1846 / 347 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Bekanntmachungen.

771] Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 29. August 1846. Das in der Deßauerstraße sub Nr. 12 belegene, Vol. 29. No. 1894 des stadtgerichtlichen Hypothekenbuchs von den Umgebungen verzeichnete Kausmann Bandow⸗ sche Grundstück, gerichtlich abgeschätzt zu 14,778 Thlr. 7 Sgr. 7 ½ Pf. soll am 7. April 1847, Vormittags 11 Uhr, n der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.

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gemeine

[770] Proclama.

Das im hiesigen Landräthlichen Kreise belegene und den Gutsbesitzer Theodor und Franciska Kophammel⸗ schen Eheleuten gehörige Erbpachts⸗Vorwerk Leßnau, auf welchem ein TCanon von 120 Thlr. 10 Sgr. haftet,

und welches zufolge der nebst Hopothekenschein in un-

serem I. Büreau einzusehenden Taxe nach Abzug des Canons zu 5 Prozent veranschlagt auf 6300 Thlr. 7 Sgr. 6 Pf. und zu 4 Prozent veranschlagt anf 8558 Thlr. 3 Sgr. 9 Pf. abgeschätzt ist, soll am 29. April 1847, Vormitt. 10 Uhr, an ordentlicher Gerichtsstelle subhastirt werden. Neustadt, den 11. August 1846. Königl. Landgericht als Patrimonialgericht von Leßnau.

[937 b]

Berlin⸗Hamburger Eisenbahn.

Vom 15. Dezember an werden die regelmäßigen Züge auf der Berlin⸗Hambur⸗

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Hausgeführt werden.

A. Personen⸗

ger Eisenbahn nach folgendem

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und Zwischen⸗Züge.

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Zwischenzug von Berlin nach Wittenberge. von Wittenberge nach Hamburg.

Personenzug nach Hamburg.

Zwischenzug von Hamburg nach Wittenberge. von Wittenberge nach Berlin.

Richtung von Hamburg.

Personenzug na

Berlin.

nach Wittenberge

3 ¼ Nachm.

von Berlin 8 ½ Morg. Spandau 8 » 3 9 4 ¼ 10 5 10 ½ » 5 ½ 10 ¼ » 5 ½ 11 ½ » 6 ½ » 11 ½ » 6 ¾R Abends Ankunft in Witten⸗ berge 7 ¼ Uhr Abds. nach Hamburg. Wittenberge. 12 Mittg. 6 Morg. Grabow 1 ½ Nchm. Ludwigslust.... Hagenow Brahlsdorf Boitzenburg Büchen 5 Schwarzenbeck.. Friedrichsruh.. Reinbeck Vergedorf Ankunft in Hamburg.

Neustadt a. d. D. Zernitz

Glöwen Wilsnack

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nach Wittenberge 2 ½ Nachm.

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Abgang von Hamburg

» Bergedorf

» Reinbeck

» Friedrichsruh...

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Büchen

» Boitzenburg...

» Brahlsdorf....

» Hagenow Ludwigslust J10 ¾ Grabow 3

in Witten⸗

Uhr Abds.

Berlin * Morg.

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Wittenberge. 12 ¼ Mittg. 12 »

Wilsnack Nachm.

Neustadt a. d. D. Friesack Nauen Spandau Ankunft

in Berlin

B.

Außer vorstehenden Zügen wird späterhin vorläufig noch ein Güterzug von beiden Endpunkten eingerichtet wer⸗

den, Abend desselben Tages resp. in

welcher von Berlin um 6 Uhr Morgens und von Hamburg um 7 ½ Uhr Morgens abgehen und am Hamburg und Berlin eintreffen wird. Mit den Personenzügen werden nur Eilgüter, Equipagen und Pferde

zu dem erhöhten Tarif befördert.

