1846 / 306 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

8 Es wird ersucht, bis heute Dienstag den 3. November 1 8 den 2nn0e; W 8 9 7 1 88 5 der Wohnung 8 8 8 3 vhe Lnn Königl. Haus⸗Polizei⸗Inspektors Herrn Harcke, im Schaufg veHe,ee, each. (Eingang Taubenstraße), die Kontrakte für das as Abonne „5 1, den französischen Theater⸗Vorstellungen in Empfang zu nehn.-¹ 2 Klhlr. für ³½ 22 und sodann die Billets im Billet⸗Verkaufs⸗Büreau abholen 4 P. 8 1 3 8. nan lassen. 4* s Mittwoch, 4. Nov. Im Schauspielhause. 185ste Abonnementlallen s Vorstellung: Werner, oder: Herz und Welt, Schauspiel in 5 . hne ber,Setr . von K. Gutzkow. (Mad. Grabowski: Julie.) Ee 4* alg. 8 5 Donnerstag, 5. Nov. Im Schauspielhause. Mit aufgehobe Anzeigers 2 Sgr. 8 Fe-eeer. Wioa v“ 080. 080. 080. W e he 8,0 Abonnement: Struensee, Trauerspiel in 5 Abth., von Michael 8 2 de-rh-enn. ““ 2 büns Die Ouvertüre, die Musik zu den sämmtlichen Zwischenakten und

rliner Börse.

Den 2. November 1846. Meteorologische Beobachtungen.

Pr. Cour. Brief. Geld.] Gem.

84 ½ 92

Abends 10 Uhr V

Nach einmaliger Beobachtung.

Nachmittags

2 Ubr. Alle Post-Anstalten des In

und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Blatt an, für Berlin die Expedition der Allg. Preuß Zeitung: Friedrichsstraße r. 72.

1846. 1. Nov.

Morgens 6 Uhr.

Zf

Fonds. a Actien.

Brl. Potsd. Magdb. do. Obl. Lit. A. B. do. Lit. C.

Mgd. Lpz. Bisenb. do. do. Prior. Obl.

339,61 Par. 339,84 Par. 339,47 Par. Quellwärme 7,89 R. + 3,40 R. + 7,9 ⁰09 R. + 5,09 R. Flusswärme 4,1°9R. + 25° h. + 4,60° n. + 2,6 kR. Bodenwärme 3,6 R. 93 pCt. 76 PCt. 82 PCt. Ausdünstung 0,002 Rh. trüb.. halbheiter. beiter. Niederschlag 0.

Luftdruck Luftwärme.. Thaupunkt.. Dunstsättigung. Wetter

—ℳMꝝKNS=

Gold al marco. Friedrichsd'or. And. Gldm. à 5 Th. Disconto.

Pr. Cour. 84. Sebald-Sch. 3 ½ 93 ½ 92 Prämien-Scheine 90 Kur- u. Neumärk. Schuldverschr. 3 ½ Obligationen Westpr. Pfandbr. Düss. Elb. Eisenb. 1 . 2 3 . 1 b Tagesmittel: 339,54 Par. 5,4 R. 3,20 R. 84 pct. 0so. zur Handlung gehörige Musik ist von G. Meyerbeer do. 40o. 3 ½ Rhein. Eisenb. 84 ½ Ostpr. Pfandbr. 3 ½ Qdo. do. Prior. Obl. Kur- u. Neum. do. Ob.-Schles. E. L A Schlesische do. ¼ 5 do. Prior. B.-St. B. Lt. A. u. B. Magd.-Halbst. Eb. de. do. Prior. Obl. 2 [Bonn-Kölner ERab. do. Priorität do. Priorität do. Priorität Wilh.-B. (C.-O.)

Brief. Geld. d. Sech. à 50 T. Berliner Stadt- 32 38 Grossh. Pos. do. 4 do. do. Prior. Obl. 4 1 1b Pomm. do. 3 ½ do. v. Staat garant. do. v. Staat g. Et B. ¼ do. Lt. B. Br.-Schw.-Frb. B. Niedersch. Mk. v. e. Nied.-Mrk. Zwgb. Berlin-Hamburger

nenggöönhön’nen

Bekanntmachungen.

[942] CII „Der Kammergerichts⸗Auskultator Philipp Jagor ist der Vollziehung eines Pistolen⸗Duelles angeschuldigt und hat sich der wider ihn einzuleitenden Kriminal⸗Un⸗ tersuchung durch die Flucht entzogen. Nach den ange⸗ stellten Ermittelungen ist demselben am 20. Oktober cr. ein Attest zur Erlangung eines Ministerial⸗Passes zu einer Reise durch die Kaiserlich Oesterreichischen Staa⸗ ten, Frankreich nach Spanien ertheilt worden. Wir ersuchen hierdurch alle respektiven Militair⸗ und Civil⸗ Behörden des In⸗ und Auslandes, auf den ꝛc. Ja⸗ gor, dessen Signalement unten angegeben ist, vigi⸗ liren, denselben im Betretungsfalle festnehmen und un⸗ ter sicherer Begleitung hierher transportiren und an un⸗ ser Inquisitoriat abliefern zu lassen. Berlin, den 31. Ostober 1846. Königliches Kammergericht. 18 Signalement. Philipp Jagor, gebürtig aus Berlin, 23 Jahr alt, evangelischer Konfession, ist 5 Fuß 3 Zoll groß, hat blonde Haare, blonde Augenbrauen und blonden Bart, eine freie Stirn, blaue Augen, ein längliches Ge⸗ sicht und gesunde Gesichtsfarbe. Seine Kleidung und besonderen Kennzeichen sind nicht bekannt.

