Berichte ber Börsen⸗Halle aus
London vom 6. Juni Morgens geht hervor, daß das Unterhaus am 5ten seine Sitzung mit der Berathung der sogenannten Poor
Removal Bill wieder aufgenommen hat. 1 sSelgienn.
6. Juni. Der König und die Königin reisen heute
um bei der Einweihung der Nordbahn zugegen
Aus dem Korresponde
Brüssel, nach Paris ab, zu sein.
In der gestrigen sich Herr Lebeau gegen · Agenten, was viel Unkosten mache und auch die 1G hältnisse beeinträchtige. Herr Dechamps bemerkte, daß diese Ausgaben vor seinem Eintritt in's Ministerium fielen und die stattgefundenen Aenderungen nur im Interesse des Landes gewesen seien.
Der Minister der öffentlichen Arbeiten verlangt 40,000 Francs für die Ausgaben bei der Einweihung der Bahn von Paris nach Brüssel.
s9. viel man erfährt, ist die Untersuchung und Borguet noch nicht so weit vorgerückt, über ihre Sache entscheiden könnte.
Der Ingenieur, Oberstlieutenant Delaunay, ist zum des Königs ernannt worden.
Die Eröffnung des liberalen Kongresses ist auf den 14. Juni
festgesetzt.
Sitzung der Repräsentanten⸗Kammer erhob die zu häufigen Versetzungen diplomatischer diplomatischen Ver⸗
gegen die Hrn. Ridder daß die Rathskammer
Adjutanten
JZtalien.
Wien, 7. Juni. (Oest. B.) Ein außerordentlicher Courier, welchen der Kaiserl. Botschafter am 1sten d. M. aus Rom abfertigte, hat die Nachricht von dem an demselben Tage um halb 10 Uhr Mor⸗ gens erfolgten Ableben Sr. Heiligkeit Papst Gregors XVI. über⸗ bracht. Der heilige Vater war nur wenige Tage krank, und sein so schneller Tod scheint durch die in der Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni eingetretene Uebersetzung eines Rothlaufes auf die edleren Organe der Brust herbeigeführt worden zu sein.
1 Spanien. 8
3 Mazdrid, 31. Mai. Die Regierung erhielt gestern über Cadix Nachrichten aus Lissabon bis zum 25sten (s. das gestrige Blatt der Allg. Pr. Z.). An diesem Tage, so wird behauptet, entspann sich in Lissabon ein hartnäckiger Kampf zwischen den Truppen und dem Volke, das sich frühmorgens in drohender Haltung vor dem Palaste versammelt hatte und den wiederholten Aufsorderungen, aus⸗ einanderzugehen, nicht nachgeben wollte. Andere Haufen umgaben das Hotel der spanischen Gesandtschaft, in welchem die Ex⸗Minister Costa und Silva Cabral eine Zuflucht gefunden hatten. Der Ge⸗ sandte, Herr Gonzalez Bravo, verlangte in einer nachdrücklichen Note den Schutz der Regierung, und nachdem man die vor seinem Hause versammelten Meuterer zurückgetrieben hatte, wurden die Ex⸗Minister an Bord eines französischen und von dort auf ein englisches Schiff gebracht, welches sie nach Cadix überführte, wo sie sich noch befinden. Unterdessen schickte Herr Gonzalez Bravo einen Beamten seiner Ge⸗ sandtschaft zur See nach Corusa, um von den dortigen Behörden die schleunige Abfertigung eines Kriegeschiffes nach Lissabon zu ver⸗ langen. Schon am 26sten kam der Beamte in Corusia an, und augen⸗ blicklich ging das Kriegs⸗Dampfschiff „Vulcano“ von dort nach dem Tajo in See.
Es heißt, daß in Folge der erwähnten blutigen Auftritte vom 25sten das neue Ministerium durch den Eintritt mehrerer Septembristen ver⸗ vollständigt wurde. Unwahrscheinlich lautet die Angabe, daß die Auf⸗ rührer, damit nicht zufrieden, die Absetzung der Königin und Errich⸗ tung einer Regentschaft verlangten. (S. die Allg. Preu ß. Ztg. vom gestrigen Tage.) Die neue Regierung ertheilte sogleich den in Lissabon befindlichen spanischen Flüchtlingen Pässe, und diese sollen sich, wie zu erwarten stand, der diesseitigen Gränze zugewandt haben, ein Umstand, der zu ernstlichen Verwickelungen führen kann.
Man vermuthet, daß der hiesige portugiesische Gesandte, Baron von Renduffe, alsbald seine Abberufung erhalten werde.
Das Manifest, welches am 2ͤ1sten im Namen der Königin Donna Maria an die portugiesische Nation gerichtet wurde, giebt den hiesi⸗ gen Freunden der Revolution, die in den vorgeblichen Schutzrednern des auf seine ursprüngliche Reinheit zurückzuführenden constitutionellen Systems die wirksamste Unterstützung finden, zu den bittersten Be⸗ merkungen Veranlassung. „Ist jene Revolution ungerecht“, fragt heute der Espectador, „welche die Königin selbst durch eine aus⸗ drückliche Mißbilligung der Vergangenheit genehmigt (sanciona)? Ist eine Revolution, mit der die Königin transigirt, ungerecht? Ist eine Revolution ungerecht, wenn eine mit ihr nicht identifizirte Regierung sie als heilig anerkennt?“ .
Die neue Phase, welcher die Vermählungsfrage entgegengeführt wird, soll die ganze Aufmerksamkeit des französischen Botschafters in Anspruch nehmen. Vorgestern fertigte er seinen Schwager, den At⸗ taché Herrn Guitaut, der gewöhnlich zur Besorgung der allervertrau⸗
lichsten Aufträge verwendet wird, mit Depeschen nach Paris ab, wo⸗
hin er heute abermals einen Courier abgeschickt hat.
Portuga⸗ l.
