1846 / 341 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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MNiach dem letzten Berichte über den Eisgang auf der Newa blieb der Strom mehrere Tage eisfrei. Doch scheint die mildere Witterung das Ladoga⸗Eis nicht gänzlich geschmolzen zu haben; zum wenigsten erschienen, bald nachdem der Wind sich ostwärts gewendet, und zwar schon am 28. November in den Abendstunden, die ersten Vorboten der aufs neue heranziehenden Eismassen. Vorgestern trie⸗ ben die Schollen so dicht gedrängt, daß zwischen den durch die Newa getrennten Stadttheilen nicht ohne Schwierigkeiten und nur mit⸗ telst einzelner großer Böte der Verkehr unterhalten werden konnte. Gestern bot der Strom einen überraschenden Anblick dar. Von den bereits über dem Niveau des Wassers hervorragen⸗ den fertigen drei Granitpfeilern der künftigen Newabrücke aufgehalten, hatte sich gegen 1 Uhr Nachts das Eis oberhalb dieser Pfeiler ge⸗

stellt, während unterhalb der Strom noch seinen offenen Spiegel zeigte, so daß derselbe innerhalb des Weichbildes ver Stadt zum Theile mit einer Eisdecke belegt war, zum Theil vollkommen frei blieb. Da der offenstehende Wasserweg eine unbehinderte Communicäation gestattete, so erfreut man sich auf Wassilij⸗Ostroff dieses Umstandes einstweilen als einer günstigen Fügung, wünscht jedoch, daß strengerer Frost bald das zur Winterbahn nach Kronstadt sehlende Material herbeischaffe. Das diesjährige Zugehen der Newa ist um 3 Tage später eingetre⸗ ten, als der hundertjährige mittlere Termin dieses Ereignisses, als welcher der 26. November gerechnet wird. Befreit vom Eise wurde der Strom in diesem Jahre am 10. April, er ist mithin 233 Tage, oder 14 Tage länger als die hundertjährige mittlere Zeit, die eine Periode von 219 Tagen umfaßt, eisfrei geblieben.

Warschau, 4. Dez. Der Großfürst Thronfolger ist auf sei⸗ ner Rückreise von Wien nach St. Petersburg gestern Nachmittag hier angekommen und im Palast Belpedere abge iegen.

Frankreich. e1 Parxis, 4. Dez. Der Presse zufolge, hätte das französi⸗ che Kabinet gestern, nicht schon früher, wie es hieß, seinen Protest gegen die Einverleibung Krakau's nach Wien abgeschickt, und heute werde es denselben auch nach Berlin und St. Petersburg senden. Das genannte Blatt will wissen, daß dieses Dokument sich durch größere Ausführlichkeit in den Ausdrücken von dem Pro⸗ teste Lord Palmerston's unterscheide. Die Frage hinsicht⸗ lich der Nothwendigkeit werde darin allerdings auch erörtert, vor Allem aber habe Herr Guizot die Rechtsfrage hervor⸗ gehoben. Die beiden Hauptpunkte der Entwickelung seien: daß die Einverleibung nicht für die Ruhe und Sicherheit der Besitzungen der drei Höfe nothwendig gewesen wäre, und daß die wiener Verträge dadurch verletzt würden. Außerdem sei hinzugefügt, daß, da die Kabinette von Wien, Berlin und St. Petersburg aufgehört hätten, sich als durch die Verträge von 1815 gebunden zu betrachten, was man aus der Einverleibung Krakau's in die österreichischen Staaten folgern müsse, Frankreich von diesem Augenblick an sich ebenfalls durch diese Verträge nicht mehr für ge⸗ bunden halte und nicht anstehen werde, vorkommendenfalls, wo ihm sein Interesse dies zu rathen schiene, ganz so zu handeln, als ob die⸗ selben aufgehoben wären.

Im Journal des Débats werden heute von neuem Kla⸗ gen über das Benehmen der englischen Presse gegen den König Lud⸗ wig Philpp erhoben; die Taktik, Frankreich und selbst seine Minister von aller Verantwortlichkeit freizusprechen und seine Anklagen gegen die unverletzliche Gewalt zu richten, sagt das ministerielle Blatt, „ist eine gehässige, gegen die wir uns nicht laut genug erheben können, ungeachtet des gemäßigten Ausdrucks und wohlwollenden Firnisses (in den englischen Blättern) für uns, womit man sie ohne Zweifel durchzubringen hofft. Einer Bemerkung können wir uns mit Hinsicht auf den Artikel der Mor⸗ ning Chronicle nicht enthalten, in welchem diese, um ihre gefähr⸗ liche Behauptung zu begründen, sich auf einige unvorsichtige Worte bezieht, welche Herrn Thiers im Jahre 1837 entfielen. Wir hoffen, daß der Constitutionnel einige Worte der Erwiederung hierauf finden wird.“

Ein radikales Blatt hatte gesagt: „England wird uns feindlich, und warum? Weil man einen jungen Mann von 23 Jahren mit einem jungen Mädchen von noch nicht 15 verheirathet.“ Diese Aeuße⸗ rung giebt dem Journal des Débats heute Anlaß, der dahinter sich versteckenden Gesinnung auf den Grund zu gehen; die Moral davon, sagt es, solle offenbar sein, daß dergleichen unter einer Repu⸗ blik nicht stattfinden würde, daß dann sunfzehnjährige Mädchen sich ruhig mit dreiundzwanzigjährigen jungen Männern würden verhei⸗ rathen können, ohne daß der Frieden dadurch in Gefahr gera⸗

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Musikalisches.

Dresden. Die Abonnements⸗Konzerte, welche Musik⸗Direktor Hiller dirigirt, haben mit einem Wohlthätigkeits⸗Akt begonnen. Die ganze Ein⸗ nahme wurde dem Fonds für Wittwen und Waisen zugewiesen. Meyer⸗ beer's Ouvertüre zum „Struensee“ wurde in diesem ersten Konzert vortreff⸗ lich ausgeführt und fand so großen Beifall, daß sie in dem zweiten, in welchem auch der Violin⸗Virtuose Ernst mitwirkte, wiederholt werden

mußte.

Wien. Die „musikalischen Reisemomente auf einer Reise nach Nord⸗ Deutschland“, von Dr. Aug. Schmidt, Redacteur der musikalischen Zei⸗ lung, machen hier viel Aufsehen. Die Vergleichungspunkte mit den wiener mußlalischen Zuständen sind darin treffend und helehrend hervorgehoben. Dr. Schmidt kündigt jetzt die Biographieen der ausgezeichneten österreichi⸗ schen Komponisten mit deren Portraits an (im Verlag der Mechitaristen).

