12. August 1845 in Leipzig stattgefundenen Verwundungen un Töd⸗ tungen vom kompetenten Untersuchungsgerichte das diesfallsige Sach⸗ und Rechtsverhältniß legal erörtert und der Gebühr Rechtens allent⸗ halben nachgegangen werde, welcher Antrag mit Beziehung darauf, daß in dem Instanzgesetze vom 28. Januar 1835 disponirt ist: „„ver⸗ moöge der Ober⸗Aufsicht über die IJustizpflege hat das Justiz⸗Mini⸗
sterium darauf zu sehen, daß Verbrechen nicht ununtersucht bleiben, und daß die Untersuchung gehörig geführt werde““, wohl begründet erscheint.“
Königreich Hannover. Aus den Verhandlungen über den An⸗ trag wegen Wiedereinführung der Oeffentlichkeit der ständischen Berathungen (deren Schluß⸗Resultat bereits in Nr. 129 der Allg. Preuß. Ztg. mitgetheilt worden) in der Sitzung der ersten Kammer der Stände⸗Versammlung vom 4. Mai heben wir Folgendes heraus: Ein Redner bemerkte unter Anderem: „Als er von dem Antrage auf Herstel⸗ lung der Oeffentlichkeit Kunde erhalten, sei er zuerst zweifelhaft darüber gewesen, ob nicht demselben eine Tendenz unterliegen möchte, welcher Vor⸗ schub zu leisten er keinesweges geneigt sei. Eine genaue Durchsicht indeß der standischen Verhandlungen habe ihn zu der Ueberzeugung gebracht, daß die Einführung der Heffentlichkeit nicht geeignet sei, das demo⸗ kratische Element auf Kosten des monarchischen Prinzips zu stärten. Ob die Regierung den Beschluß zweiter Kammer genehmigen werde; ob vielleicht auswärtige Einslüsse auf die Entscheidung wirken möchten; das könne er nicht wissen. Jedenfalls aber sei der gegenwärtige Zeitpunkt für die Einführung der Oeffentlichkeit am geeignetsten. Jetzt werde als ein Ge⸗ schenk der Regierung von ganz Deutschland anerkannt werden, was viel⸗ leicht in späterer Zeit von ihr nicht werde verweigert werden können.“ Ein zweiter Redner: „Er wisse recht gut, daß er etwas Schweres unter⸗ nehme, wenn er gegen die Oeffentlichkeit spreche, für welche sich die allgemeine Stimme, hauptsächlich die Presse, erhebe. Er wolle es nicht gel⸗ tend machen, daß vor zwei Jahren ein ähnlicher Antrag von der Regierung abgelehnt sei, vielmehr auf die inneren Gründe der Sache, wie deren Wichtigkeit solches erfordere, hineingehen. Hier⸗ bei komme es zunächst auf die rechtliche Stellung der deutschen Landstände an. Die hannoversche Verfassung sei ihren Grundlagen nach keine Repräsentativ⸗Verfassung, wo den Vertretern die Pflicht obliege, dem ganzen souverainen, von jedem Einzelnen repräsentirten Volke Rechenschaft abzulegen. Das Wesen der deutschen Landstandschaft beruhe darin, daß die Stände nicht als Vertreter des Volks, sondern kraft ihres eigenen Rechts berufen würden, um nach ihrer besten Einsicht zum Wohle des Landes gewisse ihnen zustehende Befugnisse auszuüben. Dieses Verhältniß trete noch jetzt am deutlichsten bei den Personalberechtig⸗ ten der ersten Kammer hervor; sei aber auch durch die Zusammenziehung aller Ritterschaften zu einer Versammlung nicht verloren gegangen; und müsse als Grund⸗Ansicht selbst da, wo mehrere Wähler konkurrirten, festgehalten werden, indem diese durch das Wahlrecht nicht mehr Recht, sich von der Thätigkeit des Gewählten zu überzeugen, er⸗ langten, als diejenigen, welche hier zu Lande einen Ober⸗Avppellations⸗ Rath wählten, ein Recht hätten, von dessen Arbeiten Kenntniß zu nehmen. Die Oeffentlichkeit, welche mit der deutschen Landstandschast nich ts zu thun habe, sei in schwindeligen Zeiten von Frankreich nach Deutschland gekommen. Dort, wo die Lehre der Volks⸗Souverainetät entstanden, seien die Mitglieder der National⸗Versammlung als Vertreter des regierenden Volkes angesehen. Wie aber letzteres zur Zeit der franzö⸗ sischen Revolution bei den Arbeiten seiner Vertreter sich betheiligt habe; wie gerade die bedeutendsten Talente Opfer der Parteiwuth geworden; das brauche er wohl nur anzudeuten. Einen anderen Grund habe die Oeffent⸗ lichkeit bei den Griechen und Römern gehabt, wo sie unter der Begünsti⸗ gung eines milden Klimas und eines heiteren Himmels das ganze Leben durchdrungen habe. Aehnlich verhalte es sich mit England, wo ebenfalls die Oeffentlichkeit sich nicht auf den Ständesaal beschränke, wo sie in den Gerichtshöfen herrsche und bei allen öffentlichen Geschäftsverhältnissen eintrete, indem das Volt nicht regiert werde, sondern überall sich selbst regiere und seine An⸗ gelegenheiten verwalte. Hier sei sie natürlich. Wolle man dagegen hier im Lande mit den ständischen Verhandlungen beginnen, so heiße das den Bau mit dem Dache anfangen. Wenn für die Oeffentlichkeit angeführt würde, daß sie der Regierung Gelegenheit gebe, die öffentliche Meinung kennen zu lernen, so müsse er dagegen zweierlei erinnern. Auch die öffent⸗ liche Meinung könne sich irren, und die Regierung müsse die Kraft haben, auch gegen dieselbe zu steuern. Dann aber gebe er gar nicht zu, daß die Stände des Landes stets das rechte Organ seien, um die öffentliche Mei⸗ nung kennen zu lernen. Er verweise hier wieder auf das Beispiel Englands. Wende dort ein Deputirter gewählt, so finde eine Volks⸗Versammlung statt; der Kandidat müsse sein politisches Glaubensbelenntniß ablegen; und so erschie⸗ nen die gewählten Deputirten allerdings als die Vertreter der Mebrheit der Wähler, als Organe der öffentlichen Meinung. Ganz anders sei es hier im Lande, wo die Wahl der Deputirten nicht öffentlich stattfinde und nicht mit ähnlichen Manifestationen Seitens der Wähler verbunden sei. Auf der anderen Seite wolle er nicht verkennen, daß die Oeffentlichkeit zut Be⸗ richtigung der Ansichten im Publikum dienen, auch das Vertrauen zu der Regierung befestigen könne, wenn diese tüchtige Vertreter in den Versamm⸗ lungen habe. Eben so wohl aber könne es kommen, daß gerade diese Männer einen zu großen Einfluß der