[849] Subhastations⸗Patent. Nothwendiger Verkauf.

In termino den 19. Mai 1847, Vormittags

12 Uhr und Nachmittags 4 Uhr, sollen dem

Landgeschworenen Thomasius gehörig an öffentlicher

Gerichtsstelle subhastirt werden:

1) das Erbpachts⸗Grundstück zu Johannisdorf von 14 Morgen 299 Q̃Ruthen kulmisch, abgeschätzt auf 1833 Thlr. 10 Sgr.; das Recht auf Gewinnung des Eigenthums von dem Grundstücke Groß Weide Nr. 9 mit 1 Hufe 14 Morgen 104 QRuthen kulmisch die bisher zu zeitemphiteutischen Rechten besessen worden nebst Wohn⸗ und Wirthschaftsgebäuden, abgeschätzt auf 5089 Thlr. 7 Sgr. 2 Pf. gemäß der im Bü⸗

rreau II. einzusehenden Tayxe.

Marienwerder, den 20. September 1844. Königliches Land⸗ und Stadtgericht.

[741] Ediktal⸗Citation.

Da über das Vermögen der Kaufleute Yriarte Adal⸗ bert und Eugen Isidor Wendt, desgleichen über die unter der Firma Wendt Gebrüder hier bestandene Hand⸗ lung und über das Vermögen der Ehefrau des Nriarte Adalbert Wendt, Julie, geborenen Liebecke, der Kon⸗ kurs eröffnet ist, so haben wir einen Termin zur Liqui⸗ dation der Forderungen der unbekannten Gläubiger auf den 16. Dezember d. J., Vormitt. 11 Uhr, angesetzt.

Wir laden daher Alle, welche einen Anspruch an die Konkursmasse der Gemeinschuldner zu haben vermeinen, hierdurch vor, in diesem Termine im hiesigen Land⸗ und Stadtgerichte vor dem Deputirten, Land⸗ und Stadtgerichts⸗Rath Lipten, entweder persönlich oder durch zulässige, mit gehöriger Vollmacht und Informa⸗ tion versehene Bevollmächtigte, wozu ihnen die hiesigen Justiz⸗Komm'’ssarien Wagner, Müller und Dr. Zacha⸗ riaͤe vorgeschlagen werden, zu erscheinen und ihre etwa⸗ nigen Forderungen an die Masse anzumelden, auch de⸗ ren Richtigkeit durch Einreichung der darüber sprechen⸗ den Dokumente oder auf andere Art nachzuweisen.

Wer sich nicht meldet, wird mit allen seinen Forde⸗ rungen an die Masse präkludirt und ihm deshalb ge⸗ gen die übrigen Kreditoren ein ewiges Stillschweigen auferlegt werden.

Stettin, den 16. August 1846.

Königliches Land⸗ und Stadtgericht.

[6765 Ediktal⸗Vorladung.

Auf Antrag des Kurators und der Verwandten wer⸗ den der Tischlergeselle Christian Heintz von hier, ein Sohn des Tischlermeisters Johann Zacharias Heintz, welcher vor 20 Jahren sich nach Troppau begeben hat, und, falls solcher nicht mehr am Leben sein sollte, dessen unbekannte Erben und Erbnehmer hiermit öffent⸗ lich vorgeladen, sich binnen neun Monaten, spätestens aber im Termin „den 24. Mai 1847, um 9 Uhr Vormittags, in unserem Gerichtslokale schrifilich oder persönlich zu melden, widrigensfalls sie für todt erklärt und ihr Ver⸗ mögen demjenigen ausgeantwortet werden wird, dem solches nach der gesetzlichen Erbfolge gebühren wird.

Willenberg, den 22. Juli 1846.

Königl. Land⸗ und Stadtgericht.

v

Dienstag, 3. Nov.

demona.) Anfang halb 7 Uhr. haus⸗Preisen verkauft.

Pabonnement.

Königliche Schauspiele.

Im Opernhause. Vorstellung: Othello, der Mohr von Venedig, Oper in 3 Abth., nach dem Italienischen, von Grünbaum. Musik von Rossini. vom K. K. Hof⸗Opern⸗Theater zu Wien: Othello. Dlle. Tuczek, Des⸗

Zu dieser Vorstellung werden Billets zu den gewöhnlichen Opern⸗

Im Schauspielhause. Pour la premieère représentation de La première représentation de: la cour, comédie nouvelle en 5 actes Royal de l'Odéon, par Mr. Empis.

125ste Abonnements⸗

(Herr Kraus,

L'Ingénue à

en prose, du Théaàtre

Allgemeiner Anzeiger.