Stuttgart. Die Konzert⸗Saison ist hier durch Kapellmeister Lind⸗ paintner mit einem Abonnements⸗Konzert zum Besten des Wittwen⸗ und Waisen⸗Fonds der Königlichen Hofbühne eröffnet worden. Es wurden in demselben Lindpaintner's höchst effektvolle „Jubel⸗Ouvertüre“, der von Ih⸗ rer Kaiserlichen Hoheit der Großfürstin Olga komponirte, der preußischen Armee übergebene „Parademarsch“ und die Eroica von Beethoven aus⸗

geführt.

Das Album des literarischen Vereins in Naumburg.

Naumburg, die freundliche Stadt an der Saale, der Mittelpunkt einer fruchtbaren und weinreichen Gegend, hat in seinen Mauern stets viel wissen⸗ schaftliche Bildung und Liebe zu höherer Erkenntniß gehegt, die sich indessen mehr im geistvollen Zusammenleben befreundeter Männer und Frauen als in zahlreichen literarischen Darbringungen kundgegehen hat, obschon Män⸗ ner, wie Lepsius, Wernsdorf, Göschel, Pinder, Müller und Andere, in neuerer Zeit der Stadt auch eine literarische Bedeutung gegeben haben. Dies visfrcnftliche Beisammenleben hatte vor fünsundzwanzig Jahren die Süiftung eines literarischen Vereins veranlaßt, als dessen eigentliche Begrün⸗ der der damalige Landrath zu Naumburg, jetzige Geheime Regierungs⸗Rath Lepsius, und der am 9. Juli 1831 als Rektor in Pforfe verstorbene, vielbellagte Professor Lange anzusehen waren, und im Laufe der Zeit die schönsten Fruͤchte getragen. Denn der Verein erweiterte sich, stärkte sich und erwies sich nach verschiedenen Seiten hin einflußreich und wirksam. Wöchent⸗ lich einmal versammeln sich die Mitglieder (Beamte, Geistliche, Aerzte, Schulmänner aus Naumburg und Pforte, Privatleute) zur allgemeinen Unterhaltung; zweimal im Winter aber werden auch die Frauen eingeladen und die jedesmaligen Vorträge ihrer Unterhaltung angepaßt. Die Aus⸗ wahl hei den wöchentlichen Vorträgen ist durchaus nicht eingeschränkt (nur strenge Fakultäts⸗Wissenschaften sind stillschweigend ausgeschlossen) so daß

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um fürstlicher Heirathen willen schlügen, dürften sie dann nicht dazu kommen, sich um etwas Anderes zu schlagen, etwa um ein Stück Zeug, das man Flagge nenne? Und würde es nicht noch unpernünf⸗ tiger klingen, um ein paar Ellen Zeug einen Blutstropfen zu ver⸗ gießen, als für die Heirath eines jungen Mannes mit einem jungen Mädchen? „Man müßte denn sagen“, schließt das ministerielle Journal, „die Flagge sei das Zeichen der Ehre und Größe eines Landes. In diesem Falle würden wir er⸗ wiedern, daß unter einer Monarchie die Prinzen das Zeichen, die lebendige Flagge der Nation sind, welche sie repräsentiren; daß ihre Heirathen ein Mittel sind, Bündnisse zu begründen oder zu befestigen, den Einfluß der Nation zu erweitern, und dann würde das radikale Journal mit seiner Fabel und ihrer Moral sich verstecken müssen.“

Wie verlautet, hätte Herr Henderson den Auftrag, gewisse Vor⸗ schläge zur Regulirung der spanischen Schuld zu machen, welche in Folgendem bestehen sollen: 1) die Kapitalisirung der seit 1840 ver⸗ fallenen Zins⸗Coupons in 3 pCt. zu verlangen; 2) vom 1. Mai 1847 an die Wiederaufnahme der Zahlung der Interessen der aktiven Schuld, und zwar für die drei ersten Jahre 2 pCt., für das vierte Jahr 2 ½ pCt., und so jedes Jahr nach 1850 ½ pCt. mehr, bis die 5 pCt. voll wären, weil Spanien eben so gut die Zinsen seiner Schuld, wie die anderen europäischen Staaten zu zahlen im Stande sei; 3) die Amortisirung der passiven Schuld und die sichere Verwen⸗ dung von 1 pCt. dazu; 4) die Konvertirung der alten ausgesetzten oder spanischen Schuld in passive Schuld, mit welcher sie in

leiche Kategorie träte; diese ausgesetzte Schuld ist bei der General⸗ kconvertirung der spanischen Schuld unter Toreno vergessen worden; 5) was die neue ausgesetzte Schuld anlangt, die aus der letzten Kon⸗ vertirung hervorgegangen, so solle sie in ihrem bisherigen Verhältniß bleiben, d. h. serienweise zur aktiven Schuld noch drei Jahre fortge⸗ zogen werden. Man soll diese Vorschläge günstig aufgenommen ha⸗ ben, und man glaubt, daß sie als Grundlage des Gesetz⸗Entwurfs dienen würden, welche das Ministerium den Cortes zur Schuld⸗Re⸗ gulirung vorlegen will.

Der von der Verwaltung der Bank von Frankreich gefaßte Ent⸗ schluß, sich an die Bank von England zu wenden, um von dieser ein Anlehen von 2 Millionen Pfd. Sterl. in Silbergeld oder Silber⸗ barren zu erhalten, hat in den Handelskreisen große Sensation ge⸗ macht, da man darin den überzeugendsten Beweis von der allgemei⸗ nen gedrückten Lage des Platzes in finanzieller Beziehung findet. Die Bank von Frankreich hat sich bereits genöthigt gesehen, ihren Dis⸗ konto übermäßig zu erhöhen, da sie sich nicht gut weigern konnte, die Effekten zu diskoͤntiren, welche ihr unter der Garantie der an⸗ gesehensten Häuser von Paris präsentirt wurden und die einen fünf⸗ bis sechsmal größeren Belauf als gewöhnlich ausmachten. Wie es heißt, hat die Bank von England den Vorschlag gemacht, die eine Hälste der gewünschten Summe in Silber und die andere Hälfte in Gold zu liefern. Sie selbst hat nur 2 ½ Millionen Pfd. Sterl. in Silber vorräthig, während ihre Reserve in Gold sich auf mehr als 13 Millionen Pfd. Sterl. beläuft. Obschon in England bei weitem die meisten Zahlungen in Gold entrichtet werden, so küönnte doch die londoner Bank sich nicht mit dem unbedeutenden Vor⸗ rathe von ½ Million Pfd. Sterl. in Silber begnügen. Es hat sich nunmehr das Gerücht verbreitet, die Bank von Frankreich werde in Folge dieses Verhältnisses nur eine Million Pfd. Sterl. (25 Millio⸗ nen Fr.) bei der londoner Bank entlehnen und habe jetzt Unterhand⸗ lungen in Amsterdam eingeleitet, um sich dort die übrigen 25 Millio⸗ nen Fr., deren sie noch bedürfte, zu verschaffen. Das Anlehen der Bank von Frankreich wird auf sechs Monate gegen eine Vergütung von 3 Prozent abgeschlossen werden, mit der Befugniß jedoch, es nach drei Monaten wieder zurückzahlen zu können.

