niemals als mit Meiner förmlich zu publizirenden Genehmigung er⸗ höht werden darf, nicht überschritten werde, und deshalb jede Bank⸗ note mit ihrem Kontrollstempel zu versehen, auch eine nähere Beschrei⸗ bung der Banknoten öffentlich bekannt zu machen. Die Bank selbst hat die Anfertigung der Noten, so wie den Austausch der an die vorgenannte Immediat⸗Kommission zur Vernichtung abzuliefernden beschädigten Noten, zu bewirken und die Verfälschungen von Bankno⸗ ten zu verfolgen. Alle Behörden sind verpflichtet, hierbei der Bank auf jede Weise behülflich zu sein und ihren Reguisitionen Folge zu leisten. machen.
Sanssouci, den 16. Juli 1846. Friedrich Wilhelm.
An den Staats⸗Minister Rother.“
* Quedlinburg, 20. Juli. eine in der vorletzten Nacht in den Hintergebäuden des Kaufmanns Palm hierselbst ausgebrochene Feuersbrunst, welche große Gefahr bringen konnte, beunruhigt worden war, ertönte heute Mittag gegen 12 Uhr von neuem Feuerlärm. Das ehemalige Propsteigebäude des hiesigen Schlosses, welches dicht an die Schloßkirche gränzt und im Anfange des vorigen Jahrhunderts der Wohnsitz der bekannten Grä⸗ fin Aurora von Königsmark, der Mutter des Marschalls von Sach⸗ sen, war, seit etwa 20 Jahren aber einer Erziehungs⸗ Anstalt für verwahrloste Kinder eingeräumt worden ist, stand in Flammen. Es war große Gefahr vorhanden, daß auch die Schloßkirche, in welcher sich mehrere denkwürdige Alterthümer aus der Zeit der sächsischen Kaiser und das Grab Heinrich's des Ersten befinden, von dem Feuer ergriffen würde, und in diesem Falle wäre auch das daran gränzende Schloß ohne Zweifel ein Raub der Flammen geworden. Der schnell herbeieilenden kräftigen Hülfe gelang es jedoch, der Feuersbrunst bin⸗ nen einer Stunde Gränzen zu setzen und sie auf das Propsteigebäude zu beschränken. Die Schloßkirche, das Königliche Schloß und das dem Propsteigebäude gegenüber liegende Militair⸗Montirungs⸗Depot sind unversehrt geblieben. Die in der Erziehungs⸗Anstalt befindlichen 80 Zöglinge sind einstweilen in einem städtischen Lokale untergebracht, die Entstehungs⸗Ursache des Feuers aber noch nicht ermittelt worden.
Deutsche Bundesstaaten.
Großherzogthum Baden. Die zweite Kammer be⸗ schäftigte sich auch in ihrer Sitzung vom 17. Juli mit dem Budget des Ministeriums des Innern. Die Verhandlungen boten kein allgemeines Interesse dar. Bei der die Ackerbauschule betreffenden Position stellte der Abg. Helmreich den Antrag, die Regierung zu ersuchen, daß sie in Erwägung ziehe, ob nicht eine Ackerbauschule für Sträflinge verwendet werden könne. Der Abg. Blankenhorn bekämpfte diesen Antrag, da man den Aeltern nicht zumuthen könne, ihre Kinder solchen Anstalten anzuvertrauen, welche von Verbrechern besucht werden. Der Abg. Schaaff wünschte, daß die für den Odenwald bestimmte Ackerbauschule nicht in die Mitte des Odenwaldes, sondern auf die Gränze des Odenwaldes und des Baulandes komme. Auch hielt er die Errichtung einer Ackerbauschule in der Pfalz für noth⸗ wendig. Der Antrag des Abg. Helmreich wurde nicht weiter unter⸗ stützt und daher zurückgezogen. — Am 16. Juli starb die Prin⸗ zessin Auguste Amalia von Nassau⸗Usingen, Tochter des 1816 verstorbe⸗ nen letzten Herzogs dieser nassauischen Linie, im 68sten Lebensjahre. Seit 1817 hatte sie ihren beständigen Wohnsitz in Karlsruhe.
Kurfürstenthum Hessen. Se. Königliche Hoheit der Kurprinz⸗Mitregent befindet sich seit dem 18. Juli im Bade Hof⸗ geismar. — Der Staatsrath Mackeldey ist zum Direktor des Ober⸗ gerichts in Hanau und der bisherige außerordentliche Professor der Rechte Dr. Wetzell, in Marburg, zum ordentlichen Professor an der dortigen Universität ernannt worden.
** Frankfurt a. M., 19. Juli. Den neuesten aus Wien hier eingetroffenen Mittheilungen zufolge, wollten Se. Durchl. der Fürst von Metternich am nächsten Mittwoch und einige Tage später Se Excellenz der Herr Graf von Münch⸗Bellinghausen jene Stadt verlassen. Der Herr Bundes⸗Präsidial⸗Gesandte wird also in der nächsten Woche der Sitzung der Bundes⸗Versammlung zum etstenmale wieder beiwohnen.
Oesterreichische Monarchie.
11. Juli. Die hiesige Zeitung berichtet: „Wir sind in der Lage, aus der sichersten und zuverlässigsten Quelle mitthei⸗ jen zu können, daß die Feuersbrünste, welche im Verlaufe des vori⸗ gen Monats in der nächsten Umgegend von Wels, dies⸗ und jenseits der Traun, stattfanden und durch ihre Wiederholung in dem engen Umkreise, so wie durch mancherlei in Gang gebrachte Gerüchte, leb⸗ hafte Besorgniß erregten, einer Brandlegung durchaus nicht zuge⸗ schrieben werden können.“
Kußland und Polen.
St. Petersburg, 16. Juli. Die neueste Nummer der Senats⸗Zeitung enthält den zwischen Rußland und Belgien am 14. Februar abgeschlossenen Vertrag, durch welchen, nach den Grund⸗ sätzen der Reziprozität, die in beiden Staaten bisher bestandenen Abzugsgebühren, welche von Gütern, die durch Erbschaft oder auf andere Weise von den beiderseitigen Unterthanen erworben wurden, bei dem Uebergang dieser Güter über die Gränze entrichtet werden mußten, aufgehoben werden.
Mittelst Kaiserlichen Gnadenbriefes vom 16. Juni ist dem französi⸗ schen Contre⸗Admiral Rigodit, zur Bezeigung besonderen Wohlwol⸗ lens Sr. Maäjestät, der St. Annen⸗Orden erster Klasse verliehen.
