oggia dieser Kirche dem versammelten Volke unter dem Donner der Kanonen die feierliche Benediction.
Palermo, 10. Aug. (D. A. Z.) Man will hier von Sy⸗ rakus wissen, daß dort am 7. August Abends ein hestiger Erdstoß mehrere Gebäude umgestürzt habe, wobei einige zwanzig Personen das Leben eingebüßt haben sollen.
Unerhört ist die Hitze und Trockenheit. In Trapani, Marsala, Mazzara, Sciacca und überhaupt an der ganzen Seeküste sind alle Quelleen und Brunnen versiegt, und die Pflanzenwelt geht zu Grunde. In Trapani wird das Trinkwasser ungefähr mit einem Fünftel des Weinpreises bezahlt. Man fürchtet sehr für die Weinlese, welche zwar jetzt noch schöne Hoffnungen zuläßt, allein unfehlbar auch zu Grunde gehen müßte, sollte nicht bald einiger Regen fallen, welchen übrigens die aufgethürmten Gewitterwolken jeden Abend dem sehn⸗ suchtsvollen Auge der Landleute in Aussicht stellen, während sie jeden Morgen wieder verschwunden sind. Bekanntlich versorgt hier wie in ganz Italien jede Gemeinde⸗Verwaltung ihre Angehörigen mit Schnee (da Eis ein nie gesehenes Ding ist), welcher für Rechnung der Päch⸗ ter der Gemeinde⸗Einkünfte zu sehr billigem, festgesetztem Preise ver⸗ kauft wird. Dieses Jahr aber siel bei dem außerordentlich milden Winter in den nahegelegenen Bergen gar kein Schnee, und die Päch⸗ ter sind nun gezwungen, nachdem auch der in der Madonie (dem alten Nebroden) gesammelte Vorrath erschöpft ist, den erforderlichen Schnee von Catania, wo derselbe vom Gipfel des Aetna gesammelt
wird, mit ungeheurem Kostenaufwande kommen zu lassen.
Türhkei. 8 Konstantinopel, 12. Aug. Mehmed Ali wird in diesen Tagen die Hauptstadt verlassen, um seinen Geburtsort Cavalla, in Macedonien, zu besuchen und von dort nach Aegypten zurückzukehren. Der französische Vice⸗Admiral Turpin, Befehlshaber der Flotte im Mittelländischen Meer, ist am 9ten d. M. auf dem Kriegsdampf⸗ boote „Cassini“ hier angekommen, nachdem er das Linienschiff „Tri⸗ , welches seine Flagge führt, vor Tenedos zurückgelassen. In seinem Gefolge besinden sich 25 französische Offiziere. Mit derselben Gelegenheit sind die Ober⸗Hofmeisterin Ihrer Majestät der Königin von Griechenland, Baronin von Plüskow, und das Fräulein von Rennenkampf, Hofdame der Königin, in dieser Hauptstadt angelangt.
Der russische Gesandte bei der hohen Pforte, Herr von Titoff, ist am 9ten d. M. nach Odessa abgereist.
Sarim Efendi ist zum Mitgliede des Reichs⸗Raths ernannt und beauftragt worden, den Sitzungen des Conseils des öffentlichen Un⸗ terrichts beizuwohnen.
Heute beginnen die jährlichen Prüfungen in der medizinischen Schule zu Galata⸗Serai im Beisein des Sultans, Mehmed Alu's und sämmtlicher Großwürdenträger des Reichs. Vorher findet auf ben freien Platze außerhalb Pera ein großes Artillerie⸗Manöver
1016
Eisenbahnen.
Blunzlau, 23. Aug. (Schles. Z.) Zu den großartigen Bauwerken unserer Eisenbahn gehört die Queisbrücke bei Siegers⸗ dorf, die hinsichtlich ihrer architektonischen Schönheit und Gediegen⸗ heit, nächst dem Bober⸗Viadukt, die erste Stelle auf der Strecke von hier nach Frankfurt einnehmen dürfte. Sie vermittelt den Uebergang über das Queisthal zwischen Herrmannsdorf und Neudorf, zwischen Schlesien und der Lausitz. Der Queis gehört bekanntlich zu den Flüssen, die den größten Theil des Jahres hindurch harmlos dahin⸗
fließen, im Frühjahr dagegen beim Eintritt des Thauwet ters, und wenn der Schnee im Gebirge schmilzt, oder im Sommer in Folge heftiger Regengüsse, in reißende Ströme
Der gewöhnliche Wasserstand des Flusses am Pegel bei Herrmannsdorf ist 2 ½ Fuß und 570 Fuß über der mittleren Höhe des Meeresspiegels der Ostsee. Die freie Durchströmung der Wasser⸗ massen, so wie die Höhe der Linie im Queisthale, bedingten zur Ueberschreitung des Flusses einen größeren Brückenbau, an welchem sich zu beiden Enden die 32 Fuß hohen Erddämme anschließen. Der Grunderwerb zu diesem Bauwerke machte große Schwierigkeiten, weshalb dasselbe erst ein Jahr später, als der Boberviadukt, in Angriff genommen werden konnte. Die Untersuchung des Baugrundes ergab, kdaß die oberen Erdschichten aus aufgeschwemmten Sand⸗und Kieslagen be⸗ stnaanden, unter welchen sich in einer Tiefe von 12 bis 16 Fuß Schlief und alte,
zum Theil verfaulte, zum Theil wohlerhaltene Baumstämme (meist Eichen) vorfanden, von denen einer 60 Fuß lang war und 3 Fuß mittleren Durchmesser hatte. Die Anzahl dieser Baumstämme, die hier beim Grundgraben zu Tage befördert wurden, und die wohl über 1000 Jahre unter der Erdoberfläche begraben lagen, war so bebrächtlich, daß man daraus mindestens 30 Klafter Holz gewann. Der östliche Theil des Bauwerkes steht in einem alten, versandeten Flußbett; der schlechte Grund erschwerte die Fundirung bedeutend. Sämmtliche Pfeiler stehen auf Pfahlrosten, und zwar auf 644 Stück eingerammten Pfählen, welche durch die Schwere des Baues mit etwa 319,000 Ctr. belastet sind. Der Pfahlrost wurde Ende März 1845 angefangen und, ungeachtet die Rammarbeiten wegen öfter eindringender Wassermassen mehrmals eingestellt werden mußten, in 4 Monaten vollendet. Der Pfahlrost, so wie die Spundwände, Materialien und Wölbungsgerüste, wurden durch den Zimmermeister Herrn Röhricht aus Bunzlau hergestellt, und zu diesen Arbeiten waren gegen 139,000 laufende Fuß Bauholz erforderlich. Die Queisbrücke selbst ist 403 Fuß lang, 45 Fuß vom obersten Banquette des Fundaments bis zum Schienengestränge hoch und 25 Fuß zwischen den Geländern breit. Dieselbe ist zwischen den
sich verwandeln.