Der österreichische Ingenieur Negrelli, General⸗Inspektor der Kaiser Ferdinands⸗Nordbahn, befindet sich seit einiger Zeit in Paris, wohin er berufen worden, um die verschiedenen Pläne französischer und britischer Ingenieure für die Durchstechung des Isthmus von Suez zu prüfen. Es heißt, es bestehe ein Projekt, nach welchem Mehmed Ali einwillige, dieses großartige Unternehmen durch eine unter den Auspizien der Regierungen von Frankreich, England und Oesterreich gebildete Compagnie, welche jedoch von ihm selbst un⸗ mittelbar abhängig sein würde, ausführen zu lassen.

Die Regierüͤng hat über Callao Nachrichten aus den chinesischen Meeren erhalten; die franzoͤsische Schiffs⸗Division, aus der Fregatte „Cleopatra“ und den Korvetten „Sabine“ und „Victorieuse“ beste⸗ hend, war auf ihrer Rückkehr von Japan auf der Höhe der Insel Tschusan gesehen worden. Die Fregatte „Gloire“ war am 7. Okto⸗

hierin ein ganz besonderer Reiz des Vereins liegt, der sich auch den geselli⸗ gen Zusammenkünften mittheilt. Eine Verfassung hat der Verein nicht, er jebt im Gegensatz zu unserer constitutionellen Zeit ohne geschriebene oder gedruckte Statuten, denn die Sitte ist besser als das Gesetz, und kein Mit⸗ glied wird sich in der langen Reihe von Jahren einer Störung oder Un⸗ ziemlichkeit zu erinnern wissen. Dazu hat auch die Fernhaltung aller poli⸗ tischen Diatriben und kirchlichen Reformvorschläge, die wiederum lediglich auf einer stillschweigenden Verabredung beruht und nur (so viel wir wissen) ein einzigesmal zu großem Befremden der Gesellschaft durch eine politische Vorlesung gestoͤrt worden ist, sehr wesentlich beigetragen eine Bemerlung, die wir hier um so weniger unterdrücken wollen, weil Naumburg in der letzten Zeit wiederholt in den Ruf einer neuerungssüchtigen Stadt gekom⸗ men ist, während es hier zwar einzelne Unruhige und Unzufriedene giebt, wie in anderen Städten unseres Staates, der Gesammtheit der Bürger⸗ schaft aber ein ruhiger und gesetzmäßiger Sinn nachgerühmt werden muß.

Das seltene Glück eines fünfundzwanzig Jahre lang ohne Zwietracht oder Verbitterung einzelner Mitglieder bestandenen Vereins erschien den bei⸗ den Vorstehern, dem Geh. Justiz⸗ und Ober⸗Landesgerichts⸗Rathe Jung⸗ meister und dem Ober⸗Landesgerichts⸗Rathe Krug, zu selten, als daß es nicht einer öffentlichen Feierlichkeit würdig gewesen wäre. Eine solche ward auf den Stiftungstag, den 25. Oktober 1846, angesetzt und die An⸗ fertigung eines Albums, als eines öffentlichen Beweises von der Wirksam⸗ keit des Vereins, verabredet. Wir haben es nun zunächst mit dem Album zu thun, welches, 174 Seiten stark, in Naumburg als Manustript für die Mitglieder des Vereins gedruckt ist, wobei wir den Grund dieser Beschrän⸗ kung nicht recht einsehen und die Ausschließung anderer Leser nicht billigen können.

Dasselbe wird durch eine ausführliche Einleitung des Herrn Jung⸗ meister eröffnet, in welcher derselbe mit großer Mühe aus den nicht im⸗ mer ordentlich geführten Akten des Vereins die Geschichte desselben zusam⸗ mengestellt hat. Nachdem er zuerst der ausgeschiedenen und früher thätigen Mitglieder, von denen wir nar hier die Namen Göschel, Schmieder, Bresler, Wernsdorf, A. G. Lange, von Röbder, Hennicke, Müller (in Wiesbaden), Rich. Lepsius, von Strampff, K. G. Jacob und Wex anführen, in sehr ansprechender Weise gedacht hatte, wendet er sich zu der Uebersicht dessen, was die noch jetzt thätigen und an⸗ wesenden Mitglieder des Vereins auf den einzelnen wissenschaftlichen Ge⸗ bieten geleistet hatten. Es ergiebt sich hieraus, daß die christliche Theologie, und zwar in ihren historischen Theilen, die Geschichte, Statistik und Erd⸗ beschreibung, die alte Literatur, die Naturwissenschaften, die Philosophie, die Rechtswissenschaft, die Heilkunde, die deutsche Literatur und die Musik, so wie die bildende Kunst, von den Mitgliedern des Vereins genügend ver⸗ treten worden sind, unter denen mehrere, wie die Professoren Müller, Steinhart und Jacob, einzeln ihre Vorträgt bereits in Zeitschriften und selbstständigen Werken einem größeren Publikum zugänglich gemacht haben. Außerdem enthält die Einleitung die Nachrichten üͤber die äußeren,

then würde; aber, fügt es hinzu, wenn die Nationen sich nicht mehr

ber am Cap der guten Hoffnung; sie bringt den Capitain La⸗ nach China, der den Admiral Cecile auf der dortigen Station 1 lösen wird.

In Brest ist die Meldung eingegangen, daß die französische g vette „Camille“ an der afrikanischen Küste zwei zum Stlavenhan vollständig ausgerüstete brasilianische Schooner genommen habe. - Bemannung des einen war nach der Küste entkommen, die des d ren aber nach Gorea gebracht worden.

