1846 / 196 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

eine Zweigbahn nach im Bau ist), etwa Der Wagenzug

von welchem aus künftig

Fampoux (der Ort, w t soll, die auch schon

Hazebrouck geführt werden 8 Kilometer von Arras, nach Lille zu, angelangt. war außerordentlich stark, er zählte nicht weniger als 29 Wagen, und man hatte daher wegen der Schwere der fort⸗ zuschaffenden Last für nöthig gefunden, zwei Lokomotiven vor⸗ anzuspannen. Nun soll aber, wie wenigstens allgemein ver⸗ sichert wird, in der Entfernung eines halben Kilometers von dem Orte Fampour auf der Bahn der Boden, sei es durch den Einfluß des Regens der letzten Tage, oder aus welcher Veranlassung immer, sich gesenkt haben, so daß natürlich die Schwellen, auf denen die Schienen ruhen, auch nachgaben und die Schienen selbst ihren festen Stützpunkt verloren. Die Folge davon war, daß, als der Wagenzug auf dieser verhängnißvollen Stelle ankam, die Verbindungsfkette zwi⸗ schen dem dritten und vierten Waggon zerriß. Die beiden Lokomo⸗ tiven mit ihren Tendern und die drei ersten Waggons kamen übri⸗ gens glücklich über die gefährliche Stelle weg und setzten ihren Weg fort. Nicht so der vierte Waggon. Vom vorausgehenden Wagen⸗ zuge getrennt, lief dieser ungefähr eine Strecke von 120 Metern Länge weiter fort, sich unaufhörlich scharf an der Innenseite der Schiene reibend und dabei schon aus dem Geleise den Boden aufwühlend, bis endlich eines der Widerlager, auf welchen die Schienen unmittel⸗ bar ruhen und auf welchen sier solid befestigt sind, brach und nun der Waggon, völlig aus dem Geleise kommend, den dort mehr als 18 Metres hohen Abhang hinabstürzte. So wurden noch 11 andere Waggons in die Sümpfe unten, deren Tiefe über mehr als drei Metres beträgt, mit hinabgerissen! Dasselbe Schicksal hatte die jetzt auch die Eisenbahn benutzende Diligence Laffitte und Caillard, die der Messageries Royales, welche aber weniger beschädigt wurde, und ein anderer Wagen, welcher den Messageries Picardes zugehört. Der letztere hatte das schlimmste Loos, er wurde buchstäblich in Stücke zerschmettert. Man kann sich keine Idee machen von der furchtbaren Jammerscene, welche dem Blick in diesem Augenblick sich darbot, sagt ein Augenzeuge, der das Glück hatte, mit einer leichten Quet⸗ schung wegzukommen. Auf die erste Kunde von dem schrecklichen Unglück waren die Aerzte und Apotheker von Arras, wohin durch Noth⸗Signale die Nachricht gelangt war, an Ort und Stelle geeilt, um zu helfen und zu pflegen. Kurz darauf kamen auch die Gerichts⸗ Behörden herbei, denen dann auch Militair⸗Abtheilungen folgten. Unverzüglich wurden die Arbeiten begonnen, um zu retten, wo Ret⸗ tung noch möglich war. Am 8ten Abends 10 Uhr waren die Re⸗ sultate dieser Arbeiten folgende: Man hatte 11 Todte und 20 Ver⸗ wundete aus den Sümpfen herausgebracht. Allein die Zahl der Letz⸗ teren vermag nicht genau angegeben zu werden, da mehrere Ver⸗ wundete sogleich nach Douai geschafft wurden, andere in einer Ent⸗ fernung von 16 Kilometern verschiedene Richtungen einschlugen. Das Dorf Fampouy allein hat ungefähr ein Dutzend von Verwundeten aufge⸗ nommen. Unter den Verwundeten wird auch der General Oudinot und sein Adjutant angeführt. Der General selbst kam jedoch mit einer leichten Ver⸗ wundung davon, während seinem Adjutanten 3 Rippen eingestoßen wurden. Unter den Todten zählt man zwei Eisenbahn⸗Beamten, die gänzlich zerschmettert wurden. Diese hatten sich in dem Waggon für die Waaren befunden. Aber leider ist zu fürchten, daß auch die Zahl der Todten beträchtlicher sich herausstellen wird, als oben angegeben. Denn mehrere ganz im Morast und Schlamm versunkene Waggons waren vorgestern Abend noch nicht herausgezogen. Sechs Waggons sind in das Sumpfwasser gefallen; die sechs anderen, welche gleich⸗ falls aus dem Schienengeleise gekommen, blieben am Abhange der Bahn hängen. Einige der ins Wasser gefallenen Reisenden waren so glücklich, dem Tode zu entgehen. Unter diesen nennt man den Arzt Dr. Lestiboudois von Lille. Er war schon dem Ertrinken nahe, als es ihm noch gelang, das Glasfenster des Waggons, in welchem er sich befand und das durch den Sturz des Waggons gerade über seinem Kopfe zu stehen gekommen war, zu zerbrechen, so seinen Kopf frei zu bringen und eine hinläng⸗ lich feste Stütze zu erhalten, um seine vollständige Rettung abwarten zu können. Er ist mit einer Verwundung an der Hand weggekom⸗ men, die er sich beim Einschlagen des Glasfensters verursachte. Herz⸗ zerreißende Auftritte sind vorgekommen. Eine Frau von Creil, die sich mit zwei Kindern in einem Waggon befand, wurde mit demselben in den Sumpf geschleudert und verlor den einen ihrer Knaben, der an— dere kam unverletzt davon und wurde von den Einwohnern von Fampoux aufgenommen. Auch die Mutter wurde noch gerettet, ist aber sehr schwer verletzt. Der Inspektor der Linie befand sich in dem ersten Waggon, der sich von dem Wagenzuge losriß und fiel ins Wasser. Durch eine bis jetzt unerklärliche Fügung der Vorsehung war er so glücklich, sich unbeschädigt herauszuarbeiten, und einer der Ersten, die auf dem Platze waren, um Hülfe zu bringen. Gestern früh um 9 Uhr waren die Ingenieure auf der ganzen Linie mit Un⸗ tersuchungen beschäftigt, ohne daß man noch vermochte, die Ursachen des Unglücksfalles genau anzugeben. Man arbeitete noch immer am Herausziehen der versunkenen Waggons und der darin befindlichen verunglückten Personen.

