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Rußland und Polen.
St. Petersburg, 5. Nov. Der preußische Gesandte am hiesigen Hofe, General⸗Major von Rochow, hat dem Reichs⸗Kanzler der auswärtigen Angelegenheiten im Auftrage seiner Regierung die Mittheilung gemacht, daß dieselbe, auf den Wunsch der hohenzollern⸗ sigmaringenschen Regierung und in Ansehung der zwischen dem preu⸗ ßischen und dem hohenzollern⸗sigmaringenschen Hofe bestehenden freund⸗ und verwandtschaftlichen Bande, allen ihren Missionen und diplomatischen Agenten die Vorschrift ertheilt, den in fremden Län⸗ dern sich aufhaltenden Unterthanen des Fürstenthums Hohenzollern⸗ Sigmaringen Schutz zu gewähren und sich nöthigenfalls für diesel⸗ ben, eben so wie für preußische Unterthanen, bei den fremden Be⸗ hörden zu verwenden. Se. Majestät der Kaiser hat nun auf die Vorstellung des Reichs⸗Kanzlers über diese zwischen den beiden ge⸗ nannten Regierungen getroffene Vereinbarung befohlen, daß der hier residirenden preußischen Mission das Recht zustehen solle, den in Ruß⸗ land lebenden hohenzollern⸗sigmaringenschen Unterthanen den gesetz⸗ lichen Schutz angedeihen zu lassen, und zwar so lange, als die er⸗ wähnte Vereinbarung zwischen den beiden genannten Regierungen nicht aufgehoben wird.
8 Nronhrriahs—
8- Paris, 7. Nov. Vorgestern wurden die Minister vom Herzog und der Herzogin von Montpensier in St. Cloud empfangen. Gestern fand daselbst die Einzeichnung der Heirath in die Civil⸗Register der Königlichen Familie statt. Heute werden die Mitglieder des diplo⸗ matischen Corps den Neuvermählten aufwarten, worauf der Hof sich nach Compiegne begeben und bis gegen die Mitte des Monats dort verweilen wird.
Graf Duchatel, der Minister des Innern, Herr Teste und Herr Laplaque Barris, Pairs von Frankreich und Präsidenten des Cassa⸗ tionshofes, haben das Großkreuz des Ordens der Ehren⸗Legion er⸗ halten.
Eine Königliche Verordnung vom 4. Oktober eröffnet dem Fi⸗ nanz⸗Minister einen außerordentlichen Kredit von 527,240 Fr. zu Zinsen und Tilgung der von Frankreich mitgarantirten griechischen Anleihe. Der Moniteur publizirt auch noch eine Königliche Verordnung vom 25. Oktober, mittelst welcher dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten abermals ein außerordentlicher Kredit von 320,000 Fr. zu unvorhergesehenen Ausgaben eröffnet wird.
Aus den Berichten über die Operationen des Tilgungsfonds im dritten Quartal dieses Jahres geht hervor, daß während desselben von den Kommissarien für 7,996,067 Fr. 85 C. 3 proz. Renten zu dem Durchschnittspreise von 83 Fr. 53 C. aufgekauft worden sind.
Die zur Centralisirung und Vertheilung der in Paris und den Departements veranstalteten Subscriptionen für die Opfer der Ueber⸗ schwemmungen ernannte Kommission hielt gestern im Handels⸗Mini⸗ sterium ihre erste Sitzung und beschloß, sogleich eine Summe von 180,000 Fr. in gleichen Theilen von 20,000 Fr. an die Präfekten des Allier, des Cher, des Loir und Cher, der Loire, der oberen Loire, des Loiret, der Nievre, der Saone und Loire und des Indre und der Loire zu übersenden. Auch Kleidungsstücke wurden nach verschiedenen Orten hin befördert.
Der Constitutionnel bemerkt über die neueste Note Lord Palmerston's, daß keines von Herrn Guizot's Argumenten darin zu⸗ gestanden worden sei. Vielmehr wären alle angefochten worden, und schließlich laufe Alles wieder auf die geforderte Verzichtleistung des Herzogs von Montpensier für sich und seine Nachkommen auf den spa⸗ nischen Thron hinaus. Das französische Kabinet bete gewiß inbrünstig, daß der Himmel der Königin Erben schenken möge, um nur des lästi⸗ gen Ruhms, den es neuerlich erworben, und der Frage ledig zu wer⸗ den, die darüber zwischen Frankreich und England sich erhoben habe.
In hiesigen Kreisen soll auch eine Note, die Bulwer an Isturiz geschrieben, in Umlauf sein. In dieser Note, sagt man, erkläre Erste⸗ rer, daß der Krieg zwischen England und Spanien sofort ausbrechen würde, sobald der erste spanische Soldat intervenirend in Portugal einschritte.
Das Journal des Débats enthält ein Schreiben aus St. Petersburg vom 22. Oktober, worin es heißt: „Die offizielle Ver⸗ kündigung des Abschlusses eines Schifffahrts⸗Traktats mit Frankreich hat hier unter allen Klassen der Gesellschaft einen sehr vortheilhaften Eindruck gemacht. Die betreffende Urkunde liegt in diesem Augen⸗ blick Sr. Majestät dem Kaiser zur Unterzeichnung vor; wir haben Grund, zu glauben, daß sie ehester Tage nach Paris, wo die Auswechselung der Ratificationen zu geschehen hat, abgeschickt werden wird. Die gegenseitigen Zugeständnisse des Vertrags und der Eiser, welchen beide Theile, um das Uebereinkom⸗ men zu Stande zu bringen, bei der Unterhandlung an den Tag gelegt haben, sind bedeutender geworden, als man anfangs voraus⸗ zusetzen Grund hatte, denn im Augenblick, wo der Traktat höchsten Orts sanctionirt werden soll, haben hier die vergeblichen Versuche stattgefunden, die russische Regierung bei Gelegenheit der spanischen Heirathen zu einer diplomatischen Demonstration gegen Frankreich zu vermögen. Man muß dem Kabinet von St. Petersburg die Gerech⸗ tigkeit widerfahren lassen, anzuerkennen, daß es gleich von vornherein jede dahin zielende Eröffnung zurückgewiesen und geradezu abgeschla⸗ gen hat, sich der Politik Lord Palmerston's anzuschließen.“ Der Sieele spricht sich zwar zufrieden über die angeblichen Nachrichten aus St. Petersburg aus, wonach man dort nicht auf die englische Seite in der spanischen Frage getreten sei, so wie daß es allem Anscheine nach mit der englischen Allianz endlich aus sein werde. Er meint aber zugleich, daß es für die Regierung besser wäre, wenn sie, anstatt sich in Rußlands Arme zu werfen, sich daheim zu kräfti⸗ gen gesucht hätte.