Frankreich. Pearis, 18 Juli. Der König und die Königliche Familie sind von Dreux, wo sie einem Trauer⸗Gottesdienste für den Herzog von Orleans beigewohnt hatten, wieder nach Neuilly zurückgekehrt.
Der Herzog von Aumale ist von Toulon am 11. Juli wieder abgereist, um sich über Grenoble nach Paris zu begeben.
Aus Nimes vom 11. Juli schreibt man: „Die Munizipalwahlen sind beendigt. Die legitimistische Partei ist in fast allen Sectionen geschlagen worden, und zum erstenmale seit 15 Jahren werden die Constitutionellen die Majorität in dem Munizipal⸗Rath haben.“
Aus Port au Prince hat man Nachrichten bis zum 1. Juni. Alles war ruhig. Der General⸗Konsul Frankreichs, Here Levasseur, war von Cuba zurückgekehrt, hatte aber noch nicht mit dem Präsiden⸗ ten Riché zusammentreffen können, welcher auf einer Umreise im Innern begriffen war.
Aus Valenciennes wird dem Journal des Débats vom 14ten geschrieben: „In Folge der bedrohlichen Ereignisse, deren Schauplatz unsere Kohlengruben bilden, sind heute der General⸗Lieu⸗ tenant Négrier und der Präfekt des Nord⸗Departements hier an⸗ gekommen. Sie begaben sich sofort nach Denain, dem Mittelpunkt der Bewegungen, um am Orte selbst die Einzelnheiten des bekla⸗ genswerthen Ereignisses zu untersuchen. Sie überzeugten sich bald von der bedenklichen Sachlage, da die Unruhen noch stets im Wach⸗ sen begriffen waren, indem die Unruhestifter durch Drohungen auch
Linz,
— 2 “
Dieser Besehl ist durch die Gesetz⸗Sammlung bekannt zu
Bewohnern Valenciennes und des Nord⸗Departements verursachen
Nachdem unsere Stadt durch V
v1““
70 die Arbeiter verschiedener anberer Etablissements vermocht hatten, sich an dem Aufstande zu betheiligen. Der Präfekt wurde sogleich von den Arbeitern umringt, die ihm bher Ferzexpger auseinander⸗ setzten. Er versprach denselben, ihr Interesse bei der Administration der Gesellschaft zu vertreten, unter der Bedingung, duß sie sofort wieder ihre Arbeiten begönnen, da sie vorher keinerlei Konzes⸗ sionen erwarten dürften. Man hofft noch immer, daß die vüter⸗ lichen Ermahnungen des Präfekten und die Entwickelung der bedeu⸗ tenden militairischen Kräfte (vier Bataillone Infanterie⸗, ein Ula⸗ nen⸗-, ein Dragoner⸗ und ein Jäger⸗Regiment befinden sich bereits am Orte) dem Aufruhr bald ein Ende machen werden. Derselbe steht indessen auf dem Punkte, sich nach Belgien zu verbreiten. Alle Gruben auf der Gränze werden von den Arbeitern bedroht.
diese Bewegungen namentlich jetzt, zur Aerndtezeit, lebhafte Besorg⸗ nisse. Der Unterpräfekt widmet mit bewundernswürdiger Energie und Thätigkeit alle seine Kräfte dem Schutze der industriellen Eta⸗ blissements seines Bezirks. Gestern sind wieder von hier neue Trup⸗
pen⸗Verstärkungen auf der Nordbahn nach Valenciennes abgegangen.“ noch nicht zur Ordnung zurückge⸗
Am 15. Juli waren die Arbeiter kehrt, sie verhielten sich jedoch ruhig.
Herr Charles Ledru, der wegen seines Contrafatto auf Antrag des
Briefes an den Abbé
an, daß er bei den Wahlen als Kandidat für Pont⸗Audener auftrete, welcher Bezirk bis jetzt durch Herrn Hebert vertreten wurde. Er er⸗ klärt, daß er dies vorzüglich deshalb thue, um in der vorbereitenden Versammlung der Wähler Herrn Hebert über die Mittel zu inter⸗ pelliren, die dieser, um ihn zu verderben, angeordnet habe. Vor den
—
vereinigten Kammern des Tribunals sei Alles bei geschlossenen Thü⸗
ren verhandelt worden, jetzt werde die Oeffentlichkeit zwischen ihm und
Herrn Hebert entscheiden.
Oberst Mouton, der mit Bewilligung des Königs in Lahore diente und alle Schlachten gegen die Engländer mitmachte, ist im Lazarethe von Marseille angekommen; er tritt wieder in die franzö⸗ sische Armee zurück und ist zur Disposition des Kriegs⸗ Ministers estellt. 8 Es haben nun die letzten Nachsuchungen in der Torfgrube von Fampoux stattgehabt. Funfzehn Husaren tauchten unter der Leitung eines Oberst⸗Lieutenants bis auf den Grund der Grube und haben, nachdem sie dieselbe in jeder Richtung untersucht, nur unbedeutende Trümmer gefunden.
Es geht das Gerücht, Herr von Rothschild wolle einen Prozeß gegen die Regierung wegen des schlechten Baues der innen. 8 Das hiesige Deutsche Pariser Journal und die politisch⸗ religiöse Monats⸗Revue, Der deutsche Steuermann, haben zu erscheinen aufgehört. Man forderte von ihnen, da sie sich mit Po⸗
litik beschäftigten, die vorgeschriebene Caution von 50,000 Fr., und
da diese nicht aufgebracht werden konnte, so mußten beide Blätter
eingehen. s Zu Oran ist in der Nacht auf den 5. Juli in einem Polizei⸗ Wachtzimmer die Decke eingestürzt, wobei 7 Soldaten getödtet und 6 mehr oder weniger schwer verletzt wurden. Die Börse war heute in sämmtlichen Effekten matt, besonders in Eisenbahn⸗Actien; es sollen mehrere Zwangsverkäufe in den Hauptlinien stattgefunden haben. Nordbahn⸗Actien 708. 75.
Großbritanien und Arland.
