1846 / 307 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

in dem Bericht, „es sei die Zurückziehung dieser Truppen von der äußersten Gränze deshalb geschehen, um den Zorn unserer empfindlichen Nach⸗ barn nicht allzusehr zu reizen. Die genfer Truppen sind mit zwei Stücken Geschütz bis Meyrin vorgerückt, um die Straße nach Lyon zu beobachten und nicht hinter Frankreich zurückzubleiben. Dies schmeckt etwas nach einer Komödie. Auch die Artillerie von Waadt ist bis Nyon vorgerückt.“

„Die provisorische Regierung von Genf hat von dem Unter⸗ P äfekten zu G.r Erklärungen über die dortige französische Truppen⸗ Aufstellung verlangt und der Unter⸗Präfekt die Beantwortung dieser Anfrage dem Ministerium anheimgesiellt.

Das heut ge Journal des Débats enthält nach längerem Schweigen wieder einen Artikel über die Heirath des Herzogs von

Montpensier, worin die schon von Seiten der französischen Regierung

vorgebrachten Argumente, um darzuthun, daß diese Verbindung nicht mit dem Vertrag von Utrecht in Widerspruch stehe, zum Theil wie⸗ derholt werden. Besonders sucht es von neuem den Satz durch⸗ zuführen: England sei zuerst von dem Grundsatze gemeinschaft⸗ lichen Handelns beider Mächte zu Madrid abgegangen, und zwar gerade in dem Hauptpunkte der Vermählung der Königin Isa⸗ bella mit einem Bourbon; daher habe von jenem Augenblick an Frankreich auch von seinem Rechte Gebrauch machen können, in dem Nebenpunkte der Vermählung der Infantin für sich allein zu han⸗ dein. Daß Frankreich so verfahren werde, habe Herr Gutzot schon vor zwei Jahren feierlich in der Kammer erklärt, England hätte also dies wohl vorhersehen können und wissen sollen, ob eine Lossagung von der Gemeinschaft mit Frankreich zu seinen Gunsten oder zu Gunsten Frankreichs ausschlagen müsse. Der Ausgang habe es nun darüber belehrt. Das Journal des Débats verweist dabei auf die eigenen Aeußerun⸗ gen der englischen Journale Times und Globe. Dasselbe Blatt hat die Entgegnung eines Portugiesen gegen seine neulich über die portugiesischen Ereignisse angestellten Bemerkungen aufgenom⸗ men, will aber dessen Argumente nicht als Rechtfertigung für die Re⸗ gierung in Portugal gelten lassen. Ob die Charte der Königin das Recht verleihe, die Preßfreiheit zu suspendiren, wisse es nicht genau, es habe diese Charte nicht bei der Hand; aber eine suspendirte Ver⸗ fassung, dabei müsse es bleiben, sei so gut als eine vernichtete, denn Verfassungen hätten ja eben nur den Zweck, willkürliche Gewalt⸗Alte zu verhindern.

Der englische Konsul zu Bayonne hat beim Einzuge des Her⸗ zogs und der Herzogin von Montpensier daselbst die englische Flagge vin. aufgesteckt, sondern Thüren und Fenster fest verschlossen ge⸗ alten.

Der Commerce bemerkt, daß der britische Gesandte am 26. Oktober eine lange Besprechung mit dem Könige gehabt, und daß in Folge deren dreierlei sich zugetragen habe, was die Jahresfeier des 29. Oktober minder erfreulich gemacht haben dürfte. Marschall Soult habe geradezu verweigert, seine Entlassung zu geben, Graf Rossi wolle nicht Unterrichts⸗Minister werden, und vom Grafen Jarnac in London sei am 27. Oktober eine Depesche eingegangen, die Lord Vormanby's Eröffnungen an den König bestätigt habe, daß nämlich Sir R. Peel mit seinen Freunden die Politik der Whigs in der spa⸗ nischen Angelegenheit vollständig unterstützen werde.

Die Gazette de France meldet heute den Tod des Mar⸗ schall Bourmont, der auf seinem gleichnamigen Schloß in Anjou im Alter von 73 Jahren gestorben ist.

Da der Wasserstand der Loire noch immer ein sehr hoher ist, so verursacht der geringste Regen neue Schrecken. Es wird jetzt unter Leitung der Regierungs⸗Ingenieure eifrigst daran gearbeitet, die Durchbrüche an den Dämmen auszubessern. Die Gewalt des Was⸗ sers war so groß, daß einer dieser Durchbrüche, bei Sandillon, fast eine halbe Stunde breit ist. Man kaun sich denken, welche Wasser⸗ masse durch eine solche Oeffnung über die Fluren hereindringen mußte. Das Journal des Débats rechtfertigt die Staats⸗ Verwaltung gegen den Vorwurf, daß sie an den häufigen Ueber⸗ schwemmungen einen großen Theil der Schuld trage, weil sie für dauerhafte Eindämmung, Kanalisirung und Beherrschung der Flüsse, Beholzung der Gebirge und dergleichen fast gar nichts thue. „Frank⸗ reich“, sagt das ministerielle Blatt, „zählt bei einer Gesammtober⸗ fläche von 52 Millionen Hektaren 7,623,128 Hektaren Waldes, von denen 1,073,256 dem Staate, 1,823,833 den Gemeinden und öffent⸗ lichen Anstalten, 106,929 der Krone und nur 5,619,110 Privat⸗ Eigenthümern gehören. Die Staats⸗Waldungen bringen durchschnitt⸗ lich ungefähr 32 Franken auf die Hektare ein; die Gemeinde⸗ und Partikal⸗Waldnngen dagegen nur 24 Franken.“ Das Journal des Débats gesteht dann übrigens zu, daß ein großer Theil dieser Gesammt⸗Forsten neubepflanzt oder besser gehalten werden müsse, und daß etwa 8 Millionen Hektaren Haiden und Steppen gar nicht be⸗ pflanzt seien, ein Uebelstand, den der National besonders hervor⸗ gehoben hatte. Es beißt, das Ministerium bearbeite jetzt den Plan einer Kanalisirung der Loire, welchen es den Kammern in nächster Session vorzulegen beabsichtige. Es sind in Paris bereits über 100,000 Franken zum Besten der Ueberschwemmten ge⸗ zeichnet worden. Auf den Antrag des Seine⸗Präfekten hat die Munizipal tät von Paris 50,000 Fr. für die Nothleidenden an der Loire und in den anderen überschwemmten Gegenden bewilligt. Auch hat der Präfekt den Maires aufgetragen, mildthätige Gaben an Kleidungosstücken und dergleichen zur Vertheilung unter die Unglück⸗ lichen entgegenzunehmen. Wie es heißt, hätte der Minister⸗Rath auch beschlossen, daß die von der Loire überschwemmten Gegen⸗ den auf eine Zeit lang steuerfrei sein sollten. Die Gesellschaft der Eisenbahn von Orleans nach Bordeaux hat einen Bericht über den der Bahn zugefügten Schaden veröffentlicht. Auf der Bahn von Tours nach Blois brach das Wasser durch den Bahndamm gegen 200 Ellen breit ein; da die Bahn niedriger liegt, als der Punkt, wo das Wasser einbrach, so war die Station von Amboise ganz fort⸗ geschwemmt und die Bahn zwischen Amboise und Vauvray 16 Kilo⸗ meter weit unter Wasser gesetzt; die Gewässer rissen dann den Ein⸗ bruch noch tiefer ein, so daß die Bahn an einzelnen Punkten sehr beschädigt wurde. Die Station von Amboise ist ganz zu Grunde gerichtet. Die Waggons wurden weit fortgeschwemmt und die Dreh⸗ scheiben unbrauchbar gemacht. Die Brücke von Mont Louis hat der Gewalt der Wasser Widerstand geleistet, die Station zu Tours ist eben so verschont geblieben. Zwischen Blois und Limeray haben die Fahrten wieder begonnen; von letzterem Orte aus gehen Dampf⸗ schiffe nach Mont Louis, und von dort fahren die Passaͤgiere mit der Bahn nach Tours.

