ordnungen in der Schweiz zu beklagen haben,
Lage dieses unglücklichen Landes immer trauriger zu werden. Gestern war hier in Paris das Gerücht verbreitet, daß Basel⸗Landschaft sich zu einem bewaffneten Angriffe auf Basel⸗Stadttheil rüste, und daß man erwarten müsse, nächstens die Nachricht davon zu empfangen. Auch die Freischaaren regen sich wieder. Eben so rüstet sich der Bund der sieben katholischen Kantone zum Widerstande. In Freiburg hat der Staats⸗Rath Sicherheits⸗Maßregeln ergriffen. Man fürchtet, daß in diesem Kanton sich die Vorfälle erneuern, welche eben erst Genf mit Blut befleckt haben, denn die Radikalen sind daselbst zahl⸗ reich, und das Beispiel der Genfer hat eine gefährliche Aufregung hervorgerufen.“
Dasselbe Blatt enthält einen leitenden Artikel über den zwi⸗ schen Frankreich und Rußland abgeschlossenen, jedoch noch nicht ver⸗ öffentlichten Handelsvertrag. Es glaubt, daß die Bestimmung, wo⸗ nach die französischen Schiffe und die Schiffe aus den Nordhäfen Rußlands wie Nationalschiffe behandelt werden sollen, wesentlich dazu beitragen werde, die fremden Flaggen von dem Zwischenhandel, wel⸗ chen sie bis jetzt zwischen Frankreich und Rußland geführt, und wel⸗ cher die Hälfte des ganzen Verkehrs zwischen Frankreich und Rußland weggenommen habe, nun von der französischen und der russischen ganz verdrängt zu sehen. Ferner hofft es, daß dieser Vertrag den Repres⸗ salien auf dem Zollgebiet, unter denen der französische Handel so ge⸗ litten, ein Ende machen, und daß die Einfuhr französischer Produkte nach Rußland zunehmen werde. Dagegen ist der Constitutionnel der Meinung, daß, wenn eine der beiden Regierungen Grund habe, mit dem Ausgang dieser Sache zufrieden zu sein, es die russische sei, denn diese erhalte nun, wonach sie längst gestrebt, und ihr Ukas habe vollkommen den erwünschten Erfolg gehabt: Frankreich erhalte in Rußland nur die früher genossenen Vortheile zurück, während es den russischen Schiffen Begünstigungen gewähre, welche diese noch nie be⸗ sessen; auch sei der Vertrag ein unvollständiger, indem er den Han⸗ delsverkehr der französischen Häfen im Mittelmeer mit den russischen im Schwarzen Meer nicht mit umfasse, was den französischen Inter⸗ essen zum Nachtheil gereiche, da nach den Gesetzen Frankreichs die russischen Schiffe im Hafen von Marseille keine Tonnengelder zu ent⸗ richten hätten, die Gegenseitigkeit aber in den südlichen Häfen Ruß⸗ lands fehle.
Der heutige Moniteur enthält folgende Widerlegung: „Einem Oppositionsblatt zufolge, hätte ein Gendarm sich den Tadel seiner Vorgesetzten zugezogen, weil er seine Pflicht erfüllt, indem er dem Jagdgesetz Achtung verschafft, ohne auf den Rang des Uebertreters Rücksicht zu nehmen. Mit einer strengen Bestrafung bedroht, sollte der Gendarm um seine Entlassung nachgesucht haben. Der Kriegs⸗ Minister hat keinen Bericht erhalten, der an einen solchen Vorgang glauben lassen könnte, er hat daher auch kein so unbegründetes Ent⸗ lassungsgesuch zu verweigern gehabt.“
Dem Journal des Débats wird in einer Korrespondenz aus Madrid berichtet: „Bei den die beiden spanischen Heirathen betreffen⸗ den Unterhandlungen hat Herr Guizot einen Beweis von Uneigen⸗ nützigkeit gegeben, wovon Niemand gesprochen hat, den ich jedoch verbürgen kann, indem ich denselben aus einer glaubwürdigen Quelle habe. Die Königin von Spanien beeilte sich, in⸗ dem sie eingewilligt hatte, ihren Vetter zum Gemahl zu
nehmen, Herrn Guzzot die erbliche Grandezza von Spanien mit dem Titel eines Herzogs von San⸗Antonio (der Herzog
von Montpensier heißt Anton) anzubieten. Herr Guizot lehnte mit der stolzen Einfachheit seines philosophischen Charakters diese doppelte Auszeichnung ab und antwortete, wie man versichert, daß er, obwohl durchdrungen von Dankbarkeit für Ihre Majestät, dessenungeachtet nicht sehen könne, wie die poli⸗ tischen Grundsätze, die er vertheidige, für die Ehre dienen könnten, die man ihm erzeigen wolle; er fügte hinzu, daß er es vorziehe, den einfachen Namen Guizot zu behalten.“
Die Coalition der Transport⸗Gesellschaften auf der Rhone, welche sich unter verschiedenen Vorwänden weigerten, Getraide zu laden oder dessen Ladung aus besonderer Gunst nur für den Preis von 70 Fr. für die Tonne, was viel mehr als das Doppelte des gewöhn⸗ lichen Preises war, bewilligten, ist aufgelöst, indem allen Dampf⸗ schifffahrts⸗Gesellschaften auf der Rhone von Marseille bis Lyon von Seiten der Verwaltung der Befehl gegeben worden, durchaus nur Getraide zu laden und ohne Unterbrechung zu fahren. Ferner ist der Transportpreis um mehr als die Hälfte, nämlich von 7 Fr. auf 3 Fr. für das Kilogramm, herabgesetzt worden. Vierzig Dampf⸗ schiffe versehen in diesem Augenblicke den Dienst zwischen Arles und Lyon und bringen täglich 600 Tonnen Waaren stromaufwärts.
Aus Grenoble erfährt man, daß alle spanische Flüchtlinge, wel⸗ chen das Departement des Gard zum Aufenthalt angewiesen war, in ener Stadt angekommen waren, wo sie bis auf weitere Befehle
bleiben sollten.
In Marseille und Toulon sind neuerlich über 250 Schiffsladun⸗ gen Getraide aus dem Mittelmeer eingetroffen, und noch 200 werden von Neapel, Livorno und Genua erwartet.
Die Manufakturisten zu Lille haben eine Demonstration zu Gun⸗ ten des Prohibitiv⸗Systems gemacht. Das Manifest gegen den freien Handel fand zahlreiche Unterschriften.
Herr Bright hat einer Deputation des Reformvereins zu Man⸗ hester erklärt, daß er bereit sei, bei der nächsten Parlamentswahl als Kandidat für Manchester aufzutreten. Dieser Tage soll nun eine Versammlung des Reformvereins einberufen und ihr eine förmliche Erklärung des Herrn Bright schriftlich vorgelegt werden.