Englische Schiffer⸗Nachrichten melden aus Otaheiti, daß Franzosen bei einem Ueberfalle von Seiten mehrerer Posten der 9. trioten mit blutigen Köpfen abgewiesen worden. Ueber den Capt Bonard von der Fregatte „Urania“ war Kriegsgericht gehalten er die Bewohner von Huahine ohne Befehl angegrisfen hatte. wurde jedoch freigesprochen. Die Patrioten gaben den p lust der Franzosen auf 200 Mann an Todten und Verwundeten was aber für übertrieben gehalten wird. Die Verheerungen, w die Franzosen an den Brotbaumpflanzungen und anderen der Beg kerung den Lebensunterhalt liefernden Kulturen anrichten, um dieh durch Noth zur Unterwerfung zu bringen, werden als sehr bedeu und ganz im Style der algierischen Razzias geschildert.

Das Journal des Débats nimmt wieder das Wan Gunsten des freien Handels und gegen die auch in Frautg von den Monopolisten anstatt der Gründe erhobene Behauptung laufe damit auf abgethane und unhaltbare Theorie hinaus.“ Handelsfreiheit“, sagt es, „muß bei den anderen Freiheiten Stelle finden, von denen die der mächtigen und glorreichen g tion angehörigen Männer, der wir alle zu Dank verpflichtet niemals trennen werden. Sie wird unvergänglich sein, wie die öffnen

Freiheit. Was uns betrifft, so wird ihre Unterstützung uns allezeit am heg 2

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liegen, weil sie für uns eine tiefe und innige Ueberzeugung ist, die d”

sendmal schon ausgesprochen wurde. Allein wir werden nie verg daß auch dieser Sache stets mit der bei Angelegenheiten g Staaten erforderlichen Mäßigung und in jenem versöhnlichen gedient werden muß, dem wir stets treu zu bleiben uns bemühen

Die Freihandels⸗Partei hat ein Journal zur Vertheidigung ze Ansichten gegründet, dessen erste Nummer unter dem Namen Austausch“ (libre échange) eben erschienen ist; die oberste Lei hat Herr Bastiat; bei der Redaction sind Blanqui, M. Chevyz Faucher und H. Say betheiligt.

Die Ausfälle des National auf die französische Regi veranlassen die Presse, ihn wegen der Erfolge seiner Propaga

der Anarchie auf das zu verweisen, was 1840 in Deutschland

begab, als Herr Thiers einen Augenblick Miene gemacht, es mit! selben zu versuchen; allein auch die französischen Demagogen schien nichts gelernt zu haben.

Morgen soll eine große Revue zu Ehren des Bey von

auf dem Marsfelde stattfinden; es heißt, 25,000 Mann von dle

Waffen würden dazu ausrücken. nigliche Bibliothek. Aus Toulon schreibt man vom 26, November:

Gestern besuchte der Bey die Ke⸗

„Hier liem

jetzt, mit Ausnahme einer Brigg, sämmtliche bewaffnete Kriegzlh

der Regentschaft Tunis.

Diese Flottille soll die Rückkehr des Teh

Achmed erwarten; sie wird mithin einen großen Theil des Winten auf unserer Rhede zubringen, denn der Bey wird ungefähr 3 Mo

nate in Europa bleiben.“

In Folge der Mißverhältnisse mit Madagaskar herrscht auf de Insel Bourbon großer Mangel an Lebensmitteln aller Art, die g.

wöhnlich von dort bezogen wurden.

Eine Expedition gegen Mad

gaskar scheint aufgegeben. Die Regierung hat ihr Auge auf M.

yotte gerichtet und hofft die Araber der Küste hinzuziehen, um hi

das Centrum eines wichtigen Marktes zu erhalten.

Die Reforme versichert, man habe den politischen Verurth

ten Blanqui, der in einem Spital zu Tours

ine übrige Straß

absitzt, wieder ins Gefängniß zurückgebracht, weil er angeblich bei d.

dortigen Getraide⸗Unruhen betheiligt sei.

Die Presse spricht ihr Bedauern darüber aus, daß die Eisen bahn⸗Bedrängniß so sehr gestiegen und so viele Gesellschaften nich

müßigen Arbeitern eine Erwerbsquelle gesichert werde.

x Paris, 3. Dez. Je länger die Besitznahme Algeri

wie versprochen, für den Winter arbeiten ließen, damit dadurch de

durch die Franzosen dauert, desto erheblicher werden allmälig auch 1.

Resultate der wissenschaftlichen Erforschung des Landes,

zumal

Innern, welches bis auf diesen Tag noch für Europa nicht viel beße

bekannt war, als das Innere von Marokko.

Im Jahre 1837 „9

von der französischen Regierung eine sogenannte wissenschaftliche 8e

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einfachen Verhältnisse des Vereins und eine Fülle von Erinnerungen, it die sowohl die gegenwärtigen als die früheren Mitglieder des Vereins da heiteren Verfasser sehr dankbar sein werden, dessen Emsigkeit im Bespreche und Aushelfen von der ordnenden Thätigkeit seines Mitvorstehers auf de

beste unterstützt wird.

Ferner hat das Album drei Festschriften aufzuweisen. Die erste (

48—78) über das gemüthliche Naturgefühl der Deutschen und dessen à⸗

handlung im Liebesliede, mit besonderer Bezichung auf Goethe, ist Vortrag, den Prof. Koberstein aus Pforte am 8. Dezember 1840 einem Frauentage gehalten hatte. In sehr anziehender Weise ist zuers

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Allgemeinen der geschichtliche Gang im Verhältnisse der deutschen Lyrik g. Natur, sofern diese die besondere Gestalt des Liebesliedes angenomml hatte, angegeben, dann ist in der Geschichte unserer Dichtkunst die Aus dung des Liebesliedes bis auf Goethe verfolgt und zuletzt eine etwas 9 auf das Einzelne und Besondere gerichtete Betrachtung derjenigen W dieses Dichters angeknüpft, in denen nach Koberstein's Meinung dasß müthliche Naturgefühl mehr als irgendwo anders den Ausdruck vollents

Schönheit gefunden hat.

