstes sich handelt. Die Ge⸗ schichte der Herrschaft und des Verfalls der mittelalterlichen deutschen Kunst ist in dem fünften Sendschreiben beredt und im Ganzen richtig dargestellt, wenn es auch an einzelnen Irrthümern nicht fehlt. Der Verfasser dieser Dombriefe aber, obgleich er die Uebel, an denen die heutige Architektur krankt, eben so sehr anerkennt und gleich scharf charakterisirt, wie Herr R., scheint doch einestheils mindere Hoffnung in die Zukunft zu setzen, anderen⸗ theils keine recht klaren Begriffe von Mitteln und Erfordernissen zu ent⸗ wickeln. Wie es der deutschen Kunst ging, drückt er (S. 253) sehr be⸗ stimmt, obgleich höchst einseitig, aus: „Sehen wir auf unsere deutsche Bau⸗ und Kirchenkunst zurück, so mußte sie in Deutschland zeifallen, als Deutschland mit der Kirche und sich selber zerfiel. Kirchen zu zerstören und zu plündern, Bilder und Kunst der Vorzeit zu vernichten, schien damals vielwärts ver⸗ dienstlicher, als zu erbauen; ja, die Neugläubigkeit mußte zerstören, weil sie die Einrichtungen der Altgläubigkeit nicht gebrauchen konnie und Wahr⸗ heit und Tiefsinn der Peecf jetzt sür das Gegentheil gehalten ward. In solchen Zeiten stirbt jede Kunst, am ersten natürlich die Kirchenbauknnst.

Wir haben also nicht nöthig, von einem Sinken der gothischen Kunst zu

reden, noch brauchen wir den neuen Geist zu berücksichtigen, der in Europa aufgetaucht war; der deutsche Baugeist mußte schon darum sterben, weil sein Leib, das deutsche Vaterland, starb.“ Aber dann heißt es (S. 355): „Wie ist also der armen Kunst wieder aufzuhelsen? Knüpft wieder an die Religion an, werden Viele sagen; aber so etwas ist leichter gesagt, ja be⸗ fohlen, als gethan, besonders in unseren Tagen, wo schon die Knaben ihren Stolz darein setzen, von dem Heiligen sich los und frei zu sagen. Eines aber soge ich: in der heiligen, göltlichen Kunst (und eine andere kenne ich nicht) hilft nie vas Schwaten, nur das Machen und Können, nit das Wort, nur die That. Baut, und die alte Baukunst wird erstehen und mit ihr, so Gott will, die alte Gesinnung. Nur gebaut, und laßt den gei⸗ stigen Gedaunken zur That werden; denn ein edles Bauwerk kann keine schlechten Gedanken entwickeln.“ Das llingt freilich wie Widersprüche, und es, ist nicht recht abzusehen, wo die guten Gedanken herkommen sollen, wenn wir nicht im frommen Wollen und Ahnen den Keim dazu tmagen und ihn

in unser Wenl hineinlegen.

ner Dombau ist gewiß, auch abgesehen von dem religiösen Elem Wi mächtiger Hebel, ein gewaltiges Mittel zur Restaurztion der nesFengfs Kunst. Er würde es sein, trüge er auch blos dazu bei, der Technik wieder außzuhelfen, das Handwerk wieder zu veredeln. Wie hierin Schinkel's Vorhersagung sich glänzend erfüllt hat, wer weiß, ob da nicht auch seine Hoffnung wahr wird, daß während der Beschäftigung mit einem Gegenstande ein neues Licht am ersten aufgehen Bei dem Schlusse dieser Bemerkungen kann ich nicht umhin, auf ci Punkt zurückzukommen, dessen ich neulsch in diesen Gally Knighit's, Allg. Pr. Z tg. Nr. 66) erwähnte, nämlich den Spitz⸗ bogenstyl in Italien. Herr Reichensperger (S. 25) legt, meines Be⸗ dünkens, auf das Vordringen des germanischen Baustyls in diesem Lande zu viel, auf die Gründe der Rückkehr zur Aniike zu wenig Gewicht. Der genannte Styl hat in Italien beinahe immer etwas Fremdartiges, nicht etwa in der Art, wie er z. B. in England einen in mancher Hinsicht eigen⸗ thümlichen und durch und durch nationalen Charakter annahm, sondern in Folge der Aufnahme wirklich heterogener Elemente. Und wenn man auch Kirchen im Spitzbogenstyl baute, so machte die Basilikenform doch immer daneben ihre Rechte geltend, nicht etwa blos in Rom, wo jener Styl nie aufkam, sondern auch in dem mehr germanisirten Toscana, wo die Apostel⸗Kirche zu Florenz und die kleine Kirche S. Alessandro zu Fiesole dem Brunnelleschi zum Muster dienten, als er seine schönen Rundbogen⸗ Bauten, S. Lorenzo und Sto. Spirito, errichtete, lange nachdem Orcagna diesen Bogen in kühnen Verhältnissen an der Loggia de' Lanzi gebraucht hattr. Die Palastbauten des 15ten Jahrhunderts zeigten dann (in der Fenster⸗ sorm einigermaßen an das Overstolzenhaus sogenannte Templerhaus in Köln crinnernd) eine anmuthige Verschmelzung beider Gattungen, welcher Niemand den Namen einer nationalen wird. Eine merfwür⸗ dige, für den kirchlichen Charalter des germanischen Styls nicht ungültiges Zeugniß ablegende Erscheinung ist es, daß die höchste Blüthe deselbrn wie seine größte Verbreitung, namentlich über das südliche Europa, mit der Zeit zusammenfällt, in welcher, wie Dante (Paradies XI. Ges.) sich aus⸗ drückt, die weltregierende Vorsicht zum Heil der Braut des Herrn zwei Für⸗ sten bestellte, die ihre beständigen Geleitsmänner blieben die Zeit, in welcher die beiden Orden entstanden, welche, so schrieb zweihundert Jahre später Macchiavell, die Bestimmung hatten, die christliche Religion auf ihren Ursprung wie in die Menschenherzen zurückzuführen. Ueber den Gräbern des h. Franziskus, des h. Antonius, des h. Dominikus erhoben sich zu Assist, zu Padug, zu Bologna die schönsten und reichsten Kirchen im Spitz⸗ bogenstyl, zum Theil Werke deutscher Meister; Sta. Maria Novella und Sta. Croce zu Florenz, S. Domenico zu Siena und zahlreiche andere folgten in der Reihe, und wie der an Künstlern überhaupt so reiche Dominikaner⸗ Orden geschickte Baumeister lieferte, welche diesem Genre treu blieben, so versuchte er, dasselbe noch dann zu halten, als die schönste Blüthe vorüber war, dort sogar, wo es nie rechten Eingang gefunden hatte. Denn die Dominikaner⸗Kirche Sta. Maria sopra Minerva sst, wie man weiß, in Rom das einzige größere Bauwerk germanischen Styls Alfr. Resumont.

Wie man aber auch darüber und über Anderes denken möge, der köl-