Die verschiedenen angekündigten Einzahlungen auf Eisenbahnen belaufen sich für das Jahr 1847 auf 135 Millionen Franken. Die gedrückte Lage, in welcher sich die pariser Börse in Folge der von den Verwaltungs⸗Räthen der Lyoner Eisenbahn und der Nordbahn ausgeschriebenen weiteren Einzahlungen befindet, hat, wie man ver⸗ nimmt, die Aufmerksamkeit der Regierung ernstlich auf sich gezogen. Seit einigen Tagen ist in den Büreaus des Finanz⸗Ministeriums von einem Gesetz⸗Entwurf die Rede, welcher den Kammern in der näch⸗ sten Session vorgelegt werden solle, zu dem Zwecke, den Platz zu erleichtern und die Eisenbahn⸗Gesellschaften in den Stand zu setzen, Einzahlungen in kleinen Beträgen und langen Zwischenräumen zu verlangen; der Staat solle nämlich ermächtigt werden, ein Anlehen von 600 Millionen, binnen drei Jahren und je nach den Bedürf⸗ nissen der Compagnieen, zu negoziiren und denjenigen Gesellschaften, auf deren Actien schon zum wenigsten 200 Fr. eingezahlt wären, die zur Fortsetzung ihrer Arbeiten erforderlichen Summen vorzustrecken; außerdem würden für die Rückzahlungen der von dem Staate aus⸗ geführten Arbeiten lange Fristen gestattet werden; dafür sowohl, wie für die vorgestreckten Summen, würden die Compagnieen dem Staat 4 pCt. zu vergüten haben.
Das Budget der Stadt Paris, so wie das des Seine⸗Departe⸗ ments, ist bei dem jetzt versammelten General⸗Conseil der Seine vorgelegt worden. Jenes ist befriedigend, das letztere aber hat bei 6,600,000 Fr. veranschlagter Einkünfte 7,381,000 Fr. Ausgaben. Die Regierung muß gesetzlich für diesen Ausfall aufkommen.
Odilon Barrot weilt gegenwärtig in der Türkei. Der Con⸗ stitutionnel erzählt, wie er von den Großen des osmanischen Reichs mit Auszeichnung empfangen worden ist. „Herr Odilon Bar⸗ rot“, sagt dies Blatt, „hat zu Konstantinopel eine glänzende Auf⸗ nahme gefunden; man behandelt ihn mit ungemeinem Zuvorkommen. Die türkischen Minister haben in Bezug auf Herrn Odilon Barrot nur Einen Zweck: sie wollen ihn von ihren freundschaftlichen Gesin⸗ nungen so wie von den Fortschritten überzeugen, die sich im Schatten des Friedens, unter einem Herrscher, der das Gute will, unaufhalt⸗ sam verwirklichen. Herr Odilon Barrot hat sich nach der Pforte verfügt und nach einander dem Großwesir, dem Mufti, dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten und dem ersten Dragoman seinen Besuch gemacht. Der berühmte Redner wird auch dem Sultan vor⸗ gestellt werden und mit dem diplomatischen Corps einem Gastmahle beiwohnen, das Se. Hoheit dem Prinzen Luitpold von Bayern zu Ehren dieser Tage geben wollte.“
Das Journal des Débats äußert sich über die neuesten Er⸗ gebnisse des Krieges zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten in folgender Weise: „Die Erstürmung von Monterey, der Haupt⸗ stadt der mexikanischen Provinz Leon, hat Niemanden überrascht. Die nordamerikanischen Truppen sind vortrefflich gebildet, während die Kriegskunst in den ehemaligen spanischen Provinzen bedeutend zurück ist. Spanien hat nie die Energie gehabt, junge Leute in den Cen⸗ tralpunkt der Civilisation, nach Europa, zu schicken, um sie dort die Kriegsschulen besuchen zu lassen und auszubilden, wie dies der ägyp⸗ tische Vice-⸗König und selbst der Sultan in neuester Zeit thun. Die nordamerikanische Armee, der mexikanischen gegenüber, heißt die vorgeschrittene Civilisation der Barbarei entgegenstellen.“ Indeß findet das genannte Blatt es doch sehr gewagt, mit kaum zwölftau⸗ send Mann Linientruppen zweihundert Stunden weit entfernt Krieg zu führen. „Dies“, sagt es, „scheint auch die öffentliche Meinung in den Vereinigten Staaten schon zu erschüttern. Die namhaftesten Männer tadelten einstimmig das Unternehmen Polk's. Viele Bürger reihen sich ihnen an, weil sie gewisse Vorgänge dieses Krieges mit Recht bedenklich finden. Allmälig beginnt man einzusehen, daß der Präsi⸗ dent durch seine Beamten nicht blos den Geist, sondern auch den Buchstaben der Verfassung verletze. Er maßt sich das Recht über Krieg und Frieden allein an, daß ihm nur in Gemeinschaft mit dem Kongreß zusteht. Kearney's Proclamation an die Bevölkerung Neu⸗Meziko's sindet man mit Recht unerhört. Aus eigener Machtvollkommenheit erkjärt dieser General sie den Vereinigten Staaten einverleibt. Sind das, fragt man, nicht völlige Prokonsuls⸗Manieren? Diese Gewalt hat selbst der Präsident nicht; er kann sie daher auch Nie⸗ manden übertragen. Die jüngsten Wahlen bezeugen bereits einen großen Wechsel in den Gemüthern. Die Opposition errang Erfolge, an die sie seit lange nicht mehr gewöhnt war. Und noch haben die wichtigsten Wahlen, nämlich die der größeren Staaten⸗Glieder, nicht stattgefunden.“
In der Sitzung der Akademie vom 2. November bemerkte Herr Pelouze, daß die Eigenschaften, welche Herr Schönbein seiner Erfin⸗ dung beilege, nur sich auf das Xyloidin beziehen könnten; er habe selbst 1838 schon die Erfahrung gemacht, daß Papier, Baumwolle, Flachs u. s. w., die mit konzentrirter Salpetersäure getränkt würden, bei 180 Feuer fingen und fast ohne Residuum verbrennten; er müsse indessen anerkennen, daß er nie den Gedanken gehabt, daß diese so behandelten Stoffe als Ersatzmittel des Schießpulvers dienen könn⸗ ten. Herrn Schönbein allein gebühre das Verdienst dieser Anwen⸗ dungsweise.