Eine passende Auswahl deutscher Dichterset

aus verschiedenen Zeitaltern erhebt den Werth dieser Abhandlung. à.

zweite Festschrift (S. 81 136) ist vom Prof. Steinhart

aus Pfoett

„über Hegel und sein Werk“ nach einem am 16. November 1841 geht⸗

tenen Vortrage abgedruckt und mit einem Schlußworte versehen, welchh

einen lauten Tadel der seitdem hervorgetretenen falschen Richtungen,

sich mit dem Namen des Meisters schmücken, ausdrückt, Der Vortrag sel

enthält eine geistvolle, beredte Schilderung Hegel's, als eines Mannes

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Wahrheit, und seiner Verdienste, die in seinen Hauptwerken, der Phänon, nologie des Geistes, der Logik, der Encpklopädie, der Rechts⸗Philosopht der Aesthetit, und in den Vorlesungen über die Religions⸗Philosophie un

über die Philosophie der Geschichte, sehr bündig nachgewiesen sind. Na⸗

Sanität Nath Dr. Kayser in Naumburg am 6. Januar 1846 einige Betnachtun

tungen über Hegel's Verhältniß zum Christenthume machen den S Aus dem Schatze eigener und fremder Erfahrungen theilte der

gen über die verschiedenen Seelenstörungen mit, welche er an Esquin Schilderung der Bewohner eines Irrenhauses anknüpfte. Abd

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dieser wohlgeschriebenen und durchdachten Abhandlung (S. 139 174) na⸗ bindet auf das beste die Praxis mit der Theorie in den beiden vorangeher

den Aufsätzen und zeigt auch hierin das Grundprinzip des Naundig

Literarischen Vereins, nämlich die Beförderung und Ausbildung des wi schaftlichen und sittlichen Lebens.

Möge das sechste Lustrum des Vereins ihm die Fortsetzung des ih

heren Glücks und die ungetrübte Bewahrung seiner eigenthümlichen mente bringen! Dann wird sein Bestehen gesichert sein. 8

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on ernaunt worden, welche das Land und seine Bewohner, ihre ben, Gebräuche, ihren häuslichen Zustand, wie die kommerziellen und alen Beziehungen der verschiedenen Stämme unter einander, und entlich auch die Hülfsquellen, welche das Land bieten könnte, rforschen und die erhaltenen Resultate der Regierung vorzulegen fnagt war. Die Aufgabe dieser Kommission war groß und ierig, denn sie mußte überall von vorn anfangen, da, einige ver⸗ eSchriften ausgenommen, durchaus keine neueren Vorarbeiten ihr Grundlage dienen konnten. Eine Anzahl von Europäern hatte 1 Keisen nach Tombuktu unternommen und ihre dabei gemachten bachtungen dem Publikum vorgelegt; auch das Innere von Ma⸗ b war von einigen Engländern besucht und geschildert worden, end das Land, auf welches die Franzosen bei ihrem immer wei⸗ Vordringen nach dem Süden hin auch jenseits der großen At⸗ ste stießen, jene ungeheuer ausgedehnten Landstriche, die im Allgemeinen unter dem Namen der Sahara oder en Wüste begreift, noch gänzlich unbekannt geblieben waren. als die Franzosen bis über die Gränzen des sogenannten Tell tellus, kulturfähiges Land) hinaus ins Land der Datteln vor⸗ ungen waren, ersah man recht, wie irrige Begriffe man von die⸗ egenden in jeder Beziehung bisher gehabt hatte. Man kannte utlich die Bevölkerung der Sahara nicht und konnte daher nicht isen, wie Abd el Kader in Landstrichen, die weit über die bis einzig bewohnbar geglaubten hinauslagen, nach seiner Vertrei⸗ aus dem Tell noch reiche Hülfsmittel genug finden konnte, um Einfälle in das französische Gebiet zu erneuern, und aus dieser untniß der Verhältnisse folgte natürlich, daß man auf falsche Vor⸗ tungen hin auch in der Regel falsche Maßregeln ergriff. Erst als mit Erstaunen jährlich Mekka⸗Pilger in außerordentlicher Zahl em Sahara⸗Gebiete kommen sah, die sehr verschiedenen und har sehr zahlreichen Stämmen angehören mußten, als man all⸗ gewahr wurde, daß auch ein großer Theil der Eingeborenen, e die Märkte in den von den Franzosen besetzten Städten des n und selbst die Seehäfen an der Küste besuchten und da, sei Käufer, oder als Verkäufer, oder auch in doppelter Eigen⸗ zugleich, Geschäfte trieben, aus viel südlicheren Gegenden als Tell hergekommen waren; erst dann, nachdem man bereits einigen unabhängigen Stämmen jener fernen Bezirke der ra Verbindungen angeknüpft hatte, erkannte die französische rung die hohe Wichtigkeit, ja, das Bedürfniß einer genauen niß derselben, und dem kühnen Unternehmungsgeist einiger Of⸗ namentlich, die sich die Landessprache durch vieljährigen Auf⸗ It unter dem Volke angeeignet hatten, sind die erlangten Kennt⸗ über diese inneren Bezirke in topographischer, kommerzieller und graphischer Beziehung zu verdanken. Besonders werthvolle Ar⸗ n haben in dieser Hinsicht der Oberst Daumas, der noch in Afrika r Spitze des arabischen Central⸗Büreau's sich befindet, und der e⸗Capitain, Herr Carette, geliefert, welcher im Verein mit dem ain vom Generalstabe, Herrn Varnier, auch die neueste treffliche besonders durch Vollständigkeit ausgezeichnete Karte von Algerien gegeben hat. Mit nicht genug zu rühmendem Fleiße hat „Larette überall an Ort und Stelle selbst eine Menge münd⸗ Mittheilungen gesammelt, und er wurde dadurch unter em auch in den Stand gesetzt, eine vollständige Aufzählung im Süden Algeriens und in der Regentschaft Tunis den Ara⸗ bekannten Wege und Pfade, so wie die Entfernungen der ver⸗ senen Stationen von einander, zu geben. Wie schwierig es war, zu bestimmen, erhellt aus dem Umstande, daß die Araber keinen ten, feststehenden, geregelten Maßstab für Berechnung von nd Entfernung haben; bei dem einen Stamm verfährt man so, bei dem anderen anders, und die mathematische Geographie znern liegt daher noch ganz in der Kindheit. Herr TCareite jer, indem er Licht in das herrschende Dunkel zu bringen begon⸗ der Wissenschaft überhaupt, wie seinem Vaterlande zunächst, einen ißzbaren Dienst geleistet. Ihm gebührt der Ruhm, zuerst die na⸗ hen Gränzen des bisher selbst auf den besten Karten nur in kimmter Weise angedeuteten ungeheuren Sahara⸗Gebiets ge⸗ aangegeben zu haben. Er beschreibt uns die einzelnen Abthei⸗ ann, die zahlreichen Oasen, die von gegenseitig von einander un⸗ gigen und von den Araberstämmen des Nordens durchaus ver⸗ nen Stämmen bewohnt werden. Zum erstenmale erfahren wir Herrn Carette auch Gewisseres über die den Karawanen der Rei⸗ durch ihre Raubgier und Mordlust sich so furchtbar machenden me der Tuariks in der eigentlichen Wüste, wo sie die Verbin⸗ mit den dem Fetischismus huldigenden Negern des Süden den. Höchst interessant ist die Weise, in welcher der übrigens von den ältesten arabischen Geographen schon angenommene mental⸗Unterschied zwischen den Regionen des Tell denen der Sahara von den Herren Carette und Daumas egt wird. Die Beschaffenheit des Bodens im Tell, d. i. in Bezirke, der sich von der Meeresküste bis an die Gränze der ra erstreckt, ist vor mehr als hundert Jahren schon von dem chen Reisenden Dr. Shaw ganz richtig geschilöbert worden. Nur zug auf die Höhe der Berge weicht die Gebirgskarte des Herrn eühier und da von den Angaben des Dr. Shaw etwas ab, sie einige Berge, z. B. den Dschebel Aures und den Dschebel die schon an die Sahara stoßen, als höher angiebt. Doch gt auch nach diesen neuesten Annahmen keiner die Höhe von französischen Fuß. Von hohem Interesse aber ist die Schilde⸗ des Sahara⸗Gebiets. Die Sahara ist, wie sich jetzt zeigt, beges eine bloße von der Sonne verbrannte Wüste, wo im glü⸗ Sande nur Löwen, Tiger und Schakale und neben ihnen verein⸗ eiter, die jenen an Wildheit nicht viel nachstehen, die alleini⸗ rren wären und jede Spur maurischer Civilisation verschwände. egentheil, die Sahara stellt sich jetzt als ein ausgedehnter Ar⸗ von Oasen heraus, von einer Menge maurischer Stämme be⸗ die voll Intelligenz und ganz geeignet sind, die Wohlthaten der ation zu empfangen, jedenfalls schon jetzt in aller Hinsicht auf weit höheren Kulturgrade stehen, als ihre nördlichen Nachbarn, wohner des Tell, die der eigentlich arabischen Race ange⸗ Während diese Letzteren in Zelten wohnen, haben die Be⸗ der Sahara Städte und Dörfer, mit Mauern und Wällen ne feste Wohnsitze und nach bestimmten Grundsätzen regelmäßig ete Regierungen, Industrie, Fabrikthätigkeit und Handel.

