1846 / 343 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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nants Vicomte Sebastiani und Baron Boyer, von Ersterem die In⸗ fanterie, von Letzterem die Kavallerie, beseyhligt wurden. Der Bey bewunderte die schöne Haltung der Truppen, die Mannigfaltigkeit der Uniformen und besonders die Raschheit und Regelmäßigkeit der Be⸗ wegungen. Er folgte mit der größten Aufmerksamkeit jedem Kom⸗ mando, und sein Dolmetscher mußte ihm stets die nöthigen Erläute⸗ rungen geben. Ungeachtet des kalten und feuchten Weiters hatte sich eine große Volksmenge zu diesem Schauspiel versammelt.

Das Konzert, welches Herr Guizot vorgestern zu Ehren des Bey von Tunis gab, beehrten die Herzoge von Nemours und von Montpensier mit ihrer Gegenwart; es waren 2000 Einladungen dazu ergangen, und man sah hier Alles vereinigt, was Paris an Notabi⸗ litäten in sich schließt, Minister, Mitglieder des diplomatischen Corps und beider Kammern, die angesehensten Beamten und viele Fremde, unter diesen Lord und Lady Cowley und Miß Wellesley, den Fürsten Trubezkoi und Mad. Ustinoff. Die Herren Auber und Habeneck dirigirten das Konzert, in welchem Compositionen von Ros⸗ sini, Beethoven, Auber, Felieien David, C. M. von Weber, Martini und Marcello ausgeführt wurden. Die Soiree schloß um 1 Uhr nach einer Collation.

Der heutige Moniteur bringt folgende Nachricht aus Algier vom 30. November: „Es wird gemeldet, daß die 11 französischen Gefangenen, die noch in der Deira Abd el Kader's zurückgehalten wurden, in Freiheit gesetzt sind. Sie wurden auf Befehl des Emirs nach Melilla gebracht, wo der spanische Gouverneur sie sehr gut empfing. Am 27sten Morgens sind diese Gefangenen in Dschemma Gasauat gelandet. Der Oberst⸗Lieutenant von Cognard wünschte dort einige Tage mit ihnen zu verweilen. Sie befinden sich in gutem Gesundheitszustand.“

Das Journal des Débats hat seinen heutigen leitenden Artikel der Finanzlage des Landes gewidmet, nicht der des Schatzes, hinsichtlich der, wie es sagt, auch nicht der Schatten einer Besorg⸗ niß herrsche, indem der öffentliche Dienst aufs vollständigste ge⸗ sichert sei, sondern der des Handels überhaupt und näher der des Eisenbahnwesens. Das Ergebniß seiner Betrachtun⸗ gen ist, daß auch die Lage dieser Interessen bis jetzt nichts ernsthaft Besorgliches darbiete, sondern nur Umsicht, Beson⸗ nenheit und Klugheit von Seiten der Regierung, der Bank und der Privatpersonen selbst erheische; die Verwaltung habe einige sehr ein⸗ fache Maßregeln zu ergreifen, und unter Mitwirkung der betheiligten Parteien dürfe man mit gutem Grunde hoffen, daß die Besserung, welche sich schon zu zeigen anfange, fortdauern und immer mehr zunehmen werde. Die Eisenbahn⸗Gesellschaften, welche zu liquidiren und ihre Unter⸗ nehmungen aufzugeben wünschten, könne die Regierung in diesem Wunsche nicht gewähren lassen, ein solches Spielen mit den Staats⸗ gewalten, welche die nachgesuchte Autorisation zu jenen Unter⸗ nehmungen ertheilt, sei nicht zulässig; wohl aber könne man den Compagnieen die Ausführung der Bauten durch Ge⸗ währung längerer Fristen und durch Befreiung derselben von den ihnen auferlegten Bedingungen der Uebernahme des Baues gewisser Zweigbahnen erleichtern. Was die Bank betrifft, so meint das mi⸗ nisterielle Blatt, sie werde unter drei Auskunstsmitteln zu wählen haben: Beschränkung ihrer Diskontirungen, Erhöhung des Zinsfußes, oder einer Anleihe.

Der Constitutionnel weist sehr ausführlich die vom Jour⸗ nal des Débats wiederholt seiner Bevorwortung der englischen Allianz entgegengehaltene Anschuldigung zurück, derselben früher durch die Opposition gegen die Regierung bei der Frage über das Durch⸗ suchungsrecht und die Pritchardsche Entschädigung so hinderlich ge⸗ wesen zu sein. Auch will er nicht gelten lassen, daß persönliche Mo⸗ tive früher sowohl als jetzt bei den Angriffen auf Herrn Guizot im Spiele wären. Abermals kömmt er darauf zurück, daß es nach den Ereignissen von 1840, welche nicht die Frucht des politischen Verhal⸗ tens des Ministeriums vom 1. Marz oder des Herrn Thiers, sondern des vorhergegangenen vom 12. Mai 1839 gewesen, das von Herrn Guizot geleitet worden sei, höchst unklug gehandelt gewesen, die Frage über das Durchsuchungsrecht durch Unterzeich⸗ nung einer Erweiterung desselben von neuem anzuregen. Anstatt abzuwarten, bis die verletzte Eigenliebe Frankreichs sich wieder beru⸗ higt hätte, habe man sie durch jenes nutzlose Zuͤgeständniß neu ge⸗ reizt. Die Streitigkeiten wegen Oceanien hätten eben so Frankreich durch Desavouirung des Herrn Dupetit⸗Thouars, wie England durch Verletzung seiner religiössen Interessen beim Missionswesen, beleidigt. Sei es etwa Schuld der Opposition, daß man so wunderbare Mittel ergriffen, um eine Annäherung der beiden Länder zu bewirken? Der Constitutionnel habe indessen fortwährend die Nützlichkeit der englischen Allianz sowohl unter einem Tory⸗, wie unter einem Whig⸗ Ministerium vertreten, wenngleich er sie mit dem letzteren für an⸗ gemessener und fruchtbarer betrachte. Dagegen habe die Partei, welche sich jetzt für ausschließlichen Meister im Einverständnisse mit England ausgeben möchte, die unter den Whigs um so leichter und natürlicher gewordene Allianz gerade zu diesem Zeitpunkte gebrochen. Daß ein großes Interesse dieses Opfer geboten, wie man ausstelle, verneint der Constitutionnel. Selbst wenn es gegolten hätte, einen Ko⸗