[943] 666 Auf den Antrag des vormaligen Schiffs⸗Capitains Michael Nemtzow, früher hierselbst, jetzt zu Neu⸗Kücken⸗ dorff, werden alle diejenigen, welche an nachbenannte, ihm bisher eigenthümlich gehörig gewesene, gegenwärtig mittelst öffentlichen Aufgebots verkaufte, auf hiesiger Feldmark belegene Ackerstücke, nämlich: 1) 1 Morgen im 1sten Schlage westwärts Nr. 103, nach der neuen Vermessung Nr. 104, 2) 1 Morgen im 2ten Schlage ostwärts Nr. 32, 3) 1 Morgen im A4ten Schlage westwärts Nr. 32, 4) 1 Morgen im 5ten Schlage westwärts Nr. 46, 5) 1 Morgen im 5ten Schlage ostwärts Nr. 50, 6) 1 Morgen im 5ten Schlage ostwärts Nr. 55, 7) 1 Morgen im ö5ten Schlage westwärts Nr. 102, 8) 1 Morgen im öten Schlage westwärts Nr. 103, 9) 1 Morgen im öéten Schlage westwärts Nr. 33, nach der neuen Vermessung Nr. 23, 10) 1 Morgen im 6ten Schlage ostwärts Nr. 51, 11) 1 Morgen im 7ten Schlage 4te Wendung Nr. 32, 12) 1 Morgen im 7ten Schlage 4te Wendung Nr. 33, 13) 1 Morgen im 8ten Schlage in Kibishörna Nr. 24, dingliche Ansprüche und Forderungen machen zu können sich berechtigt halten sollten, hiermit geladen, solche in einem der auf den 10. und 24. November und den 8. De⸗ zember d. Js., jedesmal Morgens 10 Uhr, angesetzten Liquidations⸗Termine vor dem Stadtgerichte hierselbst speziell und glaubhaft anzumelden, bei Ver⸗ meidung der in termino den 18. Dezember d. Js., gleichfalls Morgens 10 Uhr, zu erkennenden Präklusion. Diejenigen Kreditoren, welche ihre Forderungen auf dem ihnen vorzulegenden, gerichtlich aötestirten Posten⸗ zettel richtig verzeichnet finden werden, sind jedoch von der Anmeldungspflicht entfreit, wenigstens haben sie ei⸗ nen Ersatz der Anmeldungskosten nicht zu gewärtigen. Datum Greifswald, den 24. Oktober 1846. Direktor und Assessores des Stadtgerichts. (L. S.) Dr. Teßmann.

[840 b] Ln Da voraussichtlich die General⸗ Versammlung der Berlin⸗An⸗ haltischen Eisenbahn am 4. No⸗ Avember sehr zahlreich besucht sein wird, 8 lund daher das Lokal des Gesellschafts⸗ SGebäudes nicht geräumig genug sein dürfte, so haben wir beschlossen, dieselbe diesmal 2 2 22 2 ½ im hiesigen Börsen⸗Saal pünktlich um vier Uhr abzuhalten. Berlin, den 1. November 1846.

Der Verwaltungs⸗Rath der Berlin⸗Anhaltischen bahn⸗Gesellschaft.

Kundmachung. An die Herren Acetionaire

der

Ungarischen Central-Eisenbahn. rb eeee 8 Die Herren Actionaire üaAmn- werden hiermit ersucht,

diese chstenataten- mäßige Raten⸗ wzahlung ezehn Perzent aiü

25 Fl. C.⸗M. für jeden eehe zu 250 Fl. am 2. Jänner 1847 bei der Hauptkasse der Unternehmung, in Wien, obere Bäckerstraße Nr. 752, » Pesth bei der Pesther Ung. Kommerzial⸗Bank,

„Berlin bei den Henen Hirschfeld a. Wolff,

oder auch in Leipzig bei den Herren Dufour Gebrü⸗ der & Co. zu leisten. Preßburg, den 22. Oktober 1846. Von der Direction der Ungarischen Central⸗Eisenbahn.

Zeichnen und Malens insbesondere.

Literarische Anzeigen.

Bei G. Basse in Quedlinburg ist erschienen und bei E. S. Mittler in Berlin (Stechbahn 3), Pofen und Bromberg, zu haben:

[945] Dr. H. Möller: Der Rathgeber für

Wurmkranke

jedes Alters, mit besonderer Rücksicht auf die an Band⸗, Spul⸗ und Madenwürmern Leidenden. Eine vollstän⸗ dige Belehrung über die sichere Erkenntniß der verschie⸗ denen Arten Eingeweidewürmer, die Ursachen ihrer Er⸗ zeugung, die verschiedenen Mittel zu ihrer Entfernung, die Verhütung ihrer Wiedererzeugung und die Behand⸗ lung der durch sie erzeugten Krankheitsformen. Nach dem neuesten Standpuntte der Wissenschaft bearbeitet. 8. Geh. Preis 12 ½ Sgr.

Die Engbrüstigkeit und das Asthma sind heilba Eine Darstellung dieser Krankheit in ihren Grundfor⸗ men, ihren verschiedenen Arten und Verwickelungen mit organischen Verletzungen des Herzens, Katarrh, Verdauungsschwäche u. s. w. Oder praktische und theoretische Untersuchungen über das krankhafte Ath⸗ men, nebst Bemerkungen über das bei jeder Abart die⸗ ser Krankheiten besonders anwendbare Heilverfahren. Von Professor Francis Hopkins Ramadge, M. Dr., Mitgliede der königl. medizinischen Fakultät zu London, Oberarzte an dem Hospitale für Astbma, Auszehrung und sonstige Brustkrankheiten ꝛc. gr. 8. geh. Preis 15 Sgr.

Dr. F. A. W. Neiso; Die kalotypische Portraitirkunst.

Oder Anweisung, nicht nur die Portraits von Perso⸗ nen, sondern überhaupt Gegenstände aller Art, Gegen⸗ den, Bauwerke u. s. w. in wenigen Minuten, selbst ohne alle Kenntnisse des Zeichnens und Malens, höchst naturgetreu und ausgeführt, mit geringen Kosten abzu⸗ bilden. Für Zeichner, Maler, Kupferstecher, Graveurs, Holzschneider und Lithographen, so wie für Künstler und Gewerbtreibende überhaupt und für Dilettanten des Mit 3 Tafeln Abbildungen. 8. geh. Preis 12 ½ Sgr.

