gleich der Fall sein, sobald die Liberalen ins Ministerium träten. Also nur gegen die eventuelle Feindschaft des Senats habe man sich schützen und nur darum die Auflösungs⸗Befugniß verlangen müssen.
Sitzung vom 28. April. In dieser Sitzung nahm zuerst der Staats⸗Minister, Herr von Muelenaere, über die ministerielle Frage das Wort und sagte im Wesentlichen: —
„Im November war ich der Ansicht, daß ein aus den zwei großen Fractionen der Kammer genommenes Ministerium dem Bedürsnisse der Lage zumeist entsprechend scheine, und wie damals bin ich heute noch glei⸗ cher Ansicht. Daß ein solches Ministerium sich nicht mehr hat halten kön⸗ nen, liegt wahrlich nicht an den heutigen Mitgliedern des Kabinets; es hat Ursachen, die man bedauern muß. Indessen werden die Umstände, die wichtiger als der Wille der Menschen sind, wieder die Nothwendigkeit von gemischten Ministerien darthun. Man behauptet, ein gemischtes Ministerium sei nur bei Ausnahme⸗Verhältnissen zulässig; diese Ansicht kann ich nicht theilen. Macht man nicht bei allen Fragen der inneren Verwaltung, der Politik und des Handels sich wechselseitige Kon⸗ zessionen, und geschieht dies nicht besser innerhalb als arßerhalb des Ministeriums? Man hat ja gemischte Ministerien den ersten Jahren unserer politischen Existenz gehabt, zu einer Zeit, wo der Schutz gegen äußere Gefahren eine geschlossene Einheit in der Verwaltung nothwendiger machte als heute. Nachdem diese Verhältnisse aber aufge⸗ hört, bei der heutigen Lage der Verhältnisse paßt ein gemischtes Ministerium noch viel mehr für die Lage der Dinge. Nur mit Bedauern habe ich ge⸗ hört, daß man gleichsam das Land spalten und den großen Städten aus⸗ schließlich das Monopol der Intelligenz und der politischen Interessen vin⸗ diziren will. Dies ist eine unüberlegte Aeußerung. Jedes Mandat ist gleich achtungswerth, und es ist Pflicht der Deputirten, das ihnen anvertraute Mandat nicht in den Augen des Landes herabwürdigen zu lassen. Belgien hat in der Schule der Repräsentativ⸗Verfassung noch Vieles zu lernen. Man möge auf das Ausland blicken. Sind etwa in England die Minister Vertreter der Hauptstädte oder anderer großen Städte? Peel ist der Ver⸗ treter eines kleinen Ortes, eben so die Lords Stanley und Palmerston. Eben so ist es in Frankreich. Unter den Ministern hat keiner dort ein Mandat von einer großen Stadt, während Paris fast nur Mitglieder der Opposition gewählt hat. Guizot ist Deputirter für das kleine Lisieux, Thiers Deputirter der kleinen Stadt Aix, Dupin Deputirter für das Städtchen Cla⸗ mecy, und Royer⸗Collard optirte immer für Vitry sur Marne. Solche Doktrinen, wie jene von dem Uebergewicht der großen Städte, aufstellen, heißt ganz gegen unser Grundgesetz sprechen, wonach wir Alle hier gleiche Rechte, gleiche Pflichten
und Vorrechte haben. Was die Auflösungs⸗Frage anlangt, so hat der Kongreß wohlweislich nach reiflicher Erwägung dieselbe als constitutionelle Garantie ins Grundgesetz aufgenommen. Der Zweck der Auflösung ist aber doch wohl überhaupt die Berufung ans Land, damit es sich über einen Konflikt zwischen Ministerium und Parlament ausspreche. Das Ministe⸗ rium ist also Partei, es darf nicht selbstständig allein über die Auflösung entscheiden, und daher haben die Gesetzgeber dieses Recht in die Hände des Königs gelegt, der über den Parteien steht. Freilich hat der König für solche Fälle sich mit seinen legalen Rathgebern zu benehmen, aber ihm allein nur gebührt die Entscheidung, ihm allein kömmt es zu, zwischen Parlament und Ministerium zu richten; daher muß des Königs Handeln hier ganz frei bleiben und keine vorabgeschlossenen Verpflichtungen, nicht einmal mo⸗ ralische Verpflichtungen dürfen ihn fesseln; insosern muß der König bis zum letzten Augenblick ganz frei und unbehindert bleiben: dies ist im wahren Geiste unserer Institutionen begründet.“
Nach dieser Rede erhob sich Herr Delhoungne, um seinen be⸗ kannten Antrag in Bezug auf das Unterrichts⸗Gesetz zu entwickeln, der dann noch eine zweitägige Debatte veranlaßte, welche bei der Abstimmung die ministerielle Majorität; von 10 Stimmen gegen den zweiten Theil der Motion als Resultat ergab.
Brüssel, 2. Mai. Die Repräsentanten⸗Kammer hat gestern die Diskussion des Budgets der öffentlichen Arbeiten fortgesetzt und
Bekanntmachungen.
[3921 Obrigkeitliche Bekanntmachung.
Der hierselbst am 12. Februar d. J. verstorben Kaufmann Benny Fürst hat in seinem Testamente den Brüdern seines verstorbenen Vaters, oder, falls solche nicht mehr am Leben sind, den von ihnen hinterlassenen
selbst in
genständen wird zur besonderen Berathung und Be⸗ schlußnahme gebracht werden: ob die Herren Actionaire und unter welchen Mo⸗ dificationen es angemessen erachten, den Betrieb einmündender Eisenbahnen in die Oberschlesische durch die Administration der Oberschlesischen Eisen⸗ bahn leiten zu lassen?
