1846 / 262 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

die Sache doch nicht ohne Grund. In der Gegend von Prades und Corundella ist wirklich seit dem 1. September eine Bande von Karlisten erschienen. Ihre Stärke wird auf ungefähr 300 Mann angegeben, die unter der Anführung eines gewissen Pichot stehen, der sbon im letzten Bürgerkrieg an der Spitze einer karlistischen Guerillas⸗Abtheilung stand, und gerade in der Gegend, wo er auch jetzt wieder aufgetreten ist, kennt man seinen Namen noch wohl, und die von ihm begangenen Grausamkeiten sind noch im allgemeinen Andenken. Das von hochansteigenden Gebirgen durchschnittene Land mit engen Thälern, tiefen Waldschluchten und unweg⸗ samen Felsenpässen, wo diese Bande aufgetreten ist, bietet für Führung des sogenannten Partisanen⸗Kriegs außeror⸗ dentliche Vortheile, und die Verfolgung durch regelmäßige Truppen, welche mit den verbergenen Gebirgspfaden und den Schlupfwinkeln, wo die einheimischen Leute sichere Verstecke und im Falle der Noth sichernde Zufluchtstätten finden, weniger vertraut sind, stößt dort auf zahlreiche fast unübersteigliche Schwierigkeiten. Indeß hat der Gene⸗ ral⸗Capitain Breton auf die erste Kunde von dem Erscheinen dieser Bande sogleich ein Bataillon Infanterie, welchem zwei Feldstücke bei⸗ gegeben sind, zu ihrer Verfolgung abgeschickt. Auch in der Gegend von Solsona, einer der bedeutendsten Städte des gebirgigen Distrikts von Hoch⸗Catalonien, welche während des ganzen letzten Bürger⸗Kriegs fast ununterbrochen in den Händen der Karlisten sich behauptet hatte und deren Einwohnerschaft heute noch wegen ihrer Sympathieen für die Karlisten bekannt ist, sollen sich Banden unter Anführung der wohlbekannten alten Karlisten⸗Anführer Mosen Benet und Tristani gezeigt haben.

Die Kolonne, welche neulich mit dem General⸗Capitain Breton aus Barcelona ausgerückt und zuletzt unter einem höheren Stabs⸗ Offizier zu Callela stehen geblieben war, von wo aus sie eben so leicht nordwärts gegen Gerona zu, als südlich nach Barcelona zu⸗ rück sich wenden konnten, ist seit den ersten Tagen dieses Monats wirklich nördlich gegen den Distrikt des Lampurdan vorgerückt, also in die Nähe der Gegend, wo die erstgenannte Bande erschienen ist. Nach den offiziellen Berichten, welche der General⸗Capitain Breton von den verschiedenen Lokal⸗Behörden aus dem Lampurdan erhalten hatte, hält man sich in diesem ganzen Landstriche nicht vollkommen sicher vor dem Ausbruche einer Bewegung, und dies erklärt die Maß⸗ regel des General⸗Capitains, um der Vorsicht halber die Kolonne von Callela nach jener Richtung hin vorzuschieben, um den Mißver⸗ gnügten Furcht einzuflößen. Auf der anderen Seite war die im Süden von Barcelona zu Villafranca del Panades aufgestellte Ko⸗ lonne gleichfalls, unter Führung des Obersten Contreras, mit sechs Stücken Geschütz Tarragona näher gerückt, um die Mißvergnügten zu Reus (das ganz in der Nähe von Tarragona liegt) in Respekt zu halten.

An der französisch⸗navarresischen Gränze waren ebenfalls Ge⸗ rüchte in Umlauf, daß einige bewaffnete Banden auf verschiedenen Punkten der Provinz Navarra und der drei baskischen Provinzen sich gezeigt hätten. Diese Gerüchte sind, wie man jetzt bestimmt weiß, gänzlich grundlos. Die Ruhe und Sicherheit, welche jetzt in diesem Theile der spanischen Monarchie herrschen, sind vollständig.

Eisenbahnen.

München, 15. Sept. (N. K.) Mit den Erdarbeiten auf Bamberg⸗Aschaffenburger Eisenbahn wird, dem Vernehmen nach, Witte⸗

der diesen Herbst ernstlich und den Winter hindurch, so lange die

8 Bekanntmachungen.

[792] Bekanntmachung. 8 Der unterm 28. Juli d. J. hinter den Tagelöhner

Johann Fick aus Neu⸗Hohensier erlassene Steckbrief

ist durch Wiederergreifung des Fick erledigt.

Perleberg, den 17. September 1846.

Das Gericht der Herrschaft Wolfshagen.

[339] Nothwendiger Verkauf.

Ober⸗Landesgericht zu Coeslin, den 27. März 1846. Das in Hinterpommern im Belgardschen Kreise be⸗

legene, unterm 18. November 1845 landschaftlich auf

mit vorgeladen.

G014

1112

rung es zuläßt, begonnen werden. Auch auf anderen Bahnen und an sonstigen öffentlichen Bauten sollen die Arbeiten so lange als thun⸗ lich fortgesetzt werden, um der arbeitenden Klasse bei den hohen Prei⸗- sen der Lebensmittel so lange als nur immer möglich Verdienst zu

verschaffen.