hhaz. 22 2 2* 2 8 Stirnpfeilern mit fünf halbkreisförmigen Bogen von 48 Fuß Spannweite 8 überwölbt. Die Maurer⸗Arbeiten wurden Anfang Juni 1845 begonnen Namen der Städte. Weizen Roggen Gerste 8g. und im verflossenen Monat vollendet. Die Widerlags⸗ und Thurmpfeiler, so 3. Wesel... ... —FmoEs E wie die Gesimse, Pilaster und Postamente, sind aus weißen Sand⸗ 6. Klere . . 105 ⁄2 80 2.2 50 * 8 stein aus den warthauer, waldauer, bunzlauer und herzogswaldauer 7. Aachen ... . vënee. 102 ⅔ 86 ⁄2 50, 8 34. Steinbrüchen, sämmtliche andere Ansichtsflächen aber von Mauerzie⸗ 8. Malmed 12&ꝙ b 120 [107 2 8 geln ausgeführt. Von der Sohle des Pfahlrostes bis zum höchsten 9. Triier c 97 ½⁄ 80 ½ 62 8 Wasserstande, welcher im Jahre 1804 die Höhe von 16 ½, 1845 von 10. Saarbrück... . 120 ⁄ 93 68,32 8& 15 Fuß erreichte, sind alle Pfeiler in hydraulischem Mörtel ausge⸗ 11. Kreuznachh... c .[107 58 91 ½ 60¹⁷. 8 führt, dessen ausgezeichnete Festigkeit alle damit angestellten Proben 12. Simmer.. . g 94 ½ 6822 8 bewährten. Herr Mauer⸗Meister Leitner aus Bunzlau führte diese 13. Koblenz ... .-e-. 11 ½ 83 ¾ 637½ Arbeiten aus und förderte in 11 Monaten an 1500 Schachtruthen Mauer⸗ 14. Wetzleer... — 95 ½ 80, ⁄ 158 2 1. werk. Mit der speziellen Leitung des ganzen Brückenbaues war von Seiten 14. der Direction Herr Baumeister Heene, welcher auch den Grundriß dazu Durchschnitts⸗Preise entworfen und gezeichnet, beaufltragt. Derselbe hat nach dem Zeug⸗ — 2* eas nisse anderer tüchtiger Architekten die ihm gestellte Aufgabe mit dem der 12 Preußischen Städte. 75 55,8 412 glücklichsten Erfolge gelöst und seiner Berufstüchtigkeit selbst ein schö⸗ „ 4 Posenschen Städte 78 62 12% 48 21 N8 nes Denkmal errichtet. Die Queisbrücke erheischte einen Kostenauf⸗ „ Brandenburgischen und Pom⸗ W wand von ungefähr 104,000 Rthlrn. Während der ganzen Bauzeit merschen Städtee.. 77 59 8 42 G 29 ist kein Menschenleben verloren gegangen, nur zwei unerhebliche durch „ 11 Schlesischen Städte u 76 ¼ 65 1 53 7¼ 374 Unvorsichtigkeit der betreffenden Arbeiter herbeigeführte Unglücksfälle, „ 8 Sächsischen Städte.. 72 3½ 57 ¾ 37 3826 cPf. ein Arm⸗ und ein Beinbruch, kamen vor. Am 5. Juli d. J. hat „ 4 Westphäͤlischen Städte... 9675 80 1⁷ 482½ 85* die Queisbrücke die erste Probe besunden⸗ 8 gestern e 9. ganze » 14 Rheinischen Staädte.... 106b 1 1 88 1 1 56 1 5 Bahnstrecke, so weit sie den Regierunge ezirk Liegnitz durchläuft, amt⸗ Auswärtige Börsen. lich abgenommen worden. Amsterdam, 22. Aug. Niederl. wirkl. Seb. 60 26. 5 % Jpan. p 3 % do. —. Pass. —. Ausg. —. Zinsl. —. Preuss. Pr. Sch. —. P. 8 4 % Russ. Hope 9⁰ x½. 8 8 2 8G Antwerpen, 21. Aug. Zinsl. —. Neue Anl. 19 ½⅞. ö Handels und Börsen Nachrichten. “ Frankfurt 8 M., 23. Aug. 5 % net. 110 ¾ G. Sa.nk.Aclhe 8 Preise der vier Haupt⸗Getraide⸗Arten .“ 1871. 69. „—. “ Hor⸗ —. Stiegl. —. Int. 59„ . „ . : . . 8 Poln. 200 Fl. G. o. 500 Fl. 80 5. 1. in den für die preußische Monarchie bedeutendsten Markt⸗ Hanburg, 24. Aug. .üe. 1570 Br. Eugl. Russ. 108 ½. 1g städten im Monat Juli 1846, nach einem monat⸗ London. 21. A0g. Com. 309 95 ½. 1. Belg. 98.97. Neue A0,S; ¹ . 8 g 4 , .Aug. ons. 5 ½. 3. Belg. .97. Neue Aul. B* lichen Durchschnitte in preußischen Silbergroschen und p.vsnre 5 ¾.5 ½. Aung. 8cb. 16 . 4. 280% nal. 59 ., ⁄¾. 4 a. 94,9 Scheffeln angegeben. Neue Port. 43. 41. Ragl. Russ. 113. 112. Bras. 90. 88. Mex. A. 8 chili 101. 99. Peru 40. 