lmites de aquel reino), da es der Wille der Königin wäre, man sich bei ihrer Verfolgung an keinerlei Rücksichten bände. Der englische — ist noch immer so krank, daß er allen Geschäften entsagen muß. . 1ngepace Hitze, die hier bis auf 34 Grad Reaumur im Schatten steigt, hat zur Folge gehabt, daß in Valencia vom 1. bis zum 26. Juli nicht weniger als 17 Personen in Raserei verfielen. 28 Türkei.
Konstantinopel, 29. Juli. Der Königl. großbritanische Botschafter, Sir Stratford Canning, ist am 26sten d. M. auf dem Kriegs⸗Dampfschiff „Hecla“ nach Triest abgereist, um sich über Deutsch⸗
land nach London zu begeben. Während seiner Abwesenheit leitet der Botschafts⸗Secretair, Herr Henry Wellesley, die Geschäfte der hiesigen Botschaft in der Eigenschaft eines bevollmächtigten Ministers. Der Kaiserl. russische Gesandte, Herr von Titoff, welcher auf dem Punkte steht, diese Hauptstadt gleichfalls mit Urlaub zu ver⸗ lassen, hatte gestern seine Abschieds⸗Audienz beim Sultan, in welcher er Sr. Hoheit den Herrn von Oustinoff als außerordentlichen Ge⸗ sandten vorzustellen die Ehre hatte.
Mehmed Ali hat häufig Unterredungen mit dem Sultan, wel⸗ cher ihn am Mittwoch seiner Mutter, der Walide Sultan, vorstellte.
Am Freitag begleitete Mehmed Ali den Sultan zur Moschee, Abends speiste er im Großherrlichen Palaste. Am 25sten wohnte er einer großen Revue in der Ebene von Haidar Pascha bei. Am folgenden Tage ging er nach Therapia, wo der Großherrliche Köschk zu seiner Aufnahme in Bereitschaft gesetzt worden war. — Der Kaiserlich österreichische Internuntius, die Botschafter von Großbritanien und Frankreich und die meisten übrigen Missions⸗Chefs haben dem ägyp⸗ tischen Statthalter ihre Besuche abgestattet. Zwei Enkel desselben, Namens Mustafa Bei und Sabit Bei, sind von Sr. Hoheit dem Sultan zu Pforten⸗Beamten ernannt worden und werden bereits im Büreau des Mektubschi verwendet.
Die neueste Nummer der türkischen Staats⸗Zeitung macht die von Sr. Hoheit bereits genehmigten Vorschläge des neu errichteten Conseils des öffentlichen Unterrichts bekannt. Diese Vor⸗ schläge sind im Wesentlichen folgenden Inhalts: 1) Verbesserung der bereits bestehenden Kinderschulen; 2) zweckmäßige Organisation der sogenannten Mekiatibi rüschdie (Religionsschulen) zum Behuf der Ver⸗ breitung des für Jedermann nöthigen Religions⸗Unterrichts; 3) Grün⸗ dung einer Lehranstalt (Dar⸗ül⸗Funun) für den höheren Unterricht solcher Jünglinge, welche nach wissenschaftlicher Ausbildung streben oder sich der Beamtenlaufbahn widmen wollen. Ein eigenes Ge⸗ bäude soll zu diesem Zweck aufgeführt werden, in welchem die Zög⸗ linge vollständigen Unterhalt und Wohnung finden und in allen Fä⸗ chern des Wissens unterrichtet werden sollen.
Dasselbe Blatt macht eine Großherrliche Verordnung bekannt, kraft deren es den türkischen Unterthanen in Konstantinopel und in
daß
den Provinzen freigestellt wird, steinerne Häuser, Chane, Magazine
und Kaufläden zu bauen. Bekanntlich wurden bisher in der Haupt⸗ stadt sowohl, als in dem größeren Theile des Reichs alle Privatge⸗ bäaäude und selbst die Großherrlichen Paläste von Holz aufgeführt.
16 Aegyppten.
Alexandrien, 21. Juli. (A. Z.) Mehmed Ali's Reise wird eine große Summe kosten; diese Ausgabe und jene für den Nil⸗ Dammbau und Befestigungs⸗Arbeiten der Stadt nehmen die Finanzen der Regierung sehr in Anspruch und lasten drückend auf dem Lande;
Bekanntmachungen.
Nothwendiger Verkauf. Königliches Ober⸗Landesgericht zu Coeslin, 8 den 27. Juli 1846. 8.
Das Allodial⸗Rittergut Arnhausen, Belgardschen Krei⸗ ses, landschaftlich abgeschätzt auf 63,985 Thlr. 21 Sgr.
5 mannsgasse Nr. loos. 8 90
Alla
nigsviertel Vol. 19. No. 1383 eingetragene, in der Lietz⸗
ham Isaac Cohns 26 Sgr. 3 Pf., soll
am 4. Februar 1847, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.
weder Armee,
naten bezahlt, und darunter leidet — Der unermüd Tage nach 16ten d. machen eine traurn dortigen Markt, der Handel stockte gänzlich; der Geldmangel war
h Man berichtet aus Dschedda, daß die
Cholera sehr abgenommen und man in kurzem sie gänzlich verschwin⸗
in Umlauf kommt. — gelangt und wird dieser Beirut vom
sehr groß und allgemein.
den zu sehen hofft.
Marine noch Beamte werden seit auch der Handel, liche Waghorn ist von Triest an⸗
16“““ EEEEqE .“ 8 1u — 2
Iimn Monat Juli c. fuhren 50,278 Personen und betrug “ Im Monat Juni c. sind auf befördert worden:
37,747 Personen
76,643 Centn. Frachtgutt-. Summa
Einnahme bis ult. Mai c.
Die Mehr-Einnahme im I. Semester d. J. gegen Züritraum v. J. beträgt 57,189 Rthlhetr.
Eisenbahnen.
Berlin-Potsdamer Eisenbahn.