Unterhaus. Sitzung vom 16. Juli. Wie schon bemerkt⸗ gab heute Lord John Russell nähere Auskunft über die Art und Weise der Erledigung mannichfacher, dem Hause vorliegender Ge⸗ schäfte. Als aber hierauf die Herren Denison und Duncombe sich über die Bildung des neuen Kabinets ziemlich ungünstig aus⸗ sprachen, und der Letztere geradezu die Frage stellte, ob es wahr sei,
doß einigen Mitgliedern des vorigen Kabinets der Antrag zum Ein⸗
tritt in die gegenwärtige Verwaltung gemacht worden sei, sah sich auf eine nähere Erörterung hin-
Lord John Russell genöthigt, sichtlich der Absichten und Zusammenst — zuge hen. Er habe, sagte er zuvörderst, nicht für nöthig halten können, mit sei⸗ nen Gesinnungen und Grundsätzen Parade zu machen, da sein ganzes öf⸗ fentliches Leben der Beurtheilung eines Jeden klar vorliege und schöne Redensarten, durch welche man leicht die Menge gewinnen könne, doch we⸗ nig geeignet gewesen sein würden, ein Urtheil über das Detail der Maßregeln, welche er als Haupt des neuen Ministeriums vorzuschla⸗ gen beabsichtige, anzubahnen. Ueberdies sei eine solche Revue der Grundsätze beim Antritt eines neuen Ministeriums auch bisher gar nicht üblich gewesen, und weder Graf Grey, noch Lord Melbourne, noch Sir Robert Peel haben sich zu derselben veranlaßt gefunden. So wolle denn auch er sich begnügen, die Kritiken über die Konsti⸗ tuirung des neuen Ministeriums zu berichtigen und die direkt an ihn gestellten Fragen kurz zu beantworten. Der Lord stellte hierauf durch⸗ aus nicht in Abrede, daß er die Lords Dalhousie und Lin⸗ coln und Herrn Sidney Herbert aufgefordert habe, an seinem Ministerium Theil zu nehmen, und zwar aus dem Grunde, weil er so viel wie möglich die Unterstützung aller Klassen demselben gewin⸗ nen wollte. Ein über jede vorkommende große, das Publikum be⸗ schäftigende Frage ganz übereinstimmend denkendes Kabinet zu bilden, sei ihm nicht eingefallen, auch sei dies nicht wünschenswerth. Bei allen praktisch befundenen Zwecken nur sei die Zusammenwirkung er⸗ forderlich, wie die Geschichte des Ministeriums Pitt von 1784 und später das des Lord Liverpool lehrten. Was die von der jetzigen Regierung zu treffenden Maßregeln angehe, so stellte Lord John die Abstellung der sozialen Beschwerden Irlands oben an und fügte hinzu, daß, wenn das Ministerium denselben auch nicht so⸗ gleich abzuhelfen im Stande sei, es doch hoffe, Vorschläge machen zu können, welche im Laufe der nächsten zehn oder zwölf Jahre Verbesserungen in Irland einführen und den gegenwärtigen traurigen Zustand des Landes und der dort herrschenden Dürftigkeit nach und nach abhelfen würden. Demnächst werde die Regierung sich bemühen, dem irländischen Volke gleiche politische Wahlfreiheiten mit dem englischen zu verschaffen. Hinsichtlich der befürchteten Auf⸗ lösung der protestantischen Kirche äußerte der neue Premier, daß das Parlament wohl keine schlimmere oder verhängnißvollere Maßregel sanctioniren könne als die, welche eine solche Auflösung herbeiführte. Sie würde, meint er, das Signal zu einem Religionskriege werden. Für Dotirung der irländischen katholischen Geistlich⸗ keit habe er im Jahre 1825 gestimmt und beharre bei fei⸗ ner damaligen Meinung, finde aber den jetzigen Zeitpunkt, wo selbst die Katholiken in Irland sich dagegen erklärten, noch nicht zu ihrer Beantragung geeignet. Was die Bill wegen der Arbeitszeit in den Fabriken betreffe, so habe er seine Zustimmung zur l1stündigen Arbeit gegeben und in diesem Sinne werde er für die Bill stimmen, wenn sie wieder vorkomme. Der Minister des Innern (Sir G. Grey) stimme hierin mit ihm überein, nicht so der Secre⸗ tair für Irland (Herr Labouchdre), doch verlange er nicht, daß die⸗ ser seine Meinung verändere. Am Schluß der Rede sagte der Lord: „Am nächsten Montag werde ich Gelegenheit haben, dem Hause die Maßregeln vorzulegen, welche wir hinsichtlich eines sehr wichtigen Gegenstandes (der Zuckerzölle) zu beantragen gedenken — dieselben
Den tenden Veranlassung so erklärt und auseinandergesetzt habe, daß
General⸗Prokurators Hebert gerichtlich verfolgt und von der Liste der Advokaten gestrichen wurde, zeigt jetzt
Nordbahn be-⸗
tellung seines Kabinets einzuge⸗ . Seit vorgestern ist auch hier eine Subscription eröffnet.
mit Belgien zu unterhandeln,
werden auf die Ansichten begründet sein, welche ich vom Jahre an bis jetzt hinsichtlich des Freihandels und restriktiver Zölle geäuße Es bleibt dem Hause vorbehalten, zu untersuchen, ob Gründe handen sind, ihnen die Genehmigung zu versagen, doch werde ich; rade herausgesagt in Uebereinstimmung mit den Prinzopien ham zu denen ich mich bekannte, als ich arn der anderen Seite des 9. ses (in der Opposition) saß und nach welchem allein ich darin,
willigt habe, die Leitung der öffentlichen Angelegenheiten unter
gegenwärtigen Umständen zu übernehmen. Nach diesen Prinzih die ich dem Besten des Landes am angemessensten halte, werde; handeln, möge ich nun an dieser oder an der anderen Seite des he ses meinen Platz einnehmen. Länger als 31 Jahre bin ich nun R glied dieses Hauses, wo ich meine Ansichten fast bei jeder sich de
Niemanden im Hause mehr ein Geheimniß sein können. Sie s⸗
auf Prinzipien begründet, die, wie ich glaube, den Einfluß di Landes zu vermehren und seine Industrie von Fesseln zu befreien, die Union mit Irland, nicht bloß durch eine legislative Verfügu
sondern durch eine Vereinigung der Herzen und Sympathieen fördern bezwecken. Es sind Ansichten, die, wie ich denke, darauf; zwecken, die Prinzipien religiöser Freiheit zu erhalten, zu fördern; zu erweitern, welche in Verbindung mit der bürgerlichen Freiheit d ses Land zu einem der ersten in der Welt erhoben haben.“
Den übrigen Theil des Abends nahm die schon erwähnte 7 batte über die Armenbill in Anspruch.