Die feierliche Beisetzung des Admirals Duperré im Dome der Invaliden soll am 9. November stattfinden. Der Marine⸗Minister hat 12,000 Fr. zu den Unkosten angewiesen.
Marschall Soult wird gegen den 12. November hier eintreffen.
Der Courrier frangais behauptet, Marschall Soult habe die von ihm bereits eingereichte Entlassung als Conseils⸗Präsident nur auf den dringenden Wunsch einer hohen Person zurückgenommen, um die Lage des Kabinets nicht zu gefährden.
Die Journale von Algier vom 29. Oktober bringen Kunde von einem Zuge gegen die Kabylen in der Nähe von Bugia, welche in der letzten Zeit sich wieder Feindseligkeiten erlaubt und Offiziere auf einer Jagdpartie angefallen hatten. Razzias wurden gegen sie un⸗ ternommen und Heerden ihnen weggeführt. Sie suchten sich dafür zu rächen, indem sie 700 Mann stark die französischen Heerden zu überfallen suchten, wurden indessen von einer Abtheilung von 45 Mann unter Lieutenant Giacom, der von einer guten Stellung aus Verheerungen in ihren Reihen anrichtete, daran verhindert. Trotz der Ueberzahl hielt sich der kleine Haufe wacker, bis die Garnison ihnen zu Hülfe eilte und den Feind bis in die Berge zurücktrieb. Viele Kabylen fielen, zehn Dörfer wurden verbrannt und beträcht⸗ liche Beute gemacht.
In Sachayouse sind, dem Journal der Ostpyrenäen zufolge, am 38. Oktober von der Gendarmerie 21 Karlisten verhaftet worden, welche die ihnen angewiesenen Aufenthaltsorte heimlich verlassen hatten.
Dem Vernehmen nach, wird Herr Rochet d'Hericourt im Auf⸗ trage der französischen Regierung eine dritte Reise nach dem König⸗ reich Schoa in Abyssynien unternehmen, indem der von ihm mit
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Schoa abgeschlossene Vertrag wegen gewisser Bedingungen nicht rati⸗
fizirt werden konnte.
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2½△ Paris, 7. Nov. Von neuem spricht man wieder mehr und mehr von einem Feldzuge, den nicht blos Frankreich, sondern auch England gegen die Howas auf Madagaskar zu unternehmen beab⸗ sichtigen sollen. Es werden sogar schon die englischen Kriegsschiffe aufgezählt, welche zur Theilnahme daran berufen wären, so wie an⸗ dererseits die französischen Streitkräfte, die von Bourbon aus gegen Madagaskar geschickt werden sollten. Aus allen Berichten, welche mit der Fregatte „Armide“ aus Bourbon angelangt sind, geht jeden⸗ falls die immer schwieriger sich gestaltende Lage hervor, in welche diese französische Kolonie sich, Madagaskar gegenüber, versetzt sieht. Die Malgaschen⸗Regierung scheint durch den augenblicklichen Vortheil, den sie über den letzten Versuch zu ihrer Züchti⸗ gung erlangt hat, und durch die bisherige Ungestraftheit, in welcher sie sich des erlangten Triumphes erfreuen konnte, ganz siegestrunken geworden zu sein und giebt dies namentlich durch Ergreifung jeder Gelegenheit, wo sie die französischen Interessen zu benachtheiligen vermag, zu erkennen. Alle Stimmen auf Bour⸗ bon vereinigen sich darüber, daß diesem Stande der Dinge auf die eine oder andere Weise ein Ende gemacht werden müsse, und ver⸗ neinen zugleich, daß dies durch friedliche, versöhnliche Mittel erreicht werden könne. Wenn man es mit irgend einem anderen Lande zu thun hätte, so könnte man hoffen, daß die Gewährung besonderer Vorrechte und Vortheile für die Einfuhr der Erzeugnisse der Mal⸗ gaschen, welche durch den neuen Zolltarif für Bourbon verfügt ist, leicht zu einer Verständigung auf gütlichem Wege führen könnte, da die beiderseitigen Interessen dabei nur gewinnen würden. Aber bei einem so hinterlistigen, unwissenden und zugleich so grausamen Volke, wie es die Howas auf Madagaskar sind, läßt sich auf die Wirksamkeit solcher Mittel nicht rechnen. Man muß ihnen durch Anwendung von Ge⸗ walt zeigen, daß man der Stärkere ist, dadurch allein kann man bei ihnen etwas ausrichten. Die französische Regierung scheint nun in
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der That diesen Stimmen Gehör geben und die Absicht eines 1
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Das Garick⸗Theater, eine der kleineren hiesigen Schaubühnen,
zuges, welche sie schon vor einem Jahre hatte, endlich zur Aus st am 4ten ein Raub der Flammen geworden.