38. b Namen der Städte. Weizen Noggen Gerste Hafer 8 “ Aug. L- g9 8* “ 95. 39% do. fin cour. N. dSeapl. —. 0 Span. Rente 5 . ans. 5 ¼. I 1 5 1— 24 4 Wien, 22. Juli. 5 % Met. 111. 4 % do. 101. 3 % 74. 1. Königbber . 67 * 53, 35 242½ Actjen 1570. Aul. de 1834. 158 ½. do. 1839 127. Nordb. 181¼. G10 2 2. 1l 82 57 40 9. 2541⁄½ 92 4 enn. 8 Vene . .... ͤi c 81 12 39 72 39 ½ 359 ⁷ diail. 115. Livorn. 107 ⅞. Pest. 91 ¾3 Hadw. —. 90. 1 1 .„05b025b0025b8⸗ 0 09 ° 0 002 1712 2912 39212 2 “ . 1nqp 4. Iebeg. .. . *5.76.** ..⸗⸗ 70“ 8 2 40 29 Meteorologische Beobachtungen. 5. Rastenburg .. 74 7 x 34 24 ½ 1816. A11414“*“ — 6. Neennaas 111““ 90 46 ,35 2548 25. 18 “ V b 7. Danzz 76 60 38 ⁸8 2618 ne. 8. Elbing 111“] 67 2 52 36 26 — Luftdrueck.. 337,03“"Par. 337,11"„Par. 338,12„Par. Auellwörme 7,8˙ B It t. 69 50 ½% 36 Laftwärme + 11,5 ° n. + 17,60 n. + 13,5⸗, K. Plwsswärme 175˙1 10 Graudenz 71 8⸗ 62 * 7. 24 59 Thaupunkt. +ñ 10,12° R. + 9,0“0 R. + 10,6“ R. Bodenwärme 17,11 11. Kulm 1u1 114““ 82* 59 g 51 89 3. 2*½ Dunstsättigung. 90 pct. 52 PCt. 80 pCt. Ausdünstung 0,006 v“*“ 22* 18 8 39 2* Wetter. heiter. heiter. beiter. Niedersechlag. 12. Thorn 16“¹ 11“] eeE” 6522 2 374 461q 32 Wind. No. NO. NOo. Würmeweecbsel +† 18. 77 6 59225 3 9- 285 9- Wolkenzug... — No. — + 10,59R. 3 72 ⁷1 8 82 88 8 82 Tegemittel: 337,420e.. † 135 n. + 9,9*n... 74 w6 n 8.2 2 000—— 2272 1 8g. 8 — — — 1bbb1b1uqu 4 1“*“ Iche tag⸗ Fs 39 8 64½ 5 29 . Königliche Schauspiele. “ Fiecjctse-.24v870 „vn. 12 m E Donnerstag, 27. Aug. Im Opernhause. 97ste Abonnem 5. Kempben. u w Vorstellung: Die Nachtwandlerin, Oper in 3 Abth., frei nach 1. Berlin .... ““ 75 22. ]b61, 2 41 22 36 % Italienischen, von Friederike Elmenreich. Musik von Bellini. 2. Brandenburg.. 719*9]sN60 8 41, 36 8 von Marra, K. K. Hof⸗Opernsängerin zu Wien: Amine, als 6t b1.“ 83 22 54 8 47 % 33 8% srolle.) Anfang halb 7 Uhr. 1. Frankfurt a. d. 0H.. 74 712 60 1 452254 38 Zu dieser Vorstellung werden Billets zu den folgenden ch 5 sber 78 6122. 46 32 ½ ten Opernhaus⸗Preisen verkauft: D. Landsberg a. d. W. .„ 0 1 22 78 12 712 12 12 5 „ 4 „ . 14*“*“ 75, ½ 61 1%6 42 1 35 ½ — Ein Billet in den Logen des Prosceniums 1 Rthlr. 10 G 7. Stralsund ...... ““ 73 5 55 ½3 36 ½ 30 ½ in den Logen des ersten Ranges und ersten Balkons, so wie zur d 8. Kolberg .... e11““ .[87. 58 22. 41 % 33 ¾ büne, 1 Rthlr. 10 Sgr.; im Parquet und in den Logen des zweit 9. Stolalalxx 79 8 59 98 44 2 32 8 Ranges 1 Rthlr.; in den Logen und im Balkon des dritten Ra⸗ — 2 — ges, so wie im Parterre, 20 Sgr.; im Amphitheater 10 Sgr 1. Breslau 164 65 50, 8 37 2¶ sinn den Fremdenlogen 2 Rthlr. 2. Grünbeerd . . 85 ⁄2 59 72 442 42 ½ Freitag, 28. Aug. Im Opernhause. 98ste Abonnements⸗Y 3. Glogu .. 76 61 8ℛ 50 40 ½ stellung: Die Willys, oder: Gisela, phantastisches Ballet in 2 Aüt. 4. Liegniz.. 11ö11““ 72 1 64 1½ 55 37 1⁷ von St. Georges und Coralli. Musik von Adam. Für die se 5. Görliz. EI11“ 88 672 582 36 ½ sige Königliche Bühne eingerichtet vom Balletmeister Hoguet. 2 6. Hirschberl . 94 71 2☚ 64 38 Q her: Nehmt ein Exempel dran, Lustspiel in 1 Akt, von Dr. 7. Schweidnitztz . 67 1⁷ 61z½ 512 34 77 Töpfer. Anfang halb 7 Uhr. G 8. Glaz. 11. E1“ 70 5 59 34 „Zu dieser Vorstellung werden Billets zu den nachstehenden 9. Neise 73 2⁄2 hß717 53 12 35 ½ wöhnlichen Opernhaus⸗Preisen verkauft: 10. Leobschihttt . . 74 ⁄ 70 2⁄2 55 37 „Ein Billet in den Logen des Prosceniums 1 Rthlr. 10 Eg⸗ 141 Bt.. .68 65 1⁄ 60 2 N47 2.