Handels- und Börsen⸗Nachrichten. Berlin, 19. Sept. Die Course der österreichischen Eisenbahn⸗Aetien haben sich neuerdings gehoben, während in unseren Bahnen der Umsatz bei mattem Geschäft unbeträchtlich blieb.

Berliner Börse.

Den 19. September 1846.

Pr. Cour. Brief. Geld.

90 ½ 89 ¼

Pr. Brief.

93½

Cour. Geld. Gem

93

Actien.

2f.

Fonds.

Brl. Potsd. Magdb. do. Obl. Lit. A. B. do. Lit. C. Ugd. Lpz. Kisenb. do. do. Prior. Obl. Brl. Auh. bgeat. do. do. Prior. Obl. Düss. Elb. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Rhein. Kisenb. do. do. Prior. Obl. do. v. Staat garant. Ob.-Schles. E. L A do. Prior. do. Et. B. B.-St. B. Lt. A. u. B. Magd.-HIalbat. Bb. Br.-Schw.-Frb. E. doe. do. Prior. Obl. honn-Kölner Esb. Niedersch. Mk. v. eo. do. Priorität do. Priorität Nied.-Mrk. Zwgb. do. Priorität Wilh.-B. (C.-O.) Berlin-Hamburger

St. Schald-Sch. Prämieu-Scheine d. Seeb. à 50 T. 7 Kur- u. Neumärk. Schuldverschr. Berliner Stadt- Obligationen 8 Westpr. Pfandbr. 8 Grossh. Pos. do. do. do. 8 Ostpr. Pfandbr. Pomm. do. Kur- u. Neum. do.] Schlesische do. 5 40. v. Staatg. Lt B. 3 ½

al marco. Priedrichsd'or. And. Gldm. à 5 Th. Disconto.

nöngöneneeheeöege

Pr. Cour. Thlr. zu 30 Sgr.

Brief.

140 ½⅔ 138

Wechsel - Cours.

250 Pl. 250 PFl. 300 DMk. 300 Mk. 1 Lst. 300 Fr. 150 PFl. 150 PFl. 100 Thlr.

Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss. 100 Thlr. Frankfurt a. M. südd. W. 100 Fl.

Amsterdam do. Hamburg do.

Wien m 20 K........ . . .... Augsburg Breslau

99 56 18 56 14

dem Erbpachtsbesitzer Leopold Alexander Benedix zu⸗ gehörigen Grundstücks, welches zu 4 Prozent auf 6529 Thlr. 17 Sgr. 6 Pf., zu 5 Prozent auf 15 Sgr., zu 6 Prozent auf 4369 Thlr. richtlich abgeschätzt ist, tur einzusehenden Taxe, am 29. April k. J., Vor⸗ mittags 11 Uhr, im herrschaftlichen Hofe an den Meistbietenden verkauft werden. Zu diesem Termine werden zugleich alle unbekannten Real⸗Prätendenten zur Vermeidung der Präklusion hier⸗

Neustadt, den 2. September 1846. ““ Patrimonialgericht Klein⸗Katz

Petersbururug 100 SRbl. 106

5221 Thlr. 20 Sgr. ge⸗ soll zufolge der in der Registra⸗ und zu Klein⸗Katz 3

nicht aufgefunden worden ist,

50,496 Thlr. 10 Sgr. abgeschätzte Erb⸗ und Allodial⸗ Rittergut Woldisch⸗Tychow soll im Wege der nothwen⸗ digen Subhastation im Termine den 31. Oktober 1846, Vormittags 11 Uhr, im Instructionszimmer unseres Kollegienhauses öffent⸗ lich verkauft werden. Die Taxe, der Hypothekenschein und die Verkaufs⸗Bedingungen können in unserer Re⸗ gistratur eingesehen werden. 1 Zu diesem Termine wird zugleich die ihrem Aufent⸗ g halte nach unbekannte Hypotheken⸗Gläubigerin, b die verwittwete Majorin von Dyringshofen, geborene von Pawlowka, früher in Berlin, vN ah. hierdurch vorgeladen. xnee

[552] Publicandum.

Das im kulmschen Kreise belegene Rittergut Bar⸗ toszewice Nr. 3, zufolge der nebst Hypothekenschein in unserer Registratur einzusehenden Taxe, landschaftlich auf 28,562 Thlr. 23 Sgr. 4 Pf. abgeschätzt, soll in termino den 26. Januar 1847, Vormittags 10 Uhr, vor dem Deputirten, Herrn Ober⸗Landesge⸗ richts⸗ Rath Kaßner, im Ober⸗Landesgerichts⸗Gebäude in nothwendiger Subhastation versteigert werden.

Marienwerder, den 2. Juni 1846. Civil⸗Senat des Königl. Ober⸗Landesgerichts

[430] Subhastations⸗Patent.

Das in der Lebuser Vorstadt, Berlinerstraße Nr. 47 belegene, Vol. III. Fol. et No. 109. des Hypotheken⸗ buchs verzeichnete, dem Färbermeister Johann Eduard

ger Eisenbahn.