rung bringen zu wollen, um sich für die zu Tamatave erlittene: derlage zu rächen. Aber der Plan ist jetzt ein ganz anderer. dem früheren hatte ein Truppen⸗Corps das Küstengebiet der 9 Madagaskar durchziehen und verwüsten sollen, wogegen mit von mehreren Rednern in der Deputirten⸗Kammer seiner Zeit ein wendet worden war, daß eine solche Kriegführung voraussichtlich; fruchtbares, bleibendes Resultat bringen könnte, das dazu bestim Truppen⸗Corps vielmehr, aller Wahrscheinlichfeit nach, selbst u dem tödtlichen Einflusse des Klima's unermeßliche Verluste erze⸗ würde. Jetzt aber will man, dem Rathe aller folgend, die mit den Verhältnissen von Madagaskar; eigener Anschauung und Erfahrung vertraut sind, sich auf Beset⸗ eines befestigten Punktes beschränken, von wo aus die Möglitz gegeben ist, mit Hülfe der Verbündeten im Lande selbst, derenz. winnung man nicht für schwer hält, des Innern des Landes mehre. minder Herr zu werden. In Bourbon verlangt man, wie git dringend die Ausführung dieses Planes. Aus Sainte⸗Marie auf Madagaskar waren durch einen †. des Capitains Geniet vom Schiffe „Ariel“ Nachrichten nach Ma⸗ tius gelangt. Dieser hatte sich nach Tamatave begeben, um . Versuch für Wiederherausgabe der ihm gehörenden Waaren zun chen, die nun schon seit länger als einem Jahre unter Embargo selbst liegen. Als er den Howas mittheilte, die französische Regien wolle auf den Krieg gegen sie verzichten, schienen sie sehr befrich Als er ihnen nun weiter den Zweck seiner Ankunft eröffnete, gabz ihm den Rath, sich persönlich und direkt an die Königin zu wem die allein sie zur Herausgabe der von ihm verlangten Waaren mächtigen könne. Er hatte daher ein Schreiben an die Königig; richtet, das am 18. Juni nach Emirne abgegangen war. Erse war nach Sainte⸗Marie abgesegelt, von wo er von neuem nach matave sich begeben sollte, zwanzig Tage später, als in welcher; man ihm eine Antwort zugesichert hatte. Aber da er seitdem immer nicht nach Bourbon zurückgekommen, so glaubte man, Schritt sei ersolglos gewesen, und Ranavalo habe ihm sein E. abgeschlagen. Auf Bourbon sieht man sich durch längere Ford dieses Zustandes der Dinge in Verlegenheiten aller Art gesetzt, daher erklärt es sich leicht, daß man so dringend einen Feldzug laͤngt, um endlich aus dieser mißlichen Lage herauszukommen.
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derjen.l
Ueber das Fallissement des Hauses Harman u. Comp. ist noch
ichts Näheres bekannt geworden; man fürchtet indeß ein ungünstiges
fesultat. n . 2 Haus besaß, belaufen sich auf 440,000 Pfd. Sterl., einige Mo⸗ ate früher hatte dieselbe 700,000 Pfd. zu fordern.
Die Forderungen der russischen Regierung, deren Agentur
Das Geburtshaus Shakespeare's zu Stratfort am Avon wird, Mrs. Court, die Eigenthümerin, gestorben, in Gemäßheit der stamentarischen Verfügung ihres Mannes, zum Verkaufe kommen. n Kauflustigen wird es nicht fehlen; nur fürchtet man, daß irgend n Krösus diese kostbare Reliquie an sich bringen werde, um sie nach inem Parke in irgend einer fremden Gegend transportiren zu lassen.
X London, 6. Nov. Die Angelegenheiten Portugals stehen Hwauf dem Wendepunkt der Krisis, und welche Folgen dieselbe üch haben mag, man kann sie nicht ohne große Besorgnisse erwar⸗ n. Auf der einen Seite sieht man, wie die Königin, wenn die In⸗ rgenten siegreich sind, ihre Krone bei diesem verzweifelten Wurf
üngesetzt haben und das Leben des Herzogs von Terceira, so wie 6 anderen edlen Gefangenen in Porto,
n wird; auf der anderen Seite wieder dürfte ein Sieg der König⸗
wahrscheinlich geopfert wer⸗
en Truppen den Triumph jener Partei sicherstellen, deren An⸗ ßungen und Gewaltthätigkeiten diese Unruhen erzeugt haben. Oberst Wylde, welcher während des spanischen Krieges so lange r Person Espartero's attachirt war und jetzt Stallmeister des rinzen Albrecht ist, ist von dem englischen Kabinet mit einer Spezial⸗ ission nach Portugal abgeschickt worden. Wie es heißt, wird er erst in Porto landen, um den Versuch zu machen, die Insurgenten m Frieden zu bewegen und wo möglich die Gefangenen im Schlosse z zu befreien; alsdann wird er Rath und Beistand nach Lissabon ingen. Es scheint, daß der Prinz und Königliche Gemahl aus
—n Hause Koburg ein großes und sehr natürliches Interesse an dem
bicksal seines Verwandten nimmt.
Saldanha sah nach den letzten Nachrichten mit großer Zuversicht stigem Erfolg entgegen. Er hatte die bessere Hälfte der Armee er die Königlichen Fahnen versammelt und vertraute auf seine Rü gen, um die Rebellen zu schlagen. Aber das ganze Land bis an Thore Lissabons hat sich gegen den Hof pronunziirt. Die deta⸗
irten Truppen⸗Corps, welche der Königin im Norden noch treu ge⸗
Der Bey von Tunis, den man nun seit länger als acht dn zeben, sind abgeschnitten, und es ist nicht unmöglich, daß, wenn die
schon in Toulon erwartet, war am 4ten noch immer nicht 2 oulo brrejon aus dem Jahr 1842 sich wiederholt und die Truppen sich gar, man wisse nicht einmal, ob sich derselbe wirklich bereits zu Uzigbinden anstatt zu kämpfen.
eingetroffen. Ja, die neuesten Berichte aus Toulon sagen nunj nis eingeschifft habe.
Das Fallen der Eisenbahn-Actien im Course an der F— dauert noch fort, aber alle Anzeichen scheinen anzudeuten, daß! baldige Reaction zu erwarten ist. Man sieht von Seiten derjen, Spekulanten, welche ein Interesse dabei haben, die Course nicht auf ihrem jetzigen niedrigen Stande zu erhalten, sondern selbst weiter herabzudrücken, verzweiselte Anstrengungen, dieses Ziel zu reichen. Aber wahrscheinlich dürfte schon die nächste Liquidation n 16. November ein ganz entgegengesetztes Resultat aufweisen. Da diejenigen, welche jetzt in der Hoffnung auf noch niedrigere Cog Papiere auf Lieferung verkaufen, die sie zur Lieferungszeit sich ve schaffen müssen, werden eben durch ihre große Zahl und die not wendig dadurch entstehende starke Nachfrage die Course wieder; Steigen bringen.
Großbritanien und Irland.
London, 6. Nov. Herr George Clerk, ehemaliger politist Resident in den Nordwest⸗Provinzen Ostindiens, ist zum Gouvern von Bombay bestimmt worden.
Lord Harris ist zum Gouverneur und Ober⸗Befehlshabu aaj Trinidad ernannt.
