ziehen. Er träumt schon ein großes Bündniß zwischen Frankreich und der Halbinsel, die zur innigsten gemeinsamen politischen Solidarität verbunden sein würden. So viel scheint gewiß, daß England auf irgend eine Weise dem französischen Einfluß in Lissabon ein Gegen⸗ gewicht entgegenzustellen suchen wird.“
Nach einer Erklärung des Herausgebers der France Alge⸗ rienne sind die Beschränkungen der Presse zu Algier nicht von esehel Bugeaud ausgegangen, da sie in dessen Abwesenheit ge⸗
ahen.
Der bedeutende Courierwechsel, der jetzt stattfindet, macht einen neuen Kredit zu diesem Behuf nöthig, der durch eine Königliche Ver⸗ ordnung eröffnet worden ist.
Die Brodpreise für Paris haben für die zweite Hälfte des Okto⸗ bers keine Erhöhung erfahren.
Die atmosphärische Eisenbahn von St. Ouen hat nun das große Publifum eingeladen, ihren Probefahrten beizuwohnen. Jeden Don⸗ nerstag und Sonntag finden die Versuche statt, und es ist Jedermann erlaubt, daran theilzunehmen.
Der Bischof von Amiens, Herr Mioland, ist, dem Ami de la Religion zufolge, zum Erzbischof von Aix ernannt.
Heinrich Heine, der vor einiger Zeit von den Pyrenäen nach Paris zurückkehrte, ohne dort Linderung seiner Körperleiden gefunden zu haben, ist in diesem Augenblicke schwer erkrankt.
Dlle. Rachel hat ihre dem Theater frangais gegebene Eutlassung wieder zurückgenommen und tritt schon am 24sten d. wieder als Phädra auf.
*x Paris, 20. Okt. Alle Nachrichten, die uns hier von der Schweiz aus zukommen, geben deutlich die Besorgniß zu erkennen, daß die Radikalen, nachdem es ihnen gelungen, die konservative gen⸗ fer Regierung zu stürzen, mit noch ausgedehnteren Umwälzungsplä⸗ nen auch gegen andere Kantone, wo die Konservativen bis jetzt die Mehrheit besitzen und daher die Gewalt in Händen haben, umgehen, um vollends der Majorität auch in der Tagsatzung sich bemächtigen und dann nöthigenfalls selbst mit Gewalt gegen die konservativen Kantone auftreten zu können, welche in Voraussicht der neuer⸗ dings sie bedrohenden Gefahr bekanntlich ein Schutz⸗ und Trutz⸗ bündniß unter sich geschlossen haben. Baselstadt, Freiburg und Wal⸗ lis sind die zumeist bedrohten Kantone, und die Radikalen von Genf und Waadt scheinen selbst auf das Fürstenthum Neuenburg ihre Pläne auszudehnen. Die Folgen, welche für die Schweiz unausbleiblich eintreten müßten, wenn den jetzt überfluthenden revolutionairen Ten⸗ denzen und subversiven Wühlereien, bei denen die französischen Ra⸗ dikalen unter der Hand die Hetzer und Schürer machen, nicht bald ein kräftiger Damm entgegengesetzt wird, sind unberechenbar. Die französische Regierung nifft daher nicht blos im Interesse der Schweiz, sondern auch in ihrem eigenen die durch die Ver⸗ hältnisse gebotenen energischen Vorsichtsmaßregeln, um zu ver⸗ hindern, daß, von dem angränzenden schweizer Gebiete aus, den Um⸗ trieben und Plänen der französischen Radikalen ein neuer Hebel zu Theil würde, und daß sie sich am Ende abermals in die Nothwen⸗ digkeit versetzt sähe, im eigenen Lande neue Versuche zu demagogischen Versuchen bekämpfen und mit Gewalt unterdrücken zu müssen. Diese Vorsicht war ihr um so dringender geboten, als die Kommunisten⸗ Gesellschaften zu Genf, meistens aus Arbeitern verschiedener Nationen
bestehend, in stets unterhaltener Verbindung mit ähnlichen Klubs unter den vielen Tausenden von Fabrik⸗Arbeitern zu Lyon standen. Diese wagen zwar seit mehreren Jahren schon nicht mehr offen das Haupt zu erheben, aber im Finstern treiben sie ihr Unwesen noch immer fort, und wenn sie auch nur einen Augenblick der Schwäche auf Seiten der Regierung gewahrten, so darf man gewiß sein, daß sie nicht unterlassen würden, denselben zu benutzen. Man darf nur die Sprache ihrer Organe, der Tribune und des Censeur (beide erscheinen zu Lyon), beobachten, um sich zu über⸗ zeugen, wie ihre Hoffnungen in Folge des geglückten Handstreichs zu Genf wieder zugenommen haben, und wie sie nur mit Mühe den Ausdruck derselben so einkleiden, daß sie nicht in die Hände des Staats⸗Prokurators gerathen. Mit um so größerer Wuth erfüllt sie daher die Aufstellung eines französischen Beobachtungs⸗Corps an der schweizer Gränze, welches jetzt schon die ihm angewiesenen Sta⸗ tionen eingenommen haben muß. Auf der anderen Seite, südlich, werden sardinische Truppen eine Art von Cordon längs der genfer, walliser und tessiner Gränze bilden, und, wie man bereits versichert, wird auch Oesterreich seine Gränze durch
verstärkte
1256 v ö“ Truppen⸗Corps besetzen lassen. Hat man auch bis jetzt noch nichts von ähnlichen Schritten seitens der an die nördliche Schweiz angräuzenden deutschen Bundesstaaten Baden, Württem⸗ berg und Bayern gehört, so glaubt man doch, daß auch von dieser Seite dieselben Maßregeln nöthigenfalls wieder eintreten werden, zu welchen von ihnen schon bei früheren gleichen Anlässen geschritten worden. In dieser Eintracht der sämmtlichen zunächst betheiligten Gränzstaaten, den schweizer Wirren gegenüber, liegt die sicherste Bürg⸗ schaft, daß diese Wirren, welchen Verlauf sie auch noch nehmen möch⸗ ten, überall dem festen Willen der Mächte für Aufrechthaltung des
durch den Bundesvertrag von 1815 eingeführten politischen Zustandes
der Schweiz begegnen werden. Alle Mächte sind dabei interessirt,
daß die Schweiz nicht von neuem ein Heerd und Brennpunkt revolu⸗
tionairer Ideen und Bestrebungen und eine Gefahr für alle Nachbar⸗ länder werde.
Die in den französischen Blättern veröffentlichten Berichte aus Genf versichern zwar durchaus, daß die materielle Ordnung dort so ziemlich hergestellt sei. Indeß zeigt der Ton der von dort eintreffen⸗ den Briefe, wie wenig noch Vertrauen herrscht. Es ist zudem eine unumstößliche Thatsache, daß eine große Anzahl von Handels⸗ und Privatbriefen aus Genf, die an französische Häuser oder an Genfer, welche in diesem Augenblicke sich in Frankreich befinden, ge⸗ schrieben wurden, seit dem Anfang der Unruhen aufgefangen und zu⸗ rückgehalten worden sind.