Bei August Hirschwald in Berlin, Burgstr. No. 25, ist so eben erschienen und in allen Buch-

handlungen zu haben: Die Krankheiten der

Leber. Von Dr. George Bud

2 Prosessor der Medizin am King's College zu London. Deutsch bearbeitet und mit Zusätzen versehen von Dr. E. H. Henoch, Assistenz-Arzte am Königl. polik. Institute der Uni- versität zu Berlin. Mit 2 Steindrucktafeln. gr. 8. brosch. Preis 2 Thlr.

[947]

In der Hahnschen Verlagsbuckhandlung in Leip- zig sind erschienen und durch alle Buchhandlungen zu bezichen, so wie durch E. S. Mittler in Ber- lin (Stechbahn 3), Posen und Bromberg:

Aristotelis Organon Graece. Novis co- dicum auziliis adjutus recognovit, scholiis et commentario instruxit Th. Waitz. 2 Tomi. 8. maj. 1844 und 1846. 6 ½ Thlr.

Des Aeschylos Oresteia (Agamemnon,

Choephorae, Eumenides). Griechisch und deutsch herausgegeben von Johannes Franz. gr. 8. 1815. 2 ½ Thlr.

Aristophanis Comoediae. Edidit F. H. Bothe. Editio altera. IV- Tomi. 8. maj. 1845 und 1846. 5 Thlr.

Diese auf das sorgfältigste verbesserte neue Auf- lage des Aristophanes bildet zugleich den 5ten bis 8ten Band der Poetae scenici Graecorum nebst den Fragmenten dazu von Dr. F. H. Bothe, deren Preis nunmehr 19572 Thlr. beträgt. Einzeln kosten der Aeschylus II Tomi 2 ⅞˖ Thlr. Fragmenta ¾ Thlr. Aristophan IV Tomi 5 Thlr. Fragmenta & Thlr. Euripides II Tomi 4 ¾⅔ Thlr. Fragmenta 1 ½ Thlr. Sophocles II Tomi 3 ¼ Thlr. Fragmenta 1 Thlr. Auch sind sämmtliche 44 Stücke der griech. Dra-

matiker für Schulen mit den lateinischen Am kungen e inzeln abgedruckt, zu ganz billigen! sen verkäuflich.

Bei mir ist so eben erschienen: oul- Der Gott-Mensch im

Jahrhunderts. Von

Kleingaul.

bzstlicher Theil. Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei Flanse. Bundesstaaten.

Reflex des neunzehnten

11 ½ Bogen gr. 8. Elegant broschirt. Preis 1 X.

Inhalt. I. Jehovah. IlI. Christus. III. heilige Geist. (Ein Theil des Buches erst nach h. Entscheid des K. Ober⸗Censun richts zum Duuck gestattet.)

Berlin, den 1. November 1846.

Julius Springer,

arrnstuch

[946] Bei Ed. Heyne mann in Halle ist so eben e

8 ö7 er. Rückkehr der dischen Prinzen nach München. Königrei achsen. Fre⸗ 8* 8. leipziger Universität. Kurfürstenthum Hessen. Landtag. lankreich. Paris. Hofnachrichten. Kredit für das auswärtige De⸗ artement. Die Deputationen der Gläubiger Spaniens. Die Fol⸗ n der Ueberschwemmungen. Getraide⸗Lieferung. Vermischtes. chreiben aus Paris. (Die Truppenbewegungen an den Gränzen der Schweiz.)

vßbritanien und Irland. London. Die Times gegen die wünschte Oeffnung der Häfen für Getraide. Lord Morpeth.

gien. Brüssel. Bruch in der liberalen Partei.

emark. Schleswig. Stände⸗Verhandlungen.

weiz. Kanton Zürich. Das Verbot der Ausfuhr von Lebens⸗ itteln in Süddeutschland. Kanton Bern. Ausschließung der esniten⸗Zöglinge von Staatsstellen. Kanton Basel. Berathung r Petitionen um Verfassungs⸗Aenderung. Kanton Wallis. Hir⸗

brief des Bischofs von Sitten. Fürstenthum Neuenburg. Der vorfall in Locle.

lien. Nom. Hoffnung auf Verbesserungen in der Verwaltung. ie Eisenbahnen. Die Bettler. Die Vorfälle in Faenza. eapel. Handels⸗Vertrag mit Oesterreich. Palermo. Orkan. afenbau.

8 Schreiben aus Lissabon. chten für das Ministerium.) echenland. Athen. Erkrankung der Königin.

kei. Konstantinopel. Abbas Kuli⸗Chan⸗sadeh.

ndels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Berlin. Börsen⸗ und Markt⸗ richt. Die deutschen Handels⸗Interessen in China.

(Fortdauernde günstige Aus⸗

vaterländischen Geschichte. Königsstädtisches Theater. (Italienische Hpern⸗Vorstellung.) Deutscher Verein für Heilwissenschaft. Wien. eues Werk über die russi chen Militair⸗Kolonieen. 8

1

Amtlicher Theil. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: va a Dem Geheimen Ober⸗Justiz⸗ und Geheimen Legations⸗Rath Eichhorn die erbetene Dienst⸗Entlassung unter Verleihung des

hhen Adler⸗Ordens zweiter Klasse mit Eichenlaub zu ertheilen; und Dem Major a. D. von Meyern den Rothen Adler⸗Orden

Fiter Klasse, so wie dem katholischen Kantor und Schullehrer Kör⸗

nen und in allen Buchhandlungen zu haben, vo

bei C. S. Mittler in Berlin (Stechbahn 3), und Bromberg:

Der dynamische Antagon

mus von Dr. Elard Remershau

„Heft. Der Antagonismus der Elekt!

tät und des Magnetismus. Nebst Zeicht

gen. broschirt. 7 Sgr.