Der Arbeiterlärm zu Elbeuf hatte folgenden Ursprung: Der Fabrikant Gombert hatte den Arbeitern, die ein ganz fehlerfreies Stück ablieferten, zehn Franken außer dem gewöhnlichen Arbeitslohn versprochen, als dieselben auf einmal erklärten, sie verlangten für je⸗ deo Stück zehn Franken über ihren Lohn, sonst würden sie ihre Ar⸗ beiten einstellen. Gegen 45 Arbeiter vollführten ihre Drohung und beschwerten sich bei dem Maire, indem sie ihre Forderung auf die große Theuerung stützten. Der Maire verwies sie vor das Gericht der Werkverständigen, welches ihnen empfahl, ihre Arbeiten wieder zu beginnen; dies thaten sie theilweise, wurden aber von den anderen Arbeitern mit Drohungen gezwungen, aufzuhören; gegen 200 Arbei⸗ ter der Fabrik verharrten in ihrer Widerspenstigkeit. Man fürchtete Unruhe, und es wurde Gendarmerie von Rouen hergeholt. Die Ar⸗

London, 30. Okt. Gestern fand im auswärtigen Amte ein

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beiter hatten sich größtentheils aus der Stadt nach einem Steinbruch zurückgezogen. Es sind nun Verhaftsbefehle gegen 12 Rädelsführer ausgefertigt worden.

In Marseille wurde vorgestern der Marschall Bugeaud von sei⸗ nem Landsitze erwartet, um sich auf dem „Chamäleon“ nach Afrika einzuschiffen.

Lord Brougham ist von Cannes wieder hier eingetroffen.

In Bezug auf die Nachricht, daß Sklaven zum Verkauf nach

Algier gebracht worden, sagt der Messager, daß der Kriege⸗

Minister alsbald sich Aufschlüsse über eine Thatsache erbeten habe, welche eine offenbare Verletzung des Gesetzes sei. Strenge Strafe würde diejenigen treffen, welche den Befehlen hierin zuwider gehan⸗ delt hätten.

Trotz aller Bemühungen der Behörden wird morgen ein aber⸗ maliges Steigen der Brodpreise für Paris erwartet, und es sind da⸗ her für heute und morgen in den volkreichen Vorstädten polizeiliche und militairische Vorsichtsmaßregeln getroffen worden.

Der französische General⸗Konsul zu Haiti hat ungeachtet sei⸗ nes Urlaubes die Insel noch nicht verlassen, da die getroffenen Ver⸗ einbarungen noch nicht vollzogen waren.

Da der Kommandant der französischen Seemacht am La Plata, Contre⸗Admiral Trehouart, zurückberufen ist, so glaubt man, daß auch die Feindseligkeiten daselbst zu Ende sein dürften.

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xX Paris, 31. Okt. Das regnerische immer fort und hindert im Verein mit den an den Eisenbahnen längs der Loire angerichteten Verheerungen und dem auch an den Straßen verursachten Schaden noch immer das rechtzeitige Eintreffen der Posten aus den mittäglichen Provinzen und dem in derselben Richtung lie⸗ genden Auslande. Die Korrespondenzen und Zeitungen von dort, welche im regelmäßigen Zustande der Dinge des Morgens 9 Uhr vertheilt werden sollten, treffen selten vor 1 oder 2 Uhr Nachmittags hier ein und kommen daher oft erst nach 4 Uhr zur Vertheilung. Nur im Eintreffen der Posten aus dem Norden herrscht jetzt große Regelmäßigkeit., seit die besonderen Züge auf der Nordbahn sind hergestellt und, wie es scheint, auch auf belgischem Gebiete die nothwendigen Verbesserungen des Dienstes einge⸗ treten. Die englischen, belgischen, holländischen und nord⸗ deutschen Blätter, darunter auch die Blätter aus Berlin, sind jetzt regelmäßig schon des Morgens 9 Uhr vertheilt, und den allseitigen Klagen in dieser Beziehung ist sonach abgeholfen. In dem Augen⸗ blicke, wo ich Ihnen schreibe, Nachmittags 2 Uhr, treffen eben erst die Posten aus Lyon, Marseille und Saint⸗Etienne ein; wir dürfen also nicht hoffen, die von dort kommenden Briefe und Zeitungen vor vier Uhr zu erhalten. Dabei ist der Himmel so ganz und gar von einem grauen Nebelkleide überzogen, daß man den ganzen Tag hin⸗ durch, selbst in sonst ganz hellen Zimmern, Licht anbrennen muß, um arbeiten zu können. Von der See her, vom Mitttelländischen sowohl, als vom Atlantischen Meere, lauten die Nachrichten gleichfalls traurig. Das stürmische Wetter hat zahlreichen Schiffen den Untergang gebracht, und selbst der gewöhnliche Korrespon⸗ denz⸗Dienst zwischen Marseille und Algier, der durch Dampf⸗ Schiffe von erprobter Güte und Stärke besorgt wird, war in den letzten Wochen mit großen Schwierigkeiten verknüpft. Dem stürmi⸗ schen Wetter ist ohne Zweifel auch das unerwartet lange Ausbleiben des Beys von Tunis beizumessen. Da derselbe am 18ten schon auf dem Dampfschiffe „Dante“ sich eingeschifft hatte, müßte er längst in Toulon eingetrossen sein. Es scheint ihn ein ernstlicher Unfall auf der Ueberfahrt betroffen zu haben, der ihn wahrscheinlich nöthigte, in einen Zwischenhafen von Korsika oder Sardinien einzulaufen und dort die Wiederkehr günstigeren Wetters abzuwarten.