Eine andere Thatsache zeigt, was von den angeblichen Volks⸗ Versammlungen zu halten ist, welche, wie die radikalen Berichterstat⸗ ter sagen, mit unermeßlicher Mehrheit den Sturz der vorigen Regie⸗ rung und der ganzen damit verbundenen Ordnung der Dinge votirt haben. Drei Tage hindurch waren die Werkstätten eines der ersten Kleidermacher und Kleiderhändler, zu Genf ganz leer geblieben, da alle Gesellen, fast durchaus Schwaben, Bayern und Hessen, sich unter die Insurgenten gemengt und mit diesen an den Abstimmungen bei den Volks⸗Versammlungen Theil genommen hatten. Eine Menge fremder Handwerker hatten an dem Aufstande auch nur aus dem Grunde Theil genommen, weil man ihnen eingeredet hatte, es handle sich um
Erlangung eines niedrigeren Brodpreises.
Großbritanien und Irland.
London, 19. Okt. Lord John Russell wird am Donnerstag nach Hatfieldhouse sich begeben, um dort dem Empfang der Königin, die bekanntlich den Marquis von Salisbury auf einige Tage mit einem Besuche beehren wird, beizuwohnen.
Die Einwohner von Huddersfield beschlossen in einer neulich ab⸗ gehaltenen Versammlung einmüthig, an Lord J. Russell eine Denk⸗ schrift zu übersenden, worin sie die Gründe auseinandersetzen, wes⸗ halb nach ihrer Ansicht die Häfen unverzüglich der zollfreien Einfuhr fremden Korns geöffnet werden müssen. Sie sagen darin unter An⸗ derem: Bei dem Mißrathen der Kartoffeln und dem mangelhaften Ertrage der diesjährigen Korn⸗Aerndte müssen wir mit Grund be⸗ fürchten, daß der Mangel und der damit verknüpfte hohe Preis der
Lebensmittel während des Winters und bis zur nächsten Aerndte große
korzmerzielle Verlegenheiten und herbe Leiden erzeugen wird. Be⸗ reits machen die nie ausbleibenden Folgen der Theuerung durch eine Verminderung des Handelsverkehrs in unserem Bezirke sich fühlbar, und wir besorgen, daß die arbeitenden Klassen, wenn nicht sofort ein Abhülfsmittel getroffen wird, abermals jener Noth verfallen wer⸗ den, wovon sie vor einigen Jahren so schwer heimgesucht wurden, und welche damals, wie jetzt, durch die Lebensmittel⸗Theuerung ver⸗ ursacht ward. Der Zustand Irlands fordert laut zu Maßregeln auf, die das Volk vor der drohenden Hungersnoth bewahren können. Die sofortige Eröffnung der Häfen für die zollfreie Einfuhr von Korn und Lebensmitteln ist nach unserer Ueberzeugung in jeder Hinsicht die weiseste Maßregel, welche die Regierung ergreifen kann, um das dem Volke drohende Unglück abzuwenden, und wir glauben auch, daß zu keiner Zeit diese Maßregel unter geringerer Unzufriedenheit der Acker⸗ bau⸗Interessen wird ergriffen werden können. Es ist aber höchst wichtig, daß die Hafen⸗Eröffnung sofort geschehe, weil jeder Verzug die Erlangung von Zufuhren schwieriger macht, indem viele Fest⸗ lands⸗Staaten noch jetzt, wie schon seit einiger Zeit, bemüht sind, sich alle Lebensmittel⸗Zufuhren, deren sie habhaft werden können, für ihren eigenen Bedarf zu sichern.
Der als diplomatischer Vertreter der britischen Interessen an den Höfen von Berlin, München, Hessen⸗Kassel und Stuttgart früher be⸗ glaubigt gewesene hochbejahrte Sir Brooke Taylor ist dieser Tage
zählen sei.
gestorben. Eine von ihm seit zwanzig Jahren bezogene P ng 1336 Pfd. St. fällt dadurch an den ö zurüd. Pemnso Am 4. November wollen die britischen Mitglieder der evangelischen Allianz in Manchester zusammenkommen, um der⸗ ganisation in Großbritanien zu berathen und zu beschließen Ausschuß hat deshalb ein Rundschreiben an dieselben erlasf darin nochmals ausdrücklich angefragt, ob etwa neuere Vorfamn sie anderen Sinnes gemacht hätten, oder ob noch sortwähr s ihre thätige und einige Mitwirkung für die Zwecke der Allia
Dänemar k.
Kopenhagen, 19. Okt. (A. M.) Die Berl. Ztg hält heute das nachstehende Cirkular der dänischen Kanzlei von Oktober an sämmtliche Königliche Kollegien und Ober⸗Behörte Dänemark: ö
„In Folge der von Ihrer Königl. Hoheit der Kronpri von Dänemark, Karoline Charlotte Mariane, geborenen Hhn von Mecklenburg⸗Strelitz, wegen Ihrer seit mehreren Jahren währenden Kränklichkeit und jetzt völlig zerrütteten Gesundhei schehenen Bitte und auf deren Verlangen, und nachdem Se. gal Hoheit der Kronprinz, obwohl höchst ungern, endlich diese nachgegeben, haben Se. Majestät der König, obwohl mit heng Bedauern, unterm 30. September d. J. die zwischen Sr. 2 Hoheit dem Kronprinzen Frederik Karl Christian und Ihrer; der Herzogin Karoline Charlotte Mariane von Mecklenburg⸗g unterm 10. Juni 1841 eingegangene Ehe gänzlich aufgehohg aufgelöst.“
Der Capitain Hofmann hat einen Versuch mit explotmn Baumwolle gemacht, und das Resultat entsprach im Weseuli durchaus dem vom Professor Otto bekannt gemachten. Mang nun einen Versuch im Großen bei der Artillerie anzustellen.
Die Kanzlei hat genehmigt, daß zur Bestreitung der Uihn bei Aufstellung der Kunstsachen Thorwaldsen's im Museum ein z. leihe von 13,000 Rbthlr. aufgenommen werde, die mittelst durghs der von Thorwaldsen zu jenem Behuf geschenkten 25,000 Nl. verzinsen und zu tilgen ist.
Schweiz.