550 die Artikel 14 bis 30 des die Brücken und Chausseen betreffenden zweiten Kapitels angenommen.
Der Präsident der Repräsentanten⸗Kammer, Herr Liedts, soll dem Minister des Innern seine Entlassung als Gouverneur der Pro⸗ vinz Brabant eingereicht haben, um alle Beziehungen zu brechen, die ihn an das Ministerium knüpfen. Die Independanece will wissen, daß das Kabinet sich alle mögliche Mühe gebe, Herrn Liedts von seinem Entschluß abzubringen.
2. Spanien.
ESorusäa, 25. April. Die Nachricht von einer Niederlage, welche die Insurgenten am 23sten durch die Generale Concha und Villalonga erlitten haben (s. Allg. Pr. Z. Nr. 124), bestätigt sich
vollkommen. Der General Concha, von der Nothwendigkeit über⸗
zeugt, daß, bevor man zur Belagerung der Städte schreite, erst die⸗
jenigen Insurgenten, welche das Land besetzt hielten und den Auf⸗ stand zu verbreiten suchten, bekämpft werden müßten, hatte seine Ar⸗ mee in drei Brigaden getheilt, von denen die eine zur Deckung der Gränze Portugals in Orense blieb, die zweite mit dem Gros der Artillerie nach Lugo dirigirt wurde und die dritte, an deren Spitze sich der kommandirende General Concha selbst befand, manövrirte zwischen Orense und Santiago, im Mittelpunkte des von den Insurgenten besetzten Landes. Diese Letzteren, etwa 2000 Mann stark und von dem General Solis kommandirt, hatten sich, nachdem sie eine Demonstration gegen Orense gemacht, nach Santiago zurückgezogen und diese Stadt besetzt. Solis wollte unter den Mauern dieser Stadt ein Gefecht liefern, floh aber, nach einem lebhaften Kampfe mit den Truppen der Königin, in die Stadt, um sich dort zu vertheidigen. Der General Concha folgte ihm aber auf dem Fuße und erkämpfte einen vollständigen Sieg. Von den Insur⸗ genten sind viele getödtet oder verwundet, ihr General Solis, zwei andere Anführer, 54 Offiziere und 1500 Insurgenten, fast sämmtlich Soldaten verschiedener Armee⸗Corps, wurden gefangen. Von der Division des Generals Concha sind nur 100 Mann kampfunfähig ge⸗ worden. Der General Concha hat sich am 24. April von Sanct Jago nach Vigo und Pontevedra in Marsch gesetzt, und der General Villalonga beschloß, als er Nachricht von dem Siege Concha's er⸗ hielt, sich an der Spitze einer starken Kolonne und mit hinreichender Artillerie selbst nach Lugo zu begeben.
Die Insurrection von Galicien ist, obgleich sie für die Constitu⸗ tion von 1837 und den Infanten Don Henrique zu kämpfen vor⸗ giebt, eine rein esparteristische Bewegung. Der General Jiarte, welcher als Ober⸗Befehlshaber die Insurgenten kommandiren sollte, aber gleich zuerst unter den Mauern von Astorga geschlagen wurde, ist nur durch seine blinde Ergebenheit gegen Espartero bekannt, und die meisten der gefangenen Insurgenten⸗Offiziere hatten früher im Regiment „Luchana“ oder in den privilegirten Corps des ehemaligen Regenten gedient. 8 “
Konstantinopel, 22. April. Der Vice⸗Admiral Sir Wil⸗ liam Parker, Befehlshaber der englischen Flotten⸗Abtheilung im Mit⸗ telländischen Meere, welcher sich auf dem Linienschiffe „Hibernia“ nach den Dardanellen begeben hatte, ist von dort am 19ten d. M. auf dem Dampfschiffe „Virago“ in dieser Hauptstadt eingetroffen und hat am 21sten d. K. in Begleitung des englischen Botschafters, Sir Stratford Canning, dem Groß⸗Weste und dem Minister der auswärti⸗ hene gtee egerJeteg Reschid Pascha, bei der Pforie Besuche abge⸗
attet.
n
Der Prinz Alexander von Hessen ist am 17ten d. M. . des französischen Dampfbootes nach Malta abgereist.
Der bisherige diesseitige Minister⸗Resident am Königl. ga Hofe, Konstantin Mussurus, ist zum Gesandten und bevolla Minister daselbst befördert worden und wird sich binnen seinen Posten zurückbegeben.
Durch einen Beschluß der Pforte sind die in der Türkz nenden französischen Journale einer Censur unterworfen won
Handels- und Börsen⸗Nachrichten.
Auswärtige Börsen.
Amsterdam, 2. Mai. Niederl. wirkl. Sch. 59 ½. 5 % 3 % do. —. Pass. —. Zinsl. 5 ½. Preuss. Pr. Sch. —. 4 % Russ. Hope 89 ½.
Antwerpen, I. Mai.
Frankfurt a. M., 3. Mai. 1890. 87. Bayr. Bank-Actien —. Hope 88 ½ Be. Poln. 300 Fl. 96 ⅛. 95 ⅞. do. 500 Fl. 81 ½. .
IIamburg, 4. Mai. Bank-Aectten 1590 nc. Engl. Russ. 1072
London, I. Mai. Cous. 3 % 96¼. ½. Belg. 96 ¼ 95 ½. Neue Aul. Passive 5 ½ ½. Ausg. Sch. 16 ½. 15 ½. 2 ½ % noll. 59 ¼ 5. 4 % do.] Neue Port. 58. 56. Engl. Russ. 111. 110. Bras. 83. 81. chil 97.]9¼ 32 ½. 31 ½. Peru 37 ½. 36 ½.