Der Bruch zwischen dem „alten“ und dem „jungen“ Irland! jetzt vollständig. O'Connell selbst hat in der letzten Repeal⸗Versam lung in Dublin jede Aussöhnung zwischen den beiden Parteien f unmöglich erklärt und sich dabei auf einen Brief des Hern Sm O'Brien, des Hauptes des jungen Irland, an die Nation bezoge in welchem derselbe sich zwar nicht unbedingt für Anwendung phyf scher Gewalt gegen die Regierung ausspricht, dieselbe jedoch event als ein statthaftes Mittel zur Erlangung der Repeal bezeichnet. 2. Noth⸗Zustand in Irland schilderte O'Connell in jener Repeal⸗Versam⸗ lung als so durchgreifend, daß man seiner Behauptung zufolge sich bitir Täuschung hingeben würde, wenn man glaubte, denselben nach sechs “ selbst acht Monaten überwinden zu können. Uebrigens zollte er den? strebungen der irländischen Behörden, insbesondere des Grafen B borough, zur Abhülfe des Elends seinen vollkommensten Beifall nahm auch seine frühere Beschwerde wegen der angeblichen Lässig der Unterbeamten zurück, versichernd, daß dieselben im Verhältnisse ihrer geringen Anzahl das Mögliche leisten. Toryblätter wollen Umstimmung O Connell's der so eben ersolgten Ernennung eit Sohnes des Agitators zum Archiv Registrator mit 1200 Pfd. Get beimessen; jedenfalls wird man so den Beweis der völligen Ausse nung O'Connell's mit den Whigs erblicken dürfen. j
Die mexikanisch⸗westindische Post ist gestern mit dem Pakketsch „Thames“ in Southampton angekommen. Die Nachrichten get aus Veracruz bis zum 2. Oktober, aus St. Thomas bis 15. Oktober. Der Ex⸗Präsident von Mexifko, General Parein ein kleiner Mann von 50 Jahren, ist mit dem „Thamee“ nach Ert land gekommen; er war unter starker Eskorte von Mexiko nach Vel cruz gebracht worden. In letztgenanntem Orte war am 2. Oktcat die Einnahme von Monterey noch nicht bekannt. Die Nachritt aus dem britischen Westindien bieten kein erhebliches
riffe j Interesse. 1 ffe jenes vanna war am 11. Oktober von einem füͤrchtbaren Orkan heim
sucht worden, der auf dem Lande wie zur See großen Schaden * gerichtet hat. sind etwa nur 6 oder 7 unbeschädigt geblieben; ein großer Dee wurde auf die Küste geworfen, darunter die französische Fregag „Andromache“ von 60 K. und die Korvette „Blonde“ von 24 Die Stadt Havanna selbst hat nach Verhältniß wenig gelitten, de mehr aber die Vorstädte Cerro, Horcon, Colon und San Lorent Ganz besonders groß ist der Schaden in Regla. Viele Häuser st abgedeckt, theilweise oder ganz umgeworfen worden, und eine gyo Anzahl Menschen hat das Leben verloren.
Der Standard meldet aus Montevideo, daß die La Plat Angelegenheiten vollkommen beendigt seien. Uebrigens fehlen ¹ Daten und näheren Mittheilungen darüber; nur so viel scheint 9 wiß, daß die Schifffahrt auf dem Parana den französischen und eng lischen Schiffen freigegeben, und daß das Dekret, welches die Bö der französischen und englischen Escadre, die sich dem Lande nahe für Piraten erklärte, aufgehoben ist. b
Wie der Standard meldet, ist mit der westindisch⸗mexikanische Post der Bescheid eingetroffen, daß die mexikanische Regierung al
Betrieb des neuen Finanz⸗Ministers, Haro⸗y⸗Tonnary, die Konyvel⸗ne.
sions⸗Angelegenheit durch eine Kommission habe untersuchen lassen und daß dieselbe nachträglich das Verhalten des Herrn Murphy vol⸗ kommen geb Die Konversion wird demnach vor sech
chen Heeres unter französischer Leitung zuzugeben.
1. nicht die iggen zurückgewiesen, zu laß bieten 1
in
gselt⸗Charvet, die
Von mehr als 120 Schiffen, die im Hafen lagesr
eitenden Heere im Felde zusammentreffen, die heitere Scene von
Im Ganzen genommen, scheinen die ancen für die Königin ungünstig zu sein, trotz des theilweisen Er⸗ s der kleinen Expedition gegen Evora, und in diesem Fall wird sich wahrscheinlich auf die Flotte im Hafen zurückziehen. Merk⸗ rdig genug, ist die „Hibernia“, gegenwärtig das englische Flaggen⸗ iff im Tajo, dasselbe Fahrzeug, welches 1806 die Königliche Fa⸗ je von Portugal nach Brasilien überführte. Venn die Königin entthront werden sollte, so fragt man sich g, welche Folgen wird eine Intervention haben? und durch wen d intervenirt werden? Die Gegenwart eines spanischen Heeres re die Leidenschaften des Volkes aufs höchste steigern und die che der Volks⸗Partei zu einer nationalen machen. Auf der ande⸗ Seite ist auch England wenig geneigt, das Anrücken eines spa⸗ Sir W. Parker n den Hof schützen und die Hauptstadt decken, aber mehr auch t; und die ganze Angelegenheit ist somit gänzlich ins Unbestimmte eüt und nicht frei von großen Verlegenheiten. Die Bestimmun⸗ des Quadrupel⸗Traktats und die lebhafte Sorge des englischen es für seine Verwandten nöthigen England, die Königin zu un⸗ ützen, aber die Fehler, welche begangen worden sind, machen e Sache zu einer sehr zweifelhaften. (Vergl. unten Lissabon.) HBelgien. Brüssel, 7. Nov. Der Moniteur bringt noch nicht das zielle Verbot der Theilnahme der Beamten an politischen Gesell⸗ ften. Die ministerielle Emancipation sagt darüber: „Es lag in nichts Gebieterisches, noch Beleidigendes für die persönliche rde der Beamten, an welche jene Aufforderung ergangen ist; man Erörterung, noch die Prüfung der Einwen⸗ denen die getroffene Maßregel An— — fönnte. So viel wir wissen, hat sich bisher
kein Beamter als in seiner Stelle bedroht gesehen, noch die Nothwendigkeit versetzt, zwischen seinem Gewissen und
i Amte zu wählen.“ Das Journal de Brurelles erklärt dagegen bestimmter. „Das Ministerium“, sagt es, „beschränkt darauf, die Beamten zu warnen, welche sich Gesellschaften ange⸗ ssen, die der Regierung seindlich gegenüberstehen. Es sagt n, dieser Anschluß sei unverträglich mit den Verpflichtungen, sie der Regierung gegenüber eingegangen, und sie müßten eder sich von den Klubs der Opposition zurückziehen oder ihre Functionen Verzicht leisten.“ Der Observateur ver⸗ it, der Minister des Innern habe dem Bürgermeister von ich, Herrn Piercot, perfönlich angedeutet, er müsse sich un⸗
iglich aus der liberalen Association zurückziehen, deren Mitglied er mehreren Jahren sei, wolle er nicht seine Absetzung herbeiführen. Indépendance will dies nicht glauben, da Bürgermeister und ofen nicht mit sonstigen Staats⸗Beamten auf dieselbe Linie zu
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pen seien. Mehrere Individuen haben in den Wohnungen des Druckers und usgebers des Ar gus und in der Wohnung des Druckers, Van⸗ Fenster eingeschlagen; man glaubt, daß gewisse Blattes dazu Anlaß gegeben.