8 Kanton Bern. Die Baseler Zeitung melde n stehende Vorfälle aus Bern vom 17. Oktober: „Ein Vollkz
hat stattgefunden, der von den bedauerlichsten Exzessen begleite
Veraulassung dazu gaben die sogenannten Mistelacher, senst ugh Leute, welche den Markt zu Bern zu besuchen pflegen und besen zu dieser Zeit Trauben verkaufen und andere Eßwaaren, als Gmi Wildpret u. s. w., einkaufen. Sei es nun, daß sie wirklich Fit trieben, was man ihnen schuld gab, oder daß die Menge in i aufgeregten Zeit besonders über sie erbittert war, weil sie aus dem burgischen kamen, genug, schon des Vormittags brach auf dem Marie Sturm gegen sie los, indem alle ihre Marktwaaren vernichtet wurden⸗ die Polizei hierauf einen der Rädelsführer verhaftete und auf der hu wache festsetzte, wälzte sich alsbald die Masse dorthin, zerschlug Fenstan Thüren des Wachthauses und befreite den Verhasteten mit Ga Hierauf ging es im Triumph nach dem Bären und von da nac Sternen, wo die dort niedergelegten Waaren⸗Vorräthe der Mistt ebenfalls zertrümmert und an letzterem Orte einige Knechte, die
der Gewaltthat widersetzten, blutrünstig geschlagen wurden. Auf
Zuge dahin wurden zwei Bäckerladen und ein Metzgerladen ge sam verwüstet. Als der Auflauf einer ungeheuren Masse diese hende Gestalt annahm, versammelte sich das Studenten⸗Conmy
Zeughaus, und Gewehre sollen an die Bürger ausgetheckt worder sein. Zugleich wurden die auf der Schützenmatte mit dem Emechie
ßen beschäftigten Schützen ersucht, zur Aufrechthaltung der Onnmm in die Stadt zu rücken. Der große Haufe dagegen zog sich au! Schützenmatte zurück, wo er sich auflöste, nicht ohne die Befürhe zu hinterlassen, daß des folgenden Tages neue Unordnungen begm möchten.
Am 18. Oktober Nachmittags 2 Uhr. Die Nacht! ging ohne anderen Lärm als den der unter Gesang einziehendens daten und der zahlreichen Patrouillen; denn es sind zwei Batail⸗ eingezogen worden. Die Menge hielt auf der Schützenmatte! Versammlung und bewegte sich von da bis unter das Kornham! ließ man Kavallerie ausrücken; allein diese Demonstration reizem, es wurde gepfiffen, gebrüllt und mit Pflastersteinen gegen vn
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von seinem Aufenthalte im Süden gehören, verspricht zwar der Katalog, wir finden sie aber leider nicht ausgestellt.
Adolf Weber giebt uns in zwei seiner Landschaften entgegengesetzte Momente der Natur⸗Scenerie. Eine elegische, sanfte Stimmung herrscht vor in der „waldigen Gegend mit schlängelndem Bache“ (Nr. 1637). So⸗ wohl die zarte, sorgfältige Behandlung, wie das gewählte Motiv, erinnern an die elegischen Dichtungen unserer Literatur, und wir können uns diese Baumpartieen, dieses harmlose klare Wasser, das zur Lustfahrt einladet, nur von Charlotten, Mollys u. s. w. besucht denken. Ganz anders tritt uns die „flache Gegend bei Regenwetter“ (Nr. 1638) entgegen. Mit diesem Wind auf Erden und den Wolken am Himmel erinnert sie in ihrer kahlen Trostlosigkeit an Ruysdaelsche Motive. Sehr gut passen in eine solche Scene zwei Figuren, die in das Innere zwischen den Büschen verschwinden. Das Bild erweckt das trübe, unbehagliche Gefühl solcher Situationen, hin⸗ ter denen die trauliche Erinnerung an warme, helle Zimmergemächlichkeit hervorlauscht. — Sehr gut getroffen ist der abendliche Dämmerungs⸗Cha⸗ rakter in zwei anderen Landschaften dieses Künstlers. (Nr. 1639 u. 1610.)
Ludwig Scheins hat eine vortreffliche „Mondscheinlandschaft“ (Nr. 1603) geliefert. Es ist eine wahre Erlkönig⸗Scenerie. Ein märchen⸗ haftes Verzweigen der fast kahlen Waldbäume, woraus uns abenteuerliche Gestalten anzusehen scheinen, wird durch einen Dämmerschein durchslossen, in dem man weben und schweben möchte. Furchtsame Rehe betreten za⸗ gend den Platz, den das gefährliche Tageslicht sie meiden heißt. Eine Eule rechts in den Aesten erinnert an die Wolfsschlucht im „Freischütz“, kurz Alles, was die Dichter von mondbeglänzten Zaubernächten reden, tritt uns hier entgegen. Desselben Künstlers „Waldlandschaft“ (Nr. 1604) trägt ebenfalls den Charakter der Schule.
Auch Arnold Schulten hat sich im deutschen Waldleben heimisch gemacht. Uns gefällt sein „Waldbach bei Sturm“ (Nr. 1614). Die Väume rauschen und knarren und biegen sich, das Wasser schießt darunter hinweg, und die weißen Möven fliegen kreischend umher. Wer eine Hütte hat, der eilt ihr zu. Der Wanderer aber, der weiter muß, will auch die wilde Poesie der Scene mit vollen Zügen trinken. Er singt in das Rau⸗ schen des Waldes etwa ein helles Lied hinein, denkt an den nächsten Son⸗ nenschein und die ferne Heimat. Diese Empfindungen weckt die von keiner Staffage belebte einsame Scene. — Weniger poetisch in der Wahl des Motivs ist das „Storchnest am Ausgang des Waldes“ (Nr. 1613). Auch kommt uns hier die Luft etwas zu kalt und bunt vor, obwohl sich die naturwahre Darstellung des Künstlers namentlich in dem alten kahlen Baume, der die Behausung des vielgereisten Vogels trägt, nicht verleugnet.
Durchaus prosaisch, bei allem Fleiße in der Ausführung, ist die Natur⸗ Auffassung von Ad. Böcking in dem Bilde „innere Waldpartie, rechts eine große Eiche, links ein gefällter Stamm. Staffage: Kinder, die Holz raffen. Gewitter⸗Beleuchtung.“ Gerade so, wie der Künstler sein Bild nach jeder Richtung hin mit Umständlichteit angezeigt hat, so zeigt er auch im Vor⸗ trage einen zusammengesuchten Kompler von sorgfältig nachgeahmten Na⸗ turgegenständen und geht in der zierlichen Nachbildung derselben offenbar zu weit. Daher läßt das Bild auch kalt und entbehrt bei näherer Be⸗
schauung alles Effekts. Man möchte es mit einem Dennerschen Portrait vergleichen. Es fehlt nicht weder der gleichgültige Ausdruck, noch das mit besonderer Sorgfalt für jedes Blatt behandelte Laubhaar der Bäume, weder die Barthärchen der Gräser, noch die Warzen des alten knorrigen Baum⸗ stammes, noch endlich die Runzeln des sich hinaufwindenden Weges. Alles ist genau und mühsam nachgeahmt; aber die bloße Naturnachahmung bringt das Werk fast in Gesahr, aus der Reihe der Kunstwerke scheiden zu müssen.
