1846 / 302 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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Freiherr von Humbracht, Landes⸗Aeltester zu Rengersdorf in der Ilse, Kreis⸗Wundarzt zu Brieg. Dr. Jäschke, praktischer Arzt zu Niesky bei Rothenburg. Striegau. . Jacob, Superintendent und Pastor zu Gleiwitz. Jascchke, Pfarrer zu Klein⸗Kreidel, Kr. Wohlau. b urisch, Hauptmann a. D. und Kreis⸗Secretair zu Frankenstein. Kirsch, Hauptmann im 23sten Landwehr⸗Regiment und Direktor des Armenhauses zu Kreuzburg. von Knobelsdorff, Land⸗Stallmeister zu Leubus. Freiherr von Korff, Regierungs⸗Rath zu Liegnitz. von⸗Koscielsky, Major a. D. und Landrath des lublinitzer Kreises. Krectschmer, standesherrlicher Gerichts⸗Direktor zu Fürstenstein. Krüger, Bürgermeister zu Grünberg. Lehr⸗Anstalt in Breslau. ö“ 8 8 ““ von Kummer, Ober⸗Bergrath und Ober⸗Bergmeister von Nieder⸗ Schlesien in Brieg.

Grafschaft Glatz. Janeba, Kreis⸗Steuer⸗Einnehmer und Domainen⸗Rentmeister zu Jacobi, Ober⸗Landesgerichts⸗Rath in Breslau. Kachel, Bürgermeister und Landtags⸗Abgeordneter zu Tost. Kloß, Kaufmann zu Neisse. von Köckritz, Landrath des Kreises Guhrau. Krause, Regierungs⸗ und Baurath zu Liegnitz. Dr. Kuh, Rittergutsbesitzer, Professor an der dizinisch-chirurgisch Kuhnrath, Rathmann zu Brieg. 8 88 1 Krtzen, Bürgermeister zu Neustadt a. d. S.

Labitzke, Land⸗Rentmeister zu Breslau.

Lange, Regierungs⸗Secretair zu Breslau. Lewald, Spezial⸗Direktor der Oberschlesischen Eisenbahn zu Breslau. von Lieres, Landes⸗Aeltester und Kreis⸗Deputirter zu Wilkau, Kreis Schweidnitz. von Rosenberg⸗Lipinsky, Direktor der Oels⸗Militscher Fürsten⸗ thums⸗Landschaft zu Gutwohne, Kreis Oels. ö“ Long, Kreis⸗Wundarzt zu Friedland, Kreis Waldenburg. u“ Ludwig, Regierungs⸗Secretair zu Oppeln. (Schluß folgt.)

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

Dem Seconde⸗Lieutenant Prinzen Krafft zu Hohenlohe⸗

Ingelfingen von der Garde⸗Artillerie⸗Brigade den St. Johanniter⸗ Orden zu verleihen. b

Se. Kaiserl. Hoheit der Großfürst Konstantin von Ruß⸗ ist nach St. Petersburg abgereist.

Angekommen: Der General⸗Major und Commandeur der 16ten Infanterie⸗Brigade, von W ußow, von Koblenz.

Abgereist: Se. Excellenz der Erbhofmeister in der Kurmark Brandenburg, Graf von Königsmarck, nach Nauen.

Der General⸗Adjutant Sr. Majestät des Kaisers von Rußland, Baron von Lieven,

Der Kaiserlich russische Vice-Admiral von Lütke und

Der Kaiserllich russische Geheime Rath und Senator Lubja⸗ noffski, nach St. Petersburg. 8

Inland.

Berlin, 30. Okt. Se. Majestät der König haben Allergnä⸗ digst geruht: dem General⸗Lieutenant Grafen von Brandenburg, kommandirenden General des 6ten Armee⸗Corps, die Anlegung des von des Königs der Niederlande Maäjestät ihm verliehenen Großkreu⸗ zes des Großherzoglich luremburgischen Ordens der Eichenkrone; dem Seconde ⸗Lieutenant Grafen von Perponcher⸗Sedlnitzki des Garde⸗Kürassier⸗Regiments und militairischem Begleiter des Prinzen Georg von Preußen Königl. Hoheit, des von Sr. Majestät dem Kö⸗ nige von Hannover ihm verliehenen Ritterkreuzes des Guelphen⸗ Ordens; und dem Königl. niederländischen Premier⸗Lieutenant a. D. und Inspections⸗Assistenten bei der Niederschlesisch⸗Märkischen Eisen⸗ bahn, von Baren in Berlin, die Anlegung des von des Königs der Niederlande Majestät ihm verliehenen Ritterkreuzes des Ordens der Eichenen Krone zu gestatten.

* Düsseldorf, 27. Okt. Am Lösten starb hierselbst der Königl. Garten⸗Direktor M. F. Weyhe. Das schönste Denkmal, welches der als Botaniker ausgezeichnete Mann sich selbst gesetzt hat, sind die mannigfachen und geschmackvollen Garten⸗ und Park⸗Anlagen, welche zur Verschönerung der Stadt in so hohem Grade beitragen, und die Düsseldorf ein so freundliches Außenbild verleihen. Niemand verstand wohl besser die Gartenkunst von ihrer schönsten Seite zu zeigen, als der Verstorbene; schon die sorgsame Pflege und Erhaltung der älteren, vom Grafen von Goltstein, dessen leider schon halb der Ver⸗

(Genaueste nachweist.

verdient, begonnenen Hofgarten⸗Anlagen sichern dem Direktor Weyhe die stete Dankbarkeit der Stadt, die durch seinen Tod einen schwer zu ersetzenden Verlust erleidet.

Zu dem von Seiten des Kunst⸗Vereins für Rheinland⸗West⸗ phalen in der hiesigen Franziskaner⸗Kirche durch den Maler Set⸗ tegast gestifteten Freskobilde, die Kreuzigung Christi, sind nun auch die Seitenflügel vollendet. Das Bild ist von den vier Evan⸗ gelisten und den beiden Apostelfürsten Petrus und Paulus, Letztere in Lebensgröße, während Erstere nur in Brustbildform dargestellt sind, recht sinnig umgeben. Die mit goldenen Sternen besäete blaue Kuppel der Kirche hebt das Ganze, das einen großartigen Eindruck macht und mit Recht als eine neue schätzbare Zierde der Stadt an⸗ erkannt wird. 88

Deutsche Bundesstaaten.