Es hat allgemeines Aufsehen gemacht, daß das Journal des Débats, nachdem es längere Zeit die ganze Streitfrage zwischen Frankreich und England in Betreff der spanischen Doppelheirath hatte fallen lassen, die Polemik darüber ganz unerwartet heute wieder auf⸗ genommen hat.

Es bestrebt sich darin auch unverkennbar, zu verstehen zu geben, daß es noch immer nicht an die herrschende Uebereinstimmung der Ansichten Sir Robert Peel's und Lord Aberdeen's auf der einen und Lord Palmerston's auf der anderen Seite glauben wolle. Die Ver⸗ handlungen des englischen Parlaments, das wahrscheinlich in nicht ferner Zeit schon zusammenberufen wird, werden zeigen, ob das fran⸗ zösische Ministerial⸗Blatt sich nicht getäuscht hat.

Nicht minder fällt die Sprache des Journal des Débats in Betreff der Ereignisse in Portugal auf. Das sonst stets inner⸗ halb der Gränzen einer gewissen Mäßigung sich haltende Blatt tritt gegen die Königin Donna Maria und die Männer, welche sie in ih⸗ rem doch unbestreitbar die Befestigung der Monarchie gegen den An⸗ drang der sie bedrohenden revolutionairen Sturmwellen bezielenden Werke unterstützen, mit einer fast leidenschaftlichen Heftigkeit auf, welche ihm bereits die aufrichtigen Glückwünsche des National ein⸗ getragen hat. Jedermann stagt sich, was diese Haltung zu bedeuten hat, namentlich wenn man damit jene der beiden anderen großen kon⸗ servativen Blätter, der Presse und der Epoque, vergleicht. Die Presse spricht sich mit großer Vorsicht aus, während die Epoque, die man als das Organ der persönlichen Meinung des Herrn Guizot zu betrachten gewohnt ist, unverhohlen und en schieden für die Sache der Königin gegen die der Revolution Partei ergreift. Die Frage, um die es sich handelt, ist ganz einfach diese: Hatte die Königin das Recht, einem ihr gewaltsam aufgenöthigten Zustande der Dinge, den noch dazu seine eigenen Urheber selbst nicht einmal mehr aufrecht zu halten vermochten, und der den Thron und das Land in den Ab⸗ grund des Verderbens zu stürzen drohte, ein Ende zu machen und das durch ihren verstorbenen Vater eingeführte Staats⸗Grundgesetz der Monarchie wiederherzustellen? oder hatte die Königin dieses Recht nicht? Es verneinen, heißt doch offenbar, der Monarchie das Gesetz

vorschreiben lassen durch die Revolution, diese allmächtig, jene zu

einem Schattenbilde machen. Das scheint das Journal des Dé⸗ bats nicht hinreichend bedacht zu haben, als es gegen die Königin Donna Maria seinen unbegreiflichen Angriff richtete, der ihm die Lobsprüche der Organe der Revolution eingetragen hat

S

Großbritanien und Irland.

Kabinetsrath statt, welcher zwei und eine halbe Stunde währte. Man war mit der Frage wegen der Eröffnung des Parlaments beschäftigt. Morgen wird Ihre Majestät die Königin in Windsor eine Geheime Raths-Sitzung halten, in welcher der Beschluß des Kabinets in Be⸗ treff der Parlaments⸗Eröffnung wahrscheinlich die Königliche Be⸗ stätigung erhalten soll.

Ihre Majestät die Königin wird am nächsten Dienstag ihre Reise nach Arundeleastle antreten, um den Herzog von Norfolk mit einem Besuch zu beehren.

Die Wettfahrten der beiden indifchen Posten über Marseille und Triest sind bei dem jüngsten Resultat wieder zu Gunsten der Route über Marseille ausgefallen. Die heutigen Abend⸗ blättet enthalten die Nachrichten der marseiller Post, welche Be⸗ richte aus Bombay vom 1. Oktober überbringt (s. unten), während

die Depeschen des Lieutenant Waghorn erst morgen erwartet wer

Die lange Ueberfahrt des Letzteren von Alexandrien nach Tyj

welche 5 ½ Tage dauerte, hat die Verspätung verschuldet. Die Times läßt sich aus Paris über die Einstellung aller

Verherrlichung der Montpensierschen Heirath beabsichtigten Festh

keiten Folgendes schreiben: „Die Unglücksfälle (die Ueberschwemm gen) haben dem König Gelegenheit verschafft, sich mit gutem! stande aus einem Dilemma zu ziehen. Die Vorbereitungen zu Festlichkeiten in Paris und Versailles zu Ehren der Vermih des Herzogs von Montpensier sind auf Befehl Sr. Majt eingestellt worden, in Folge der Leiden, welche durch Utb

schwemmungen, wie die letzten 60 Jahre nicht ihres Gleizt sahen, über einen großen Theil Frankreichs hereingebrochen sind. 3†½

durch ist man sowohl der Verlegenheit des britischen Gesandten, zu diesen Festen hätte eingeladen werden müssen, wie der Lun

Philipp's, im Fall Se. Excellenz daran theilzunehmen abgelehnt a

aus dem Wege gegangen. Bei Hpfe gab es und vielleicht mehr Grund als gewöhnlich viel Gerede in Betreff des gänzl Fehlschlagens eines vom Könige gemachten Versuches, Lord Norm zu besänftigen. Mit großer Spannung erwartete man einen Note Lord Palmerston's an Herrn Guizot, die nächsten Donn von London eintreffen sollte.