Diese interessante Schrift des durch mathema

physikalische und technische Ersindungen bekannten! Verfassers eröffnet eine auf experimentalem Wege gewiesene Untersuchung der eigenthümlich reacttiof

Wirkungsweise der Naturkräfte. In diesem ersten

finden sämmtliche verwickelten Erscheinungen, welc gegenseitigen Einwirkungen des Magnetismus

der Elektrizität veranlassen, eine höchst einfacheg

naturgemäße Erklärung, indem zugleich die digkeit dieser Kräfte nachgewiesen wird. Wir emff

die Selbst.

dieselbe der Aufmerksamkeit der Natursorscher und!

der physikalischen Wissenschaften.

[847 b] . Heute Dienstag, den 3. November, Abends im Konzertsaale des Königlichen Schauspielhe Konzert von E. Vivier. Unter gesälliger Mitwi der Madame Viardot-Garcia, der Königl. zertmeister Herren Moritz und L. Ganz, ze nigl. Kammermusiker Herren Maurer, Rie und Ronneburger. Die Pianofortebekg tung für Madame Viardot-Garcia hat H Eckert, für den Konzertgeber Herr Bud de tigst übernommen. 1. Quintetto pour 2 Vin 2 Altos et Violoncelle (Erster Theil) von Louü Beethoven, ausgeführt von den Herren Konze stern Gebr. Ganz, den Kammermusikern Maurer, Richter u. Ronneburger, 2. 1. (Des), komp. und vorgetragen vom Konzer ber. 3. Aria aus: Le Nozze di Figard Mozart, vorgetragen von Madame Viardot- cia. 4. Ständchen von Schubert, arr. und von gen vom Konzertgeber. 5. Quintetto po Violons, 2 Altos et Violoncelle (Zweiter Theil Louis van Beethoven. 6. Menuet (neu), ¹ und vorgetragen vom Konzertgeber. 7. Braut, von Dessauer, Spanisches Lied, tragen von Madame Vi ardot-Garcia. Chasse (neu), komp. und vorgetragen vom zertgeber. Numerirte Billets à 1 ½ Thlr., 1- zu den Sitzplätzen zum Saal und Balkon à 4 sind zu haben: im Hotel de Russie, in löbl. Schlesingerschen Buch- und Musikb lung, 34 Linden, und in der Musikhandlung Herren Stern & Co., Werderschen Markt welche ausnahmsweise die Gefälligkeit haben, dem Billetdebit zu unterzichen, und an der

kürzt, unter sein eigenes Pferd gerathen und, nachdem er längere Zeit

zu Landeck, im Regierungs⸗Bezirk Breslau, das Allgemeine Ehren⸗ hen zu verleihen.

Angekommen: Der Erbschenk im Herzogthum Magdeburg, af vom Hagen, von Möcker. 4 8

Inland. 81 B 1 1“““ 3. Nov. Se. Majestät der König haben Allergnä⸗ digst geruht, dem Kabinetsrath Illaire die Anlegung des von Sr. Majestät dem Könige der Niederlande ihm verliehenen Ritterkreuzes des Löwen⸗Ordens zu gestatten.

Deutsche Bundesstaaten.

Königreich Bayern. (N. K.) Die schwedischen Prinzen und der Herzog von Leuchtenberg trafen am 29. Oktober aus Stutt⸗ gart wieder in München ein.

Königreich Sachsen. In dem Rektoratsjahre vom 31. Oktober 1845 bis dahin 1846 sind auf der leipziger Universität 360 Studirende (201 Inländer und 159 Ausländer) inskribirt worden. Von diesen studiren: 87 Theologie und Pädagogik, 149 Jurispru⸗ denz und 74 Medizin, Chirurgie und Pharmacie. Die Gesammtzahl der in Leipzig Studirenden belief sich am 31. Oktober d. J. auf 901, darunter 277 Ausländer. .

1

Kurfürstenthum Hessen. In der Sitzung der kurhessischen Stände vom 30. Oktober berichtete Herr von voang ebr den e Ausschuß über eine Regierungs⸗Vorlage, betreffend die Bestimmung von drei Gehaltsklassen von 300, 400 und 500 Rthlr., statt der bis⸗ herigen Klasse von 300 Rthlr. für den Expedienten bei der General⸗ Brand⸗Versicherungs⸗Kommission mit dem Antrage, der Proposition beizutreten, dem die Versammlung sich einstimmig anschloß. Der Landtags⸗Kommissar überreichte eine Erwiederung auf das ständische Schreiben vom 12. Mai d. J., betreffend die Verwaltung der Haupt⸗ Restenkasse, welche dem Budget⸗Ausschuß überwiesen wurde. Die Tagesordnung führte hierauf zur Berathung des Berichts des Budget⸗ Ausschusses, betreffend den Gesetz⸗Entwurf über die Besteuerung des Grundeigenthums in der Provinz Hanau und den Kreisen Fulda und Hünfeld. Der Antrag des Ausschusses ging auf Ablehnung des Ent⸗ wurfes, weil derselbe keine dem §. 148 der Verfassungs⸗Urkunde ent⸗ sprechende Bestimmungen über die Gleichstellung der bisher im Kurstaate von der Grundsteuer Eximirten mit dem übrigen Grundeigenthum gegen die verfassungsmäßig zugesicherte Entschädigung enthalte. Nach längerer Diskussion trat die Versammlung diesem Antrage fast einstimmig bei. Hieran reihte sich der Bericht desselben Ausschusses über die Gesetz⸗ Vorlage, die Besteuerung der Gewerbe betreffend; auch hier lautete der Antrag des Ausschusses auf Ablehnung, weil er eine zu häufige Ver⸗ änderung der Steuer⸗Gesetze, so wie die in dem Entwurf enthaltene Steuer⸗Erhöhung, für unangemessen hält. Gegen eine Stimme trat die Versammlung auch diesem Antrag bei. Für den Rechtspflege⸗ Aueschuß berichtete der Vice⸗Präsident über den Antrag des Herrn Scheffer, betreffend die Vorlage eines die Erleichterung der Nachwei⸗ sung des Grundeigenthums und die Ertheilung der Hypotheken⸗