Königreich Bayern. (N. K.) Ein am 26. Oktober er⸗ schienenes Regierungsblatt (Nr. 36) enthält folgende Allerhöchste Ver⸗ ordnung, den Getraidehandel betreffend: „Ludwig, von Got⸗ tes Gnaden König von Bayern ꝛc. ꝛc. Wir finden Uns bei der stei⸗ genden Theuerung des Getraides in landesväterlicher Fürsorge für das Wohl Unserer getreuen Unterthanen bewogen, auf so lange Wir nicht anders verfügen, zu verordnen, was folgt: §. 1. Die Bestim⸗ mungen Unserer Verordnung vom 11. November v. J. über den An⸗

neuerdings verkündet und mit aller Strenge vollzogen werden. Den Polizei⸗ und Zollbehörden wird demgemäß bei schwerer Verantwort⸗ lichkeit wiederholt untersagt, Getraide über die Gränzen in das Aus⸗ land führen zu lassen, wenn nicht die vorschriftsmäßigen Zeugnisse darüber beigebracht sind, daß das zur Ausfuhr bestimmte Getraide von einer ansässigen Person und auf einer inländischen Schranne eingekauft worden ist, oder daß die im §. 2 der erwähnten Verordnung bezeichneten Verhältnisse bestehen. §. 2. Jeder Getraidehändler oder Unterhändler hat sich von nun an mit einem Zeugnisse der Distrikts⸗Polizei⸗Behörde seines or⸗ dentlichen Wohnortes zu versehen, welches das für die fragliche Han⸗ delsberechtigung vorgeschriebene Erforderniß der Ansässigkeit auf das Wer sich mit dem Ankaufe von Getraide zum Wiederverkaufe ohne den Besitz eines solchen Zeugnisses befaßt, soll mit

chen beahndet werden. § 3. In Ansehung des verbotenen Ankaufes des Getraides auf dem Halme oder der Wurzel verbleibt es bei den Be⸗ stimmungen der unterm 13. Juni 1817 ergangenen Verordnung. §. 4. Wer Getraide oder Kartoffeln kauft und sich dabei den Rück⸗ tritt von dem Kauf gegen Zurücklassung einer bei dem Kaufab⸗ schlusse erlegten Prämie oder Darangeldes, oder gegen Bezahlung einer Conventionalstrafe oder einer Preisdifferenz vorbehält, unter⸗ liegt den in der Verordnung vom 11. November 1845 §§. 3 bis 5 festgesetzten Strafen. Mit gleicher Strafe ist in solchen Fällen gegen den Verkäufer einzuschreiten. §. 5. Wer durch Ver⸗ breitung falscher oder entstellter Thatsachen, durch Anbietung höherer Preise, als die Käufer selbst fordern, durch Vereinigung mit Inha⸗ bern gleicher Gegenstände zu dem Ende, diese gar nicht, oder nur zu einem gewissen Zeitpunkt, oder zu einem höheren als dem zur Zeit der Uebereinkunft bestehenden Preise zu verkaufen, oder wer durch Scheinverträge, durch Ansagen falscher Preise bei den Schrannen⸗ Protokollen oder durch sonstige Kunstgriffe das Steigen des Preises des Getraides oder der Kartoffeln zu bewirken sucht, soll nach §. 7 der Verordnung vom 11. November v. J. bestraft werden. §. 9. Gegenwärtige, für die sieben Regierungs⸗Bezirke diesseits des Rheins geltende Verordnung hat mit dem Tage ihrer Bekanntmachung in Wirksamkeit zu treten. Unser Ministerium des Innern ist mit dem Vollzuge beauftragt. München, den 23. Oktober 1840. Ludwig. von Abel. Graf ven Seinsheim. Graf von Bray, Staatsrath. Freiherr von Schrenk, Staatsrath. Freiherr von Hertlin ral⸗ Lieutenant.“ 1 1

Königreich Sachsen. (. Z. h den neueren über das Befinden Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Georg (s. Nr. 297 der Allg. Pr. Ztg.) ausgegebenen ärztlichen Bülletins nimmt die Krankheit fortwährend einen günstigen Verlauf und wendet sich ent⸗ schieden zur Genesung.

In Leipzig hat sich ein Verein von Bürgern gebildet, in der Absicht, beim Herannahen des Winters und bei der fortdauernden Steigerung der Preise der Lebensmittel, für möglichst wohlfeiles Brod und hiernächst für Kartoffeln, Erbsen und ähnliche Lebensmittel zum Besten der hülfsbedürftigen Bewohner der Stadt zu sorgen. Die Deutsche Allgemeine Zeitung bemerkt: „Wie wir hören, hat die Unterzeichnung (zu welcher der Verein öffentlich aufgefordert hatte) binnen wenigen Tagen schon ein bedeutendes Kapital ergeben, eben so hat die Stadt sich dabei mit einem Kapital von 7000 Rthlr. betheiligt, außerdem die Brodbäckerei der Armen-Anstalt, so wie geeignete Lokalitäten zur Aufbewahrung von Getraide, Mehl und Kartoffeln, dem Verein zur Verfügung gestellt, demselben freies Holz für die Bäckerei zugesagt, auch die Mahlsteuer und sonstigen städti⸗ schen Abgaben erlassen und sonst noch die nöthigen Fuhren innerhalb des Stadtgebiets zu leisten übernommen.

gessenheit anheimgefallener Name hierbei gewiß genannt zu werden

kauf von Getraide zur Ausfuhr in das Ausland sollen allenthalben“

einer Geldbuße von 25 100 Fl., oder mit Arrest von 8 Tagen bis zu 4 Wo⸗

Auch soll die Eingangs⸗ Steuer auf Getraide- und Mühlen⸗Produkte an den Gränzen des

Zollvereins aufgehoben und in diesen Tagen die amtliche a machung hierüber zu erwarten sein.“

Oesterreichische Monarchie. Wien, 27. Okt. Da die Besserung Sr. Kaiserl. Hch

Erzherzogs Palatin den Umständen nach fortschreitet, so werde ärztliche Bülletins mehr ausgegeben.

Rußland und Polen.