Bei den Zwischenzügen findet außer der Personen⸗Beförderung in allen drei Wagenklassen auch die Mitnahme

on Gütern und Vieh⸗Transvorten zu niedrigen

Preisen statt. Die Güterzüge sind ausschließlich nur zum Trans⸗

port von Gütern und Vieh bestimmt, ohne Beforderung von Personen. Etwaige Extra⸗oder Lokalzüge werden an den benreffenden Orten besonders bekannt gemacht werden.

Berlin und Hamburg, im Dezember 1846.

Die Direction der

Berlin⸗ Hamburger Eisenbahn-Gesellschaft.

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Vom 15ten d. Mts. an findet der Billet⸗Verkauf

Mund die Annahme des Reisege⸗ 8 Bpäcks auf unserem Berliner Bahn⸗ hofe in dem dort neu errichteten Expeditions⸗ Gebäude, linker Hand vom Eingange zum Bahnhofe, statt. Potsdam, den 12. Dezember 1846. Das Direktorium

er Berlin⸗Potsdam⸗Magdeburger Eisenbahn⸗ v’—“ʒ

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Berlin⸗Stettiner Eisenbahn. g22 Wir bringen hierdurch

zur Kenntniß des bethei⸗ ligten Publikums, daß die

Auszahlung der am 1. Ja⸗

gen Zinsen auf unsere Actien mit 4 Thlr. für die Voll⸗Actie und mit 2 Thlr. für die Halb⸗Actie, ge⸗ gen Einlösung des Zins⸗ und Dividendenscheins Nr. 7, hier bei unserer Hauptkasse vom 2. Januar f. ab, und in Berlin auf unserem Bahnhofe vom 12. bis inel. 14. Januar f., Vormittags von 9 bis 12 Uhr, erfel⸗ gen wird. Stettin, den 8. Dezember 1846. Das Direktorium. Witte. Kutscher. Rhades.

1923 bd

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22=5.739, Lnh

berschlesische Eisenbahn.

In der am 25sten d. Mts. abgehalte⸗ nen General⸗Ver⸗ sammlung ist beschlos⸗ sen worden, die zur Ver⸗ vollständigung des Gesellschaftsfonds eaeemn. 2 zu besga fende V8ESNV Thlr. dur usgabe EEEN 3231 ˙84242 Stamm⸗Actien Litt. A. aufzubringen und hierbei die Inhaber sämmtlicher Stamm⸗Actien

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76ö 8 7.

vorzugsweise in gleichem Verhältnisse zu be⸗

theiligen.

Da nun dei gleichmäßiger Repartition der Inhaber

von je fünf Actien berechtigt sein wird, eine neue Actie zu übernehmen, und in gleichem Ver⸗ hältnisse von fünf Actien zu Einer die Betheiligung

fortschreitet, so fordern wir die Inhaber von

mindestens fünf Oberschlesischen

Stamm⸗Actien aef⸗

1) in unserer Central⸗Kasse vom 7. bis 18. Dezember« inel, von Morgens 9

is 1 uhr (Sonntags ausgenommen), sich

zu erklären, in wie weit sie von der gedachten Berechtigung Gebrauch machen wollen;

2) dabei gleichzeitig ihre Actien unter Bei⸗

fügung eines Verzeichnisses derselben

2 zu produziren und Zehn pro Cent des von ihnen zuübernehmenden Actien⸗ Betrages gegen Quittung unseres Haupt⸗ Rendanten einzuzahlen und 3) sofort die präsentirten, mit dem Stempel

5 7 2 . „abgestempelt Dezember 1846 versehenen Actien zurückzuempfangen.

Sobald die Allerhöchste Genehmigung zu der Aus⸗ gabe dieser Actien ertheilt und die Beschaffung der Be⸗ darfssumme auf dem vorbezeichneten Wege gesichert sein wird, werden wir dies den Herren Actionairen zur Kenntniß bringen.