Wien, 2. Mai. 5 % Met. 112. 4 % do. 101. 3 % 75. Actien 1558. Aul. de 1834 153 ¼. 4c. 1839 121 ½⅜. Nordb. 189 ¾. Gl. Mail. 120. Livorn. 112 ½. Pest. 101 ½. Badw. —.
Ausg. —.
Zinsl. —. Neue Aul. 21. 5 % Met. 112 ½⅛ G. Bank - 40 Stiegl. 87 ¾ Br. Int.
Königliche Schauspiele.
Donnerstag, 7. Mai. Im Opernhause. 78ste Schausy Abonnements⸗Vorstellung: Wilhelm Tell, Schauspiel in; von Schiller. (Herr H. Schneider, vom Stadttheater zu . Arnold von Melchthal, als erste Gastrolle.) Anfang 6 Uh⸗
Die Opernhaus⸗Abonnements sind nach §. 7 der b Kontrakte an diesem Tage nicht gültig; dagegen wird das S haus⸗Abonnement zu der Vorstellung: Wilhelm Tell, in de haus übertragen.
Zu dieser Vorstellung werden Billets zu den gewöhnliche haus⸗Preisen verkauft.
Im Schauspielhause: 63ste französische Abonnements⸗Vorf Gabrielle, ou: Les Aides-de-camp, comédie-vaudevi actes, par MM. Ancelot et Pau Duport. Le tyran semme, vaudeville en 1 acte, par MM. Bayard et Reg.
Freitag, 8. Mai. Im Schauspielhause. 79ste Abom Vorstellung: Egmont, Trauerspiel in 5 Abth., von Göthe von Beethoven. (Herr H. Schneider: Graf Egmont.)
Ksöbnigsstädtisches Theater. Donnerstag, 7. Mai. Zum erstenmale wiederhobt: Vorstellung der Araber⸗Kabylen aus der Wüste Sahara, Abtheilungen. Erste Abtheilung nach dem zweiten, zweite A. nach dem vierten Akt des Stücks. Dazu: Der Pariser Tamp
Lustspiel in 4 Akten. (Mad. Julius: Louis, als Gastrolle.)
n Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen. Im Selbstverlage der Expedition. Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdrucke
ZZͤͤͤͤͤͤͤqqqäqq—
tungen umgetauscht werden. Köln, den 14. März 1846.
Die Direction. Hirte, Spez.⸗Dir.⸗Subst.
AII ge meiner An zeige r.
gegen die von uns vollzogenen förmlichen Actien⸗Quit⸗
- 3 8 S am 1. Juli dieses Jahr bei der Haupt⸗Cassa der Unternehmung in Wien, obere Bäckerstraße Nr. 751 „ Pesth, bei der Pesther Ung. Komme
8 Berlin, bei den Herren H
as Abonnement beträgt:
“ zusammen Dreitausend Thaler Courant ver⸗ macht. Da diese Legatarien den Personen und dem Aufent⸗ halte nach nicht bekannt sind, so wird solches nach Vor⸗ schrift der Gesetze hierdurch öffentlich bekannt gemacht. Berlin, den 28. April 1846.
18 Königliches Stadtgericht hiesiger Residennz..
19390] 8 Stadtgericht zu Berlin, den 20. April 1840. Das in der Landsbergerstraße sub No. 1 A belegene, im Hypothekenbuche Vol. 38. No. 2411. verzeichnete Körnersche Grundstück, gerichtlich abgeschätzt zu 15,237 Thlr., soll
am 2. Dezember 1846, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.
Nothwendiger Verkauf.
[391] Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 23. April 1846. Das dem Schankwirth Heinrich Anton Boese gehö⸗ rige, in der Neuen Königsstraße Nr. 44 belegene und im Hypothekenbuche von der Königsstadt Vol. 17. No. M1279 eingetragene Grundstück, gerichtlich abgeschätzt zu 5175 Thlr. 17 Sgr. 6 Pf., soll am 1. Dezember 1846, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen. Die dem Aufenthalte nach unbekannte Real⸗Gläubi⸗ gerin Wittwe Küpcke, Charlotte Friedrike, geborene Geister, wird hierdurch öffentlich vorgeladen.
[82 b]
sische Eisenbahn. Die Herren Actionaire
der Oberschlesischen Ei⸗ senbahn⸗Gesellschaft wer⸗
den zu der Mitt⸗ woch den 27. Mai d. J.,
Nachmittags 3 Uhr, m hiesigen Börsen⸗Lokale stattfndenden dies sährigen
ordentlichen General⸗Ver⸗
sammlung hierdurch ergebenst eingeladen.
Außer den im §. 24. des Statuts bezeichneten Ge⸗
Diejenigen der Herren Actionaire, welche dieser Ge⸗ neral⸗Persummlung beiwohnen wollen, haben in Ge⸗ mäßheit des §. 29. des Gesellschafts⸗Statuts spätestens am 26. Mai im Central⸗Büreau der Gesellschaft auf dem hiesigen Bahnhofe ihre Actien zu produziren oder deren am dritten Ort erfolgte Niederlegung glaubhaft nachzuweisen und zugleich ein doppeltes Verzeichniß der Nummern derselben zu übergeben, von denen das eine urückbleibt, das andere mit dem Siegel der Gesell⸗ schaft und dem Vermerke der Stimmenzahl versehen als Einlaßkarte dient.
Durch die im abgewichenen Jahre stattgehabte Er⸗ öffnung unserer Bahn bis Königshütte hatten sich die Arbeiten unserer Administration zum Schluß des Jah⸗ res so gehäuft, daß wir genöthigt worden sind, die Ge⸗ neral⸗Versammlung um einen Monat später, als sol⸗ ches statutenmäßig angeordnet ist, zu berufen.