Brüssel, 10. Juli. ur Eine Stimme über die

(Aach. Z.) Schon längst herrschte hier Eilfertigkeit, mit der die Nordbahn zu

Bekanntmachungen.

525] BI 6 8blbaxnh den 5.

Nachdem auf den Antrag des Bürgermeisters Staege⸗ nann zu Wangerin das in Hinterpommern im Regen⸗ walder Kreise belegene Lehngut Glietzig c. zur Subha⸗

ation gestellt worden, werden demzufolge in Gemäßheit des Gesetzes vom 11. Mai 1839 sämmtliche Agnaten des v. Borckeschen Geschlechts, Gesammthänder und Mitbelehnte, welche an dem vorerwähnten Gute Glietzig c. zu Lehn berechtigt sind, ingleichen nachstehende ihrem Aufenthalte nach unbekannte Agnaten des gedachten Geschlechts, als:

1) der Ernst Curt Gottlieb v. Borcke,

2) der Ferdinand Wilhelm v. Borcke,

3) der Ernst August Magnus Friedrich Wilhelm v.

Borcke,

4) der Friedrich Heinrich Graf v. Borcke,

5) der Major Georg Ludwig Friedrich v. Borcke, frü⸗

her in Berlin,

6) der Carl Theodor v. Borcke,

7) der Oberst⸗Lieutenant Otto Christoph v. Borcke,

sonst zu Frankenstein,

8) der Major Carl Caspar v. Borcke, früher zu Torgau,

9) der Major Ernst Friedrich v. Borcke, ehemals zu

legt werden.

müssen, was

A1

lgemeine benchcium taxae und das Vorkaufsrecht, binnen 6 Mo⸗ naten, spätestens aber in dem auf

Janunar 1847, vor dem Deputirten, Wendtlandt, in unserem Geschäftslokale Termine entweder in Person oder durch

esgerichte angestellten, formation versehenen Justiz⸗Kommis⸗

hiesigen Ober⸗Land Vollmacht und In sarius, wozu denen, fehlt, der Justizrath Calow, Lencke und Pfotenhauer vorgeschlagen werden, anzuzeigen und nachzuweisen.

Bei ihrem Ausbleiben rechte an dem gedachten Gute Glietzig c. klärt und ihnen damit ein ewiges Stillschweigen aufer⸗

Auch werden zu Real⸗Prätendenten an dem Gute Glietzig c. zur Aus⸗ führung ihrer Rech daß die Ausbleibenden

von den bekannten Real⸗Prätendenten mit den übrigen Betheiligten verhandelt wird.

Stettin, den 14. Mai 1846. Königliches Ober⸗Landesgericht.

te unter der

844

und Sachverständige behaupteten laut, daß meh⸗ rere Theile derselben mit wahrer Sorglosigkeit ausgeführt worden, wobei nicht zu vermeiden wäre, daß sich ein solches ÜUnglück zugetra⸗ gen. Allgemeine Entrüstung herrscht hier darüber, und die öffent⸗ liche Stimmung ist der Bahn so wenig günstig, daß, sollte nur der kleinste Unfall sich wieder auf der Bahn ereignen, dieselbe ganz in Mißkredit gerathen wird. Die Messageriewagen nach Paris sind auf die nächsten Tage schon genommen, und es giebt Leute genug, die für die erste Zeit eingeschüchtert sind und nicht eine Fahrt auf der Bahn wagen wollen. So wie die Anlage der Bahn mangelhaft, ist auch der Verwaltungsdienst auf derselben schlecht be⸗ stelt. Die größten Klagen darüber werden täglich laut, und unzäh⸗ lige Reisende haben ihr Gepäck auf derselben verloren. Der Grund dazu soll darin liegen, daß so viele Personen nur auf mächtige Em⸗ pfehlungen hin, die aber nicht im entferntesten dazu qualifizirt waren, dabei angestellt werden. Freilich mag die Wahl des Herrn Roth⸗ schild und anderer Herren sehr schwer gefallen sein, da 43,000 An⸗ stellungsgesuche bei ihnen eingelaufen sein mögen. Jedenfalls hätte man aber unter den Tausenden wohl ein bessere Wahl treffen können, als gesche⸗ hen, da die Erfahrung zeigt, daß diese Herren nicht im entferntesten ihrem Berufe gewachsen sind. Mit Recht sind wir Belgier stolz auf unsere Bahn und ihre bisherigen Erfolge. Dienstag brach in der Naͤhe von Cumptich die Achse eines Waggons, wodurch aber der Zug durchaus keinen Schaden nahm und nur ein Aufenthalt von wenigen Stunden entstand. Möchte die Umsicht unserer Verwaltung und die Gewissenhaftigkeit, mit der unser Eisenbahndienst betrieben wird, fer⸗ ner unser Land vor solchen Unfällen bewahren, damit nicht eigenes Verschulden die Verantwortung dafür zu tragen hat. b

Selten kömmt ein Unfall allein. Eine Abtheilung Pioniere war herbeigeholt, um die bei Arras im Morast festsitzenden Waggons her⸗ vorzufördern. Die dazu gebrauchte Maschine brach, und ein paar Soldaten wurden dadurch lebensgefährlich verwundet. Die Eman⸗ cipation, die freilich im französischen Interesse schreibt, behauptet, daß an dem Damm durchaus nichts beschädigt und daß es unerklär⸗ lich sei, wie die Schienen sich gelöst.