Lgijssabon, 30. Mai. Am 21sten kam es hier . erwähnt) zum Gefechte zwischen dem Volk und den Truppen, indeß fanden nur zahlreiche Scharmützel, keine Massengefechte statt, und 13 bis 14 Bürger verloren das Leben. Am 22sten blieben die Truppen in den Kasernen, und diese vernünftige Maßregel beschwich⸗ tigte einigermaßen die unter den Einwohnern der Stadt herrschende Gährung. Am 25sten gingen die Gebrüder Cabral, die schon früher auf dem französischen Kriegsschiffe „Cygne“ eine Zuflucht gefunden hatten, auf dem Dampfschiffe „Pacha“ nach Cadix ab. Am fol⸗ genden Tage schickte die Königin zu Herrn Mouzinho d'Albuquerque und forderte ihn auf, in das neue Ministerium einzutreten, wozu sich derselbe indeß nur verstehen wollte, wenn der Herzog von Terceira, den die Königin gern beibehalten hätte, nicht Mitglied des neuen Kabinets würde, da ihn, zwar nicht seine eigenen Uebelthaten, aber doch seine enge Verbindung mit den Cabrals allgemein verhaßt ge⸗ macht. Endlich, am 26sten, wurde das neue Ministerium zu Stande gebracht. Es besteht aus folgenden Mitgliedern: Pal⸗ mella, Tonseils⸗Präsident und Finanzminister; Lavradio, Mi⸗ nister der auswärtigen Angelegenheiten; Mouzinho d'Albu⸗ querque, Minister des Innern; Saldanha, Kriegsminister, Lou⸗ reiro, Marine⸗ und interimistischer Kriegsminister; Felippe de Soure, Justizminister. Sämmtliche Kabinetsmitglieder sind Char⸗ tisten, vergeblich hatte Palmella ein Coalitions⸗Ministerium zu bilden gesucht, da die Königin von den Septembristen durchaus nichts hören will. (In diesen aus englischen Blättern herrührenden Nachrichten wird von einer Abdankung der Königin nichts gemeldet.) Noch vor der Bildung des neuen Ministeriums, am 25sten, hatte die Königin, auf Palmella's Rath, die Cortes aufgelöst, nachdem am 23sten die Sitzungen derselben im Namen der Königin durch die Minister waren geschlossen worden; die neüen Kammern sollen am 1. September zusammentreten. Ein anderes Dekret hebt das verhaßte Sanitäts⸗Gesetz und die
seinen feierlichen Einzug in E1“
(wie bereits
sogenannte Repartitions⸗Steuer auf, welche den nächsten Anlaß zu der Insurrection gegeben haben. Der Herzog von Palmella und der neue Minister des Innern haben die Konzessionen durch Umlauf⸗ schreiben veröffentlicht, welche in Lissabon selbst einen guten Eindruck gemacht zu haben scheinen. In den Provinzen herrschen aber noch die selbstkonstituirten Juntas, welche der Aufstand und das lange Zaudern der Königin ins Leben gerufen hat, und von denen die Junta von Coimbra so weit gegangen ist, eigenmächtig ein Mini⸗ sterium zu ernennen. 8
Obgleich nun außer den oben erwähnten Konzessionen auch noch eine Kommission zur Reformirung der Wahlgesetze ernannt worden ist, so scheint es doch nicht, als ob die Juntas sich damit begnügen würden, da sie, weit entfernt, die Waffen niederzulegen, überall die von den Cabrals aufgehobene Nationalgarde neu organisiren und be⸗ waffnen und die Truppen, besonders in der Hauptstadt, mit Erfolg zur Desertion zu verleiten suchen. n
Die Nachricht von dem Aufstande in Porto bestätigt sich zwar nicht, indeß fangen auch dort die Truppen, welche sich bisher so ent⸗ schieden treu bewiesen, an, zu desertiren. Die Insurgenten stehen auch dort bis dicht vor den Thoren der Stadt, und die Gewalt der Regierung ist auf die Ringmauern der beiden Hauptstädte des Lan⸗ des beschränkt, die nur durch die See mit einander in Verbindung tehen. 1 88 In Cvora und einigen anderen Orten haben sich indeß die Truppen geweigert, an dem Aufstande theilzunehmen, und werden sich nun wohl auf Porto oder Lissabon zurückziehen. 8
Die spanische Regierung hat, aus Furcht vor einer Rückwirkung des Aufstandes auf den traurigen Zustand der Dinge in Spauien selbst, der Königin von Portugal nicht nur vor dem Sturze der Cabrals, sondern auch später Hülfstruppen angeboten; über die ihr ertheilte Antwort ist indeß nichts bekannt. b
In Folge des lebhaften Begehrs nach Metallgeld, den die durch den Aufstand erzeugten Besorgnisse hervorgerufen haben, hat die Regierung durch ein Dekret die Noten der lissaboner Bank auf drei Monate für das gesetzliche Zahlungsmittel erklärt, d. h. die Zahlungen der Bank auf drei Monate suspendirt, wofür die Bank eine Anleihe von 600 Contos dargebracht hat. Nur die in fremden Ländern gezogenen Wechsel müssen in Silber bezahlt werden.
Türkei. 8
Konstantinopel, 27. Mai. Der Sultan hat am 14. Mai Bei dem vor den Thoren gelegenen Brunnen Schagilar ani waren sämmtliche Trup⸗ pen der Besatzung, Infanterie, Kavallerie und Artillerie, in Schlacht⸗ ordnung aufgestellt; eine allgemeine Salve des Geschützes verkündigte die Ankunft des Sultans. Ebendaselbst befanden sich auch die Pri⸗ maten der Türken und der Raja's, die Behörden und Notabeln, so wie die Zöglinge der verschiedenen Schulen der Stadt, ohne Unter⸗ schied des Glaubensbekenntn sses, welche Hymnen zum Preise des Monarchen in ihren verschiedenen Sprachen sangen.
Ostindien.
Bombay, 1. Mai. (A. Z.) Se. Königl. Hoheit der Prinz Waldemar von Preußen wurde bei seiner Ankunft hierselbst mit einer Königlichen Salve von den Strandbatterieen empfangen und in einem Staatswagen des Gouverneurs nach dem Parell⸗House geführt, wo derselbe bis zum Tage seiner Einschiffung nach Suez, dem 1. Mai, wohnte. Se. Königl. Hoheit hat sich in Indien allgemeine Liebe und Hochachtung gewonnen. Die Bombay Times bemerkt, daß auf demselben Schiff mit dem Prinzen Waldemar und einer Ab⸗ theilung britischer Verwundeten den Indus herab bis Kurratschi und von da zur See nach Bombay der französische Oberst Mouton und der spanische Hauptmann Don Hurbon reisten — die⸗ selben Offiziere, welche die Artillerie der Seikhs befehligt und ihre Schanzen bei Sobraon angelegt, deren Erstürmung den Engländern so viel Blut gekostet. Eben diese Offiziere schifften sich zugleich mit dem Prinzen nach Europa ein. „Mit der⸗ selben Gelegenheit kehrt Herr J. H. Crawford, bisher Mitglied des hohen Raths in Bombay, nach vierzigjährigem Aufenthalte in Indien nach England zurück. Er war Präsident der K. asiatischen Gesell⸗ schaft in ihrer bombayer Section und der landwirthschaftlichen So⸗ zietät für das westliche Indien — überhaupt hochverdient um Indien, wo er ein werthes Andenken hinterläßt. Herr Willoughby hat seine Stelle im Rath eingenommen. Das ganze britische Indien ist ruhig; nur richtet die Cholera in mehreren Gegenden traurige Verheerungen an, namentlich auch unter den Europäern des Civil⸗ und Militair⸗ dienstes. Auf dem Markte von Bombay herrschte eine drückende Geldklemme, und man fürchtete mehrere Fallissements.