Mehrere Eisenbahn⸗Gesellschaften haben an die Akademie der Wissenschaften die Frage gestellt, was im Interesse der Sicherheit der Reisenden zu thun sei, wenn ein Zug von einem Gewitter überrascht werde; die Akademie der Wissenschaften möge entscheiden, ob man den Zug einhalten, in gleicher Schnelle weiterfahren oder die Schnelle mäßigen solle.
. Paris, 21. Okt. Eine gewisse Zahl der ausgezeichnetsten karlistischen Generale ist bekanntlich in Frankreich an den Orten, die ihnen zum Aufenthalt angewiesen waren, verhaftet und nach festen Plätzen unter strenge Aufsicht gebracht worden, um ihnen jede Mög⸗ lichkeit des Entkommens zu benehmen. Namentlich hat das feste Schloß Blaye (im Departement der Gironde), dasselbe, wo in den ersten Jahren nach der Juli⸗Revolution die Herzogin von Berry un⸗ ter der Aufsicht des jetzigen Marschalls Bugeaud längere Zeit ge⸗ fangen gehalten worden war, die Generale Bruno de Villareal, Mi⸗ guel Gomez, Bartolome de Guibelalde, Marquis de Valdespina und Carlos de Vargas, welche fast sämmtlich vorher zu Bordeaux gelebt hat⸗ ten, aufgenommen. Nun hatte neulich das madrider Blatt, der ministerielle Heraldo, in einem kleinen Artikel im Wesentlichen gesagt: die betreffenden Generale, weit entfernt, sich über diese ihre strengere Bewachung zu beklagen, seien vielmehr höchst dankbar dafür, weil ihnen dadurch das Mittel gegeben worden sei, sich, ohne Schmach auf sich zu laden, der etwa eintretenden moralischen Nothwendigkeit, wieder auf dem Kampfplatze in ihrem Vaterlande zu erscheinen, entziehen zu können. Das war der wesentliche Gedanke jenes Artikels, in welchem die ge⸗ nannten Generale den Versuch zu entdecken glaubten, die Meinung zu verbreiten, als habe die Maßregel, welche gegen sie getroffen wurde, nur in Folge eines förmlichen Einverständnisses zwischen ihnen
1n scheint doch die 1
und den französischen Behörden stattgefunden. Artikel durch das zu Madrid erscheinende montemolinistische Blatt, la Esperanza, vom 10ten d. M. erst Kenntniß erhalten, obgleich auch das Journal des Débats, welches sie nicht zu lesen schei⸗ nen, denselben wiedergegeben hatte. Sie sehen sich daher zu einer Gegenerklärung veranlaßt, die, in nichts weniger als gemäßigter Sprache geschrieben, im Gegentheil, voll heftiger Vorwürfe gegen das Verfahren der französischen Regierung im Allgemeinen, so wie der sie zunächst be⸗ rührenden Bollzugs⸗Behörden insbesondere, auch noch in anderer Be⸗ ziehung sehr bemerkenswerth ist, weil sie Zweifeln ein Ende macht, die bisher noch über die Meinung mehrerer der obengenannten Ge⸗ nerale, welche sämmtlich diese Erklärung unterzeichnet haben, in an⸗ derer Beziehung obwalteten. Sie erklären es vorerst ihrer persön⸗ lichen Ehre, so wie der Ehre aller ihrer Unglücksgefährten, schuldig zu sein, „den Handschuh aufzuheben, den man ihnen hingeworfen habe, dem Heraldo zu sagen, er habe gelogen.“ Die Rolle, welche der Redacteur dieses Blattes sie spielen lasse, sei jedes Spaniers, ohne Rücksicht auf die Farbe seines politischen Banners, unwürdig. „Als Karlisten“, sagen sie weiter, „sind wir aufs französische Gebiet eingetreten, und Karlisten sind wir noch, nach siebenjährigen Leiden, Verfolgungen und Unglück, die wir mit einer Ergebung ertragen haben, an welche der Heraldo allein nicht zu glauben scheint in der Ent⸗ zückung über seine Doppelheirath.“ Sie machen darauf aufmerksam, daß es ein sonderbares Eingeständniß zwischen ihnen und den französischen Behörden wäre, das zu ihrer Einkerkerung mit den ge⸗ meinen Verbrechern zusammen im Stadtgefängnisse zu Bordeaux ge⸗ führt hätte, wohin man sie unter Bedeckung der Gendarmerie und unter Aufsicht der Polizei⸗Agenten grbracht habe. Wenn sie jetzt zu Blaye sich besfinden, so sei es gerade darum der Fall, weil sie jenen edlen und loyalen Stolz als Spanier behaupteten. Der Herr Prä⸗ fekt der Gironde habe ihrer Loyalität bessere Gerechtigkeit widerfah⸗ ren lassen, als die Redacteure des Heraldo; denn er hätte sich mit ihrem Ehrenworte begnügt, wenn sie es ihm hätten geben wollen. „Aber“, fahren die Unterzeichner der Erklärung nun fort, „beschworen von ihm, es zu thun und sich verbindlich zu machen, kei⸗ nem Vorschlage das Ohr zu leihen, mit einem Worte, keinen Versuch zu machen zu Gunsten des Grafen von Montemolin, haben Villareal und Vargas, diese Beiden für Alle geantwortet, daß sie keinen ande⸗ ren Herrn und keinen anderen Chef im Unglück anerkennen als ihn, gleichwie sie früher niemals einen anderen als solchen anerkannt hätten, als seinen erhabenen Vater, zu der Zeit, als die Umstände günstiger wa⸗ ren. Erst dann, aber auch nur erst dann hat er (der Präfekt der Gironde) sich in die harte Nothwendigkeit versetzt gesehen, gegen uns diese unerbittlichen Vorsichtsmaßregeln zu befehlen.“ Diese Ant⸗ wort könne den Heraldo von der Falschheit seiner Behauptung überzeugen. Ihre freimüthige, loyale Sprache werde ihnen ohne Zweifel neue Verfolgungen von Seiten der Polizei zuziehen; aber ihre Ergebung werde stärker sein als alle Leiden, und wenigstens werde ihre Ehe fleckenlos und rein bleiben. Endlich wird die Frage
gestellt, wohin es mit Frankreich gekommen sei, da man daselbst die Treue, welche geächtete Flüchtlinge für ihre Meinung bewahren, als ein Verbrechen behandle, und da das Gefängniß daselbst überall ihre Zufluchtsstätte werde. Der wichtigste Punkt dieser Erklärung ist un⸗ streitig der, welcher das Verhältniß der unterzeichneten Generale zu dem Grafen von Montemolin berührt. Bisher hatten nämlich noch starke Zweifel in dieser Beziehung obgewaltet. In Folge der Abdankung des Don Carlos und der Uebertragung seiner Ansprüche auf die spanische Krone auf seinen ältesten Sohn waren nämlich zwei Parteien unter den Karlisten entstanden, die schon frü⸗ her um den Einfluß auf die Person des Don Carlos und die Lei⸗ tung seiner Angelegenheiten mit einander stets gestritten hatten, doch mehr nur auf dem Felde der Intriguen sich beiderseits bewegten, während sie nun in offene, erklärte Feindseligkeit zu einander tra⸗ ten. Die eine dieser beiden Parteien war dem Plane zur Abdankung des Don Carlos immer entschieden entgegen gewe⸗ sen, vorzugsweise weil nach altspanischem Rechte ein König von Spanien einen solchen Akt nur im Lande selbst, auf spani⸗ schem Boden und im Zustande voller unbeschränkter Freiheit vornehmen könne. Da alle diese Bedingungen dem Abdankungs⸗ akte von Bourges abgingen, so erklärten sie denselben für null und nichtig und erkennen den Grafen von Montemolin nicht als ihren König an. Die größere und stärkere Partei aber, deren Werk die erfolgte Abdankung