1 Großbritanien und Irland. ondon, 3. Dez. Sir Henry Pottinger wird sich am näch⸗ fonnabend auf seinen Gouverneur⸗Posten nach der Cap⸗Kolonie : General⸗Lieutenant Sir Benjamin d'Urban ist zum Ober⸗ ehaber der Truppen in Kanada ernannt und wird mit dem Deneral⸗Gouverneur, Graf von Elgin, dorthin abgehen. ü Königliche Sozietät der Wissenschaften hielt Montag ihre en ersammlung, wobei der Präsident, Marquis von Northamp⸗ gewohnte Rede hielt und die Fortschritte der Wissenschaf⸗ wurdgelaufenen Jahre besprach. Die Copleysche goldene Me⸗ 18 e Herrn Leverrier verliehen. Eine der Königlichen goldenen und die Romfordsche goldene Medaille wurden Professor e seiner glänzenden Entdeckungen über den Magne⸗ vr iehen und die zweite goldene Medaille Professor Owen reffliche Abhandlung über den Belethanit.

In einem der drei Obergerichte für Irland, in dem Kanzleihofe zu Dublin, kam in diesen Tagen unter dem Vorsitze des Lord⸗Kanz⸗ lers ein Rechtsfall zur Sprache, der, falls das gefällte Urtheil bei der Appellation an das Oberhaus bestätigt werden sollte, von großem Einfluß auf die vielen religiösen Vereine Irlands sein dürste. Zwei junge Damen, mit Namen M'Carty, aus der Grafschaft Cork, hat⸗ ten laut Testament ihres verstorbenen Vaters einen verhältnißmäßigen Antheil von dem in liegenden Gründen bestehenden Eigenthum des⸗ selben geerbt und waren in ein Kloster gegangen, wo sie nach Ab⸗ legung des Gelübdes der Keuschheit und Armuth nach den Regeln

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des Ordens in allen Dingen den Befehlen ihrer Oberen gehorchen

mußten, wenn diese Befehle nicht geradezu etwas Sündhaftes for⸗ derten. Durch zwei später hier im Kloster mit ihnen aufgenommene Kontrakte waren zwei Mitglieder desselben zu Verwaltern der Erbschaft ernannt worden, und diese hatten, mit Hinzuziehung einer der beiden M'Cartys, ein Verkaufsgesuch ausgestellt, um die Erbschaft zu Gelde zu machen. Das Gericht that dagegen Einspruch, und der Lord⸗Kanzler entwickelte sehr ausführlich die Gründe, welche darauf ausgingen, daß die beiden Kontrakte mit den M'Cartys, unter welchen die Verwalter ihre Ansprüche geltend machten, erzwun⸗ gen, folglich nicht gültig wären, denn das Gelübde erheische die Ar⸗ muth, und die beiden Fräulein würden sich nicht ihres Gutes ent⸗ äußert haben, wenn nicht die Verhältnisse einen solchen Druck auf sie ausgeübt hätten, um die Instrumente rechtskräftig zu machen. Der Lord⸗Kanzler erklärte, daß er nicht berufen sei, eine Meinung über die Frage abzugeben, ob eine Nonne bürgerlich todt und unfähig sei, eine Erbschaft zu machen; auch gab er keine Erklärung über das Recht der Miß M'Carty, für sich selbst das Verkaufsgesuch zu stellen, aber in dem gegenwärtigen entschied er gegen das Kloster und ver⸗ urtheilte es in die Kosten.

Dänemark.