Breslau, den 1. April 1846.
Der Verwaltungs⸗Rath der Oberschlesischen Eisenbahn⸗ 8 Gesellschaft.
Rheinische Eisenbah [219 b] Gesellschaft. Bekanntmachung.
8
Die Inhaber von Prio⸗ ritäts⸗Stamm⸗Actien unserer Gesellschaft wer⸗ 1 88 den hierdurch aufgefor⸗
h . dert, die
Nafunfte Einzah⸗ lung von 10
oder 25 Thaler per Actie
längstenes bis zum
8 28 von welchem Tage die neuen Partial⸗Quittungen lau⸗ ten werden, entweder bei uns selbst, oder bei den Herren:
J. D. Herstatt,
S. Oppenheim jr. & Co., chaaffhausen, .Stein, gr , in Aachen,
ohn & Co.
A. H. Heymann L Eo., in Berlin, zu leisten. Die Partial⸗Quittungen über die vierte Ein⸗ zahlung sind zugleich mit einzuliefern, da die neuen Quittungen über 50 ℳ lauten werden. Die vorgenann⸗ ten Bankhäuser werden über die empfangenen Zahlun⸗ gen Interims⸗Quittungen ertheilen, welche demnächst
in Köln,
9
Verein für Pferdezucht und
1871 1“ Pferdedressur.
Montag, den 18. Mai, Nachmittags 6 Uhr, Jeg im Lokale des Herrn Stallmeisters Seeger eine Gene⸗ ral⸗Versammlung statt. Berlin, den 4. Mai 1846. Direktorium des Vereins für Pferdezucht. [370 b] Berliner Verein für Belebung und Ver⸗ besserung der Gebrauchs⸗Pferdezucht. Diejenigen Herren, welche die Güte gehabt haben, Zeichnungen von Actien und Beiträgen zu sammeln, werden ergebenst gebeten, die Original⸗Subskribenten⸗ Listen, insofern dieselben nicht schon abgeschickt sind, bis spätestens den 12ten d. Mts. dem Unterzeichneten zu⸗ gehen zu lassen. Berlin, den 4. Mai 1846. Der Kommerzien⸗Rath F. W. Behrendt, MNeuue Schönhauserstraße Nr. 9.
1“
Soolbad Koesen bei Naumburg
[364 b] a. d. Saale.
Die hiesige Bade⸗Anstalt, in welcher, außer Soolbä⸗ dern, auch Sool⸗Dunst⸗, russische und andere künstliche und Wasser⸗Bäder genommen werden, wird zum 15. Mai d. J. eröffnet.
Der Bade⸗Inspektor Kettner wird auf portosreie Briefe über die etwa gewünschten Badewohnungen sehr gern Auskunft ertheilen und die diessälligen Aufträge prompt erfüllen. Koesen, den 6. April 1846.
[368 b]
Kundmachung
an die Herren Actionaire der Ungarischen Central—
Eisenbahn.
Die Herren Axctionaire werden hiermit ersucht, die
7 fünfte statutenmäßige Raten⸗ Ezahlung p. zehn Percent
mit 25 Fl. C.⸗Mze. für jeden Interims⸗Partial⸗Schein zu G 250 Fl.
v oder auch in Leipzig, bei den Herren Dufou der & Co., zu leisten.
Preßburg, den 28. April 1846.
Von der Direction der Ungar. Central⸗Eise
[389] Bekanntmachung.
Die Güter Sadlogosz und Zalesie, wovon! ein besonderes Folium im Hypothekenbuche se zwischen Pakosz und Barein an der Netze 1 biner Kreise, von der Departements⸗Stadt? 4 Meilen entfernt liegt, sollen von Johanm Wege der Submission einzeln, so. wie auch im auf 6 nach einander folgende Jahre verpachtet Fall sich ein annehmbarer Käufer findet, verkauf
Sadlogosz hat ein Areal von 1916 Mon 3Ruthen, 1254 Morgen reinen Acker, 170
rößtentheils Saumwiesen, 267 Morgen Feoc
orgen See. Das Uebrige sind Gärten und außerdem aber 9 regulirte Bauern, welche 1 Windmühle und der Sommerfischerei über 20 baare Gefälle jährlich an Renten zu entrichten Die öffentlichen Abgaben von beiden Gütern nicht über 50 Thlr.
Kirchen⸗Kapitalien, so wie Legationen ad pora, sind nicht eingetragen und blos Pfandb⸗ auf radizirt.
Zalesie hat ein Areal von 1943 Morgen 11 then, 1094 Morgen 137 ◻ Ruthen reinen Ach Morgen 122 ◻Ruthen größtentheils Saumwieg Morgen Hütung, 13 Morgen Gewässer, 465 Forst. Das Uebrige sind Gärten und Wege. sind in diesem Gute nicht vorhanden. 2
Diese beiden Güter, welche mit Vieh und † ventarium hinreichend besetzt sind, sollen von¹ auf 6 nach einander folgende Jahre verpa⸗ Ganzen oder auch einzeln, im Wege der Se ohne Einmischung eines Dritten, entweder oder verkauft werden. Zum Kauf wird für secehh einzeln 15000 Thlr. Angeld verlangt.