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burg vom spanischen Throne fern zu halten, würde es dazu nur der Verheirathung der Königin mit dem Infanten Don Franeisco bedurft haben, und die der Infantin, ein bloßes Familien⸗Interesse, würde von jedem wahren Politiker und aufrichtigen Frennde der englischen Allianz, von Leuten, die es darin bis zur Pritchardschen Entschäͤdigung getriiben, verschoben worden sein, wenn man nicht mit England brechen wollte. „Nachdem ihr aber diesen Fehler begangen hattet, wendet ihr euch an die Freundschaft der nordischen Mächte“, fährt der Constitutionnel fort. „Vergebens verneint ihr das. Euter for⸗ mellen Ableugnung setzen wir eine energische, beharrliche, bestimmte Bejahung eatgegen. Man sage uns doch, ob es nicht wahr sei, daß eine Aeußerung des Kaisers von Rußland über die Nachricht von den Heirathen mit Freude kommentirt und wiederholt worden ist, wie die Ankündigung einer neuen Politik? Was hat man nicht im glei⸗ chen Sinne Alles von dem gesagt, was der russische Geschäftsträger bei dem offiziellen Empfange des Herzogs und der Herzogm von Montpensier geäußert! Man erinnere sich der mit Oesterreich über die Schweiz angeknüpften Unterhandlungen und lese die mini⸗ steriellen Provinzialblätter nach, welche proklamirten, daß die Zeit neuer Allianzen gekommen sei, und man wird erkennen, ob es unmöglich sei, das den nordischen Mächten bezeigte Entgegenkommen abzuleug⸗ nen.“ Der Constitutionnel weist dann ferner darauf hin, daß zu der isolirten Stellung Frankreichs nach außen auch eine bedrängte innere komme, indem man, aller Einrede ungeachtet, übermäßige öf⸗ fentliche Bauten unternommen und daher eine Finanzverlegenheit und Theuerung mit jener sich vereinige. Die Theuerung habe man zwar nicht verschuldet, allein bisher habe die Regierung gutes Wetter und Fruchtbarkeit des Bodens auch mit unter die Verdienste ihrer Politik ezählt. 89 82 Bulletin des Lois veröffentlicht jetzt den Handele⸗Ver⸗ trag, welcher zwischen Frankreich und Rußland abgeschlossen worden ist.

Eine Königliche Verordnung im Moniteur setzt vom 1. Ja⸗ nuar bis zum 1. November 1847 die Einfuhr⸗Zölle von Getraide, Hülsenfrüchten und Mehl auf Martinique, Guadeloupe und Bour⸗ bon von Weizenmehl auf 2 Franken von 100 Kilogramm, Maismehl 10 Centimen vom Hektoliter, in Körnern auf 5 Cent., Hülsenfrüchte 25 Cent. von 100 Kilogramm herab, weil die nach diesen Kolo⸗ nieen für gewöhnlich aus Frankreich gelieferte Zufuhr jetzt nicht statt⸗ finden kann. 8*

In den letzten 42 Tagen sind in Frankreich 3 ¾ Millionen Hek⸗ toliter Getraide aus dem Auslande eingeführt worden. Der Werth dieser Getraidemasse beläuft sich auf fast 100 Millionen Fr.

Unter den Personen, welche der Bey von Tunis in Paris zu besuchen wünschte, befand sich auch der päpstliche Nuntius; er hatte mit demselben eine lange Unterredung.

Odilon⸗Barrot wird zur Kammer⸗Eröffnung hier zurück sein; er bereist jetzt mit seinem Bruder Ober⸗Aegypten.

Die Gesellschaft für Handels⸗Freibeit bereitet eine Petition an die Kammern vor. Es soll diese Petition an den Hauptorten sämmtlicher Bezirke des Königreichs zur Unterzeichnung aufgelegt werden. 1

Marschall Soult hat dem Bey von Tunis, einem großen Ver⸗ ehrer Napoleon's, ein Paar Pistolen, die dem Kaiser angehört, zum Geschenk gemacht.

Der erste Maskenball für die Saison wird am 12. Dezember zum Vortheil der Loire⸗Ueberschwemmten stattfinden. Die Gesammt⸗ summe der Subscriptionen zur Unterstützung der Ueberschwemmten ist auf 1,112,062 Fr. angewachsen.

Ein neues Werk von Berlioz: „Faust's Verdammung“ (nach Göthe's Faust), kömmt heute Mittag um 1 Uhr im Opernsaal zur Aufführung; Orchester und Chöre bestehen aus 200 Konzertanten. Das Werk wird bezeichnet als eine Vokal⸗ und Instrumental⸗Symphonie.

Der wegen Flschung der Marken des Jokeiklubs verurtheilte Prinz von Berghes, der in einem Gesundheitshause zu Auteuil seine Strafe absitzen durfte, ist eben völlig begnadigt werden. b

Die Havre⸗Eisenbahn⸗Gesellschaft hat sich einer weiteren Prü⸗ fung des Viadukts von Malaunay unterwerfen müssen; jeder Qua⸗ dratmeter trägt jetzt einen ganzen Monat lang 3000 Kilogramm.

Großbritanien und Drland.

London, 5. Dez. Sir Henry Pottinger, welcher sich heute auf seinen Posten als Gouverneur nach der Cap⸗Kolonie begiebt, hbatte gestern mit dem Kolonial⸗Minister, Grasen Grey, eine lange Unterredung. Die Politik, welche England in diesem Theil seiner Besitzungen fortan zu befolgen haben wird, legt die Times heute dem neuen Gouverneur ans Herz, und zwar soll dessen Mission einen doppelten Zweck haben, einmal durch Krieg die Kolonie von den Ein⸗ dringlingen, den Kaffern, zu befreien und die Gränze zu sichern, und dann für den Friedensstand heitsame Maßregeln zum Aufschwung der Besitzung zu treffen. Die Times redet somit einem entschieden feindseligen Verfahren gegen die Kaffern das Wort.“ „Welche phi⸗ janthropischen Mißverständnisse auch den fortdanernden Unrühen der Kaffern zum Grunde gelegt werden mögen“, schreibt das Blatt, „kein vernünftiger Mensch wird einen Augenblick