1 . I S”’, lcnd:. 1) Seitens der Herren Actionaire, welche nur eine Actie gezeichnet haben, zwischen dem 15. Sep⸗ tember und 15. Oktober c, und 2) Seitens der Herren Actionaire, welche mehrere Actien gezeichnet haben, zur Hälfte zwischen dem 15. September und 15. Oktober und zur anderen Hälfte zwischen dem 15. und 31. Dezember cr., sofern sie nicht vorziehen, den Gesammtbetrag der Actien in der erstgedach⸗ ten Frist einzuzahlen, in Breslau bei unserer Haupt⸗Kasse und in Berlin bei heim's Söhne angenommen werden. . September 1846. Direktorium.

Breslau, den 12

Bezugnehmend auf unsere Bekanntmachung vom 14. Juli cr. brin⸗ gen wir hierdurch in Er⸗ innerung, daß die Ein⸗ zahlungen auf die Zeich⸗

p nungen der neu auszu⸗ gebenden Stamm Actien gegen Verabfolgung der⸗ selben:

deren Vermögen, weilches

pital,

und

den Herren M. Oppen⸗

tulation der Akten

Neudahl gehörige Wohnhaus, wozu zwei Wiesen ge⸗ hören, welche zufolge der nebst dem Hvpothekenschein in der Registratur einzusehenden Tare auf 5608 Thlr. 24 Sgr. 7 Pf. abgeschätzt worden, soll

am 5. Dezember cr., Vormittags um 10 Uhr, subhastirt werden.

Alle unbekannten Real⸗Prätendenten werden aufge⸗ boten, sich bei Vermeidung der Präklusion spätestens in diesem Termine zu melden.

t a. O., den 2. Mai 1846. Königl. Land⸗ und Stadtgericht.

[7911

8 P T O C 1 m 2a. Nothwendiger Verkauf. Die Erbpachtsgerechtigkeit des zu Grünhoff belegenen,

Ediktal⸗Ladung.

Nachdem bei dem unterzeichneten Justizamte von den präsumtiven Erben und beziehendlich Abwesenheits⸗Vor⸗ mündern der nachbenannten Verschollenen, namentlich

1. Benjamin Schubert's, Sohn des gewesenen Berg⸗ steigers Johann Christoph Schubert in Pobershau, welcher am 18. September 1732 daselbst geboren, unverheirathet aus seiner Heimat weggegangen und als Militair in Preußischen Diensten den sieben⸗ 8 jährigen Krieg mitgemacht haben soll, seit dieser 1[7951 Zeit aber verschollen ist,

2. Karl Gottlob Schwalben's, ein Sohn weil. Chri⸗ stian Friedrich Schwalben;

Sitze des Gerichts, zu bestellen. Zöblitz, den 11. September 1846.

Auswürtige Börsen.

11.

Amsterdam, 15. Sept. Niedozl. wirkl. Seh. 60 728. 3 9% 40. 39 . Pass. —. Ausg. —. Zinal. 4 % Rass. Hope 91.

Frankfurt a. M., 16. Sept.

Preuss. Pr. Sch. —.

5 % Met. 110 G Pols. 200 Fl. 96 6. 40. 500 Fl. 80 ¼. 80. Hamburg, 17. sep London, 12. Sept. Cous. 3 % 96. 95 ⅞. Belg. —. Passive —. Ausg. Sch. —. 2 % Holl. 59 ¼. ¼. 4 % da. 95. 94 ½. Port. —. Rngl. Russ. —. Bras. 90. 88. Mex. 25 ¾¼. 25 ¼. Peru 38. 37.

ras

Bank-Aetien 1872. 69. Bayr. Bank-Actien 660 Br. Hope 89 ½ Br. Stiegl. 87 1 Br. Iat. 59

t. Bank-Acben 1570 Br. Eugl. Ruzs. 108. 10-, Neue Anl. 27

Chü

Das Abonnement beträgt: 2 nthlr. für X Jahr. 4 Rthlr. Jahr. 8 Rthlr. 1 Jahr. allen Theilen der Monarchie ohne Preis -Erhohung. nsertions-Gebühr für den aum einer Zeile des Allg. Anzeigers 2 Sgr.

Alle Post-Anstalten des In⸗- und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Blatt an, für Berlin die Expedition der Allg. Preuß.

Zeitung: 1 Friedrichsstraße Nr. 727.

Paris, 15. Sept. 5 % Rente ün cour. 118 85 3 % do. ün cour. 84

Neapl. —. 3 % Span. Reunte 39. Paas. 1

Wien, 16. sept. 5 % Met. 110 ½. 4 % 4w. 101. 3 % 73 ½ Aectien 1574. Anl. de 1934 158. do. 1839 127. Nordb. 184 ⅞. Mail. 116 ½. Livorn. 105 ½¼. Pest. 94 ½. Budw. 85 ½.

Meteorologische Beobachtungen.

Gloggu.]

2 8

Die vierteljährliche Pränumeration

1816. 18. Sept.

Nachmittags 2 Uhr.

Morgens

6 Uhr.

Abenda 10 Uhr.

Nach einmahgn Beebaehtung.

Luftdruck Luftwärme.. Thaupunkt Dunstsättigung. Wetter

+ 8,4° h. + 7,7 * R. 95 pCt. 85 pCt. trüb. trüb. heiter. W. NW. NW. Wolkenzug.. NW.

+ 9,7° n. + 7,8“ k. 77 pCt. Niederschlag 0.

+ 4,1° n.