In der Woche vom 4ten bis incl. der Berlin-Potsdamer Eisenbahn 9028 Personen gefahren.
zuf der Berlin-Potsdamer Eisenbahn die Einnahme 21,384 Rthlr. 6 Sgr.
zerlin-Anhaltische der Berlin-Anhaltischen Eisenbahn
he.; 29+ Amsterdam, 7. Aug. Woche wenig Bemerkenswerthes,
ten 20 ⁄½ %, deren Coupons beinahe sind dagegen anfangs von gefallen und blieben ausgeboten. unverändert geblieben.
An den Getraidemärkten dieser gesetzt; doch von in andere Hände. Weizen 310 Fl., für unverzollten burger dito 226 Fl., preußischen 240 Fl. Weizen 332 Fl.,
118pfd. archangeler Roggen 220 Fl., 117pfd. für verzollten 120. 122 pfd. preußischen Roggen 232. 240 Fl.;
dänische Gerste holte 160 Fl.
Amsterdam, 8. Aug. 3 % do. —. Pass. 6 ¼. Ausg. —. 4 % Ru-s. Hope 91½⅞. Antwerpen, 7. Aug.
Handels- und Börsen⸗Nachrichten.
Der hiesige Fondsmarkt lieferte diese und die Abwechselungen in den Coursen der meisten Staatspapicre blieben unbedeutend, im Ganzen war die Stim⸗ mung der letzten Tage etwas flauer; dels⸗Maatschappy, welche von 176 ¾ Spanische Fonds erhielten sich angenehm, 20 %. — Portugiesische Obligationen 48 ⅜ bis 47 ½ % und gestern plötzlich auf 45 ½ % — Am Geldmarkte ist der Zins⸗Cours
besonders aber für allmälig bis 175 ½ % heruntergingen.
Woche wurde nur wenig Weizen um⸗ Roggen, besonders unverzolltem, gingen mehrere Partieen Mütwoch wurde bezahlt: 127pfd. dito 323 Fl., 1189fd. dänischen Roggen 214 Fl., 118pfd. odessaer dito 220 Fl.,
Gestern zahlte man für 129pfd. weißbunten polnischen 130pfd. mecklenburger Weizen 298 Fl., für unverzollten
Auswärtige Börsen.
Niederl. wirkl. Sch. 60 ⅞. Zinsl. 6 ½. Preuss. Pr. Sch. —.
Zinsl. —. Neue Anl. 20 ½.
Frankfurt a. M., 9. Aug. 5 % Met. 110 ¾ Br. 1873. 1870. Bayr. Bank-Actien —. Hope —. Stiegl. —. Poh. 200 Fl. 95 ¾ 6. 40. 500 Fl. 80 ⅛. 80. 1
Hamburg, 10. Aug. Baunk-Actken 1570 Br. Bngl. Rusa. 108 ½4;
London, 7. Aug. Cons. 3 % 95 ⅛. ¼¾. Belg. 98 ½. 97 ½. Neue Anl. Passive 6. 5 ¼. Ausg. Sch. 16 ⁄. . 2 ⁄ % HoH. 60. 59 ½. 4 % 4. 94, Neue Port. 41. 39. Engl. Russ. 113 ⁄. 112 ½. Bras. 90. 89. Mex. 26.
chin 100. 98. Peru 39. 38. fin cour. 122 50. 3 % do. ün cour. &.
Paris, 7. Aug. 5 % Rente Neapl. —. 5 % Span. Rente —. Pauss. 6. Wien, 8. Aug. 5 % Met. 111 %6. 4 % 4c. 100 ¾. 3 % 74. Acden 1572. Anl. 4- 1834 157. 40. 1839 125 ¾. Nordb. 183 ¾. Glegg. Livorn. 107 %. Pest. 93. Budw. 86 ¼.
Mail. 115 %¼. 8 I Königliche Schauspiele.
Donnerstag, 13. Aug. Im Schauspielhause. 134ste Alg ments⸗Vorstellung: Das Glas Wasser, Lustspiel in 5 Abth., Scribe, von A. Cosmar.
Freitag, 14. Aug. Im Opernhause. 93ste Abonnements⸗ stellung: Die Puritaner, große Oper in 3 Abtb., mit Tanz. von Bellini. (Frl. Marie von Marra, K. K. Hof⸗Opern⸗Sängan Wien: Elvire, als Gastrolle.) Anfang halb 7 Uhr.
Zu dieser Vorstellung werden Billets zu folgenden eie Opernhaus⸗Preisen verkauft:
Ein Billet in den Logen in den Logen des ersten Ranges und büne, 1 Rthlr. 10 Sgr.; im Parquet Ranges 1 Rthlr.; in den Logen und ges, so wie im Parterre, 20 Sgr.; in den Fremdenlogen 2 Rthlr.
Im Königlichen Schloßtheater zu Charlottenburg: Die Eie händler, Poffenspiel in 4 Abth., von EC. Raupach. Anfang 7 Uhr.
ze lets zu dieser Vorstellung sind bis zum Tage der Vorset
Mittags 1 Uhr, im Billet⸗Verkaufs⸗Büreau des Schauspielhane Berlin und Abends im Schloßtheater zu Charlottenburg an de u haben. LE“ 15. Aug. Im Opernhause. 94ste Abonnme Vorstellung: Nehmt ein Exempel d'ran, Lustspiel in 1 Aufzu, Dr. Töpfer. Hierauf: Die Willys, oder: Gisela, phantoff Ballet in 2 Abth., von St. Georges und Coralli. Für die e Königliche Bühne eingerichtet vom Balletmeister Hoguet. Brud: Gisela.) Anfang halb 7 Uhr.
Zu dieser Vorstellung werden Billets haus⸗Preisen verkauft.
Bank-Actien
mehreren Mo⸗ 1at. 59 ¾ 5
weil kein Geld
Malta abgehen. — Briefe aus traurige Schilderung von dem
i meuts Inm R mwa. FIhierNnchichent
den 10. August c. sind auf unanse
HH
Eisenbahnä.