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zweifeln, daß sie nicht summarisch unterdrückt werden müssen,“ Schwierigkeiten indeß, für die dortigen Zustände geeignete N geln zu freffen, hält die Times keinesweges für gering, dar handle sich hier nicht, wie an anderen Orten, darum, die Ureinan des Landes in gewisse Gränzen einzuschränken, sondern die K stehen insofern den Engländern völlig gleich, als sie Beide eng in die füdliche Spitze von Afrika eingedrungen und die Ureinwen die Hoitentotten, zu unterjochen bemüht seien. Der schwache der Hottentotten, der sich noch zwischen den beiden Gränzflüsfen finde, werde sehr bald verschwinden, und dann sei der offene ge um den Besitz des Landes zwischen den beiden Eroberern nicht. zu vermeiden. Am besten ergreife man deshalb schon jetzt die legenheit, die Kaffern möglichst weit ins Innere Afrika's zurct drängen, und kräftige Maßregeln seien deshalb jedenfalls ni denn nach den letzten Berichten hatte man die Truppen, die Eij losigkeit der einzelnen Streifzüge erkennend, auf das neutrale ge zwischen dem Keiskamma und dem Großen Fisch⸗Flusse zurückgeg ohne Zweifel um die verheißenen Verstärkungen aus England warten. Nach der gänzlichen Unterjochung des Kaffernlandes 8 dann für Sir Henry Pottinger die schönere Arsgabe, den haß⸗ schen Feind durch die Wohlthaten des Friedens zu versöhnen. Die mit O'Connell zerfallene Partei des „jungen Irlan⸗ am 2ten d. M. in der Rotunda in Dublin ihre erste Versang gehalten, der indeß Herr Smith O'Brien, den man als dar ze dieser Partei ansieht, nicht beiwohnte. Unter den Anwesent, fand sich der bekannte Herr Meager, dessen Streit mit dih den nächsten Impuls zu der Trennung zwischen Alt⸗ und Junga gegeben hat. Der Inhalt seiner Rede, so wie der der übrigen e war in der Hauptsache, daß man zwar für O'Connell alle e bewahre in Betracht dessen, was er für Irland geleistet hahe, aber seiner Leitung nicht mehr überlassen könne, seitdem er st englischen Regierung so unbedingt in die Arme geworfen habt, In einem leitenden Artikel über die Stellung Nord⸗Amg gegenüber von Mexiko läßt die Times ihre Befürchtung durze mern, daß ganz Mexiko binnen kurzem zur Unterwerfung urnst Vereinigten Staaten gezwungen werden könne. Sie spricht sih bei über die Kriegführung des Generals Taylor und über dief zielle Lage der Vereinigten Staaten zwar wegwerfend aus und daß, eben weil der Präsident die Streitigkeiten, in die Amerih gen der Einverleibung von Texas mit Mexiko gerathen, durch diplomatische Unterhandlungen, sondern mit dem auszufechten sich entschließen mußte, die Vereinigten St sich auf eine lange Reihe von Jahren die größten Verlegenheiten gezogen hätten, aber das Resultat erscheine nicht zweifelhaft. stehen wir den Amerikanern auch noch ein, Hundert Siege“, usf aus, „ja, die Einverleibung eines ganzen Kontinents zu. Was n den zwanzig neue den ehemaligen Besitzungen Spaniens entisfe Sterne der Regierung in Washingtion nutzen? Sie werden ihr 1 Unruhen und Ausgaben verursachen. Um jenen Gährstoff, w“ wirkliche Bild der Staaten der Union bildet, zu atrefte, bedarf es wenigstens ein Jahrhundert. Texas woa em vor seiner Aufnahme in den Bund durchgohren: die Frucht de reif. Es bedurfte nur der Unterhandlung. Das Schwert hat R kurze, aber nothwendige Frist abgeschnitten. Aber Mexlko und weiten Strecken, die ihm den Namen nach gehorchen, sind noch ni durchgohren. Es wird Jahrhunderte lang ein disharmonisirend feindlich gesinnter, blos tributairer Unterthan sein. Das ist A was das Schwert in der Beendigung dieses Streites gethan, das ist der Erfolg, der im besten Falle zu erwarten steht.“ Aus Portsmouth wird über die Versuche, welche Capitain I ner im Auftrage der Regierung mit seinem Schieß⸗Apparat ang hat, Folgendes berichtet: „Die Experimente mit Capitain Wa Apparat zur Zerstörung von Schiffen oder anderen Gegenständen sehr bedeutende Schußweite sind vorgenommen worden und, wie erwartet hatte, vollkommen fehlgeschlagen. Die von der Regiern gewählten Offiziere waren die Artillerie⸗Obersten Dundas und Ch mers, so wie der Flotten⸗Capitain Chads. Der General⸗Feldze meister, Lord Anglesey, stellte ihnen zur Anstellung der Versuche ti zu seinen Gütern auf der Insel Anglesey gehörigen Platz zur Verfügn Es ist dies ein 8 englische Meilen langes Thal, an dessen äußerstem . ein einzelner Baum steht. Natürlich konnte Herr Warner denselben! der Stelle aus, wo er stand, nicht sehen; die genaue Richtung ¹ ward ihm angegeben, und er wurde sodann ersucht, in dieser A.

tung zu feuern und zu versuchen, ob er den Baum treffen oder

Bombe in dessen Nähe bringen könne. Nach seinen Behauptwe sollte nämlich sein Geschoß acht englische Meilen weit reichen. der Offiziere stellten sich nun in angemessenen Entfernungen aufr das Ergebniß zu beobachten. Nachdem Herr Warner einige gebraucht hatte, um seine streng geheim gehaltenen Vorkehrungng

treffen, wobei ihm Niemand von der Kommission sich näherte, †½

die Explosion vor sich, die Bombe aber fiel unendlich weit ihrem Ziele nieder. Nachher wurden noch weitere Versuche gestellt, aber nie erreichte die Bombe auch nur eine Entfem von 3 Meilen. Cap tain Warner gestand nun selbst ein, daß er!