St. Petersburg, 24. Okt. Mit Genehmigung Er

stät des Kaisers sind die Schulen für Töchter aus dem g⸗ Stande zu Zarskoje⸗Selo und Soligalitsch, die seither 3 Fürsorge der Großfürstin Olga standen, in Veranlassung des⸗ dens Ihrer Kaiserl. Hoheit aus Rußland, der Großfürstin g Gemahlin des Thronfolgers, untergeordnet worden. Ihre Majestät die Kaiserin hat an das Conseil des patti Damen⸗Vereins von St. Petersburg folgendes Restript a2 „Meine vielgeliebte Tochter, die Großfürstin Olga Nikolajenes bei Ihrem durch Ihr Scheiden aus Rußland veranlaßten Au aus der Zahl der wirklichen Mitglieder des Conseils den g

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erkennen gegeben, auch ferner Ehrenmitglied desselben bleiben len. Ich hege die volle Ueberzeugung, daß das Conseil sin⸗ der Mitwirkung eingedenk sein wird, mit welcher Ihre ga Hoheit sich bei seinen wohlthätigen Bestrebungen betheiligt e der Fürsorge, welcher die unter ihrer Obhut stehenden Sth Schule so lange sich zu erfreuen das Glück hatte, und dees was zum weiteren Gedeihen dieser Schule gereichen win

Schutze Ihrer Kaiserlichen Hoheit der Großfürstin Maria Mitz übergiebt. In Veranlassung dessen befehle Ich dem Consezs Kaiserliche Hoheit die Großfürstin Olga Nikolajewna als Che glied aufzuführen und Ihre Kaiserliche Hoheit die Großfürstng Michailowna in die Zahl der wirklichen Mitglieder aufzu (gez.) Alexandra.“

Vom Kriegsschauplatz im Kaukasus sind neuerdings Nachrichten hier eingegangen: „Am 2b. September traf - Befehlshaber im Lager an der Fortanga ein und besichtigte a atschojewsche Befestigung in allen ihren Einzelnheiten. Dijs gf gung, zu welcher der Grund erst am 3. Juli gelegt wurit die Thätigkeit des General-Lieutenants Labinzoff gegenmm! nur in vollkommenen Vertheidigungs⸗Zustand gesetzt, sonden 8 Innern fast vollendet. Ungeachtet der mitunter beschwerlichen und der großen Hitze in den Monaten Juli und August, ist m der durch den General-Lieutenant Labinzoff bewerkstelligtn; Verpflegung und durch dessen Umsicht die Gesundheit der m erhalten worden, so daß diese Heeres⸗Abtheilung, die gegen gegen 7000 Mann verschiedener Grade zählt, im Ganzen m Todte (von denen 3 an Wunden und Verletzungen gestorba und 66 Kranke hat; 104 sind in verschiedenen Hospitälern bracht. Diesen befriedigenden Zustand der tschetschenzischen 1. lung muß man allerdings zum Theil der gesunden Oertlichker stens aber der besonderen Sorgsalt, die der General La ihm anvertrauten Truppen bewiesen, zuschreiben. Der Feint sich schon lange nicht mehr, trotz aller Drohungen Schamilt den Bau der Festung stören wollte, und in den letzten sechs 8. ist, außer der Affaire vom 15. September, in der Nähe des! nicht ein Schuß gefallen. Die Tschetschenzen fahren fort, st Unterwerfung geneigt zu zeigen, und wiewohl sie Schamil unf Naibs noch fürchten, wollen sie sich zur Uebersiedelung ins 1e durchaus nicht verstehen. Am 30sten ging der bekannte Et Efendi, ein angesehener Geistlicher und Vertrauter Schamte seiner Familie zu uns über. Er war im vorigen Jahte Stha Haupt⸗Agent jenseits des Kubans, der den Geist der Whersetzlt und der feindseligen Unternehmungen gegen uns aufrecht zu erz suchte. Außer Soleiman können auch die übrigen vornehmsten Gessle so wenig wie Chamysch⸗-Mullah, der noch im Frühling aus der zi Tschetschna zu uns überging, ihre gegenwärtige Lage ertragen, undt zu erwarten, daß das weitere Umsichgreisen solcher Stimmungen unm Geistlichkeit von ganz Daghestan Schamil zuletzt in große Vem heit bringen wird. Am 15. September fand an der Naicheit Werst von Atschoi, ein Gefecht gegen Mahomet Ansoroff scett ossetische Miliz sah sich bei einer Fouragirung plötzlich angem nahm aber den Kampf muthvoll an und zog sich unter starkemn kaltblütig auf die Reserve zurück. Beim ersten Schusse eilte b Labinzoff mit einem Bataillon zum Schutz der Fourageue worauf die vereinigte Mannschaft guten Muthes gegen dilt schenzen vorrückte, die jedoch den Angriff nicht abwarteten, seich die Osseten nebst 200 Kosaken vom wolgaschen Regiment dl Tapfersten der Tschetschenzen ins Handgemenge kamen undt empfindlichen Verlust beibrachten. Im südlichen Daghestan der General⸗Lieutenant Fürst Argutinski beharrlich den ihn schriebenen Operationsplan und hält den Feind in beständigem h Den 9. September brach er aus seiner Position am Turtschide dem zerstörten Aul Tchoch auf und verwüstete am 10ten unwet gora und Kupa die Höfe und Vorräthe, welche für die Schaaren bis waren, die im Spätherbst und im Winter einen Angriff auf die unsunten fenen Stämme unternehmen sollten. Darauf unternahm der Fürst tinski, um den Feind abzulenken, eine bewaffnete Rekognoszirung, den Befestigungen der Position Gudul⸗Maidan; bei dieser Beni

höchst charakteristisch und effektvoll aus. Auch bei den mehrstimmigen Soli's hatte sich Herr Mantius, dem schönen Werke zu Ehren, betheiligt und trug dadurch wesentlich zum Gelingen der Aufführung bet. Hätte Herr Zschiesche nicht versucht, den Mephistopheles zu sprechen, könnten wir auch ihm, seiner gelungenen musikalischen Durchführung halber, vollständiges Lob zollen. Die Tempi einiger Chöre waren nach unserem individuellen Dafür⸗ halten zu langsam und würden jedenfalls durch ein etwas belebteres Er⸗ fassen an Energie und Lebendigkeit noch gewinnen. Im Uebrigen ließ die musikalische Aufführung unter Rungenhagen's Leitung nichts zu wünschen. Das geniale Werk gewährte daher von dieser Seite dem zahlreichen Auditorium einen eben so befriedigenden als tiefen und nach⸗ haltigen Eindruck. 2.

Lichtbilder auf Zeugen.