Lahore ist sortwährend von dem Corps unter General Littler besetzt, und die Engländer fangen au, sich dort behaglicher zu fühlen, wie sie denn auch eine Art Reinlichkeits⸗Polizei daselbst einführen, deren die berühmte Hauptstadt des Maharadschah gar sehr nöthig hat. Die Soldaten des aufgelösten Seikh⸗Heeres haben sich zum Theil nach den Bergen gewendet, um Dienste unter Gulab Singh zu nehmen, obgleich sich dieser durch sein Verfahren in der letz⸗ ten Zeit bei dem Volke der Seikhs im Allgemeinen und dessen Häuptlingen insbesondere höchst verhaßt gemacht hat. Die meisten derselben aber treiben sich in und um Lahore herum, wohl in der Hoffnung, die sie auch kaum verhehlen, daß irgend ein Er⸗ eigniß eintreien werde, welches ihre Dienste wieder nöthig mache. Die britische Besatzung war, von der Erfahrung in Kabul gewarnt, auf ihrer Hut, was jedoch europäische Ofsiziere und Soldaten nicht abhielt, ganz unbewehrt in den Straßen von Lahore umherzuspazieren, während die Seikbs nach ihrer Sitte immer bis an die Zähne be⸗ waffnet gehen. Die Reorganisirung der von der Regierung von La⸗ hore zu haltenden Truppen hat ihren ruhigen Fortgang, und man hegt auch in den Provinzen so wenig Besorgniß vor neuen Unruhen, daß Lord Elphinstone, der frühere Gouverneur von Madras, sich an⸗ schickt, in Begleitung zweier Söhne Lord Hardinge's eine Reise nach Kaschmir zu unternehmen, und auf dem Wege zwischen Lahore und Firozpur der Güter⸗Transport ohne alle Eskorte bewer kstelligt wurde. Die Ranih, die Mutter des Maharadschah Dulip Singh, ist gefähr⸗ lich erkrankt. An allerlei Intriguen fehlt es übrigens nicht, und der Bengal Hurkaru meint daher, daß wohl früher oder später ein zweiter Schlag nöthig werden dürste, um jene Reste einer unruhigen Soldateska vollends unschädlich zu machen.
Das neuerworbene Duab Dschallindir ist nicht nur der schönste Bezirk des Pendschab, sondern einer der werthvollsten Landstriche ganz
ndiens. 8 Der General⸗Statthalter, der sich jetzt in dem nahen hochgele⸗ genen Simla, in den Vorbergen des Himalaya, aufhält, hat befohlen, die theils in den Schlachten eroberten, theils später ausgelieferten Seikh⸗Kanonen von Firozpur über Delhi, Agra, Cawnpur, Allahabad, Benares, Patna und Murschedabad nach Kalkutta zu führen. Auf allen Militair⸗Stationen sollen dieselben von den Truppen in Parade empfangen und dabei den Mannschaften in wenigen Worten mitge⸗ theilt werden, auf wie glorreiche Weise ihre Ka meraden die Geschütze erobert haben. 1
Eine Abtheilung verwundeter europäischer Truppen, 6 Osstziere und gegen 200 Soldaten, langten in den letzten Tagen Aprils von
v“ ““
Kurratschi, drei Dampfschiffen in nach England werden entlassen werden. Arm, einem Bein u. s. w. ren unterweges gestorben.
Sir Charles Napier der in seiner Statthalterschaft, lose Kostspieligkeit ein Theil der Klage führt. 1 b —
In dem Staate des Nizam nimmt die Anarchie immen überhand, und man glaubt daher, daß eine bewaffnete Inteng nicht viel länger verschoben werden könne. b
Aus Java erfährt man, daß die Holländer ihre Rüstunge gen Bally fortsetzen und ihre Streitkräfte auf 3000 Mann wollen.
Der Admiral Cochrane, welcher das britische Geschwader, chinesischen Gewässern befehligt, kehrt nach England zurück w bereits in Madras angekommen. Unter den in Singapore den Chinesen waren Streitigkeiten ausgebrochen, aber bald worden. Die dänische Fregatte „Galathea“ war in Singape gekommen.
“
bis wohin sie auf dem Indus transportirt worden Bombay an, von wo sie wohl größten Es sind Leute mit
befand sich mit seinem Armee⸗Corp der Provinz Sind, über deren indischen Presse fortwährend
Handels⸗- und Börsen⸗-Nachrichten.
24. Amsterdam, 6. Juni. Die Preis⸗Verbesserung der holli Staatspapiere, welche am Schlusse der vorigen Woche stattfand, ze angehalten, weil während der Feiertage über England die Veritt bedenklichen Aufruhrs in Portugal und die Kriegs⸗Erklärung der n. rikanischen Staaten an das Gouvernement von Mexiko mit merklic geren Cours⸗Notirungen mehrerer Fonds hier eingingen und sich folge viele Verkäufer einfanden. Portugiesische Obligationen wung wichenen Sonnabend noch zu 58¼ % bezahlt, blieben Dienstag zu zu haben und konnten bei häufigem Ausbieten gestern nur 53 ¾ 9% l. Mexikanische 5proz. Obligationen galten gegen Ende voriger Woch⸗ doch sind sie bis 29 % gefallen. Von holländischen Staatspaviern, Integrale von 60 ⅞ bis 60 36 %, Zproz. wirkliche Schuld von 73 ait Aproz. dito von 94 auf 9316 ℳ und Actien der Handels⸗Maatscha. 170 ¼ bis 169 ⅜ %. Nach diesen zeigte sich indeß wieder einige Fmg durch deren Preis zuletzt 170 ¾ % erreichte und die Stimmung fürg gen Fonds auch wieder etwas günstiger wurde. Russische Aproz. bei Hope gingen von 90 auf 89 ½ und blieben gestern 89 ½ %; che⸗ Obligationen bei demselben fielen von 105 ⅞ auf 105 ⅔½ %; 5prcc⸗ Metalliques wichen von 109 auf 108 ¾ %ℳ, erholten sich aber auf Cours; spanische Ardoin⸗Obligationen gingen von 20 ⅛ auf 20 ½ f trägem Umsatz; deren Coupons fielen bis 18 a 18 ¾˖ %. Wenigem nische Obligationen holten 86 ¾ % und pernanische dito 22 ½ %. d. Zins⸗Cours hat sich auf 4 a 4 ½ % erhalten.