☛¶ 137 2 ein Billet in den Logen des ersten Ranges, zum ersten Balkon u Magdeburg .. 55 7 55 312 30 ¼ zur Tribune 1 Rthlr.; ein Billet im Parquet und im zweiten Rug v4X4“ 68 54 8 39 30 20 Sgr.; ein Billet in den Logen und im Balkon des dritten 89 3. Halberstaaaat 67 ½23 56 / 35 29 ⅞ ges, so wie im Parterre, 15 Sgr.; ein Billet im Amphitheater- 4. Nordhauseen 78,.½3 58 , 40, 31 . Sgr.; ein Billet in der Fremdenloge 2 Rthlr. 5. Mühlhausen.. “ 82 ⁄ 62 2% 40 ⁄ 30 8 Sonnabend, 29. Aug. Im Schauspielhause. 143ste Nbem⸗ ve“ 78 % 57 9 36,2 33 1 ments⸗Vorstellung: Michel Bremond, Schauspiel in 5 Abth., “ 67, 44 q54 9% 34 52 28 * dem Französischen des Viennet, von H. Börnstein 8. drgg........H...bö6 73 ½ 58 2 —hE40 2☛☚ 32 £☚ Ses. di — — rus Königsstädtisches Theater. 4. Münster D .. 9877 8027 49 35., Donnerstag, 27. Aug. Zum erstenmale: Alles durch die Frau 2. Mindeen . 90 731⁷ 5127 33 Lustspiel in 2 Akten, nach Bayard und Lafont, von B. A. Herrma 3. Paderbon.. u 92 25 w 48 34 Hierauf: Paris in Pommern, oder: Die seltsame Testancs 4. Dortmuud 104 ⁄ 91 2 145 212 139 Klausel, Vaudeville⸗Posse in 1 Akt, von L. Angely. 1. Hehn 7„. . ,]52 1☚ ]l 37½ Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen. g Elberfeld 1““ Im Selbstverlage der Expedition. 3. Düsseldorrlf.. 1 1 4. Krefell
“ b 8 b66½l Bekanntmachungen. Vorladung unbekannter Gläubiger.
Bei dem erbschaftlichen Liquidations⸗Verfahren über den Nachlaß des Kaufmanns Christoph Hamann, ver⸗ storben allhier am 7. Dezember 1842, welches auf An⸗ trag der Testaments⸗Erben heute verhängt worden, ist zur Anmeldung der Ansprüche der unbekannten Gläu⸗ biger Termin auf 8
den 8. Oktober, Vormittag 10 Uhr, 1 vor dem Herrn Ober⸗Landesgerichts⸗Assesor Volke an Gerichtsstelle hier angesetzt, zu welchem dieselben vor⸗ geladen werden, in Person oder durch Bevollmächtigte, wozu die Justiz⸗Kommissarien Horch, Pabst und Jung⸗ wirth vorgeschlagen werden.
Die Nichterscheinenden haben zu gewärtigen, daß sie aller ihrer etwanigen Vorrechte für verlustig erklärt und mit ihren Forderungen nur an dasjenige, was nach Befriedigung der sich meldenden Kreditoren von der Masse noch übrig bleiben möchte, werden verwiesen vweerden.
Magdeburg, 16. Juni 1846. Königliches Land⸗ und
[688 b]
Stadtgericht.
Leipzig, im August 1846.
von Zwei Theile. Geh. 2 Thlr. 20 Sgr.
B1”“
Literarische Anzeigen. In meinem Verlage ist erschienen und in allen Buch⸗
handlungen zu erhalten, in Berlin bei Alexan⸗
der Duncker, Königl. Hofbuchhändler, Fran⸗ zösische Str. Nr. 21: Gesammelte Schriften
Wilhelm von Normann.
F. A. Brockhaus.
8
“
In der Meyerschen Hofbuchhandlung in Lemgo und Dermold ist so eben erschienen und durch alle Buchhand⸗
lungen zu beziehen, in Berlin bei G. Bethge, Spar⸗ waldsbrücke Nr. 16: Helwing, Dr. E. (Prof. a. d. Univers. zu Berlin), Geschichte des preuß. Staats während des 30jähri⸗ gen Krieges und im Zeitalter des großen Kurfursten. (SDer Geschichte des preuß. Staats 3r Theil). gr. 8. 3 Thlr. 15 Sgr.
Die beiden ersten Bände umfassen die ältere Ge⸗ schichte bis zum Beginn des 17ten Jahrhunderts; der noch im Laufe dies. Jahres erscheinende Ate Theil wird die Darstellung der Regierung der beiden ersten Könige u. die Geschichte der Verfassung u. Verwaltung bis 1740 umfassen. Mit dem 5ten (Zeitalter Friedrich's des Großen) und 6ten Bande (neuere Zeit) wird das ganze Werk geschlossen sein.
12.
[686 bb Bekanntmachung,
die Gemälde⸗Sammlung des Herrn Baron von Ungern⸗Sternberg betreffend.