Brüssel, 11. Juli. (Düss. Z.) Der Dienst auf der Nord⸗ bahn zwischen hier und Paris ist nicht eingestellt. Im Gegentheil reisten gestern 25 Personen, darunter eine, welche dem Unglückszuge angehört, von hier nach Paris. Es hieß zwar hier, die Actien⸗ Gesellschaft selbst wolle hemmend einschreiten, allein auch diese Aeu⸗ ßerung gehört zu den vielen Gerüchten, mittelst welcher man seit dem gten die Neugierigen füttert. Ueber die Grundursache des Unglücks geben die Blätter noch keinen Aufschluß. Alles, was man darüber bisher erfahren konnte, beschränkt sich auf Folgendes: Die Bahn neigt sich etwa 600 Metres von Roͤeux um nahe an 4 Millimeter per Meter und steigt dann wieder um 1 ½ Millimet. in derselben Entfernung. Auf jener Stelle des Bahndammes, wo die Neigung aufhört und das Steigen beginnt, ereignete sich das Unglück, das, wie ein Augenzeuge, der Conducteur der Messagerie royale, versichert, dadurch entstand, daß die Kette riß, welche zwei Waaren⸗Waggons, unmittelbar hinter dem Tender der zweiten Lokomotive, an ersteren knüpften. Obgleich hierdurch vom Zuge getrennt, setzten beide Lokomotiven ihren Lauf noch eine Strecke sort, was von einem Mangel an Aufmerksamkeit der beiden Mecha⸗ niker oder Maschinisten zeugt. Endlich merkte der der zweiten, daß er vom Geleise abgekommen sei,

ei k er pfiff dem der ersten, und sie hielten still. Während dieses Augenblicks waren die bei⸗ den Waaren⸗ Waggons in

den Abgrund gestürzt, der etwa 8 bis 9 Metres mißt und einen

Sumpf bildet. Diesen beiden Waggons folgten sieben andere Wagen, ebenfalls außer dem Geleise und den Abgrund hinunterstürzend. Der 6te und 7te Wagen dieser zweiten Abtheilung erhielten sich noch auf der Bahn, und diese hemm⸗ ten die dritte Abtheilung des Zuges, die ebenfalls verloren gewesen wäre, wenn sich kein solches Hinderniß gefunden hätte. Nur die letzten 6 bis 7 Wagen behaupteten sich auf den Schienen, daher auch die darin Sitzenden durchaus keinen Schaden litten. Zum Glück ist die zuerst angegebene Zahl der Opfer übertrieben. Vorgestern früh waren erst 11. Todte dem Sumpfe entzoges und 4 andere be⸗ merklich geworden. Bei Valenciennes verlor auf der Fahrt von Paris sein Leben. Pprovisorisch wird man sich zwischen Douai und zweiten, unversehrt gebliebenen Bahn bedienen.

Paris, 11. Juli.

Ende geführt wurde,

gestern ebenfalls ein Eisenbahnbeamter

Arras der

Nach heutigen zuverlässigen Nachrichten sind bei der Katastrophe auf der Nordbahn zwei Wagenführer und drei⸗ zehn Reisende umgekommen; sieben Passagiere wurden verwundet; unter den Letzteren befindet sich ein Adjutant des Generals Oudinot, den man schon todt gesagt hatte. Der Anlaß zu dem großen Un⸗

glück soll streng untersucht werden.

Berlin-Potsdamer Eisenbahn. In der Woche vom 7. bis incl. qen 13. Juli c. sind auf der Ber- lin-Potsdamer Eisenbahn 13,238 Personen cX“*“

Juli geschlossen auch der Verkauf der um 10 Uhr Vormitt., stellung ist bis Ober-Landesgerichts-Referendarius S

anberaumten einen bei dem

mit gehöriger

welchen es hier an Bekanntschaft Hanow und die Justiz⸗Kommissarien

vuxehe

Ex

werden sie aller ihrer Lehn⸗ verlustig er—

diesem Termine die unbekannten nach Ankunf

Verwarnung vorgeladen,

A t lles gegen sich gelten lassen fellichaft in Berlin.

Erster Senat.

Dampfschifffahrt

zwischen Magdeburg und Hamburg Abfahrt

von Magdeburg täglich Nachmittags 3 Uhr,

t des Eisenbahn⸗Zuges, von Hamburg täglich Abends 6 Uhr.

Billets ertheilt zu ermäßigten Preisen die Passa⸗ gier⸗Expedition der Berlin⸗Anhaltischen Eisenbahn⸗Ge⸗

Die Direction der vereinigten Hamburg⸗Magdeburger Dampfschifffahrts⸗Compagnie. Holtzapfel.

Handels⸗- und Börsen⸗Nachrichten.

Marktpreise vom Getraide.

Berlin, den 13. Juli 1846.

Zu Lande: Weizen 2 Rthlr. 19 Sgr. 2 Pf.;

pf. (neuer), 2 Rthlr. 2 Sgr. 5 Pf. auch 2 Rthlr.;

gr. 7 Pf., auch 1 Nihlr. 6 Sgr. Eingegangen sind

Zu Wasser: Weizen (weißer) 2 Rthlr. 25

Rihlr. 19 Sgr. 2 Pf. und 2 Nthlr. 12 Sgr.; Roggen

auch 1 Rthlr. 28 Sgr. 10 Pf.; große Gerste 1 Rthlr. 13 Sgr.

1 Rthlr. 4 Sgr. 7. Pf., auch 1 Rthlr. 3 Sgr. pf

Sorte) 2 Rihlr. Eingegangen sind 573 Wispel 14 Scheffel.

Sonnabend, den 11. Juli 1846.

Das Schock Stroh 7 Rthlr., auch 6 Rihlr. 7 Sgr. Heu 27 Sgr. 6 Pf., auch 20 Sgr.