Am Getraidemarkte erhielt sich der Umsatz in Weizen und vornehmlich in letzterem Korn auch zur Versendung, immer ziem Belang. Die gestern bezahlten Preise sind: von 122.125 pfd. bunß nischen Weizen 314. 326 Fl.; 128pfd. schönen weißbunten diso 31 von unverzolltem 126fd. amerikanischen Roggen 270 Fl.; 1235sd. ro dito 253 Fl.; 127ůfd. stettiner dito 265 Fl.; von verzolltem 123 fd. st dito 262 Fl.; 121pfd. alten preußischen 250. 263 Fl.; 119 sd. 0. dito 254 Fl.; 119 pfd. St. Petersburger 250 Fl.; eine große Parlie! jährige rostocker Gerste wurde zu 165 Fl. gekauft; 112 fd. jaͤhrigen Gerste holte 161 Fl.; 82pfd. feiner Hafer 128 Fl. Auswärtige Börsen.
8 msterdam, 6. Juni. Niederl. wirkl. Sch. 60 2. 5 % 8) 3 % do. —. Pass. —. Ausg. —. Preuss. Pr. Sch. —. 4 % Russ. Hope 89 ⅞.
Antwerpen, 5. Juni.
Frankfurt a. M., 7. Jani. 1892. 90. Bayr. Bank-Actien —. IIope 88 ⅞ Br.
Poln. 300 Fl. 95 ¾ G. do. 500 FI. 80 ⅞ G. Hamburg, 8. Juni. Baunk-Actien 1590 Br. Engl. Russ. 1071 %
London, 5. Juni. Cons. 3 % 97 ½. 97. Belg. 96 ½. ½. Neue A0- 2t Passive 5 ½. ¼. Ausg. Sch. 15 ½. X. 2 ½ % Noll. 60 ½. 59 ½. 5 % à. M. 98 Neue Port. 52. 50. Engl. Russ. 110 ½. 109 ½8. Bras. 84. 82. Chili N.K. 30. 29 ½. Peru 39. 38.
Paris, 5. Juni. 5 % Span. Rente —.
Wien, 6. Juni. 5 % Met. 112. Actien 1588. Anl. de 1834 155. d. 1839 122 ¼. Mail. 178 5. Livorn. 107 ⅞. Pest. 98 ½.
Zinsl. —.
Neue Anl. 19½¾. .
Zinsl. —.
Stiegl. 87 ¾% Br. Int. 59
Pass. —. Nordb. 188 ¼. Gloggr.
Budw. —.
Neapl. —.
Metcorologische Beobachtungen.
Nachmittags
2 Uhr.
Abends 10 Uhr.
1846. 9. Juni.
Luftdrueck. 334,52" "Par. 334,27“ Par. 334,30 Par. Quellwärme 1 Luftwüärme +f 16,0“9 R. + 15,89 n. + 15,40 R. Flusswärme ” Thaupunkt. + 1 1,20 R. +† 13,4°9% R. + 11,329 n. Bodenwärme 1 Dunstsättigung. 70 pot. 83 PCt. 73 pcCt. Anusdünstung. Wetter halbheiter. Regen. balbheiter. NiederschlaglU 080. 080. 080 Wärmewechas
Wolkenzug.. — 0s0. — + 1' 9. Tagesmittel: 334,360Par. + 15,60 n. + 12,02 n. 75 „0.
Königliche Schauspiele.
Donnerstag, 11. Juni. Im Schauspielhause. 10 ite Abo Vorstellung. Zum erstenmale wiederholt: Der alte Magisten spiel in J Abth., von R. Benedix. Hierauf: Der Et Liebe, pantomimisches Ballet in 1 Akt, von Hoguet. Anj 7 Uhr.
Zu dieser Vorstellung werden Schauspielhaus⸗Billets, 7 tag bezeichnet, verkauft. 1
Wegen Unpäßlichkeit der Dlle. Tuezek kann die Oper: bn lager in Schlesien, nicht heute, sondern erst Freitaͤg, den 121en! gegeben werden.
Freitag, 12. Juni. Im Opernhause. 68ste Abonnenf Vorstellung: Ein Feldlager in Schlesien, Oper in 3 Abtb⸗, in x bildern, aus der Zeit Friedrich des Großen, von L. Rellsta.] von Meyerbeer. Anfang 6 Uhr. I
Zu dieser Vorstellung bleiben die bereits zu den erhöhten! haus⸗Preisen gekauften und mit Donnerstag bezeichneten Bül⸗ tig; auch werden die dazu noch zu verkaufenden Billets ebenst Donnerstag bezeichnet sein. .
Im Schauspielhause. 73ste französische Abonnements⸗Vof La première représentation de: Les trois péchés du vaudeville en 1 acte, du théätre du Gymnase, par Mr. Un Monsieur et une Dame, vaudevilse en 1 acte, ' Duvert et Lauzanne. Le menteur véridique, vaudes 1 acte, par Scribe et Mélesville. Anfang halb 7 Uhr. 1
Zu dieser französischen Vorstellung werden Billets mit
stag bezeichnet verkauft.
Königsstädtisches Theater. Se
Donnerstag, 11. Juni. Auf vieles Begehren. Zum Ia
wiederholt nach der Bearbeitung des Theodor Hell: Die Ne.
des Teufels. Lustspiel in 3 Akten. (Herr Emil Devrient, sächsischer Hof⸗Schauspieler: Robert, als Gastrolle.)
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
1 8 Im Selbstverlage der Expedition. 1 5 bst ion. 1 Gedruckt in der Deckerschen Geheimen vber. Hosbuchdrucge
. G
Morgens
Nach ein 6 Uhr.