Daß die kürzlich in öffentlichen Blättern bekannt ge⸗
machte Versteigerung der obengenannten Sammlung
von Gemälden und Handzeichnungen, welche Ende
v11ö1““
August zu Dresden staltfinden sollte, nun zugla mit der
Gräflich Sternberg⸗-Mande
scheidsoen Gemäldesammlung
vereinigt, den 21. September d. J. stattfindet, hiermit den Kunstfreunden bekannt gemacht. Carl Ernst Siebtt, “ Auctionator. v“
[687 b] Vorläusige Anzeige.
Einem hohen Adel und geehrten Publikum mote⸗ hiermit die ganz ergebene Anzeige, daß ich zum 15. tember d. J. meine Handlung seiner erfurter Mehne ren von der Werderstr. 5 nach meinem Hauset, ao dowstraße 12, verlege. J. H. Müller aus Erfun .““ Mihlwaaren⸗Gabritant
dih zrshs
as Abonnement beträgt: 2 kthlr. für 8 2 “ thlr. 3 Jahr.
4 Bthir. 7 1 Jahr. Theilen der Monarchie 7v8 reis-Erhöhung. sertions⸗Gebühr für den um einer gZeile des Allg. Anzeigers 2 Sgr. 24
Alle Post-Anstalten des In⸗ und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Blatt an, für Berlin die Expedition der Allg. Preuß. Zeitung:
Friedrichsstraße Nr. 72.
24/
0
aus e“ 8“ J n h a t. 9. A6
licher Theil.
land. Schreiben aus Kottbus. (Durchreise Sr. Majestät des Kö⸗ 8.) — Rhein⸗Provinz. Hohe Reisende.
che Bundesstaaten. Königreich Württemberg. Direkte aanpsschifffahrt zwischen Ulm und Wien. — Kurfürstenthum Hes⸗ en. Gerichtliche Entscheidung in Schriften⸗Confiscatione⸗Angelegenhei⸗ Herzogthum Holstein. Ständische Angelegenheiten. sland und Polen. Warschau. Straf⸗Umwandlungen. nkreich. Paris. Die Pairs⸗Adresse. — Das Deputirten⸗Man⸗ an. — Der Deputirten⸗Eid des Abbé von Genoude. — Die konserva⸗ in Progressisten und das linke Centrum. — Der neue britische Ge⸗ udie. — Französische Oeccupation im waadtländischen Jura. — Preis⸗ ufgaben im Sinne des freien Handels. — Sterblichkeit. — Vermischtes. Schreiben aus Paris. (Wahlprüfungen; Annahme der Pairs⸗Adresse; † arteien im Handelswesen.) oßbritanien und Irland. London. See⸗AErkursion der Köni⸗ in. — Parlaments⸗Verhandlungen: Persönlichkeiten zwischen den Lords entinck und Lyndhurst. — Kartoffelnoih in Irland. — Nachrichten aus saheit: Fortdauernde Feindseligkeiten zwischen den Franzosen und den ingebornen. sverlande. Aus dem Haag. Auswechselung der Ratificationen es holländisch⸗belgischen Handels⸗Vertrages. — Betrag der in Umlauf esetzten neuen Silbermünzen und Münzbillets. lgien. Brüssel. Ratifizirung des Vertrages mit Holland. — Un⸗ thanolungen mit Spanien. — Der Tunnel⸗Prozeß. — Vermischtes. weden und Norwegen. Kragholm. Erkrankung des Königs ud der Königin. nemark. Kopenhagen. Die holsteinsche Frage. weiz. Kanton Zürich. Verhandlungen der Tagsatzung über die ssuiten⸗Angelegenheit. — Kanton Waadt. Erdbeben. — Kanton
en. —
larus. Zustand der Gletscher.
lien. Rom. Ernennung eines weltlichen Legaten. — Geist der euen Regierung. — Hebung des Volks⸗Unterrichts. — Vermischtes. — svorno. Erdbeben.
anien. Schreiben aus Madrid. (Die Vermählungs⸗Frage; Nach⸗ chten aus Portugal; Befinden des englischen Gesandten; die spanische egion; Ankunft des Infanten Don Francisco de Asis.)
ypten. Alex andrien. Ankunft Ibrahim Pascha's.
udels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Berlin. Börse. — Schreiben (Amsterdam. (Börsen⸗ und Marktbericht.)
Amtlicher Theil.
Potsdam, den 26. August 1846. Seine Majestät der König sind von der Reise gkau auf Schloß Sanssouci zurückgekehrt. 1
Königliche Bibliothek. 1 8 Der Besimmung des Königlichen hohen Ministeriums der geistli⸗
„ Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten zufolge, ist die
igliche Bibliothek, der vorzunehmenden Reinigung der Säle und
er wegen, auf drei Wochen, und zwar vom 31. August bis September, geschlossen. 8 Berlin, den 25. August 1846. W Königliche Geheime 6“ und Ober⸗Biblioth 8 er.
1““ u“ 88 EBI 8 Angekommen: Se. Excellenz der Geheime Staats⸗Minister
iher, von Franzensbad.
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Uichtamtlicher Theil Inland.
* Kottbus, 26. Aug. Heute passirten Se. Maäajestät der König unter dem Jubel der Einwohner die hiesige Stadt. Aller⸗
8
höchstdieselben setzten nach erfolgter Umspannung Ihre Reise na Schloß Sanssouci fort. 1 ³ F. 8
Rhein⸗Provinz. Ihre Majestät die verwittwete Königin von England und Ihre Königl. Hoheit die Prinzessin von Preußen trafen am 22. August Abends, von Koblenz kommend, in Köln ein und setzten am folgenden Morgen die Reise nach dem Haag weiter fort. Ihre Königl. Hoheit hatte das Absteige⸗Quartier bei dem Kommerzien⸗Rath Deichmann und Ihre Majestät das ihrige im „Königlichen Hofe“ genommen. Auch Se. Königl. Hoheit der Kron⸗ prinz von Bayern kam am 23sten, auf der Rückreise von Dieppe nach Bayern, durch Köln.