2 Rthlr., 2 Pf.;

Auswärtige Börsen.

Niederl. wirkl. Sch. 61 ⅔. 5 % Span.

Amsterdam, 11. Juli- Zinsl. 5 . Preuss. Pr. Sch. —.

3 % do. —. Pass. 4⁰ % Rass. Hope 91 ½. Antwerpen, 10. Juli. Frankfurt a. M., 12. Juli 1895.93 Bayr. Bank-Actien —. Hope —. 300 Fl. 95 ¾ G. d. 500 Fl. 79 ⅔⅜ G. London, 10. Juli. Cous. 3 % 95 ½. Belg. 97 . 96 ½. Passive 5 ½ ¼. Ausg. Sch. 164¼¾. 15 ½⅔. 2 ½% Holl. 60 ½ 59 ⅞. Neue Port. 49. 48 Engl. Russ. 112. 111. Bras. 86. 84. chili 97. 95. Peru 38 37 ½. Paris, 10. Juli. 5 % Rente fin cour. Wien, I1. Juli. 5 % Met. 111 ⅛. 4 % do. 100 ½, 3 ⁰% 74 ¼. Actien 1558. Apl. de 1834 154 ¾. 4o. 1839 122 ⅛. Nordb. 183 ⅛. Mail. 116 4%. Livorn. 108 ½. Pest. 93 ½. Budw. —.

—. Ausg. —. Ziusl. Neue Aunl. 19 %.

5 % Met. I12 ¾ Br. Bank-Actien Stiegl. Int. 60 ⅛. 60.

121 65

Meteorologische Beobachtungen.

Roggen 2 Rthlr. 7 Sx 24 Wrspel. Sgr. 2 Pf., auch

4 Pf.; Erbsen (schletz

6 Pf. Der Cent

Neue Anl. 25 29 8 49% doe. 94 ½ 9 Mex. 27½ 3 % do. ün cour. 83,¼

Gloggu.

as Abo

2 Uthlr. für ¼ Jahr.

1 Rthlr. ½ Jahr.

8 Üthlr. 1 Jahr.

auli allen Theilen der Monarchie zuswt ohne Preis —Erhöhung. sech nsertions-Gebühr für den saum einer SZeile des Alla

Anzeigers 2 Sgr.

19

nhalt.

A.Amtlicher Theil.

.Berlin. Gesetz über die Erwerbung von Grundeigenthum

f stische Personen des Austandes.

Heutsche Bundesstaaten. K önigreich Bavern. Das diesjährige Ucbungslager bei Augsburg. Königreich Sachsen. Erklärung der leipziger Buchdrucker⸗Innung. Großherzogthum Baden. Landtag. Herzogthum Holstein. Das neue Dampfschiff „Kopen⸗

Dan hagen“. 1n gesterreichische Monarchie. Wien. Graf Peter von Goëß †. rankreich. des Herzogs von Aumale aus Al⸗

Paris. Rückkehr gerien. Begnadigung Montholon's und Urtheilsspruch gegen die Mit⸗ Entlassungs⸗Gesuch Soult's.

schuldigen der Flucht Louis Napolcon'’s. d— Andienz des General⸗Konsuls in der Moldau und Wallachei.

Nachfolger Bruat’'s in Oceanien. Aufbringung eines Sklavenhänd⸗ lers. Vermischtes. Schreiben aus Paris. (Minister Salvandy in

Abends 10 Uhr.

1846.

Nachmittags 2 Uhr.

Morgens

6 Uhr.

Nach einmalixger Beebachtung.

Algier.) großbritanien und Irland. London. Parlamentswahlen. Irland. Schreiben aus London. (Das

Luftdruck 336,11“ Par. 335,710Par. Quellwärme 7i eb; Luftwärme.. Thaupunkt.. Dunstsättigung. Wettor . bezogen-. Wind.. SW.

Wolkenzusgs.. Tagesmittel: 336,4 10 Par. 8

337,42“ Par. + 16,0“ n. + 13,0“ R. 80 pct. 54 PcCt. 83 pCt. bezogen- Regen. SSW. S.

SS + 14,4⁰. X+ 18 1 9n.. + 13,5“9 R. 72 pct.

R. + 2˙,9° K. + 16,5“ R. Flusswärme 16,90 k + 13,5° R. + 14,00 R. Bodenwärme 17,2 k Ausdünstung 0,008 R. Niederscblag 0,293˙R; Wäaärmewechsel + 79

Der neue Lord⸗Lieutenant von 2 Whig⸗Ministerium in der Zuckerfrage und seine Stellung zu Sir R. Peel.) Kiederlande. Aus dem Haag. Rückkehr des Königs. Provinzial⸗ sände⸗Wahlen. Annullirung eines Beschlusses der limburger Stände. dänemark. Kopenhagen. Königliches Manifest über die Erbfolge. Programm sür den Besuch der schwedischen Königsfamilie in Däne⸗ mark. gchweiz. Kanton Bern. Abstimmung über den Verfassungs⸗Entwurf. Kanton Basel. Unruhen in Folge der hohen Brodpreise. talien. Rom. Charakterzüge des Papstes. egypten. Alexand rien. Nahe Abreise Mehmed Ali's.

W. Dr.

Königliche Schauspiele.

Donnerstag, 16. Juli. Im Opernhause. Opernhaus⸗ und Schauspielhaus⸗Abonnement: Die Jungfra Orleans, romantische Tragödie in 5 Abth., von Schiller. Mad. Rettich: Graf Dunois und Johanna, als Gastrollen.)

fang 6 Uhr.

Mit aufgehobent

(Herr m

Barth. gisenbahnen. Brüssel. Weitere Nachrichten über das Unglück auf der Norbbahn. Paris. Verurtheilung wegen des Unfalls auf der Eisenbahn von St. Etienne nach Lvon.

ndels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Berlin. Schreiben aus Amsterdam. Boörsen⸗- und Marktbericht.)

u- Börse.