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minder begabten Talenten überlassen bleiben solle, aber wir verhehlen den Wunsch nicht, daß jene hervorragenden Talente ihn nur als einen Ruhe⸗ punkt betrachten möchten, von dem aus sie sich zu neuen Schöpfungen in höheren Gebieten wenden sollten. 1b

Auch in der Historienmalerei kann eine Ausstellung nicht alle Mittel zu einem Blick auf die Gesammtleistungen unserer Künstler geben, da jetzt sehr Bedeutendes in dieser Beziehung al fresco ausgeführt zu werden pflegt. Wenn bisher dieser Mal⸗Art durch die Oelmalerei mit ihren vielen Vorzü⸗ gen sehr das Gleichgewicht gehalten wurde, so wird man mit desto größerer Erwartung auf die Hülfe blicken, welche ihr in der von Fuchs und Schlon⸗ hauer erfundenen Stereochromie gegeben ist. Indessen kann man noch

8 erringen, oder welche Geltung sie sich verschaffen wird. Unter den an Dimension hervorragenden Historienbildern unserer Ausstellung befanden sich eigentlich nur zwei aus deutscher Schule, die einen glücklich gewählten Stoff behandelten. Viele andere, die diesen letzten Vorzug theilten, traten, in geringeren Dimensionen, nicht mit der vollen Ausstattung hervor, worauf ein historisches Bild Anspruch machen darf. Allerdings ist aber in dieser Rücksicht die Kunst von äußeren Um⸗ ständen abhängig, die ihr hindernd oder fördernd entgegentreten mögen. Wo das Letzttere der Fall ist, werden auch Talente vorhanden sein, die, bei zureichender technischer Ausbildung, eine gesunde, echt künstlerische Richtung verfolgen werden, zumal da, wie wir meinen, im Ringen nach einem höhe⸗ ren Ziele auch die Kraft schon wachsen wird.

Je mrhr die Fresko⸗Malerei in den Kirchen Aufnahme sindet, desto mehr verschwinden von den Ausstellungen die Oelbilder, welche biblische Stoffe behandeln. An den vorzüglicheren dieser Art auf unserer Auosstel⸗ lung bemerkten wir eine löbliche, rein historische Auffassung der mehr aus der Geschichte, als aus dem Mythus der Bibel gewählten Gegenstände.

Nur selten begegneten wir den einer mehr ascetischen Richtung angehören⸗ den Bestrebungen, über die wir uns oben schon geäußert haben.

Wir können also, wenn wir die Aeußerungen der bildenden Kunst auf den einzelnen Gebirten der Darstellung, wie sie sich auf unserer Ausstellung geltend zu machen gesucht haben, zu einem Ganzen zusammenfassen, unser Ürtheil dahin abgeben, daß die Bewegungen allerdings begonnen haben, 1. welche dem voraneilenden Zeitgeiste die gemäße Form zu erringen und künst⸗ Ierisch zu bewahren srreben., Es kommt, wie wir schon oben bemerkten,

nicht darauf on, daß die Kunst die vorherrschende Weise des Ausdruche der

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Zeit⸗Ideen, sondern nur darauf, daß sie ihnen gemäß sei. Dazu fehlt es wenigstens nicht an Versuchen, die, so unbedeutend sie hier und da auch noch erscheinen mögen, mit allen Anstrengungen, welche der Kunstgeist je gemacht hat, das gemein haben werden, daß sie nach der Erkämpfung des Eingan⸗ ges zu einer enischiedenen Richtung dieselbe mit energischer Schnelligleit verfolgen werden. 8. .. n 13* II. n

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Meteorologisches. ((Eine merkwürdige Feuerkugel.* Am Abend des 1. Dezembers, eine Minnte vor 7 Uhr, ist zu Halle von dem Unterzeichneten und von Anderen eine Feuerkugel gesehen worden, deren merkwürdige Beschaffenheit zur Kenntniß der Meteorologen zu lom⸗

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men verdient. Leider war ich durch meine zusällige Stellung auf einem sehr toupirten Terrain verhindert, die Erscheinung bis zu ihrem Ver⸗ schwinden zu verfolgen; indessen ist mir gerade dadurch der Vartheil ge⸗ worden, das einen links und rechts sestbegränzten Raum durchlaufende Phänomen in diesem Augrnblicke wenigstens ganz genau beohachten zu können. 5 2 Bei ganz llarem Himmel und hellem Mondschein flog die Kugel in einem Höhenwinkel von etwa 30°% und in einer ne von Südosten nach Nordwesten am südlichen Himmel mitten über die Stadt Halle hin, so daß sie sich hier in nicht zu großer Höhe über der Erd⸗Oberfläche be⸗ funden haben kann und, da sie sich in ihrem Fluge der Erde näherte, auch nicht allzuweit von Halle niedergefallen sein büͤrfte. Doch habe,g ich bei der gespanntesten Aufmerksamkeit auch nicht das Geringste von einer Detona⸗ sion vernommen. Um ein anschauliches Bild der Erscheinung zu geben, möchte ich sie einem 3—4 Fuß langen gläfernen Kolben, wie er von den Chemikern gebraucht wird, vergleichen, oder einer gläsernen Retorte, deren Biegung man sich aber in gerader Linie mit dem Kolben zu denken hat. Diese Verlängerung der im Durchmesser scheinbar 4 Zoll haltenden Kugel war gerade das Eigenthümlichste dieses Metrors; denn die Nachweisungen der bisher beobachteten Feuerkugein von Chladni, Hoff und Kämt führen etwas Aehnliches auch nicht ein einziges Mal an, obwohl sie oft nug eines Flammen⸗Schweifes, eines Funken⸗Schweifes, eines lange

euchtenden Schweifes ꝛc. gedenken, welchen die Feuer⸗Kugein hinter sich

V her zogen. Betrachten wir diesen feurigen Schweif als eine Ausströn⸗

der Kugeln, so bot die am 1. Dezember gesehene Erscheinung die merkwürdige Abweichung dar, daß diese Ausströmung nicht hintet ders gel her, sondern ihr voranging. Die Feuerkugel selbst war nus Hälfte kugelförmig, da die vordere Häffie derselben sich bis auf ½ Fuß ausd und eben darin hatte die kolbenförmige Gestalt der ganzen Erscheinung Grund. Man sonnte an der Farbe der Kugel sehr genau unterses⸗ wo dieser vordere, lang ausgedehnte Theil derselben endete, indem din tere Fortsetzung dieser Verlängerung bis zu der äußersten Spitze von anderer (gelber) Farbe war und sich eben dadurch von der eigenh Kugel wesentlich unterschied. den Farben dieses Meteors. in der Mitte in hellblau und weiß überging; nach dem hinteren Ende Kugel zu wurde dieses Blau immer dunkler, nach dem Ende der volt Hälfte aber immer heller. Während diese Farben der Kugel ganz! elektrischen Funken glichen, welche man der Elektrisir⸗Maschine entlochh, 0.