50,729 Rihlr. 16,656 — 67,385 Rthlr. 269,152 »b Total 336,537 Rthlr.
die im gleichen
1 11 1
I“
des Prosceniums 1 Rthlr. 10 8 ersten Balkons, so wie ze und in der Logen des a. im Balkon des dritten
im Amphitheater 10 ¾
Actien der Han⸗
und Ardoin⸗Obligationen erreich⸗
zu den gewöhnlichende db“ un In48 5 8 ö Königsstädtisches Theater. Doͤnnerstag, 13. Aug. Zum erstenmale: Gebrüder Fosten, Das Glück mit seinen Launen, Charakter⸗Gemälde aus dem fun ten Jahrhundert, in 5 Aufzügen. Nach einem englischen Plam⸗ Dr. C. Töpfer. (ÜDlle. Bremen: Agnese Welstedt, als Gastrolle.)
für 125 pfd. bunten polnischen 128pfd. weißbunten dito 330 Fl., 120pfd. St. Peters⸗ 122pfd. verzollten
St. Petersburger dito 217 Fl., 109pfd.
vUsgUmhrnag, 8s hrhim tia mal bir Ferin 88 IE“ VPerantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
n81 Im Selbstverlage der Expedition.
Arrun a6
5 % Span. 20¹½.
Poln. —.
GSedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckenn
— . ——
11 belegene Schuhmachermeister Abra⸗
che Grundstück, taxirt zu 11,641 Thlr.
Taxe und Hy⸗
8 Pf., zufolge der nebst Hopothekenschein und Bedin⸗ gungen in unserem dritten Büreau einzusehenden Taxe, soll
am 22.
[651 b.]
Februar 1847, Vormittags 11 Uhr,
2
an ordentlicher Gerichtsstelle subhastirt werden. „hh
Subhastations⸗Patent. Nothwendiger Verkauf.
1“.“ 16“ 8 Land⸗ und Stadtgericht zu Culm.
* Das aus 897 Morgen 129 (¶Ruthen preußisch Acker⸗, Wald⸗ und Wiesenfläche bestehende Erbpachtsgut Pien nebst Slonc,
[699]
gewiesen, wie sie zu dem Gute erworben, abgeschätzt auf
12,288 Thlr. 19 Sgr. 9 Pf., zufolge der nebst Hypo⸗
thekenschein in der Registratur einzusehenden Taxe, soll am 26. Februar 1847
an ordentlicher Gerichtsstelle resubhastirt werden.
— ——
[1515] Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 27. Mai 184..
Das in der Waßmannsstraße Nr. 23 belegene, im neuen Hypothekenbuche des Stadtgerichts von der Kö⸗ nigsstadt Vol. 22. No. 1634. eingetragene Bartikowsche — na gerichtlich abgeschätzt zu 7793 Thlr. 6 Sgr. 6 Pf., soll
2 12. Januar 1847, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.
Der dem Aufenthalt nach unbekannte Eigenthümer, Gutsbesitzer Herrmann Ludwig Bartikow, so wie die unbekannten Neal⸗Prätendenten, werden hierdurch öf⸗ fentlich vorgeladen.
““ Nothwendiger Verkauf. g Stadtgericht zu Berlin, den 18. Mai 1840.
Das der verwittweten Kaufmann Taege, Louise So⸗ phie, geborenen Bauer, zugehörige, in der Klosterstraße Nr. 73 belegene und im siadtgerichtlichen, früher kam⸗ mergerichtlichen Hypothekenbuche Volumine I. No. 30. pag. 349 verzeichnete Grundstück, gerichtlich abgeschätzt
zu 19,713 Thlr. 26 Sgr. 6 Pf., soll am 14. Januar 1847, Vormittags 11 Uhr,
an der Gerichtsstelle Schulden halber subhastirt werden.
[514]
1-e. .
mit Ausschluß einer stets dabei benutzten v. 4 „Sehedeen, Fläche von 80 Morgen, von welcher jedoch nicht nach⸗ SesSeweeeee
6te Einzahlung auf Ludwigs⸗ hafen⸗Bexbacher Eisenbahn⸗
Eisenbahn⸗Actien, abzüglich 46. 40 p. Actie bis zu obigem Termine, später vom 15. August bis 15. September mit Zuschlag von 4 9%
an. Helfft, Gebrüder, Haalsche Markt Nr. 5.
Bei dem großen Zu⸗ drange Anstellung Su⸗ chender sehen wir uns zu der Erklärung genö⸗ thigt, daß wir von jetzt
an kein Gesuch der Art be, mehr berücksichtigen kön⸗ 3” ynen, daher alle Einga⸗ h ben unbeantwortet lassen und etwa eingereichte
Berlin⸗Hamburger Eisenbahn.
Atteste unter Couvert zurückgegeben werden. Berlin, den 11. August 1846. Die t ion der Berlin⸗Hamburger Eisenbahn⸗Gefellschaft.
Direc
₰
Actien. In Folge der uns er⸗ theilten Vollmacht neh⸗ men wir die
zum 15. Au⸗ gust 1846
ausgeschriebene Einzah⸗ lung von 10 ℳ auf die Ludwigshafen⸗Bexbacher Fl. 3. 20 Zinsen mit Fl.
Laut uns von den Herren S. v. Ha⸗ ber & Se. in Carlsruhe und W. H. 2. Ladenburg & Se. in Mannheim er⸗
Tavxe und Hppothekenschein sind in der Registratur ein⸗ 8 — Zlbeilter Vollmacht sind wir beauftragt,
zusehen. 3 88 2
Die dem Aufenthalte nach unbekannten Erben der zu — 2die bte Einzahlung auf
Landsberg an der Warte verstorbenen unverehelichten bvr Emilie Bauer werden hierdurch öffentlich vor⸗ geladen.
1614] Nothwendiger Verkauf. vn 8t Stadtgericht zu Berlin, den 23. Juni 1846. Das im Hypothekenbuche von der Königsstadt, Kö⸗
abzüglich Zinsen „ 8 demnach Fl. 46. 40.
die Actien der Ludwigshafen Bex⸗ bacher Eisenbahn mit 10 9⁄a⸗ I. 50
b “ 3. 20.
emeiner
Das Personenschiff „Borussia“
Imien 8 ns
Anzeiger.. [697]
pro Actie in Empfang zu nehmen und auf den Actien darüber zu quittiren.