Zu dieser Vorstellung werden Billets zu den gewöhnlichen Open

haus⸗Preisen verkauft.

Freitag, 17. Juli. Im Opernhause. Vorstellung: Der Freischütz, Oper in 3 Abth. Weber. (DOlle. Kirchberger, vom ständischen Theater zu Prag: als erste Gastrolle.) Anfang halb 7 Uhr.

Zu dieser Vorstellung werden Billets zu den gewöhnlichen Oyenm

haus⸗Preisen verkauft.

Im Königlichen Schloßtheater zu Charlottenburg: Das Wasser, Lustspiel in 5 Abth., nach Scribe, von A. Cosmar. fang 6 Uhr.

Billets zu dieser im Billet⸗Verkaufs⸗Büreau des im Schloßtheater zu Charlottenburg

Sonnabend, 18. Juli. Im Schauspielhause. ments⸗Vorstellung: Tasso's Tod, Trauerspiel in 5 Abth., von E. pach. (Herr und Mad. Rettich: Este, als Gastrollen.)

Königsstädtisches Theater.

Donnerstag, 16. Juli. Einen Jux will er sich machen. mit Gesang in 4 Akten, von J. Nestroy.

Vorstellung sind bis Freitag, Mittags 1

an der Kasse zu haben.

Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei.

r Anzeiger. und hört mit diesem Tage Loose auf.

dahin täglich von 10—5 und untags von 11—5 Uhr geöffnet.

Beschreibung der Kunstkamme

Die Aus⸗ ler. 1 Thlr.

[621] Aus dem meinigen übergegangen: Grundzüge einer Theorie

meister Catel. Mit 1 Kupfer. In 8. Herabgesetzter Preis: 20 Sgr.

Carl Heymann, Heilige Geiststr

[535]

Der Unterzeichnete ist beauftragt, des verstorbenen Apothekers Herrn hierselbst gehörige mit den sub Nris. 69, 70 u. 71 in der Altstadt selbst gelegenen, mit einem Wohnhause, Speicher und Stallungen bebauten Grund

Erfurt,

10) der Hauptmann Graudenz, resp. deren Lehnserben hierdurch aufgefordert, ihre et⸗ wanigen Rechte an dem gedachten Lehngute Glietzig c. insbesondere das Revocations⸗ und t echt, das

Carl August v. Borcke, früher zu [571 b]

Die Gewerbe-Ausstellung in Potsdam wird mit Sonntag den 19ten

20] In allen Buchhandlungen ist

Kugler. 1 Thlr.

Literarische Anzeigen.

zu haben: Beschreibung der Gemäͤlde⸗Gallerie vom Prof.

den dazu gehörigen fünf Ackerstücken, aus fieiel u verkaufen. Kauflustigen, Briefen bis zum 1. heren Memev, den 10. Juni

August c. melden, werden

1846.

83ste Abonneme

Musik von C. M. , Aga Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

Schauspielhauses zu Berlin Und Aber 119te Abomn.

Torquato Tasso und Leonort!

Prof. Kn

früher Maurerschen Verlage ist in d

b der Bauart protestande Kirchen, in besonderer Beziehung auf den Pu

deraufbau ve Petri⸗Kirche, vom 8 Alerhöchsten Ortes beauftragt worden ist. bic

„schichts⸗Malerei bestimmt ist.

die zum Natt Friedrich Manl privilegirte Apotheke nebst den gehörigen Waaren-Vorräthen und Utensilien, zu amc Laboralo, stücken

X1 in porto 1 welche sich persönlich oder in d die den ist.

Bedingungen des Verkaufs ungesäumt mitget

Amtlicher Theil.

dem Büreau⸗Direktor und Compositeur des chiffres im inisteium der auswärtigen Angelegenheiten, Legationsrath de la toir, den Rothen Adler⸗Orden dritter Klasse mit der Schleife; und Gl Dem Rechnungs⸗Rath Karl Pohlandt im Finanz⸗Ministerium Mhn Dienst⸗Charakter als Geheimer Rechnungs⸗Rath zu verleihen.

Bekanntmachung. Bei den hiesigen Briefsammlungen können in Folge neuerer Ein⸗ schtungen auch solche Briefe nach dem Auslande, welche der Absen⸗ Faber zu frankiren wünscht, bis zum Gewichte von 2 ½ Loth, gegen Ent⸗ tung des tarifmäßigen Porto's aufgegeben werden. Zur richtigen hebung des Franko⸗Porto's, sind die Briefsammlungen mit einer Fre versehen worden, welche dieselben auf Verlangen dem Aufgeber des Briefes vorzulegen haben. Von dieser Taxe, welche die Porto⸗ (Sietze für Berlin nach sämmtlichen in- und ausländischen Post⸗Anstal⸗ vi ten, für die verschiedenen Gewichtsstufen bis zu 2 ½ Loth, enthält, ist noch ein geringer Bestand zum Verkaufe vorhanden. Der Preis eines hroschirten Exemplars beträgt einen Thaler. Der Verkauf geschieht in der Hof⸗Postkasse und beim Portier im Postgebäude.

Außer bei den Briefsammlungen können in den Post⸗Büreaus auf den hiesigen Bahnhöfen sowohl Briefe an hiesige Einwohner, als auch weiter zu sendende Briefe ohne Unterschied des Bestim⸗ mungsortes, aufgegeben werden. Die Post⸗-Büreaus auf den Eisen⸗ bahnhöfen stehen eben so oft, wie die Briefsammlungen, mit den Eypeditionen im Postgebäude in regelmäßiger Verbindung.

Berlin, den 11. Juli 1846.

General⸗Post⸗Amt.

Konkurrenz um den von der Michael Beerschen Stiftung ausgesetzten Preis.