Regierung gegenüber gewönnen. Auch sei es denkbar, daß anders gesinnte Männer solchen Einfluß in den Kammern errängen. Dadurch möchte aber das Selbstregieren des Königs mit der Zeit sehr beeinträchtigt werden. Dies gelte ihm als der hauptsächlichste Grund gegen die Oeffentlichkeit; um so mehr, als die Tendenz zum Gkeichmachen bei den zweiten Kam⸗ mern in Deutschland kein Gegengewicht finde, wie in Frankreich, wo der hohe Wahl⸗Census von 50 Rthlrn. direkter Steuern für den Wäh⸗ ler eine wahre Geld⸗Aristokratie bilde. Fasse man dann das Verhält⸗ niß der beiden Kammern ins Auge, so ständen hier nicht wie in England zwei das ganze Volksleben durchdringende politische Parteien einander gegenüber. Hier stehe Stand gegen Stand, und sehe er in dieser Rücksicht ein bedenk⸗ liches Symptom darin, daß der Beschluß in zweiter Kammer einstimmig gefaßt sei. Ferner wolle er noch daran erinnern, welche Gesetze in den
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Jahren 1832 bis 1837 unter der Herrschaft der Oeffentlichkeit zu Stande gebracht seien. Er erinnere an das Gesetz über die persönlichen direkten Steuern, die Einführung der Einkommensteuer und an die Ablösungs⸗Ord⸗ nung. Dabei wolle er noch bemerken, daß seiner Ueberzeugung nach in der He ffentlichteits⸗Frage von beiden Kammern ein verschiedener Weg nicht eingeschlagen werden könne. Denn wenn man bemerkt habe, daß die Ver⸗ theidiger der Regierung durch die Oeffentlichkeit nicht verlören, so lönne dieser Grund in beschränktem Maße auf erste Kammer passen, und man dürfe mit einem Worte der anderen Kammer dann nicht das Feld räumen. Aber bei dem Allen sei er überzeugt, daß erste Kammer auf diesem Felde sich im Nachtheile befinden würde, da sie oft den Wünschen der Mehrzahl des Volkes nicht werde genügen können. Und wenn Manche nun schon jetzt der Oeffentlichkeit nicht entgegen sein möchten, eben weil die meisten Menschen und die Presse dieselbe empföhlen, so werde ja jeder Wider⸗ stand weit schwieriger, wenn mit voller Namennennung man als dem Strome und den Wünschen des Volkes entgegenarbeitend bezeichnet werde. Und wenn man endlich glaube, eine Partei fuͤr sich irgendwo zu finden, so fürchte er, daß diejenigen, welche solches erwarteten, sich täuschten. Er stimme aus diesen Gründen gegen den Beschluß zweiter Kammer.“ Ein dritter Redner war sür die Oeffentlichkeit; ein vierter dagegen meinte, daß bei der gegenwärtigen Verfassung für die Oeffentlichkeit der rechte Bo⸗ den nicht gefunden werde und die Zustände dafür noch nicht reif seien. Noch ein Mitglied erklärte sich gegen den Beschluß zweiter Kammer. Daß seit 30 Jahren man für die Oeffentlichkeit gewesen, halte er nicht fuͤr ein zureichendes Motiv, wenn innere Gründe dagegen sprächen. Diesem leßte⸗ ren fügte er dann noch hinzu, daß die Oeffentlichkeit der Eitelkeit Nah⸗ rung gebe, zur Verlängerung der Verhandlungen und damit zur Ver⸗ schwendung an Zeit und Kosten führe. Bei der Abstimmung erklär⸗ ten sich 18 Stimmen für, 25 gegen den Beschluß zweiter Kammer.
Freie Stadt Hamburg. (B. H.) Die im Juli v. J. von Rath und Bürgerschaft beschlossene Anleihe von 9 Millionen Mk. Beo. ist, sicherem Vernehmen nach, mit dem hamburger Hause S. Heine und den Häusern Gebr. Schickler und F. M. Magnus in Berlin unter der Benennung hamburgische Staats⸗Prämien⸗Anleihe
abgeschlossen. 1 Oesterreichische Monarchie.
Wien, 3. Mai. (A. Z.) Se. Kaiserl. Hoheit der Erzherzog Johann geht in Auftrag Sr. Majestät des Kaisers zur Begrüßung Ihrer Majestät der Kaiserin von Rußland nach Venedig. Die Kaiserin wird am 8. Abends daselbst eintreffen und von Sr. Kaiserl. Hoheit dem Erzherzog bis nach Salzburg begleitet werden. In Venedig beabsichtigte man, der Kaiserin zu Ehren, einige Feste, namentlich eine Regatta, zu geben.
Der Prinz Peter von Oldenburg gedenkt Wien am 5ten zu ver⸗ lassen und über Prag und Dresden die Reise nach Berlin fortzusetzen.
Am 1. Mai ist der österreichische Botschafter am Hofe der Tuilerieen, Graf Appony, hier eingetroffen; dasselbe Dampfboot, auf dem sich der Graf befand, brachte auch Herrn Nion, den neuen französischen General⸗Konsul für die Donau⸗Fürstenthümer.
Der neuernannte sardinische Gesandte an unserem Hof, Marquis von Ricci, ist in den letzten Tagen hier angekommen.
O Wien, Anfang Mai. Ein zu Anfang d. M. erlassenes und jetzt hier zirkulirendes Dekret der Hof⸗Kanzlei dürfte am besten ge⸗ eignet sein, von dem in Galizien herrschenden Nothstande einen rich⸗ tigen Begriff zu geben, durch Ueberschauung der Unfälle, welche diese Provinz betroffen. Bereits im Frühjahr 1845 wurde, wegen der durch den Eisgang in den San⸗ und Weichselgegenden angerichteten Verheerungen in den westlichen Kreisen Galiziens eine Sammlung milder Beiträge zur Unterstützung der Nothleidenden für den ganzen Umfang der Monarchie angevrdnet. Die Hoffnungen auf die Aerndte des vorigen Jahres wurden ebenfalls getäuscht, indem durch die heftigen Regengüsse des Monats Juli alle Wässer des westlichen Galiziens abermals und zwar zu einer bis dahin unerhör⸗ ten Höhe anschwollen und neuerliche Verheerungen anrichteten, in Folge deren das Elend der Bewohner dieser Kreise den höchsten Grad erreichte. Da die inzwischen in den sämmtlichen Provinzen der Monarchie gesammelten milden Beiträge dem Nothstande zu steuern nicht vermochten, so hatte die Staatsverwaltung, welche ohne⸗ dies durch diese Elementar⸗Ereignisse empfindliche Ausfälle in ihrem Einkommen erlitt, kein Opfer gescheut, um direkt oder indirekt zu hel⸗ fen und durch die Ausführung mehrerer Wasserbauten in den über⸗ schwemmt gewesenen Gegenden, so wie durch Bewilligung von be⸗ deutenden Vorschüssen an den Unterstützungsfonds, die traurigen Fol⸗ gen dieser wiederholten Unglücksfälle thunlichst abzuwenden.