Tagesmittel: 333,49" P. r.. + 8,2 h.. + 6,2°9 R. 86 pcCt. W.

Königliche Schauspiele. Sonntag, 20. Sept. Im Opernhause.

von Gährich. Vorher:

R. Benedix. Anfang halb 7 Uhr.

Zu dieser Vorstellung werden Billets zu den gewöhnlichen dyr

haus⸗Preisen verkauft. Im Schauspielhause.

Birch⸗Pfeiffer.

Montag, 21. Sept. Im Schauspielhause. 158ste Abonnemen Vorstellung: Das Liebesprotokoll, Lustspiel in 3 Abth., von Bau Zwei Genrebilder, in spanischer, französischer; 1) Spanische Vaterlandel

feld. Hierauf: deutscher Sprache, von L. Schneider.

Burgos 1809. 2) Der Kurmärker und die Pikarde. 1815.

Verantwortlicher Kedacteur Dr. 3. W. Zinkeisen. Im Selbstverlage der Expedition.

Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hosbuchdruckerei.

des 75jährigen Gutsauszüglers Johann Christoph Mehner aus Blumenau, welcher am 19. Januar 1840 auf dem Rückwege von Olbernhau nach Blumenau aller Wahrscheinlichkeit Flöha gefallen und ertrunken, dessen Leichnam aber

wegen deren Todeserklärung auf Erlassung von Edik⸗ iohelice e . Maßgabe des Mandats vom 13. No⸗ d ; 6h Troz vember 1779 angetragen haben; so werden der oben⸗ Breslau „Schweidnitz 2 Fre ibur⸗ C cah; Schubekr, Schwalbe und Mehner, oder da⸗

ern dieselben nicht mehr am Leben sein sollten, deren bekannte und unbekannte Erben und alle diejenigen, welche sonst aus irgend einem Grunde Ansprüche an

ad 1. in 55 Thalern außenstehenden Konsens⸗Ka⸗

ad 2. in 10 Thalern unbezahlten Kaufgeldern auf seiner Stiesmutter Hause in Lauterhach als väterliches Erbtheil hypothekarisch gesichert

ad 3. in 132 Thalern 15 Ngr. Tagezeitgeldern nebst einigen Auszugsgebührnissen besteht, zu haben glauben, Amts wegen hiermit geladen,

den funfzehnten Februar 1847,

welcher zum Anmeldungs⸗Termin anberaumt worden ist, persönlich oder durch gehörig legitimirte Bevollmächtigte, bei Vermeidung des Ausschlusses und bei Verlust ihrer etwanigen Ansprüche, so wie der Rechtswohlthat der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand, auch, so viel die Abwesenden selbst anlangt, unter der Verwarnung, daß sie außerdem für todt erklärt und ihr Vermögen ihren sich gehörig legitimirenden Erben werde vererbt werden, an hiesiger Amtsstelle zu erscheinen, ihre resp. Ansprüche anzumelden und zu bescheinigen, mit dem bestellten Kontradiktor rechtlich zu verfahren, binnen fächsischer Frist zu beschließen und sodann nach Inro⸗

den siebenten April 1847 der Ertheilung eines Bescheids sich zu gewärtigen. Uebrigens haben Auswärtige zu Annahme künftiger Ladungen Gevollmächtigte in hiesiger Stadt, als dem

Königl. Sächs. Justizamt Lauterstein. allda. Fribsche.

Allgemeiner Anzeiger.

terbach, welcher den 26. April 1800 geboren, im Jahre 1813 in einem Alter von 13 Jahren mit Desterreichischem Militair von Lauterbach fortge⸗ gangen ist und seit dieser Zeit keine Nachrticht von sich gegeben hat,

Königl. Preuß. Armee für das Jahr

Stabs⸗ und Subaltern⸗Offiziere. Preis: brosch. 1 Thlr., kartonnirt 1 Thlr. 5 durchschossen 1 Thlr. 22 ¾ Sgr.

so eben:

nach in die 17931]

Das neueste

vom 21. Juli 1840.

Seine Stellung zur

und zum gemeinen deutschen Prozesse. Preis 15 Sgr.

[790]

STEIN“

(Schleswig-Holstein meerumschlungen).

8 Pfie. à 2 ms. 7 ½ Sgr. FEd. Bote & G. Bock

Berlin, Jägerstr. 42, Breslau, Schweidnitzerstr. 8.

1794] Behrenstr. 44. in Leipzig erschienen und zu beziehen durch Be Hirschwald und Oehmigke's Buchhandlung Lincke, Dr. Carl Gust., Ohrenheilkunde. (Schluls.) on Dr. Ph. Heinr. Wolff in Berlin.

2 Thlr., komplett in 2 Bde. 10 ½ Thlr.

Dieser III. Band auch unter dem beson Titel:

Wolff,

heit und die Ohren-Operationen.

zu haben:

Neuh äuslers in Lau⸗

Literarische Anzeigen.

Bei E. S. Mittler in Berlin (Stechbahn 3) ist

Rang⸗ und Quartier⸗Liste der

4 lithogr. Taf. gr. 8. 2 ¾ Thlr.