Der zu München am 22. März 1833 verstorbene dramatische schriftsteller Michael Beer aus Berlin hat durch testamentarische Ver⸗ gung ein bedeutendes Kapital zu einer von des Hochseligen Königs

ajestit Allergnädigst genehmigten Stiftung ausgesetzt, um unbemit⸗ telten Malern und Bildhauern jüdischer Religion den Aufenthalt in alien zur Ausbildung in ihrer Kunst durch Gewährung eines Sti⸗ ndiums zu erleichtern, welches dem Sieger einer jährlich stattsin⸗ den Preisbewerbung zu Theil wird, mit deren Veranstaltung die önigliche Akademie der Künste, nach dem Wunsche des Stifters, Demgemäß macht dieselbe hierdurch bekannt, daß die diesjährige onkurrenz um den Michael Beerschen Preis für Werke der Ge⸗ Die Wahl des darzustellenden Gegen⸗ ndes überläßt die Akademie dem eigenen Ermessen der Konkurrenten; doch müssen die Bilder ganze Figuren enthalten, akademische Studien s denselben ersichtlich sein, eine Höhe von wenigstens 3 Fuß und e Breite von wenigstens 25 bis 22 Fuß haben und in Oel aus⸗ eführt sein. Unter Umständen kann selbst eine einzelne Figur ge⸗ gen. Der Termin der Ablieferung der Gemälde an die Akademie der 14. September d. J., und muß jedes, um zur Konkurrenz zu⸗ lassen zu werden, mit folgenden Attesten versehen sein: ¹) daß der namentlich zu bezeichnende Konkurrent sich zur jüdischen 9 Religion bekennt, ein Alter von 22 Jahren erreicht hat und Zögling einer deutschen Kunst⸗Akademie ist; 2) daß das eingesandte Gemälde von ihm selbst ausgeführt wor⸗

l-

F Die so beglaubigten Bilder werden in die diesjährige Kunst⸗ stellung der Akademie ausgenommen. Die Zuerkennung des Preises

Wolffgram, Justizra gfolgt vor Ende September d. J., und besteht derselbe in einem Sti⸗

endium von 500 Rthlrn. auf Ein Jahr zu einer Studienreise nach

om.

V

Alle Post-Anslalten des In und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Blatt an, für Berlin die Expedition der Allg. Preuß. Zeitung: Friedrichsstraße Ur

Berlin, Freitag den 17““

Die Transportkosten für die mit den vorgeschriebenen Attesten versehenen Gemälde übernimmt das Kuratorium der Michael⸗Beer⸗ schen Stiftung; die nicht zulassungsfähigen Arbeiten werden auf Kosten der Einsender zurückgeschickt.

Berlin, den 8. Juli 1846.

Direktorium und Senat der Königlichen Akademie der Künste. Dr. G. Schadow, Direktor.

Das 19te Stück der Gesetz⸗Sammlung, welches heute ausgegeben wird, enthält unter

Nr. 2722. die Allerhöchste Kabinets⸗Ordre vom 8. Juni d. J., be⸗ treffend die Bestätigung des Regulativs über die Ver⸗ waltung des Land⸗Armenwesens und das Verfahren gegen die zur Correction zu ziehenden Landstreicher, Bettler und Arbeitsscheuen in dem Markgrafthum Niederlausitz, vom 17. Mai d. J.;

723. Desgleichen vom 8. Juni d. J., betreffend die Bestäti⸗ gung des Regulativs über die Verwaltung des Land⸗ Armenwesens des Kottbuser Kreises, ebenfalls vom 17. Mai d. J.; und

Vom 10. Juli d. J., betreffend die Ernennung des Staats⸗ und Kabinets⸗Ministers von Bodelschwingh zum Minister des Innern.

den 17. Juli 1846. Gesetzsammlungs⸗Debits⸗Comtoir.

Berlin,

Abgereist: Se. Excellenz der Geheime Staats⸗Minister und

Präsident des Staats⸗Raths, von Rochow, nach Tevplitz. Se. b Durchlaucht der General-Lieutenant, Fürst Wilhelm Radziwill, nach Teplitz.

Uichtamtlicher Theil.

Inland.

Se. Majestät der König haben Allergnä⸗ digst geruht: Dem Ober⸗Konsistorialrathe, Hofprediger Dr. Sneth⸗ lage, die Anlegung des ihm verliehenen Ritterkreuzes des Königlich württembergischen Kronen⸗Ordens zu gestatten.

Berlin, 16. Juli. Das in der heute ausgegebenen Nr. 18 der Gesetz⸗Sammlung enthaltene Gesetz über die Erwerbung von Grundeigenthum für Corporationen und andere juristische Per⸗ sonen des Auslandes lautet wie folgt:

„Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, König von Preußen ꝛc. ꝛc.

verordnen auf den Antrag Unseres Staats⸗Ministeriums und nach erfordertem Gutachten Unseres Staatsraths, was folgt:

§. 1. Ausländische Corporationen und andere juristische Perso⸗ nen des Auslandes können Grundeigenthum innerhalb Unserer Staa⸗ ten nur mit Unserer Genehmigung erwerben.

§. 2. So lange diese Genehmigung nicht ertheilt ist, sind die auf einen solchen Erwerb bezüglichen Verhandlungen nichtig.

Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Königl. Insiegel.

Gegeben Potsdam, den 4. Mai 1846.

(L. 8) Friedrich Wilhelm.

avigny. von Bodelschwingh. Frhr. von Canitz.

Berlin, 16. Juli.

von Uhden.

von Kochow.

Bode.“

Deutsche Bundesstaaten.