Schleswig, 5. Dez. (H. C.) In der gestrigen Sitzung der Stände⸗Versammlung machte besonders die Rede Sr. Durchlaucht des Herzogs von Augustenburg tiefen Eindruck, indem er die Ueber⸗ zeugung aussprach, daß die jetzige ständische Institution sich überlebt habe, weil sie keine genügenden Garantieen gewähre und zu Kon⸗ flikten Veranlassung gebe, und daß es an der Zeit sei, daß die Her⸗ zogthümer eine landständische Verfassung mit beschließenden Ständen erhielten. Der Herzog war der Erste der 34 Ausscheidenden, Etats⸗ rath Lüders der Letzte. Die Abgeordneten Jensen, Nieelsen, Jepsen, Lorenzen und Petersen fanden das Petitionsrecht ebenfalls gekränkt, wollten aber bleiben und glaubten durch eine Petition an den Landesherrn den Riß zwischen den Ständen und der Regierung zu vermitteln. Der Präsident erklärte, daß, wenn er den Präsidentenstuhl nicht einnähme, er den Abgeord⸗ neten folgen würde, jetzt aber binde ihn die Pflicht, und er werde erwarten, was der Regierungs⸗Commissair beschließen werde, um die Versammlung vollzählig zu machen. Es steht also nun die Einberu⸗ fung der Stellvertreter bevor. Die eingegangene Proposition des Abgeordneten Tiedemann, so lautend: „Die schleswigsche Stände⸗ Versammlung beschließt, Se. Majestät den Landesherrn zu bit⸗ ten, Allerhöchstdieselben wollen zu verfügen geruhen, daß die in früheren Zeiten im Widerspruch mit den Landesrechten der Herzogthümer Schleswig und Holstein, also verfassungs⸗ und rechtswidrig auferlegten Steuern, namentlich die Kopfsteuer, die Landsteuer, die Haussteuer, ferner nicht länger ohne eingeholte Zu⸗ stimmung der Steuernden eingefordert und erhoben werden sollten“, gab dem Regierungs⸗Commissair zu heftigen Ausfällen wider die Ab⸗ geordneten Tiedemann, Gülich und Hansen und gegen die dahin zie⸗ lenden Petitionen Veranlassung. Diese wiesen aber jene Ausfälle so entschieden zurück, daß die beiden Erstgenannten zur Ordnung geru⸗ fen wurden. Eine Aeußerung, die der Regierungs⸗Commissair sich über Professor Falk erlaubte, machte großes Aufsehen.

Die allgemeine Illumination der Stadt ist gestern Abend, wie man sagt, auf den Wunsch des Präsidenten Beseler, unterblieben; doch waren hier und da einzelne Häuser beleuchtet.

Schweiz.

Kanton Bern. In der Regierungsraths⸗Sitzung vom 26. November kam ein merkwürdiges anonymes Schreiben von sechs ver⸗ heiratheten Staatsbürgerinnen zur Sprache, welche sich über die lüderliche Lebensweise ihrer Männer und die daraus folgende Noth ihrer Kinder tief beklagen. Da das Schreiben mehrere Angaben ent⸗ hielt, die der Polizei von Wichtigkeit sein können, so wurde dasselbe der Polizei⸗Direction überwiesen.

Kanton Uri. Zu Gunsten derjenigen, welche durch die im Sommer d. J. stattgehabten Wasserverheerungen Schaden erlitten, hat der Regierungs⸗Rath am 26. November eine Steuersammlung im hiesigen Kantone dekretirt. Nach amtlicher Werthung beträgt der Schaden 56,087 Fl., in welcher Summe 230 Gärten noch nicht ein⸗ begriffen sind.

Italien.

* Genua, 30. Nov. Der Dr. Alertz wird heute von der nach Rom unternommenen Ausflucht wieder zurückerwartet und wird dann an dem Krankenbette Ihrer Königl. Hoheit der Prinzessin Luise von Preußen verbleiben, Höchstwelche von dem letzten Rückfall sich noch nicht hat erholen können. Auch der Königl. Leibarzt, Dr. Grimm, wird aus Berlin hier erwartet.

Mom, 26. Nov. (A. Z.) Der Kronprinz von Bayern wird heute Abend und der Erbgroßherzog von Baden später hier erwartet. Der Prinz Leopold, Graf von Syrakus, ist vorgestern aus Neapel hier eingetroffen.

Der ehemals so einflußreiche Günstling und erste Ajutante die Camera des vorigen Papstes, Gaetano Moroni, Herausgeber des Dizionario Ecclesiastico, hat seinen Abschied erhalten. Moroni, von den Römern Gaetanino genannt, theilt das Schicksal aller Günst⸗ linge nach dem Tode ihrer Herren, da jetzt Alles, was man der vorzgen Regierung glaubt vorwerfen zu müssen, ihm in die Schuhe geschoben wird. Man erzählt sich, daß auch einige der ersten Hof⸗ beamten ihrem Abschied in kurzem entgegensehen können.

Nach Anordnung des heiligen Vaters werden die privilegirten Tribunale, wohin alle Streitfragen mit der Camera verwiesen wur⸗ den, aufgehoben und ihre Arbeiten in Zukunft den gewöhnlichen Ge⸗ richten übergeben. Ein Hauptgrund dieser Maßregel soll sein, daß die Regierung oft in die Lage kam, als Kläger und Richter in jenen Gerichten zu erscheinen.

Der sardinische Gesandte beim heiligen Stuhl, Graf Broglia di Mombello, ist von seinem Hof abberufen und in Ruhestand versetzt und der bisherige Minister⸗Resident in Konstantinopel, Marquis D. Pareto, ist an seiner Stelle zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister ernannt worden.

Graf Rossi, französischer Botschafter, kam vorgestern über Civita⸗ veecchia von Paris hierher auf seinen Posten zurück und hatte gestern vn die Ehre, vom Papst in einer Privat⸗Audienz empfangen zu werden.

Ein Vorfall in Bologna, wo die Studenten den für den Lehr⸗

enthalten wenig Neues von Belang.

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stuhl des Civilrechts ernannten Professor Giovanarbi durch Zischen und Schreien verhinderten, seine Antrittsrede zu halten, hat die Bür⸗ ger jener Stadt veranlaßt, ein Schreiben an die Musensöhne der Universität zu senden, worin diesen ihr Unrecht zu Gemüth geführt wird und sie aufgefordert werden, sich solche sträfliche Handlungen nicht mehr zu Schulden kommen zu lassen, die ein böses Beispiel ab⸗ n der Regierung nur unangenehm sein könnten. Dies Schreiben soll die jungen Brauseköpfe zur Vernunft geführt haben, indem man seitdem nicht mehr hört, daß sie sich der Einführ jenes Professors entgegengesetzt. Auch rühmt man von dorther, 82 die nächtliche Sicherheit der Stadt, seit die Bürger an den Pa⸗ trouillen Theil nehmen, nicht weiter gefährdet sei.

Professor Steinheil aus München ist aus Neapel, wohin er von der dortigen Regierung wegen Regulirung der Gewichte berufen war, nach kurzem Aufenthalt in Rom, nach München zurückgekehrt. 88

Sriechenland.