weissührungen und keine als die

andere Fakta,

der man ihrer Ankunft entgegensicht Herr Bacourt, einer achtungswerthesten französischen Diplomaten, bereitete sich zu e Mission nach London vor, wo er sich bemühen soll, die gewirs Aussöhnung zu Stande zu bringen. Die Hofnachrichten, aus! wir schöpfen, und welche voller Wahrheit sein können, wollen uf daß Lord Normanby gegen Herrn Bacourt, als Letzterer über! Angelegenheit sprach, geäußert habe: wenn er (Herr Bacourt) Mission nicht mit dem Eingeständniß beginne, daß seine (die sig sische) Regierung im Unrecht sei, so möge er sich die Mühe ers und seine beabsichtigte Reise lieber unterlassen.“

Obgleich die letzten Berichte aus Irland einigermaßen bu gend lauteten, so zeigt sich doch an manchen Orten die Noth schroffer Gestalt, daß Ausbrüche der Volksverzweiflung nur mit zurückgehalten werden können. In Cork z. B. zogen am . Morgens 300 mit Schaufeln und Spaten bewaffnete Arbeiter mit Nachdruck Arbeit und Brod sordernd; nur mit Mühe und n dem man die Trotzigsten verhaftet hatte, gelang es, die Meng zerstreuen. Vielfach wird über das Benehmen der Unterbeamten Regierung geklagt, welche von der Dringlichkeit der Noth und Nothwendigkeit ernstlicher Hülfe sich nicht überzeugen zu iind scheinen. O'Connell äußerte sich in dieser Beziehung sehr st in einer am 24sten in Fermoy gehaltenen Versammlung. Er erllt dem Ministerium die Stimmen der irländischen Mitglieder des laments entziehen zu wollen, wenn man nicht bald eine Besse der Verhältnisse schaffe. Der Agitator befindet sich jetzt auf Wege nach Dublin, um dem Grafen Besborough, dessen Tüchtt er indeß vollkommen anerkennt, seine Wünsche in Person vorzutne O'Connell verlangt die Vermehrung der Getraide⸗ und Mehl⸗ pots, damit durch völlig unentgeltliche oder überaus wohlfeile 9 rung dieser Lebensmittel an das Volk überall der andrängende Le wucher in seinen Schranken gehalten werden könne. Die Timest sehr heftig gegen O'Connell und meint, daß ein Mann seinem Scharfsinn wohl das Trügerische der von ihm vorgebrac Scheingründe eingesehen haben müßte. Er hätte wissen müssen,! die Regierung nicht im Stande gewesen sei, einen hinreichend gm Vorrath von Getraide zur billigen Ernährung des Volkes n schaffen; daß schon der Versuch, den Sir Robert Peel in e Jahre gemacht, wo der Mangel weit weniger drückend wesen, bereits alle Privat⸗Speculation aus dem Felde schlagen, und daß, hätte man ein gleiches Resultat in Jahre zu erwarten gehabt, es buchstäblich unmöglich gewesen für sieben Zehntel der Bevölkerung Nahrung zu verschaffen. bätte er müssen begreifen, daß die Regierung kein Maximum Lohn für Arbeiten hätte einsetzen können, die dann nur unvollkon oder gar nicht unternommen worden wären; dann hätten

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Feldarbeiter für Privaten Arbeiten unternehmen müssen und unß Statt aber alles dies eict

noch unzufriedener gewesen als heute. . gestehen, schüre er noch die Unzufriedenheit und spreche in den! hinein, statt Rath und praktischen Beistand zu leisten.

London, 31. Okt. (B. H.) Amtlicher Anzeige zufolge⸗

das Parlament bis zum 12. Januar prorogirt worden. Nach einer Angabe der Morning Chronicle wird Ob Wylde sich nach Portugal begeben, um über die dortige Lage Dinge der Regierung zu berichten. Auch soll die Flotte im verstärkt werden. Herin Waghorn's Depeschen der indischen Ueberlandpost Triest sind heute hier eingetrvofffenn.

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Aus dem Haag, 29. Okt. In der gestrigen Abendss der zweiten Kammer wurde der Adreß⸗Entwurf als Antwort auf

Thronrede mit 34 gegen 12 Stimmen angenommen. Die A. wird auf die gebräuchliche Weise der ersten Kammer mitgetheilt wen

Heute Nachmittag wird sich die Kammer versammeln, um den Gesetz⸗Entwurf zur Begünstigung der Einfuhr von Lebensm. zu berathen. Die Diskussionen werden beschleunigt werden, weil Gesetz vom 18. Dezember 1845, dessen Verlängerung beantragt mit dem 1. November außer Kraft tritt.

Der Javasche Courant vom 22. August enthält den der am 9. Juli mit dem Radschas von Bleling und Karam ) abgeschlossenen Friedensverträge. Die beiden Fürsten erklären! aufs neue, daß ihr Land zu Niederländisch⸗Indien gehört und also den König der Niederlande, repräsentirt durch den Gen Gouverneur von Niederländisch⸗Indien, als ihren Oberherrn ane nen. Sie geloben sodann, ihre Reiche niemals an andere weiße tionen abzutreten, noch mit Jemanden Bündnisse zum Nachtheile niederländischen Regierung zu schließen. In einem anderen Vern erklärt der Fürst von Bleling, daß die niederländisch⸗indische R. rung durch das Kriegsrecht Herr und Meister seines Reiches Grundgebietes geworden, und daß er dieses allein durch die G und Großmuth der niederländisch⸗indischen Regierung zurückerh habe. Der Fürst von Bleling macht sich verbindlich, drei Vierte durch diese Expedition verursachten Kriegskosten zu zahlen; der von Karam Assam bezahlt ein Viertel. 1

Gelgien.

Brüssel, 31. Okt. Die Kommission zur Regulirung Maasbettes dringt auf rasche Ausführung der von ihr empfohl Maßregeln, indem die Ueberschwemmungen in Frankreich auf. Nothwendigkeit dringend hinweisen, zur rechten Zeit die nöth) Flußbauten vorzunehmekz)mg.

Da indeß eine solche Note nur unverz g. derte Stellung und Ansicht der englischen Regierung enthalten za 0 wird, so dürfte sich schwerlich die ängstliche Ungeduld verlohnen,

Es ist hier die Bildung einer großen Actien⸗Gesellschaft im cke, die den atlantischen mit dem großen Ocean in Verbindung

Ran beschwert sich darüber, daß die Restaurationen auf den

nbahn⸗Stationen noch nicht den Meistbietenden in Pacht gegeben

, wie der Moniteur schon im Mai verheißen hatte.

Schweiz.