Das Frankfurter Journal bemerkt in einem Artikel vom 24. Oktober Folgendes: „Herr F. C. Vogel hierselbst zeigte uns dieser Tage höchst gelungene Versuche von Lichtbildern auf Baumwollen⸗, Leinen⸗ und Seidenzeuge, von ihm und von seiner Frau ausgeführt, welche zugleich die Möglichkeit einer Vervollkommnung aufs deutlichste beurkunden. Es ist be⸗ kannt, daß in der Färberei zur Erlangung gewisser Farben die dazu vorbe⸗ reiteten Zeuge eine Zeit lang der Luft ausgesetzt werden müssen, bevor sie vollendet werden. Herr Vogel glaubt nun, daß bei manchen solcher Vor⸗ bereitungen dem Lichte die Wirkungen zugeschrieben werden müssen, welche man bisher der Luft zuschrieb. Er glaubt auch, daß sorgfältige Erfor⸗ schung der Einwirkung des Lichtes auf die Farbstoffe der Färberei und Zeug⸗Druckerei manche Vortheile verschaffen könne. Herr und Frau Vogel wurden durch die Erfahrungen bei ihren photographischen Arbeiten, deren Vorzüglichkeit das Publikum schon öfter zu bewundern Gelegenheit fand, zu Proben der Darstellung von Lichtbildern auf Zeuge ermuntert, und es ist zu erwarten, daß diese neue Benutzung der Wirfung des Lichtes unter

Anderem auch zur Verzierung von Zeugen die mannigfachste Anwendung finden werde.“

Das Dresdener Tageblatt vom 29. Oktober berichtet, daß Karl Gutzkow am dortigen Hostheater zum Dramaturgen ernannt worden ist.

Einladung an die Sprachgelehrten Großbritaniens, Skandinaviens und Nord⸗Amerika's.

Der germanischen Literatur, im weitesten Sinne des Wortes, hatte es bisher an einem Werke gefehlt, in welchem die vielen und so verschieden⸗ artigen Mundarten der teutonisch⸗, skandinavisch⸗, angelsächsisch⸗ und frie⸗ sisch-germanischen Sprachen alle in verwandtschaftlich geordneter Uebersicht zusammengestellt sind, um den außerordentlichen Reichthum und Wortschatz dieses großen Sprachstammes den germanischen Nationen überraschender⸗ weise vor Augen zu stellen. Seit mehreren Jahren bin ich mit der Aus⸗ arbeitung eines solchen, allen diesen verwandten Völkern gemeinsamen Na⸗ tionalwerkes beschästigt, wobei mich die namhaftesten Gelehrten Deutsch⸗ lands, Hollands, Flanderns, Brabants u. s. w. auf das bereitwilligste un⸗ terstützt haben, so daß bis jetzt bereits 480 Mundarten in lebensfrischen Erzeugnissen der germanischen Volksmuse vertreten sind. Vertrauensvoll wendet sich der Herausgeber des Werkes, welches unter dem Titel: „Ger⸗ maniens Völkerstimmen“, erscheint, nun auch an die Sprachgelehrten Großbritaniens, Skandinaviens und Nord⸗Amerika's, dieselben freundlichst ersuchend, das besagte Werk im Interesse der Wissenschaft auch von ihrer Seite durch Uebersendung von volksthümlichen dichterischen Erzeugnissen in den verschiedenen Mundarten ihres Vaterlandes gütigst fördern zu wollen. Es handelt sich bei diesem Unternehmen darum, zum Ruhme der sämmt⸗ lichen germanischen Reiche ein umfassendes Nationalwerk hinzustellen, wie bisher in Bezug auf die Mundarten die anderen durch Abstammung sich nahe stehenden Völker Europa's u. s. w. noch keines in dieser Art und

Ausdehnung aufzuweisen haben. ] In welchem Grade das tiefere Studium einer jeden einzelnen Sprache

des bezeichneten großen Stammes durch den Gesammt⸗Ueberkblic, 4 ein solches Werk bietet, gefördert wird, ist selbstredend. Es Haü wohl die Hoffnung gehegt werden, daß die anderen germanischa enl zur Vollendung desselben eben so bereitwillig, wie bereits di sänne Völkerschaften teutonisch⸗germanischer Abstammung, die Hand benn ae In Deutschland hat sich das Werk der besonderen Förderung Ceih des Königs von Preußen und des preußischen Kultus⸗Ministenuns! freuen. Sollten die Sprachgelehrten Großbritaniens, Skanditabien Nord⸗Amerika's dem die gesammte germanische Dialektologie ins 9 senden Unternehmen ihre thätige Theilnahme zuzuwenden geneigt sen dürfte die Einsendung von volksthümlichen Dichtungen, Sagen, dein Märchen, Volksliedern, Sprüchwörtern u. s. w. in den verschieden genwärtig gesprochenen Mundarien der genannten Länder wohl cliß dem Zwecke des Werkes entsprechen, indem auf diese Weise zaghe tieferer Blick in den Volksgeist gewährt wird und das Werk au 1 wissenschaftlichen auch einen dichterischen Werth und eine kulturgesche Bedeutung erhält. Eigenthümliche Ausdrücke und Redensaltene, mundartlichen Beiträgen möge es den verehrlichen Herren Einsende⸗ fallen, unter dem Texte in der allgemeinen Schriftsprache ihres Vach zu erklären. Die Zusendungen bitte ich mir auf dem Wege 28 handels gütigst zustellen zu wollen. Bis jetzt ist der erste ndri Werkes, welcher die norddeutschen, nordfriesischen, westphälischen un rheinischen Mundarten enthält, erschienen. 8 britati Schließlich ersuche ich die bochlöblichen Redactionen groß nnein skandinavischer und nordamerikanischer Blätter, denen eine 808 9 wissenschaftliche Sache der sämmtlichen germanischen Nationen * liegt, diesen Zeilen eine Stelle in ihren geschätzten Blättern g wollen, da ohne solche Gefälligkeit von ihrer Seite das genae wohl nicht den wünschenswerthen Grad der Vollständigkeit erlang Berlin, den 28. Oktober 1846. 6. 1 Dr. Johannes Matthias Firmenich ee“”

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sere Miliz eine beträchtliche Schaar von Bergbewohnern an

2₰ sie in die Flucht. Nachdem dies gelungen, kehrte Fürst chlug 11. September nach Turtschidag zurück, mit Verlust Neinzigen Ober⸗Offiziers und mit 4 verwundeten Subalternen. dwen übrigen Punkten unserer Stellungen siel nichts Be⸗ uswerthes vor, ausgenommen der Angriff des Naib Duba die Kolonne des Oberst⸗Lieutenants Trich, welche aus dem Wosdwischeusk zur Fällung von Bauholz ausgesandt wor⸗

Der Feind, der ein Geschütz hatte, socht hartnäckig, wurde mit großem Verlust abgeschlagen und ließ 5 Leichen nebst dem

kütze auf dem Platze. Unser Verlust besteht in 2 Erschlagenen s6e Verwundeten. Die kumypkische Ebene ist durch die fast voll⸗ tte Befestigung am Jarik⸗Su und durch eine Verstärkung von allerie-Reserven gedeckt. Das aus Kachetien neu angekommene naoner⸗Regiment Sr. Königl. Hoheit des Kronprinzen von Würt⸗ 2* errichtet sein Stabsquartier am Sulak, und eben so rasch eitet der Bau der Quartiere für das neue dagestanische Infanterie⸗ iment in der Nähe von Temir⸗Chan⸗Schura im Dorfe Ischkarti wärts. Die schlimmen Folgen, welche die durch den Blitz bewirkte osion eines Pulverkellers in der Befestigung Jewgeniewsk hätte