Beebachtuk
8
12 Soldaten und der Oberst Ryen
5 % Met. 112 ½. 112. Hank-Aetieg
5 % Rente üin cour. 120 30. 3 % do. 6n cour. 84. 2-
Inhalt.
erreichische Monarchie. Prag. Uferbauten an der Elbe. —
ampfschifffahrt zwischen Böhmen und Sachsen. — is Ungarn. Zur Bevölkerungs⸗Statistik Ungarns.
es zur Bevölkerungs⸗Statistik des Königreichs Polen. “
dels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Berlin. sener Woll⸗Bericht.
Vermischtes.
Marktbericht. —
Oesterreichische Monarchie.
rag, 30. Mai. (A. Z.) Auf die Anordnung Sr. Kaiserl. des Erzherzogs Stephan soll die Elbe von Hrerzsa sa riß durch einen Uferbau vor Ueberschwemmungen geschützt, die vehren längs des Stromes, welche widerrechtlich oft bis zwan⸗ Ul erhöht wurden, auf die normale Höhe zurückgebracht werden. ch kann die sogenannte kleine Elbe zwischen den beiden oben⸗
iten Orten schiffbar werden.
Die Dampfschifffahrt zwischen Böhmen und Sachsen wird immer ter; nebst der „Bohemia“ und der „Germania“, welche ab⸗ Ind zwischen Prag und Dresden fahren, ist durch den „Prinz “ und das neue Dampfboot „Friedrich August“ eine tägliche nnitation zwischen Leitmeritz und Dresden hergestellt, und die gehende „Königin Maria“ verbindet Teschen mit der sächsischen eiz. Ein Stellwagen, der mit den beiden erstgenannten Dampf⸗
in steht, befördert die Reisenden zwischen Prag veitmeritz. Die Jahres⸗Versammlung der Gesellschaft des böhmischen Mu⸗ hat den Grafen Mathias von Thun⸗Hohenstein, der Privat⸗ zur Unterstützung der Hausarmen den Grafen Franz Thun präsidenten erwählt, welcher zugleich das Armen⸗Institut leitet. (Camill Rohan, welcher sich unsterbliche Verdienste um die hie⸗ Armen erworben, hat diese Stelle niedergelegt, doch bleibt er kvor der Anstalt; die Stadt Prag hat ihm das Diplom als bürger durch eine Deputation übersandt.
glus Ungarn. (Journ. d. Oestr. Lloyd.) Nach den amtlichen Conscriptionen der Komitate und Städte, als auch
deistlihen Sprengel, wird die Bevölkerung Ungarns sfolgender⸗ ausgewiesen:
514,400 Seelen. 15,700 » 10,600
eistlichkeit
ofessoren und Lehrer
amte, Honoratioren, Bürger, Handwerker und Bauern Sr. 882 8,680,300 itair, welches als permanent anzusehen ist 67,000
1 Zusammen. 9,318,000 Seelen. echnet man hierzu diejenigen, welche der Conscription entge⸗ nd die in der geistlichen Conscription ausgelassenen Akatholiken,
was mehr als 600,000 Seelen, so ergiebt sich eine annähernde
e von 10,000,000 Einwohnern. ach den neuesten ethnographischen Erhebungen rechnet man in
in mit Inbegriff von Slavonien und Croatien:
veten 4,280,000 Ruthenen. svaken 2,200,000 Wenden.
986,000 Bulgaren
930,000 Armenier und Griechen 740,000 Inben 600,000 Zigeuner
Zusammen
350,000 50,000 40,000 12,500
250,000 30,000
10,468,500
ges zur Bevölkereungs⸗Statistik des Königreichs Polen.
hie vom Departement des Innern, vom Handels⸗ und Finanz⸗Mini⸗ „von der heiligen Synode und anderen Behörden des russischen Reichs ich dem Kaiser eingereichten und dann durch den Druck veröffent⸗ in neuester Zeit immer ausführlicher, genauer und interessanter sich den statistischen Berichte, auf welche wir aufmerksam zu machen wie⸗ slich in diesen Blättern Gelegenheit genommen haben, umfassen nur entliche, zur Verwaltung der obigen Behörden gehörige Rußland,
anz Sibirien, Transkaufkasien und das europäische Rußland mit
uß des Königreichs Polen, so wie des Großfürstenthums Finn⸗ welche letztere beiden Länder ihre besonderen Verwaltungen haben. ahmen auch wir bei einer mehrfachen Besprechung der, statistischen nisse des russischen Reiches nur gelegentlich auf die Zustände der etztgenannten Länder Bezug, indem es uns zunächst am Herzen lag, den offiziellen Quellen für die Verwaltung des eigentlichen Ruß⸗ gewonnenen Resultate einem größeren Publikum bekannt zu machen. dem wir nun gegenwärtig auch einen Blick auf die statistischen Zu⸗ Polens werfen, und zuvörderst die Bevölkerungs⸗Verhältnisse dieses betrachten wollen, müssen wir gleich von vorn herein bemerken, daß ßer Unterschied in der Abfassung der polnischen und der eigentlich seen Verwaltungs⸗Berichte in Hinsicht auf die Vollständigkeit der Da⸗ paltet. Während die russische Verwaltung ihre Berichte so ausführlich iglich abzufassen bestrebt ist, und besonders in der neuesten Zeit bei Ermittelungen sich bis in die kleinsten Details verliert, scheinen die hen Behörden nur bedacht, in ihren Angaben ein allgemeines Bild büstischen Verhältnisse des Landes aufzustellen. Seit der polnischen ection im Jahre 183t existiren, mit alleiniger Ausnahme des Jahres wo eine spezielle Aufnahme erfolgte, keine eigentlichen Spezial⸗Zäh⸗ ee addirt seitdem nur den Ueberschuß der Geborenen über die dch der durch die letzten Aufnahmen gewonnenen Einwohnerzahl 8 ohei die durch Einwanderung und Auswanderung bewirkten Ver⸗ 29 unberücksichtigt gelassen werden. Namentlich sind aber alle vor ahre 1828 in Polen angestellten Volkszählungen als höchst ungenau muverlässig zu bezeichnen, und erst seit dem letztgedachten Jahre fin⸗ vemnigermaßen vollständige und in den einzelnen Rubriken und Po⸗ munimmende Notizen vor. Um ein Zeugniß von der Richtigkeit mnscht abzulegen, dürfen wir nur die seither in so viele statistische beltgegangenen und meist auf Treu und Glauben angenommenen, ch. geltenden Zahlen herstellen, welche die letzten Ergebnisse der bis ℳ4 1828 ausgeführten Volkszahlungen bilden. Es soll nämlich das eich Polen an Einwohnern beiderlei Geschlechtes und von allen onen besessen haben: im Jahr 1816.2, EETI 3, 3