Es werden sodann die erlegten Zehn pro Cent als erste Theil⸗Einzahlung auf die übernommenen Actien erachtet und weiter bestimmt werden, an welchen Zeit⸗ punkten im Laufe des solgenden Jahres die ferneren Einzahlungen erfolgen sollen.

Die e. von Stamm⸗Actien, welche sich in der oben bestimmten präklusivischen Frist nicht erklären, kön⸗ nen später von der Berechtigung jener vorzugsweisen Betheiligung keinen Gebrauch machen.

Breslau, den 27. November 1846.

Der Verwaltungs⸗Rath der Oberschlesischen Eisenbahn⸗ Gesellschaft.

baav Rheinische Eisenbahn.

Dem uns von mehreren Inha⸗ 2 bern Rheinischer Prio⸗ —— ritäts⸗Actien geäußerten Wun⸗

—. sche, daß es ihnen gestattet sein möge, mit der am 15ten d. M. einzuzahlenden 7ten Rate à 10 % zugleich die noch ferner resti⸗

1472

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ständigen Actien⸗Dokumente in Empfang zu nehmen, entsprechend, bemerken wir für diejenigen, welche hier⸗ von Gebrauch machen wollen, daß bei Einzahlung der restirenden 40 % = 100 Thlr. pro Actie, außer den in unserer Bekanntmachung vom 3ten v. M. erwähnten ratirlichen Zinsen für die sechs ersten Ratenzahlungen ad 5 Thlr. 6 Sgr. 3 Pf., auch noch die Zinsen vom 15ten bis 31sten d. M. für die vollen Actien⸗Beträge mit 12 Sgr. 6 Pf. pro Actie in Abzug zu bringen sind, weil die auszugebenden Prioritäts⸗ Aclien mit Zins⸗ Coupons vom 1. Januar 1847 ab versehen sein werden.

Es sind demnach für die letzten 40 ͤ pro Actie 94 Thlr. 11 Sgr. 3 Pf. einzuzahlen.

Die in unserer erwähnten Bekanntmachung vom 3ten v. M. namhaft gemachten Banthäuaser werden diese Einzahlungen gegen Interims⸗Quittungen in Empfang nehmen, welche demnächst gegen die von uns vollzoge⸗ nen Actien⸗Dokumente ausgetauscht werden.

Köln, den 2. Dezember 1846. 1.“

Die Direction.

[872 b Loeba

Es wird hierdurch die

mit zehn Thaler auf jede Actie der Loe⸗ bau⸗Zittauer Eisenbahn

zu leistene achte Einzahlung

ausgeschrieben. Dieselbe ist den 29., 30., 31. Dezember d. J.,

von früh 9 bis Mittags 12 Uhr und von 2 bis Abends 5 Uhr, allhier zu Zittau in dem Büreau der Loebau⸗ Zittauer Eisenbahn⸗Gesellschaft unter Rückgabe der vom 15. Oktober 1846 datirten Interims⸗Actien der sieben⸗ ten Einzahlung, gegen welche neue auf die sodann ein⸗ geschossenen 80 Thaler lautende dergleichen ausgegeben werden, mit

9 Thlr. 12 ½ Sgr. baar und 17 ½ » durch Zurechnung zwei und ein⸗ halbmonatlicher, nach §. 17. der Statuten vom 15. Ok⸗ tober 1846 erhebenden Zinsen von den eingezahlten 70 Thalern zu gewähren.

Diejenigen Herren Actionaire, welche die Einzahlung bis zu obigem Schluß⸗Termin (den 31. Dezember a. c, Nachmittags 5 Uhr) allhier nicht geleistet haben, ver⸗ fallen in die §. 15. der Statuten festgesetzte Strafe von 10 % der Einzahlungssumme, von 1 Thlr.