war, erkennt natürlich nun im Grafen von Monte⸗ molin ihren König. Aber viele der hervorragendsten Männer, die während des Bürgerkrieges auf karlistischer Seite gestanden hatten, enthielten sich und enthalten sich zum Theil noch der Parteinahme für den einen oder den anderen Theil. Daher zählte die eine wie die andere Fraction diese zaudernden Männer einstweilen sich zu, und dies war namentlich auch mit den Generalen Villareal und Gomez der Fall gewesen, die sicherlich zu den tüchtigsten und talentvollsten der ganzen ehemaligen karlistischen Armre gehören. Jetzt sind sie offen mit ihrer wahren Farbe hervorgetreten, und aus dem Beitritte dieser bedeutenden Männer darf man auch auf die Gesinnungen der Mehrzahl der anderen karlistischen Generale schließen, die sich noch nicht öffentlich und förmlich ausgesprochen haben. Der Graf von Montemolin wird sonach dadurch, daß dieselben in den franzosischen Festungen gefangen zurückgehalten werden, sehr einflußreicher und werthvoller Werkzeuge für Ausführung seiner Pläne beraubt, und bei der Strenge, welche die französtsche Regierung jetzt in Beaufsichtigung der Gränze hat eintreten lassen, ist es wohl erklärlich, daß jeder Ver⸗ such zum Eindringen in Spanien und Erregung eines neuen Bürger⸗ krieges mit außerordentlichen Schwierigkeiten außerhalb und in Spa⸗ nien zu kämpfen hätte. Darum begreift sich auch, warum der Graf von Montemolin bisher mit dem General Cabrera noch in stiller Verborgenheit sich hält und einen günstigeren Moment zum Handeln abwartet. Ob und wann derselbe kommen wird, ist freilich noch sehr ungewiß.
Großbritanien und Irland.
London, 20. Okt. Ihre Majestät die Königin und Prinz Albrecht sind gestern Nachmittag von Windsor nach Cashiobury⸗ Park zu einem mehrtägigen Besuche bei der verwittweten Königin abgegangen.
Der neue amerikanische Gesandte am diesseitigen Hofe, Herr Bankroft, ist noch nicht, wie fälschlich verbreitet wurde, hier einge⸗ troffen, sondern wird erst mit dem nächsten Dampfboot, dem „Great ““ erwartet, welcher am 8ten d. M. New⸗Nork verlas⸗ en hat.
‚Die Ankunft des Lord Howard de Walden, britischen Gesand⸗ ten in Lissabon, scheint mit den dortigen politischen Ereignissen nicht in Verbindung zu stehen. Derselbe hat einen längeren Urlaub er⸗ halten und begiebt sich auf seine Besitzungen in Jamaika. Herr Southern fungirt einstweilen als Geschäftsträger in Lissabon.
Die Morning Chroniele dringt heute in Uebereinstimmung mit den Denkschriften aus den Fabrik⸗Distrikten von Manchester, Sheffield und Huddersfield auf unverzügliche Oeffnung der Häfen für gänzlich freie Zulassung des Getraides und droht Lord John Russell mit Isolirung von der öffentlichen Meinung, wenn er sich nicht rasch zur Abschaffung eines Gesetzes entschließe, welches Ange⸗ sichts einer Hungersnoth absurd erschieue. Die letzten Berichte aus
Sie hatten von dem
den Fabrik⸗Distrikten scheinen das Whigblatt zu dieser Mahnun anlaßt zu haben, denn der gegenwärtige Zustand der 1 wollen⸗ und Seiden⸗ und zum Theil auch der Wollen⸗Indus Manchester, Bolton, Bury, Nottingham, Heywood, Leigh, Mn und anderen Orten wird als äußerst gedrückt dargestellt, übercl eine Kürzung der Arbeitszeit und des Tagelohns in Aussicht auch zum Theil schon eingetreten.
Der Spectator fährt fort, über die spanische Frage zus ben: „Die zwei spanischen Heirathen sind vollzogen worden. nien hat schweigend zugesehen. Die Zeitungsschreiber, welz, Heirathen zu verhindern drohten und sich für jetzt aus jeder! baren Position verdrängt sehen, nehmen ihre Zuflucht zu auch vollen Prophezeiungen über die Dinge, so da kommen sollen. Palmerston aber hat seine Selbstbeherrschung und gute Laune n stens so weit wieder bekommen, daß, wie wir sehen, Lord Nom bei Herrn Guizot speist. Das neue Tageswunder verliert schen Interesse. Einzelne trösten sich damit, daß die Montpensiersche rath, sollte sie auch keine übeln Folgen haben, doch das gegense Einverständniß und die Innigkeit zwischen Frankreich und (ä benachtheiligt habe. Ludwig Philipp's verzweifelter Streich nicht ohne Grund die englische diplomatische Etikette in solchen gen skandalisirt haben, und es kann eine Kälte eingetreten sein⸗ bei erster Gelegenheit zum gemeinsamen Vortheile beider M wieder zu verschwinden. Was die Gefühle Spaniens anlang nach französischen Federn Enthusiasmus und Liebe für die se schen Prinzen, dumpfes Schweigen, hervorgebracht von der; neten Gewalt und Bestechung, zufolge englischer Gegner da rathen sind, so erscheinen sie uns als Gleichgültigkeit. Wa Spanier irgend etwas Bestimmteres oder Lebhafteres dabei aa den hätten, würden sie nicht angestanden haben, es von sich zu ga⸗
Der Standard äußert über die Verbindung mit Indien. einer Zeit, wo man der Konkurrenz zwischen den Routen über N seille und Triest so große Wichtigkeit beilegt, und wo das Nith zu dem Glauben gebracht zu sein scheint, daß wir unsere unsc Posten entweder auf dem einen oder anderen Wege beziähen ni ten, und daß unsere Postverbindung mit Indien abgeschutt würde, falls Krieg oder andere Umstände uns die Stufia u Frankreich und Deutschland verschlössen, muß es wohltzag se genau zu erfahren, was unsere Seefahrt in solchem Falle sa leisten könnte. Dies ist jetzt durch eine Fahrt dargethan vod— welche das Dampfschiff „Ariel“ von Southampton nach Math macht hat. Es legte die ganze Strecke in der beispiellos hm Zeit von 8 Tagen 12 Stunden zurück, was nur einen Tag u beträgt, als die durchschnittlich zur Beförderung der indischen von Malta über Marseille erforderliche Zeit. Wären uns also die französische und die deutsche Route verschlossen, so würde daß terschied für die Beförderung der indischen Post, wenn mam solcher Schnelldampfschiffe, wie der „Ariel“, bedienen könnte, 24 Stunden betragen und also nicht von großer Erheblichkeit sen
Den mit dem Post-Dampfschiff „Severn“ eingetroffenen † richten aus Westindien (Jamaica, 23. September) zufolge, hatten sich dort mit der neuen Zuckerzoll-Bill noch nicht befreundet. hielt Versammlungen, worin man beschloß, der Regierung Vorste gen über die kritische Lage der westindischen Pflanzer zu machen sieht nur darin Rettung, daß die strengsten Maßregeln zur A bung der Sklaverei in der ganzen Welt getroffen würden; sonstse tet man die Konkurrenz mit dem Sklavenzucker nicht bestehen zu nen. Zu Trinidad wurde den 6. September während des 6c9f
alle Glocken in Bewegung setzte. Den 13ten wurde wieder ein! stoß gespürt, so daß ein Theil der Dreieinigkeitskirche einsün.; Dominika und auf einigen anderen Inseln richteten das Eckbehen vn ein Orkan bedentenden Schaden an.