Dänemarvh.
Kopenhagen, 31. Okt. Die seitherigen Vorgänge und Ver⸗ kungen in der schleswigschen Stände Versammlung haben hier, egreiflich, keinen Beifall gefunden. Wenn man auch darauf ge⸗ vi daß die sogenannte schleswig⸗ holsteinsche Partei die ent⸗ sti Majorität in derselben bilden würde, so erwartete man doch vi itere Minorität und hoffte, daß sich mehr als ein Mitglied Lrgg Sprache in der Versammlung bedienen würde. Die üin timmung findet ihr Echo in der Presse, welche sich im All⸗ 26 gleichmäßig in dieser Beziehung ausspricht. Einige Blätter * aß die schleswigsche Versammlung zum Aeußersteru gehen z Faedrelandet bezeichnet dieselbe geradezu als eine revolu⸗
Bekanntmachungen.
ist allhier der pensionirte Diezelsky mit Hinterlassung von etwa 3000 Thlrn. verstorben. Erkundigungen
2 * Dezember 1845 George Jakob von Vermögens 8 -
ingezogenen
desselben, zu Ende des vorigen Jahrhunderts aus Po⸗ len kommend, als Knecht in Felstow gedient und dort ein Fräulein von Felstow, die Mutter des Erblassers, geheirathet haben, späterhin aber nach Tempschk in Pommern verzogen sein. Der Erblasser soll im Kadetten⸗ Institut zu Stolpe erzogen und von hier in den Mili⸗ tairdienst getreten sein. — Da nun die Erben des Nach⸗
1333 tionaire und von noch anderen wird der Beistand aller Skandinaven zum Schutze der Staats⸗Einheit und bedrängten der dänischen Natio⸗ nalität angerufen. Nur Kjöbenhavnsposten freut sich über das sich kundgebende politische Leben und zieht in dieser Beziehung eine
Parallele zwischen Jütland und Schleswig, welche sehr zum Vortheil des letzteren ausfällt.
Kanton Luzern. (N. Z. Z.) Am 3. Tage des Wochenmarktes, wurde eine außerordentliche Wache auf dem Kornhaus⸗Platze aufgestellt, und die Landjäger waren in ihrem Lokale konsignirt. Es scheint, man habe einen Krawall befürchtet. Wirklich war am Schlusse des Kornmarktes das Kornhaus von eini⸗ gen hundert Personen umlagert, die darauf harrten, zu vernehmen, wie hoch der Preis des Brodes steige. Der Aufschlag betrug neun Rappen (etwas über einen Silbergroschen) auf ein fünfpfuündiges Rauchbrod oder vier Pfund Weißbrod.
Kanton Aargau. Der Kleine Rath hat einen Bericht abgestattet über die für den Betrag von 145,000 Fr. im Auslande angekauften Lebensmittel. Er bemerkt darin, daß er zur Deckung dieser Summe zu außerordentlichen Anleihen seine Zuflucht nehmen müsse, und weist auf die uneidgenössische Gesinnung hin, welche der Kanton Luzern durch sein Ausfuhr⸗Verbot dargelegt habe, welches den Kleinen Rath von Aargau, sofern die Regierung von Luzern auf ihrem Beschluß beharre, zu entsprechenden Gegenmaßregeln veran⸗ lassen werde. Schließlich wird im Bericht bemerkt, daß man durch die geeigneten polizeilichen Maßregeln dem Vorkauf von Getraide im Innern des Kantons steuern werde, und sodann Billigung der bereits gemachten Einkäufe und Eröffnung des nöthigen Kredits für unvor⸗ hergesehene Fälle nachgesucht. Daß der Gegenstand an eine Kom⸗ mission verwiesen worden ist, geschah wohl, um gegen das Großher⸗ zogthum Baden die nöthigen Sperrmaßregeln anzuordnen.
Spanien.
Madrid, 1. Nov. Die Gaceta enthält in ihrem heutigen Blatte das Königliche Dekret, wodurch die Cortes aufgelöst, neue Wahlen angeordnet und die Cortes zum 25. Dezember wieder ein⸗ berufen werden.
Der Heraldo erklärt die von den Oppositions⸗Journalen im⸗ mer wiederholten Gerüchte von Veränderung des Ministeriums für ungegründet. 8
Portugal.