Um den auswärtigen Herren Actionairen eine Erleich⸗ terung zu gewähren, kann die achte Einzahlung auch

den 16., 17., 18. Dezember 1846

in Leipzig bei den Herren Vetter & Co.,

in Dresden bei den Herren George Meusel & Co.,

in Berlin bei den Herren A. H. Heymann K& Co.,

—— 22

welche von uns zur Ausstellung von Interims⸗Quit⸗

tungen ermächtigt sind, gegen deren Rückgabe an den

Orten, wo die Zahlung erfolgt ist, die neuen Actien in

den Tagen vom . 28., 29. und 30. Dezember 1846

ausgehändigt werden sollen, geleistet werden. Zittau, am 12. November 1846. I1 8 G Direiitorium— ddeer Loebau⸗Zittauer Eisenbahn⸗Gesellschast. I v. Nostitz, V. Helfft.

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lusstellung des Vereins zur Verpflegung armer Wöchne⸗

55 b 8 üütiü rinnen.

Der Nachricht, daß der Verkauf zum Besten armer Wöchnerinnen noch bis zum 16. Dezember, Wilhelmsstr. 73, geöffnet bleibt, fügen wir die drin⸗ gende Bitte um zahlreichen Besuch und reichlichen Ankauf hinzu und richten sie vertrauensvoll an die im⸗ mer unermüdliche Wohlthätigkeit unserer Mitbürger.

Der Vorstand des Vereins zur Verpflegung armer

Wöchnerinnen.

[772] . Von dem unterzeichneten Königl. Justizamte ist zu dem Vermögen 1) des Maurermeister Johann Gottlob Walz zu Dresden,

2) des Hausbesitzers und Viltualienhändlers Carl Wilhelm Felsch zu Dresden,

3) des Bandhändlers Ernst Gustav Eduard Dietrich zu Dresden,

4) des Kanfmanns Johann Gottlob Krüger allda,

5) des Fleischhauermeisters und Bürgers zu Dresden, auch Weinbergbesitzers in den Wachenbergen, Frie⸗ drich Wilhelm Angermann,

der Konkursprozeß eröffnet worden.

Demnach werden alle bekannte und unbekannte Gläu⸗ biger der sub 1 bis mit 5 vorgenannten Personen hier⸗ mit peremtorisch und bei Verlust der etwanigen Rechts⸗ wohlthat der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand unter der Verwarnung, daß sie außerdem mit ihren An⸗ spüchen an die betreffenden Konkursmassen von diesen werden ausgeschlossen werden,

den 25. Februar 1847

zu rechter Gerichtszeit an hiesiger Amtsstelle zu, erschei⸗ nen, ihre Forderungen gehörig anzumelden und zu be⸗ scheinigen, da nöthig, diesfalls mit dem betreffenden Konkurs⸗Vertreter und der Priorität halber unter sich zu verfahren, sodann

den 20. Mai 1847 des Aktenschlusses und

den 22. Mai 1847 der für den bis Mittags 12 Uhr Außenbleibenden für eschehen zu achtenden Publication eines Präklusivbe⸗ scheides gewärtig zu sein, hiernächst

ad 1. den 8. Juni 1847

2. den 12. Juni 1847,

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Vormittags 10 Uhr, zu gütlichem Verhöre fernerweit an hiesiger Amtostelle zu erscheinen, wobei diejenigen, welche

nicht erscheinen, oder über den etwa abzuschließenden Vergleich nicht oder nicht bestimmt sich erklären, für bei⸗

renden 30 P einzuzahlen und dagegen die voll⸗

8 v r Eisenbahn.

stimmend werden erachtet werden, endlich abet terbleibendem Vergleiche den 10. August 1847

zu Eröffnung eines Locations⸗Erkenntnisses, wa den bis Mittags 12 Uhr Außenbleibenden für angeschen werden würde, sich wieder an Amtestt zufinden.

Auswärtige Betheiligte haben hierorts wohnhase walter mit gerichtlicher Vollmacht zu versehen.