Die Kohlkhgruben, welche den großen Eigenthümern oder (. sellschaften gehören, haben jetzt vollangf zu thun. Die zahlre Arbeiter Lord Londonderry's in seinen großen Kohlen-Bergwen haben während der letzten vierzehn Tage im Ganzen drei Tage ü die gewöhnliche Zeit gearbeitet, was auch von den Arbeitemn! Grasen Durham und mehreren Gesellschaften gilt. Seit Verüu rung der Kohlenverkaufs⸗Bestimmungen fällt der Kohlenhandel n nehmlich den großen Besitzern zu, da die kleinen Gruben mit thn reichen Nebenbuhlern nicht konkurriren können, und daher wirdsg wahrscheinlich das früher blos sogenannte Monopol nunmye u wirklichen Monopole werden. Auf den Märkten, so wie in wh fen, wo die Kohlen verschifft werden, sind die Preise bereits mc lich gestiegen, so daß jetzt auch dieser unentbehrliche Artikel der d rung anheimgefallen ist.
Die Morning Post giebt an, daß Spanien den englischn habern seiner Bons die ungeheure Summe von 78,649,675 Pf. 8. schulde; seit der jüngsten Wendung der spanischen Angelegenheim übrigens Lord Palmerston den Beschwerden der Bons⸗Inhaber- gänglicher geworden, und man glaube fest, daß er die Fordemmt der englischen Gläubiger nachdrücklicher, als seither geschehen, udg stützen werde. 8
Nach Berichten aus den Provinzen ist die Kartoffel⸗Lu heit lange nicht so verbreitet, als man ausgesprengt hatte. r. giebt sich jetzt, daß in England die Vorräthe von guten Karke mindestens bis zu Ende des Frühjahrs für den Verbrauch austgc werden.
„Wir haben unsere Zweifel“, meint der Examiner, I. fessor Schönbein wirklich Entdecker der explosiven Baumwvele So viel ist wenigstens gewiß, daß in den letzten 25 Jahmwas Baumwolle von unvergleichlich größerer Explosivkraft im Etuke war und daß sie der Stoff ist, aus dem Sir R. Peel besteht. dne ein ganzer Ballen Schönbeinscher Explosivwolle im Stande Lensa die Tory⸗Partei in Atome zu zerschellen? Es ist schon nict n eine Büchsenkugel auf 150 Fuß durch acht Bretter zu treiben; dg was ist das gegen das Durchtreiben einer Getraide⸗Einfuhrbil dun Oberhaus? Was will der Widerstand von Brettern im Vergle mit dem von Klötzen bedeuten, die für Sir R. Peel's Baumme nicht mehr wie Eierschalen waren? Sir R. Peel hat Zeit 6 Lebens Alles in die Lüfte gesprengt, gespalten, zersplittert und nef ohne ein Fünkchen Feuer, da das Baumwoll⸗Präparat bei niedn Temperatur explodirt. Er hat das protestantische Uebergewicht! sprengt, hat seine Partei und hat das Schutz⸗System gespe⸗ Was wäre auch in der Welt, das er nicht noch eines Tages l gen sollte? denn er ist eine Kabinets⸗Petarde von explosiver Ba
wolle, und der Gang seiner Natur ist auf Zerstörung gerichtet.
Helgien. 2
Okt. Aus Mailand vom 12ten d. M. ist ne der sich encß
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22
Brüssel, 22. die Nachricht eingegangen, daß der König der Belgier, der sich Tage in der Lombardei aufgehalten hatte, vom Comer⸗See Weges nach Paris abreisen wollte. Kcal v
In einigen Gemeinden der Bezirke von Mecheln, Brüss ℳ Termonde ist die Ruhr in einer so tödtlichen Gestalt aufgetreten, in einer Gemeinde von 500 Seelen mehr als der fünfte Bevölkerung, nämlich 109 Individuen, gestorben ist. De teur versichert in seinem heutigen Blatt aber, daß dief
in den meisten Gemeinden bereits im Abnehmen sei, und doß
dienstes ein starkes Erdbeben empfunden, das eine Minute anhich v E Reoierungen und die Gesandten der auswärtigen Mächte ver⸗
ässigt worden, um dieselbe zu tilgen; den Armen habe es Fhüshe ärztlicher Hülfe gefehlt; wo es nöthig gewesen, hätten 2 rung und die Provinzen mit Unterstützung ausgeholfen; die 16 der Provinzial⸗Medizinal⸗Kommission seien beauftragt 8 die für nothwendig erachteten gesundheitspolizeilichen Maß⸗ und ärztliche Pflege überall anzuordnen, die Aerzte der Orte, Epidemie am meisten um sich gegriffen, seien versammelt wor⸗ . sich über die Behandlung zu verständigen, und der Gesund⸗ u ei⸗Inspektor habe sich von der Ausführung aller von der 4 Behoörde verordneten Maßregeln überzeugen müssen.
Dänemark.