2 8 22 2 8
22 2)
1
138,723 1823. 3,702 3059 1826. 3,850,000 müßt » 1828 4,133,195 871 e Polen in der kurzen Zeit von 1816 bis 1828 um
a i. im Jahre durchschnittlich um 116,739 Personen oder 4,27
63,199 .-I2; dreijährigen Zeitraum von 1816 —19 jährlich sogar ng, wis si nen oder um 8,62 Prozent zugenommen haben, eine Ver⸗ ungewöhnli ein einziges Land der Erde aufzuweisen hat, es müßten im Lewohnlich zahlreiche Einwanderungen stattgefunden haben, wie dies
im K 2 onigreich Polen in der angeregten Zeit nicht der Fall gewesen
695
1
llgemeinen Preuß ischen Zeitung. D Donnersug den 11"s Juni⸗
ist. Auch ergeben die späteren genaueren Uebersichten der Bevö — lens, deren nach amtlichen Berichten entworfene Befe aheh s um die Statistik des gesammten russischen Reiches so hochverdienten Aka⸗ demiker und Staatsraih Köppen zu verdanken haben, ein ganz anderes viel mehr in der Natur der Sache begründetes Resultat. Denn wenn auch in der Hauptstadt des Landes sich noch der ungewöhnlich hohe Zuwachs der Bevölkerung von 2,62 Prozent für den einjährigen Zeitraum von 1837 auf 1838 herausgestellt hatte, so fand doch in demselben Zeitraum hinsichtlich der Totalbevölkerung des Landes nur eine Zunahme von 1,38 Prozent statt ein Ergebniß, wie wir es sich fast im ganzen Umfange des Neiches auf gleiche Weise wiederholen sehen, und wesches also das wirkliche oder we⸗ nigstens ein approximativ richtiges sein dürfte.
1 Die Zählung, die im Jahre 1828 erfolgte, weist uns die Einwohner schon nach den einzelnen Woiwodschaften und hinsichtlich ihrer Vertheilung auf die 445 Städte und die 22,365 Dörfer des platten Landes nach und 895 den b. Verhältnissen und den
ammverschiedenheiten der Nation an. So erfahr in j Jahre Einwohner zählte 1 sxb 1 wovon in den in den Städten Dörfern
lebten: 1
268,594 82,895 87,566 73,278
115,112 86,605
die Woiwodschaft Masovien (mi Einschluß der Hauptst. Warschau)
die Woiwodschaft Plock Alugustowo ... 1 Peh enn.
ublin Sandomir....
Kalisch
Krakau
das ganze Königreich Polen
815,880 489,902 528,130 362,331 498,091 399,303 614,593 424,965 4,133,195
547,286 407,007 440,564 289,053 382,979 312,698 113,186 501, 407 74,431 350,534 901,067 3,231,528
Die städtische Bevölkerung verhielt sich demnach zur Landbevölkerung wie 1:3,58; ssie bildete also nahe 22 Prozent der Gesammtbevölkerung. Die größte städtische Bevölkerung zeigte sich in den Woiwodschaften Ma⸗ sovien und Lublin, in der ersteren bildete sie fast die Hälfte der Landbevöl⸗ kerung, in der letzteren nahe ein Drittheil; die verhältnißmäßig geringste Uädtische Bevölkerung hatte die Woiwodschaft Augustowo, sie bildete dort noch nicht ein Fünftheil der Landbevölkerung.
Die meisten Städte besaß Masovien, nämlich 84. Dann folgte San⸗ domir mit 64, Kalisch mit 62, Lublin und Krakau mit 50, Augustowo mit 47 und Podlachien mit 45 Städten. Die wenigsten besaß Plock, nämlich 43. An Dörfern besaß Augustowo die größte Zahl, nämlich 4471. Es folgten Masovien mit 4308, Plock mit 3921, Kalisch mit 2588, Sandomir mit 2084, Krakau mit 1755 und Podlachien mit 1678; die wenigsten hatte Lublin, nämlich 1500. Polen besaß demnach sehr viele städtische Ortschaf⸗ ten; da das Areal des Königreichs zu 2331 geographische Quadratmeilen berechnet ward, kam auf einen Flächenraum von etwa 5 Quadratmeilen be⸗ reits eine Stadt, doch waren die Städte freilich oft nur von geringem Be⸗ lang; es gab nur 4 Städte im ganzen Königreich, die eine Bevölkerung von mehr als 10,000 Einwohnern beiderlei Geschlechts besaßen. Selbst im Jahre 1830 *), wo eine genaue statistische Aufnahme aller Ortschaften des Reiches erfolgte, hatte sich diese Zahl nicht erhöht; es gab auch da⸗ mals nur 4 Städte mit einer Volkszahl von mehr als 10,000 Seelen, nämlich Warschau, welches 139,654, Lublin, welches 13,809, Kalisch, wel⸗ ches 11,897, und Lowitsch, welches 10,903 Einwohner zählte. Dann solg⸗ ten 9 Städte mit einer Bevölkerung von mehr als 5000 Einwohnern,
die Stadt Plock mit 9988 Einwohnern, 5
» Czenstochau 9473 . Sieradz 6407 88 Osorkow 5878 Kalwaria 5842 Samosz 5828 Grubeschow 5480 Miendzyrcecz 5211 Petrikau „ 5197
Es gab also im Ganzen nur 13 Städte mit einer Bevölkerung von mehr als 5000 Seelen. In allen übrigen Städten, deren Zahl 432 be⸗ trug, hielt sich die Bevölkerung unter 5000 Seelen.