X Lissabon, 30. Okt. Endlich habe ich stige Nachrichten für die Sache der Koönigin mitzutheilen. Ei⸗ nem Deutschen, dem General Schwalbach, hier bekannt unter dem Ehrentitel Visconde von Setubal, den er sich durch eine glänzende Kriegsthat erworben, war es vorbehalten, der Königin die erste Kunde von einem unter seiner Führung erfochtenen Sieg geben zu können. Die telegraphische Depesche, welche heute hier vom Ge⸗ neral Schwalbach eingetroffen ist, lantet wie folgt: „Ich bin im Lager des Barons do Estremoz um 11 Uhr Nachts am 2 7sten ein⸗ getroffen, nachdem ich durch ihn von der Vereinigung des Sten und bten Jäger⸗-Baͤtaillons und des 4ten Artillerie ⸗Regiments in Kenntniß gesetzt worden war. Der Baron und ich marschir⸗ ten mit unserer ganzen Kolonne um 4 Uhr Morgens am Aönsten dem Feind entgegen. Um halb 3 Uhr Nachmittags stießen wir auf denselben, der sich in einer starken Stellung in der Stadt Viana be⸗ fand. Ich griff ihn unverzüglich an, und um 5 Uhr Nachmittags hatten wir ihn vollständig geschlagen. Er ließ in unseren Händen mehrere Munitionskarren und andere Effekten mit zwei Stücken Ge⸗ schütz. Ich schlage den Verlust des Feindes auf 200 Mann an Todten, Verwundeten und Gefangenen an. Unsererseits hatten wir einen Offizier getödtet, zwei verwundet, nebst einigen Soldaten und Pferden. Ich werde Ihnen, wenn die Zeit es mir gestattet, weitere Details senden über diesen Tag des Ruhmes für die Diener Ihrer Majestät der Königin. Viana, 29. Oktober 1846. Visconde de Setubal.“
Zu gleicher Zeit ist auch die Nachricht von einem zweiten Siege der Truppen der Königin über die Rebellen auf einem anderen Punkte, und zwar in der Provinz Tras os Montes, angelangt. Baron Casal, den die Septembristen in ihren hier heimlich umlaufenden Bülletins als mit seinen Truppen bereits zur Sache des Aufstandes übergegangen angaben, hat nicht minder glücklich den Kampf gegen die Insurgenten eröffnet. Als Baron Casal zu Villareal eintraf, stieß er auf die Streitkräfte der Insurgenten, die unter den Befehlen von Veiga, Rebelho und Seixas standen. Mit Entschlossenheit griff er sie unverzüglich an und schlug sie vollständig. Das Gefecht scheint sehr blutig gewesen zu sein, denn man spricht von einer großen Anzahl von Todten auf Seiten der Insurgenten, darunter befinden sich die beiden erstgenannten Füh⸗ rer Veiga und Rebelho. Diese Niederlage soll eine unglaubliche Wir⸗ fung auf die ganze Bevölkerung hervorgebracht haben. Es soll jetzt in der ganzen Provinz Tras os Montes so großer Schrecken herrschen, daß nichts mehr dort zu fürchten ist. Unverzüglich rückte Baron Casal darauf ohne Widerstand in die Stadt ein, und von der miguelistischen Junta, die dort bestanden hatte, ließ sich keine Spur mehr sehen. Er hat das 3te und 13te Infanterie⸗Regiment und das 6te und 7te Kavallerie⸗Regiment bei sich, mit denen er nun den Rebellenführer Almargen verfolgt, der die Flucht über Valongo nach Porto ergriffen hat. Vom Baron Vinhaes hat man zwar noch keine Nachrichten, aber unter diesen Umständen wird es ihm vereint mit Baron Casal nicht schwer werden, den Hauptheerd des Aufstandes, Porto, dessen Befestigungen im elendesten Zustande sind, während im Innern gräu— liche Unordnung herrscht, wegzunehmen und damit dem ganzen Auf⸗ stande seinen Hauptstützpunkt zu entziehen. Ein sehr schlimmer Um⸗ stand für die Insurgenten zu Porto ist dazu noch, daß der englische Konsul daselbst die gegen den Hafen verhängte Blokade⸗Erklärung anerkannt hat, so daß nun die Zollstätte kein Geld mehr einnimmt, welches bisher gedient hat, die rebellischen Truppen und Freiwilligen daselbst zu bezahlen. Man kann sich die Folgen dieses Zustandes der Dinge leicht erklären.
Inzwischen ist Graf Bomfim nun auch zu dem Grafen das Antas nach Coimbra gegangen. Man verbreitet zwar noch immer das Gerücht, dieser werde im Verein mit den übrigen dem Aufstande beigetretenen Generalen gegen Lissabon rücken. Aber es wäre wohl möglich, daß die Niederlagen, welche ihre Sache bereits auf zwei
Ihnen gün⸗
Seiten anderwärts erlitten hat, eine Aenderung dieses Ent chlusses, ]
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November, dem
wenn er noch besteht, herbeiführte. Denn sie liefen Gefahr, entwe⸗ der von ihren Soldaten sich verlassen oder, zwischen zwei Feuer ge⸗ rathend, den Rückzug sich abgeschnitten zu sehen. Die Rüstungen für alle möglichen Fälle dauern übrigens hier fort, noch immer werden neue Einreihungen in die verschiedenen Bataillone vorgenommen, die jetzt organisirt werden.
Heute bringt das Diario mehrere äußerst wichtige Dekrete. Unzweifelhaft das wichtigste ist jenes, wodurch die Königin auf den Rath und das Verlangen ihrer Minister erklärt, für die Dauer der gegenwärtigen außerordentlichen Umstände und der Rebellion die ganze Staatsgewalt in ihrer Person zu vereinigen und also gewisser⸗ maßen als absolute Königin verfahren zu wollen. (Siehe das gestrige Blatt der Allg. Pr. Ztg.)
Gestern bielt die Königin, begleitet von ihrem Gemahl, dessen Geburtstag gerade gefeiert wurde, eine große Musterung der sämmt⸗ lichen hier versammelten Truppen. Unter diesen besonders hat die Nachricht von den erfochtenen Siegen eine gute Wirkung ge⸗ macht. Man zweiselt sehr, ob das Antas jetzt noch gegen Lissabon sich heranwagen werde. Sa da Bandeira soll von Coimbra aus von ihm nach Porto geschickt worden sein, um dort den Befehl zu über⸗ nehmen. Ueber das Loos des Herzogs von Terceira ist man nicht ganz ohne Sorgen, man fürchtet, die zügellosen Haufen, denen sein und seiner Gefährten Bewachung überlassen ist, könnten sich in einem Augenblick, wo sie ihre Sache völlig verzweifelt sehen, doch noch zu Gewaltthaten gegen die Gefangenen hinreißen lassen. Der Anblick, der uns hier überall aufstößt, hat wirklich etwas Außerordentliches, man glaubt sich mitten in ein Kriegs⸗ lager versetzt, überall erblickt man Uniformen, überall hört man Waf⸗ fengeräusch, und keine andere Musik ertönt, als militairische. Dabei herrscht aber im Ganzen doch viel Ordnung, wie unbequem auch die außerordentlichen Lasten sind, welche der Bürger in dem gegenwär⸗ tigen Zustande, der in keinem Fall lange dauern könnte, zu tragen hat.