Aus der düsseldorfer Schule nennen wir noch Karl Adloff, der eine in Canaletto's Weise behandelte „Hafenpartie bei Amsterdam“ (Nr. 1402) geliefert hat, die darum von der gewöhnlichen Vortragsweise des Künstlers abweicht. Es ist übrigens ein sehr gelungenes Bild. — Auch Pose, Hilgers und Hengsbach haben recht tüchtige Bilder geliefert.
Die berliner Künstler — denn von einer Schule kann hier wohl nicht eigentlich die Rede sein — haben sich recht zahlreich mit landschaftlichen Darstellungen eingefunden. Vielseitigkeit und das Versolgen der mannig⸗ faltigsten Richtungen ist der ihnen eigenthümliche Charakter. Es fehlt, wie es scheint, fast kein Fleck der Erde, über den nicht eine Künstler⸗Seele ge⸗ wandelt wäre, um sich anstrahlen zu lassen von den Blicken der Natur; die brennenden Sandwüsten der Tropenländer, die saftigen, fabelhaften For— mationen der Urwelt Amerika’'s, die kahlen, romantischen Berge Schott⸗ lands, die gewaltigen Bergriesen der Schweiz mit dem unvergänglichen Schnee und die stillen Reize unserer deutschen Wiesen und Wälder, Alles findet sich hier gesammelt und repräsentirt.
Eduard Agricola, mit dessen Werken wir beginnen wollen, weiß bei seinen Darstellungen aus dem Süden allemal den Standpunkt vortreff⸗ lich zu wählen und durch interessante Motive zu fesseln. Seine Behand⸗ lung ist liebevoll und sorgfältig und sichert eine gleiche Wirkung bei nahe oder etwas ferner genommenen Beschauweiten. Hier und da dürfte eine etwas größere innere Wärme und Kraft seinen Bildern zum Vortheil gereichen. Wir sehen von ihm: „St. Aniello bei Sorrento“ (Nr. 2). In der Mitte des Bil⸗ des erhebt sich in heller Beleuchtung das Klostergebäude. Hinter demselben zieht sich in einiger Entfernung eine Beigkette hin, die links in ein Vor⸗ gebirge endet und das tiefblaue Meer sehen läßt. Für das Gebäude hät⸗ ten wir eine etwas mehr malerische Auffassung gewünscht. Die „Ansicht von Amalfi“”“ (Nr. 3) zeigt von dem Dargebotenen die meiste südliche Wärme.
Zu ihrem vollen Rechte kommen die klassischen Gegenden bei August Elsasser. Den Werken dieses leider der Kunst im verflossenen Jahre zu früh entrissenen Malers ist durchaus ein klassischer Geist aufgedrückt. Eine plastische in sich befestigte Ruhe, etwas Dauerndes und Großartiges liegt über den Schöpfungen seines Pinsels. Dabei ist jede Absichtlichkeit, Effelt bewirken zu wollen, durchaus fern. Die schweigenden Zeugen einer ver⸗ sunkenen, dramatischen Lebhaftigkeit liegen in fester, heller, glühender Be⸗ leuchtung, die Trümmer des „Theater von Taormina“, da (Nr. 176). Man bedauert, daß ein langer, heller Tag über diese Scene voll Verlassenheit und Schweigsamkeit geht, welche so schön ist, daß ein heiteres frohes Leben so gut mit ihm harmoniren würde. Den lebhaftesten Gegensatz zu diesem Bilde giebt die „Gebirgsgegend in Sicilien“ (Nr. 175). Es zeigt diese
sonst nur im Sonnenschein aufgenommenen Gegenden einmal von im rauhen Seite mit Wolken am Himmel und stürmisch erregter Ser. b beulender Hund am Strande und ein verblichenes Gerippe dienen dar das Finstere der Scenerie zu mehren. Die Behandlung ist durchant höchsten Grade skizzenartig. Daß Elsasser's berühmtes „Campo Sanwt Pisa“ nicht zur Ausstellung geliefert ist, kann als ein Verlust für dich beklagt werden.
Von Ed. Biermann sehen wir das „Kloster St. Franceze Assisi“ (Nr. 80). Ein wahres Laubmeer mit hereinfallenden Lichh gen. Im Mittelgrunde ragt in heller Sonnenbeleuchtung das Kloste p vor. Das Bild ist in den Baumpartieen so pastose gemacht, daß 4 an das Reliefartige gränzt; der dadurch bewirkte Glanz thut, wie dast da hängt, der kräftigen, saftigen Fuͤlle des Baumschlages Abbruch. man aber einen einigermaßen guten Standpunkt aufgefunden, so nus man sich eher an diesen Massen dunkeln Grüns, welche ohne das E⸗ des einfallenden Sonnenlichtes leicht etwas eintönig hätten werden ℳ Eine wohlthätige Wärme durchdringt die ganze Schöpfung.
In den Orient zieht mit uns Max Schmidt und zeigt N Ausbeute einer Reise, die er mit dem Grafen A. von Pourtales gemaaa Seine Bilder sind von einer überredenden Wirkung und zeugen volsc fleißigen und sorgfältigen Beobachtung. Seine Staffagen sind anzene und ungezwungen gewählt und dienen ungesucht zur Charakterisirung n Gegenden. Die Beleuchtung ist glühend und intensiv. Wir heben henul die „Ebene von Magnesia mit dem Sipylas in Kleinasien“ (Nr. % den „Golf von Smprna“ (Nr. 796) und die große „nsicht von den mit dem Libanon“ (Nr. 799).
Nach Amerika versetzt uns Ferdinand Bellermann. Wr kamen anfangs einen leisen Schrecken, als wir im Katalog bei der „Wo schlucht aus den Cordilleren von Caraccas“ (Nr. 1408) alle die ger⸗ verzeichneten Namen der Pflanzen lasen und fürchteten sehr, ein I. tarium derselben, eine getreu und ängstlich nachkopirte Sammlung 1 Pflaͤnzen, etwa wie für eine Flora jener transatlantischen Gebirgslärnde, finden. Allein wir sahen beim ersten Blicke, daß wir es mit einer teristischen Auffassung des Malerischen zu ihun hätten. Wir stehen einer etwas lichteren Waldpartie und sehen die fremde Pflanzenwen phantastischer Unordnung, frei und leicht behandelt, vor Augen. Auch eins⸗ sende Staffage sehlt nicht. Wilde am Feuer sitzen an einem Abhef links in den Büschen lauert mit erhobenem Schweif ein Tiger, und Wipfeln kosen zwei Papageien. 491
Wilhelm Krause nimmt uns mit in den Norden und geigt 2 Gegenden, in denen nur noch Felsen und Meer die Schöpfung ausma 2 jene so schweigsam und dieses so beredt. Wie die letzten Pforten
stehen die Felsen der „Hebriden in Schottland“ (Nr. 471) einanda 726
über und öffnen dem Blicke das weite, brausende Meer, auf we lebte Gegenden fände. Denn hier hausen nur in großen Schaanm, Vögel, denen selbst da der Alles unterjochende Mensch den gönnt. Aber sogar diese fehlen auf der „norwegischen Landschaf
82 hinausschiffen möchte, um zu sehen, ob man nicht wieder bewohnte —
nis Inge
1 „
ganton Genf.