önigreich Württemberg. In Ulm geht man mit dem Plan zu einer direkten Dampfschifffahrt nach Wien um, und der erste Versuch wird binnen wenigen Wochen gemacht werden. Es sind ein von J. Penn und Sohn in Greenwich erbautes und in Ulm zusam⸗ mengesetztes Dampfboot („Stadt Ulm“ benannt) und zwei eiserne Schleppkähne zu dieser Fahrt bestimmt.
Kurfürstenthum Hessen. (D. A. Z.) Bei der Krieger⸗ schen Buchhandlung zu Kassel hatte die Polizei mehrere Exemplare einer 1843 in Zürich erschienenen Schrift in Beschlag genommen, worauf die Buchhandlung eine gerichtliche Klage gegen den Staats⸗ Anwalt erhob und den Äntrag dahin stellte, daß ihr die konfiszirten Schriften sofort zurückgestellt würden, unter Verurtheilung des Verklagten in die Prozeßkosten. Das Ober⸗Gericht zu Kassel er⸗ kannte dann auch dem Antrage gemäß; allein nachdem gegen dieses Erkenntniß an das Ober⸗Appellationsgericht appellirt worden war, hat letzteres im entgegengesetzten Sinne entschieden und durch ein in diesen Tagen publizirtes Erkenntniß die Kriegersche Buchhandlung mit ihrer Klage abgewiesen und in die Kosten beider Instanzen verurtheilt, mit folgenden Entscheidungsgründen: „In Erwä⸗ ung, daß in der Polizeigewalt in ihrer Beziehung auf den
uchhandel die Befugniß begründet ist, zu verhindern, daß ge⸗ meinschädliche Druckschriften durch denselben im Publikum verbreitet werden und die Hinwegnahme derselben als eine durch den Zweck gebotene Ausübung jener Befugniß sich darstellt, wie dieselbe denn auch schon in den Reichsgesetzen geboten war und in der Instruction für die Bücher⸗Censur⸗Kommission vom 14. Juni 1816 in Kurhessen als eine gegen gefährlich befundene Bücher zu treffende Maßregel aufgegeben worden ist; die gedachte polizeiliche Besugniß auch nach⸗ her durch die Bestimmung in §. 128 der Verfassungs⸗Urkunde nicht aufgehoben worden ist, dieselbe vielmehr durch diese gar nicht be⸗ rührt wird, da jener §. 128, der in dem von der Rechts⸗ pflege handelnden Abschnitte vorkommt, nach dieser seiner Stelle und nach den unmittelbar vorhergehenden Paragraphen, so wie nach der darin enthaltenen Bestimmung über die allgemeine Ver⸗ mögens⸗Consiscation, welche nur als Strafmittel ehedem eintreten konnte, die Confiscation in ihrer eigentlichen juristischen Bedeutung, als in die Kriminal⸗Justiz einschlagend, nämlich als dasjenige Straf⸗ mittel zum Gegenstande hat, wodurch das ganze Vermögen oder ein⸗
zelne Gegenstände desselben dem Verbrecher entzogen und dem Fiskus
zugewiesen wurden, wie denn auch in dieser Bedeutung das landes⸗
herrliche Confiscationsrecht namentlich hier in Hessen in der Verord⸗
nung vom 24. März 1762 aufgefaßt und darunter die polizeiliche
Befugniß, gemeinschädliche Gegenstände behufs deren Unterdrückung hinwegzunehmen, nicht vorliegenden Fall ein Anspruch auf Entschädigung an den Staat für
begriffen worden ist; daß aber auch in dem
die hinweggenommenen Exemplare einer Druckschrift als nicht begrün⸗ det erscheint, da die Hinwegnahme eines für gemeinschädlich erachte⸗ ten Gegenstandes aus polizeilichem Grund unter den Gesichtspunkt der Expropriation zu öffentlichen Zwecken sich nicht stellen läßt.“
Herzogthum Holstein. (Alt. Merk.) Es ist bereits (in Nr. 235 der Allg. Pr. Ztg.) erwähnt, daß in der 12ten Sitzung der holsteinischen Provinzial⸗Stände⸗Versammlung die Schluß⸗Be⸗ rathung über die Proposition des Abg. Balemann, daß die mehrge⸗ dachte Adresse mit den betreffenden Aktenstücken zur Kunde der hohen Bundes⸗Versammlung gebracht werde, stattfand. Der Königliche Commissair hatte sich in der Versammlung nicht eingefunden. Das Resultat jener Berathung war der Beschluß, daß der Bundes⸗Ver⸗ sammlung eine bezügliche Eingabe zu überreichen und der Etats⸗Rath und Ober⸗Appellationsgerichts⸗Rath Wiese, als derzeitiger Präsident der holsteinischen Stände⸗Versammlung, zu beauftragen sei, die von der Versammlung beschlossene Eingabe an die Bundes⸗Versammlung einzusenden und durch einen Prokurator bei derselben einreichen zu lassen. Diese Eingabe wurde darauf in der 13ten Sitzung, den 3. August, Abends 7 Uhr, bei welcher 45 Mitglieder gegenwärtig waren, genehmigt und sodann von dem Präsidium der Versammlung angezeigt, daß es für die Ausfertigung der fraglichen Eingabe in der gehörigen Form Sorge tragen und das weitere Erforderliche ver⸗ anlassen werde. Rußland und Polen. Warschau, 23. Aug. Der Reichsrath hat in dem Depar⸗ tement für die Angelegenheiten des Königreichs Polen die Vorstellung des Minister⸗Staats⸗Secretairs dieses Königreichs in Betreff eines vom Fürsten Statthalter vorgeschlagenen Mittels zur Ergänzung der Vorschriften, welche über die Deportirung solcher zu schwerem und Fe⸗
stungs⸗Gefängniß im Königreich verurtheilten Gefangenen, die noch wenigstens fünf Jahre Gefängnißstrafe zu bestehen haben, nach Sibi⸗