Im Oberhause wurde gestern, auf Antrag des Mame von Lansdowne, nach einiger Debatte in der Bill wegen der Lords Hardinge und Gough bestimmten Penstonen mit 47 gege Stimmen die Klausel restaurirt, welche verfügt, daß die von der indischen Compagnie den beiden Lords bewilligten Pensionen in rechnung gebracht werden sollen, eine Klausel, welche die Lorde kanntlich bei der früheren Berathung gestrichen hatten. Ein gif vom Lord Lansdowne verlesener Brief der Gemahlin des Lords h. dinge, in welchem sie erklärt, daß ihr Gemahl die Bill in ihre sprünglichen Gestalt als den Umständen allein angemessen ermt dürfte, scheint hauptsächlich die Reseission des früheren Beschm. veranlaßt zu haben.
London, 17. Juli. (B. H.) Heute legte im Oberhau Lord Lansdowne, im Unterhause Lord Palmerston Oregon⸗Vertrag auf die Tafel des Hauses, mit der Anzeige, die tificationen des Vertrages seien am 17ten ausgemt selt worden. Die Verhandlungen beider Häuser waren im 608 zen unbedentend. Im Oberhause ging die Bill wegen der Penstn der Lords Hardinge und Gough durch. Im Unterhause erhielt Bill wegen der Naturalisirung des neuen protestantischen Bischoßs Jerusalem, Gobat, die zweite Verlesung. Dann nohm das 98. dhne Abstimmung eine Reihe von Geldbewilligungen vor, meit für den Unterhalt der Kolonieen bestimmt. Einzelne Nachträge! der Diskussion behalten wir uns vor.
Herr Macaulay, der General⸗Kriegs⸗Zahlmeister, hat am 14 in Edinburg mit einer Majorität von 903 Stimmen über seh Gegner, Sir Culling Eardley Smith, bei der Parlamentswahl Sieg davon getragen. In Liskeard ist am 15ten Herr Chꝛm Buller ohne Opposition wiedererwählt worden.
Sir Robert Fuße verletzt (er ist in ein porzellanes Gefäß getreten) und hat her den Parlaments⸗Verhandlungen der letzten Tage nen können.
Vice⸗Admiral Sir William Parker ist auf der „Hibernia“ Cork eingetroffen. — jetziges Kommando im Mittelmeere einbringende) Amt eines Lor der Admiralität nicht angenommen und wird vermuthlich binnen zem mit der „Kanal⸗Flotte“ in See gehen, deren Kommando schon seit längerer Zeit übertragen ist. Der Vice Admiral Charles Adams soll an seiner Statt Lord der Admiralität werda
In allen größeren Handelsstädten wird jetzt für die Abgedra ten von St. Johns gesammelt. In Liverpool, Manchester, Gren und Glasgow sind zusammen schon 5122 Pfd. St. eingekomm
Niederlande.
Aus dem Haag, 18 Juli. Im Amnsterd. Hand elsble
liest man: „Auffallend ist die Haltung der Regierung, dem Hen Mercier gegenüber, welcher bei Niemanden empfangen wurde blos mit den zu Commissairen ernannten Ministern, um den Vem G in der letzten Zeit aber mit dem! wünschten Erfolg mit unserem so geschickten Staaterath Bocije an Vollendung seiner schwierigen Aufgabe gearbeitet hat. Einige beha⸗ ten, daß unserer Regierung diese Haltung gegen Herrn Mercier
boten sei und nach der Unterzeichnung des Vertrages hinlänglich wem
aufgeklärt werden.“ “
2*, Amtsterdam, 17. Juli. Man fragt sich, ob der Ver
mit Belgien den allgemeinen Wünschen Aller entsprechen werde, alle Interessen dadurch Befriedigung finden dürften, und ob Majestät selbst geneigt sein wird, denselben zu genehmigen. Ei erinnern sich dabei des Herganges bei dem Vertrage mit Frank Andere jedoch meinen, es werde diesmal nicht ein Gleiches stattfin weil der Finanz⸗Minister, schenkt, einer der mit der Unterhandlung beauftragten Bevollmi tigten war, und weil dieser gewandte Staatsmann, so wie Kollegen, auf Alles werde Bedacht genommen und Alles erlangte ben, was man vernünftigerweise hoffen konnte, um einen vortheig ten und zur dauerhaften Wiederherstellung des Handels⸗Verk zwischen zwei einander gegenseitig mehr oder weniger bedürfen Ländern geeigneten Vertrag zu Stande zu bringen.
Die belgischen Kammern haben sich noch nicht getrennt, so⸗
der Traktat, wenn er die Genehmigung Sr. Majestät des Kin)
von Holland erhält, der parlamentarischen Diskussion in Belgien wird unterzogen werden können. Und sollte selbst die Tagesordm
Peel hat sich dieser Tage in seinem Hause 82 nicht bein
Er hat das (1000 Pfd. St. weniger, als se
dem der König sein volles Vertnaf
unterdeß erschöpft sein, so würden die Kammern wahrscheinlich nur so lange vertagen, bis das belgische Ministerium, welches gle
Eile hat, den schwebenden Zustand, in welchem das Land sich!
findet, zu beendigen, sie wieder zusammenberiefe. Der Handel Antwerpens wird die stärksten und am schwersten zu befriedigen sein. Er weiß oder daß die belgische Regierung in die Erneuerung der ze . an Holland ausnahmsweise gewährten Zugeständnisse, welche im? flossenen Dezember den Bruch der Beziehungen zwischen Belgienn uns herbeiführten, hat einwilligen müssen. Jedenfalls aber wird ol der Handel Antwerpens seine Vortheile bei dem Vertrage 2 und diese hoffentlich als angemessene Entschädigungen — ten. Bei einem freuudschaftlichen Traktat muß am ein Jeder seinen Theil an den Zugeständnissen keinen traurigen Egoismus zeigen. Bald wird man woran man offiziell in dieser wichtigen Sache ist, über welche weise Politik gleich nach dem Eintritt der Differenzen in Unterhau lungen einging, die vermuthlich zu einem glücklichen Ziele führen v den, und denen nur Hitzköpfe und pessimisten Erfolglosigkeit wünnse
Forderungen mace glaubt zu wie im Jahre 189
bon
tragen 1.