Wir ersuchen die Besitzer, die betreffende Zahlung bis zum 15. August, spätestens aber bis 15. Sep⸗ tember c., mit 4 % Verzugszinsen, vom 15. August an gerechnet, Vormittags von 9 bis 12 Uhr, in unserem Comtoir, Linden Nr. 27, zu leisten, und die einzuzahlenden Stücke mit einem Verzeichniß nach Nummern⸗Neihe, Lit. A. von Lit. B. getrennt, zu versehen. ingereichten Actien werden
vb“
1
sub hodierno auf Antrag des Gutsbesitzers H. von
auf Puchow zur
1) der geschiedenen Rathmannin Bülle zu Nü Elisabeth Johanna Maria, geborenen Wuülfh
2) dem Stadtsecretair Johann Anton Friederich! leff daselbst,
3) dem Advokaten und Kreis⸗Secretair Fie Bernhard Wulffleff zu Neu⸗Brandenbung img
4) der Amtsregistratorin derica Dorothea, geborenen Wulffleff,
— Die uns ei wir den Inhabern binnen kürzester Zeit wieder zurück⸗
stellen. Berlin, den 11. Juli 1846. 18 ihre, 60 Fdenn 81 Sgr. ‿ꝙ† für 9 16 2 2 v. er vier Interessenten betragenden, durch Uebems schfeld & Wolff. der Kandidat Heineschen Nachlaßmasse an sie i gangenen, bescheinigtermaßen respective von; 8 8 ihren Erben und deren Vertretern, an das Hand haus Siemerling & Stürcke zu Neu⸗Brandenbu dirten und demnächst von dem genannten von Ve bezahlten Antheile an eine zur Verlassenschaftsma weiland Hofraths C. W. Wulff eff zu Neu⸗Brand gehörig gewesene, aus einer Verschreibung des 1. A. F. von der Lancken originirende und Fol. ⁷ über die Güter Puchow, Lapitz und Rahnenfecke dergelegt gewesenen gemeinsamen Hypothekenbuthe gettgeamn Forderung von 968 Thlr. 9 Sgr. j dem weiland tin nach vember 1813 ertheilten, nach Angabe des Prote Säüäüinso- und des beregten Handlungshauses verloren Swine⸗ nen vier Agmitions⸗Aklten 5b” n. eeha 82 v etwaniger daraus wider den Provokanten herzulch “ münde 111“] Fenbenga Terminus G auf jeden Dienstag und Donnerstag, Mittags 12 Uhr, jeden Sonnabend, Mittags 1 Uhr;
von Swinemünde nach Stettin jeden Montag und Freitag, Morgens 8 Uhr,
jeden Mittwoch aber circa 2 Stunden nach dasiger
Ankunft der Russ. Post⸗Dampfschiffe.
Der Prris 1sten Ranges 1 ½ Thlr. à Per⸗ son; für 1 Billet nach Swinemünde und zu⸗ rück, auf 7 Tage gültig, jedoch ermäßigt auf 2 Thlr.
Comité der Stettiner Dampfbugsirboot⸗Rhederei.
fährt während der diesjährigen Bade⸗ Saison ßig:
von Stet⸗
F
regelmã⸗
den sechsten Oktober dieses Jahre, anberaumt und die Insertion der heute diesagt eztenso ergangenen Ladungen in die Schwan Anzeigen verfügt worden; so wird solches hierdul nerweitig bekannt gemacht. Gegeben Güstrow, den 20. Juli 1846.
Großherzogliche Mecklenburg⸗ Schwerinsche l Kanzlei. (L. S.) G. Brandt.
—
LFiterarische Anzeigen.
Bei Wilhelm Besser (Behrenstr. 4¹) scheint so eben: [700] Predigt über Jacobi 5, 13. 21 in der Sophienkirche zu Berlin am 7. Sonntazt! gehalten
1650 bl Zahlung der Coupons “ von Russ. Hopeschen Certifikaten
3ter Seriec.
Die bei uns angemeldeien, am 1./13. Juni a. c. verfallenen Coupons von Certifikaten der Russisch
Hopeschen Anleihe Zter Serie
von heute an bis zum 30. September c. Thlr. 13. 10 Sgr.
an unserer Kasse bezahlt. Berlin, am 11. August 1846. nhalt und Wagener, 8 Brüderstrafse No. 5.
Früher erschien; 5
Predigt über Marcus 10, 17. 48
in der Dreifaltigkeitskirche zu Berlin am 5. Se Trinit. gehalten
118 8 ’- X si bbü(gvreis jeder Predigt 3 Sgr.) C11““ 1u“ Hern genrüpegesse ne müsh, Erdesssesnch a
1“
8—
lanm
ldienst. — Nachrichten aus Island. —
Rosa Heigel, vom Stadt⸗Theam
Wann von hiesiger Großherzoglicher Jusiiz⸗Ran
Anmeldung etwaniger Ansprücheäg
Liß zu Dargun, Lucit
Anton von Berg auf Puchow an
von Dr. C. J. Nitzsch.
as Abo nnement beträgt: 0
2 Rthlr. für 5 Gdetli it Bis
4 kthlr. Jahr.
8 üthlr. 1 Jahr. 8168
allen Theilen der Monarchie
ohne Preis -Erhöhung.
nsertions-Gebühr für den in einer Zeile des Allg. Anzeigers 2 Sgr. †
11“3“
FImlmas⸗Nn
Sö. mn . 8n 15½᷑ ½ 2 ö1u6“““ poft -Anstalten des In⸗
unnd Auslandes nehmen Hestellung auf dieses Blatt an, für Berlin
8*
EE“
28 1 158 4
—*⁴ hnfuk rH N. . 41883, .