Durch Anwendung derlei außerordentlicher Mittel wurden die verunglückten Insassen der westlichen Kreise in den Stand gesetzt, die Winter⸗Aussaat möglichst zu besorgen, und man hoffte, hiermit auch der schlechten Bestellung der Sommersaat, jedenfalls aber einer et⸗ waigen Hungersnoth bis zur nächsten Aerndte vorbeugen zu können. Leider waren aber nicht nur im Monat Februar abermalige Ueber⸗ schwemmungen des Weichselflusses eingetreten, sondern es hatten sich auch die bekannten politischen und agrarischen Ereignisse ergeben, de⸗ ren vorzüglichster Schauplatz wieder die von den erwähnten Elemen⸗ tar⸗Unfällen heimgesuchten westlichen Kreise Galiziens gewesen sind. Die Hofkanzlei sah sich — wo die täglich einlangenden Berichte über den Mangel an Lebensmitteln aller Art, und besonders an dem für die Sommersaat erforderlichen Getraide, einen sich fortwährend steigern⸗ den Nothstand befürchten ließen — zu eingreifenden Maßregeln und
um dem zerrütteten Wohlstand, sie glaubt aber auch nicht umhin zu Provinzen des Kaiserreichs abermat und fordert daher die Behörden aller Pn rängten westlichen Kreise Galizieng uleiten und Alles aufzubieten, daß sondern die Beiträge au nach Galizien gesendet wa ld Viktualien angekauft und in die
bedeutenden Opfern veranlaßt Landes⸗Insassen aufzuhelfen; nen, die Mildthätigkei Anspruch zu nehmen, zen auf, zum Besten der bed neue milde Sammlung einz nicht nur möglichst ergiebig ausfalle, schleunig als möglich eingeh damit dort für das baare Ge leidenden Kreise verführt werden k
Das unlängst veröff Schritte zur Erleichterung hält, durch Aufhebung einiger Frohnleistun n Beziehung auf Urbarial edrängten Landmanne in der nächsten Zeit man ähren, die durch die ferner noch in Aussicht Verfügungen bald noch mehr erweitert .
Man glaubte allgemein, das Re⸗ an welches nun die betreffende Bill zurückgehen niren, wegen des derselben beige⸗ Es war zwischen den Vereinigten d Mexiko zu vollständigem Bruch gekommen. ikanische Gesandte, Herr Slidell
on die lebhafteste Sensation. de dieselbe nicht sanctio lichen Amendements. . Der nord⸗ ‚ist nach New⸗Orleans zurück⸗
haben ihre Verwunderun ß der Moniteur nicht auch die Glückwun us Anlaß des Namensfestes des Königs Das Journal de
Einige pariser Jourale darüber ge⸗ rt, rede, welche Erzbischof von Paris a 18 6 Ze. Majestät gerichtet, en enthält in diesem Betreff nachstehende Mittheilung eines „Der König hatte am Abend Namenstage den Erzbischof von Paris empfangen, welcher Tuilerieen einfand, Sr. Majestät die bei diesem Anlasse Des Erzbischoss Anrede war n eines solchen Augenblicks,
Kaiserl. Patent, welches die der bäuerlichen Verhältnisse Galizient gen, so wie Aenderumg streitigkeiten, wird ühn
veröffentlicht hat.
Instanzenzuges i Privat⸗Korrespondenten: gewiß dem hartb lei Wohlthaten gew
henden gesetzlichen ömmlichen Huldigungen zu zollen.
ig im Einklange mit den Erfordernisse den Ansichten des Hofes, und auch in Betreff der Form so unan⸗ daß sie Alle, welche sie anhörten, in Erstaunen setzte. sühlte sich sehr verletzt, und während des Abends, inmitten 1 seiner näheren Umgebung, äußerte er viederholten Malen sein Mißfallen und seinen Unwillen.“
Schon vor einiger Zeit war die Rede davon, Marschall Bugeaud e demnächst aus Algerien nach Frankreich zurückkehren. Es heißt, ühle sich leidend und habe selbst das Verlangen geäußert, seine e als General⸗Gouverneur von Algerien aufzugeben. man nunmehr in der That ernstlich mit dem Gedanken umgehe, bereits vor längerer Zeit auf die Bahn gebrachte Projekt zu ver⸗ Algerien in ein Vice⸗Königthum umzuformen und den Aumale in der Eigenschaft eines Vice⸗Königs daselbst zu Der Herzog von Jsly würde das Kommando von Paris lten, an der Stelle des Generals Aupick, welcher nach Metz ver⸗ und mit dem Kommando der Zten Militair⸗Division betraut wer⸗ Der Gehalt des Kommandanten von Paris würde im hältninß zu dem Range des Marschalls erhöht und in gleicher e der Belang seiner Functionen gesteigert werden. Wau der detaschirten Forts um Paris in Angriff genommen e,war die Rede davon, Marschall Bugeaud sei zum Ober⸗Kom⸗ anten über sämmtliche Festungswerke der Hauptstadt bestimmt. Die Pairs⸗Kammer hat gestern den Gesetzentwurf über die chifffahrt s/mit 102 gegen 30 Stimmen angenommen und dann ber die Fischerei zwischen den fran⸗ über die Aushebung von
Kußland und Polen.
Ein Kaiserlicher Ukas von auf die früher erlassene Verfüg Mißwachs heimgesuchten Darlehen über das für die Banken bestimmten bis zur Entrichtung der Schuld! ellt werden sollten, folgende wei deren Schuldenlt sse das für die Banken best
St. Petersburg, April enthält in Bezugnahme der gemäß die G vernements, denen hbältniß hinaus gegeben worden, Administration oder Kuratel gest 1) Die gutsherrlichen Güter,
ner Familie und im Kreise
üter in dem vom
Bestimmungen: Folge der ihnen gemachten Vorschüs Verhältniß überschreitet, Administration zu stellen, für Wiedererstat und mehr als Jahres⸗Rückstand sigkeit der Besitzer die R Versorgung der Bauern zu ergreifen. wird anheimgegeben, vorzugsweise Administration zu verfügen, wolke ber 1834 bestätigten Beschlussa 3) Die Verfügung sschließlich nur dann eintreten, arlehen an Geld oder Getraide der des Schatzes verabreicht w auf die Unterstützungen ausgedehnt w aus dem Kapital der Volks⸗Verpflegrse Orte befindlichen Vorräthen vorgestf die Beitreibung dieser letzteren sind dißge Verordnungen zu beobachten, und 4) 1” el über solche Güter soll mit Umsichts der Volks⸗Verpflegungs⸗Kommission abzutt zu beprüfenden und zu bif und soll solche Kuratel fül if welche diese Maßrege lten vollkommen befriedigg ers als nicht
n den Fällen unter Kurateln daß der Besitzer sich in Beobachtung Darlehen angesetzten Termine säumig, auf dem Gute lastet oder aber egierung sich genöthigt sah, N 2) Den Che in Bezug auf
gen Fahrläs regeln zur Gouvernements oder Beamten zu besorgende Schon als Vorschriften des am 6. Minister⸗Comité's genau Kuratel oder Aministration soll ar die den Gutsbesitzern ertheilten Rechnung der Kredit⸗Anst und diese Maßregel nicht welche den Gutsbesitzern Kasse oder aus den am In Bezug auf für geltenden speziellen Verhängung der Ku. Gemäßheit der von den und vom Ministerium des Innern genden Gutachten verfahren we Güter nicht verfügt werden, in Folge eines von den Komm den Zeugnisses für die Zah bedingt nothwendig erscheint. Durch Kaiserliche Res Pietra Capella, Präsident Königs beider Sicilien, von Bisignano, Ober⸗Hofmeiste Hauses von Sicilien, Vor einigen Tagen st Wirkliche Geheime Rath, K Ministerium, Graf J. Revolution als Husaren⸗ der Kaiserlichen Angelegenheiten eintrat, ter 3 Herrschern mit hohe Auf Vorstellung des der Kaiser befohlen, daß Pässe zu P dort die heiligen Orte zu besuchen, Die Städte Kronstadt, Odessa, Katharinenburg sind durch Ukas vom 1 chte den Haupt⸗Orten der Vorschriften in Betreff des Handels
zu befolgen sind.