Man muß jedoch eingestehen, daß die essalien einen Augenblick fürchten ließ, es möchte auf Zeit eine Verständigung unmöglich sein. Die Tarif⸗ ge pflegen indeß nicht von zu langer Dauer zu sein, weil jeder 'darunter leidet und von beiden Seiten der Augenblick der Wie⸗ äherung herbeigewünscht wird. Es ist dies eine Art von Zwei⸗ wobei Handel, Gewerbe und Finanzen zugleich verlieren, ohne
Lebhaftigkeit der
2 dadurch in Stocken, und die Finanzen fahren, trotz erhöhter n und Verbote, dabei nicht besser. Ein Publizist, der seiner Schriften wegen verurtheilt wurde, hat
sition bei uns nicht übermüthig ist; sie weiß vielmehr, daß sie Nachsicht bedarf, sie geht mit Ehren in sich und rechnet auf die muth des Monarchen. Uebrigens erfreut das Königreich sich der tief⸗
nuhe; überall herrscht Frieden und Ordnung; Jedermann beschäf⸗
h mit seinen Angelegenheiten; in der Stadt wie auf dem Lande: wartet man die Wiederaufnahme der Handels⸗Geschäfte ab; hier
man sich, die Früchte einzubringen, welche die ergiebigste Aerndte, tt langer Zeit erlebt worden, darbietet. Im Anblick solcher Be⸗ des göttlichen Schutzes bleibt den Menschen nur übrig, die Vor⸗ g z segnen und ihre Gaben dankend anzunehmen. ee Brüssel, 18. Juli. Der Senat beschäftigte sich vorgestern estern mit der Diskussion des Zucker⸗Gesetz⸗Entwurfs, nament⸗ it einem Amendement der Kommission. Die Vertheidiger des⸗ hoben hervor, daß die Folgen der Steuererschwerung für das e Jahr zu merklich fühlbar sein würden, da die Temperatur die⸗ ahres dem Anbau der Runkelrüben besonders günstig sei und die dte ungemein ergiebig ausfallen werde. Der Finanz⸗Minister be⸗ das Amendement lebhaft, gab jedoch eine Erklärung zu Protokoll, h er sich verpflichte, im Fall die Steuer für das nächste Jahr r, übersteige, der Kammer den Vorschlag zu machen, diese Er⸗ ung auf mehrere Jahre zu vertheilen. Die Kommission wurde agt, Bericht über den Vorschlag des Finanz⸗Ministers, so wie einige von Herrn Hanchy vorgeschlagene Modificationen des dements, zu machen. Gestern erfolgte dann die Annahme des ⸗Entwurfs mit 23 gegen 12 Stimmen, worauf der Senat sich gte. Die Indépendance berichtigt ihre früheren Mittheilungen trefk des Urtheils des Anklage⸗Senats in der Sache de Ridder's Borquet's. Dem wirklichen Inhalt des Urtheils zufolge seien nklagepunkte, welche die von Herrn de Ridder empfangenen unst⸗Antheile, auch in der Cockerillschen Sache, betreffen, als echen der Erpressung qualifizirt worden. In der Tun⸗ he hingegen habe !as Gericht die schwere Anschuldi⸗ eines durch betrügerisches Einverständniß de Ridder's Borquet's begangenen Verbrechens der Bestechung ge⸗ und bezeichne mit energischen Worten die Hauptgrundzüge hen. In diesem Anklagepunkte, wo es sich nicht um einen von dder empfangenen Gewinnst⸗Antheil, sondern den ihm verspro⸗ ganzen Ertrag des Unternehmens bis auf einen für Borquet irten Antheil handle, wurde das Gesuch des General⸗Proku⸗ g verworfen und das Urtheil des ersten Richters bestätigt. Dem⸗ z wurden also de Ridder und Borquet vor den Assisenhof von nt verwiesen. „ “ Dänemark. Kopenhagen, 17. Juli. Gestern Nachmittag um 4 Uhr die dänischen und schwedischen Majestäten mit Familie und lge in Hölsingör an, wo sie von dem Magistrat und den Bür⸗ sepräsentanten bewillkommnet wurden und durch die mit Grün ge⸗ sten Straßen sich nach Kronborg begaben. Von da kehrten sie, Gesichtigung der Festungswerke und nach eingenommenem Mit⸗ aahle, nach dem Hafen von Helsingör zurück, woselbst man fest⸗ Vorbereitungen zu ihrem Empfange getroffen hatte. Für die höchsten hhaften selbst war ein mit Emblemen und Bildsäulen geschmückter el errichtet, in welchem sie Platz nahmen. Der Bürgermeister der „Etatsrath Steenseldt, hielt hierauf eine Rede, in welcher er eude der Einwohner, die hohen Königspaare bei sich zu sehen, ückte und zugleich den schwedischen Majestäten von Seiten des hen Volkes Lebewohl sagte. Ein lebhafter Hurrahruf der ver⸗ lten Menge machte den Schluß. Hierauf dankte zuerst König ian VIII., mit augenscheinlicher Bewegung für den schönen Em⸗ und demnächst König Oskar für diesen letzten Beweis des wollens, welcher ihm in diesem Lande während dieser ihm un⸗ blichen Tage geworden. Nach Absingung eines von Oehlen⸗ r gedichteten Liedes begaben sich die Königlichen Familien, von h wiederholtem Hurrahruf begleitet, nach der Landungsbrücke, e hohen Gäste von der Königin und den Prinzessinnen aufs hste Abschied nahmen. Se. Majestät der König und die Prin⸗ gleiteten noch die schwedischen Herrschaften nach dem an der n Seite des Hafens liegenden schwedischen Dampfboot, wo sie nselben Abschied nahmen und sich unter wiederholtem Jubel anonendonner wieder ans Land begaben. Nach einem kurzem halt entfernte sich die dänische Königsfamilie in Begleitung der unal⸗-Verwaltung wieder aus der Stadt. Beinahe aus allen Gegenden klagt man jetzt über Rost im n, doch hofft man, daß der Schaden nicht von Bedeutung sein Inzwischen erwartet man dieses Jahr keine besonders reichliche te vom Roggen. Von der Kartoffel⸗Krankheit zeigen sich auch ind da Spuren im Lande, obwohl man noch keine bestimmte ig darüber äußern kann. 4“
Schweiz. Nanton Bern. Dem Verfassungs⸗Freund wird aus edenen Landesgegenden geschrieben, daß man im Ganzen mit eschlossenen materiellen Ausgleichung zufrieden, und daß an der hme der Vefassung nicht zu zweifeln sei. um 13. Juli wurde Herr Zürcher, Schütze von Summiswald, lisau verhaftet und durch Landjäger über Uffhausen nach der Gränze gebracht. Derselbe hatte sich unbewaffnet in das lu⸗ Gebiet begeben, um durch dasselbe zum zürcherschen Kantonal⸗ en nach Thalweil zu reisen. 5
Italien.