Pten Fürsten, bot den loyalen Neuenburgern aufs neue Gelegen⸗
““ ö Nunmehr rückte sämmtliches Militair mit Artillerie aus, inhausplatz wurde mit 2 Piècen Artillerie und 2 Compagnieen ee. eben so viel Bürgern und ½ Compagnie Kavallerie besetzt. in wuͤrden der Waisenhausplatz, die Kaserne und das Zeughaus, die zunächst gelegenen Passagen, besetzt.“ bie Oberrhein. Ztg. fügt dem Obigen noch Folgendes über mgänge am 18. Oktober hinzu: „In der letzten Nacht wur⸗ chrere Aristokraten, welche man für die intellektuellen Urheber sstandes hält, verhaftet. Die bedeutendsten derselben sind Alt⸗ ungsrath Fetscherin und Professor Dr. Müller. Um halb niprach der Regierungs⸗Präsident Funk zu dem Volke beruhi⸗ tPortt. Die Regierung hat wieder zwei neue Verordnungen tgemacht, wodurch fast allen Begehren der Unruhestifter ent⸗ en ward. Eine Proclamation bedroht alle ruhestörerischen Ver⸗ lungen mit der Strenge des Gesetzes und verweist in dieser Be⸗ auf das Aufruhrgesetz von 1832. Kinder unter 16 Jahren 6, Hause behalten werden oder dürfen die Straßen nur unter h betreten. Alles bei strenger Strafe. Der Haß des Volkes sich besonders gegen den Finanz⸗Direktor Stämpfli. Der An⸗ der Unruhestifter ist ein Arbeiter. Es heißt, der nächste An⸗ sum Krawall sei von den Patriciern ausgegangen; indeß liegt sestoweniger der Emeute ein tiefes Uebel, die Noth vieler red⸗ Arbeiter, zum Grunde. Die Regierung ist geneigt, gegen die and nehmende Theuerung wirksame Maßregeln zu ergreifen, und ge eine Verordnung erlassen, welche den Einfuhrzoll auf Hülsen⸗
e,Getraide und Mehl aufhebt.“
Die Revue de Geneve meldet in ihrem vom 17. Oktober, daß die Wahlen des Großen Rathes am sober stattfinden werden, und daß der neu gewählte Große am 2bsten d. zum erstenmale zusammentreten soll.
Hen Genecand, ehedem Mechaniker, ein Industrieller von St. wis, der sich durch Fleiß und Thätigkeit ein ansehnliches Vermögen ben hatte, ist letzten Mittwoch, wie er inseinem Landhause bei Chevres n Wagen steigen wollte, durch eine Kugel meuchlerisch erschossen n. Ob dem Meuchelmorde politische Motive zu Grunde liegen, ch unbekannt; eben so ist noch kein Mörder eingefangen.
Die durch die Kanonade verursachten Beschädigungen sind we⸗ bedeutend, als man sie anfangs darstellte. Der Schaden wird aum auf mehr als 100,000 franz. Fr. belaufen, ohne jedoch die nabgebrannten Brücken vorzunehmenden Reparaturen zu zählen. gen steigt mit jedem Tage die Zahl der Todten und Verwundeten, je man genauere Angaben über Individuen erlangt, die auf Seiten Regierung getroffen wurden und sich versteckt hielten. Die Zahl igen, die am 7. Oktober kampfunfähig gemacht wurden, kann auf 90 setzen, 10 auf Seiten der Patrioten und 80 der Re⸗ g, darunter 11 Todte, wovon 9 auf Seiten der Regierung
Fürstenthum Neuenburg. Im Const. Neuchat. liest „Die Wiederkehr des Geburtsfestes des Königs, unseres viel⸗
die Gefühle der Anhänglichkeit und Treue, von denen sie beseelt an den Tag zu legen. Die betrübenden Ereignisse, welche vor stattgehabt, machten gewissermaßen den Ausdruck jener Ge⸗ noch lebhafter, die Darlegung noch glänzender. In einem Au⸗ licke, wo die Anarchie nach und nach alle Kantone der Eidge⸗ schaft ergreift und die freiesten Institutionen, die weisesten Re⸗ ngen von ber Emeute gestürzt und durch den Straßen⸗Despo⸗ g ersetzt werden, fühlt man um so mehr das Bedürfniß, sich um r Thron zu schaaren, der die Rechte und die wahre Freiheit schützt. rend des ganzen 15. Oktobers bot die Stadt Neuenburg den festlichsten ic dar; alle Fenster waren mit den dem Lande theuren Farben mückt. Um neun Uhr begab sich das General⸗Conseil, begleitet den Militair⸗Beamten, in feierlichem Zuge in die Kirche, um Gottesdienste beizuwohnen und den Segen des Höchsten auf den verain und seine Familie herabzuflehen. Um ein Uhr versam⸗ e ein Festmahl im Schlosse Bürger jeden Alters und Standes, iche, Staatsräthe, Magistrats⸗Beamte, Professoren, Offiziere,
beseelte, der Regierung, welche in dem ehrenvollen Kampfe gegen die 89e. 9n und Anarchie gefallen ist, einige Worte des Mit⸗ gefühls.“
Kanton Basel. Die Ober⸗Postamts⸗Zeitung ent⸗ hält nachstehendes Privatschreiben aus Basel vom 20. Ofktober: „Wir stehen hier am Vorabend einer Revolution, denn da, der Ver⸗ fassung und den Gesetzen zuwider, ein neuer Modus der Dinge ein⸗ gesührt werden soll, so ist es Revolution, mag dieselbe auch noch so
Andere Nachrichten, nicht weniger ungünstig, obschon nicht so zuver⸗ lässig, welche der Marquis erhalten hatte, enthielten die Mittheilung, daß der Graf das Antas, der das Kommando über die Truppen der nördlichen Provinzen hatte, und welchem für den Fall seiner Unter⸗ werfung in der neuen Lage der Dinge das Marquisat angeboten worden war, dort im Namen des jungen Prinzen Dom Pedro eine Regentschaft proklamirt habe.
sich mit den Truppen nach Braga zurückgezogen und
—
milde und leicht vor sich gehen. Seit mehreren Tagen finden ver- schiedene Zusammenkünfte von Männern aller Farben statt, und diese haben zum Zweck, jeden Zusammenstoß zu vermeiden; freilich sind es nicht gerade Männer von Charakter, aber recht ehrenwerthe Bürger, theils von mehrerer, theils von minderer Bedeutung; zur Stunde kann man noch nicht berechnen, wann und wie sie, nicht vor das Volk, son⸗ dern vor die Bürger treten und ihre Vorschläge bringen werden. Man will wesentliche Aenderungen in Verfassung und Verwaltung herbeiführen, allein während man mit dem Endergebniß bald fertig ist, stößt man auf die Schwierigkeit, durch wen denn die Aenderun- gen ausgeführt werden sollen; man findet keine Regierung. Die jetzige Regierung, seit der Käppi⸗Revolution im Grunde nur eine Verwaltungs⸗Behörde, soll fast ganz erneuert werden; gerade die weitersehenden und verdienstvollsten Mitglieder sollen entfernt wer⸗ den; nur gegen einige will man noch gnädig sein, aber gerade von
circa 1 Ct., und die Stimmung blieb auch am Schluß beschränkiem Geschäft, matt.