Königl. Sächs. Justizamt Dresden, 1ste Abß am 16. August 1846. BI

Literarische Anzeigen

Durch alle Buchhandlungen ist zu bezieche, .. 3 . Hymnen für Kinder Nach dem Englischen von Thekla von Gumpert. Illustrirt ö von 2 Ludwig Richter. Die Hymnen.

[1076]

kreise und führen den empfänglichen Sinn a kenntniß und Verehrung des Göttlichen in und in der Natur. Aeltern und Erziehn g dem Frl. v. Gumpert, welche diese Homm der 13ten Auflage des englischen Origie sinniger Sprache bearbeitet, so wie dem ôn sor Richter, der das Büchlein mit den stz Bildern geziert hat, ihren Dank nicht versaga Verleger aber freut sich, der Kinderwelt ein so wahrhafttreffliches und segen gendes Büchlein übergeben zu können. Berlin, den 11. Dezember 1846. Alerxander Königl. Hofbuchhändle

Die Buch- und Kunsthandle von E. H. Schroedyen,

[1077] Unter den Linden 23, empfiehlt zum bevorstthmd Feste ihr reiches Lager vond chern, die zu Geschenken geül sind, illustrirte Werke, die; schen und ausländischen k schen Schriften in hübschegt sauber gebundenen Ausg Bücher füuüͤr die Jugend jt Alters ꝛc.; deutsche, französ und englische Kupferstiche ren Einrahmung schnellt geschmackvoll besorgt ni Ansichten, Album-Blättern sie hofft, jeden Auftrag zuc friedenheit der sie Beehm 19

[1079]

Eylert's Charakteristik Friedrit helm's III., jetzt vollständig in 3 Theiln, 7 ½ Thlr. fortwährend zu haben bei

F. Dümmler, eimen

Das hohe Lied [1078]

von FTitus Ulrich. Dieses 1 Der üj hr N te Gedio- wird als passendes Fest 8 Gesch

für Gebildete mit Recht bestens emplobd⸗ 22 Bogen. 8. brosch. 1 Thlr. T, Trautweinsche Buchhandlung (J. bas

Preitestralse No. 5

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[964 b] M u 2 i k.

Das grosse Vokal- und Instrumen zert des Komponisten F. Hierony musg sindet Sonnabend den 19ten d. Mts., Aben im Saale des Königl. Schauspielhauses sun⸗

Mdm. Viardot-Garcia, Seüora dey- der Violin-Virtuose Herr Ernst. Sängerin Frl. Brexendorff, die K Herren Kraus und Krause, die 69ℳ glieder des Cäcilien- Gesangveren- Gr. Orchester unterstützen den Konvzerl

Das vollständ. Programm bringen Leg Zeitungen. Numerirte Billets à 1 8 in der Musikhandlg. der Herren Bote Jägerstr. 42, zu haben. 8

NB. Bereits gekaufte Billets bittet solche, zum Konzertsaal des Schauspie gültige, auswechseln zu lassen.

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die den Kindern hier gebtenh den, bewegen sich in dem kindlichen Ansceashg

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Abonnement beträgt. 2 hthlr. für ¼ Jahr. 4 Rthlr. ¾ Jahr. 8 thlr. 1 Jahr. len Theilen der Monarchie ohne Preis-Erhöhung. 88 ertions-Gebühr sür den einer Zeile des All. Anzeigers 2 Sgr. 8

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Alle pof -Anstalten des In⸗ und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Blatt an, für Berlin die Expedition der Allg. Preuß. Zeitung: Friedrichsstraß e Nr. 72.

88⸗ Provinz Westphalen. erwählten Bischof.