Schleswig, 22. Okt. (A. M.) Gestern wurde die schles⸗ e Stände⸗Versammlung eröffnet. Die Zahl der erschienenen ordneten wird auf 43 angegeben; der Eine fehlende war der delegirten Mitgliede der Ritterschaft bestimmte Ahlefeldt von , welcher diese Delegation nicht angenommen, sondern als ge⸗ u Gutsbesitzer erschienen war, und statt seiner war von dem ie noch kein anderes Mitglied der Ritterschaft delegirt. Die ihe Feier fand nicht in dem altehrwürdigen Dom, dessen Repa⸗ und veränderte Einrichtung noch nicht vollendet, sondern in der beengten und daher überfüllten Michaelis⸗Kirche statt. Der ⸗Probst Nielsen, der die Stände⸗Predigt hielt, sprach mit be⸗ und eindringlichen Worten über den schönen Text Ephes. u. f. Unter den Abgeordneten bemerkte man auch Se. Durch⸗ den Herzog von Augustenburg, der mit dem Alters⸗Präsidenten an eite des Königlichen Kommissars die Kirche betrat. Statt Sr. alauchkt des Prinzen von Augustenburg, der sich entschuldigt war sein Stellvertreter aus Eckernförde, Advokat Lübbes, ein⸗- n. Daß man nach geschlossenem Gottesdienst und nachdem die odneten sich in den Ständesaal begeben, sehr gespannt auf den all der Wahlen war, läßt sich denken. Es wurde denn auch be⸗ jach einigen Stunden bekannt, daß der Ober⸗ und Landesgerichts⸗ ut Beseler mit ganz überwiegender Majorität, wie es heißt, mit zimmen, zum Präsidenten der Versammlung und der Kloster⸗ [Graf Reventlow von Irrsbeck zum Vice⸗Präsidenten, und nachdem zuerst die Stimmen zwischen ihm und dem Dr. Gülich üt gewesen, gewählt worden war. Nur ein Abgeordneter, Lo⸗ von Lilholt, erklärte, daß er sich der dänischen Sprache gen werde. Die Königliche Eröffnung, die demnächst zur geinen Kunde kommen wird, enthält keine besonders wichtige 7, Zum ständischen Mittagsmahl, welches der Königliche Kom⸗ rüblicher Weise veranstaltet, fand sich außer vielen sonstigen n auch eine ziemliche Anzahl von Abgeordneten ein, und es in dort übliche Toaste von dem Königlichen Kommissar und dem crath, Professor Falck, ausgebracht. Ein anderes sehr besuchtes agsessen, an dem auch manche Abgeordnete und unter Anderen neuerwählte Präsident Theil nahmen, fand in dem Hause des Lorenzen statt. Hier sah man auch Mitglieder der zum Theil cichen Deputationen, die aus vielen Theilen des Landes mit sen gekommen waren. Obgleich es hier und an anderen Orten genug hergegangen sein mag, so ist die Ordnung doch nicht ge⸗ worden. Am Abend war ein Theil der Stadt illuminirt.
. 8— Schweiz. Kanton Zürich. Die Eidg. Ztg. meldet: „Wenn wir berichtet sind, hat es der Vorort abgelehnt, das neue genfer ent anzuerkennen und dasselbe lediglich an die einzelnen Kan⸗
n. Auch als Kantonal⸗Behörde scheint sich der züricher Regie⸗ ns⸗Rath nicht sonderlich zu beeilen, die Revolution in Genf zu ioniren, indem bis jetzt wenigstens noch keine Antwort auf das sarschreiben der provisorischen Regierung erfolgt sein soll.)
die N. Zürich. Ztg. sagt am Schlusse eines größeren Arti⸗ „Zu einem Auflösungs⸗Beschlusse des Sonderbundes ist die szung verpflichtet, und wir hoffen, sie wird ihn fassen. Daraus m, daß sie künftig bundeswidrige Beschlüsse fassen werde, ist bermessenheit, die guter Gründe ermangelt. Daß aber die fStände, welche einen Auflösungs⸗Beschluß fassen, ihn auch auf⸗ halten werden, bezweifeln wir nicht. Daß die zwölf Stände sompakte Mehrheit in allen Dingen bilden, hängt wesentlich den Gegnern ab. Je schroffer diese auftreten, je enger werden jie zwölf Stände an einander anschließen. Der Sonderbund bereits die genfer Revolution veranlaßt; möge er nicht weiteres lück verschulden!“
Kanton Bern. In Folge der energischen Anordnungen eam 18. Oktober die Ruhe der Stadt ohne Blutvergießen auf⸗ Rerhalten. Unterdeß rückte alles aufgebotene Militair an, so daß Ruhe jezt wohl nicht weiter gestört werden wird. Die Nachrich⸗ aus der Stadt riefen auf dem Lande, wo man an wirkliche Ge⸗ k ür die Regierung glaubte, die größte Bewegung hervor. Von h Seiten kamen am Sonntag Expresse, un der Regierung frei⸗ ige Hülfe anzubieten, deren sie indeß nicht bedurste. Am 19. Oktober um 5 Uhr wurde die Circulation der besetzten he wirder freigegeben. Es wurden starke Wachen und Piquets gestllt, und so verging die Nacht ganz ruhig. Heute rückten noch Compagnie Kavallerie und zwei Compagnieen Scharsschützen ein. Reiner politischen Bewegung, wovon die Berner Zeitung, der tfassungsfreund ꝛc. sprechen, ist keine Rede. Die Anwesen⸗ des Al⸗Schultheiß Neuhaus und Knechtenhofers soll Anlaß zu r Vermuthung gegeben haben. Noch einige Verhaftungen sind gnommen worden; Professor Müller und Herr Jütz⸗Schmid zoch in Haft, dagegen wurde Herr Alt⸗MR. Fetscherin gestern nags entlassen. her Regierungs⸗Rath hat die Errichtung allgemeiner Landbür⸗ wachen beschlossen; auch die Bürger von der Stadt, denen Ruhe dnung am Herzen liegt, sind zur Bildung einer solchen einge⸗ n. Um auf jede Eventualität gefaßt zu sein und die sogenannte M von Grund aus zu erdrücken, hat der Regierungs⸗Rath 9** 3Zte und 4te Scharfschützen⸗Compagnie (Oberländer) auf⸗ der Volks⸗Verein von Aarwangen verlangt energisch die Wie⸗ getang Wilhelm Snell's neben Professor Pfotenhauer, der
etzte.
Lanton Genf. Ein in der lausanner Zeitung Le Cour⸗ uisse enthaltenes Schreiben aus Genf vom 11. Oktober unter Anderem Folgendes: „Auffallend ist für Jeden, der mit znusanner Dampfschiff anlandet, die hier herrschende Ruhe und gähei Ich erwartete nur düstere Gesichter und niedergeschla⸗ Keute, von Kugeln durchbohrte Häuser, Schreckens⸗Zurüstungen sewaltthätigkeiten zu sehen. Von allem diesem nichts! Genf henhr fes da nach diesem harten Zusammenstoß, und die jetzige 8 er Leute, die sich gestern bekämpften, gereicht sicher beiden hen Ebur Ehre und wird ihnen Kraft geben, sich schnell von der d ne lschütterung zu erholen, die sie betroffen hat. Die Regie⸗ huahe sich sehr gemäßigt und scheint entschlossen, Lausanne nicht ur men und den Maßregeln, welche dieses nach dem 14. Fe⸗
zwungenen Beamten aufgefordert, ihre Amtsverrichtungen fortzusetzen.