Löschungs⸗Bescheinigungen bezweckenden Gesetzes. Der Ausschuß war

der Ansicht, daß der von dem Antragsteller beabsichtigte Zweck durch eine allgemeine, schon im Landtags⸗Abschied vom 9. März 1831 ver⸗ hbeißene Verbesserung des Hypothekenwesens am umfassendsten erreicht werde; er stellte deshalb den Antrag, die Regierung um Vorlage eines solchen Gesetzes, so wie um eine Prüsung solcher Maßregeln, welche zur Erleichterung der Beschaffung von Löschungs⸗Maßregeln dienen können, zu ersuchen. Die Versammlung trat diesem Antrag einstimmig bei. Der neuernannte französische außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister am Kurfürstl. Hofe, Marquis de la Va⸗ lette, erhielt am 30. Oktober die Antritts⸗Audienz bei Sr. Königl. Hoheit dem Kurprinzen⸗Mitregenten. 8b g8 1

Frankhkreich.

Paris, 30. Okt. Gestern, als am sechsten Jahrestage der Bildung des jetzigen Ministeriums, gab der König ein großes Dine zu St. Cloud, zu welchem alle Minister eingeladen waren.

Der Herzog und die Herzogin von Montpenster hielten ihre Einzug in Bayonne in einer eleganten offenen Kalesche mit vier reich geschirrten Pferden, die ihnen von den Behörden entgegengeschick war. Bei der zu ihrem Empfange errichteten Ehrenpforte stiegen si ab und empfingen in einem daneben gebauten Pavillon die Glück wünsche der Stadt; die Empfangsfeierlichkeiten, namentlich die Be⸗ grüßung durch die jungen Mädchen der Stadt, wurden aber durch schlechtes Wetter gestört und konnten nicht in der beabsichtigte Weise stattfinden. Ihre Königlichen Hoheiten fuhren darauf nach der Kathedrale, an deren Portal sie von dem Bischof und der übri gen Geistlichkeit empfangen wurden; es fand dann in der Kirche ei feierlicher Gottesdienst statt. Im erzbischöflichen Palast, wohin das neuvermählte Paar sich nachher begab, wurden demselben die jungen Mädchen vorgestellt, welche hier die Begrüßung durch eine kurze An⸗ rede und durch Ueberreichung eines Blumenkorbes an die Herzogin nachholten. Hierauf empfingen Ihre Königl. Hoheiten alle Behör⸗ den der Stadt und Umgegend.

Der heutige Moniteur enthält eine Königliche Verordnung, durch welche dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten „zu einem dringenden Dienst, für welchen die Ausgaben nicht in dem Belauf des Kredits der Voranschlagungen aufgeführt werden konnten“, ein außerordentlicher Kredit von 300,000 Fr. eröffnet wird. 1

Die hier anwesenden Abgeordneten der Gläubiger Spaniens, Engländer, Franzosen, Belgier und Holländer, haben schon mehrere Berathungen über ihre gemeinsamen Interessen gehabt; am Mittwoch machten Herr Heming, Präsident der englischen Deputation, und di Herren Chard und Henderson, Mitglieder derselben, dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten ihre Aufwartung und erhielten von ihm die bestimmteste Zusicherung seines Beistandes, wofür sie so eben in einem an Herrn Guizot gerichteten Schreiben ihren Dank abgestat⸗ tet haben.

Die furchtbare Periode der Ueberschwemmungen naht nun ihrem Ende. Ueberall sind die Gewässer im Fallen. Aber den Berichten über das Anschwellen und Austreten der Flüsse folgen jetzt die nicht minder traurigen über die immer mehr hervortretenden Folgen dieser unglüclichen Natur⸗Ereignisse: überall zertrümmerte und fortgerissene

☛—

ZBZlur vaterländischen Geschichte. Hrinz Moritz von Nassau⸗Siegen, kurbrandenburgischer

Statthalter von Kleve und Mark. Rede zur Feier des Aller⸗

höchsten Geburtsfestes Sr. Majestät des Königs, in dem Kö⸗

niglichen Gymnasium zu Kleve gehalten von Dr. Ludwig Driesen. Kleve und Leipzig, 1846. 8.