Bayern. Dem am 29. Juni erschienenen Allerhöchsten Reskript, wegen Abhaltung des diesjährigen Uebungs⸗ lagers bei Augsburg, zufolge, wird Se. Königl. Hoheit der Feldmar⸗ schall, Prinz Karl von Bayvern, den Oberbefehl über die ins Lager rückenden Truppen führen. Als Tag der Eröffnung des Lagers ist der 24. August festgesetzt, als Tag des Schlusses der 5. September. Die an den Uebungen theilnehmenden Truppen sind die der ersten und zweiten Armee⸗Division, 18 Bataillone Infanterie und 24 Es⸗

Dazu kommen Abtheilungen der beiden Artil⸗

kadronen Kavallerie. lerie-Regimenter und des Genie⸗Bataillons.

Königreich

Die Deutsche Allgemeine Zei⸗ tung enthält folgende öffentliche Erklärung der Buchdrucker⸗ Innung zu L eipzig: „In der am 26. Mai d. J. abgehaltenen Sitzung der zweiten Kammer bevorwortete der Abgeordnete Joseph ein Gesuch der Buchdrucker Gehülfen zu Leipzig und wies bei dieser Gelegenheit auf den angeblich ganz trostlosen Zustand derselben und namentlich darauf hin, „„daß bei ihnen (den Gehülfen) von einer gegen unverschuldetes Unglück und Alter gesicherten Zukunft nicht die Rede ist.““ Der unterzeichnete Innungs⸗Vorstand hielt es für seine Pflicht, der Kammer über diesen Gegenstand die nöthige Aufflärung zu geben, hoffend, daß durch dieselbe von Seiten des Direktoriums der Kammer an derselben Stelle die Ehre einer Corporation wiederhergestellt werde, wo dieselbe so ungerechterweise verunglimpft worden. Das Direktorium der Kammer hat aber diese Widerlegung nicht für geeignet gehalten, und wir sehen uns daher veranlaßt, nachstehenden Auszug der Ausgaben aller bei unserer Innung bestehenden Kassen zu veröffentlichen, welche zur Unterstützung kranker, arbeitsunfähiger Gehülfen und Wittwen zc. im letzten Rechnungsjahre verwendet wurden, woraus am deutlichsten her⸗ vorgehen wird, inwieweit sich obiger Vorwurf des Herrn Abgeordne⸗ ten auf Wahrheit begründet. Vom 3. März 1845 bis zum 31. März 1846 wurden aus den Innungs⸗ und anderen bei der Buchdrucker⸗ Gesellschaft seit langen Jahren bestehenden Unterstützungs⸗ Kassen an die Gehülfen, Invaliden und Wittwen ꝛc. verausgabt: 1) an Kran⸗ kengeld 1783 Rthlr. 27 Ngr. 5 Pf.; 2) an 33 Arbeitsunfähige (In⸗ validen) 2351 Rthlr. 10 Ngr.; 3) an 72 Wittwen 926 Rthlr. 5

Königreich Sachsen.

Ngr.; 4) an Durchreisende 219 Rthlr. 10 Ngr.; 5) an kleinen Un⸗ terstützungen 60 Rthlr.; 6) an Begräbnißgeldern 226 Rthlr. 25 Ngr.; in Summa 5567 Rthlr. 17 Ngr. 5 Pf.“

Großherzogthum Baden. Die Sitzung der zweiten Kammer vom 11. Juli wurde von dem Präsidenten mit der Anzeige eröffnet, daß die erste Kammer bei der Prüfung der Rechnungs⸗Nachweisungen von 1843 und 1844 vielen Beschlüssen der zweiten Kammer nicht beigetreten sei. Nach Uebergabe mehrerer neu eingekommener Petitionen erhielt der Abge⸗ ordnete Kapp das Wort, um sich neuerdings über Censurstriche, die in sei⸗ ner gestrigen Interpellatien vorgenemmen worden, zu beschweren. Der Mi⸗ nisterial⸗Präsident Nebenius bemerkte, daß er in den Reden des Abge⸗ ordneten auch die Mäßigung nicht zu finden vermöge, welche derselbe von sich rühme, und welche ein Streichen überflüssig mache. Da der Abgeord⸗ nete Kapp in seiner hierauf erfolgten Erwiederung sich eines ungeeig⸗ neten Ausdrucks in Beziehung auf den Censurstrich in seiner gestrigen Interpellation bediente, so sah sich der Ministerial⸗Präsident Nebenins veranlaßt, denselben mit Entschiedenheit zurückzuweisen. Auch der Prä⸗ sident bezeichnete einen solchen Ausdruck als unstatthaft. Hierauf ging die Kammer zur Tagesordnung über, und zwar zur Diskussion des Berichts über das Budget des Ministeriums des Innern fuͤr die Jahre 1846 und 1847 Tit. VIII., Bezirks⸗Justiz und Polizei. 1) Besol⸗ dungen für Justiz⸗ und Polizei⸗Beamte jährlich 227,000 Fl. wie im vori⸗ gen Budget. 2) Besoldungen der Bezirks⸗Aerzte und Chirurgen jährlich 69,000 Fl., deren Bewilligung die Kommission ebenfalls beantragte. 3) Amtsverweser und Amtsgehülfen jährlich 7000 Fl. Diese Position betrug im vorigen Budget 5400 Fl. Das Steigen dieser Position, bemerkle die Kommission, rühre von dem letzten, ausnahmsweise langen Landtag her, wäh⸗ rend dessen für die in der Kammer anwesenden Beamten Stellvertreter aus der Staatskasse bezahlt worden; es sei sonach das letzte Rechnungs⸗Ergebniß als eine Ausnahme zu betrachten, die zur Bildung eines richtigen Durchschnitts nicht geeignet sei, weshalb sie auch die Bewilligung von nur 5400 Fl. be⸗ antrage und damit noch den weiteren Antrag verbinde: „Die Kammer möge durch Beschluß zu Protokoll aussvrechen, daß sie mit dieser Bewilli⸗ gung nur die Ausgaben für diejenige Amtsaushülfe genehmige, welche durch Krankheit von Beamten veranlaßt werde, ausdrücklich aber jede Bezahlung von Aushülse verweigere, welche dadurch nöthig werden könnte, daß Beamte wegen Anwesenheit auf dem Landtage ihren Dienst nicht verseher tönnen.“ Gegen diesen Antrag erhob sich zunächst der Abg. Buß, indem durch denselben die Beamten aus der Kammer gleichsam ausgeschlos sen würden. Bei der Einrichtung der badenschen Gesetzgebung seier aber nur Beamte und Advokaten vorzugsweise im Stande, uber die dahin einschlagenden Gegenstände zu urtheilen; wenn man nun aber die Beamter hinauswerfe, so würden die Advokaten allein in derselben sein, was er nicht für gut halte. Bei der Urlaubs⸗Frage habe man seiner Zeit anders gesprochen und die Nothwendigkeit der Beamten in der Kammer dargethan. Fr stimme daher gegen den Antrag. Der Abg. Weller fand in der ge⸗ neralisirenden Gesetzgebung einen Vorzug vor dem römischen Recht; in der Kammer müßten vom Volke gewählte Abgeordnete sitzen und nicht Vertre⸗ ter der Regierung. Bei der Urlaubs⸗Frage habe man freilich anders ge⸗ sprochen; aber man wolle auch allerdings Beamtr in der Kammer, nur keine, die eines Urlaubs bedürsten. Der Abg. Rettig verwahrte sich vor Allem gegen den Vorwurf, als sei die Wahl der Beamten keine Volkswahl; sie seien so gut wie jeder Andere vom Volke gewählt und jene Behauptung eine Beschimpfung der Wahlmänner, welche die Beamten hierher gesendet, die in dieser Kammer tägliche Angriffe hören müßten. Ein Blick auf die früheren Kammer⸗Verhandlungen gebe die Ueberzeugung, daß die schönsten Arbeiten dieses Hauses von den Staatsdienern herrühren. Der Abgeordnete Knittel