Bromberg, 4. Mai 1840. 6
Guderit Suͤsiixash
[372 b] Une dame française désir donner des les grammaire et de conversation. Le prix enti . — e br J'Iotells Adr. sous Litt. S. No. 136. au Comtolr d'fg
rte 1 N z uu fuh P heete, n
I11 ünnslach mimmg t Ijumg 5lln g. uch 0I 998 z8usrD nnm 4 chob
E11“
8nen h a Bang
2 kthlr. für ¼ Jahr. 4 Rthlr. ¼ Jahr 8 Rthlr. - 1 Jahr. len Theilen der Monarchie ohne Preiserhöhung. ertions-Gebühr sür den einer Zeile des Allg. Anzeigers 2 Sgr.
in ancher 829 —g
z8 5 2 2
181155
bIö6“
ET1.“ I
„ — 8 ₰ 2 ——
E5
2
2 nh utunggucs aü en nidalaghtr munasnatnrzgnch Iarnnh 8a 651922 ng wn90 ahs, mn unn hnngire C ,4 hns emh hon zmtr g ürttmheanpyp ut süerkhk.. u 2a .928 ⸗ mimm̃.7
A17
u 6ni. greR nün 2131018 4 pent 20
afft 22 11411A““ “
Ale post-Anstalten des In⸗ und emhwee S Auslandes nehmen Bestellung
uauf dieses Hlatt an, für Herlin die Expedition der Allg. Preuß. “ Zeitung: F Friedrichsstraße Nr. 72. Ghren zuts Momelaur Neeam
Sgaus s nmauunnm Hgamhvetunre
₰
s s 1 341 8
E“
1ö“ II1““;
vern Inhalt. icher Theil. und. Berlin. Die evangelische General-Synode. tsche Bundesstaaten. Königreich Hannover. Besuch bei fe. — Audienz. — Großherzogthum Baden. Die Stände⸗Ver⸗ mlung. — Großherzogthum Oldenburg. Militairschule. kreich. Paris. Hof⸗Nachrichten. — IJbrahim Pascha im Palast Luxem⸗ urg. — Infant Henrique und Narvaez. — Entscheidung der Sache Advokaten Ledru. — Vermischtes. — Schreiben aus Paris. (Nach⸗ sen aus Algier.) ßbritanien und Irland. London. Hofnachricht. — Pensio⸗ für die Lords Hardinge und Gough. — Die Bill wegen Abschaf⸗ g der Straf⸗Bestimmungen gegen Dissidenten im Oberhause. derlande. Aus dem Haag. Annahme des Gesetzes über den einschifffahrts⸗Vertrag mit Frankreich. 11 ien. Repräsentanten⸗Kammer. Diskussion des Delhoungne⸗ in Antrages. — Brüssel. Budget⸗Diskussion. — Das Ministe⸗ nach der Abstimmung. — Zunahme der Schifffahrt im Hafen von werpen. jien. Neapel. Begnadigungen. nien. Madrid. General Oribe verbannt. — Anleihe. — Nach⸗ en aus Galicien. — Geburtsfest der Königin Mutter. — Von der nischen Gränze. Villalonga in Lugo. en. Beirut. Zustand des Libanon. nbahnen. Schreiben aus Frankfurt a. M. dels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Berlin u. Frankfurt a. M. se. — Schreiben aus Amsterdam. (Börsen⸗ und Marktbericht.)
brei ersten Bände der neuen Ausgabe von Friedrich's des Großen
ken Sr. Majestät dem Könige Friedrich Wilhelm IV. dargebracht. — er Heiz⸗Apparat.
“ II . .“ 4
— 3 E
Berlin, den 7. Mai. 8881
Se. Majestät der König haben den an Allerhöchstihrem Hof⸗ bisher beglaubigt Kurfürstlich hessischen außerordent⸗ Gesandten und bevollmächtigten Minister, Freiherrn von Dörn⸗ „am 30sten v. M. im Schlosse zu Potsdam zu empfangen und einen Händen das Schreiben Sr. Hoheit des Kurprinzen und genten, welches ihn von diesem Posten abberuft, entgegenzuneh⸗
2 Großherzogl. Hoheit der Prinz Karl von Hessen und Rhein ist nach Darmstadt abgerest. b
““
Bei der heute angefangenen Ziehung der 4ten Klasse 93ster l. Klassen⸗Lotterie fiel 1 Hauptgewinn von 20,000 Rthlr. auf 2,943 in Berlin bei Burg; 3 Gewinne zu 2000 Rthlr. fielen dr. 49,124. 55,907 und 64,782 nach Bunzlau bei Appun, Lan⸗ ze bei Belz und nach Tilsit bei Löwenberg; 35 Gewinne zu Rthlr. auf Nr. 647. 3272. 8010. 8502. 16,783. 23,249. 0. 32,052. 32,480. 33,001. 35,872. 38,110. 38,166. 38,888. 0. 44,987. 45,858. 49,241. 51,241. 52,251. 53,002. 57,413. 60,104. 64,479. 66,582. 66,705. 67,473. 68,737. 5. 73,206. 73,389. 73,806. 74,220 und 82,941 in Berlin urg, 2mal bei Matzdorff und 5mal bei Seeger, nach Bonn aast, Breslaun 2mal bei Bethke, bei Gerstenberg, bei Holschau mal bei Schreiber, Bromberg bei George, Cöln bei Reimbold ei Weidtmann, Danzig bei Rotzoll, Frankfurt bei Salzmann, erstadt bei Sußmann, Jüterbogk 2mal bei Apponius, Königsberg