sprach die gelbe Farbe der weiteren Verlängerung ganz der des Bi

Bemerkenswerth ist noch, daß aus dieser in gelber Farbe glänzenden 8 längerung gelbe Funken reichlich entströmten. Die Schnelligkeit in der wegung des Meteors war sehr groß und verrieth eine gewaltige Triebte erreichte aber die Schnelligkeit des Blitzes kaum zum vierten Thrile. 8 Erscheinung fand bei Südostwind und einer Kälte von R. statt; 0 Folge derselben war vielleicht die bedeutende Abkühlung der Atmosphant

dieser Nachtz denn am Morgen des 2. Dezember hatten wir eine Kälten

N. bei Ostwinde. Ich benutze diese Gelegenheit zu der Anzeige, daß das am 1. 8 d. J. von mir beobachtete Phänomen (vergl. Nr. 230 der Allg. Pr49 Zt8.) auch bei Wittenberg gesehen worden ist und daß Her Li von Eickstedt zu Wittenberg ales Augenzeuge nähere Auskunft dam gern geben wird. Halle a. d. S., den 8. Dezember ““ 6 aim unertenmneln 6 hn Dr. Förstemann, 2 üäAHgniglicher Bibliothekar und Poß imbhenunth nesn. m

Schön, ja prachtvoll waren die hellleatrn Die Kugel erglänzte im reinsten Blau,“

en Experimenten gescheitert sei, und die Probe hatte ein Ende. er der Offiziere war von ihrem Fehlschlagen so überzeugt, daß er

brend des Abfeuerns sich unter den Baum stellte. Die 1500 Pfd.

al., welche die Regierung dem Capitain Warner unter der Be⸗ gung, daß er sie im Falle des Fehlschlagens seiner Versuche zu⸗ zahlen solle, zur Anschaffung des erforderlichen Materials u. s. w. gestreckt hatte, wird sie wahrscheinlich nicht zurückfordern, da sie e Zweifel damit zufrieden ist, daß Warner’'s Vorgeben, in so wei⸗ Entfernung mit seinem Geschosse zerstören zu können, sich jetzt ublikum als eine Täuschung erwiesen hat.“ . Aögleic man in den Fabrik⸗Bezirken schon großentheils ange⸗ gen hat, kürzere Zeit zu arbeiten, so häufen sich doch die Waa⸗ porräthe immer mehr, was sehr begreiflich ist, da die fremden gkte fast sämmtlich überreich mit britischen Fabrikaten versehen n den ersten neun Monaten dieses Jahres sind daher für 90,000 Pfd. St. weniger Baumwollen⸗ und Wollenwaaren aus⸗ rt worden, als in der nämlichen Periode des vorigen Jahres. Die ostindische Post, welche von Alexandrien aus durch Herrn Wag⸗ über Deutschland hierher befördert wurde, ist am Mittwoch, nach dem Courier, welcher den Weg über Marseille eingeschlagen ‚in London eingetroffen. Dieser dritte vergleichende Versuch ist r fast ohne entscheidendes Ergebniß gewesen.

Niederlande.

Aus dem Haag, 3. Dez. Heute früh sind der Baron I, niederländischer Gesandter in Paris, und der neue französische dte am hiesigen Hofe, Freiherr von Bussière, hier angekommen. Dem Vernehmen nach, bereitet die Regierung mehrere Gesetzent⸗

vor, welche gegen Ende dieses oder zu Anfang des künftigen s den Generalstaaten vorgelegt werden sollen. Zu den Gesetz⸗ ürfen, mit welchen man sich am eifrigsten beschäftigt, gehören das Getraide⸗Gesetz und ein Entwurf zur Revision des allgemeinen tzes vom 26. August 1822, die Ein⸗, Aus⸗ und Durchfuhr, so die Accisen und das Tonnengeld der Seeschiffe, betreffend

BHelgien.

Brüssel, 7. Dez. Vor Eröffnung der Diskussion des Budgets Mittel und Wege in der Repräsentanten⸗Kammer theilte ihr der az⸗Minister einen Gesetz⸗Entwurf mit, welcher Modificationen des Hifferenzialzölle betreffenden Gesetzes vom 21. Juli 1844 enthält.

Modificationen betreffen die Häute und die Ausfuhr des Han⸗ n Masse. Die Versammlung votirte hierauf einstimmig einen b⸗Entwurf, welcher den fremden Gyps mit dem einheimischen r Provinz Luxemburg gleichstellt, insoweit dies die in den §§. 9 10 des Art. 7 des Gesetzes vom 18. März 1833 ausgedrückte eiung von dem Barrièrezolle betrifft. Herr Delfosse eröff⸗ hierauf die Diskussion des Budgets der Mittel und Wege suchte zu beweisen, daß der Finanz⸗Minister den Finanz⸗Zustand Landes in einer viel zu günstigen Weise dargestellt habe. Im engenen Jahre habe der Minister ein Desizit von 14 ½ Millionen pinden, er aber habe ihm nachgewiesen, daß es wenigstens 20 25 Millionen betragen werde. Jetzt gestehe der Minister ein it von 19 Millionen zu, doch da noch viele Rückstände aus den en 1844, 1845 und 1846 zu bezahlen seien, so behaupte er im s, daß sich das Defizit für 1847 auf 25 Millionen Franken hen werde. Der Finanz⸗Minister antwortete, daß die ordentlichen Ausgaben, welche die Regierung nicht vorher⸗ könne, entweder die Kreirung außerordentlicher Einnahmemittel

orten oder ein Defizit bildeten, wofür der Verfasser des Budgets

Mittel und Wege nicht verantwortlich sei. Indem der Minister perrn Delfosse in seinen Berechnungen folgte, kam er zu dem ge, daß der Finanz⸗Zustand Belgiens jetzt besser sei, als der goßen Nationen Europa's. Herr Verhaegen verlas seine vom vorigen Jahre über die Eintheilung der Steuern von n; er wiederholte seine Kritiken und schilderte seine Reform⸗ ürfe, wobei er erklärte, daß er seine Bemerkungen erneuern d, bis man denselben Recht habe widerfahren lassen. Er ngte die Einführung der Einkommensteuer und schlug ein dement vor, welches den Zweck hat, die durch Anstalten