„Die im russischen Text uns vorliegende Städte⸗Tabelle, die nur die wichtigsten dieser Städte verzeichnet, hebt aus dieser Zahl noch namentlich 17 größere Städte, die eine Bevölkerung von 4 bis 5000, und 21, die eine Bevölkerung von 3 bis 4000 Seelen hatten, hervor; während wir aus an⸗ deren Mittheilungen wissen, daß die Zahl der Städte, welche zwischen 2 bis 3000 Einwohner zählten, 46, und die Zahl derer, welche zwischen 1 bis 2000 Einwohner zählten, 162 betrug. Es gab also im Königreich Polen im Ganzen 249 Städte mit einer Bevölkerung von mehr als 1000 Seelen, während alle anderen, deren es doch noch 196 gab, eine geringere Volks⸗ zahl besaßen. Ja es gab Städte darunter, die noch nicht von 200 Men⸗ schen bewohnt wurden; Sterdyn, in der Woiwodschaft Plock, hatte wenig über 150, Gosczon in Masovien, die kleinste Stadt in ganz Polen, 45 Einwohner in 7 Häusern.
Der Stammverschiedenheit nach gab es im Jahre 1828: Polen über 3 Millionen; Juden gegen 400,000; Deutsche über 300,000; Litthauer ge⸗ gen 300,000 und Rußngaken gegen 100,000. Den Religionen nach unter⸗ schied man in demselben Jahre:
3,471,282 Bekenner der römisch⸗katholischen Kirche; 83384,263 Juden, und zwar nur Talmudisten; II1“ und 232,744 Lutheraner und Reformirte;
wozu noch 2 Pfarrgemeinden der Mennoniten mit 2 Bethäusern, 500 Fa⸗ milien der Philipponen (die ebenfalls 2 Gemeinden mit 2 Kapellen bilde⸗ ten) und die nur in geringer Anzahl vorhandenen Muhamedaner, die un⸗ ter 2 Imams standen und 2 Metscheds besaßen, ferner die in einigen Distrikten Polens zerstreut und ohne feste Wohnsitze lebenden Zigeuner, so⸗ wie endlich die damals ebenfalls nur in geringer Zahl vorhandenen Be⸗ kenner der griechisch⸗russischen Kirche kommen, die im Jahre 1828 erst 1 Kloster und 7 kleine Kapellen besaßen. Die herrschende Kirche war die katholische. Es bekannte sich zu ihr fast ohne Ausnahme der ganze Stamm der Polen. Man zählte in jenem Jahre bereits 1917 Pfarrkirchen, und 309 Filialkirchen und Kapellen. Die Priesterschaft bestand aus 2369 Mit⸗ gliedern, den hohen Klerus ungerechnet. Mönchsklöster gab es 156 mit 1783 Mönchen; Nonnenklöster bestanden 29 mit 354 Nonnen. Zugleich besaß die katholische Kirche 15 geistliche Seminare, in denen 370 Zöglinge unterrichtet wurden. Die höchste Leitung der geistlichen Angelegenheiten stand unter einem katholischen Erzbischofe, der in Warschau residirte, und dem die 6 Bischöfe zu Lublin, Krakau, Plock, Kielce, Wigry und Chelm untergeordnet waren. Katholische Dekanate bestanden 151.
Die meisten Bekenner zählte nach dem katholischen Kult, wie wir oben sahen, die mosaische Lehre. Es gab 384,263 Juden beiderlei Geschlechts, die größtentheils in den Städten lebten und in deren Händen der ganze Handel war. 308,578 Juden waren nämlich Bewohner der Städte, nur 75,685 (noch nicht ganz ein Viertheil der städtischen Judenschaft) hielt sich in den Ortschaften des platten Landes auf. Es gab eine große Zahl jü⸗ discher Synagogen, fast der unbedeutendste Ort des Staates zählte eine, oft zwei, drei und mehr Synagogen und Tempelschulen. Alle zusammen standen unter 62 Inspectionen.
Die 232,744 Mitglieder der evangelischen Gemeinden, die sich hier noch streng in Lutheraner und Reformirte absonderten, bildeten 41 größere und kleinere Gemeinden, die unter einem Superintendenten und 37 anderen
*) Es gab in diesem Jahre 453 Städte und Städichen im Königreich Polen; die Zahl derselben hatte sich also gegen das Jahr 1828 um 9 ver⸗ E Unter diesen Städten befanden sich 211 Kron⸗ und 242 andere
Geistlichen standen, und deren Angelegenheiten, was die evangelisch⸗ ⸗ rische Konfession betrifft, das Konsfioium zu Kalisch leitete. 5he sch⸗ „Vom Jahre 1828 bis Ende 1831 war die Zunahme in der Popula⸗ tion wenig erheblich; die Unruhen, welche Polen in der letzten Zeit jener Periode zerrüttet hatten, übten auch einen höchst nachtheiligen Einsfluß auf die statistischen Verhältnisse des Landes. Die spezielle Zählung im Jahrt 1831 ergab einen Bevöllerungsstand des Reiches von 8 4,137,634 Seelen mit Ausschluß der Armee, welche dazumal 36,840 Mann stark war. Die Totalbevölkerung des Landes betrug demnach: 8 A 4,174,474 Seelen, d. h. nur 41,279 Seelen mehr als bei der Zählung im Jahre 1828. Von jenen 4,174,474 Individuen waren 2,066,445 männlichen und 2,071,189 Felecachen vr. . hleichzeitig 915,873 Personen beiderlei Ge⸗ in den Städten und 3,221,76 ers 1 1
TE1 221, Personen beiderlei Geschlechts auf
Langsam nur erholte sich das Land von seinen Wunden. Die Jahre 1832, 33, 34 zeigten eine kaum merkliche Zunahme der Bevölkerung. Wenn dennoch die Zählung des Jahres 1837 einen nicht ganz unbeträchtlichen Zuwachs gegen das Jahr 1831 herausstellt, so muß man einen guten Theil dieses Zuwachses auf die aus dem Innern des Reiches herangezogenen russischen Familien rechnen. Im Jahre 1837 betrug die Gesammt⸗Bevöl⸗ kerung Polens demnach 4,298,962 Seelen, d. h. 161,328 Einwohner bei⸗ der Geschlechter mehr, als die Zählung 6 Jahre zuvor ergeben hatte. Nur 26,888 Seelen betrug der durchschnitiliche Zuwachs des einzelnen Jahres, d. i. nicht viel mehr als ½ Prozent der Total⸗Bevölkerung.