noch die Gesetzentwürfe ü hen und englischen Küsten 00 Mann aus der Klasse von 1846 genehmigt. Die Gazette des Tribunauy; meldet: „Die Instruction in g. auf das Attentat von Fontainebleau ist fast beendigt, und kein Zwischenfall mehr die Sache verwickeln sollte, wird diese scheinlich gegen den 20. Mai hin vor die Kommission des Pairs⸗ z, welche die Funktienen als Anklagekammer zu verrichten hat, acht werden. Wie es heißt, ist der erste Präsident, Franck⸗Carré, dem Kanzler dazu bezeichnet worden, im Namen der Instruc⸗ v⸗Kommission den Bericht zu erstatten.“ Die vom General⸗Inspektor Itier aus China mitgebrachten ur⸗ und Industrie⸗Produkte sind im Handels⸗Ministerium zur cht der Industriellen ausgestellt worden. Sir Henry Pottinger, der vormalige General⸗Gouverneur des chen Ostindiens, ist in Paris angekommen. Graf von Labourdonnaye, ein unter der Restauration bekannter omat, starb am Donnerstag plötzlich am Schlagfluß. Unsere Börse war heute durch die Nachricht gedrückt, daß der gr der Vereinigten Staaten die Aufkündigung des Vertrags die gemeinschaftliche Occupation des Oregon⸗Gebietes votirt In französischen Renten war der Umsatz ohue Belang. che Verkäufe dagegen hatten in Eisenbahn⸗Actien statt. Actien 767 50.
x Paris, 6. Mai.
ungssähigkeit des Besitz kripte vom 8. Februar ist dem Man en des Ministerraths Sr. Andreas⸗Orden und dem Fif r und Ober⸗Intendanten des Köniyh Alexander Newski⸗Orden verliehe
arb hier im Alter von 85 Jahan
ammerherr und Rath im answan
Zeit der ersten französsst Offizier nach Rußland kam, hier zuen ann in das Ministerium der
in welchem er 50 Jahre lang
r Auszeichnung diente.
Ministers des Innern hat Se. ilgerungen nach Jerusalem, ltlich ertheilt werden Rybinsk, Kesloff, Jelct 0. April in Hinsicht ald Gouvernements gleich
von Laval, der zur
Armee diente und d
— In der heutigen Sitzung der Depu⸗ n⸗Kammer war die Fortsetzung der Diskussion des Gesetz⸗ urfs in Betreff der Eisenbahn von Dijon nach Mühlhausen an agesordnung. Da gestern am Schlusse der Sitzung, als über Artikel des Lastenhefts abgestimmt werden sollte, zung der Bahn durch das Ognon⸗ oder Doubsthal festsetzen soll, mehr die hinreichende Anzahl von Mitgliedern anwesend war, in gültiges Resultat zu erlangen, so mußte die Abstimmung wieder aufgenommen werden, und zwar, wie der Präsident sein schon angekündigt hatte, zuerst über den Artikel der Kommis⸗ welcher der Richturg durch das Ognonthal den Vorzug giebt. aber die Verhandlungen wirklich beginnen sollten, zeigte es sich, die Kammer noch nicht vollzählig versammelt war. Namens⸗Aufruf geschritten. von Mitgliedern anwesend. den Kommissions⸗Antrag nnahme des Entwurfs der Regierung dringend, wurde dessen⸗ schtet bei der Abstimmung der Antrag der Kommission angenom⸗ Man bemerkt große Aufregung in der Kammer. also von Besangon aus durch das Ognonthal über Villers, und Bevern, mit Berührung von Belfort nach Mülhausen ge⸗ um mit der Straßburg⸗Baseler Bahn an einem noch von der altung zu bestimmenden Punkte in Verbindung zu treten.
welcher die
Handelsre und denselben und der G rechte untergeordnet. 1 Frankreich. Mit dem amerikanischen Paketboot „Zütß New⸗York eingetroffen, von wo es Die Debatte des Senats über 5ten zum Schluß gelangt. die Aufkündigung des meinschaftliche Oecupation des Oregon⸗Ge Amendement, welchte
Pearis, 7. Mai. sind wichtige Nachrichten aus 19. April abgegangen war. Oregon⸗Frage war endlich am 1 Herrn Crittenden für
Es wurde
1 nöthige An⸗
Vorschlag des ge Anza1 trags über die ge ist angenommen w „freundschaft nator des S Gunsten der Meinung des Votum des Senats machte in
orden, jedoch mit einem Erledigung dieser Frage wünscht. taates Texas, General Houston, hatte sich Präsidenten Polk ausgesprochen. New⸗York und den übrigen Theiln
Die Bahn
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Münzen des Zeitraums vor Alexander, das Gegentheil bewiesen, welche letztere hierdurch ein überraschendes Licht erhalten.
Zu vollständiger Beurtheilung dieser letztgenannten Streitfrage, deren Wichtigkeit für das gegenseitige Verhältniß asiatischer und ägyptischer Kulte einleuchtet, ist nun auch die Abhandlung Lajard’s über denselben Gegen⸗ stand hinzugekommen, in welcher dieser umfassende Kenner der asiatischen Kunstwelt den Ursprung jenes räthselhaften Symbols in der gemeinhin als Ferouer und Mihir bekannten assprischen Trias nachzuweisen sucht.
Von Herrn Gerhard watd hiernächst die 13te Lieferung seiner Ar⸗ chäologischen Zeitung (Januar bis März 1846) vorgelegt. Von den darin mitgetheilten Ineditis verdient ein dem Königlichen Museum zu Ber⸗ lin gehöriges Terracotta⸗Relief besondere Beachtung, in welchem Odysseus und Diomedes als Räuber je eines Palladiums erscheinen, das trojanische Schutzbild mithin als ein doppeltes gedacht wird. Eigenthümlich ist ferner das Relief einer Büchse von Elfenbein aus der Palagischen Sammlung zu Mailand; die Geburt und Pflege des Bacchus sind in ungewöhnlicher An⸗ näherung an die Sagen vom Zeuskind darauf dargestellt. Von sonstigen Mittheilungen überraschte die Nachricht eines afrikanischen Fundorts griechi⸗ scher Vasen; aus Berenike in Cyrenaica hat Herr Bidwell zu London in⸗ jeressante Denkmäler dieser Kunstgattung, auch mit griechischen Inschriften, gesammelt. In demselben Hefte hat Herr Panofka genaue Notizen über die merkwürdigsten Anticaglien des britischen Museums gegeben.