vorhanden sind, in Erwägung gezogen und dieses Mittel auch seinerseits vollkommen berücksichtigungs⸗ werth gesunden; dabei aber haben sowohl dieses Departement wie der Minister⸗Staats⸗Secretair des Königreichs Polen es als un⸗ erläßlich erkannt, die in dieser Hinsicht bereits bestehenden wie auch die gegenwärtig vorgeschlagenen Bestimmungen so viel als möglich den im Allgemeinen in dem neuen schon provisorisch von Sr. Ma⸗ jestät dem Kaiser bestätigten Strafgesetzbuch des Königreichs Polen angenommenen Grundsätzen anzupassen. Obgleich daher in den nach diesen Grundsätzen vom Minister⸗Staats⸗Secretair entworfenen Vor⸗ schriften die Zeit, welche die Sträflinge bei schweren Arbeiten und in den Besserungs⸗Arrestanten⸗Compagnieen zu verbleiben haben, im Vergleich zu der Dauer ihrer Gefängnißstrafe nach dem gegenwär⸗ tigen bestehenden Gesetz, etwas abgekürzt wird, t Abkürzung vollkommen dadurch aufgewogen, daß diese Sträflinge nach Ablauf der neuen Termine nicht, wie früher, in den Schoß der Ge⸗
sellschaft im Königreich Polen zurückkehren dürfen, sondern in Sibirien angesiedelt bleiben oder dort zur Anstedelung unter die Kolonisten verschickt werden sollen. In Folge dessen hat das genannte Depar⸗ tement in Uebereinstimmung mit dem Antrage des Minister⸗Staats⸗ Secretairs des Königreichs Polen das Gutachten abgegeben, daß in dieser Sache die nachstehenden Vorschriften festzustellen seien: 1) Die zu lebenslänglichem Festungs⸗ und schwerem Gefängniß Verurtheilten sollen statt dessen auf 20 Jahre, mit Einrechnung der Zeit des Trans⸗ ports nach ihrem Bestimmungsort, zu schweren Arbeiten nach Sibi⸗ rien geschickt und nach Ablauf dieser Arbeitszeit für immer in Sibi⸗ rien angesiedelt werden. 2) Die zu schwerem und Festungs⸗Gefäng⸗ niß auf gewisse Zeit Verurtheilten sollen statt dessen auf die Hälfte der von ihnen noch nicht bestandenen gefänglichen Strafzeit, und ebenfalls mit Einrechnung der Deportirungsdauer, zu schweren Arbeiten nach Sibirien geschickt und nach Ablauf derselben für immer dort angesiedelt werden. 3) Die wegen wiederholter Verbrechen zu mehr als fünfjähriger schwerer Gefäng⸗ nißstrafe Verurtheilten sollen statt dessen auf die Hälfte der von ih⸗ nen noch nicht bestandenen Strafzeit in die Besserungs⸗Arrestanten⸗ Compagnieen versetzt und nach Ablauf ihrer Arbeitszeit en diesen Compagnieen zur Ansiedelung nach Sibirien geschickt werden. 4) Aus der Zahl der unter 2 und 3 erwähnten Verbrecher sollen nur dieje⸗ nigen, welche nicht weniger als 5 Jahre noch im Gefängniß zu sitzen haben, nach dem oben dargelegten Grundsatz zu schroe⸗ ren Arbeiten oder in die Besserungs⸗Arrestanten⸗Compagnieen geschickt werden. 5) Hinsichtlich der Deportirung und der Unterhal⸗ tungskosten während der Strafzeit an dem Bestimmungsort soll es
rien zu schweren Arbeiten,
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Zur neueren Länder⸗ und Völkerkunde. Der Engländer James Brooke auf Borneo.
(Forts. Vergl. Allg. Pr. Ztg. Nr. 236.)
Borneo oder Bruni ist eigentlich der Name eines Königreiches mit Stadt, welche, an der nordwestlichen Küste gelegen, zu den Zeiten der lbzortugiesischen Seefahrer groß und mächtig war, jetzt aber in Verfall ten ist. Es bildet nur einen kleinen Theil der Insel, die, ein kleiner inent, gemeinhin auf 13,000 Quadratmeilen angenommen wird. Das a ist äquatorial, überaus feucht, mit geringem Temperaturwechsel und 14½ dem der Insel Ceylon. Die anhaltenden Regen nähren eine Anzahl schöner Ströme, die tief aus dem Lande kommen und für bpäͤer bis jettt das einzige Verbindungsmittel mit dem Innern gewesen jenseits ihrer fahrbaren Stellen ist Alles noch unbekannt, und nac selbst nicht, ob das Innere der Insel Gebirgsland, Hochebhene 1 äche ist. Auch über die Bewohner, Menschen und Thiere ist man wgewissen. Die Küste ist überall fruchtbar und an den wenigen Stellen, 4 angebaut wird, überaus ergiebig, das Klima gesund, wie daraus ae kann, daß Capitain Keypel kaum eine Andeutung von vor⸗ 8 en Krankheitsfällen macht, obschon seine Mannschast hauptsächlich ha b. arschländern und auf den angeschwollenen Flüssen beschäftigt war, dem tropischen Afrika tödtlich wirken. de Bevölkerung der Insel, so weit man sie bis jetzt kennen gelernt 1Fnt aus zwei Racen zu bestehen, den Malaien und den c Die Ersteren haben sich von den Höhen Sumatra's 6 o man die Wiege dieses großen Volksstammes annimmt, ganzen östlichen Archipel verbreitet und die Ureinwohner, die müh enen sie an Bilvung und Kraft überlegen sind, überall unterjocht. Chammedanische Religion hat bei ihnen Eingang gefunden, und kiasge gaten werden von arabischen Scheichs beherrscht, die sich ihrer Ab⸗
* dem e rühmen und zu den gefährlichsten Gegnern des
roole gehörten. In den Augen der Europäer waren die Malaien