Sae ten S, s2. et 1. 878
. 8 die Expedition der Allg. Preuß. Aat zu9 Ktn n. Zeitung: . a Friedrichsstraße Nr. 72.
Berlin, Freitag den 14 n August ZZE1“““
mtlicher Theil. nland. Berlin. ütli — rovinz Preußen. Schifffahrt Königsbergs. eutsche Bundesstaaten. Königreich Sachsen. Die politischen Festessen. — Königreich Hannover. Hohe Reisende. — Truppen⸗ Uebungen. — Königreich Württemberg. Unwetter. — Kurfür⸗ stenthum Hessen. Der Kurprinz⸗Mitregent. — Der Prof. Justi . 2b Zeitungs⸗Verbot. — Herzogthum Holstein. Die holsteinische Stände⸗-Versammlung. — Fürstenthum Waldeck. Das Erdbeben om 29. Juli. hesterreichische Monarchie. Prag. Durchreise des Großfürsten Michacl. — Der Prinz Benjamin Rohan⸗Rochefort †. rankreich. Paris. Der Attentats⸗Prozeß. — Die Kandidaten für das Präsidium der Deputirten⸗Kammer. — Journalisten zu Deputirten ewählt. — Die legitimistische Partei in den Wahlen. — Bugeaud's Wahlrede. — Wahl⸗Unruhen. — Depeschen nach Madrid. — Das Testament des Grafen von St. Leu. — Vermischtes. roßbritanien und Irland. Unterhaus. Der Antrag Dr. Bowring's auf Abschaffung der Prügelstrafe in der Armee verworfen. — London. Hofnachricht. — Mäßigkeits⸗Vereine. — Kornpreise. — Louis
Napoleon.
elgien. Brüssel. Diplomatische Sendung des Fürsten Chimay. — rüfung des Vertrages mit Holland in den Sectionen. — Vermischtes. inemark. Kopenhagen. Die Königin von Schweden. — Schiff⸗
jahrts⸗ und Handels⸗Traktat mit Neapel. — Die Befreiung vom See⸗
Verhandlungen der roeskilder talien. Rom. Auflösung der Schweizer⸗Regimenter. — Die Amnestir⸗ jen Galetti und Renzi. ortugal. Schreiben aus Lissabon. (Neues Wahl⸗Reglement.) andels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Berlin. Börse. 1”“
Stände.
9 88
Almtlicher
Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht, rannten Inhaber des Eisernen Kreuzes, welcher auf den Ehrensold zichtet hat, zum Ehren⸗Senior zu ernennen und die erledigten niorenstellen zweiter Klasse anderweitig zu verleihen. Zum Ehren⸗Senior ist ernannt: 1.
Aus dem Stande vom Feldwebel abwärts; Ludwig von Kröcher, Premier⸗Lieutenant a. D. auf brügge bei Havelberg. Zu Senioren der zweiten Klasse des Eisernen Kreuzes:
A. Aus dem Offizierstande:
Neander von Petershaiden, Oberst a. D. zu Königs⸗ berg in Pr.
von Wangenheim, Gumbinnen.
von Petery, General⸗Lieutenant a. D. zu Breslau.
von Prittwitz, General⸗Lieutenant und Commandeur der Garde⸗ Infanterie.
von Saucken, Darkehmen.
von Knobloch, Rittmeister im 1sten Husaren⸗Regiment (genannt lstes Leib⸗Husaren⸗Regiment).
B. Aus dem Stande vom Feldwebel abwärts: akob Krebs, Steuer⸗Aufseher zu Königeberg in Pr.
“
i 8 —
Voits⸗
3
Hauptmann und Postmeister a. D. zu
Rittmeister a. D. auf Tarputschen, Kreis
Geschichtliche Darstellung der Bank⸗Verwaltung. —
Theodor Augustin, Premier⸗Lieutenant a. D. zu
Wernigerode am Harz Karl Plötz, Steuer⸗Aufseher zu Berliau.
E
wieder hier eingetroffen.
Die Versetzung des Justiz⸗Kommissarius Gresser in Bünde an das Land⸗ und Stadtgericht zu Lenn ist auf eii⸗ 8.. zu⸗ rückgenommen, dagegen der Justiz⸗Kommissarius und Notarius Kay⸗ ser in Delbrück als Justiz⸗Kommissarius an das Land⸗ und Stadt⸗ gericht zu Brilon versetzt, zum Notarius im Bezirk des Ober⸗Lan⸗ desgerichts zu Arnsberg ernannt und ihm die Praxis nicht nur bei dem Land⸗ und Stadtgericht zu Brilon, sondern auch bei dem Land⸗ und Stadtgericht zu Marsberg und bei den Patrimonialgerichten zu Alme, Canstein und Padberg gestattet worden.
Angekommen: Se. Excellenz der General⸗Lieutenant, Chef der Land⸗Gendarmerie und Kommandant Berli itf⸗
2 Beirhain von Berlin, von Ditfurth, bgereist: Der General⸗Major und Inspecteur der 1sten Ingenieur⸗Inspection, Brese, nach Stettin. — qraans 8
1u“ 2 . — . e“ Miicchtamtlicher Theil. I1“ WW“ EE11; “ 1n J“ 2 n 1 a n d. 8 “ GitüGthis. Berlin, 13. Aug. Wir erfahren so eben aus sicherer Quelle, daß die betreffende Behörde beschäftigt ist, eine geschichtliche Dar⸗ stellung der Bank⸗Verwaltung seit dem Jahre 1805 bis inkl. 1845 der Oeffentlichkeit zu übergeben. Es dürften hierdurch manche vor⸗ eilige Urtheile widerlegt und überhaupt die Verhältnisse und die Zu⸗ stände des bisherigen Bank⸗Instituts in den letzten 40 Jahren in ein klares Licht gestellt werden.