Berlin, Freitag den 8 en Mai
in Pr. 2mal bei Borchardt und bei Samter, Magdeburg bei Brauns und 2mal bei Roch, Minden bei Wolfers, Stettin 2mal bei Wilsnach, Wesel bei Westermann, Wittenberg bei Haberland und nach Zeiz bei Zürn; 36 Gewinne zu 500 Rthlr. auf Nr. 1739. 9085. 13,214. 14,108. 19,280. 21,497. 21,698. 22,059. 23,787. 25,834. 26,825. 27,538. 28,909. 32,356. 39,348. 39,982. 41,768. 44,257. 48,025. 48,749. 50,271. 56,721. 58,274. 60,734. 61,367. 64,358. 66,351. 67,973. 69,724. 72,636. 76,877. 77,435. 80,894. 83,979. 84,247 und 84,513 in Berlin bei Alevin, bei Aron jun., 2mal bei Burg, bei Marcuse und 5mal bei Seeger, nach Aachen bei Kirst, Barmen bei Holzschuher, Breslau bei Gerstenberg, 2mal bei Holschau und 2mal bei Schreiber, Cöln bei Reimbold, Danzig 2mal bei Rotzoll, Halle bei Lehmann, Königsberg i. Pr. bei Borchardt und bei Friedmann, Liegnitz bei Leitgebel, Magdeburg bei Brauns, bei Büchting und bei Elbthal, Merseburg 2mal bei Kieselbach, Naum⸗ burg bei Vogel, Neisse bei Jäkel, Posen bei Pulvermacher, Siegen bei Hees, Stettin bei Rolin und bei Wilsnach und nach Stralsund bei Claussen; 57 Gewinne zu 200 Rthlr. auf Nr. 1989. 11,081. 11,618. 14,141. 14,584. 14,622. 15,802. 15,806. 15,903. 17,032. 17,542. 19,370. 22,319. 23,552. 24,216. 24,878. 27,293. 27,911. 28,063. 29,858. 31,837. 32,992. 35,718. 36,158. 37,556. 37,569. 41,702. 44,327. 44,484. 47,025. 48,226. 51,203. 53,967. 54,457. 54,813. 58,326. 59,800. 62,128. 65,040. 69,742. 70,899. 71,075. 71,120. 72,331. 73,299. 73,624. 75,215. 76,606. 76,971. 77,074. 77,194. 78,709. 80,174. 81,810. 82,196 und 83,817. F-. Berlin, den 7. Mai 1846. “““ Koönigl. General⸗Lotterie⸗Direction. C1“ “]
Bekanntmachung.
Vom 1. Mai d. J. an sind zwischen Halle und Kassel, unter gleichzeitiger Aufhebung der auf dieser Route bestandenen Post⸗Ver⸗ bindungen, folgende Posten eingerichtet worden:
1) eine tägliche Personenpost zwischen Halle und Kassel: ZZaaus Halle täglich 3 Uhr Nachmittags, nach Ankunft des ecxceersten Dampswagenzuges von Berlin,
durch Eisleben 6 ½ bis 7 ½ Uhr Abends, E“
durch Nordhausen 1 ¾ bis 2 ⅛ Uhr früuhk,f
durch Heiligenstadt 7 ¾ bis 8 ¾ Uhr früh, in Kassel täglich 4 Uhr Nachmittags; 1
retour: bZaaus Kassel täglich 8 Uhr früh, 4s durch Heiligenstabt 4 ⅛ bis 5 ½ Uhr Nachmittags, durch Nordhausen 11 bis 11 ½ Uhr Abends, 1 durch Eisleben 6 ½ bis 6 ¾¼, Uhr früh, 68 in Halle täglich 10 ¾ bis 10 ½ Uhr Vormittags, zum An⸗ schluß an den zweiten Dampfwagenzug nach Berlin ꝛc.; eine tägliche Personenpost zwischen Halle und Nordhausen: haus Halle täglich 8 ½ Uhr Abends, nach Ankunft des letz⸗ ten Dampfwagenzuges von Berlin ꝛc., durch Eisleben 12 ¼ bis 12 ½ Uhr Nachts,
in Nordhausen täglich 7 ½⅞ Uhr früh; 8
retour:
aus Nordhausen täglich 6 ½ Uhr Abends, m mimk . 1
durch Eisleben 2 ½ bis 2 ¾ Uhr früh, in Halle täglich 5 ⅓ bis 5 ¾ Uhr früh, zum Anschluß an den ersten Dampfwagenzug nach Berlin ꝛc. Das Personengeld ist festgestellt worden: bei der Post zu 1, welche von Conducteurs begleitet wird, auf 6 Sgr. pro Person und Meile, bei der Post zu 2, bei welcher Conducteur⸗Begleitung 8 nicht stattfindet, auf 5 Sgr. pro Person und Meile, wofür jeder Passagier 30 Pfund Gepäck frei mitnehmen kann.
Berlin, den 6. Mai 1846. 8
berufenen Provinzial⸗Synoden.
“]
.dian 14 . Att urgre s g mse e bern 2 8 18 4 6
Kpeimna
Abgereist: Der Fürst zu Lynar, nach Drehnä.
Se. Excellenz der Kurfürstl. Hessische Staats⸗Minister der aus⸗ wärtigen Angelegenheiten und des Kurfürstlichen Hauses, Freiherr von Dörnberg, nach Kassel.
Der Ober⸗Präsident der Provinz Brandenburg, von Meding, nach der Altmark.
AUAiicchtamtlicher Theil. “
8E1 I
Inl and.