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bisher immer ein verworsenes Geschlecht, falsch, rachsüchtig, verschlagen und räuberisch, gewissenlose Piraten zur See und Tyrannen daheim, indeß hat Herr Brooke auch für sie ein gutes Wort, indem er ihre schlechten Eigen⸗ schaften, Verrätherei und Blutdurst, hauptsächlich der einflußreichen Verbin⸗ dung mit ihren Herrschern zuschreibt. „Sie leben“, heißt es, „verträglich unter einander, sind gastfrei, höflich, haben manche edlen Sitten und Ge⸗ bräuche und begehen bei sich weniger Verbrechen, als irgend ein Volk der Erde. Ihre Kinder lieben sie sehr zärtlich, und die Bande der Familien⸗ Verwandtschaft und Freundschaft vererben sich bei ihnen auf mehrere Ge⸗ nerationen. Sie sind sehr empfindlich, und ihre Leidenschaften werden durch die geringste Beschimpsung aufgeregt. Ich habe sie aber immer gutmüthig und dankbar gefunden, und sie können sehr leicht einer Autorität unterthan gemacht werden. Das Bild hat freilich auch seine Schattenseite. Die schlechteste Eigenschaft des Malaien ist der Mangel an Aufrichtigkeit und Offenheit, der unruhige Geist schlauer Intrigue, welcher den Höchsten wie den Niedrigsten beherrscht. Wie bei den übrigen Asiaten, ist auch bei ihnen die Wahrheit eine seltene Eigenschaft. Sie sind abergläubisch und trügen gern in gewöhnlichen Dingen des Lebens, auch haben sie kein Gewissen, wenn sie einen Ungläubigen und einen Deiak, der ihnen an Bildung nach⸗ steht, unterdrücken können.“
Die Deiaks, welche die Hauptmasse der Bevölkerung ausmachen, scheinen mit den Bugis von Celebes gleichen Ursprung zu haben, — einem Zweige der großen und problematischen Menschen⸗Familie Polpnesiens. Sie sind entweder Land⸗ oder See⸗Deiaks. Die Letzteren, wie der Name zeigt, treiben Schifffahrt und Seeräuberci und beunruhigen von ihren un⸗ zugänglichen Wohnungen an den zahlreichen Flüssen unter malapischen An⸗ führern die östlichen Meere. Ihre Kämpfe und Streifzüge erinnern unwill⸗ kürlich an die homerische Zeit. „Die Dehtus oder Häuptlinge dieser See⸗ räuber“, heißt es bei Capitain Keppel, „sind unverbesserlich; denn sie sind geborene Seeräuber, die mit Stolz auf ihr Gewerbe blicken und es für die ehrenwertheste Erbschaft ihrer Vorfahren halten. Sie sind nicht eingenom⸗ men für Blutvergießen, lieben aber das Plündern und am meisten die
Stllaven; sie verachten den Handel, auch wenn er ihnen größeren Gewinn
bringt, als die Sceräuberei, die edelste Beschäftigung ihrer Häuptlinge und freien Männer. Ihre Schwerter und Waffen haben sie von den Vorfahren geerbt, die in früheren Zeiten berühmt und furchtbar waren, und es ist ihr größter Stolz, diese Waffen zu zeigen und von ihnen zu sprechen. Die Sarebus und Sakarrans, zwei der edelsten Piraten⸗Stämme, werden als „ein tüchtiger Menschenschlag, schöner gebildet, als die Malapen, mit scharfem, durchdringendem Blick, feinen Lippen und schönen Antlitzen, die indeß häufig einen listigen Ausdruck haben“, geschildert. Die Land⸗Deiaks unterscheiden sich von diesen Piraten weniger durch Charakter, Sitten und Sprache, als vielmehr durch ihre Stellung im Lande und ihr abhängiges Verhältniß von den Malaien. Sie leben in der drückendsten Sklaverei, preisgegeben der grausamsten Willkürherrschaft. Herr Brooke faßte eine besondere Vorliebe für diesen unterdrückten Volksstamm, den er von gänz⸗ licher Vernichtung durch die Malaien zu retten wagte und dessen Charakter er als „sanft und lenksam“ schildert. Er rühmt überdies ihre „Gastfreiheit, ihre Dankbarkeit für empfangene Wohlthaten, ihren Fleiß, ihre Ehrlichkeit und Einfachheit“. Weder Verrath noch Betrug findet man bei ihnen, und ihre Wahrhaftigkeit ist so groß, daß „das einmal gegebene Wort eines einzigen Deiak einem Eidschwur von zehn Borneern vorzuziehen ist“. Bei allen diesen friedlichen Eigenschaften scheinen sie doch kriegerisch zu sein, denn ihr größter Schmuck besteht in dem Tragen der Häupter ihrer erschla⸗ genen Feinde, welche sie auf eigene Weise trocknen und zubereiten. Eine 8 Religion haben sie fast gar nicht. 8 Diese Völkerschaften waren es, bei denen Herr Brooke seine gefahr⸗ volle Mission antrat. Den ersten Besuch machte er bei dem Radschah Muda Hassim, der in einem Abhängigkeits⸗Verhältniß von dem Sultan von Borneo neben anderen Distrikten, die er beherrschte, auch Herr von Sarawack war, einem kleinen Distrikt mit einer Stadt gleiches Namens an dem schiffbaren Fluß Proper. Die ersten Unterhandlungen mit demselben über Herstellung gewisser Handels⸗Verbindungen schlugen fehl, und erst im August 1840, nach längerem Aufenthalt auf Celebes und in Singapore,
gelang es Herrn Brooke, den Radschah zu gewinnen, der im Kriege mit mehreren aufrührerischen Deiak⸗Stämmen sich den Beistand der bewaffneten