Eine so eben erschienene Schrift Sr. Excellenz des Herrn General⸗ Lieutenant von Minutoli über die (gegenwärtig größtentheils nach München versetzten) Roseneggerschen Alterthümer zu Salzburg gab An⸗ laß zu „Bemerkungen über die Wichtigkeit, welche die darin enthaltenen, cheils römischen, sheils in mannigfaltiger Mischung barbarischen Denkmäler, verglichen mit baperischen und helvetischen Ausgrabungen ähnlicher Art, für die Kunst⸗ und Geschichtsforschung des feüheren Mittelalters haben können. Unter den dabei ans Licht gestellten römischen Denkmälern ward ein Thon⸗
efäß der aretinischen Art bemerkt, welches in roher Composition das Echicssal des Laokoon und seiner Söhne darzustellen scheint.
Ueber die von Strabo VIII. p. 381 erwähnten korinthischen Gräber⸗
funde ward von neuem verhandelt und dabei von Herrn Kramer der Satz sestgehalten, daß eine nach dortigem Brauch sehr häufige Kunstgattung ge⸗ meint sein müsse. Da nun die Umgegend von Korinth in den neuesten Ausgrabungen von Tenea Tausende von Thongefäßen, und darunter we⸗ nig oder keines mit Reliess, um so mehrere aber mit Bemalung geliefert hat, so war auch Herr Gerhard der Meinung, daß in Strabo’s räthsel⸗ haftem Ausdruck (Sordeπκνινα τοσε ναα:α⁵) bemalte Gefäße gemeint sein
möchten, wogegen auch der Sprachgebrauch nicht schlechthin streite. Herr Panofka brachte sodann die von
Kunst irgendwie erwiesen wäre.
Herr Raoul Rochette, welcher dermalen auch die bei anderem An⸗ laß (Arch. Zeit. Nr. 20) ihm beigemessene Ausschließung attischer Ein⸗ fuhr der Vasen Etruriens vollkommen anerkennt, gab einen neuen Beleg seiner Uebereinstimmung mit den Fortschritten deutscher Archäologie, indem er die oft vorausgesetzte Beziehung der durchgängig in Gräbern entdeckten Vasenbilder auf Tod und Grab auch seinerseite durch das Faltum entkräf⸗
bahn nach Hericourt und Mömpelgard wurde verworfen, dage⸗ ie doppelgeleisige von Auxonne nach Gray über Poulalier an⸗ Nachdem alle Artikel des Lastenheftes mit den vorge⸗ henen Veränderungen votirt waren, geschah ein Gleiches mit den In des Gesetzes selbst, und dies wurde zuletzt einstimmig ange⸗ Finanz⸗Minister weit vorgerückt
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nolanischen und sonstigen reinen Stwle und Grabes⸗Beziehung zulassen. Her daß ihm durchaut t solchem Inhalt Einmischung derselben!
tete, daß die Gefäßmalereien selten eine solche Todes⸗ hard steigerte d unzweifelhaftes V erinnerlich sei, Vasen⸗Ertlärun
Noch zeigte
iese Aeußerung durch den Zusatz, asenbild guter Zeit und K und daß er deshalb alle g für ungesund und unzulässig halten müsse. Herr Gerhard die neulich vo brachte antike Silber⸗Figur eines Perseus vor, wärts die Harpe, tiefer unten aber statt des übli Diese Besonderheit ist doppelt beachtens lcher die euhemeristische Erklärungsweise des G dem Anblick schreckbarer Affen ist das erste Monument, Andere dagegen Gesichts im langgete n, daß von komischer Karikatur des Aenmut⸗ hier nicht die Rede arstellung jenes vereinzelten kwürdigen Kunstwerks weiter
unst⸗Denkmälern betreffend nicht nur aus römischer sondern nun auch nämlich au letischen Wandmalerei, Nähe des alten Clusium dem so g
Vase von Dolciano und anderer vo andro Frangois, verdank hender Bericht des Herrn Ger einer Reise ward der näͤchsten V
ie Session Post -Reform dnung eingebracht werde, die den vorgelegten Gesetz⸗Entwurf giehe; dagegen lege er einen anderen Gesetz⸗Entwurf vor, der ülde, vom nächsten 1. Januar an, die Haupt⸗Vortheile der
Näge des zurückgenommenen Gesetz⸗Entwurfs sichere.
I ens werde dadurch aufgehoben, die Abgabe von versendeten 2n G. 9 42 2 pCt. herabgesetzt. 2 bsse. tz⸗Entwurf der Budget⸗Kommission zuweisen. Dies wird Uüp 122 Minister des öffentlichen Unterrichts legt alf esetz⸗Entwurf wegen Verbesserung der Lehrer⸗ e Das Minimum für Lehrer in Gemeinden, die unter
4* ohner zählen, wird darin auf 600 Fr. festgesetzt. Dann
ie Diskussion über die Eisenbahn von Gray nach St. Dizier.
Großbritanien und Irland.
Unterhaus. Sitzun 1 8 j
. . g vom 4. Mai (Nachtrag). Wie schon Iberönt, provozirte heute bei Gelegenheit der eeh;. Fescne
8 ie wieder aufgenommene Kornbill Lord George Ben⸗
jetzige Führer der dem Premier⸗Minister untreu geworde⸗ Unterhause, durch seine heftige Rede gegen „Maßregeln der Regierung eine neue ausführliche Er⸗ er die Nothwendigkeit dieser Maßregeln. bisher sich darauf beschränkt, die Ab⸗ Grund der Zwechmäßigkeit zu verlan⸗
b Diskussion n ihm aus R 12he der in seiner Linke Königliche
Minervini herausgegebene chen Medusenhaupte
Vase mit der Darstellung allegorischer Figuren — Hygiea (Gesundheit), Pandaesia (Ueberfluß), Eudaemonia (Glückseligkeit) benannt — zur Sprache, denen nach des Herausgebers Meinung ein auf den Inseln der Seligen neu verjüngter Mann, der deshalb 110 KTEzZ72, „an Jahren reich“, heiße, und eine in der Ueberschrift, KAAH, „die Schoöne“, benannte Frau sich nahe, in deren Hand eine Pendelschnur als schickliches Attribut der messen⸗ den und wägenden Schicksalsgöttin zu erkennen sei. Diese gelehrt und scharf⸗ sichtig unterstützte Erklärung, die als Glückwunsch für den Gelehrten⸗Kongreß zu Neapel erschien, wird von Herrn P. der auch andererseits empfohlenen einsacheren Deutung auf ein hochzeitliches Paar nachgesetzt. Reichthum an Jahren war nach griechischem Volksgefühl kein unbedingtes Glück; überdies paßt die Inschrift af besset für eine Braut als für Nemesis oder die Möre; hauptsächlich aber begünstigt die Analogie ähnlicher Darstellungen attischer und nolanischer Herkunft und Zierlichkest jene Annahme, während die von Herrn Minervini gewählte und in der Revue archéologique neulich fortgeführte Erklärungsweise den Mangel jeder Analogie ähnlicher Gräberbeziehung gegen sich hat, die für Vasenbilder gleich guter Zeit und
Affenkopf hält. auptstadt, in we Mpvthos aus Die gedachte Silber⸗Figur eine scheinbare Stütze leiht, indem alles fänge des ursprünglich Affen⸗Antlitz zu suchen. sassung, wie sie in der bekan Anchises mit Affengesich demnach der eigenthümlichen D chen, jedenfalls aber sehr mer
früher einiges Ansehen 9 welches jener 2 breitgeylätschten Gorgonen⸗ Kammer möge diesen Dabei ist einzuräume nten pompesanischen tern stattfindet,
ie Erscheinung von Affen auf K Herr G. noch, daß ein gefesselter Affe 0. Panosta B. A. L. I. 6), etruskischer Kunst nachweislich sei, besuchten schönen ath
Pompeji II. 5 uten Werke Herrn G. so eben liche Auffindung in der umsichtigen Enidecker der Kunstwerke, Herrn Aless
Ein mehr ins Einzelne ge stige archäologische Ergebnisse s ausbehalten.