Berlin, 7. Mai. Die Zustände der evangelischen Kirche des
Landes haben bereits seit einer Reihe von Jahren die besondere Auf⸗ merksamkeit ihrer erhabenen Schutz⸗ und Schirmherren auf sich ge⸗ zogen. „Schon im Jahre 1802 erforderten des Hochseligen Königs Ma⸗ jestät von der damaligen obersten Kirchen⸗Behörde des Landes, dem Ober⸗Konsistorium, ein umfassendes Gutachten „über die Verbesserung des Religionszustandes in den Königl. preußischen Ländern“. Die in diesem Gutachten enthaltenen Vorschläge wurden auch, so weit es die damaligen Verhältnisse gestatten wollten, in einzelnen Anordnun⸗ gen mehrfach benutzt. Das Unglück des Jahres 1806 unterbrach die weitere Verfolgung jener Pläne. Nach der wieder errungenen Selbst⸗ ständigkeit des Landes aber wurden auch die Bedürfnisse der Kirche neu ins Auge gefaßt. Eine besondere Kommission, aus den geachtet⸗ sten Geistlichen des Landes gebildet, wurde niedergesetzt und zu Vor⸗ schlägen aufgefordert über die kräftigere Belebung der Kirche in allen ihren Beziehungen. An die Vorschläge dieser Kommission knüpfte sich die Wiederherstellung der Konsistorien als evangelischer Kirchen⸗ Behörden und die Einrichtung von Kreis⸗ und Provinzial⸗Synoden mit der Aussicht auf eine künftige allgemeine Landes⸗Synode als be⸗ rathende Organe der Kirche.
Diese von des Hochseligen Königs Majestät gehegten Pläne
wurden nach dem Hingange des verewigten Monarchen von des jetzt
regierenden Königs Majestät in einem das wachsende Leben der evan⸗ gelischen Kirche in allen seinen Beziehungen umfassenden Geiste auf⸗ genommen und weiter gefördert.
Im Jahre 1843 wurde eine besondere Berufung von Kreis⸗ synoden angeordnet, in welchen, den bestehenden Einrichtungen gemäß, die Geistlichen der einzelnen Diözesen unter dem Vorsitze ihres Su⸗ perintendenten über die Bedürfnisse der Kirche beriethen. Ihre Be⸗ rufung erfolgte, wie der desfallsige Ministerial⸗Erlaß vom 10. Juli 1843 verkündet, in der Ueberzeugung, „daß die evangelische Kirche, wenn ihr wahrhaft und dauernd geholfen werden soll, nicht nur von Seiten des Kirchenregiments geleitet, sondern vornehmlich aus eigenem, inneren Leben und Antrieb erbaut sein will“, und in der Anerkennung, daß vorzüglich die Synoden, „wenn auch zur Zeit nur aus geistlichen Mitgliedern bestehend, als diejenigen kirchlichen Organe zu betrachten seien, von welchen die Vorschläge für eine bessere Gestaltung und Entwickelung der kirchlichen Verhältnisse angeregt und vorbereitet werden können.“
Diese Kreis⸗Synoden sind, der ihnen gestellten Aufgabe gemäß, bemüht gewesen, zunächst ein klares Bild von dem Zustande der kirchlichen Gemeinde⸗Verhältnisse in ihren Kreisen zu entwerfen, dann aber zu Vorschlägen übergegangen, wie und mit welchen Mitteln eine Besserung der wahrgenommenen Mängel zu bewirken sei.
Treu dem Prinzip, eine Fortentwickelung der Kirche aus inne⸗ rem Leben und Antrieb zu pflegen, wurden die Gutachten der Kreis⸗ Synoden in ihrer vollen Integrität bewahrt und der Verarbeitung auf einer höheren Stufe synodaler Berathung überwiesen.
Dies geschah durch die am Schlusse des Jahres 1844 zusammen⸗ Als Theilnehmer an denselben wur⸗
im
von 1 Friedrich's des Großen Werken r. Majestät dem Könige Friedrich Wilhelm IV. dargebracht.
die drei ersten Bände der neuen Ausgabe von Friedrich's des Len gesammten Werken, welche an den Stufen des Thrones am heu⸗ Tage dankbar dargebracht worden, haben, außer ihrem inneren Werthe, ine ganz besondere Zeitbedeutung. s sind nämlich gerade hundert Jahre her, daß König Friedrich, der 1746 vollendeten Histoire de mon temps, seine Mé- es de Brandebourg zu schreiben begann. bchon der große Kurfürst hätte gern im Jahre 1650 schon, als er sten brandenburgischen Historiographen berief, eine „complette rie des ganzen Chur⸗ und fürstlichen Hauses Branden⸗ gehabt; aber die Gelehrten der Heimat beschäftigten sich noch nicht egenständen dieser Art; deshalb wurden meist Fremde: Joachim rins aus Polen, Martinus Schoockius aus Holland, Jean⸗ iste de Rocoles und Samuel Baron von Pufendorf zu riographen von Brandenburg ernannt. Sie erfüllten ihre be nicht; doch verdanken wir dem aus Schweden berufenen Gelehrten derweitig sehr berühmtes Werk. önig Friedrich I., welcher die von ihm gestiftete Societät der Wis⸗ sten ausdrücklich auf die Erforschung der vaterländischen „weltli⸗ und Kirchen⸗Historie“ hingewiesen hatte, ernannte ebenfalls ographen, unter ihnen berühmte und wohlverdiente Männer, wie ried Arnold und Johann Peter von Ludewiz. Ludewig eibniz, welcher nur aus äußeren Gründen Pufendors's Nachfolger ewenburgischer Historiograph nicht werden lonnte, schrieben erfolgreich 6 echte und Ansprüche des berliner Hofes; aber eine brandenbur⸗ Geschichte wurde auch jetzt noch nicht verfaßt. sent Friedrich Wilhelm J., dessen Regententugenden nie genug den, ind, begünstigte im Allgemeinen die Wissenschaften nicht; doch Hen⸗ Geschichte seines Hauses und seines Landes wohl am Herzen: Each sollte auf den historischen Unterricht des Thronerben ganz be⸗ b⸗ verwendet werden. Dem Präsidenten der Akademie der Wis⸗ deLeinber, dem Boron Jacvb Paul von Gundling, wurden die seöffnet und die Druͤckkosten zu seinen Geschichtswerken bewilligt.