Provinz Preußen. (. f. Pr.) In Pillau sind im vori⸗ gen Jahre 822 Schiffe mit 44,300 Lasten eingelaufen, während im Jahre 1844 deren 1010 mit 62,345 L. und im Jahre 1843 sogar 1560 mit 99,503 L. eingekommen waren. Ausgegangen sind 831. Schiffe mit 45,163 L., wogegen im Jahre 1844 1034 mit 67,012 und im Jahre 1843 1552 mit 99,179 L. ausliefen. Von diesen Schiffen liefen in Pillau 5 in Nothhafen ein und aus, und von den ausgegangenen Schiffen mußten 459 mit 23,872 L., also mehr als die Hälfte, mit Ballast versegeln, was seit längerer Zeit nicht vor⸗ gekommen ist. Am Schlusse des Jahres 1844 besaß die königsber⸗ ger Rhederei 27 Schiffe von 4034 L., wovon eines verloren gegan⸗ gen, dagegen eines von 46 L. neu erbaut ist, so daß am Schlusse des Jahres 1845 wiederum 27 Schiffe, aber nur von 3982 Normal⸗
Lasten, vorhanden waren. E 11“]
Deutsche Bundesstaaten. 88
Königreich Sachsen. Die Deutsche Allgemeine Zeitung enthält ein Schreiben aus der sächsischen Lausitz vom 10. August mit fol⸗ genden Bemerkungen: „Auch in Ihrer Zeitung ist mehrfach von den durch die sogenannte die sich jetzt selbst die „radikale“ nennt, eifrig betriebenen Festessen und deren herausfordernder Tendenz Mögen auch zeither Viele diese Zweckessen nur be⸗ Andere sogar Diejenigen, welche sich entschieden Uebertreibung beschuldigt und nicht an die Ma⸗ denen, nach einigen Berichten zu urtheilen, die dieser Huldigungen zu danken ha⸗
die Rede gewesen. lächelt haben, ja mögen dagegen ausgesprochen, der chinationen geglaubt haben, Gefeierten das Zustandekommen
ben, so ist man doch wenigstens in letzterer Hinsicht hier in der
anstaltete Fest dieser Art zu anderen
Se. Königl. Hoheit der Prinz Waldemar ist von Fischbach
1111A1A4A“
Lausitz durch das in jüngster Zeit einem dieser liberalen Abgeordneten ver⸗ Ansichten und namentlich zu der Ueber⸗ zeugung gelangt, daß jener Partei der Vorwurf eines „liberalen Jesuitis⸗ mus“, der zur Erreichung seiner nächsten und entfernteren Zwecke kein Mit⸗ tel verschmäht, wahrlich nicht ganz ohne Grund gemacht worden ist. Wir sagten, zur Erreichung seiner nächsten und entfernteren Zwecke, und verste⸗ hen unter den ersteren das bloße Anregen und Zustandebringen sogenannter politischer Demonstrationen und das Ueberreden und Glaubenmachen, als seien diese gegen die Regierung gerichteten Demonstrationen, Adressen, Fest⸗ essen, Reden, Toaste und wie sie sonst alle heißen, aus dem Drang überein⸗ stimmender Gesinnungen hervorgegangen, als sei es die große Masse, ja der Kern des Volkes, der seine politischen Ansichten und Wünsche in und bei denselben ausgesprochen; unter dem der Zukunft vorbehaltenen entfernteren Zweck aber verstehen wir den: die dem gemäßigten, beson⸗ nenen Fortschritt ergebenen Männer immer mehr und mehr aus der Reihe der Landesvertreter auszuschließen und die Aufmerksamkeit immer ausschließender auf die Fahnenträger der politischen Tagesfragen hinzulen⸗ ken, überhaupt aber die öffentliche Meinung immer entschiedener zu beherrschen. Nun, wer wagt es denn noch in Zweifel zu ziehen, daß wirklich der Kern des Volks es ist, der in diesen Festen, in diesen Toasten zu Sachsen, ja zu Deutschland spricht; man lese doch die Beschreibungen! Sind nicht diese Dankopfer wie durch Acclamation ganzer Wahl⸗Bezirke, aus einem Alle durchströmenden Gefühle der Dankbarkeit der gesammten Wähler hervorgegangen? War es nicht Ein Gedanke, von dem sich Tau⸗ sende freudig angeregt sanden, und dessen Geburt es nur bedurfte, um denselben wie mit einem Zauberschlage lebendig aufgefaßt und ausge⸗ fühit zu sehen? Ja, wer nur in der Entfernung diese prunkhaften An⸗ kündigungen und Beschreibungen zu lesen erhält, sollte dies glauben; an⸗ ders freilich der, welcher diese Erscheinungen näher zu beobachten oder wohl gar hinter die Coulissen zu blicken Gelegenheit sindet. Für diesen stellt sich das Bild ganz anders dar! Gehet Fin und fraget nach in den Städien und Orten, in welchen dergleichen Feste bereitet und für selbige geworben worden; fraget nach, ob sie so leicht, wie durch einen schnell zün⸗ denden und elektrischen Schlag, von irgend einer Gesammtheit bervorgezau⸗ bert wurden! Fraget nach, und ihr werdet von den Unbefangenen hören, welche Mittel angewendet, welche Hebel in Bewegung gesetzt werden muß⸗ ten, um solche zu Stande zu bringen. Auf Täuschungen berechnete Anzei⸗ gen, als ob, was kaum von Einzelnen ersonnen, schon in weiteren Kreisen beschlossen und vorbereitet sei; mehrfache Aufforderungen auf verschiedenen Wegen aus einer und derselben Quelle, mit Benutzung des kleinen Theater⸗ Untemehmein eigenen Kunstgriffes, als ob, wer nicht in Zeiten seine Theil⸗ nahme anmelde, sich ausgeschlossen zu sehen Gefahr laufe; schmeichelnde Lobeser⸗ hebungen ganzer Städte und Bezirke, deren politische Gleichgültigkeit vor lurzem noch geschmäht und zur Zielscheibe des Spottes gemacht wurde; Aufforderungen eindringlich und direkt erlassen an Einzelne unter Eröffnung der Rücksicht, daß ihrer ehrend gedacht werden würde; Einschüchterung