om, 9. Juli. In acht Prachtwagen, mit Vorläufer und cher Dienerschaft zu Fuß, hatte sich der Zug des österreichischen hafters, Grafen von Lützow, gestern gegen Mittag vom vene⸗ hen Palast nach dem Monte Cavallo in Bewegung gesetzt, wo allen Ehrenbezeugungen empfangen wurde, welche seinem ho⸗ kange zukommen. Nachmittags ging der ganze Zug nach der kterskirche, wo der Botschaßter und das übrige Botschafts⸗ al ihre Andacht am Grabe des Apostels verrichteten, nach de⸗ Leendigung dem Kardinal Macchi, als zweitem Dekan des Kar⸗ Rollegiums, noch ein Besuch abgestattet wurde. Diese Ehre, zentlich dem Kardinal Micaza als Dekan zukömmt, hatte der⸗ Sützen seines leidenden Zustandes ablehnen müssen.
aul ernehcich⸗ Geschwader wird, wie es heißt, demnächst die
v
8
raend einen Gewinn hoffen zu können: Handel und Gewerbe
ausgesprochen.
E“ Station vor Ancona verlassen. Die päpstliche Regierung selbst soll das österreichische Kabinet um die Zin Aelcbiche erscht 88 22— gegen werden die österreichischen Kreuzer nach wie vor in Thätigkeit bleiben, um jede Landung der auf den jonischen Inseln versammelten Unzufriedenen an der italienischen Küste zu verhindern.
Vorgestern fuhr der Papst nach der Kirche S. Giovanni, wobei er ein Kloster besuchte. Er legte nachher den Weg von genannter Kirche bis zum Kolosseum zu Fuß zurück, und hier strömte Alt und
ZJung herbei, um den Papst mit Jubel zu empfangen und ihn um
seinen Segen zu bitten. d. er S — st Frau um seinen Segen, der Papst trat ein, bewilligte ihre Bitte van die Gnade Sr. Majestät gewandt: Dies beweist, daß die und ertheilte der armen betagten Frau eigenhändig reichliches Almo⸗ Dieser Akt hatte die Leute zur Begeisterung hingerissen, und
Aus einer Hausthär rief eine bettlägerige
sen. Augenzeugen erzählen, daß viele der Umstehenden sich niederwarfen, um die Steine zu küssen, auf welchen seine Füße geruht. Bei dieser
Ausfahrt war der Papst nur von einigen Nobelgardisten begleitet. Der Papst hat auch in dieser Beziehung den Grundsatz der aposto-⸗
lischen Einfachheit, den er bei allen Gelegenbeiten befolgt wissen will, Vorreiter, Dragoner, Gendarmen und jener ganze Zug von Kutschen, den man bei früheren Päpsten sah, sind von ihm, für seine Person, abgeschafft. Gestern sind die früher genannten sechs Kardinäle wieder vor Sr. Heiligkeit als Congregation versam⸗ melt gewesen. Diese Staats⸗Konsulta hat sich also nicht aufgelöst.
Außerordentliche Freude erregte das Benehmen des Papstes ge⸗
gen einen Grafen aus Imola, welcher während der Dauer seiner bischöflichen Amtsführung ihm zahlreiche Beweise seiner widerwärtigen Gesinnung gegeben hatte. Da er nämlich ein Freigeist war und sich der bischöflichen Beaufsichtigung seines religiösen Wandels nicht blos zu entziehen suchte, sondern den Kardinal Mastai bei jeder Gelegen⸗ heit durch böse Reden hart zu beschimpfen gewagt hatte, so wollte die Stadt Imola, als er sich der an den neugewählten Papst zu sendenden Deputation anzuschließen gedachte, es anfangs gar nicht zugeben, daß er mit derselben nach Rom abgehe. Als nun dieselbe bei dem Papste vorgelassen wurde, so wendete sich dieser zunächst jenem Verblendeten, den er durch unglaubliche Beweise von Wohl⸗ wollen und Milde auf den richtigen Weg zurückzuführen versucht hatte, zu, erlaubte nicht, daß ihm derselbe den Fuß küßte, schloß ihn in seine Arme und erklärte ihm laut seine Freude, daß er im Fall f ihm seine wahre liebevolle Gesinnung unzweideutig an den Tag zu legen. „Ddie bisher überfüllten Gefängnisse fangen an, sich zu entvölkern, indem eine außerordentliche Anzahl politischer Gefangener bereits ent⸗ lassen ist und fortwährend fast täglich entlassen wird. Bald nach dem Regierungs⸗Antritt des jetzigen Papstes wurden zwei junge Manner aus edlen Familien Bologna's auf Befehl des Oberst⸗Lieute⸗ nant Nardoni hier festgenommen und ins Kastell St. Angelo abge⸗ liefert. Beide hatten sich im Besitze mehrerer nach Gregor's Tode erschienener Satyren befunden, die damals in Menge verbreitet waren. Sie wendeten sich an den in Rom befindlichen Erz⸗ bischof von Bologna, Kardinal Oppizoni. Dieser verfügte sich so⸗ gleich zu Pius IX. und eröffnete ihm die ganze Lage der Sache. Augenblicklich ließ der Papst den Governatore Macini vor sich beschei⸗ den und verlangte von diesem einen genauen Bericht über sämmtliche in St. Angeto Verhaftete. Da die beiden Bolognesen sich nicht unter den von Macini Genannten befanden, so legte der Papst demselben den Bericht Oppizoni's vor und erfuhr dann, daß der oben genannte Nardoni durch ein ausdrückliches Reskript Gregor's XVI. zu allen dergleichen Maßnahmen politischer Vorsicht befugt sei und keine Be⸗ hörde ohne Ausnahme ihm darin hinderlich sein dürfe. Der Gover⸗ natore erhielt sofort von Sr. Heiligkeit den Befehl, den jungen Männern unverzüglich in seinem Namen ihre Freiheit zu geben und ihnen zugleich Genugthunng zu ertheilen, das Reskript zu vernichten und den Oberst⸗Lieutenant Nardoni in dieser Beziehung seiner fer⸗ neren Dienste ein⸗ für allemal zu entheben.