Beitritten zu nehmen, hat die provisorische sepers 45 tat sich mit einer Revolutions⸗Garde zu umgeben und durch dieselbe die Stadt in Schrecken zu erhalten, hat sie sich beeilt, die bewaffnete Volksmasse zu entlassen und an ihre Stelle die Milizen einzuberufen. Offenbar hat sie eingesehen, wie unendlich gefährlich es für ein Land ist, in immerwährendem Revolutionsrausch zu leben. Sie hat des⸗ wegen die Vaterlandsliebe angesprochen, und ihr Ruf wurde verstan⸗ den. Nicht allein haben sich die Milizen bereitwillig unter ihren Be⸗ fehl gestellt, so daß dieselben Compagnicen, welche muthig den Auf⸗ ruhr bekämpe ten, jetzt das Rathhaus bewachen; sondern auch die Bürger beider Parteien vereinigen sich und suchen das Geschehene der Vergessenheit zu übergeben. Die einzige Verordnung, welche mit diesem Zustand in Widerspruch steht, ist diejenige, welche den Mit⸗
gliedern der gefallenen Regierung die Kriegskosten zur Last legt.“
Kanton Freiburg. Das Fremdenbuch unserer Stadt wurde am 18. Oktober von der Polizei in mehreren Gasthöfen durchgesehen. Wir sind auf unserer Hut. Starke Posten besetzen die Thore der Stadt, und 4 Kanonen stehen vor dem Rathhause; der kommandi⸗ rende Offizier darf die Batterie nicht verlassen, ausgenommen um zu essenz auch die Gendarmerie ist auf den Beinen. Dies Alles giebt den einsamen Straßen unserer Stadt ein lebhaftes Aussehen.
Italien.
Bpologna, 8. Okt. (N. K.) Gestern kam von Rom die er⸗ freuliche Nachricht, daß Herr Silvani, einer unserer ausgezeichnetsten Rechtsgelehrten, der als Mitglicd der Regierung von 1831 auswan⸗ derte, wieder in sein Lehr⸗Amt an unseren Universität eingesetzt wor⸗ den sei. 1 Zwischen den Dragonern und den Schweizern fiel vor einigen Tagen eine blutige Rauferei vor; letztere wurden mehrere Tage lang in ihrer Kaserne konsignirt.
Spanien.
Paris, 21. Okt. Eine telegraphische Depesche aus Bayonne meldet, daß der König und die Königin von Spanien, der Herzog und die Herzogin von Montpensier und der Herzog von Aumale am
17ten von La Granja nach Madrid zurückgekehrt sind.
Madrid, 15. Okt. Die Königliche Familie ist gestern nach S. Ildefonso abgereist und wird heute zurückerwartet.
Wegen des Jahrestages der Oinrichtung des Generals Diego Leon, welcher bekanntlich im Jahre 1841 auf Espartero's Befehl er⸗
halter Liut. B. heute 1 deburg⸗Potsdamer von 84 ¼ a 86 ½ bez. u. Br. Berlin⸗Stettiner 105 35 107 und 106 % bez. Friedr. Wilh. Nordb. von 69 ¼ a 71 ¾⅞ u. 71 ¼ bez. u. Br.
v11.““
begeben. Berlin⸗Hamb. 97 a 96 % bez. Mag⸗
96 %
In den übrigen Actien ist wenig umgegangen, und sind deren Course
meist nur als nominell anzunehmen.
Preußische Staatsschuldscheine von 92 ¼ a ¾ % bez.; Seehandlungs⸗
Prämienscheine 91 bez. u. Br.
In fremden Fonds keine wesentliche Veränderung, doch etwas niedriger,
als in voriger Woche.
Das Wechselgeschäft war belebt; besonders begehrt hielt sich London und Amsterdam in beiden Sichten; Wien war gut zu lassen, und alle übri⸗ gen Devisen mehr gesucht als offerirt.
Berlin, 24. Okt. Unsere Zufuhren von Getraide, Mehl und Oel⸗ saaten auf den Wasserwegen bleiben, außer von Weizen, im Zunehmen. Im Laufe dieser Woche gingen durch den Finow⸗Kanal: 204 Wspl. Wei⸗ zen, 873 ½ Wspl. Roggen, 50 Wspl. Gerste, 120 Wspl. Hafer, 592 Wspl. Oelsaaten und circa 4350 Centner Mehl (fürs Proviant⸗-Amt); durch den Friedrich Wilyelms⸗Kanal 25 Wspl. Oelsaaten, circa 825 Ctr. Mehl; von der Elbe und Havel schwimmen heran: 73 Wspl. Weizen, 100 Wspl. Rog-⸗ gen, 190 Wspl. Hafer. Zu Lande und p. Dampfwagen wurde beträchtlich in allen Sorten zugeführt. Schöner uckermärker Brauer⸗Weizen ging zu 79—80 Rthlr. schlank von der Hand; geringere märkische Guüͤter dagegen zu 73—78 Rthlr., wie Roggen zu 62 — 68 Rihlr., fanden nur trägen Ab⸗ satz. Unsere Konsumenten befricdigen stets nur den dringendsten Bedarf, was dem Mangel an Vertrauen zu den hohen Preisen, auch wohl dem damit verbundenen größeren Geld⸗Erforderniß zuzuschreiben sein mag. Aus rückwirkender Ursache viellcicht hatte auch der Verkehr bei Particen nur ge⸗- ringen Umsang. Mehrere Inhaber von Weizen, abgeneigt, in die be- stehenden Preite sich zu fügen, ladeten auf Aventure nach Hamburg über. Umgesetzt wurde gelber 87./88 fd. Saal⸗ zu 79 ½ Rthlr., hochbunt 88 ½pfd. poln. zu 80 ¼ Rthlr., desgl. 86 5pfd. zu 79 Rthlr., gelber 86 1. pfd. märlischer zu 75 Rthlr.; gefordert wird: vom Lager für bunt. 87pfr. poln. 80 Rthlr., für bunt. 86pfd. poln. 77 ½ Rthlr., vom Wasser für hochbunt. 89 pfd. poln. 85 Rthlr., schwimmend für hochbunten 88pfd. poln. 80 Rtblr.; danach zu notiren: bunter 86/87 pfd. poln. 76— 78 Rthlr., weißer 86./87pfd. poln. 80—82 Riählr.
Das Konsum für Noggen benutzte mehr als seither die gebräuch⸗ lichen Soulagemente am Wassermarkt, weshalb bei Partieen auch eher ein- gethan worden; in loco 82/87 pfd. zu 64 a 66 Rthir. nach . schwed. 84 pfd. zu 63 Rthlr. pr. 82 pfd. verkauft. Der Lieferungshandel pr. Frühjahr voen außen wenig angeregt; pr. Oktober von den heranna⸗ henden, bedeutenden Zufuhren in der Ungewißheit, welche Aufnahme diesel⸗ ken finden werden, unter Druck gehalten, hatte geringe Bedeutung; Preise schwankten zwischen 1 a 1 ½ Rthlr. auf und ab und schließen heute: 82 sd. pr. Oktober 64 Rthlr. bez.; zuletzt mit 63 ½ Rihlr. offerirt; pr. Frühjahr f. J. 55 ½ und 55 ¼ Rthlr. bez., zuletzt 56 Rthlr. Br., 552 Rthir. Geld.