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hsich ziehen können, sind vollkommen beseitigt, da die Garnison hh die Ausbesserung der Festungswerke und Wohngebäude voll⸗ men geschützt und untergebracht ist.“ . 8 Dem Willen Sr. Majestät des Kaisers gemäß, werden, auf ndlage des neuen Statuts für die Gemeinde⸗Verwaltung St. Petersburg, in den Tagen vom 25. Oktober bis 8. November die ersten Versammlungen der gesammten tt⸗Gemeinde zur Wahl von stimmfähigen Mitgliedern der meinen Duma stattfinden. Zu diesem Ende versammeln sich Fzsten d. um 9 Uhr Morgens sämmtliche Corporationen der dt⸗Gemeinde im Saale des adlichen Klubs. Der Adels⸗Marschall 5t. Petersburgischen Kreises und das Stadthaupt melden dem wernements⸗Chef durch Deputirte, daß sie bereit sind, sich in die e zu verfügen. Der Gouvernements⸗Chef begiebt sich ir Vortritt der Deputirten in den Saal, verliest den fllichen Befehl zur Eröffnung der Versammlung und ladet als⸗ ndie Mitglieder der rechtgläubigen Kirche ein, in die Kathedrale [Mutter Gottes von Kasan, und die Mitglieder fremder Konfes⸗ gen, in ihre Gotteshäuser sich zu begeben. Der Zug geht in fol⸗ ader Ordnung vor sich: Voran der Gouvernements⸗Chef mit dem n⸗Adelsmarschall, dem Stadthaupte und den übrigen Mitgliedern verordneten Kommission, darauf 1) die Personen aus dem Erb⸗ 1, die unbewegliches Vermögen in der Residenz besitzen, 2) die sönlic⸗-Adeligen, Ehrenbürger und die übrigen Besitzer unbeweg⸗ in Eigenthums, 3) die hiesigen Kaufleute aller drei Gildm, 4) [Bürger und 5) die zu einer Zunft gehörenden Handwerker. Nach Gottesdienst werden alle anwesenden Mitglieder der Stadt⸗Ge⸗ nde nach der vorgeschriebenen Form zum Eide geführt, worauf Schwörenden die Eidesformel mit ihrem Namen unterzeichnen. in 27. Oktober bis zum 6. November versammeln sich dann die hischen Corporationen und ihre Unterabtheilungen, jede abgeson⸗ tt, um die eigentlichen Wahlen vorzunehmen. Den Vorsitz führen den beiden zuerst genannten Corporationen der Kreis⸗Adelsmar⸗ al; im Kaufmannsstande das Stadthaupt; im Bürgerstande der rgerälteste Kaparulin, und im Handwerkerstande das Haupt der verre, Matwejew. Am Sonntag den 8. November werden die sammlungen der Stadt⸗Gemeinde mit Gottesdienst und mit der gesleisung der Gewählten geschlossen. In den nächsten drei Jah⸗ finden keiine Wahlversammlungen statt, sondern alle Gemeinde⸗ Galegenzeüen, als: die Wahl des Stadthauptes und der übrigen vamten, die Entscheidung der verschiedenen ökonomischen Fragen, die tathung über die Bedürfnisse und das Wohl der Gemeinde u. s. w., ien ausschließlich den Kommittirten überlassen, auf welche die tbevorstehende Wahl der städtischen Corporationen fallen wird. everordnete Kommission macht deshalb darauf aufmerksam, daß, für die Zukunft den gehörigen Gang der Gemeinde⸗Angelegenheiten n zu stellen, eine allgemeine und einmüthige Theilnahme sämmt⸗ ndazu berufenen Personen unumgänglich nöthig sei. Auf Antrag des Dirigirenden des See-Ministeriums hat Se. pesäät der Kaiser befohlen, den Statuten der russisch⸗amerikauischen nagnie folgende Punkte hinzuzufügen: 1) Die von Ochotsk nach n übergesiedelte Faktorei soll den Namen aianscher Hafen der ssh⸗amerikanischen Compagnie führen, in gleicher Weise wie diese ee Beziehung dem Hafen von Nowoarchangelsk zugestanden wor⸗ st. 2) Der Befehlshaber des Hafens von Aian wird ausschließ⸗ aus der Zahl der Stabs⸗Offiziere der Marine ernannt. Von dem Finanz⸗Ministerium wird bekannt gemacht, daß diejeni⸗ welche ihre im Jahr 1840 in Circulation gesetzten Reichsschatz⸗ llete der SZten, Jten und 10ten Serie, zu 250 R. Ass., gegen ichsschazbillette der 5ten, 6ten und 7ten Serie, zu 50 R. S. um⸗ chseln wolen, sich deshalb in St. Petersburg an die Haupt⸗Ren⸗ e, den Gouvernements an die dortigen Rentereien oder die be⸗ sengen Kreis⸗Rentereien wenden können, zu welchem Zweck die nereien mit der gehörigen Anzahl auf Silbermünze gestellter Reichs⸗ haßbilette versehen sind.

Frankreich.

Paris, 20. Okt. Aus Bordeaur wird heute gemeldet, daß

Herzog von Aumale gestern dort erwartet wurde und heute te Reise nach Paris fortsetzen wollte. Der Herzog und die Her⸗ in von Montpensier gedachten morgen in Bordeaur einzutreffen wollten drei Tage daselbst verweilen. Die Vorbereitungen zu gesten in Versailles werden emsig betrieben. Vorgestern nahm sänig die Arbeiten in Augenschein. Die Festlichkeiten sollen am sovember beginnen; am 16ten soll die Theater-Vorstellung im sise stattsinden. Mit Rücksicht auf den traurigen Zustand der 9 Provinzen Frankreichs sollen der Herzog und die Herzogin Montpensier, wie der Courrier français wissen will, alle en Orten ihrer Durchreise, namentlich zu Bayonne und Bordeaux, en zu Ehren vorbereiteten Festlichkeiten abgelehnt und den Wunsch siprochen haben, daß die von den städtischen Behörden zu diesem 5 bewilligten Gelder für die unglücklichen Nothleidenden ver⸗ mnt werden möchten, um diesen Obdach und Lebensmittel dar⸗ Lorgestern und gestern war der Ministerrath zu St. Cloud unter 8 des Königs versammelt, um über die Maßregeln zu berath⸗ ken, welche zur Unterstützung der Unglücklichen, welche durch die aschwemmungen so schwer gelittten, zu treffen sein möchten. Der ter des Innern, der auf seiner Rückreise nach Paris einen Theil egenden berührte, welche die Opfer dieser Unglücksfälle gewor⸗