Bereits ist eine Kommission von mehreren Prälaten wegen der Eisenbahn⸗Frage eingesetzt, die ungesäumt zusammentreten soll, um Männer von Fach in sich aufzunehmen und dann vereint über die zahlreich einlaufenden Entwürfe ihr Gutachten abzugeben. Agenten von englischen und französischen Eisenbahn⸗Spekulanten sind bereits hier eingetroffen.
Die Kardinäle Lambruschini und Mattei gehen, wie es heißt, auf einige Wochen nach dem Gebirge, wie denn Jeder, welcher nur irgend kann, bei der großen Hitze Rom verläßt.
Mom, 11. Juli. In der ersten Versammlung der für die Staats⸗Verwaltung bestimmt gewesenen Congregation ging der An⸗ trag des Papstes zunächst auf eine bedeutende Verminderung der Mi⸗ litairmacht und auf Abschaffung der 4000 Schweizer in Bologna ꝛc., welche den Staat zu einer Masse unnützer Ausgaben nöthigen. Das Resultat dieses, wie verlautet, mit Gizzi's und Micara's Ansichten vollkommen übereinstimmenden Verlangens ist bis jetzt noch nicht bekannt, es dürfte sich aber demselben, wie man glaubt, und zwar in erwünschter Weise, baldigst entgegensehen lassen. Als eine zweite höchst wichtige Idee des Papstes wird die der Einziehung einer großen Menge von Klöstern in Rom bezeichnet, und zwar so, daß jeder Orden hier sich fernerhin mit einem begnügen und die übrigen, oft nur von wenigen Gliedern bewohnten, dem Staate zur besseren Begründung des Schulden⸗ Tilgungsfonds überlassen müßte. Da eine Menge Straßen fast ganz mit zum Theil ungeheuren Gebäuden und Höfen der Art versehen sind, so dürfte, falls diese zu gemeindienlichen Zwecken verwendet werden könnten, zugleich einestheils ein wesentlicher Wunsch des hie⸗ sigen Publikums, nämlich eine Herabsetzung der Miethe für die är⸗ mere Klasse, erzielt werden, anderentheils aber würden eine große Anzahl öffentlicher Staats⸗Anstalten, als die Post, die Stadt⸗Behör⸗ den in Monte Citorio, die Kasernen für das Militair ꝛc., für welche die Lokale mit ungeheurem Pachte bezahlt werden müssen, bequem und frei untergebracht und mithin jährlich ebenfalls eine große Summe für den Tilgungsfonds erspart werden. Der Papst hat nach einer genauen Uebersicht des ganzen Aktiv⸗ und Passivstandes erklärt, daß bei gehöriger Durchführung der möglichen Mittel der Staat in 6 bis höchstens 8 Jahren von Schulden frei sein werde.
Palermo, 4. Juli. Vor einigen Tagen bemerkte man eine außergewöhnliche Truppen⸗Bewegung in einem Quartier der Haupt stadt, zahlreiche Patrouillen kreuzten sich in allen Richtungen, und man erfuhr endlich, daß eine Verbindung zwischen einem der neu hierher verlegten Regimenter und den im Gefängniß sich befindenden Sträflingen, 3600 an der Zahl, entdeckt worden sei, zufolge deren die Gefangenen in Freiheit gesetzt werden sollten. Was dem reichen Palermo für ein Schicksal bevorgestanden hätte, wenn jene 3 — 4000 an Raub und Mord gewöhnten Missethäter ihrer Haft entronnen wären, läßt sich denken. — Noch immer wird die nahe Ankunft des Königs hier angekündigt. Derselbe soll angeblich in Begleitung des französischen Geschwaders unter Prinz Joinville herüberkommen.
spanien.
838 Madrid, 10. Juli. Die hiesigen Blätter fahren fort, sich fast ausschließlich mit der Vermählungsfrage zu beschäftigen, ohne diese auch nur um einen Schritt ihrer Lösung näher zu bringen. Das Gerücht, daß gewisse, einer Fraction der moderirten Partei angehö⸗
Zusammenkünfte von Eu.
rende Personen die Kandidatur des Prinzen von Koburg aufstellen, um vermittelst dieser Combination das gegenwärtige, keiner bestimm⸗ ten Richtung folgende Ministerium zu verdrängen, hat sich erneuert und denjenigen Parteien, welche sich unter die Fahnen anderer Be⸗ werber stellen, zum Theil Veranlassung gegeben, sich vermittelst der Tagespresse in höchst unziemlichen Ausfällen gegen den deutschen Prinzen zu ergießen. Auch nur entfernt auf sie einzugehen, wäre un⸗ ter der Würde der deutschen Presse. Dagegen glaube ich, der Voll⸗ ständigkeit halber, das Wesentliche eines Artikels mittheilen zu dür⸗ gv-, der Heraldo, ein viel geltendes moderirtes Blatt, heute enthält.