Gerste galt am Landmarkt 45—46 Rihlr.; eben so auf dem Wasse bei spärlichem Vorrath; eine ileine Ladung 70/71pfd. Saal⸗ holte 46 Rthlr.
Hafer, zu Lande bedeutend zugefahren, wurde zu 34 a 30 Rthlr. nach Güte contant placirt und zu demselben Werthe vom Kahn detalllirt
schossen wurde, finden heute keine Festlichkeiten statt. Die Königin Christine und die Gräfin von Belascoain begaben sich in die Kirche, um für den Hingerichteten zu beten. b 1 Wie man versichert, wird das Dekret zur Auflösung der Cortes am 20sten d. M. erscheinen und die Versammlung der neuen Cortes in der Mitte oder gegen Ende Dezember stattfinden. Der Heraldo sagt in seinem heutigen Blatte: „Es erscheint als gewiß, daß in den gestern und vorgestern stattgehabten Minister⸗ Berathungen die der Amunestie verhandelt und angenommen worden ist. Wenn wir gut unterrichtet sind, so wird die Amnestie für Mi⸗ litairs aller Grade vom Obersten abwärts und für die entsprechenden Kategorieen des Civilstandes vollständig sein und keine Ausnahmen enthalten. Für die Grade über dem Obersten behält die Regierung es sich vor, Allen, deren Rückkehr nach Spanien keine Hindernisse im Wege stehen, die namentliche Amnestie, selbst ohne daß die Bethei⸗ ligten sie verlangen, zu bewilligen. Wir glauben, daß das offizielle Blatt in der nächsten Zeit diese erfreuliche Nachricht mittheilen wird.“
Fhe-cae FSFisenbahnen.
Auf der pfälzischen Ludwigs-Eisenbahn sind die Probefahrten in den letzten Tagen bis Haßloch ausgedehnt worden. Die Bahn und die Lokomotiven sollen allen Erwartungen vollkommen entsprechen.
Neapel, 5. Okt. Das hiesige Giornale meldet: „Se. Ma⸗ jestät der König hat mittelst Erlasses vom 26. September dem nea⸗ politanischen Unterthan, Guis. Falcon de Cimier, die Zusage einer direkten Konzession zum Bau einer Eisenbahn entweder von Capua, oder von Ceprano, oder endlich von Fondi nach der päpstlichen Gränze unter der Bedingung zu ertheilen geruht, daß bei dem Bau der benannten Bahn das neu erfundene und vervollkommnete System von Jouffroy, welches sowohl den Reisenden mehr Sicherheit, als auch größere Ersparnisse in der Ausführung gewährt, versucht werde. Der Versuch wird auf einer Bahnstrecke von zwei Miglien vorge⸗ nommen werden, und es sollen darauf alle Schwierigkeiten vorkom⸗ men, die das neue System zu besiegen verspricht. Erst auf Grund⸗ lage des von einer eigens dazu ernannten Königlichen Prüfungs⸗ Kommission hierüber gefällten Urtheils wird die Allerhöchste Bestim⸗ mung erfolgen, ob die Bahn nach dem Jouffroyschen System vollen⸗ det werden solle, oder ob es nothwendig werde, zum gewöhnlichen Eisenbahn⸗System zurückzukehren, oder endlich, ob man irgend ein neues Verfahren annehmen solle, welchem allenfalls mittlerweile vor⸗ genommene verläßlichere Experimente den Vorzug einräumen würden.“
Berlin-Potsdam-Magdeburger Eisenbahn. 8
Auf der Berlin-Potsdam-Magdeburger Eisenbahn fuhren, mit Aus- schluls der noch nicht zu ermittelnden Zahl der mit durchgchenden Fahr-Billeis verschenen, von Hannover, Celle, Brannschweig und Hal- berstadt kommenden Personen und exel, der durch Extrazüge be- förderten:
in der Woche vom 4. bis 10. Oktober 12,162 Personen in der Woche vom 11. bis 17. Oktober 12,837 8
Die Wochen-Einnahmen betrugen, so weit sie bis jetzt zu ermit-
teln waren:
bis 10. Oktober . bis 17. Oktober .
vom 4. vrvomn 11.
9,251 Rthlr. 10 Sgr. 6 Pf. 10,092 „ „88
Handels- und Börsen-Nachrichten.
8 Berlin, 24. Okt. Nachdem die Course üunserer Eisenbahn⸗Aectien sich im Laufe dieser Woche gebessert hatten, gingen sie heute wieder beträchtlich zurück, und die Börse schloß ziemlich flau. Die vornehmliche Verantassung hierzu war das Resultat der am 22sten d. M. in Siettin stattgefundenen General⸗Versammlung der Posen⸗Stargarder Eisenbahn⸗Actionaire, indem nach den Erklärungen des Herrn Regierungs⸗Deputirten keine Aussicht zu einer weiteren Unterstützung Seitens des Staats vorhanden ist. Nach den ferneren Ergebnissen der General⸗Versammlung darf man die nächste Aus⸗ schreibung der dritten Einzahlung erwarten, da aber die Quittungsbogen der zweiten Rate unverkäuflich sind und dem Inhaber keine Vorschusse ge⸗ leistet werden können, so wird nur ein lleiner Theil eingezahlt werden, und es steht fest, daß derartige neue Verlegenheiten rückwirkend auf alle übrigen Eisenbahnpapiere sind.