332,59“ Par. 333,11""Far. 334,77Par. Quellwürme 7,80 1 + 6,69 h. Plusswärme I2,09 + 3,4° R. Bodenwärme 13,0 Ausdünstung 0,00

Wärmeweechsel + nnnꝗꝑ

106te Abonnement Vorstellung: Der Seeräuber, großes Ballet in 3 Abth., nach ia Gedicht des Lord Byron: „Thée Corsair“, von P. Taglioni. Nui Der Weiberfeind, Lustspiel in 1 M,

m 157ste Abonnements⸗Vorstellung: Marquise von Vilette, Original⸗Schauspiel in 5 Abth., von Ch

Bei Wilh. Besser, Behrenstr. 44, ersce

Preußische Civilprozeß⸗Gest

Prozeß⸗Ordnung vom Jahre 1793

Im unterzeichneten Verlage erschien so eben:

„AN SCHLES WIG-HoOl

Liter. Anzeige der Besserschen Buchhandl

So eben ist in der Hinrichsschen Büchhantd sschte so stark geworden, daß Handbuch Fortgese

vollständ. Register u. 4 lithogr. Tafeln.) gr.

Dr. Ph. Heinrich, die Nerrvezic mich krankheiten des Ohrs, die Taubstumg-

WW’’

[796] Herr Doctor phil. August Jäger,

wird hierdurch aufgesordert, unverweilt seinen Aufenthaltsort bei Advokat zuzeigen.

114“

welcher namentlich im Jahre 1840 in Leipzig aufgeholkeagg R. Sickel in Leipzig d”

un Zeile achungen den. Auswärtige haben ihre Inserate unter der

dieser Zeitung beträgt pedition selbst (Friedrichs⸗Straße Nr. 72) gemacht, und jeder innerhalb der Ringmauer der Stadt nangegebenen Datum, frei ins Haus gesandt. Auswärtige, ann nicht mit Gewißheit die Nummern erwarten, die vor der hier eingegangenen

Uebrigens ist die Einrichtung getroffen, daß Inserate, Uhr ab bis Nachmittags 4 Uhr in unserem Expeditions⸗Lokale, 2 Sgr. Um wiederholten Anfragen zu begegnen, wird zugleich bemerkt, daß in dem Anzeiger der Allg. Preuß. Zeitung, der Königl. Behörden, literarischen und Kunst⸗Anzeigen, Adresse der Expedition in frankirten Briefen einzusenden.

Inhalt

1

milicher Theil. 8

nland. Schreiben aus Erdman nsdorf. (Die Reise Sr. Majestät

nach Neisse.) Provinz Schlesien. Durchreise Ihrer Majestäten

durch Bunzlau und Hirschberg. Rheinprovinz. Danksagung. eutsche Bundesstaaten. Königreich Bayern. Abteise des Prin⸗ zen Luitpold. Der St. Michaels⸗Orden. Königreich Würt⸗ tember g. Verordnung. Vorbereitungen zum Empfange des Kronprin⸗ zen und der Kronprinzessin. Großherzogthum Baden. Nahe bevorstehender Schluß des Landtags. Großherzogthum Hessen und bei Rhein. Der Gch. Staatsrath Schenck %†. Großher⸗ zogthum Mecklenburg⸗Schwerin. Das Uebungslager bei Schwe⸗ iin. Herzogthum Holstein. Der König in Kiel erwartet. hesterreichische Monarchie. Olmütz. Das Lager.

uüßland und Polen. St. Petersburg. Nachrichten aus dem

Kaukasus. ankreich. Paris. Hofnachrichten. Konserenzen über die spanische

Vermählungs⸗Angelegenheit. Das Geschwader des Prinzen von Join⸗

villf Das Journal des Débats gegen das Schutzzoll⸗System.

Vermischtes. Schreiben aus Paris. (Die Freihandels⸗Partei in ranlreich.)

sehdrecznten und Irland. London. Prinz Albrecht, Mitglied

der British⸗Association. Einrichtung zum Bau von Kriegs⸗Dampf⸗

schfen. Die Noth in Irland. Brandschaden. Vermischtes. chweiz. Kanton Zürich. Aussichten am Schlusse der Tagsatzung. alien. Rom. Festlichkeit.

Pereinigte Staaten von Nord⸗Amerika. London. Die neue Revolution in Mexiko zu Gunsten Santana's. Die Stellung der Vereinigten Staaten zu Mexiko.

F und Börsen⸗Nachrichten. Berlin. Börsen⸗ und Markt⸗ ericht.

84

nigl. Schauspielhaus. („Struensee“.) Mevyerbeer’s Musik zu dem Waterspiel „Struensee“.

18

Nebst den Anciennetäts⸗Listen der Generali

9 ¹

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

Dem Oberst⸗Lieutenant a. D. Schönfeld, dem Hauptmann d Adjutanten Sr. Königl. Hoheit des Kronprinzen von Bayern, von der Tann, und dem katholischen Geistlichen, Peter Hardy n Warendorf, im Regierungs⸗Bezirk Münster, den Rothen Adler⸗ Drden vierter Klasse zu verleihen; so wie Den Wirklichen Geheimen Ober⸗Regierungs⸗Rath Mathis zum Direktor im Ministerium des Innern zu ernennen; und

Dem Domainen⸗Rentmeister Rieck zu Sangerhausen den Cha⸗ rakter „Domainen⸗Rath“ zu verleihen.