ory⸗Fraction im
Peel's üb V der Premier⸗Minister ng der Korngesetze guf
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gen, so verstärkte er heute noch diesen Grund durch den Nachweis, daß den erwähnten Gesetzen auch eine Ungerechtigkeit zum Grunde liege und ihre Beibehaltung also nicht allein einer gesunden Politik, sondern auch dem Rechte widersprechen würde. Schon in einer frü⸗ heren Sitzung hatte der Schatzkanzler, Herr Goulburn, davon etwas verlauten lassen, woraus Lord G. Bentinck heute Veranlassung nahm, 82 2. Meinungswechsel während der Debatte über diese Frage zum Vorwurf zu machen. Sir R. deena gnlg.n5se 8 2 “
„Sir, ich adoptire und wiederhole diese Aeußerung. (Lauter Bei Ich glaube, alle Zollbeschränkungen auf Naensange mäglich mit der Gerechtigkeit. (Lauter Beifall.) Der edle Lord hat vielleicht ein Recht, mich zu tadeln, daß ich das nicht früher entdeckt habe, daß ich dies schon vor drei oder vier Jahren hätte einsehen müssen. Ich räume des ein. Aber es ist unsere Pflicht, wenn wir Grund sehen, unsere An⸗ sichten zu ändern, Mannhastigkeit genug zu besitzen, um es anzuerkennen. (Ullgemeiner lauter Beifall.) Es ist unredlich, überzeugt zu sein und doch aus Sucht nach dem Ruhme der Beständigkeit, sich vor dem Geständnisse seiner Ueberzeugung zu scheuen. (Neuer Beifall.) Mein Meinungstausch giebt mir vielleicht kein Anrecht auf das Vertrauen des edlen Lords, aber die Frage vor dem Lande ist nicht, ob ein Einzelner zu dieser oder jener Zeit diese oder jene Ansicht hegen müsse, sondern: ist dieser Zoll verträglich mit Gerechtigkeit? das ist die Frage. Das ist die einzige Frage. Sind diese Zoll⸗Beschränkungen verträglich mit der Poli⸗ tit? sind sie verträglich mit der Gerechtigkeit? (Beifall.) Ich leugne es und da der edle Lord mich um meine Gründe fragt, so will ich sie ihm mittheilen. Sir, ich meine, daß man eine Beschränkung der Einfuhr von Lebensmitteln, also eine Vertheuerung derselben durch die Gesetzgebung, nie vertheidigen kann, wenn man nicht große politische Gründe, Gründe der öffentlichen Wohlfahrt, für dieselbe anführen kann. Denn die natürliche Voraussetzung, mein’ ich, ist gegen die Beschränkung, wenn man nicht un⸗ widerleglich beweist, daß die Wohlfahrt des Ganzen das Gegentheil for⸗ dert. Kann man das nicht beweisen, kann man, wie ich es denn glaube, nicht darthun, daß die freie Korneinfuhr uns von fremden Völkern abhän⸗ gig mache, nun, so ist jede Maßregel gegen solche freie Einsuhr ungerecht. Man hat in diesem Hause angeführt, daß gerade die schwere Besteuerung, die in England auf dem Volke lastet, ein Grund sei, um den Zollschutz für inländisches Getraide fortdauern zu lassen. Nun halte ich es für geradezu unlogisch, die Leute, weil sie von anderen Bedürfnissen hohe Abgaben ent⸗ richten, auch noch für ihr Brod zu besteuern.“ (Lauter Beifall.)
„Im weiteren Verlauf der Rede beweist der Premier⸗Minister die Nachtheile der hohen Kornzölle für die einzelnen Klassen der Be⸗ Cets 1 r dann fort:
„„Der edle Lord hat der Regierung das Beispiel des fran ösischen Mi⸗ nisteriums zur Nachahmung imt oßlen er saat, etr 88 S. eine Land⸗Aristokratie unbeeinträͤchtigt zu erhalten, da eine solche augenscheinlich zum Wohle der Nation beitrage. Ich bin bereit, diese Ansicht des Herrn Guizot zu adoptiren. Ich glaube, eine Land⸗Aristolratie muß erhalten werden; die Fortdauer einer solchen ist für dies Land nothwendig und ge⸗ recht, und weil ich glaube, daß eine Land⸗Aristokratie wesentlich ist für die Wohlfahrt des Volles, hoffe ich, daß sie nie in diesem Reiche untergehen wird. Die einzige Frage ist die: wie lann am besten und wirksamsten der Sggagte heilsame Einfluß der Land⸗Aristokratie erhalten werden? (Hört!)