der Unentschiede⸗ nen durch öffentliches Schmähen der sich Ausschließenden: dies sind die ehrenwerthen Mittel, denen dergleichen Feste ihr müherolles Entstehen zu verdanken haben. Indessen wird man entgegnen, was kommt darauf an, wie ein dergleichen Dankfest zu Stande gebracht wurde, es genügt, daß dasselbe gelungen, daß es Namens der Wähler veranstaltet, Namens des ganzen Wahlbezirks dargebracht wurde, und daß letzterer hierdurch seine Uebereinstimmung mit den Gesinnungen und Ansichten seines Abgeordne⸗ ten öffentlich an den Tag zu legen sich gedrungen fühlte, und wir müssen anerkennen, daß hierauf mehr ankommt, hierin ein größeres Gewicht liegt, als in der Art und Weise, wie solches eingeleitet wurde; wir müssen zu⸗ geben, daß schließlich Alles darauf ankommt, wie der Wahlbezirk durch die Theilnahme vertreten war. Die Statistik des Festmahls mag also entscheiden! Der Wahlbezirk wird ungefähr 18 — 20,000 Seelen umfas⸗ sen, und an dem Feste nahmen 230 Personen Theil. Während nun mit sehr wenigen Ausnahmen die Vorstände und Mitglieder der Stadträthe und Stadtverordneten der verschiedenen zum Wahlbezirk gehörigen Städte sich ganz ausgeschlossen und entfernt gehalten, waren auch verhältnißmäßig nur wenig Wahlmänner anwesend; dagegen war das große Centrum aus Kanzlci⸗Offizianten, Schullehrern und aus jüngeren, den unselbstständigen Gliedern des Kaufmannsstandes angehörigen Leuten zusammengesetzt, so daß präsumtiv den Anwesenden, auch abgesehen von einigen Ausländern, zum bei weitem größten Theil nicht allein die Wahlberechtigung, sondern auch alle Stimmberechtigung abging. Kann nun wohl unter diesen Um⸗ ständen ehrlicherweise noch davon die Rede sein, daß es ein von dem Wahl⸗
*
—
Königliches Schauspielhaus.
Egmont. (Dlle. Unzelmann: Klärchen, als letzte Gastrolle.)
(Den 12. August.)
Es wäre für uns wie für Dlle. Unzelmann besser gewesen, wenn zu ihrem Abschiede eine andere Rolle gewählt hätte, als die des Klärchen Egmont. Wir wären dann der unangenehmen Pflicht überhoben, uns elnd über sie auszusprechen, und sie hätte sich den Ruhm ihrer vortreff⸗ en Darstellungen als Emilia Galotti, als Gretchen im Faust und als ldschmieds Töchterlein nicht getrübt. Der Antritt und der Abschied der gen Künstlerin bei uns mußten aber gerade durch Leistungen bezeichnet den, welche nicht zu ihren besten gehören; denn so wie ihre Julia der zantigen dichterischen Anlage dieses Charakters nicht entsprach, so blieb h ihr Klärchen im Egmont weit hinter den Absichten der Dichtung zu⸗ f. Damals fanden wir den Grund der mangelhaften Darstellung einer⸗ 6 in der Schwäche und Beschränktheit ihres Sprach⸗Organs, andererseits der natürlichen geistigen Unfähigkeit der Künstlerin, die brennende Glut altiger Leidenschaften, den Heroismus des sich selbst bestimmenden Wei⸗ zu äußerer Darstellung zu bringen. Dieser Grund kann jetzt für sich ht gelten, weil das Klärchen im Egmont, so wie das Gretchen im Faust, r wohl im Bereich der Kräfte der Dlle. Unzelmann liegt, al wenn die intensive Geistigkeit des Ausdrucks, welche ihre arakter⸗Gebilde bisher belebte, die äußere Macht der Sprache nicht immer nothwendig erscheinen läßt. Dlle. Unzelmann ist deshalb heute ent⸗ der nicht gut disponirt gewesen, und dann hätte sie nicht spielen sollen, t sie hat auf diese Rolle noch nicht dasjenige Studium verwandt, wel⸗ bei ihr mehr als bei jeder anderen nöthig ist, um ihre Darstellun elfrei zu erhalten; in diesem Falle ist es aber nicht zu verantworten, vaß die Partie hier bei uns als Gast spielt. Wir verlangen von Dlle. zelmann durchaus geistige Durchdringung der Rolle, d. h. das konse⸗ nte Festhalten und schorfe Ausprägen des Tharatters in seiner bestimm⸗ een Individualitäͤt, denn nur dieser Vorzug, freilich der größte, welcher Schauspielerin auszeichnen kann, entschaͤdigi uns bei ihr für die Ab⸗ r der meisten übrigen Vortheile und Künste, wie man sie gewöhnlich l F deren Anwendung Dlle. Unzelmann zum Theil, wenn sie ige besizt, auch zu verschmähen scheint. Konnte uns z. B. Mad. Rettich † ien durch ihre musikalische Declamation auf Augenblicke in eine so f F Gedankenlosigkeit hineinzaubern, daß wir den Mangel charakte⸗ e Wahrheit sowohl als die ernste Bedeutung der Darstellun
„so läßt uns dagegen das geringste Nachlassen der geistigen
ver⸗ pan⸗
8, der geringste Mangel tieferen Verständnisses bei Dlle. Unzelman n
EEIT11a
die ganze Leerheit und Mattigkeit einer durch äußere Mittel so schwach unterstützten Darstellung empfinden. Wir wollen einen gesunden schönen Kern bei dem Mangel seiner schönen äußeren Schaale. Diesen Kern hat uns Dlle. Unzelmann, wie wir getreulich berichtet, in ihren früheren Rollen gereicht; wir fanden varakterigische Wahrheit, aus geistvoller Intention hervorgegangen und mit dem der Künstlerin eigenthümlichen seelenhaften Ausdruck verbunden. Warum entbehrte nun diese Auszeichnung das Keärchen im Egmont? Die Rolle hat gewiß ihre eigenen Schwierigkeiten, aber Dlle. Unzelmann scheint uns doch ihnen gewachsen zu sein.