Hae

Dem Notar Franz Wilhelm Henrichs zu Kempen ist die vochgesuchte Dienst⸗Entlassung vom 1. Oktober d. J. ab ertheilt und we denselben Tage ab der Notar Maximilian Emanunel Meckel

An die Leser.

Meldung erschienen sind. deren Aufnahme in den Friedrichs⸗Straße Nr. 22,

auch Familien⸗Nachrichten jeder Art, so wie

zu Uerdingen zum Notar für den Friedensgerichts⸗Bezirk Kempen, im Landgerichts⸗Bezirks Kleve, mit Anweisung des Wohnsitzes in Kempen, bestellt worden. v111“

Dem Metallwaaren⸗Fabrikanten Lange in Berlin ist unter dem

17. September 1846 ein Patent auf eine in ihrer Zusammensetzung für neu und eigenthüm⸗ lich erachtete Mischung zum Verschluß der Ofenthüren, ohne Jemand in der Benutzung der Haupt⸗Bestandtheile zu be⸗

hindern,

auf fünf Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden. 1 ““

2 Rthlr. Preuß. Cour. für das Inland. wohnende Pränumerant erhält das des In⸗ oder Auslandes, bewirken ihre Bestellungen rechtzeitig bei Für einzelne Nummern des Allgemeinen Anzeiger dieser Zeitung gewünscht wird, an den Wochentagen von Morgens in Empfang genommen

Angekommen: Der Präsident des Handelsamtes von Rönne, aus der Rhein⸗Provinz. Der evangelische Bischof und General⸗Superintendent der

Pro⸗

vinz Brandenburg, Dr. Neander, von Kyritz. Abgereist: Se. Excellenz der Wirkliche Geheime Staats⸗, Kabinets⸗ und Minister des Innern, von Bodelschwingh, nach

mannsdorf, 18. Sept., 8 Uhr Abends.

jestät der König haben so eben beschlossen, die Reise nach Neisse schon morgen Nachmittag um 4 Uhr, zu derselben Zeit, zu welcher Se. Majestät der König der Niederlande von hier nach Dresden ab⸗ reist, anzutreten, solche morgen bis Schweidnitz zurückzulegen, daselbst zu übernachten und übermorgen, den 20sten, nach beendetem Gottesd enst nach Neisse weiter zu reisen.

Ferner wollen Se. Majestät, bei der Rückkehr aus Neisse, von Breslau nach Herrnstadt nicht die Tour über Lissa, Nimkau und Wohlau, sondern diejenige über Trebnitz und Prausnitz nehmen.

Provinz Schlesien. Bunzlau, 16. Sept. (Bresl. Z.) Heute Mittag 2 Uhr trafen Ihre Majestäten der König und die Kö⸗ nigin, von Berlin kommend, mit einem Extrazuge hier ein. Der Bahnhof war sehr geschmackvoll mit Guirlanden, Fahnen und Oran⸗ gerie geschmückt. Nachdem Se. Majestät von dem Landrath Grafen von Frankenberg und dem Bürgermeister Schade empfangen worden waren, stiegen Sie sogleich in den bereitstehenden Wagen und fuhren, begleitet von dem Hurrah des Volkes, durch eine Ehrenpforte und die mit Kränzen und Blumen geschmückte Bahnhofestraße durch die Stadt nach dem Viadukt, kehrten bald wieder zurück und begaben sich nach dem Gasthofe zum Kronprinzen. Hier wurden Se. Maje⸗ stät von den Behörden, der Geistlichkeit, dem Ober⸗Präsidenten a. D. von Schönberg und den Grafen Schlieben, Pückler und Matuschka empfangen. Die genannten Herren wurden zur Königlichen Tafel ge⸗

Bestellungen für Berlin werden in der Blatt durch die Stadtpost, schon den Abend vor den resp. Post⸗Aemtern; wer dies versäumt, Blattes ist der Preis 2 ½ Sgr.

Der Preis der Insertion beträgt für den Raum außer gerichtlichen und anderen öffentlichen Bekannt⸗

werden.

Industrie und Handel betreffende Anzeigen, stets Aufnahme

zogen. Um 4 Uhr setzten Ihre Majestäten die Reise nach Hirschberg und Erdmannsdorf sort. In Hirschberg waren bei der Durchreise Ihrer Majestäten, am 17ten Abends, die Häuser glänzend erleuchtet.

Rhein⸗Provinz. Die Düsseld. Ztg. enthält folgende Danksagung: „Auch den Bewohnern des linken Rhein⸗Ufers, die den Truppen der 14ten Division während dieser Uebungen eine gute Auf⸗ nahme bereiteten, sage ich in ihrem Namen pflichtmäßigen Dank. Die⸗ ser ist für die Ortschaften um so wärmer, wo das Nervensieber oder die Ruhr Familien bedrohte oder bereits schmerzliche Opfer von ihnen gefordert hatte. K. Q. Osterath, am 17. September 1846. Karl Graf von der Gröben, General⸗Lieutenant, General⸗Adjutant Sr. Majestät des Königs und Commandeur der 14ten Division.“

Deutsche Bundesstaaten.