Hand, welche durch das Gesetz anerkannt worden, erworbenen

mit einer Steuer von 4 pCt. vom Miethwerthe zu belasten. Minister verlangte die Ueberweisung dieses Amendements an bectonen. Er bekämpfte das System der kleinen, mehr oder er praktischen und constitutionellen Mittel des Herrn Verhaegen, die Art und die Vertheilung der Steuern zu reformiren. em der Minister erklärt hatte, daß er nie seine Mit⸗ g der unpopulairen Einkommensteuer bewilligen würde, und m er schnell die beklagenswerthen Folgen dargelegt hatte, G die in die Fiskalgesetze eingeschalteten Abänderungen für ffentliche Ruhe nach sich ziehen können, zeigte er an, daß Hernstlich mit der Frage der „Versicherungen durch den Staat“ tige. „Diese wichtige Neuerung“, sagt er, „wird dem Schatze nd sehr bedeutende Hülfsmittel schaffen, und ich hoffe sehr, daß ession von 1847—48 nicht ablaufen werde, ohne daß es der ung gelinge, diese Idee in die Praxis übergehen zu machen.“

Ninister erklärte hierauf, daß, da die Versicherungen durch den für das öffentliche Einkommen neue Hülfsmittel eröffnen, die r bemittelten Klassen der Gesellschaft von einem Theile gsten, die sie drücken, befreit werden könnten, und ine große Reform im Sinne des Heerrn Verhaegen,

heißt, eine für die weniger Reichen der Steuerpflichtigen

e Reform, das Resultat der Annahme dieser großen Maßregel

önne. Nach drei Repliken der Herren Osy, Verhaegen und wurde die Diskussion auf die nächste Sitzung vertagt. Vor⸗ war die Kammer kaum vollzählig; die allgemeine Diskussion zudgets der Staats⸗Einnahmen, die an diesem Tage geschlossen sollte, mußte daher auf heute vertagt werden. Herr de

; benutzte diese Stille, um den Verhaegenschen Antrag auf rung der geistlichen Stifte (todte Hand) mit 4 pCt. zu be⸗ n. Aus Mangel an der nöthigen Stimmenzahl konnte jedoch bgestimmt werden. dach der Independance ist die vom Constitutionnel ver⸗ aNachricht von der baldigen Abreise des Königs der Belgier ris unwahr. lach der neuesten Zählung beträgt die Bevölkerung von Brüssel inschluß der Garmson von 3057 Mann überhaupt 124,781

16141“1“““ . 1 2000 Centnern Mais, welche die eng angekauft, ist bereits ein Theil angelangt, und dasselbe soll rmeinden und wohlthätigen Privat⸗Vereinen um den Einkaufs⸗ hebndfolgt werden, ein Theil davon aber soll, um dem Mais ikum Eingang zu verschaffen, den Salzauswägern zugestellt as G dasselbe im Detail zu demselben Preise zu verkaufen. 5 etraide ist, da nun die Rhone wieder gestiegen, von Ar⸗ eaen und wird mit nächstem hier ankommen. 8 Dezember beschloß der Volks⸗Verein in zahlreicher Ver⸗ 8e nach lebhafter Diskussion, eine Vorstellung an den g8⸗Rath zu erlassen und folgende Wünsche an denselben zu

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anton Bern. Von den

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richten: 1) Er möchte Vorsorge treffen, daß die von dem Staate angestellten Arbeiter in einer Weise bezahlt werden, daß es ihnen möglich ist, sich und ihre Familien dadurch ehrlich zu ernähren. 2) Er möchte den Grundsatz feststellen und auch durch die unterge⸗ ordneten Beamten in Ansführung bringen lassen, daß, so lange das Ausschließungs⸗System von Seiten der Konservativen (welche vor⸗ zugsweise fonservative Handwerker und Gewerbsleute beschäftigen) dauert, die Arbeiten des Staates ausschließlich an Liberale vergeben werden. e h ehüse

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111“ Kanton Freiburg. Nach dem berner Verfassungs⸗ freund sind nunmehr die Verkehrs⸗Verhältnisse zwischen Freiburg und Bern beiderseitig wieder hergestellt.

Kanton Basel. Die Baseler Zeitung enthält Folgen⸗

des: „Seit Anfang dieser Woche haben sich hier Gerüchte verbrei⸗

tet, als ob in Hüningen Artillerie erwartet werde.

So bestimmt uns auch die Behauptung davon zukam,

so enthielten wir uns doch

aus leicht begreiflichen Gründen der ferneren Mittheilung dieser Ge⸗

rüchte in unserem Blatte. Wir können nun auch aus wohlunterrich⸗ teter Quelle versichern, daß an jenen Gerüchten nichts Wahres ist. Seit unserer letzten Mittheilung sind die damals gemeldeten Dis⸗ locationen wirklich vollzogen worden; in Hüningen liegen gegenwär⸗ sig 650 Mann Kavallerie und Infanterie und in St. Louis 50 Mann. Daß Artillerie angesagt sei, ist durchaus ungegründet, eben so weiß man nichts davon, daß ein Chef de Génie militaire erwartet werde.“

8 Italien.

Rom, 28. Nov. (A. Z.) Heute, eine Stunde nach Mittag, fuhr Se. Königl. Hoheit der Kronprinz von Bayern von der Villa Malta, begleitet von dem Grafen von Spaur, außerordentlichem Gesandten und bevollmächtigtem Minister Sr. Majestät des Königs von Bayern beim heiligen Stuhl, so wie von dem Gesolge, in mehreren Gallawagen nach dem Quirinal. Hier wurde der Prinz mit allen seinem hohen Stande zukommenden Ehrenbezeigungen empfangen und von dem heiligen Vater in einer feierlichen Audienz begrüßt. Nachdem sich der Papst längere Zeit mit dem Kronprinzen unterhalten hatte, wur⸗ den die Herren des Gefolges Sr. Heiligkeit durch den Grafen von Spaur vorgestellt. Der Kronprinz hat mehrere Künstler mit seinem Besuch in ihren Ateliers beehrt und die nöthigen Anordnungen er⸗ lassen, damtt die Statue Konradin's von Schwaben, von Thorwaldsen modellirt und durch den bayerischen Bildhauer Schöpf ausgeführt, im nächsten Sommer in Neapel aufgestellt werden kann.

Durch ein Kreisschreiben des Mons. Bofondi erfährt man, daß er von der Regierung als außerordentlicher Prolegat für die Lega⸗ tion Ravenna ernannt worden ist. Nach Briefen aus jener Stadt ward diese Ernennung von den Bewohnern mit Beifall aufgenommen, zumal dieser Prälat in seinem Schreiben sich ganz im Geiste der jetzigen Regierung ausspricht.