enn ich glaubte, daß die Kornbill geeignet sei, diesen Einfluß zu schmä⸗ lern, so würde ich sagen, es gebe Gründe für Aufrechthaltung des Schutzes. Nun aber glaube ich gerade das Gegentheil. Ich bezweisle, ob Ihr ohne Bestätigung der dem Hause vorliegenden Maßregel den gerechten Einfluß der Land⸗Aristokratie zu erhalten im Stande sein werdet (hört, hört!), ich glaube, Ihr werdet ihn am sichersten erhalten, wenn Ihr den Zollschutz aufopfert. Kein Schrifisteller oder Staatsmann hat diesen Gegenstand vollständiger und eindringlicher behandelt, als Edmund Burke. Und was sagt er? Burke sagt, wir müssen eine Land⸗Aristokratie behalten, weil sie es war, die den ersten Schritt zu Reformen that und dadurch die Regie⸗ rung rettete. (Hört! hört!) Burke sagt, die Aristokratie hat ihren Einsluß behalten, und warum? weil sie sich mit dem Volke identifizirt hat. (Hört! hört!) Burke sagt, die Aristolratie wird sich ihre Vorrechie erhalten durch ihr eigenes Betragen. Er sagt, indem sie die Interessen des Volks be⸗ fragte und zur rechten Zeit ihre Vorrechte aufgab, hat die Aristokratie die⸗ ser Nation ihren gerechten Einfluß, ihre gerechten Vorrechte bewahrt, als die Aristokratie Frankreichs Beides verlor. (Hört, hört!) In einer frühe⸗ ren Debatte hat das ehrenwerthe Mitglied für Dorsetshire, obwohl er mir keine Schmeichelei sagen wollte, mich mit Turgot verglichen und gesagt, daß, indem ich die Grundsätze dieses Ministers annehme, ich den Grundstein zu einer Revolution in diesem Lande lege. Warum hat das ehrenwerthe Mit⸗ glied so seine Geschichte gelesen? Weiß mein ehrenwerther Freund nicht, daß, wenn Turgot’s Vorschläge früher angenommen, wenn die Steuern gleichmäßig vertheilt worden wären, daß dann das Unglück minder gewaltsam über Frankreich hereingebrochen wäre? (Hört, hört, hört!) Weiß er nicht daß die Aufrechterhaltung ungerechter Adelsvorrechte und die Verachtung der Tur otschen Lehren Frankreichs Unglück beschleunigte? Und woraus schließt Ihr, daß die Handelsfreiheit den Vorrechten der Land⸗Aristokratie Eintrag thun, daß sie den Werth des Bodens verringern werde? Wenn ihr einseht, daß die Blüthe des Ackerbaues mit dem Gedeihen der Industrie innig verschwistert ist, wenn Ihr einseht, daß ohne ernstliche Gefährdung des Gemeinwesens der Bewegung des britischen Handels keine dauernde Fesseln angelegt werden dürfen, dann müßt Ihr gestatten, daß diese Maß⸗ regel ganz, voll und rasch in Kraft trete. Erinnert euch, daß viele aristo⸗ kratische Vorrechte dieses Hauses bereits aufgegeben sind. Wie lang ist es her, daß Ihr die Bedingung des Grundbesitzes als nothwendig für die Mit⸗ gliedschaft dieses Hauses aufgabt? Ihr fandet das Gesetz vor, aber fandet es umgangen und ließet es fallen. Warum nun nicht eine Aenderung zu⸗ geben, welche die Nothwendigkeit gebietet, wenn das Opfer keinen Nachtheil bringen kann? Ich frage, seit die Nation meine Vorschläge kennt, ist Land zu geringeren Preisen verkauft oder verpachtet worden? (Hört! hört!) Seit zehn Jahren sind nie vortheilhaftere Pachtverträge abgeschlossen wor⸗ den. Die Oberfläche des Landes nimmt nicht zu, aber die Bevölkerung wächst, und das ist der Grund, weshalb diese Maßregel durchgeführt wer⸗ den muß. Und wenn ich sehe, daß die Blüthe des Ackerbaues und der Industrie Hand in Hand gehen, so ist es meine feste Ueberzeugung, daß der Werth des Landes steigen muß, wenn wir der Industrie einen neuen Auf⸗ schwung geben.“
Schließlich glaubte der Minister die zuversichtliche Hoffnung aus⸗ sprechen zu können, daß die anderen Länder bald dem Beispiel Eng⸗ lands folgen werden. In Sicilien sei diese Politik jetzt schon ange⸗ nommen, in den Vereinigten Staaten zeige sich entschieden eine ähn⸗ liche Tendenz, und mit der Zeit, wenn auch nicht augenblicklich, werde auch in den übrigen Ländern das Interesse der Konsumenten das Uebergewicht erhalten. „Was“, so schloß er, „haben wir denn bis jetzt durch unsere Zoll⸗Resormen verloren? Was werden wir verlieren, wenn wir die Seide und den Branntwein Frankreichs, das Korn und das Holz der Ostsee nehmen? Wir werden diese Güter nicht erhalten, ohne auch etwas dafür zu geben, ohne unsere Manufakte zu ver⸗ kaufen. Ihr sagt freilich, wir werden unser Gold dafür hinschicken. Aber thut Ihr es denn jetzt? Ich gewahre keine Verminderung der edlen Metalle. Und woher werdet Ihr Gold zur Bezahlung dieser Güter erhalten? Wenn dies Land Gold besitzt und fremde Waaren mit Gold, nicht mit seinen eigenen Manufakten bezahlt, nun so wird es Gold auf eben die Art erhalten, wie bisher, nämlich durch Austausch seiner Manufakte gegen Gold. Selbst, wäre unser Vortheil einseitig, lasset uns ihn nehmen; aber ich habe ein solches Vertrauen zu den Vortheilen, die England anderen Ländern bieten wird, daß ich meine Ueberzeugung wiederhole, der Grundsatz der Handelsfreiheit wird in nicht ferner Zeit obsiegen.“
Unterhaus. Sitzung vom 5. Mai. (B. H.) Na 8 seitigung einiger laufenden Geschäfte von g 8b tuirte sich das Haus zum General⸗Comité, um die einzelnen Klau⸗ seln der Kornbill in Berathung zu ziehen. Gleich darauf erhob sich Lord G. Bentinck und stellte den Antrag, das Wort „Hafer“
aus der ersten Klausel zu streichen, um dadurch den Artikel von der Zollermäßigung auszuschließen, und 42322 diesen Antrag durch Gründe, welche den Agrikultur⸗Verhältnissen Irlands entnommen sind. Er machte bemerklich, daß Hafer eines der Haupterzeugnisse der irländi⸗ schen Agrikultur sei, daß im Durchschnitt für 2 Millionen Pfd. Sterl. Hafer jährlich von Irland nach England ausgeführt werde, und be⸗ hauptete, daß durch die Ermäßigung der Haferpreise auf den eng⸗ lischen Märkten, welche eine unausbleibliche Folge der Zollerniedrigung sein werde, die Agrikultur⸗Industrie Irlands mit einer Steuer von mindestens 200,000 Pfd. jährlich belastet werden würde. Diese Be⸗ hauptung suchte er durch Bezugnahme auf die Haferpreise in den Hauptmärkten des Festlandes näher zu begründen. Sir H. Barron dagegen machte bemerklich, daß es sich nur um die Frage handeln könne, ob die Agrikulturisten in Irland sich unter der Herrschaft der Getraidegesetze wohl befunden haben oder nicht? und Niemand, der die Verhältnisse kenne, werde das Erstere behaupten. Vielmehr sei ziemlich allgemein, seitdem man die Vortheile erkannt habe, welche die letzten Tarif⸗Reductionen herbeiführten, die Ansicht verbreitet, eine Auf⸗ hebung der Getraidegesetze könne nur günstig einwirken, vornehmlich dadurch, daß sie, wie die Aufhebung von Monopolen und Prohibitiv⸗ Maßregeln überhaupt, dazu dienen müsse, der National⸗Industrie neuen Anreiz zu geben und jedes Stagniren der Gewerbthätigkeit ver⸗ hindere. Schließlich belobte der Redner die von der Regierung in Bezug auf den in Irland herrschenden augenblicklichen Nothstand ergriffenen Maaßregeln, welche, wie er behauptete, allein im Stande gewesen seien, die Preise der Lebensmittel auf einer mäßigen Stufe zu halten, während, wenn die Regierung die Herbeischaffung der nöthigen Lebensmittel der Privatspeculation überlassen häatte, die Preise nothwendigerweise eine unerschwingliche Höhe erreicht haben würden. Der Kanzler der Schatzkammer machte nun den An⸗ tragsteller darauf aufmerksam, daß, wenn seiner Motion gemäß, das Wort „Hafer“ aus der Bill gestrichen würde, die Folge wäre, daß dieser Artikel nach 1849 gar keinen Zoll mehr bezahlte, was doch vermuthlich seine Absicht nicht sei. Darüber entstand nun vieles Hin⸗ und Herreden und Lord G. Bentinck sah sich endlich veran⸗ laßt, sein Amendement zurückzunehmen, beantragte aber gleich darauf die Streichung der ganzen ersten Klausel der Bill; nach einiger Dis⸗ kussion indeß nahm er auch diesen Antrag zurück, und sämmtliche Klauseln der Bill wurden darauf ohne Weiteres angenommen. Auch die Klauseln der hierauf an der Tagesordnung befindlichen Tarifbill wurden angenommen und die Diskusston über diese Bill bis zur dritten Verlesung vorbehalten. Schließlich genehmigte das Haus noch die Berichte über die Resolutionen in Betreff der den Lords Hardinge und Gough zu bewilligenden Pensionen und verfügte die Einbringung von Bills über diesen Gegenstand.