Würdig am feierlichen Tage wird uns zum erstenmal in biographischer tellung ein Heldenbild vorgeführt, das, wenn es auch nicht dem preu⸗ en Vaterlande ausschließlich angehört, mit dessen Geschichte und beson⸗ mit der des klevischen Landes im engsten Zusammenhange steht. Ge⸗ im Jahre 1604 zu Dillenburg, wuchs der junge Moritz den Kämpfen dreißigjährigen Krieges entgegen und bewährte früh, auf der Seite der erländer und der protestantischen Sache gegen die Spanier, den Muth die Kriegskunde, die dem Geschlechte der Nassauer damals eine ge⸗ same Auszeichnung waren. Ein größeres Feld eigener Thätigkeit, des herrn und des Staatsmannes, eröffnete sich ihm in Brasilien, wohin ls Gouverneur der holländischen Besitzungen gesandt wurde, die er er⸗ eite, befestigte und eine Reihe von Jahren verwaltete, mit einer Um⸗ Klugheit und Menschenliebe, die auch noch heutiges Tages musterhaft ennen sind. Nach dem westphälischen Frieden vertraute ihm der große ürst die Statthalterschaft seiner klevischen Landschaften. In dieser ung wirkte er krästig und ersolgreich zur Aufnahme des Landes, be⸗ ke dessen festere Verbindung mit dem brandenburgisch⸗preußischen Staat half unter Anderem auch die Universität Duisburg gründen. Auch zu tigen Sendungen wurde er von dem Kurfürsten gebraucht. In späterer kämpfte er aufs neue für die Freiheit der von Frankreich hartbedräng⸗ Niederländer und trug sehr dazu bei, die Unternehmungen des Feindes ereiteln. Mit Ruhm und Ehre gekrönt, und nachdem er als Feld⸗ chall aus dem holländischen Dienste geschieden, kehrte er im Jahre 1675 Kleve zurück, wo er am 20. Dezember 1679 hochbetagt in glücklichem enfrieden starb. Diese slüchtigen Umrisse vermögen freilich nur ungenügend den Reich⸗ des Lebens und die Fülle des Stoffes anzudeuten, welche der Ver⸗ rin den kleinen Raum seiner Schrift zusammengedrängt hat! Seine stellung, rasch und belebt und überall auf das Wesentliche gerichtet, te bei weiterer Ausdehnung nur gewinnen, und wir möchten wünschen, n Inhalt von seiner Hand nochmals umständlicher verarbeitet Der Verfasser bezeichnet den Charakter des Helden schließlich in fol⸗ der Weise: „Er war ein großer Feldherr, ein menschenfreundlicher Re⸗ und ein echter Christ, dessen Haupttugend Liebe und Duldung auch n Andersdenkende ist. Unter seiner Verwaltung lebten Lutheraner und vinisten, Katholiken, Mennoniten und Juden grierlich neben einander: die duldsamen Niederländer wunderten sich, wenn sie nach Kleve en, daß in der Residenz eines protestantischen Fürsten Mönche in ihrer denskleidung ruhig umherwandelten. Man dürfte aber hieraus nicht fol⸗ ¹, daß er gegen die Religion gleichgültig gewesen. Als er im Jahre 6 zu Franeker durch den Einscurz einer Brücke, die noch heutzutage ihm die Moritzbrücke heißt, nebst fünf Begleitern in das Deichwasser

jden Zügen vor den Augen des Zuschauers aufrollt.

los im Wasser gelegen, nur durch den aufopfernden Muth eines seiner

Edelleute gerettet war, warf er sich mitten unter den Zuschauern auf die Kniee und dankte Gott laut für seine Rettung. Er schrieb damals an seine geliebte Schwester, die Gräfin von Styrum: Der Herr allein habe ihn be⸗ hütet; als er so lange Zeit in dem Wasser gelegen, unter den Hufen von sechs wüthenden Pferden, welche bissen und um sich schlugen, und unter fünf Menschen, welche in einem Raum von zehn Fuß über und durch ein⸗ ander lagen, er unter Allen zu unterst: da habe er zu Gott um Vergebung seiner Sünden gefleht, daß er um das Verdienst Christi willen ihm armen Sünder wolle gnädig sein; der Herr möge auch ferner nach seinem Gefal⸗ len mit ihm verfahren. 66 V. v. E. d.

Königsstädtisches Theater. Italienische Opern⸗Vorstellung. Norma.

Sgra. Viardot⸗Garcia: Norma, Sgr. Ciaffei: Pollione, als Gastrollen.

Sgra. Pignoli: Adalgisa. v 8 (Den 2. November.)