üe ii bereits die erste dringendste Hülfe angeordnet. Die Ge⸗ 9 Loire und ihrer Nebenflüsse sind nun zwar fortwährend eshne begriffen, aber der ungeheure Schaden, den diese plötzliche dnnh eommung verursacht hat, stellt sich täglich mehr heraus. Der neht Sha gewesene Minister der öffentlichen Arbeiten soll ihn de wae 100 Mill. Fr. veranschlagen. Die Zeitungen sind noch Vrfiö er Berichte über die erlebten Schrecknisse und das Bild han berung, welches die abfließenden Wasser hinterlassen. Von denhe Roanne wird gemeldet, daß der die Verbindung mit Pa⸗ ittelnde Kanal und die Loire nur Einen Strom bilden und

Hunderte von Kanalschiffen mit ihren Ladungen sammt den an den Ufern zur Verladung angesammelt gewesenen Waaren verloren ge⸗ gangen sind. Man glaubt, daß der Kanal auf mehreren Punkten gerissen sein müsse. Alle Schleusen desselben sind zerstört. In Roanne wurde in der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober din ganzer Stadttheil, 112 Häuser, in den Fluthen begraben. In Or⸗ leans war der ganze Markt von Diligencen und Messagerieen bedeckt, die innerhalb zweier Tage von Paris ankamen und nicht weiter konnten. Im Thale von Orleans sind zehn Gemeinden verwüstet worden. Das Dorf Andrezieux bei Saint⸗Etienne ist fast ganz hin⸗ weggeschwemmt, die Eisenbahn dahin durchgerissen, große Kohlen⸗ und Holzvorräthe weggeführt. Die Ebene bei Andrezieux ist mit ent⸗ wurzelten Bäumen, Sand und Trümmern aller Art besäet, die am Bahnhofe befindlich gewesenen Wagen sind umgestürzt und in Schlamm und Sand begraben. In Orleans schlug in der Rue Dauphiné ein Boot um, und von den Menschen, die darin Zuflucht gefunden hat⸗ ten, fanden 7 in den Fluthen ihren Tod. Auch aus Marseille wird von Ueberschwemmungen in Folge heftiger Gewitterregen geschrieben; die Durance ist ebensalls über die Ufer getreten. Es werden bereits überall Sammlungen für die bei der Loire⸗Ueberschwemmung beschä⸗ digten Gegenden veranstaltet. Auf allen Stationen der Paris⸗Or⸗ leans⸗Eisenbahn liegen Subscriptionslisten offen, und die Gesellschaft selbst hat 30,000 Fr., die Verwaltung der Königlichen Messagerieen 6000 Fr. gezeichnet. In Nevers wurden 12,000 Fr. aus städtischen Mitteln bewilligt. Auch vom Journal des Debats ist eine Liste ausgelegt worden, welche die Herausgeber mit 500 Fr. eröffnet ha⸗ ben. Die höchste bekannte Loire⸗Ueberschwemmung war im Jahre 1789; am 17. und 18. Oktober hat aber das Wasser eine noch um 2 Metres 50 Centim. größere Höhe erreicht.

Die spanische Amnestie wird nicht nur von den liberalen fran⸗ zösischen Blättern, sondern auch von der Presse, die sonst das Mi⸗ nisterium Isturiz stets in Schutz zu nehmen pflegte, als eine ihren Zweckganz verfehlende Maßregel bezeichnet. „Mit Bedauern“, be⸗ merkt das genannte Blatt, „sehen wir uns genöthigt, dieses Amne⸗ stie-Dekret für einen Fehler zu erklären, und unter den jetzigen Um⸗ ständen ist ein Fehler ein arges Uebel. Die madrider Regierung hätte die so natürlich ihr sich darbietende Gelegenheit ergreifen sol⸗ len, um durch Großmuth ihre Stärke zu beweisen. Es wäre das sicherste Mittel gewesen, jeden loyalen und rechtschaffenen Mann der beiden äußersten politischen Parteien zu entwaffnen und so die Pläne aller derjenigen zu vereiteln, welche darauf rechnen, durch die Unzu⸗ friedenheit und Erbitterung, welche jahrelange Verbannung und Ein⸗ kerkerung stets erregen, ihre Zwecke zu erreichen. Vergebens haben wir nach plausiblen Gründen gesucht, warum die spanische Regierung sich solchergestalt der glücklichen Folgen berauben zu müssen glaubte, die ein wirklich allgemeiner Pardon unvermeidlich gehabt haben würde.“

Ueber die Miliz⸗Einberufung in Genf und Waadt bemerkt das Journal des Débats: „Was allein in den über diesen Gegen⸗ stand erschienenen Proclamationen Verwunderung erregen kann, ist der Umstand, daß der Aufruf zu den Waffen darin auf die Bewe⸗ gungen der sranzösischen Truppen längs unserer Gränze gestützt ist. Wir begreifen, daß in dem Zustande des Landes die Kantonal⸗Re⸗ gierungen ihre Vorsichts⸗-Maßregeln nehmen zu müssen glauben, allein wen glaubt man denn zu täuschen, indem man sich dieses un⸗ glaublichen Vorwandes bedient?“

Herr Mollien, der französische General⸗Konsul in Havana, der zu Paris auf Urlaub war, hat sich wieder nach seinem Bestimmungs⸗ ort begeben.