Biographische Notizen über den tsche Bundesstaaten. Königreich Bayern. Erllärung des ersten von Parseval. Königreich Hannover. Stände⸗Ver⸗ mlung. Feuersbrunst. Kurfürstenthum Hessen. Amtliches r die diesjährige Aerndte in Kurhessen. Freie Stadt Frank⸗ 1. Der Königl. preußische Gesandte nach Frankfurt zurückgekehrt. eie Stadt Hamburg. Die Schifffahrt durch Eisgang erschwert. Frand und Polen. Warschau. Truppen⸗Parade vor den Groß⸗

en. kreich. Paris. Guizot’'s Protest in Betreff Krakau’s. Lösegeld Abd el Kader für die französischen Gesangenen. Diesjährige Ge⸗ de⸗Einfüuhr. Die Lage der Bank. Arbeiter⸗Verhaftungen in bn. Quarantaine für sranzösische Schiffe in Gibraltar. Truppen⸗ schiffung nach den Antillen. Vermischtes. ßbritanien und Irland. London. Verstärkung des Heeres. rsuch zur Ausgleichung der Spaltung in. der Repralpartei. O'Con⸗ l über die Lage Irlands. Herabsetzung der Therzölle. Ver⸗ chtes. gien. Brüssel. Annahme des Budgets der Mittel und Wege und 8 Geset⸗Entwurss über das Avancement der Königlichen Prinzen. emark. Stände⸗Verhandlungen. weiz. Kanton? asel. Verhandlungen des Großen Rathes und 8 Verfassungs⸗Kommission. Kanton Wallis. Verhandlungen 8s Großen Rathes. ien. Rom. Herabsetzung der Getraidezoll⸗Skala. ekei. Agram. Der Aufstand in Bosnien. ““ riko. London. Untbätigkeit des amerikanischen Geschwaders. nlanä's Rüstungen gegen General Taylor. Kriegerische Stimmung Mexiko. senbahnen. Sächsisch⸗Böhmische Bahn. Berlin⸗Hamburger Bahn. dels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Berlin. Bötse.

gsstädtisches Theater. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Archäolo⸗ sche Gesellschaft. (Winckelmannsfest.) Wallenstein. Schreiben

s Frankfurt a. M. 8 8 8

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. 8 8 Amtlicher Theit. 4 8 Berlin, den 14. Dezember.

.* Majestät der König sind zur Jagd nach Sagan ist. e. Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

Den Legationsrath Dr. Alfred Reumont in den ben.

Se. Königl. Hoheit der Prinz von Preußen ist nach Sa⸗ abgereist. 6u““

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Nichtamtlicher Theil. 8 8 8

Dnland.

„Provinz Westphalen. Der neuerwäblte Bischof von Münster (s. die gestr. Allg. Pr. Ztg.) wurde 1776 zu Freckenhorst, in der Nähe von Münster, geboren. Im Jahre 1800 trat er in das bischöfliche Seminar zu Münster und ward bald nachher Erzie⸗ her der Söhne des Grafen Leopold von Stolberg. Im Jahre 1817 verließ er das Stolbergsche Haus und wurde Pfarrdechant zum heil. Ludgerus in Münster und einige Jahre später Dom⸗Prediger.