stimmte zwar gleichfalls für den Kommissions⸗Antrag, aber es sei eine durchaus falsche Voraussetzung von der anderen Seite, als wolle man da⸗ mit die Staatsdiener aus der Kammer verdrängen. Bei der Abstimmung ward übrigens der Antrag der Kommission, statt 7600 Fl. jährlich nur 5400 Fl. zu bewilligen, angenommen. Die übrigen Positionen unter 4 bis 39 wurden von der Kammer genehmigt.

Herzogthum Holstein. Das neue Dampfschiff „Kopen⸗ hagen“ (s. Nr. 189 der Allg. Pr. Ztg.) hat die Hinreise nach Kopenhagen in 114 Stunden und die durch Nebel etwas verzögerte Herreise in 16 Stunden gemacht, so daß der Theil der Passagiere, welcher sogleich mit der Eisenbahn weiter befördert worden ist, zu der Reise von Kopenhagen nach Altona nur 19 Stunden bedurft hat.

Oesterreichische Monarchie.

Wien, 13. Juli. Vorgestern starb hier Graf Peter von Goüs, Freiherr zu Karlsberg und Mosburg, Ritter des goldenen Vließes, Großkreuz mehrerer hohen Orden, Wirklicher Geheimer Rath und Kämmerer, nach einer kurzen Krankheit, im 73sten Lebensjahre. „Die hohen Würden und Aemter“, sagt der Oesterr. Beobach⸗ ter, „welche der Verewigte als Ober⸗Hofmarschall und zugleich Stell⸗ vertreter des ersten Ober⸗Hofmeisters, als niederösterreichischer Land⸗ tags⸗Marschall, als Präsident der niederösterreichischen Erbsteuer⸗Hof⸗ Kommission und der niederösterreichischen Steuer⸗Regulirungs⸗Pro⸗ vinzial⸗Kommission bekleidete, zeugen von dem ausgedehnten Wir⸗ kungskreise seiner rastlosen Thätigkeit, die ihn auch noch antrieb, das mit manchem Zeitaufwand verknüpfte Amt eines Ober⸗Ku⸗ rators der österreichischen, mit der allgemeinen Versorgungs⸗ Anstalt vereinigten Sparkasse, zur Förderung der gemein⸗ nützigen Zwecke dieser Anstalt, zu übernehmen. Unverbrüch⸗ liche Treue und Anhänglichkeit an seinen Monarchen und das Allerhöchste Kaiserhaus, welche Graf Goëß in den schwierigsten Zeit Verhältnissen erprobte, nie ermüdender Eifer in Erfüllung seiner mannigfaltigen Dienstpflichten, wahrhaft religiöser Sinn, der alle seine Handlungen leitete und belebte, freundliches Wohlwollen gegen Jeden, auch den Geringsten, der seines Rathes oder Beistandes bedurste, waren die hervorstechenden Züge seines Charakters. Das Andenken an den Verewigten, durch dessen Tod der Staat und die niederöster⸗ reichische Landschaft, denen er in wichtigen Epochen die ersprießlichsten Dienste leistete, einen empfindlichen Verlust erleiden,

wird allen denen, welche ihn näher kannten und seine hohen Verdienste zu würdigen wußten, unvergeßlich bleiben.“ 8 Frankreich.

Paris, 12. Juli. Der Herzog von Aumale ist von Algier wieder in Marseille eingetroffen, ohne Tunis besucht zu haben.

Der König hat durch Beschluß vom 10. Juli dem General Grafen Montholon den noch übrigen Theil der zwanzigjährigen De⸗ tentionsstrafe, zu welcher er wegen Theilnahme an dem Invasions⸗ Versuche des Prinzen Louis Napoleon von dem Pairshofe am 6. Ok⸗ tober 1840 verurtheilt worden war, erlassen. In der Sache der Fluch

Louis Napoleon's aus der Citadelle von Ham wurde am 10ten d. das richter