„— Sitzung vom 6. Mai. Das Haus beschäftigte sich in seiner heutigen Morgen⸗Sitzung fast ausschließlich mit der von Herrn Watson eingebrachten Bill wegen Aufhebung der noch bestehenden Beschränkungen der Katholiken in ihren politischen Rechten. Die Hoch⸗Tories, zu denen die Herren Colquhoun, Law u. A. ge⸗ hören, erklärten sich entschieden gegen die Bill, besonders auch, weil dieselbe die Jesuiten nicht mehr unter Ausnahme⸗Gesetze gestellt wissen will, die Minister Sir R. Peel und Sir J. Graham sprachen sich wenigstens für eine Vertagung der Bill aus, da eine ähnliche Bill setzt gerade dem Oberhause vorliegt. Lord J. Russell machte bemerklich, daß diese letztere Bill sich nur auf gewisse obsolete Poenalgesetze bezieht, während Herrn Watson's Bill diese sowohl als auch gewisse Beschränkungen der politischen Rechte, welche die Eman⸗ cipations⸗Bill von 1829 noch beibehalten hat, aufgehoben wissen will. Er machte daher den Vorschlag, daß Herr Watson den ersten Theil seiner Bill fallen lasse und nur den letzten beibehalte. Nach längerei Debatte erklärte sich der Antragsteller damit zufrieden, und Berathung der Bill wurde zu dem Behufe auf 14 Tage us gesetzt. 4
W188 Oberhause verhandelte man in der Sitzung am
über die den Lords Hardinge und Gough zu bewiltegkade S-aenr. nen, und die Debatte unterschied sich wenig von der im Unterhause am Tage zuvor. Graf von Ripon beantragte die betreffenden Re⸗ solutionen, nach einer Schilderung der ausgezeichneten Thaten beider Männer. Der Marquis von Lansdowne, der Herzog von Cam⸗ bridge u. A. unterstützten den Antrag, Lord Brougham beklagte es, daß man die Verdienste des Sir Charles Napier vrrhaltnißmäßig wenig anerkannt habe, Lord Glenelg redete einer Auszeichnung des General Smith das Wort, und endlich wurden die Resolutionen ohne Abstimmung angenommen. Eine für das Ausland ganz uninteressante Debatte über die Besetzung des Amtes eines custos rotulorum in der Grafschaft Wexford schloß die Sitzung.
London, 6. Mai. Das Evolutions⸗Geschwader wi keine abändernde Bestimmung erfolgt, am N See 1g 6899 drei Wochen kan vor der Einfahrt in den Kanal zu kreuzen und “ e. von einzulaufen, wo man der Mannschaft en Sold auszuzahlen gedenkt, damit ei i i CE g n Theil des Geldes in Irland Aus der Uebersicht der Postverwaltung für das abgelaufene ergiebt sich, daß im Jahre 1845 in Großbritanien e7ig msen Dehe (40 Mill. mehr als im Jahre 1844) ausgetheilt worden sind. Das Brutto⸗Einkommen betrug 1845 1,901,580 Pfd., also 100,000 Pfd mehr als 1844. Das Einkommen ist jetzt schon 4½ des Ertrags des alten Systems gleichgekommen. Das Netto⸗Einkommen übersteigt 5 8 ss 56,000 Pfd., und die Zahl der Briefe im London⸗ ezirk hat sich so vermehrt, daß sie den Ert benan h ß s Ertrag vor der Postreform Zu Birmingham versammelten sich vorgestern etwa 1000 Zim⸗ mergesellen in der Stadthalle und saßten 88. langen 1.Ne einmüthig den Beschluß, ihr jetziges Feiern fortzusetzen und nicht eher wieder zu arbeiten, als nach Erhöhung ihres Wochenlohnes um zwei Sbillinge. Andererseits sind die dortigen Bauhandwerksmeister über⸗ eingekommen, keinen Arbeiter oder Gesellen zu beschäftigen, welcher nicht zuvor die Erklärung unterzeichnet, daß er keinem Gewerbsvereine angehöre oder doch, falls er Mitglied eines solchen ist, sich zu sofor⸗ tigem Austritte verpflichte. — Die „christliche Chartistenkirche“, wie sich eine vor 6 Jahren durch den Geistlichen O'Neill zu Birmingham gebildete neue Sekte nannte, ist auf den Antrag eben dieses O'Neill aufgelöst worden, und die Gemeinde hat auf seinen Vorschlag be⸗ schlossen, sich dem Bekenntnisse der Baptisten anzuschließen. 8 g
Belgien.
Brüssel, 7. Mai. Der Senat hat gestern seine Si ebenfalls mit Diskussion der 2n. ernc., dcge vfle 8 eee sentanten⸗Kammer setzte die Verhandlungen über das Budget der öffentlichen Arbeiten fort.
„ Seit einigen Tagen ist das Gerücht verbreitet, die Kammern würden aufgelöst und das Ministerium von neuem umgestaltet wer⸗ den und zwar im Sinne des linken Centrums, unter besonderem Ein⸗ jetzigen Präsidenten der Repräsentanten⸗Kammer, Herrn iedts.
Herr H. von Brouckere ist hier eingetroffen und hat mit dem