Während eine andere berühmte Repräsentantin der Norma, Jenny Lind, das Medäenartige dieses Charakters nur in einzelnen gewichtigen Mo⸗ menten andeutete, erscheint gerade die vollständige Ausprägung dieser Seite desselben als ein eigenthümlicher Hauptzug in der Darstellung der Sgra. Garcia; von dem Augenblick ab, wo Norma durch Adalgisa den Verrath an ihrer Liebe erfährt, bilden die Elemente eines fast wilden Schmerzes, einer fast ungezügelten Verzweiflung und Rachsucht den Grundton des Gemäldes, das die geniale Künstlerin in eben so lebendigen als ergreifen⸗ Dieser in der Indi⸗ vidualität der Sängerin begründeten leidenschaftlichen Auffassung ent⸗ sprach nicht nur die meisterhafte Ausführung des musikalischen Theils der Partie, sondern auch das in Mimik und Plastik gleich ausgezeichnete Spiel. Darstellung und Gesang reichten sich die Hand, ein Kunstgebilde zu formen, das an geistreicher Charakteristik und innerer Lebenswahrheit vielleicht un⸗ übertroffen dasteht. Gedenken wir, um nur in der Kürze einige Meisterzüge der Darstellung zu bezeichnen, ihres ersten Auftretens. Wie imponirt sie sogleich durch das Würdevolle ihrer ganzen Erscheinung! Der hohe Ernst der Druidin thront allein auf ihrem Gesicht; jeder Blick, jede Bewegung, jeder Ton bezeichnet die kalte, stolze Priesterin; nichts läßt das liebende Weib in ihr ahnen. Beobachten wir sie dagegen später in der Scene (Ter⸗ zett, erster Akt), wo sie bei dem Liebes⸗Geständniß Adalgisa's, mit süßer Lust aufhorchend, in den seligsten Erinnerungen schwelgt, dann in Zorn auflodert, als sie in dem Geliebten Adalgisa's den Vater ihrer Kinder erkennt, welcher Kontrast! Zuerst dieser innere, sich nur mi⸗ misch aussprechende Ausdruck der Freude, dann, Pollione gegenüber, diese plötlich ausbrechende, glutvolle Leidenschaftlichkeit, diese wie durch Blitz⸗ schlag hervorgerufene, medäenartige Wuth! Alle diese wechselseitigen Em⸗ pfindungen, welche die Brust eines betrogenen Weibes zu durchwühlen ver⸗ mögen, brachte Sgra Garcia eben sowohl in der äußeren Darstellung, als in höchst charakteristischer Durchführung des Gesanges zur Anschauung. Auch der zweite Akt war reich an ergreifenden Momenten. Die Scene, wo Norma den Dolch auf die schafenden Kinder zückt, bewirkte, mit solcher

Wahrheit dargestellt, einen wahrhaft erschütternden Eindruck, wie denn die ganze Leistung die höchste Befähigung der Künstlerin auch für das hoch⸗ tragische Fach aufs glänzendste dokumentirte und sich als eine wirklich ge⸗- niale Kunstleistung den früheren würdig anreiht. Es möchte daher fast überflüssig erscheinen, zu berichten, daß sich Sgra. Garcia auch als Norma reiche künstlerische Kronen errang, die ihr mit jenem den Berlinern eigenen Enthusiasmus überreicht wurden. Die übrigen Mitwirkenden betreffend, so war Sga. Pignoli als Adalgisa eine recht angenehme Erscheinung; die Debütantin unterstützte die große Künstlerin nach Kräften, entfaltete hübsche Mittel, zwar keine starke, umfangreiche Stimme, doch Wärme im Vortrag und wird jedenfalls nach abgelegter Befangenheit noch bei weitem Anerkennungswertheres leisten als diesmal. Weniger genügte Sgr. Ciaffei als Pollione, der den römischen Helden theils zu süßlich, theils mit zu großem Kraft⸗Aufwande seiner Stimmmittel ausstattete. Dennoch verdient und fand seine Leistung in mancher Hinsicht Anerkennung.

Deutscher Verein für Heilwissenschaft. In der Monats⸗Versammlung am 27. Oktober hielt Herr C. G. Mit⸗ scherlich einen Vortrag über die Eisen⸗Präparate im Allgemeinen und über das kohlensaure Eisenoxydul im Speziellen. Es wurde nachgewiesen, daß man bis auf die neueste Zeit unter dem Namen kohlensaures Eisen⸗ oxydul ein Präparat gebraucht habe, welches fast allein aus Eisenorydhydrat besteht; daß mithin die gerühmten Wirkungen des ersteren dem letzteren zukommen, daß man zwar im Stande sei, das kohlensaure Eisenoxydul mehr oder weniger unzersetzt, je nach der Bereitung und Verord⸗ nung, zu geben, daß dies aber keinen besonderen Nutzen gewähre, da man diesem Salze nach den bisherigen Erfahrungen am Krankenbette keinen Vorzug einräumen könne, sondern bei beiden Mitteln eine gleiche Wirkung findet, und durch Versuche an Thieren leicht nachweisen kann, daß aus bei⸗ den, dem kohlensauren Eisenoxydul und dem Eisenoxodhodrat, dieselbe Ver⸗ bindung in den Verdauungs⸗Organen entsteht, wodurch die gleiche Wirkung erklärt wird. 8

Wien, 25. Okt. (A. Z.) In der hiesigen Buchhandlung von Karl Gerold ist so eben eine sehr interessante Schrift erschienen: „Einige Worte über die russischen Militair⸗Kolonieen, in Vergleich mit der Kaiserl. öster⸗ reichischen Militair⸗Gränze und mit allgemeinen Betrachtungen darüber, von Karl Frhrn. von Pidoll zu Quintenbach, Kaiserl. Hofrath.“ Niemand ist wohl besser dazu geeignet, einen solchen Vergleich anzustellen, als der Verfasser, der über vierzig Jahre das Referat über die Kaiserl. österreichi⸗ sche Militair⸗Gränze führt. Er giebt den neuesten Stand der russischen Kolonieen, wie solcher im Jahre 1845 bestand, an und fügt sehr interes⸗ sante Betrachtungen bei, nicht nur über das Gelingen dieser Kolonieen im Allgemeinen, sondern auch über ihren eigentlichen Werth oder über den Nutzen, den sie Rußland sowohl in militairischer, als auch in politischer und kommerzieller Rücksicht gewähren, inwieweit sie den Kolonisten selbst zusagen, endlich, welche Gefahren sie für das Reich selbst mit der Zeit her⸗ beiführen könnten.