„Der Heraldo erwähnt zuerst, daß gewisse Personen die Ver⸗ mählung mit dem Prinzen von Koburg vermittelst der Einsetzung eines neuen Ministeriums unter dem Vorsitze des Präsidenten des Deputirten⸗Kongresses, Herrn Castro y Orozco, und dem Eintritte der Herren Bravo Murillo, Seijas, Salamanca und Concha, durch⸗ zuführen beabsichtigen. Dann beginnt er seine Untersuchungen mit folgender Frage:
„Welche Vortheile würde die Vermählung unserer Königin mit einem Prinzen aus dem Hanse Koburg (con un principe Coburgo) unserem Lande zuwenden?“
Der Heraldo sucht darauf mit Gründen, die schwerlich halt⸗ bar sein dürften, darzuthun, daß der Prinz Leopold -r 2g sen nennt er) einen gesellschaftlichen Rang einnehme, der dem der Königin von Spanien bei weitem nicht entspräche, ja nicht einmal der Stellung vieler spanischen Granden gleichkäme. Es hätte zwar auch die Königin von Portugal einem Prinzen dieses Hauses ihre Hand gereicht. „Allein“, sagt der Heraldo, „seht, welch' Gewicht, welche Garantieen, welche Stabilität der durch England verliehene Gemahl dem Thron und der Sache der Ordnung gewährt hat. Und man vergesse Folgendes nicht. Da der englische Einfluß sich in Portugal frei und ungehemmt äußert, so konnte er ohne Schwierigkeit der dor⸗ tigen Königin einen seiner Prinzen zuführen (denn die Koburgs, ob⸗ wohl Deutsche, gehören England an), aber in Bezug auf Spanien, wo keine Macht einen ausschließlichen Einfluß ausübt, mußte die eng⸗ lische Regierung ein anderes Verfahren einschlagen. Jedermann kennt die h. Jedermann weiß, daß Frankreich nur des⸗ halb sich dazu verstand, den Herzog von Montpensier als Kandidaten nicht aufzustellen, weil England es aufgab, einen Prinzen aus dem Hause Koburg zu unterstützen. Niemand darf annehmen, daß Herr Guizot in der Deputirten⸗Kammer im Namen Frankreichs unwider⸗ ruflich darauf bestanden hätte, daß die Königin von Spanien sich nur mit einem Bourbon vermählen dürfe, wenn er nicht zuvor mit der englischen Regierung darüber einverstanden gewesen wäre. Endlich ist es keinem in Madrid verweilenden Staatsmann, der sich mit Politik beschäftigt, unbekannt, daß die englische Regierung im Monat Mai gewisse Bemühungen, die in der von uns besprochenen Richtung un⸗ ternommen wurden, mit Mißbilligung aufnahm.“
„Wir fragen“, fährt der Heraldo fort, „aufs neue die Ver⸗ theidiger dieser Kandidatur: welche Vortheile bietet sie dar? Würde sie die Frage der Anerkennung durch die nordischen Mächte lösen? Nein! denn er ist nicht der Kandidat dieser Mächte. Würde sie die Frage der inneren Ordnung, der Befestigung des Thrones und der Institutionen lösen? Nein, denn wir haben bereits auf das Bei⸗ spiel Portugals verwiesen, und, auch davon abgesehen, begreift Jedermann, daß ein Prinz von Koburg nicht die Mittel dazu besitzt selbst wenn er die besten Absichten hätte. Würde er der Masse der Nation gefallen, die keiner der politischen Parteien ange⸗ hörte? Nein, denn er ist ein Fremder, und zwar ein unbedeuterder unbekannter Fremder. Würde er die Aussöhnung der Parteien be⸗ wirken? Noch weniger: denn die karlistische und die progressistische hat jede für sich Kandidaten, welche weit mehr als der deutsche Prinz darstellen, und würden sicher keinen Grund haben, stumm zu bleiben wenn sie sehen, daß der Knoten durchhauen, nicht gelöst wird“, u. s. w.
„Durch das, was wir gesagt haben“, schließt der Heraldo „wird vollständig erwiesen, daß unter allen denkbaren Ehebündnissen das mit einem Prinzen von Koburg das am wenigsten beachtungs⸗ werthe, das am wenigsten bedeutende, das einer so erlauchten, einer so erhabenen Königin, wie die Königin von Spanien ist, am wenigsten würdige sein würde... Wir haben keine Scheu vor einer ge⸗ wissen Art von Inpopularität, deshalb sprechen wir unsere Gedanken frei und unverhohlen aus. Wir glauben, daß weder Frankreich, noch irgend eine andere Nation mächtig genug sei, um uns einen Kandi⸗ daten aufzudrängen, den die Stimme des Landes zurückweist. Aber wohl glauben wir, daß bei dem Zustande der zersplitterten, in zahl⸗ lose Fractionen zerfallenen öffentlichen Meinung, während die Einen den Grafen von Montemolin, die Anderen den Infanten Don Enrique Andere dessen Bruder, Andere einen Koburg, Andere einen österreichi⸗ 8 schen Prinzen wollen und noch Andere, und zwar die Meisten, keine bestimmte Ansicht gefaßt haben, es Frankreich sehr leicht sein wird die Verwirklichung irgend eines von einer Fraction der streitenden Parteien geschmiedeten Projektes, dem es sein mächtiges, dermalen durch einen Prätendenten und zweierlei Klassen von Ausgewanderten verstärktes Veto entgegenstellen würde, zu verhindern.“”“
Nachdem der Heraldo dargethan zu haben glaubt, daß die Vermählung mit dem Prinzen von Koburg dem Lande keinerlei Vor⸗ theile verschaffen würde, fügt er die Ansicht hinzu, „daß die Schritte die man noch fernerhin zu Gunsten dieser Combination thun oder zu thun sich das Ansehen geben wirde, weder Lob verdienten, e. ale aus reinen Absichten hervorgehend betrachtet werden önnten.“
Der Clamor Publico, ein progressistisches Blatt, meint, daß, wenn man einmal einen fremden Bewerber zulassen wolle, dieser einem mächtigen Hause angehören müsse. ö“
3 Madrid, 12. Juli. Der Artikel des Heraldo, aus welchem ich vorgestern das Wesentliche mittheilte, ist nicht ohne An⸗ fechtung geblieben. Der Espasol äußerte gestern sein Erstaunen darüber, daß jenes Blatt wähne, „der Bruder des Prinzen Albrecht, des Gemahls der Königin von England, der Bruder des Königs von Portugal, Neffe des Königs der Belgier, der Sohn eines regierenden Herrn und Neffe des Kaisers von Oesterreich”“ — wer erräth wohl, daß hier der Prinz Leopold von Koburg⸗Kohary gemeint ist? — „sei der Ehre, als Kandidat aufgestellt zu werden, un⸗ würdig.“ Dann erklärt der Espanol die Angabe, daß die Bildung eines neuen Ministeriums zum Behufe der Durchführung des besproche⸗ nen Ehebündnisses beabsichtigt werde, für völlig grundlos und läßt sich in Bezug auf das von Seiten Frankreichs gegen den Prinzen von Koburg auszusprechende Veto folgendermaßen aus: „Frankreich wird dieses mächtige Veto nicht über uns verhängen. Denn Frankreich ist nicht in seinem dermaligen ersten Minister personifizirt und weiß, daß es kein Recht hat, in die ehelichen Angelegenheiten unserer Königlichen Familie einzuschreiten, die Wahl unserer Königin zu beschränken, oder uns Bedingungen aufzulegen. Wo sind die Traktate, die der franzö- sischen Regierung dergleichen Rechte einräumten? Nirgends, nie hat es deren gegeben, und selbst wenn sie zwischen uns und einer anderen Dynastie bestanden bätten, so würden sie ihre Kraft verloren haben, seitdem Frankreich sagte: „„dieser Thron gehört nicht länger den Bourbonen.““ Seltsam würde es sein, wenn Frankreich darauf be- stände, daß die spanische Krone durchaus auf die Stirn eines Bour⸗