Von dieser Bevölkerung kamen auf die einzelnen Gouvernements (denn der Name Woiwodschaft war laut Kaiserl. Ukase vertilgt worden):
Wovon in den in den Städten Dörfern lebten: 275,220 361,237 86,436 410,371 105,677 460,358 78,439 303,264 120,555 398,375 88,778 327,108 122,646 526,682 Krakau 433,787 79,148 354,639 auf das ganze Königreich wie oben 4,298,962 956,928 3,342,034
Die städtische Bevölkerung verhielt sich demnach zur Land⸗Bevölke⸗ rung wie 1: 3,49, während 1828 das Verhältniß 1: 3,5s war. Die städ⸗ tische Bevölkerung hatte sich also gegen die ländliche noch um etwas ge⸗ hoben, obgleich sie schon im Jahre 1828 eine im Vergleich mit anderen Ländern ungewöhnlich große genannt werden konnte. Im eigentlichen Ruß⸗ land (vergl. Nr. 360 im vorzgen Jahrgange dieser Zeitung), wo das städ⸗⸗ tische Element neuerlich ebenfalls sich geltend zu machen strebt, war dennoch im Jahre 1838 das Verhältniß der städtischen zur Land⸗Bevölkerung nur erst wie 1: 10,43, und nur wenige Gouvernements gab es, wo ein dem in Polen stattfindenden einigermaßen analoges Verhältniß sich kund gab, wie z. B. in Taurien, Astrachan u. s. w.
Der obenerwähnte Statistiker Koeppen theilt uns auch die Bevölke⸗ rung nach den Standes⸗Verschiedenheiten und nach den Religionen geson⸗ dert mit. 1837 war demnach die Bevölkerung folgendermaßen vertheilt:
In den In den Städten. Dörfern. Ueberhaupt. 23,731 259,689 283,420
1.““
836,486 496,807 566,035 381,703 518,930 415,886 649,328
Masovien mit Einschluß der Hauptstadt Warschau..
Plock
Augustowo
Podlachien
Lublin
Sandomir
1 e 1 2) Individuen anderer veaba
“ risten
I Hebräer
e.) Muhamedaner... 75
3) Stadt Warschau Ueberhaupt, wie oben,
458,343 3,009,448 3,467,791 b 338,677 72,630 411,307 ½ 3,879,440 267 342 136,102 — 136,102 956,928 3,377,051 7,5508,007
Die Zahl der Adeligen verhielt sich demnach zu der Za ivi⸗ duen anderer Stände wie 1: 13,88. 28 ee 4* 14te F Pe. Adeliger. Die Hebräer verhielten sich zu den Christen wie 1: 8,61; sie bil⸗ deten mehr als den ien Theil der Gesammt⸗Bevölkerung des Königreichs
Nhn 1 “ nur 384,263 (d. h. 27,044 weni⸗ ger a 1 etragen, davon 308,578 in den Städten* 5,685 dem Aans Lande lesren. — EE1“
1 m Jahre 1838 war, ebenfalls nach den Angaben Koeppen's di ⸗ völkerung des Königreichs Polen bereits auf 4,338,509 Indieibuen 866,2 Geschlechts herangewachsen, worunter 3,904,579 Christen und 453,930 Nicht⸗Christen (d. h. Juden, Muhamedaner und Zigeuner) sich befanden. Warschau allein zählte 139,671 Bewohner, wobei 36,390 Hebräer. Da die Gesammtzahl der Einwohner des Königreichs Polen sich im Jahre 1837 Seöö. 6e 9 eg hieraus, daß die Bevölkerung in einem Jahre überhaupt um 1,38 % zugenommen hatte. Ir „ trug der Zuwachs der Hevölterung 2,62 8. “
Die auf gesandtschaftlichem Wege von der Redaction des Gothai⸗ schen genealogischen Kalenders aus St. Petersburg eingezogenen Bevölkerungslisten, welche sich auf das ganze russische Reich beziehen, aber in vielfachem Widerspruch mit den Angaben des Akademikers Koeppen für das Jahr 1838 stehen, theilen unter Anderem auch den Bevölkerungsstand des Königreichs Polen in neuester Zeit (für welches spezielle Jahr, ist in
gelassen) mit, wonach die B olkerung
dem Jahrgang auf 1845 unberührt bereits auf 4,888,009 Seelen .“
angewachsen sein soll. Hiernach würde sich ein Zuwachs von 529,500 See⸗ len gegen das Jahr 1838 herausstellen, welcher, wenn man das oben er⸗ mittelte Verhältniß von 1,38 % pr. Jahr zum Grunde legt, erst nach mehr denn 8 Jahren bätte erreicht werden können. Jene Zahl 4,888,009 dürfte daher für den heutigen Augenblick mehr Gültigkeit haben, als für das Jahr 1843, welches vielleicht bei jener Bevölkerungs⸗Angabe stillschweigend an⸗ genommen worden ist. In der Mittheilung, die wir dem Gothaischen genealogischen Kalender entlehnt haben, stehen auch die Bekenner der nicht zur orthodoxen oder herrschenden Lehre gehörenden Kirchen ver⸗ zeichnet. Es zählte Polen demnach in neuester Zeit:
217,957 455,330 564
*) Die Zahl der in den Städten lebenden Juden betrug daher mehr als das Vierfache der in den Flecken und Dorfschaften des platten Landes sich aufhaltenden. Besonders reich an Juden war die Hauptstadt Polens, wo eine merkwürdige Zunahme der jüdischen im Gegensatz zur christlichen Bevölkerung sich seit Anfang dieses Jahrhunderts herausgestellt hat. Im Jahre 1800 hatte Warschau 74,590 Einwohner beiderlei Geschlechts, worunter 9724 Juden sich befanden. 1818 war die jüdische Bevölkerung bei einem Total von 80,000 Seelen bereits auf 16—18,000 gestiegen; 1826 hatte Warschau 126,433 Bewohner, darunter 28,044 Juden. 1828 zählte man der Letzteren 30,459 bei einer Gesammt⸗Bevölkerung von 136,724 Seelen. 1830 hatte Warschau 139,054 Einwohner, worunter nahe 31,000 Juden; im Oktober 1831 ergab die Volkszählung in der Hauptstadt 113,953 Seelen — eine Folge der Insurrertion, an der besonders die christliche Bevölkerung Theil nahm, wäh⸗ rend die jüdische Bevölkerung weniger davon betrossen wurde — man zählte demnach noch 29,214 Juden. Endlich im Jahre 1838, wo die Bevölke⸗ rung Warschau'’s nach den Berichten Koeppen’s auf 139,071 Bewohner an⸗ gewachsen war, zählte die jüdische Bevolkerung bereits 30,390 Seelen, also beinahe das Viersache gegen das Jahr 1800, während die christliche Popu⸗ lation sich nur etwa verdoppelt hatte. 8