x Paris, 26. Okt. Alle Posten aus den verschiedenen Richtungen des südlichen Frankreichs sind fortwährend im Rückstande. In der ganzen Breite des Landes von Bordeaux bis Lyon sind die Verbindungen durch die furchtbaren Ueberschwemmungen abgeschnitten, welche jene Gegenden so schrecklich heimgesucht haben und auf Jahre hinaus die traurigen Spuren ihrer Verwüstungen zurücklassen werden. Hunderte von Häu⸗ sern sind zusammengestürzt, eine große Anzahl von industriellen Eta⸗ blissements, ein beträchtliches Material, Massen von Waaren aller Art, deren Werth nach Millionen berechnet wird, Schiffe in beträchtlicher Zahl sind in wenigen Stunden vernichtet, fortgerissen worden, unge⸗ heure Summen sind verloren, und eine Menge von Familien hat Alles eingebüßt, was sie besaß. Auch Menschenleben, deren Zahl sich aber noch nicht bemessen läßt, sind zu Grunde gegangen, Jam⸗ mer und Noth herrschen überall in jenen sonst so gesegneten Gegen⸗ den. Das Unheil ist unermeßlich. Und was das Schlimmste, so kommt es gerade in dem Augenblick, wo die rauhe Jahreszeit be⸗ ginnt, in Distrikten, welche so eben erst durch zahlreiche Brandun⸗ glücke heimgesucht wurden, und nach einer keinesweges überall günstig ausgefallenen Aerndte, in Folge welcher eben auch die Brodpreise eine für die ürmeren Klassen der Bevölkerung sehr drückende Höhe erreicht ha⸗ ben. Der Ruf nach Hülfe ertönt von allen Seiten: das Maß des Unglücks ist zu groß, als daß hier Privatwohlthätigkeit auszureichen vermöchte. Die öffentliche Mildthäaͤtigkeit ist hier zu umfassendem Wirken berufen, und sie hat dasselbe bereits begonnen. Nicht blos in den von der Geißel heimgesuchten Gegenden, namentlich in den Städten daselbst, haben die Munizipalitäten schon große Summen für die ersten dringendsten Bedürfnisse bewilligt; auch in den ande⸗ ren Städten, namentlich in Paris selbst, organisiren sich Unterzeich⸗ nungen von Beiträgen, und die Journale, ohne Unterschied der poli⸗ tischen Farbe, machen sich zu Organen derselben. In wenigen Ta⸗ gen ist zu hoffen, daß bedeutende Summen versügbar sein werden. Lyon, obgleich in unmittelbarer Nähe der Loire⸗Gegend, wo die Ueberschwemmungen am furchtbarsten gehaust haben, ist glücklicher⸗ weise bis jetzt verschont geblieben, und in dieser zu allen Zeiten durch deu ausnehmenden Wohlthätigkeitssinn ihrer Bewohner so berühmten Stadt nehmen gleichfalls die Unterzeichnungen raschen Fortgang. Der Präfekt des Rhone⸗Departements und der Maire der Stadt haben sich mit beträchtlichen Summen an die Spitze gestellt.

Die zum Geschwader des Mittelmeeres gehörigen drei Linien⸗ schiffe „Jemappes“, „Marengo“ und „Neptune“ sollen entwaffnet und in Hafen⸗Kommission gegeben, dagegen durch die auf der dorti⸗ gen Rhede liegenden Linienschiffe „Hercule“ und „Ville de Marseille“ und den zu Brest befindlichen „Jena“ ersetzt werden. Man glaubt, sobald der „Jena“ bewaffnet sei, werde er von Brest aus zu der Fotte des Mittelmeeres stoßen. Die Fregatten „Descartes“ und „Asmodée“ sollen auf ihrer Fahrt nach Brest in Lissabon anlaufen und dürften vielleicht dort kurze Zeit durch den französischen Bot⸗ schafter zurückgehalten werden, da derselbe für jetzt nur die Dampf⸗ Fregatte „Labrador“ zur Verfügung hat, welche ihn eben dahin bringt. Am 18ten war die Dampf⸗Fregatte „Orinoko“ von Tou⸗ lon mit der Korrespondenz und zahlreichen Passagieren nach Algier abgegangen. An ihrem Bord befanden sich auch die sechs Feld⸗ geschütze, welche die französische Regierung dem Kaiser von Marokko sendet. Dieselben sind aus dem Arsenal von Straßburg hervor⸗

ESFEFroßbritanien und Irland. 88 8

London, 21. Okt. Die Berichte aus den Seehäfen, welche von der Ausrüstung mehrerer großer und kleiner Kriegsschiffe spre⸗ chen, haben die mannichfachsten Vermuthungen über den Zweck der⸗ selben angeregt. Der Morning Herald schreibt darüber: „Leute,

die gern Besorgnisse erregen, deuten auf die spanische Heirath und auf einen möglichen Bruch mit Frankreich hin; andere schauen bis nach Kalifornien und fragen, ob es wahrscheinlich sei, daß Lord Pal⸗ merston dem Präsidenten Polk gestatten werde, jenes schöne Land in Besitz zu nehmen und dadurch sich in den Stand zu setzen, die Schifffahrt des Stillen Meeres zu kontrolliren? Wir glau⸗ ben, die Befürchtungen dieser Sturmverkündiger bedeutend ermäßigen zu können. Es ist wenig Gefahr vorhanden, daß das herz⸗ liche Einverständniß, welches für England und Frankreich gleich wohlthätig ist, einen Bruch erleide, oder daß wir mit den Vereinig⸗ ten Staaten über einen nackten und entlegenen Landstrich streiten soll⸗ ten, der wohl ihre Ausgaben, aber nicht ihre Stärke vermehren kann. Die letzten Nachrichten aus Portugal sind offenbar die Ursache un⸗ serer Rüstungen. Bekanntlich ist unser Gesandter von Lissabon eiligst heimgekehrt. Natürlich hat er seitdem mit Lord Palmerston Konfe⸗ renzen gehalten und wahrscheinlich erklärt, daß die neulichen Verän⸗ derungen zu Lissabon geradesweges zu einer Revolution führen müssen. Die dortige Regierung ist der Gnade von zwei entgegen⸗ gesetzten Parteien preisgegeben, welche sich anscheinend vereinigen wollen, um einen Zustand der Dinge herbeizuführen, der das Bestehen der Kronk gefährden kann. England hat als alter und treuer Verbün⸗ deter Portugals eine doppelte Pflicht zu erfüllen. Es muß Portugal vor Selbstgewaltthat, d. h. vor dem Wahnsinne innerer Parteien schützen, und es hat dafür zu sorgen, daß Spanien keinen gerechten Vorwand zur Einschreitung erhalte. Ohne Uebertreibung darf man sagen, daß die spanische Regierung schon lange Neigung gezeigt hat, sich ungebührlich mit portugiesischen Angelegenheiten zu beschäftigen. Eine spanische Armee ist nicht sehr furchtbar; hätte sie aber einmal die festen Stellungen inne, welche Portugal darbietet, so könnte es etwas Mühe kosten, sie zum Abzuge zu vermögen. Vorbeugen ist besser als Heilen. Durch eine rasche Demonstration wird England zugleich den inneren und äußeren Feinden seines Verbündeten zeigen, daß es, wie gewöhnlich, völlig bereit zum Handeln ist, und daß es seine Macht anwenden wird, um die Krone Donna Maria's und mit ihr die Unabhängigkeit Portugals aufrecht zu halten und dadurch Verwickelungen vorzubeugen, welche den Frieden von Europa gefähr⸗ den könnten.“

Der Lord⸗Lieutenant von Irland hat an den Präsidenten des zur Linderung der Noth errichteten Bau⸗Departements ein Schreiben erlassen, nach welchem die Beamten desselben angewiesen werden sol⸗ len, sich sofort aus einem Orte zurückzuziehen, wenn die Arbeiter sich dort zu arbeiten weigern, sobald ihnen die Natur der Akkord⸗Arbei⸗ ten, die Höhe des zu gewinnenden Lohnes und die Art, wie die Arbeiten abgenommen werden sollen, bekannt gemacht worden ist. Bekanntlich haben sich in mehreren Theilen Irlands die nothleiden⸗ den Arbeiter geweigert, für ein bestimmtes Tagelohn bei den öffent⸗ lichen Bauten zu arbeiten.