Kanton Luzern. Die Regierung hat sämmtlichen eidge⸗ chen Ständen die Mittheilung gemacht, daß sie weder die aus Aufruhr vom 7. und 8. Oktober in Genf hervorgegangene, so⸗ annte provisorische Regierung, noch auch die Behörden anerkennen de, welche aus den neuen durch die Revolutions⸗Behörde auf alem Wege veranstalteten Wahlen hervorgehen würden. Die Re⸗ ng von Luzern schließt ihr Schreiben mit der zuversichtlichen varkung, daß alle ordnungsliebenden eidgenössischen Stände dasselbe

Kanton Basel. Am 29. Oktober versammelte sich der Große

sehr zahlreich (von 117 Mitgliedern waren 106 anwesend), um die Petitionen wegen einer Verfassungs⸗Aenderung zu berathen. Debatten, welche bis fünf Uhr Abends währten, wurden in ern⸗ und ruhiger Weise geführt und bei der Abstimmung die Nieder⸗ ung einer Kommisston zur Begutachtung der Frage mit 98 gegen Stimmen beschlossen. Ein von der O. P. A. Ztg. mitgetheiltes Schreiben aus sel vom 30. Oktober sagt über diesen Gegenstand: „Der erste des Drama's der Verfassungs⸗Aenderung ist geschlossen, der ige Tag ist ohne irgend eine Störung abgelaufen, obgleich manche üchte darauf hindeuteten. Das freiwillige Pompier⸗Corps (in Augen Vieler nicht gerade die geeignetste Sicherung) hatte ohne strag die Wache des Zeughauses übernommen, die Regierung hin⸗ n jede militairische Maßregel unterlassen. (S. das gestrige Blatt Allg. Preuß. Ztg.) Der Große Rath war sehr besucht, die hüne zum Ersticken angefüllt und mit Ausnahme einer Störung ein Mitglied das Bestreben nach einer Verfassungs⸗Aenderung „Wühlern“ zuschrieb) ruhig; dem Vernehmen nach, waren die hestörer Ausländer. Die Diskussion, die nun in den heutigen ttern zu lesen ist, stellte die Versassungs⸗Veränderung als das tel dar, aus der Krise ohne Gefahr herauszukommen, keinesweges , daß sie selbst wesentlicher Verbesserung bedürfe, nachdem man rend langer Jahre unter derselben glücklich gelebt und in allem ten Fortschritte gemacht hatte, nachdem auch der Große Rath vor gen Jahren ein Bedürfniß zur Aenderung nicht hatte finden kön⸗ Nur wenige Stimmen haben sich gegen die Vornahme der arbeiten durch eine Kommission ausgesprochen, aber man muß es ehen, diese stützten sich auf die greifbarsten Gründe, während bei Anderen überall die Rücksichten der Zeit vorherrschten. Das sergebniß war mit großer Mehrheit, daß (nach Vorschrift der jetzi⸗ Verfassung) eine eigene Kommission aus der Mitte des Großen he ernannt wurde, welche die Frage, wie und durch wen (man g zum voraus, daß ein Verfassungs⸗Rath aufgestellt werden wird) Revision vorgenommen werden soll, damit dann der neue Entwurf Volke zur Genehmigung vorgelegt werde. Binnen acht Tagen, glaubt „wird die Kommission ihr Gutachten vorlegen können. Dieselbe ist ern in den Abendstunden und heute Vormittag mit 15 Mitglie⸗ aufgestellt worden. Für denjenigen, der mit den hiesigen Ver⸗ tnissen und Persönlichkeiten vertraut ist, giebt die Wahl zu inter⸗ ten Bemerkungen Anlaß; sie ist vorzugsweise auf die mehr Kon⸗ hativen, sodann auf die Vermittelnden gefallen; sie ist präsioirt ch den Herrn Amts⸗Bürgermeister, welcher schon im ersten Skru⸗ m die reichliche Mehrheit für sich hatte. Nicht uninteressant ist Verwahrung eines der bekanntesten hiesigen Radikalen, welcher in chäften seines Fabrikherrn während 1 ½ Tagen in Basellandschaft „und welchem nachgeredet wird, „er habe als Emissair für die igen Liberalen Anwerbungen gemacht“; er nennt dieses Gerücht scham⸗ und grundlose Verdächtigung und sagt, einen solchen echten Akt, wie den erwähnten, würde ihm Niemand zutrauen, der seiner Handlungsweise vertraut sei. Auch darf erwähnt werden, die jetzige Zeit viel Geld kostet, denn die Wirthshäuser sind mehr je besucht gut, daß das Geld im Lande bleibt!“

Kanton Genf. Der ersten Sitzung des neuen Großen es, die letzten Montag abgehalten wurde, stand Herr Fazy⸗Pa⸗ als Alters⸗Präfident vor. Die Revue de Geneve sagt, es en sich die Großräthe fast sämmtlich auf die linke Seite begeben. Büreau wurde nach Eröffnung der Sitzung folgendermaßen be⸗ : Herr Fazy⸗Pasteur Präsident; Herr Carteret erster Vice⸗Präsi⸗ und Herr Pellier zweiter Vice⸗Präsident. Das französische Detaschement, welches zu Ferney an der äußer⸗ Cenz⸗ sich befand, ist nach dem Fort de Eecluse zurückgezogen

Italien Turin, 26. Okt. (A. Z.) Vor einigen Tagen hat in Mo⸗ der Abschluß des Ehevertrages zwischen dem Herzoge von Bor⸗ ; und der Prinzessin Therese von Modena, Schwester des regie⸗ en Herzogs, stattgefunden. Die Vermählung selbst wird schon 30sten d. vollzogen werden. Türhkei. 1

d 7 . I— Konstantinopel, 21. Okt. (Oest. Beob.) Se. Königl. eit der Prinz Luitpold von Baiern fährt fort, sich mit Besichti⸗ g der Merkwürdigkeiten dieser Hauptstadt und ihrer Umgebungen eschäftigen, und wird dabei vom herrlichsten Wetter begünstigt. ern wurde der Prinz zu einem glänzenden Bankette geladen, zes der Sultan seinem erlauchten Gaste zu Ehren in dem an Palast von Tschiragan anstoßenden neuen Kioske, Ferieh, veran⸗ en ließ, und welchem sämmtliche Repräsentanten der fremden chte, so wie die ottomannischen Großwürdenträger, beiwohnten. der Tafel empfing der Sultan den Prinzen Luitpold, welchen