——
Einige andere, in der Nähe des Monarchen lebende Gelehrte: David Fassmann, Hofrath Morgenstern, Baron von Pöllnitz wurden seine Biographen, und der Kalligrabh Hilmar Curas in Berlin ward 1723 unser erster historischer Schriftsteller für die Schule.
Wenn man diesen dürftigen Anfang der brandenburgischen Geschichte recht erwägt; so muß man die Mömolres de Bran debourg König Friedrich's des Großen mit dankerfülltem patriotischen Herzen auch als die erste epochtmachende brandenburgische Geschichte rühmen. Das ist auch vormals schon entschieden ausgesprochen worden von dem würdigen Propst Süßmilch, welcher seine Vorrede zu Samuel Buchholtz' bran⸗ denburgischer Geschichte, 1765, mit den Worten beginnt: „Sollte man es wohl fast für möglich halten, daß es den brandenburgischen Lan⸗ den bis auf jetzige Zeiten an einer vollständigen, zusammenhängenden, wah⸗ ren, von Fabeln gereinigten und kritischen Geschichte sollte gefehlt haben, und daß unsere Gelehrte und Geschichtschreiber allererst durch das Beispiel ihres Durchlauchtigsten Fürsten und Landesherrn zu einer gleichen Unternehmung und Nach⸗ folge hätten müssen gereizet werden?“
Also sahen die Monarchen von Brandenburg⸗Preußen, ehe die Gelehr⸗ ten, die Schulen und das Volk auch nur eine Ahnung von dem Segen der Regenten⸗ und Landesgeschichte hatten, diesen Segen mit demselben hellen Blicke ein, mit welchem sie, von ihrem weiteren Gesichtskreise aus, auch in anderen Sphären die Führer ihres Volkes wurden.
Deshalb darf es wohl als eine willkommene Gunst der Gelegenheit betrachtet werden, daß die Wissenschaft heute, wie zu einem historischen Ju⸗ belfeste, drei historische Bände der neuen Ausgabe von des großen Königs Werken, zu seiner und zu seiner Ahnherren Ehre, dem Königl. Enkel, der in dem Geiste seiner Ahnen die Wissenschaften hegt und diese monumen⸗ tale, echte und vollständige Ausgabe von König Friedrich's gesammten Werken, die Prachtausgabe mit reicher artistischer Ausstattung, unter seinen Augen besorgen läßt, dankbar darzubringen gewürdigt ward: die Mé- moires de Brandebourg, als die 9 in einem würdigen und edlen Style geschriebene brandenburgische Regenten⸗ und Kultur⸗Geschichte, und die Histoire de mon tempso, welche als ein erhabenes Meisterwerk der Geschichtsschreibung überall anerkannt und gepriesen wird.
Berlin, den 7. Mai 1810.
81 J. D. E. Preuß6,
8½
Königlicher Historiograph.
Neuer Heiz⸗Apparat.
Augsburg. (Allg. Ztg.) Mechaniker Firmus Sturz aus Kemp⸗ ten hat eine Maschine erdacht, durch welche man in mehreren größeren und kleineren Gebäuden, sie mögen dicht neben einander siehen oder 100 bis 3000 Fuß von einander entfernt sein, sämmtliche Lokalitäten nach einem erwünschten Wärmegrad heizen, die Wärme rasch oder langsam herbeifüh⸗ ren und bis auf 110° N. oder mehr steigern kann.
An derselben Maschine befindet sich eine Vorrichtung, durch welche der einströmenden Luft nach Bedürfniß des Gebrauches ein beliebiger Grad Feuchtigkeit, und zwar nach der Skala eines Feuchtigkeitsmessers gegeben werden kann. Auf diese Weise wird ohne weitere Mühe Wärme und Feuch⸗ tigkeit den ganzen Tag über gleichmäßig erzeugt, da die Maschine nach der Skala sich jeden Augenblick selbst regulirt. Mit zwei Scheitern harten Holzes, welches klein gespalten wird, können 42 Räume, jeder zu circa 2000 Kubikfuß oder 84,000 Kubiksuß Raum bei einer Kälte von 00 R. in weniger als 4 Minuten auf 15° R. erwärmt und durch 8 bis 10 solcher Scheiter den ganzen Tag über in gleicher Temperatur erhalten werden; denn die hierzu erforderliche Maschine mittlerer Größe liefert in einer Se⸗ kunde 25½6 Kubikfuß oder in einer Minute 171 ⅜ Kubikfuß heiße Luft von 45°R., welche, mit obigen 84,000 Kubikfuß kalter Luft vermengt, die angegebene Zeit und bei größerer Kälte höchstens 5 bis 6 Minuten bedarf, um sich auf 15 ° R. oder die gewöhnliche Zimmerwärme zu reduziren. — Die Maschine kann aber auch für einen doppelt so großen Raum oder ganz einfach und klein für 4 bis 6 Zimmer konstruirt werden. Statt Holz köunen mit Vortheil Steinkohlen verwendet und Back⸗ oder einfache Kocheinrichtungen ganz leicht damit in Verbindung gebracht werden. Es wird Niemand verkennen, von welchem Nutzen und Vortheil die Anwendung eines solchen Heiz⸗Appa⸗ rats für größere und weit ausgedehnte Gebäude, z. B. für Kasernen, Fa⸗ briken, Arbeitshäuser, große Schul⸗Anstalten u. dgl. sei, besonders wo eine, wenn auch ganz geringe und kurzandauernde bewegende Kraft vorhanden ist, welche hier eben so wie bei dem Apparate des Freiherrn von Hügel in Wien (S. Allg. Pr. Ztg. Nr. 102 und die Berichtigung in Nr. 124) erforderlich ist. n Hg 8
8—