Schon das erste Auftreten des unverkünstelten niederländischen Mäd⸗ chens mit seiner erhabenen Liebe zu dem besten Fürsten des Landes zeigte uns, wenn auch das natürliche Bild einer einfachen liebenden Jungfrau, doch eine zu große Dürftigkeit für das göthesche Klärchen, das der Dichter zum Träger des geschichtlichen Bewußtseins in dem Stücke gemacht hat, von welchem der Held Egmont selbst hätte durchdrungen sein müssen. Es kommt dies der Jungfrau natürlich nicht zur Klarheit, sondern erscheint bei ihr gewissermaßen als höhere Eingebung, aber es erscheint doch, und zwar als eine Wirkung ihrer sinnigen Liebe, die deshalb einen erhabeneren Schwung haben muß, als die eines blos naiven Mädchens. In dieser zu dürftigen Auffassung des Charakters von vorn herein lag der im weiteren Verlauf seiner Entwickelung sich kundgebende Mangel inneren Zusammen⸗ hanges, und Dlle. Unzelmann gerieth dadurch in eine Unbestimmtheit und Unsicherheit des Ausdrucks, welche dem Ganzen die Wahrheit raubten und nur Einzelnes unverbunden neben einanderstehend als gelungen er⸗ scheinen ließen. Die Mängel des Sprachorgans machten unter diesen Um⸗ ständen einen peinlichen Eindruck, denn man wurde durch die Abwesenheit des geistigen einheitlichen Elements der Darstellung auf dieselben aufmerk⸗ sam, und die große Scene, in welcher Klärchen die Bürger zur Befreiung Egmont's aufruft, blieb vollends ohne Wirkung. Hier brauchen wir einen großen Ton, energisch gesprochene, rasche Worte, ein lebhaftes Feuer und dabei doch Einfachheit der Darstellung, so daß nur die größte Intensität des geistigen Ausdrucks hier die äußeren Mängel des Spiels der Dlle. Unzelmann hätte ersetzen können. Wir halten den Beifall, welcher so⸗ gar durch Hervorruf nach diesem Akte Dlle. Unzelmann gespendet wurde, für unverdient; das Publikum hat sich schon daran gewöhnt, die Leistungen derselben zu beklatschen, und wenn hier Jemand vorklatscht, so klatscht es nach. Dlle. Unzelman thäte deshalb wohl, hier zu mißtrauen. Wir können von ihrer ganzen Darstellung nur die Vergistungs⸗Scene gut fin⸗ den, in welcher die Künstlerin sich wiedergewonnen hatte und mit ergreifen⸗ der Wahrheit ein Bild heldenmüthiger Resignation und unendlichen Schmer⸗ zes hinstellte.
Dlle. Unzelmann hat “
Es wäre deshalb wünschenswerth, wenn ein neues um zur wahren vollständigen Schätzung ihrer künstlerischen Befähigung zu gelangen, denn es kommt darauf an, noch genauer zu wissen, ob die Künstlerin den großen Erwartungen von ihr und dem über sie gefällten günstigen Urtheil wirklich entspricht. Sie würde in diesem Falle gewiß eine gute Acquisition für unsere Bühne sein, an der sich ihre Rollen nur durch eine tüchtige Darstellerin, Dlle. Stich, vertreten finden.
Die Wiederholungen des Egmont, welche sich in kurzer Zeit dreimal folgten, werden stets vom Publikum mit dankbarer Anerkennung, die sich in dem zahlreichen Besuch des Hauses ausspricht, aufgenommen. Auch ver⸗ vollkommnet sich die Darstellung dadurch immer mehr. Mit Vergnügen bemerkten wir das sichtbare Streben des Herrn Hendrichs nach schärferer Charakteristik des Egmont, der eben wegen der nothwendigen Individuali⸗ sirung des Charakters nicht zu seinen glänzendsten Rollen gehört. Es bleibt freilich noch immer Vieles zu wünschen; Herr Hendrichs kann aus seiner Bedächtigkeit und seinem schwermüthigen Ernst noch nicht herauskommen und giebt uns nur einzelne Anflüge von dem wah⸗ ren lebensfrohen und selbstvergessenen, durch leichten ritterlichen Anstand und Leutseligkeit ausgezeichneten Egmont, wie ihn der Dichter gezeichnet und die Geschichte auch überliefert hat. Aber es ist anzuerkennen, daß Herr Hendrichs wenigstens Miene macht, den Charakter zu studiren, daß er an⸗ sängt, mehr zu bedenken, was er sprechen, nicht blos, wie er es sprechen soll. Die Scene mit Oranien, den Herr Hoppeé vortrefflich, in seinen äußeren Bewegungen nur etwas zu pedantisch spielt, würde zu einer weit schlagenderen Wirkung gelangen, wenn Herr Hendrichs den unbesorgten, blindlings in sein Unglück hineinrennenden Egmont dem klugen, mit schär⸗ ferem politischen Verstande die Zukunft berechnenden Oranien gegenüber⸗ stellte. Das Beste, was uns Herr Hendrichs giebt, ist, wie bekannt, die Kerkerscene, in der Egmont sich als der Vertreter eines großen Prinzips klar wird und mit erhabenem Pathos, durch die Traumdbilder crleuchtet, die Freiheit der Niederlande verkündet. Die übrige Besetzung war wie gewöhn⸗ sich. Die Krone der Darstellung bildeten auch heute die Volksscenen, welche Herr Weiß durch seine meisterhafte Leistung als Vansen und die Herren Rüthling, Wauer, Hiltl, Wiehl ꝛc. als Einwohner Brüssels durch lebendiges, naturwahres Spiel, voll des individuellsten Lebens, erscheinen ließen. Das Orchester hätten wir etwas stärker besetzt gewünscht.
Zum Schluß wurden Herr Hendrichs und Dlle. Unzelmann ge⸗
“
theil über sie gestört. Gastspiel für sie eröffnet würde,
durch die Rolle des Klärchen Vieles im Ur⸗ 8