d.S v2v lebbaßn waren die Umsätze in Köln⸗Minden und Pesther; erstere, von 85 ¾ bis 87 ½ gestiegen, schließen heute 86 ½ Br., und nachdem für letztere 90 ½ bezahlt worden, blieben sie 89 ½ % Br. Niederschl. Märk. 80 ⅛ bis 88 ⅛ und 87 ½ bez. u. Br. Halle⸗Thüringer, 87 ½ aà 88 bez., blie⸗
fe aufgestellt hat. Statt ihre Zuflucht zu Absetzungen oder ge⸗
auf Lieferung weniger begehrt als angeboten; 48pfd. p. Okt. 35 Rthlr. Br. 34 Rthlr. Geld; p. Frühjahr 34 Rthlr. Br., 33 ½ Rtblr. G. Futter⸗Erbsen 56 — 60 Rthlr., Koch⸗Erbsen 66 — 72 Rihlr nach bonité. 1 Von den noch immer bedeutenden Oelsaat⸗Zufuhren, meistens Ei⸗ genthum der Oelmüller, kommt nur Unzureichliches für den Begehr in den Handel, wodurch auch die gesteigerten Forderungen der Egner gerechtfertigt werden. Für Rapps in loco wird 69 a 68 ⅞ Rthr. verlangt und 67½⸗ 68 Rthlr. gern bewilligt; schwimmd. Güter, nicht offerirt, wuͤrden eben Beachtung finden, zuletzt mit 67 ½ Rthlr. bez.; Winter⸗Rübsen, vom merscher, erreichte 66 Rthlr., was auch für preuß. u. voln. Sorten ange⸗- legt werden würde, wenn Anstellungen da wären. Sommersaat 54 a 57 Rihlr. nach Qualität. “ 1 1 Die Zufuhren von Rüböl blieben hinter dem Bedarf zurück, und wenn unser Lager nicht ausgeholfen, würde derselbe den bchaupteten Wen dieses Fettes a 92 RNthlr. sicherlich gesteigert haben. Die nächsten Termin waren dazu auch käuflich, aber schwerer so zu lassen. Auf Lieferung im nächsten Jahr, besonders pr. Frühjahr, machte beschränkter Begehr sich br⸗ merklich, und Verkäufer erlangten cine geringe Zulage gegen vorige Woche; loco wie Oktober/ November 9 ½⅞ Rihlr. bez.; November./ Dezember 9 Rihlr. Br., Rehlr. G.; Dezember/ Janunar 9 ⅞ Rthlr. Br., ¾ Rthlr. G.; Ja⸗ nuar/ Februar 10 ½ Rthlr. bez. u. Br., 10 Rthlr. G.; Februgr./März 10 ½ Rthlr. Br., ¾ Rthlr. G.; März Mai 10 1 Rthlr. Br., 10 ½ Rthlr. G.; Leinol loco 11 ½ Rthlr.; Lieferung pr. Frübjahr 11 Rthlr. Br., 10 ½ Rthlr. G. Hanföl 14 Rthlr. Mohnöl 17 ½ — 17 Rthlr. Südseethran 9 ½ Rthlr. Br., ¾ Rthlr. G. Spiritus loco 27 ½ Rthlr. Br., 27 ½ Rthlr bez.; pr. Oitober mit Fässern 27 ¾ Br., 27 ½ Rthlr. G.; pr. Brennzeit feh⸗ len Abgeber, pr. Frühjahr 26 Rthlr. Br., 25 ¾ Rthlr. G. b Seit Mitternacht haben wir fast unausgesetzt Regen bei SO.⸗Wind.
Bautzen, 21. Okt. (L. Z.) Zu dem diesjährigen hiesigen Herbstwollmarkte, welcher am 14. und 15. Oktober d. J. abgehalten wurde, waren 2542
Stein 17 Pfund Wolle eingebracht worden. Es wurden hiervon 187 Stein 10 Pfund verkauft, 296 Stein 17 Pfund unverkaust hier depon und 374 Siein 12 Pfund zurückgeführt. Die Preise gestalteten sich pro Stein zu 14 — 15 ½ Rthlr. für mittelfeine, 12 bis 14 Rthlr. für mittle und 9 — 12 Rthlr. für geringe Wolle. Allgemein war die Klage der Produzen⸗ ten über das geringe Quantum, welches die Schur geliefert hatte, und auf vielen Schäfereien war wegen des spärlichen Wachsthums die Sommerwol gar nicht geschoren worden. Deswegen war das zum Markte gebrach Onantum ein so geringes, fand jedoch schon beim Beginn des Marktes ei⸗ nen so raschen Abgang, daß schon gegen Mittag des ersten Markttages fast alle Landwolle in die Hände der Käufer übergegangen und die Verkaufs Verhandlungen als beendigt anzusehen waren.
* —* Frankfurt a. M., 24. Okt. Im Allgemeinen hält sich unser Platz fest, und das gilt besonders auch von der Börse. Der Umsa in Staats Effekten ist freilich jetzt nicht von Bedeutung, und wenn sich auch die Course an dem einen oder anderen Tage etwas heben, so ist die flaue Stimmung derselben doch vorherrschend, und die Besserung ist nicht nach⸗ haltig. Die Courswandlung kann den Charakter der Börse jeßt auch nicht bezechnen. Heute wichen indessen, auf ihren Rückgang zu Berlin am 20sten d., besonders Friedrich Wilhelms Nordbahn und Ludwigshafen⸗Ber bacher Actien fuhlbar. Das Geld ist zwar durch die Sendungen von Fün⸗ frankenthalern aus dem Elsaß etwas flüssiger. Der Diskonto steht aber immer noch auf 5 pCt. — Im Wechselhandel zeigte sich in den letzteren Tagen etwas mehr Lebhaftigkeit, und es waren die meisten fremden Devisen in k. S. gesucht. Die Getraidepreise gehen erfreulicherweise mehr und mehr zuruck, wodurch auch die Brodtare heute etwas ermäßigt werden konnte. Im Uebrigen stehen alle Marktpreise noch ziemlich hoch, und der Drang der Umstände erheischt sehr die Bildung von Bereinen, um die ärmeren Klassen in dem herannabenden Winter vor Mangel zu schaßen. In allen Stadten erstehen selche Vereine. Wie sieht es aber auf dem noch dürffigeren Lande aus? Auswärtige Börsen.
Amsterdam., 21. Okt. Niederl. wirkl. Sch. 59 ¼. 3 % do. 38 ¼. Ausg. Zinsl. Preuss. Pr. Sch. —. 12% Russ. Hope 88 8¼. 82
Neve Anl. 19 .
Antwerpen. 20. Okt. Zinsl. Frankfurt a. M., 22. O0 btL. 5 % Met. 108 . 3. Rank-Actien p. ulr- 1866. 63. Bayr. Bank-Actien 656 Rr. Hope 87½ Br. Stiegl. S6 ¾ Rr. Int. 57 — 8 8 1 Poln. 300 Fl. 96 ½. ½. 4o. 500 FHl. 79 ½. 2.
Hamburg, 23. Okt. Bank-Actien 1570 Rr. acl. Russ. 106 Rr
Londo n. 20. Okt. Cons. 39 95. 94 ½. Belg. 98. 97. Neue Anl. 27. 26 Ansg. Sch. 18. 17. 2 ⅛ % Mon. 59 ⅛. 58 ½. 4 % 40. 92. 91 Bras. 86. 85. Chih 99. 97. Mex. 23 .
5 % Span. 20 18 1*
n“ ene. Fabn. —
Pass
P
Port. —. Rngl. Russ. 112. 110. Peru 38. 36.
Paris. 21. 0Okt. 399% Span. —. 22. Okt. Kul. de 1834 157. Livorn. 95 ¼. Pest. 87.
5 % Rente fin cour. II7. 70. 3 % do. ün cour. 82. 60
Pass. —. de 1839 125 ⅞. Rudw.
Neapl. —. Wien.
Actien 1555.
Mail. 106 ¼.
Rank
8 e. 71. 1 — 8 8 8
4 % 40. 99.
N ordb.
ben 88 Br. Berlin⸗Anhalter Litt. A. von 109 ½ a 112 ⁄ bez. u. Br., An⸗