Bei dem Besuch des Kaisers von Rußland in Rom traf Se. Maäjestät in der Sakristei der Kirche S. Pietro in Vincoli ein Ge⸗ mälde, welches ihn sehr ansprach. Die Geistlichkeit des Klosters glaubte dem Kaiser eine Freude zu machen, wenn sie dasselbe als Geschenk nach seiner Wohnung schickte. Der Kaiser nahm es freund⸗ lich auf und hat jetzt als Gegengabe eine Monstranz von gediege⸗ nem Golde, mit Brillanten und anderen Edelsteinen reich besetzt, aus St. Petersburg an die hiesige russische Gesandtschaft für jenes Klo⸗ ster geschikkt. 1““

Paris, 6. Dez. Wir haben Nachrichten von der catalo⸗ nischen Gränze bis zum 2. Dezember. Das solgende Schreiben schil⸗ dert den Zustand der Dinge in jener Provinz mit günstigeren Far⸗ ben, als die bisherigen Nachrichten ihn darstellten. Daffelbe sagt: „Tie Gerüchte, welche man in Umlauf setzt über das Vorhandensein bewaffneter Banden, werden in den Wirthshäusern, auf allen Stra⸗ ßen von Leuten ausgestreut, deren Absichten dabei nicht zweiselhaft sind. Diese Gerüchte, wiederholt und kommentirt von den Reisenden, gewinnen einen gewissen Bestand und können bei denjenigen, welche die Dinge nicht an Ort und Stelle selbst mit eigenen Augen sehen können, den Glauben veranlassen, sie seien nicht ohne Grund. Indeß glaube ich Ihnen heute (2. Dezember) versichern zu können, daß Ca⸗ talonien vollkommen ruhig ist. Die Provinzen Arragonien und Va⸗ lencia sind, den mir von dort zugegangenen Nachrichten zufolge, in demselben Zustande. Die karlistischen Flüchtlinge, welche sich dort, wie in Catalonien, gesammelt hatten, waren gezwungen, eiligst wie⸗ der auseinanderzugehen, als sie sahen, wie wenig Sympathieen sie bei der Bevölkerung fanden. Wenn es Banden giebt, so befinden sich dieselben in den Gebirgen. Dort halten sie sich so sehr versteckt, daß die Behörden des Landes sogar ihr Vorhandensein in Abrede stellen und die Verbindungen bis jetzt so sicher sind, als irgend je⸗ mals. Der General⸗Kommandant der Provinz Gerona hat einen Bericht vom 26. November veröffentlicht, aus welchem hervorgeht, daß eine Bande von Uebelthätern (unter dieser Bezeichnung suchen alle offiziellen Berichte das Vorhandensein der karlistischen Guerilla⸗ banden zu verhehlen), nachdem sie am 22sten angegrissen worden war, sich zerstreut hat; daß man trotz der sorgfältigsten Nachsuchungen die Spuren derselben nicht wieder aufzusinden vermochte, und daß anzu⸗ nehmen ist, daß sie, von der Nacht begünstigt, den Ter (einen klei⸗ nen Bergstrom) überschreiten und sich ins Gebirge werfen konnte.“

Alle anderen Berichte lauten keinesweges so beruhigend; sie mel⸗ den vielmehr, daß die Banden in beträchtlicher Stärke in den Gebir⸗ gen sich halten, weil die strenge Jahreszeit sie für jetzt am Auftreten im offenen Felde hindert. Diese Angabe ist auch wahrscheinlicher, denn flößten die Banden nicht ernstliche Besorgnisse ein, wie sollte man dann die strengen Bandos des General⸗Kommandanten La Rocha zu Gerona gegen sie erklären?

Durch Briefe aus Madrid vom 30. November Abends erfahre ich, daß eine große Feuersbrunst das ehemalige Hetel des Friedens⸗ fürsten, in welchem jetzt die Ministerien der Justiz, des Krieges und der Marine sich befinden, mit gänzlicher Zerstörung bedroht hat. Das Feuer war etwa um halb 1 Uhr Nachts, nachdem es wahr⸗ scheinlich schon einige Stunden vorher ausgebrochen, durch eine Pa⸗ trouille von Serenos (Nachtwächtern) bemerkt worden; diese machten sogleich Lärm, und von allen Seiten kamen bald Truppen, Gendar⸗ merie, Pompiers und die Behörden an ihrer Spitze herbei, um Hülfe zu leisten. Auch die Minister selbst mit ihren Angestellten erschienen auf dem Platze und wetteiferten in Thätigkeit. Aber so große Ge⸗ walt hatte das Feuer bereits erlangt, als man mit dem Löschen be⸗ gann, daß es, allem Eifer trotzend, die Oberhand zu behalten schien. Die werthvollen Akten und Dokumente des Kriegs⸗Ministeriums konn⸗ ten nicht vor der Zerstörung bewahrt werden, und dieser Flügel des Hotels hat überhaupt am meisten Glücklicher war man mit den Papieren der beiden anderen Ministerien, die größtentheils ge⸗ rettet sind. Bei dem Postschluß am 30sten war das Feuer zwar noch nicht vollständig gelöscht, doch hatte man sich desselben bemei⸗

stert, und man glaubte das Gebäude vor gänzlicher Zerstörung ge⸗

sichert.

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Snis niht ulichu?. dam mpnuttn.- 8 11“

11““

1

82 Vortugal.

8 1111 A Lissabon, 23. Nov.

über Sa da Bandeira, wovon die Nachricht durch das Dampfschiff

„Blasco de Garay“ hierhergelangt ist, hat unter den Chartisten einen

unbeschreiblichen Jubel erregt und ihnen neuen Muth einzeflößt, so

daß sie nun gar nichts mehr von einem Vergleich mit den Insurgen⸗ ten hören wollen. Doch darüber unten Näheres. Der Marschall Saldanha steht indessen nach wie vor in der nämlichen Stellung vor Santarem, die Verstärkungen erwartend, welche ihm von hier aus zugeführt werden sollen, und die, auf einige Taunsend Mann ange schlagen, unter Aufsicht des Königs Ferdinand selbst eingeübt wurden Graf das Antas soll 12 Contos de Reis durch die Junta von Porto erbalten haben, Insurgenten abgeholfen wäre, dieser Nachricht dahingestellt. Man sagt auch, der Baron d Almargen sei mit Infanterie und sechs Stücken Geschüt zur Verstärkung des Grasfen das Antas in Santarem eingerückt. Da man aber das 15te Infanterie⸗Regiment darunter nennt, welches von

die

doch lasse ich

wodurch dem dringendsten Bedarf der Wahrheit

1 3

Sa da Bandeira zu Baron Casal bei Chaves übergegangen ist, so

ist dieser Nachricht nicht viel Glauben beizumessen.