Königreich Bayern. (A. Z.) Se. Königl. Hoheit der Prinz Luitpold trat am 14. September seine Reise nach Konstan⸗ tinopel, Syrien, Jerusalem, Aegypten ꝛc. an, begleitet von den beiden Grafen Cäsur und Andreas Pallavicini, Söhnen des Königl. sardini⸗ schen Gesandten am Hofe zu München. Zu gleicher Zeit reiste di Gemahlin des Prinzen mit den beiden Kindern nach Florenz ab. Durch eine im Regierungs⸗Blatte vom 14. September enthal tene Königliche Verordnung ist die Zahl der inländischen Ordens⸗ glieder des Verdienstordens vom heiligen Michael auf 36 Großkreuze, 60 Komthure und 320 Ritter festgesetzt. 8

Königreich Württemberg. Das Finanz⸗Ministerium hat folgende, den einstweiligen Erlaß des Eingangs⸗Zolls von Mehl, Ge⸗ traide und Hülsenfrüchten betreffende Verfügung erlassen: „Se. Maje⸗ stät haben, in Betracht des fortdauernd ungewöhnlich hohen Standes der Getraidepreise und um die hieraus erwachsende Bedrängniß so viel möglich zu mildern, ferner in Erwartung eines in nächster Aus⸗ sicht stehenden Beschlusses des Zoll⸗Vereins und nach dem Vorgange in einem Nachbarstaate, auf den Antrags des Finanz⸗Ministeriums zu genehmigen geruht, daß ausländisches Mehl und ausländische Mühlen⸗ Fabrikate aus Getraide und Hülsenfrüchten, als: geschrotete oder ge⸗ schälte Körner, Graupe, Gries und Grütze, von der Verkündigung gegenwärtiger Verfügung an vorerst bis zum 1. Mai 1847 frei vom Eingangs⸗Zolle in das Königreich eingeführt werden dürfen. Die Verfügungen vom 20. Februar und vom 17. April 1846 wegen der zollfreien Einfuhr von Getraide und Hülsenfrüchten bleiben fortwäh⸗ rend in Wirkung. Den 14. September 1846. Gärttner.“ In Stuttgart wurden am 16. September bereits Vorbereitungen zu festlicher Verzierung der Straßen getroffen, durch welche der am 22sten

stattfindende Einzug des Kronprinzen und der Kronprinzessin sich be⸗ wegen wird.

Großherzogthum Baden. In der Sitzung der zweiten Kammer vom 15. September zeigte der Präsident des Ministeriums des Innern, Geheime Rath Nebenius, an, daß am nächstfolgenden

Tage, den 17ten, der Schluß des Landtages erfolgen werde.

Großherzogthum Hessen und bei Rhein. Am 15. ptember starb in Darmstadt der Großherzogl. Geheime Staatsrath Schenck, Präsident der zweiten Kammer der Stände.

Königliches Schauspielhaus.

nsee, Trauerspiel von Michael Beer. Die Musik von 3 G. Meyerbeer.

(dDen 19. September.) 8

Vor funfzehn Jahren etwa wurde dies Drama eingereicht und gestern, b am 19. September des Jahres 1846, ist es glücklich zur Aufführung ommen. Schade um diese Verspätung. Sie hat den Dichter um die oße Lehre des Erfolges beraubt und sein Werk dem Urtheil einer Ver⸗ mmlung ausgesetzt, auf die es nicht gerechnet hatte. Inzwischen ist ein vrischer Sinn in der Nation erwacht, der leichter durch die Wirklichkeit, durch eine Dichtung zu befriedigen ist. Die Uebersättigung an aller onpoesie ist so groß und der Hunger nach dem Fleisch und Bein der Ge⸗ uns rein historische Darstellungen großer z- saats⸗Actionen, mit denen uns die Meisterhand eines Forschers beschenkt u, willkommener sind, als Dichtungen, die ihre Magerkeit mit dem Pur⸗ nder Rhetorik und dem Schmuck der Lyrik verhüllen.

Beer ahnte diese Forderung, suchte sich vor ihr zu retten und ver⸗ echte es nicht. Glücklich pries er die Weimaraner, die sich so gänzlich 2, ien der Außenwelt abzuschließen wußten, und schalt auf die realistisch⸗poli⸗

te Zeit, vor der man sich flüchten müsse. Strebend, wie er war, genüg⸗

n ihm seine Arbeiten nicht. „..Meine dürftigen Tragödien! Wenn doch nie gedruckt erblicken dürfte! Ich beneide die Vögel, die, un sie die Lust zu singen und zu zwitschern gebüßt haben, von ihren Tö⸗ n nichts mehr wissen.“ So schrieb der edle bescheidene Mann, dem der olg niemals sehr am Herzen lag. n üiche als ob es dem Drama an zündenden Ideen fehlte: wirkte doch nc muthiges Wort, als waͤre es für diese Stunde geschrieben; aber der 9 1 Thatbestand der Geschichte ist ins Idealische üdersetzt und hat bei