. Internuntius hierbei zu begleiten die Ehre hatte, und mit „er sich durch eine Weile über mannigfaltige Gegenstände un⸗ ielt. Sodann wurde Se. Königl. Hoheit zur Tafel geführt, welcher der Groß⸗Wesir, Reschid Pascha, im Namen Sultans die Honneurs machte, und die für 70 Personen mit rhaft orientalischem Luxus gedeckt war. Der Prinz Luitpold te die Gesundheit des Sultans aus, und Reschid Pascha erwie⸗ e dieselbe mit einem Toast auf das Wohlsein des Prinzen. Wäh⸗ des Banketts führte eine großherrliche Musikbande Tonstücke aus dee Opern mit staunenswerther Präzrsion aus. Der Prinz hatte bsicht, in diesen Tagen einen Ausflug nach Brussa zu unterneh⸗ 2 und der Sultan hatte die freundliche Aufmerksamkeit, ihm zu n Ende eines seiner Dampfboote anzubieten; doch war es Sr. igl. Hoheit der Kürze der Zeit wegen nicht möglich, dieses Vor⸗

en auszuführen. m 15ten d. M. hat die Einweihung der neuen Militairschule Beisein des Sultans und der türkischen Würden⸗

erhalb Pera im er mit großem Gepränge stattgefundrneaen.

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Der zum Statthalter von Widdin ernannte Hussein Pascha ist

gestern über Gallatz nach seinem Posten abgegangen.

Her Odilon⸗Barrot ist am 14ten d. M. in dieser Hauptstadt Ien, von wo er eine Reise nach Aegypten zu unternehmen gedenkt.

Aus Smyrna wird gemeldet, daß am 14ten d. die türkische Flotte unter den Befehlen des Groß⸗Admirals Mehmed Ali Pascha vor Urlac vor Anker gegangen, jedoch zwei Tage darauf wieder ab⸗ gesegelt sei, um die Inseln Samos und Rhodus zu besuchen, von wo sie in ungefähr 14 Tagen in Smyrna zurückerwartet wurde.

8 Berichten aus Trapezunt vom 13. Oktober zufolge, war der oft besprochene Rebell von Adschara, Kör Hussein, endlich gefangen genommen worden und sollte sofort daselbst eingebracht werden. In

einem Schreiben aus Tebriz vom 30. September hieß es, die Cho⸗

lera dauere in Teheran und anderen Orten Persiens noch immer fort, doch wird zugleich bemerkt, daß wohl andere Ursachen der Sterblich⸗ keit unter den ärmeren Klassen, die man wahrscheinlich auf Rechnung der Cholera schiebe, vorhanden sein dürften.

Vereinigte Staaten von Nord-Ameriha.

London, 30. Oft. Das Dampfschiff „Hibernia“ ist gestern mit Nachrichten aus New⸗York vom 15. und Boston vom 16. Oktober in Liverpool angekommen. Der Krieg der Veremigten Staaten gegen Mexiko geht seinem Ende entgegen, da General Tay⸗ lor den entscheidenden Schlag geführt und den Schlüssel zum Besitz der Hauptstadt, die Stadt Monterey, erobert hat. General Taylor langte am 19. September mit ungefähr 6000 Mann vor Monterey an, begann seinen Angriff auf dieselbe am 22sten und ge⸗ langte erst nach dreitägigen lebhaften Gefechten und kraftvollem Wi⸗ derstande der Mexikaner, bei welchem die Amerikaner 300 Todte und 200 Verwundete, die Mexikaner 500 Todte einbüßten, durch Capitu⸗ lation des General Ampudia, der die 7000 Mann starke Besatzung befehligte, in den Besitz der Stadt. Sogleich nachdem er vor Mon⸗ terey erschienen war, wurde er noch während der Rekognoszirung von den Batterieen aus beschossen und schlug sodann ein Lager bei den Wallnuß⸗Quellen, drei englische Meilen von der Stadt, auf. Am 20. September erhielt General Worth Befehl, die Stadt rechts zu umgehen, um die Straße nach Saltillo einzunehmen und die Anhö⸗ hen oberhalb des bischöflichen Palastes zu stürmen, welcher Punkt von dem Feinde auf unerklärliche Weise vernachlässigt worden war. Er erreichte jedoch erst am folgenden Tage sein Ziel, und nach einem Treffen mit einer starken Abtheilung feindlicher Kavallerie, die durch die Artillerie von den Anhöhen unterstützt wurde, warf er den Feind mit Verlust zurück und nahm eine verschanzte Position in der Rich⸗ tung von Santillo ein. Es zeigte sich jedoch, daß außer dem Fort vom bischöflichen Palast noch zwei andere auf ansehnlichen Anhöhen der entgegengesetzten Seite des St. Juan⸗Flusses errichtet waren. welche beide erst mit Sturm genommen werden mußten. An dem⸗ selben Morgen nahm die erste Division regulairer Truppen und die Freiwilligen⸗Division unter General Butler eine Diversion zur Linken vor. In der Nacht war eine Batterie von zehnzölligen Mörsern und zwei Vierundzwanzigpfündern auf einer Ravine errich⸗ tet worden, die am 21. September, Morgens 8 Uhr, von dem vier⸗ ten Infanterie⸗Regimente unterstützt, ihr Feuer gegen das Fort der Kathedrale eröffnete. Um dieselbe Zeit waren zwei Reginaenter unter dem Obersten Garland abgeschickt, um eine Rekognoszirung nach der äußersten Linken vorzunehmen. Nach einem heftigen Kampfe, wobei die feindliche Batterie den Amerikanern vielen Schaden zufügte, ge⸗ lang es letzteren, die feindliche Artillerie zu umzingeln und in die Stadt einzudringen. Da indessen der Feind sein Kanonenseuer und die Infanterie sogar von den Häusern der Stadt herab ihr Gewehr⸗ feuer fortsetzte, so begnügte man sich, gedachtes Fort einzunehmen, wo vier Geschütze nebst etwa 30 Mann mit 3 Offizieren in die Hände der Amerikaner sielen. Die Regimenter von Misstfsippi, Ten⸗ nessee und Ohio hatten so stark gelitten, daß sie die Feind⸗ seligkeiten einstellen mußten, zumal da ein heftiger Regenguß einge⸗ treten war. Am 22. September, Morgens, nahm General Worth die Anhöhen, die den bischöflichen Palast dominiren. Hier wurden 4 Kanonen genommen und sogleich gegen die feindlichen Festungs⸗ werke gerichtet. Am 23. September, früh Morgens, bemerkte Ge⸗ neral Quitman, welcher mit Truppen aus Mississippi, Tennessee und Kentucky die genommenen Forts besetzt hielt, daß der Feind mehrere andere Forts verlassen hatte, und warf nun 4 Compagnieen in die Stadt, wo sie bald mit dem Feinde handgemein wurden. Nachdem ein Regiment von Scharfschützen aus Texas hinzugekommen war, währte der Kampf den ganzen Tag hindurch. Die Amerikaner drangen bis zum Hauptplatze, während der Feind von den Häuserg ebeln und den Barrikaden aus ein heftiges Feuer nährte. Erst Nachmittag nahm der Kampf eine günstigere Wendung für die Amerikaner, indem General Worth vom bischöflichen Palaste her die Westieite angriff und vom Kirchhofe aus mit einem großen Mörser auf den Hauptplatz donnerte, auf welchem der Feind jedoch sich die Nacht hindurch hieit. Am 24. September, früh Morgens, sandte der mexikanische General Ampudia einen Parlamentair an Ge⸗ neral Taylor, um eine Capitulation anzutragen. Bis 3 ½ Uhr währte das Parlamentiren, da man sich nicht einigen konnte. Endlich ließ General Taylor dem Feinde eine Stunde Bedenkzeit, vor deren Ab⸗ lauf jedoch die Capitulation zu Stande kam. Dieselbe ist höchst ehrenvoll für die Mexikaner. Sie giebt ihnen sieben Tage zur Räu⸗ mung der Stadt, während welcher Zeit die Amerikaner dieselbe nicht betreten dürfen, gestattet der Garnison den Abzug mit den Waffen in der Hand, insbesondere der Artillerie mit einer Batterie von sechs Geschützen und 21 Schüssen für jedes Stück. Nur die Citadelle sollte schon am 25sten geräumt werden, doch wurde den Mexikanern gestattet, ihre Flagge zu salutiren, ehe sie abgenommen würde. End⸗ lich zieht die Capitulation eine Linie von dem Riconada⸗Paß durch Linares und San Fernando de Presas und bestimmt, daß vor Ab⸗ lauf von acht Wochen oder bis zum Eingange neuer Instructionen der beiderseitigen Regierungen diese Linie von keinem der beiden Truppen⸗Corps überschritten werden dürfe. Diese Bedingungen be⸗ weisen zur Genüge, daß die Mexikaner sich sehr tapfer gehalten und den Belagerern viel zu schaffen gemacht haben. Die Stadt, fast ganz aus Stein gebaut, war stark befestigt; desgleichen die Höhen, welche sie beherrschen. In den Straßen waren Barrikaden errichtet und die Mauern der Häuser durchbohrt zu Schießlöchern für das Musketenfeuer. Auch spricht General Taylor selbst in seinen De⸗ peschen sich über die ganze Haltung der Mexikaner sehr anerkennend aus und leitet einen zweiten Grund für die nachgiebige Capitulation aus dem ihm unbekannten Zustande der Unterhandlungen der beiden krieg⸗ führenden Mächte. In seiner Depesche an den Adjutant⸗General heißt es: „Man wird ersehen, daß die der mexikanischen Garnison einge⸗ räumten Bedingungen weniger hart sind, als es die zuerst aufgelegten waren. Die tapfere Vertheidigung der Stadt und der Umstand, daß in Mexiko kürzlich eine neue, den Interessen des Friedens, wie man glaubte, Feneigte Regierung eingesetzt worden ist, veranlaßten mich, mit der Kommission in diese Bedingungen einzuwilligen, welche, wie ich vertraue, die Billigung der Regierung erhalten werden. Die letz⸗ tere Rücksicht hat auch zu der Uebereinkunft wegen vorläufiger Ein⸗ stellung der Feindseligkeiten beigetragen. Obgleich meine Instructio⸗