Eisenbahnen. Seit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke zwischen Berlin und
Boitzenburg geht von Lübeck jeden Morgen ein Eilwagen nach Lud⸗ wigslust ab, der dort so zeitig eintrifft, daß Reisende die Fahrt zwi⸗ schen Lübeck und Berlin in einem Tage machen können.
gandels- und Börsen⸗-Nachrichten.
Berlin, 24. Okt. Die Course erfuhren heute einen Rückgang von der Börse, bei sehr
Berliner ö111“X“ Den 24. 0Oktober 1846.
diesen wären zwei am entbehrlichsten. Die Regierung läßt die Sache gehen; sie wird, wie man hört, sich ganz passiv verhalten und abtreten, sobald man es verlangt; sie wird ihre Nachfolger nicht beneiden. Daß bei dieser Bewegung sich manche Eifersüchteleien, kleinlicher Ehrgeiz u. dgl. schon jetzt geltend machen, das versteht sich in der Schweiz immer von selbst, denn selten ist ein Revolutions⸗ mann zu finden, dem es nur um das Prinzip, nicht auch um gewisse Nebenrücksichten zu thun ist. Noch muß ich bemerken, daß in diesem Sommer der Große Rath die Instruction zur Tagsatzung, daß der Sonderbund keine illegale und keine Bedenken erregende, weil rein defensive Vereinigung sei, fast einstimmig angenommen hat; heute will Niemand mehr für seine Meinung einstehen und will nur den hervor⸗ stechenden Regierungsgliedern zu lieb so gestimmt haben. Der nächste Zweck der Aenderung ist nun eine Aenderung im System, gegenüber der radikalen Schweiz, um von dort her nicht beunruhigt zu werden, fürss erste nur, um eine zwölfte Stimme gegen den Sonderbund zu geben, allein damit ist (abgesehen vom Unrecht, die Bahn des Rechts zu verlassen, und abgesehen von der Unklugheit, den Katholiken neue Waffen zu geben und neue Erfolge vorzubereiten) die Sache schwer⸗ lich abgethan; es können sehr ernste und sehr nachtheilige Folgen für uns und Andere daraus entstehen; der hiesige Handwerksstand muß gewärtigen, daß seine Zunftrechte geschmälert werden, der Ein⸗ fluß des Radikalismus von außen wird im Allgemeinen sich fühlbar machen. Die Milizen sollen jetzt schon bei dem Gedanken, ausmar⸗ schiren zu müssen, stutzig werden u. dgl. m. Genug, die Folgen sind nicht zu berechnen, und sehr zweifelhaft ist es, ob die Zukunft Besseres bringen wird.“
Portugal.
gLgvondon, 19. Okt. Die regelmäßige Post von Gibraltar ist mit dem Dampfschiff „Queen“, welches Lissabon am 11ten d. M. berührt hat, in Southampton eingetroffen. Die Nachrichten lauten nicht günstig für die am 6ten dort ausgeführte Contre⸗Revolution, da man einem Aufstande in Minho entgegensah. Die portugiesische Regierung sollte bereits telegraphische Nachrichten darüber erhalten, doch dieselben noch nicht zur Veröffentlichung zugelassen ha⸗ ben. Das vorgestern in Southampton eingelaufene Kriegs⸗ Dampfboot „Cyclops“, mit dem britischen Gesandten in Por⸗ tugal, Lord Howard de Walden, an Bord, hat dagegen Lissaboen am 12ten d. M. verlassen und der Times Nach⸗ richten überbracht, welche bereits Näheres mittheilen. Der Marquis von Saldanha und Senhor Rodrigo Fonesca de Magelhaes, Ex⸗ Minister des Innern, begleiteten den britischen Gesandten an Bord des „Cyclops“, verweilten indeß hier nur kurze Zeit, da der Mar⸗ quis von Saldanba von Porto so eben eine telegraphische Depesche sehr ungünstigen Inhalts über den Lieutenant der Königin, Herzog
Ale waren von derselben Liebe und demselben Geiste beseelt. Caͤlame, welcher den Toͤast auf die schweizerische Eidgenossen⸗ ausbrachte, widmete ganz in dem Geiste, der die Anwesenden
Terceira ist gefangen genommen worden. Ministerium besitzt nicht das Vertrauen der Nation.“
von Terceira, erhalten hatte. Sie lautete: „Der Herzog von Das neue
Westpr. Pfandbr.:
Cour. Geld.
Pr. Brief.
Pr. Cour. Brief. Geld.
93 92 i 9¹½ 90 ½
Fonds. Actien. 8
2 * Gem.
21
Brl. Potsd. Magdb. 7l do. Obl. Lit. A. . 92½ do. Lit. C. — Mgd. Lpz. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Brl. Anh. abgest. do. de. Prier. Obl. Düss. Elb. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Rhein. Eisenb. Qdo. do. Pnior. Obl. do. v. Staat garaut. 3 ½ 0.-Schles. E. L A 4 do. Prior. 4 do. Lt. B. — B.-St. B. Lt. A. u. B. — Magd.-Halbst. Eb. 4 Br.-Schw.-Frb. E. 4 1„ [ac. 40. Prior. Obl. 4 5,[nounn-Kölner Esb. 5 Niedersch. Mk. v. . 4 do. Priorität 4 do. Prioritat 5] 100 ¾ Nied.-Mrk. Zwgb. 4 do. Priorität 4 ½ Wilh.-B. (C.-O.) 4 Berlin-Hamburger 4
St. Schald-Sch. 3 Prämien-Scheine d. Seeb. à 50 T. Kur- u. Neumärk. Schuldverschr.): Berliner Stadt- I
Obligationen
—
Grossh. Pos. do. do. 10. Ostpr. Pfandbr. Pomm. do. Kur- u. Neum. do. Schlesische do. 70. v. Staat g. Lt B.