Tianssiguration seine Kraft verloren; aus dem echten Struensee, die⸗ 9 emisch von Klugheit unt Sinnlichkeit, von Herrschsucht und Furcht, ist

orgloser Egmont geworden, die scharfen Ecken seines Charakters sind

Stru

M’

abgeschliffen,

alle dunklen Mächte aus ihm ausgeschieden, und es bleibt ein liebender Held übrig, wie ihrer viele gezeichnet worden sind. Gewiß hat der Dramatiker unbeschränke Rechte über seinen Stoff, nur raube er ihm nicht sein bestes Mark, nur ändere er ihn nicht gerade da, wo ihm die Geschichte am bereitwilligsten entgegenkommt und die Fülle ihrer Charaktere und Si⸗ tuationen als freies Geschenk darbietet. Zu diesem Fehlgriff der Idealisi⸗ rung ward Beer durch die richtige Empfindung verleitet, daß der Struensee der Geschichte kein tragischer Charakter ist, denn sein Untergang ist gerecht, wenn auch die Partei, die ihn herbeiführt, noch tiefer steht, als er selbst. Von keiner höheren Idee geleitet, hatte er mit unreiner Hand die Axt an die Mißbräuche Dänemarks gelegt, ein Despot in der Reform, herzlos und ehrsüchtig; die Liebe der Königin hatte er erworben, ohne sie zu verdienen, denn im Prozeß verrieth er das Geheimniß und ihre Ehre. Mann ist für seine Schuld verantwortlich und sein Untergang gerecht, aber nicht tragisch. Damit er das werde, muß ihm der Dichter eine Tugend leihen, die ihm unsere Theilnahme verschafft, und seine Schuld zu seinem Verhängniß machen, dem zu unterliegen menschlich ist. Das muß der Dichter, wenn Struensee eine tragische Figur werden soll; aber ist denn der Stoff schlechterdings nur durch Struensee tragisch? Wie, wenn seine tragische Gewalt in dem Schicksal einer anderen Person zu suchen wäre? Wenn diese andere Perfon in das Centrum des Trauerspiels treten könnte, ohne daß Struensee sein Wesen aufzugeben braucht? Diese Person ist, dünkt uns, die Königin Caroline Mathilde, die Schuldig⸗Unschuldige, deren Vergehen in der That durch den Drang der Verhältnisse wie durch ein Verhängniß erzeugt wird und deren liebenswür⸗ dige Natur uns gegen ihre Gebrechen milder stimmt. Ihre Liebe zu Struen⸗ see lennt keine Gränzen, aber nur die Vorsehung hat das Recht, sie dafür zu strafen, kein Einzelner darf wagen, einen Stein gegen sie aufzuheben. An einen Gatten gefesselt, der in jeder Beziehung kein Mann ist, sieht sie Struensee und erfährt durch ihn, den Schönen und Geistreichen, wie reich ein Menschenleben sein kann. Seine Liebe zu ihr war sinnlicher Art, die ihrige zu ihm echte Leidenschaft, die nicht einmal wankte. als er schon im Kerfer saß und sie verrieth. Die leidende, edle Frau in der Mitte, iht zur

Ein solcher

Seite Struensee, der heftige, gewaltthötige Reformator, ganz Ehrsucht, ohne Muth, ohne Treue, ihnen gegenüber die heuchlerische Partei der Königin⸗ Wittwe, das würde anders wirken, als das idrale Heldenthum.

Die zwei ersten Akte sind ungemein gedehnt. Der Strom der Rede, so klar und vollendet sie ist, fließt zu breit und langsam, so daß die Geduld des Zuhörers manchmal stark auf die Probe gestellt wird. Diese Rede zaudert, wo die Handlung eilen sollte; sie wird dem Dichter zur Si⸗ rene, so daß er von ihrem Wohlklang nicht scheiden kann. Dazu das schleppende Tempo, in dem fast alle unsere Schauspieler sprachen, nament⸗ lich Mad. Erelinger. Dlle. Stich als Königin Mathilde wandte im Anfang nicht die gehörige Leidenschaft auf, steigerte sich aber recht glücklich im vierten Akt; die Scene mit Schack⸗Rathlow (Herr Franz) war wohl die ergreifendste der ganzen Darstellung; in ihr hat sich Beer ganz treu an die Geschichte gehalten. Herr Hendrichs als Struensee spielte mit dem Feuer und der Eleganz, die er allen seinen Helden zu geben weiß, ließ aber die überlegene Intelligenz, an der man den bedeutenden Staatsmann erkennt, und das Gepräge einer geschichtlichen Erscheinung vermissen. Herr Hoppé (Graf Ranzau) zeigte, wie immer, ein durchdachtes Spiel, wie denn überhaupt die Darstellung den Eindruck einer wohl durchdachten und fleißig geübten machte, was nur möglich ist, wenn von allen Seiten dazu beigetragen wird. 40.

Meyerbeer's Musik zu dem Trauerspiel„Struensee“.

Ehe wir zur Besprechung der von Meyerbeer zu dem Trauerspiel „Struensee“ komponirten Musik schreiten, fühlen wir uns gedrungen, durch die an Nichtachtung gränzende Unaufmerksamkeit veranlaßt, mit welcher ein Theil des Publikums die Zwischenmusiken aufnahm, einige die Musik bei Schauspiel⸗Aufführungen allgemein treffende Bemerkungen

vorauszuschicken. 3 8 vE“ Der Gebrauch, alle Schauspiel⸗Aufführungen mit Einleitungs⸗ und

Zwischenmusiken zu versehen, ist durch die Macht der Gewohnheit geheiligt.