Unter dem Vorsitze von Herrn Charles Gitpin fand gestern in dem weiten Raum der Royal British Institution von Finsbury eine Versammlung Behufs Abschaffung der Todesstrafe statt. Die ver⸗ schiedenen Redner, welche außer dem Vorsitzenden das Wort nahmen (Alderman Sidney, Herr Edw. Miall, Fred. Rowton und Herr Simes), beleuchteten den Gegenstand nach den verschiedensten Seiten hin, und die Versammlung nahm Beschlüsse zu Gunsten seines Zweckes einstimmig an.

Gestern starb hier in seinem 78sten Lebensjahre der eben so sehr durch seine Finanzpläne, als durch gewisse Lieferungs⸗Speculationen, sowohl unter Napoleon, als während der französischen Restauration, berüchtigte Banquier Ouvrard, nach zehntägigem Leiden an Lungen⸗ Entzündung, wozu sich ein organisches Herzübel gesellt hatte.

7

b“ Ostindien.

Bombay, 15. Sept. Die Nachrichten der diesmaligen über Marseille geleiteten Ueberlandpost (in Paris am 26. Oktober einge⸗ gangen) sind von keinem erheblichen Interesse. Die Provinz Sind war nach Berichten vom 6. September ruhig, aber es herrschte gro⸗ ßer Mangel an Lebensmitteln. In Lahore war auch keine Störung eingetreten, indeß scheint das Oecupations⸗Corps doch noch keine Anstal⸗ ten zu machen, das Land zu verlassen, obschon die Zeit der Besetzung des Landes mit dem Ende dieses Jahres abläuft. Lord Hardinge und der Ober⸗Befehlshaber der Truppen werden um diese Zeit ihre Sommer⸗Residenz in Simla verlassen und längs der Gränze eine Inspections⸗Reise machen. Oberst Lawrence, der Agent des General⸗ Gouverneurs in Lahore, ist dahin abgegangen. Die Regenzeit ist jetzt vorüber und seit sechs Wochen sehr heiteres Wetter. 3

Meteorologische Beobachtungen.

Abends 10 Uhr,

Nachmittags 2 Uhr.

Morgens Nach einmaliger

6 Uhr.

Luftdruck 338,74Par. 338,77 Par. 338,69% Par. Quellwärme 7,80° RR. Loftsarme . .. 8 + 5,1 R. ₰⸗ 6,94 R. + 6,0⁰ R. Flusswärme 7,2⁰ R. Thaupunkt + 4,80 R. I + 6,209 R. + 4,20 R. Bodenwürme 6,6 R. Dunstsättigung. 99 PpCt. 88 pct. 86 pCt. Ausdünstung 0,005 Rh. Wetter neblig. trüb. trüb. Niederschlag 0,011 "⁄Rh. Wind 8 0. 0. Wolkenzug ... 0.

Tagesmittel: 338,730Par.. 6,0 R. 5,19 R...

1846. I 29. Okt.

Beobachtung.

Wärmewechse!

+ 1,9⁰

91 pet. 0.

Handels- und Börsen-Nachrichten.

Die Course blieben heute wieder schwankend,

Berlin, 30. Okt. n Das Geschäft war im All⸗

schlossen aber gegen gestern ganz unverändert. gemeinen sehr unbedeutend.

Marktpreise vom Getraide. Berlin, den 29. Oktober 1846. Zu Lande: Weizen 3 Rthlr. 2 Sgr. 5 Pf., auch 3 Rthlr. 21 Sgr., auch 2 Rthlr. 14 Sgr. 5 Pf.; große Gerste 1 Rthlr. Sgr., auch 1 Rthlr. 25 Sgr. 2 Pf.; kleine Gerste 1 Nthlr. 27 Sgr. Pf., auch 1 Rthlr. 18 Sgr.; Hafer 1 Rthlr. 14 Sgr. 5 Pf., auch Rihlr. 10 Sgr. 10 Pf.; Erbsen 3 Rthlr. 10 Sgr. 10 Pf., auch 2 Rthlr. 20 Sgr. 5 Pf. Eingegangen sind 110 Wispel. Zu Wasser: Wetzen (weißer) 3 Rthlr. 13 Sgr. 2 Pf., auch 3 Rtblr. 9 Sgr. 10 Pf. und 3 Rthlr. 1 Sagr. 2 Pf.; Roggen 2 Rthlr. 21 Sgr. 7 Pf., auch 2 Rthlr 17 Sgr. 5 Pf.; große Gerste 1 Rthlr. 27 Sgr. 7 Pf., auch 1 Rthlr. 25 Sgr. 2 Pf.; Hafer 1 Rthlr. 11 Sgr. 6 Pf., auch 1 Rählr. 10 Sgr. 5 Pf.; Erbsen (schlechte Sorte) 2 Rthlr. 14 Sgr. 5 Pf. Eingegangen sind 487 Wispel 17 Scheffel. Mittwoch, den 28. Oktober 1846. Das Schock Stroh 6 Rthlr., auch 5 Rthlr. 15 Sgr. Heu 27 Sgr. 6 Pf., auch 20 Sgr. Kartoffel⸗Preise. Der Scheffel 26 Sgr. 3 Pf., auch 20 Sgr. Branntwein⸗Preise. Die Preise von Kartoffel⸗Spiritus waren am 23. 24. Oktober 27 und 27 Rthlr., am 26. und 27. Oktober 27 ½ und 28 Rthlr. und am 28. und 29. Oktober d. J. 28 ¾ und 28 ¾ Rthlr. (frei ins Haus geliefert) pr. 200 Quart à 54 % oder 10,800 % nach Tralles. Korn⸗Spiritus: ohn Geschäft. . Berlin, den 29. Oktober 1846.

Rthlr.; Roggen

4

Der Centne

1 Die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin.

8e 1