. — A c.2
107
Gold al mwarco. Friedrichsd'or. And. Gldm. 2 5 Th.
Discouto.
1Z
90 ½⅔
96 ½ 95⁄
Geld. 140 ½ 139 ⅔ 150 ½⅔
Brief.
2 Mt. RKurz Mi. Mi. Mt. 6 Mt. 101½ Mt.
Mt.
S Tage
2 Mü. 2 Mt. 3 Woch.
Fl. Mk. Mk. 2 Lst. Fr. Fl. Fl. Thlr.
Thlr.
Pl. SRLI.
Kurz V
150 ¾ 3 2 101 101 ⅔
88be“ 150 Augsburg 1“ 150 Breslau 100
Leipzig in Cosrant im 14 Tbl. Puss. 100 M. südd. W.. . 100
2 2 2 ½ 2
Frankfurt a. Petersburg
Auswärtige Börsen. Amsterdam, 20. Okt. Niederl. wirkl. Sch. 59 ½. 5 % Span. 20 3 % do. 38 ½. Pass. —. Zinsl. 6 ⅔. Preuss. Pr. Sch. —. 4 % Russ. Hope 89. Antwerpen, 19. Okt. Zinsl. Frankfurt a. M., 21. 0Okt.
Polm. —
Ausg. —.
Neue Aunl. 19 ½. 5 % Met. 108 ¼. ¼.
Bank-Actien p. ul“
sst absolute Ruhe. Wasser und Felsen schweigen. Kahle Bergrücken, s weiter; eine düstere, ahnungsvolle Beleuchtung ruht auf dem Gan⸗ Es ist, als sollte die Schöpfung hier erst werden, und als wäre das Schauvlatz für Geister. Eduand Hildebrandt giebt eine Auswahl sehr verschiedenartiger chien. Wir heben davon heraus: „die Treidler“ (Nr. 347), ein sehr ewahres Bild, mit einem derben, vollen Pinsel ausgeführt und von aus charakteristischer Betonung. Echt holländische Kindergestalten hel⸗ unf voranbellenden Hunden ein Fahrzeug ziehen, welches in dem Mit⸗ unde des Bildes in einer slachen Ufergegend daherkommt. Luft und ken verdienen besonderes Lob. Aus des Künstlers amerikanischen Rei⸗ die er mit Bellermann unternommen, sehen wir den „Platz St. Rita io de Janeiro“ (Nr. 348). Die einzelnen Partieen lösen sich gut ab neien nach Maßgabe ihrer Bedeutung hervor. Ein kräftiger Farben⸗ ag sichet den Effekt. Die „Mondschein⸗Landschaft“ (Nr. 349) ist eine vortische Composition. Wir sehen überall den mit gleichem Interesse varmen Gefühle beobachtenden Künstler, der die Marktscene einer be⸗ Stadt bei Mittagsglut und die nächtliche Einsamkeit einer Mond⸗ npartie mit demselben künstlerischen Blicke zu durchdringen weiß. Die Schweiz schildert vortrefflich Karl Seiffert. Sein „Oberhasli⸗ (Nr. 862) entfaltet, von einem vortheilhaften Standpunkte aus auf anen, alle die Herrlichkeiten, welche die Alpennatur mit einer so mäch⸗ aziehungskraft begaben. Im Vordergrunde links steht eine Senn⸗ ichts fehlt an ihr, das frische, heitere Bergleben anzudeuten, wel⸗ hloben waltet, wenn die Matten sich mit neuem Grün bekleiden und Viesen im Frühlingsschmucke leuchten. Auf einem vorspringenden Fel⸗ in der Mitte mahnt ein ins Horn stoßender Hirt an die Klänge des irigene. Man ist auf diesem Bilde so recht tief in die Alpenwelt ver⸗ b wird ganz von dem Eindruck dieser großartigen und dabei un⸗ ic lieblichen Scenerie bewältigt. Von den übrigen Ansichten machen aufmerksam auf das „Thal von Brienz nach Meiringen“ (Nr. nnEin überaus anmuthiges Stück Schweiz mit einem Staubbache von gicher Naturwahrh it und mit besonderer Beobachtung der Lust⸗Per⸗ nte, worin der Künstler überhaupt Vortreffliches leistet. Nicht minder if der „Reichenbach und das Wetterhorn auf dem Wege nach Ro⸗ san (Nr. 868). aüftnne Anerkennung verdienen noch die Werke von Hermann, derc; Geyer, Brücke, Behrendsen u. A., die wir nicht alle ein⸗ cnehmen können. A Dresden empfingen wir unter Anderem von Theod. Goldstein lin ——2 vom Chamounvthal aus gesehen“ (Nr. 1478), eine un⸗ aber etische Auffassung dieser vielgerühmten Gegend, die mit allem heüen e Bergnatur geschmückt ist und mit getreuer Wahrheit die Ein⸗ p. zrnfelben wiedergiebt. — Sparmann's „alte Elbe bei Deßau“ 8n 2 verdient gleichfalls mit Lob genannt zu werden. 8 Umarsteller bergiger Gegenden führen wir noch Louis Gurlitt Vana an. „Gegend bei Genzano im Sabinergebirge ꝛc.“ (Nr. 259) Bild theiit 7 . ük b G Nr. . breiten sich scharf in den sonnenbeleuchteten Hintergrund und den 8. in kühlen Schatten gehüllten Vorgrund. Jene Partie ist voll warm und wahr wiedergegeben; diese zeigt ein sorgfältiges, fast
penibles Ausarbeiten des Einzelnen, welches sich auf Gräserchen und Blüm⸗ chen erstreckt. Diese liebevolle Behandlung des Vordergrundes hat denn auch wohl dazu verleitet, denselben unnöthig breit zu nehmen, und wir wären zufriedener mit dem Ganzen, wenn das Bild erst bei den Baum⸗ Particen des Mittelgrundes, welche von vorzüglichem Leben und großer Schönheit sind, begöͤnne. Dieser Eigenthümlichkeit begegnen wir mehr oder weniger auf allen Werken Gurlitt's, die dadurch in ihrer Gesammtwirkung sich beeinträchtigt finden möchten, so sehr auch die einzelnen Schönheiten zur Betrachtung einladen.
Holland ist durch NRuyten repräsentirt. Meisterhaft und naturwahr stellen sich die Schöpfungen dieses jungen Künstlers dar und bekunden sowohl in Färbung als auch in der Technik ein tüchtiges Studium der Natur und der großen Meister seines Vaterlandes. Einen charakteristischen Blick in die holländische Welt bietet die „alterthümliche Stadt“ (Nr. 1590). Hier ist in lebhafter, heiterer Färbung alle die Gemüthlichkeit und Behaglichkeit wiedergegeben, welche mitten in der winterlichen Natur eine wohlhabende und lebensfrohe Rüstigkeit hervorzubringen vermag. Es ist die Poesie des warmen Winterkamins auf die Straße verpflanzt, und Alles ist davon wie von einem Sonntagnachmittag fröhlich durchwärmt. — Geschäftsvolle, hei⸗ tere Regsamkeit bietet mit seinen Ueberfahrts⸗Gruppen das „Thor zu Bor⸗ genhout in Antwerpen“ (Nr. 1780). In allen seinen Einzelheiten eine poetische Auffassung des Verkehrslebens.