Türkei. Konstantinopel, 28. Okt. Der Sultan ist gestern nach
Nikomedien abgereist, um die dortigen Tuch⸗ und Seiden⸗Fabriken
in Augenschein zu nehmen.
Am 25sten hatte Se. Königl. Hoheit der Prinz Luitzpold von Bayern in Begleitung des K. Internuntius, Grafen von Stürmer, seine Abschieds⸗Audienz beim Sultan und ist gestern mit seinem Ge⸗ folge auf einem Dampfboote des österreichischen Lloyd nach Smyrna abgereist, von wo der Prinz sich nach Aegypten begeben wird.
Der Sultan hat dem ehemaligen Fürsten des Libanon, Emir Beschir, gestattet, das Exil von Wiran Schehir zu verlassen und seinen Aufenthalt wieder in Brussa zu nehmen.
Eisenb ahnen.
Boitzenburg, 28. Oft. (H. C.) Seit dem 16ten d. sin die berliner Eisenbahnzüge in der äußersten Präzision hier stets um 1 Uhr angelangt und um 1 ½ Uhr nach Berlin zurückgegangen. Ue⸗ ber die hohe technische Vollendung der Bahn herrscht nur eine Stimme; Niemand kennt eine Bahn, welche sich so ruhig und angenehm als diese befahren läßt.
Handels- und Börsen-Nachrichten. Auswärtige Börsen.
Amsterdam, 7. Nov. Niederl. wirkl. Sch. 58 ¾. 5 % Span. 21 3 % do. —. Pass. —. Ausg. —. Zinsl. 5 1½. Preuss. Pr. Sch. —. 4 % Russ. Hope 88 ½.
Antwerpen, 6. Nor.
Frankfurt a. M., 8. Nov. 1862. 1860. Bayr. Bank-Actien —. Hope —. Poln. 300 Fl. 96 ⅛ G. do. 500 Fl. 79 ¼ G. Hambu rg, 9. Nov. Bank-Actien 1570 Br. Engl. Russ. 106 ½ Br. 8 2 ond on, 6. Nov. Cons. 3 % 94 ½. ³. Belg. 95. 94. Neue Anl. 26 ½. ¼ Passive 5 ⅞. . Ausg. Sch. 17 ½. 17. 2 ½ % Holl. 59 ¼. 59. 4 % do. 92 ½¼. 91 ½ Port. —. Eugl. Russ. II 1 ½. 110 ½. Bras. 85 ½. 84 ½. Chili 98.96. Mex. 22 ½. 21¾ Peru 37. 35.
12. aris, 6. Nov. 5 % Rente fin cour. 117. 65. Neapl. —. 3 % Span. —. Pass. —.
Wien, 8. Nov. Nordh. 167 ½. Pest. 86 ½. Budw. —.
Poln. —.
Zinsl. —. Neue Anl. 21 E. 5 % Met. 108 ½ G. Stiegl. —.
Bank-Actien p. ult
3 % do. fin cour. 82. 55
Gloggn. I123 ½. Mail. 106 9. Liv. 97
Meteorologische Beobachtungen.
Nachmittags
1846. V Morgens Abends Nach einmaliger 10. Nov. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr V
Beobaechtung.
343,610 Par. 343,42 Par. 343,12 Par. Quellwärme 7ℳ R. + 2,50° R. + 3,70 n. + 0,90 R. Flusswärme 0,8 °R. + 2,50 R. + 3,20 R. — 0,70 R. Bodenwärme 0,8 R.
Dunstsättigung. 98 pcCt. 96 pot. 89 pCt. Ausdünstung 0,004 Rb
Wetter. trüb. heiter. halbheiter. Niederschlag 0,011 " Rh
SNWiHd.. ... .. 0. 0. 0. Wärmewechsel! + 4,00
Wolkenzug.. — 0. — 2,10
Tagesmittel: 343 38Par.. + 2,4 RK + 1,60 R. 94 pct. 0.
Luftdruck Luftwärme.. Thaupunkt...
Königliche Schauspielec.
Donnerstag, 12. Nov. Im Schauspielhause. 188ste Abonnements⸗ Vorstellung: Die Mitschuldigen, Lustspiel in 3 Abth., von Göthe. Hierauf: Der Encyklopädist, Posse in 2 Abth.
Freitag, 13. Nov. Im Opernhause. 129ste Abonnements⸗ Vorstellung: Christoph und Renata, oder: Die Verwaisten, Schau⸗ spiel in 2 Abth., nach Auvray, von C. Blum. Hierauf: Die Insel der Liebe, oder: Das unausführbare Gesetz, phantastisches Ballet in 2 Akten, vom Königl. Solotänzer P. Taglioni. Musik von Gährich. Anfang 6 Uhr. 8
Zu dieser Vorstellung werden Billets zu den gewöhnlichen Opern⸗ haus⸗Preisen verkauft.
Im Schauspielhause. La première représentation de: Un J'uteur de vingt ans, vaudeville nouveau en 2 actes, du théaàtre du Gymnase, par MM. Mélesville et Paul Vermont.
Sonnabend, 14. Nov. Im Schauspielhause. 189ste Abonnements⸗ Vorstellung: Das Urbild des Tartüffe, Lustspiel in 5 Abth., von K. Gutzkow.
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
Im Selbstverlage der Expedition.
Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei.
Allgemeiner Anzeiger.
lasses des Majors von Diezelsky völlig unbekannt ge⸗ blieben, so werden auf den Antrag des dem Nachlasse bestellten Kurators, Justiz⸗Kommissarius Valentin all⸗ hier, alle diejenigen, welche an die gedachte Verlassen⸗ schaft aus irgend einem Grunde ein Erbrecht zu haben vermeinen, mithin der unbekannte Erbe und dessen Er⸗ ben oder nächste Verwandte, vorgeladen, sich in dem
auf den 21. Juli 1847, Vormittags 11 Uhr, vor dem Kammergerichts⸗Assessor Bergenroth im König⸗ lichen Kammergerichte anberaumten Termine einzufinden und ihr Erbrecht gehörig nachzuweisen, unter der Ver⸗ warnung, daß sie sonst mit ihren Erb⸗Ansprüchen prä⸗ kludirt und der Nachlaß dem Fiskus als herrenloses Gut zugesprochen werden soll.