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nen darüber keine Bestimmungen enthalten, so haben doch die Dinge

eine so veränderte Gestalt angenommen, daß ich diesen Weg dadurch für gerechtfertigt halte. Ich ersuche um baldige Nachricht, ob ich den Absichten der Regierung in diesen Einzelnheiten entsprochen habe.“

In Wasßhington, wo diese Berichte den 12ten d. eintrafen, scheint man indeß mit diesem Arrangement nicht zufrieden zu sein, und Oberst Coton soll nach Monterey abgehen, ohne die Ratist⸗ cation der Uebereinkunft zu überbringen, vielmehr mit dem Befehl, geradeweges auf Merxiko loszugehen. Jedenfalls ist der achtwöchent⸗ liche Waffenstillstand nicht genehmigt. „Dieser Waffenstillstand“, sagt der New-York Enquirer, „kommt sicherlich gerade jetzt sehr un⸗ gelegen, da wir vor Tampiko Streitkräfte versammeln, um diesen Ort anzugreisen und eine Verbindung mit General Taylor's Armee herzustellen; denn unter dem Schutze dieses Waffenstillstandes kann nun General Ampudia seine Truppen vor Tampiko bringen.“

Aus den Vereinigten Staaten selbst wird nichts von politischem Interesse gemeldet. Kurz vor Abgang der „Hibernia“ hatten längs der Küste so heftige Stürme geweht, daß die Dampfschiffs⸗Verbin⸗ dung Bostons mit dem Innern, so wie die Communication mittelst des elektromagnetischen Telegraphen, 24 Stunden unterbrochen gewe⸗ sen war.

OOstindien und Chinaä.