Neben Rupten ist Koekkoek zu nennen, jetzt in Kleve. Sein großer Ruhm, den ihm seine Winterlandschaften erworben, ist bekannt. Hier sehen wir ihn mit einer Sommerabend⸗Scene. Eine Heuärndte im Mittelgrunde. Vorn eine vespernde Gruppe von Arbeitern, von der scheidenden Sonne bestrahlt. Ein idollisches, reizendes Bildchen. Aus der französischen Schule bemerken wir Arbeiten von Villaret in Paris. Seine Ansichten von Paris nehmen durch einen leichten, gra⸗ ziösen und geistreichen Vortrag ein. 3
Von Fried. Nerly in Venedig ist die „Ansicht eines Theiles von Venedig mit der Kirche Sta. Maria della Salute’“ (Nr. 634) ausgestellt. Wir möchten diesen Maler den erwärmten Canaletto nennen. Anstatt der bläulichen, taghellen Beleuchtung, die dieser Meister giebt, finden wir hier einen mehr ins Gelbliche spielenden wärmeren Ton und entbehren dabei nicht der getreuen und doch malerischen Auffassung der Architektur.
Den Landschaften reihen sich die Seestücke an, welchen wir uns in dem nächsten Artikel zuwenden wollen. 5.
Düsseldorf. In diesen Tagen hat es sich entschieden, daß Lessing uns nicht verlassen wird. Die von Seiten des Städelschen Kunst⸗Insti⸗ tuts zu Frankfurt mit dem berühmten Künstler gepflogenen Unterhandlungen haben sich völlig zerschlagen.
Wien, 15. Okt. (A. Z.) Heute um 11 Uhr fand die feierliche Schlußsteinlegung der nun vollendeten Kirche in der Jägerzeile durch Se. Kaiserl. Hoheit den Erzherzog Franz Karl mit dem bei ähnlichen Anlässen üͤblichen kirchlichen und weltlichen Gepränge statt. Der Ursprung einer Kirche in der Jägerzeile fällt in das Jahr 1729, wo ein Muttergottesbild⸗
soll und, weil der Gläubigen viele herbeiströmten, von dem Besitzer an einem Baume der Allee, welche die heutige Praterstraße durchzog, befestigt wurde. Fromme Spenden und Opfergaben, die beim Baume niedergelegt wurden, machten einen hölzernen Ueberbau nöthig, der aber sammt dem Baum im Jahre 1734 von einem Sturm umgerissen wurde. Der Prater⸗ Forstmeister Sperlbauer und der Graf Caraffa regten einen sesteren Bau an, der im Jahre 1736 bereits vollendet war und bis zum Jahre 1780
Pfarrei Verstorbenen und ein Tedeum abgehalten werden wird.
stehenden Pfarre von Sr. Majestät dem Kaiser anbefohlen.
gen vollendet. Der Plan der Kirche wurde ursprünglich vom Architekten Rösner in gothischem Styl entworfen; da er aber die vom Religions⸗Fonds
zweiter, minder kostspieliger Plan im Stvl der lombardisch⸗venetianischen Renaissance, in welcher romanischer, bpzantinischer und antiker Styl freilich etwas seltsam nach Harmonie streben, zur Ausführung gewählt. Umstand, wie die sich darbiectende unregelmäßige Grundflache, ließen nun einen Bau entstehen, dessen Anblick nicht jene Ruhe zuläßt, die ein archi⸗ tektonisches Werk unabweislich fördert, und der Geist und das Talent des Architekten, die im Detail lebendig hervortreten, verlieren sich im Total⸗ Eindruck. Die Front der Kirche ist mit einem heil. Ferdinand von Bauer und einer heil. Anna von Klieber (den Namens⸗Schutzpatronen des regierenden Herrscherpaares) geziert. Den inneren Raum zu schmücken, haben die Künstler Kupelwieser, Führich und Schulz über⸗ nommen. Der Erstere malte die Verklärung des heil. Johann von Nepomuk al Fresko als Haupt⸗Altarblatt, die Kirchenväter und Prophbeten. Zeichnung und Farbe sind gleich ausgezeichnet tendste Werk des Meisters sein, und sein Verdienst steigert sich um so mehr als in Wien seit Jahrzehnten sich keine Gelegenheit zum Freskomalen bot Dies mag wohl mit der Grund sein, daß die vierzehn Leidens⸗Stationen
vollendet aber sind Composition und Zeichnung. Dem Vernehmen nach, wird das Werk im Kupferstich erscheinen und den Namen des frommen Meisters noch populairer machen. Zwei Oel⸗ und zwei Freskogemälde von Herrn Leopold Schulz sind an zwei Seitenalrären angebracht. ehen wir hier zum erstenmal in neuerer Zeit in Wien die bildenden Künste sch vereinigen, um ein harmonisches Ganze zu schaffen, und wir begrüßen im Interesse der Kunst diese Erscheinung als einen schbhnen Beginn. Die Kräfte sind vorhanden und bereit, Schoönes und Würdiges zu vollenden.
Der Brunnen auf der Freiung von Schwanthaler wird in der Nacht vom 17 hen auf den 18ten d. M. ohne alle — die bedeutenden Kosten einer solchen wurden zweckmäßig zur Verzierung einiger anderen klei- neren Brunnen in der Stadt bestimmt — enthüllt und so vom Publikum am Tage der Erinnerung an die Völkerschlacht begrüßt werden.
im Hause eines
errschaftlichen Läufers sich wunderthätig erwiesen haben
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bestand, wo Kaiser Joseph II. die den Weg zu dem durch ihn dem Publi⸗- lum geöffneten Prater hemmende Kapelle abtragen und eine neue aus- bauen ließ, dieselbe, in welcher morgen die letzte Messe für alle in dieser Die Ser- lenzahl der Pfarrei hat seit jener Zeit von 3661 sich bis auf 13,000 gestei⸗ gert, das Bedürfniß nach einem größeren Gotteshause wurde immer fühl⸗ barer, und so war ein neuer Bau der unter landesfürstlichem Patronat Am 11. Oktober 1841 begonnen, wurde der Bau in 5 Jahren mit allen seinen Ausschmückun⸗
und frommen Wohlthätern gespendete Summe weit überstieg, so wurde ein
Dieser
es dürfte dies das bedeu- des Herin von Führich oft zu grell, an Stellen wieder zu grau erscheinen; 3 g9
Im Ganzen