O München, 4. Dez. Die neuesten Briefe aus Athen Den wahren Freund des Lan⸗ des kann es indessen nur befriedigen, Thatsachen zu vernehmen, aus denen er mit Recht schließen darf, daß die Regierung ernstlich bemüht ist, den über ihre Gegner errungenen Sieg im wahren öffentlichen Interesse zu benutzen. Darauf, daß dies wirklich der Fall sei, deutet wenigstens die theils schon vor dem Landtagsschlusse, theils unmittel⸗ bar nach demselben erfolgte Wiederanstellung solcher früheren Beamten hin, welche, trotz ihrer amtlichen Brauchbarkeit, wegen Anschlusses an die Opposition und wegen Betheiligung an Partei⸗Umtrieben ihrer Dienste entlassen worden waren. Unerläßliche Bedingung solcher Wiederanstellung ist die völlige Lossagung von der Opposition und ihrem Treiben, und während dadurch die Regierung ere eigenen Reihen sich täglich verstärken sieht, gewinnt auch das Land selbst in doppelter Beziehung, indem die Zahl tauglicher Beamten vermehrt und jene der brodlosen Familien vermindert wird. In Folge einer Versammlung in einem Privathause, nach den heftigsten Auf⸗ tritten und nach Debatten, wie sie nur unter Griechen vorzukom⸗ men pflegen, haben die meisten Nappisten sich von ihren Führern, Metaxras, Zographos und Sutzos, förmlich losgesagt und dadurch einen Bruch herbeigeführt, den die Regierung nur in edler, das heißt versöhnender und zugleich kräftiger Weise benutzen darf, um sicher zu sein, daß sie bald die nöthige Kraft zur ruhigen Führung des Staats⸗ Steuerruders in Händen haben werde.

Auch in anderen Sphären erzeugt das Uebermaß von Unfug und Ausschweifung endlich ernste Versuche zu Steuerungs⸗Maßregeln. Wie das eigentliche zeitungslesende Publikum, so war bisher auch die bekanntlich sehr wißbegierige und leselustige griechische Jugend auf die für sie durchaus nicht geeigneten politischen Tagesblätter hinge⸗ wiesen. Jetzt wird nun in Athen ein Blatt gegründet, welches, dem Programm nach, ein Mittelding zwischen einer Novellen⸗Zeitung und einem Pfennig⸗Magazin sein, eine belletristisch⸗gemeinnützige Richtung verfolgen, von aller und jeder Politik sich fern halten und so den Familienvätern für ihre Angehörigen einen literarischen Hausschatz darbieten soll, wie ihn die griechische Presse bisher noch nicht besaß. Auch mehrere deutsche Landsleute sind bei diesem Blatte als Mit⸗ arbeiter betheiligt, z. B. Professor Landerer und Dr. Lindermeyer.

Zu welchen Erwartungen der neue Versuch mit Einführung deutscher Kolonisten in Griechenland berechtigt, ist noch immer schwer zu entscheiden. Hauptmann Hitz, der Unteruehmer, ist längst in Athen eingetroffen und hat der Regierung seine Vorschäge übergeben, aber eine Entscheidung darüber ist ihm noch nicht zugekommen. Leicht dürften diejenigen deutschen Auswanderer, welche sich schon auf den Weg gemacht haben, zu früh eintreffen und bis zur Sicherstellung des Unternehmens mehr verzehren, als mit den späteren Bedürfnissen verträglich zu sein scheint.

„Se. Königliche Hoheit der Prinz Albrecht von Preußen soll auf seinem Ausfluge nach Nordgriechenland nicht eben sehr von dem sonst

sprüchwörtlich gewordenen heiteren Himmel Griechenlands begünstigt worden sein.

Handels⸗- und görsen-Nachrichttn.

Berlin, 8. Dez. An heutiger Börse sind die meisten Eisenbahn⸗ bedeutend gestiegen, obschon der Umsatz nicht so beträchtlich als gestern war.

Marktpreise vom Getraide. Berlin, den 7. Dezember 1846.

Zu Laude: Weizen (weißer) 3 Rthlr. 3 Sgr. 7 Pf., auch 2 Rthlr. 27 Sgr. 7 Pf. und 2 Rthlr. 24 Sgr.; Roggen 2 Rthlr. 20 Sgr. 5 Pf., auch 2 Rthlr. 12 Sgr.; große Gerste 2 Rthlr., auch 1 Rthlr. 27 Sgr. 7 Pf.; kleine Gerste 1 Rthlr. 20 Sgr. 5 Pf., auch 1 Rthlr. 14 Sgr. 5 Ff; Hafer 1 Rthlr. 13 Sgr. 2 Pf., auch 1 Rthlr. 8 Sgr. 5 Pf.; Erbsen 3 Rthlr. 10 Sgr. 8 Pf., auch 2 Rthlr. 16 Sgr. 10 Pf. Eingegangen sind 79 Wispel 12 Scheffel.

Zu Wasser: Weizen (weißer) 3 Rthlr. 6 Sgr., auch 3 Rthlr. 3 Sgr. 7 Pf. und 2 Rthlr. 26 Sgr. 5 Pf.; Roggen 2 Rthlr. 21 Sgr. 7 Pf., auch 2 Rthlr 18 Sgr.; große Gerste 2 Rthlr.; kleine Gerste 1 Rihlr. 27 Sgr. 7 Pf.; Hafer 1 Rihlr. 10 Sgr. 5 Pf. Eingegangen sind 789 Wispel

22 Scheffel. Sonnabend, den 5. Dezember 1846. Das Schock Stroh 6 Rthlr. 15 Sgr., auch 5 Rthlr. 15 Sgr. Der Centner Heu 1 Rthlr., auch 20 Sgr.

Berliner Börse. Den 8. Dezember 1846.

Pr. Cour. Brief. Geld.

93 92 ½ 90 90½

Pr. Cour.

Fonds. Hvzief. 1 Seld.] emn.

ctien. 8

ug. Peud. Magdb. 4 do. Obl. Lit. A. B. 4 de. Prior. Oblig. 5 Mgd. Lpz. Eisenb. do. do. Prior. Obl.] 4 Brl. Anh. abgest. do. do. Prior. Obl. Düss. Rlb. Eisenb. do. do. Pnor. Obl. Rhein. Kisenb. do. do. Pror. Obl. do. v. Staat garant. 0 b.-Schles. E. L A do. Prior. do. Lt. B. .-St. B. Lt. A. u. B. Magd.-Halbst. Eb. Br.-Schw.-Frb. E. 13 ¾⁄ldo. 40. Prior. Obl. 1152 onn-Kölner Esb. 5 Niedersch. Mk. v. o. do. Priorität do. Prorität Nied.-Mrk. Zwgb. do. Priorität Iwin.-B. (C.-O.) Berlis-Hambarger

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