Bombay, 1. Okt. (A. A. Z.) Die indischen Blätter sind diesmal noch leerer an Nachrichten als während der letzten drei over vier Monate. Zwar an Gerüchten war, wie immer, kein Mangel, aber sie entbehrten alles sicheren Anhaltes. So sprach man nament⸗ lich in Kuratschi, der Hafenstadt der Provinz Sind, von baldigen Trupen⸗Bewegungen nach dem Norden, einem neuen Marsch gen Bahawulpur und dergleichen, aber die Sage fand bei den Besserun⸗ terrichteten keinen Glauben. Der Statthalter, Sir Charles Napier, war über das gegen ihn feindliche Buch des Obersten Outram, über die Eroberung Sinds, höchst erzürnt, nachdem er jetzt gefunden, daß dasselbe in den administrativen und militairischen Kreisen des Mutterlandes doch mehr Anklang gefunden, als er erwartet. Indessen der Herzog von Wellington und Graf Ellenborough haben sich eutschieden für die Einverleibung dieser Provinz ausgesprochen und Napier's Ver⸗ sfahren allseitig gutgeheißen. In Britisch⸗Indien selbst, namentlich bei der Armee, ist dieses Gränzland mit seinen Seuchen brütenden Niederungen und Sümpfen auf das schlimmste verrufen; die dahin beorderten Regimenter werden als verlorene Posten betrachtet, und die Tetails über die diesjährigen Verheerungen der Cholera unter den indo-britischen Truppen wie unter den Eingeborenen des Lan⸗ des sind wahrhaft schauerlich zu lesen. Gerade die schönsten und jugendkräftigsten Soldaten, die Grenadiere der Frontlinien, starben weg wie die Fliegen. Indessen hatte die Seuche mit dem Eintritt der kühleren Jahreszeit aufgehört, und der Gesundheitszustand war im Allgemeinen ein besserer geworden. Hingegen machte sich Man⸗ gel an Lebensmitteln immer fühlbarer, und dieses Land, aus welchem seit den drei Jahren britischer Verwaltung die Nord-Provinzen des westlichen Indiens fast ausschließlich verproviantirt wurden, kann jetzt seine eigenen Bewohner nicht mehr ernähren, denn das Getraide wird für die Besatzung aufgekauft, welche mit dem Lager⸗Gefolge aus mehr denn 25,000 Mann besteht. In Sakkar waren in der letzten Zeit zahlreiche Diebstähle und Räubereien vorgefallen, und die Gebirgs⸗Beludschen der Gränze hatten neue Raubeinfälle versucht. Im Ganzen aber ist das Land ruhig.

Aus dem Pendschab ist diesmal fast nichts zu berichten. Vom Abzug des britischen Occupationsheeres scheint es fürs erste ganz still geworden zu sein. Der General⸗Statthalter, der sich noch zu Simla im Vorgebirge des Himalaya befand, war im Begriff, von dort aus die neuerworbenen Provinzen, namentlich den schönen Dschallindir⸗ Doab, zu besuchen. Das auch in England aufgenommene Gerücht von der Verlegung des Sitzes der General⸗Statthalterschaft von nach dem Nordwesten findet in der indischen Presse Beifall; Delhi wird als der dazu geeignetste Ort bezeichnet. Die frühere Nachricht, daß der Häuptling von Multan sich in Lahore gestellt, um mit dem Darbar des Maharad⸗ schah seinen Frieden zu machen, wird widersprochen; sie beruhte auf einer Verwechselung mit einem minder bedeutenden Häuptling. Der Radschah Lall Singh und Hira Singh sind in offener Feindschaft, so daß sie neulich im Staatsrath die Säbel gegen einander zuckten. Die Ansicht, daß England die ganze Ebene des Fünfstromlandes seinem indischen Reiche einverleiben müsse und werde, wird immer allgemeiner.

Gulab Singh in seinem Gebirgsland ist mittlerweile auch nicht in ruhigem Besitz. In Kaschmir namentlich soll unter dem Scheik Emam⸗ ud⸗Din ein sehr gefährlicher Aufstand ausgebrochen sein, der seine letzten Fäden in Lahore hätte. Ein beträchtlicher Streithause Gulab Singh's, der gegen die Rebellen ausgeschickt war, foll von ibnen jenseits von Puntsch (Poonch) gänzlich geschlagen worden sein, so zwar, daß der Anführer ein Bericht nennt ihn Muttra Dars, ein anderer Lukput Rae mit 400 Mann auf dem Platze blieb und sein ganzes Geschütz verlor. Indessen war Gulab's Sohn mit einer Verstärkung von 5000 Mann von Dschummu nach Kasch⸗ mir aufgebrochen. Auch hieß es, ein englischer Offizier, Lieutenant Edwards, sei abgeschickt worden, um jenen Häuptling zur Vernunft zu bringen. Kaschmir wurde bekanntlich von England durch den Frie⸗ densvertrag mit den Seikhs dem Gulab Singh zugetheilt. Im Nizam⸗Staat hat man nun wirklich angefangen, die gesindelhaf⸗ ten und unruhigen Miethstruppen, die Rohillas, auszutreiben. Sie wurden mit schwachen englischen Eskorten aus dem Lande transpor⸗ tirt; aber was weiter mit ihnen anzufangen sei, wußte man nicht.

Bei Uebergabe der Insel Tschusan an die chinesischen Behörden wurde folgende Proclamation erlassen: „Die an den Kaiser von China dem Vertrage gemäß zurückgestellte Insel Tschusan ist nicht länger als einer von den Häfen oder Plätzen, mit denen der Handel gestattet ist, zu betrachten. Britische Uuterthanen werden daher ge⸗ warnt, daß naͤch dem auf den 2asten d. festgesetzten Abmarsche des 98sten Regiments alle Personen, die sich nach der Insel oder einem dazu gehörigen Orte begeben sollten, den durch Artikel 4 des Ergän⸗ zungs⸗Vertrags bestimmten Strafen verfallen werden. Am Bord des Dampfbootes „Vulture“, den 16. Juli 1846. J. F. Davis.“

Kalkutta

Handels⸗- und Börsen⸗-Nachrichten.

2% Amsterdam, 31. Okt. Am hiesigen Fondsmarkte sind fast alle Course während dieser Woche neuerdings gewichen, weil sich bei minder stärker eingetretener Frage nach Geld ein steter Mangel an Kauflust spüren ließ, dagegen, vornehmlich von holländischen Staatspapieren, viele Pantieen vom Auslande zur Realisirung hergelegt wurden; das erhebliche Fallen der portugiesischen und spanischen Fonds trug gleichfalls sehr dazu bei, den Markt zu drücken. Von den holländischen Effekten sind Integrale von 59 ½ bis 58 % heruntergegangen; Zproz. wirkliche Schuld von 71 auf 70 ½ %; 4proz. dito von 92 ¾ auf 92 ½ %; Actien der Handels⸗Maatschappy von 174 auf 173 ½ %; 5proz. russische Obligationen bei Hope u. Comp. von 105 auf 104 %; Aproz. Certifikate bei denselben hielten sich etwas besser und holten 88 ¾ %. Ardoin⸗Obligationen wichen von 20 ¾ % allmälig bis 19 ¾ %l. Pertugiesische dito waren erst von 44 ½ bis 43 % gesallen; als aber gestern die niedrige Notirung dieses Effekts von London hier bekannt wurde, drängten sich die Spekulanten zum Verkaufen und ließen zulept zu E“