1 Dagegen schei⸗ nen Graf Bomfim und General Celestino wirklich mit das?

vereinigt zu haben, und man versichert, General Schwalbach sei von der Regierung getadelt worden, daß er beide Generale habe durch⸗ kommen lassen, indem er den ihm bezeichneten Punkt, von wo aus

er diese Vereinigung hätte verhindern können, zu besetzen unterließ. Jetzt soll er Befehl haben, gegen den Tajo sich zu wenden und zum Haupt⸗Quartier des Marschalls Saldanha zu stoßen, um dann gemeinschaftlich mit diesem den Angriff auf Santarem zu unternehmen. Man glaubt zu diesem jetzt um so eher schreiten zu können, als Graf das Antas von Porto her keine weitere Hülfe zu erwarten hat. Mit den von hier aus dem Mar⸗ schall bestimmten Verstärkungen und den Truppen Schwalbach's dürfte das Corps der Königin vor Santarem etwa auf 10,000 Mann sich belaufen, darunter etwa 1200 zu Pferde. Die Provinzen unmittel⸗ bar im Norden und Süden des Tajo werden von einigen kleinen 1ia der Königin durchzogen, um sie von den Guerillas zu äubern. rillas auch miguelistische unter Führung eines gewissen Maedonald sich herumzutreiben, die schon mit jenen, wie mit den Truppen und Gue⸗ rillas der Königin, einige kleine Gefechte bestanden haben. Kurz,

Der Sieg des Barons do Casal

ntas sich

Im Norden scheinen außer den septembristschen Gue-⸗

die Anarchie ist in den Provinzen vollkommen, und es wird schwer 4

halten, in dieses Chaos wieder Ordnung zu bringen. Noch immer spricht man von der Konferenz, welche der englische

Oberst Wylde mit der Königin gehabt hat. Diese soll ihm erklärt

haben, glücklicherweise sei der Augenblick noch nicht gekommen, wo es

nöthig wäre, auf die von ihm berührten Fragen (Vergleich mit das Antas, Anerbieten eines Asyls auf der englischen Flotte und in Eng-

land selbst für die Königin und ihre Familie im äußersten Falle) wei⸗ ter einzugehen. structionen, auf beiden Seiten zu einem Vergleich zu rathen, aber keine Vollmacht, dafür selbst als Unterhändler zu dienen. Zu Sanu⸗ tarem soll ihm der frühere Minister Mousinho do Albuquerque auf

Manche versichern jetzt, der Oberst habe nur In-

die Frage, welches Ministerium derselbe wünsche, geantwortet haben:

„Seine Partei werde sich blos mit den Männern begnügen, welche die Junta von Porto vorschlagen würde.“ Auf eine direktere Weise könnte man die Autorität der Königin sicher nicht angreifen. Inzwischen erläßt die Junta von Porto, welche anfangs den Namen der Königin an⸗ rief und vorgab, es sei der Königin von den Chartisten nur Gewalt angethan worden, nun Dekrete in ihrer eigenen souverainen Autori⸗ tät, so daß wir also gewissermaßen faktisch zwei Dynastieen in Por⸗ tugal haben, eine, die des Hauses Braganza, repräsentirt durch die Königin Donna Maria, und die andere des Herrn Jose Silva Pas⸗ sos und seiner Kollegen in der Junta, nicht zu sprechen von den Mit⸗ gliedern der Junta von Coimbra und dem Namen, welchen die migue⸗

listischen Guerillas anrufen. Kein Theil scheint noch zum Nachgeben geneigt, und wenn man nicht endlich von der einen oder anderen Seite aus der Unthätigkeit heraustritt, in welcher die Haupt⸗Corps

in und vor Santarem sich verhalten, so weiß Niemand, wann dieser ungeachtet der durch Baron

Zustand der Verwirrung enden wird, Casal im Norden erlangten Vortheile.

Am 2lsten hat der König mit dem Kronprinzen Dom Pebro de 1

Alcantara und dem Prinzen Luis Felipe auf dem englischen Admiral⸗

schiffe „Hibernia“ einen Besuch gemacht, auf welchem er von dem eng⸗

lischen Admiral Parker und dessen Stab empfangen wurde. Von

allen im Tajo vor Anker liegenden Kriegsschiffen begrüßten Geschütz⸗

F den König und die Prinzen bei ihrer Ankunft und bei ihrem gange.

Lissabon ist vollkommen ruhig und voll Hoffnung auf den Sieg

der Königin seit dem Triumphe des Barons Casal.

8 *

Handels- und Börsen⸗-Nachrichten. Berlin, 10. Dez. An heutiger Börse fanden mehrfache Schwan⸗ kungen statt; anfangs sehr animirt, trat eine Reaction ein, wodurch die Course einen Rückgang von circa 1 % erfuhren, später und zum Schluß war wieder Alles sehr begehrt und steigend. as E ien I1182. I

Pr. Brief. Seld.] Gem.

88 ½ 87 ½

91 ½ 100 ½ 99 ½

Pr. Cour. Beief.] Geld.

271

Fonds.

Aectien.

St. Schald-Sch. ¼ Prämien-Scheine d. Seeh. à 50 T. Kur- u. Neumärk. Schuldverschr.] Berliner Stadt- Obligationen Westpr. Pfandbr.]8 Grossb. Pos. do. do. do. Ostpr. Pfandbe. Pomm. do. 8 Kur- u. Neum. do. Schlesiseche do. 2 do. v. Staatg. Lt B.

Brl. Potsd. Magdb. do. Obl. Lit. A. B. do. Prior. Oblig. Mgd. Lpz. Eisenb. do. do. Prior. Obl. rl. Anh. abgest. do. de. Prior. Obl. Düss. Elb. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Rhein. Kisenb. x [do. do. Prior. Obl. do. v. Staat garant. O b.-Schles. E. L A do. Prior. do. Lt. B. .-St. B. Lt. A. u. B. Magd.-Halbst. Eb. Br.-Schw.-Frb. E. Qdo. do. Prior. Obl. 2 nomp-Kölner Bob. Niedersch. Mk. v. e. do. Prioritöt do, Priorität Fd.-MHrk. Zwgb. * do. Prioritüt Wilh.-B. (C.-O.) Berlin-Hamburger

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Gold al marco. Friedrichad'or. And. Gldm. à 5 Tb. Dieceonto.

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