b DPeutsche Bundesstaaten. 1 Königreich Bayern. Die Allg. Ztg. enthält folgende,

von München aus ihr zugesandte Erklärung: „Im dritten Bande

von „unsere Gegenwart und Zukunft“, herausgegeben von Karl Bie⸗ dermann, Leipzig 1846, lese ich einen mit den Initialen v. W. unter⸗ zeichneten Aufsatz, in welchem (S. 11) unter Anderem von den in München aus Veranlassung der erböhten Bierpreise stattgehabten Un⸗ ruhen die Rede ist. Er enthält folgende Stelle: „„Als die Küras⸗ siere des Regiments Prinz Karl aussitzen sollten, gehorchte kein einzi⸗ er dem Kommando des Obersten, und nur den persönlichen gütlichen rmahnungen einzelner, wegen ihrer Humanität beliebter Ossiziere ge⸗ lang es, sie dazu zu bewegen. Aber ihr Handeln gegen die alle Brau⸗ häuser demolirenden Volkshaufen war so lässig, und sie standen der Gendarmerie so wenig bei, daß man des Tumultes nur durch völlige Bewilligung der Forderung der Tumultuanten Herr zu werden glaubte.““ Als Oberst des Kürasster⸗Regiments Prinz Karl ist es meine Pflicht, eine solche. Anschuldigung, welche das ganze Regi⸗ ment, Ojsiziere und Soldaten, mit gleicher Entrüstung ersüllt, auf das Entschiedenste zurückzuweisen. Der Herr Verfasser hat offenbar diese Notizen aus unsicherer Quelle geschöpft; denn ich verbürge mit meinem Ehrenwort, daß sie gänzlich unwahr sind. Das Regiment stand vielmehr bei jener Gelegenheit auf das Zeichen des General⸗ marsches sogleich in vollster Bereitschast. Nicht ein Mann hat das Aufsitzen verweigert. Das Handeln des Regiments bei Unter⸗ stütung der Gendarmerie wurde durch Kön iglichen Erlaß, in wel⸗ chem die Allerhöchste Zufriedenheit Sr. Majestät über den bei die⸗ ser Gelegenheit wahrgenommenen trefflichen Geist der Truppen ausgesprochen ist, auf die ehrenvollste Weise gewürdigt. Es bedarf sehin des Beisatzes nicht, daß auch die Bürgerschaft, und na⸗ mentlich die Brauer der Stabt, dem Kürassier⸗Regiment für den ge⸗ leisteten Schutz offenkundigste Beweise ihres Dankes an den Tag ge⸗ legt haben. Dieses zur Steuer der Wahrheit, mit der Aufforderung an den Herrn Verfasser, seine grundlosen Behauptung, welche offenbar beweist, daß weder Herr v. W., noch sein Berichterstatter Augen⸗ zeugen der Sachen waren, auf eine das Regiment vollkommen zufrie⸗ denstellende Weise zu berichtigen. München, den 6. Dezember 1846. 79 Parseval, Oberst⸗Kommandant des Kürassier⸗Regiments Prinz arl.“

Königreich Hannover. In der Sitzung der zweiten Kammer der allgemeinen Stände⸗Versammlung begann die zweite Berathung der Konkurs⸗Prozeß⸗Ordnung, und man gelangte bis zu §. 302 derselben. Am 11. Dezember Abends 7 Uhr kam in Gro⸗

Berlin, Dienstag den 15:er Dezember

nau Feuer aus, welches am folgenden Morgen um 2 Uhr noch nicht gelöscht war. 3

Kurfürstenthum Hessen. Von Seiten der Kurfürstlichen Regierung der Provinz Niederhessen ist nachstehende Bekanntmachung im Provinzial⸗Wochenblatte erschienen:

„Bei der sortwährenden Theuerung der Lebensmittel und bei dem von Vielen befürchteten Herannahen eines öffentlichen Nothstandes wird Folgen des zur allgemeinen Kenntniß gebracht: Alsbald nach Beendigung der dies jährigen Aerndte hat die unterzeichnete Regierung forgfältige Ermittelungen über den Ertrag derselben in der Provinz angestellt und sodann in dem Resultate dieser Ermittelungen gefunden, daß die Aerndte zwar im Allge⸗ meinen als eine mittelmäßige, keinesweges aber als eine Mißärndte er⸗ scheint, und überdies ihr Minderertrag zu einem ziemlichen Theile durch die mehlreichere Qualität vergüset wird, so daß im Allge⸗ meinen ein wirlicher Mangel an Brodfrucht im Lande nicht zu besorgen sein möchte. Was insbesondere die Kartoffel ⸗Aerndte anlangt, so kann man deren Minder⸗Ertrag an sich, so wi auch das an einzelnen wenigen Orten der Provinz und nur isolirt vorge kommene Faulen der Kartoffeln (welches ohnehin schon da, wo es sich ge⸗- zeigt, sosort in Folge der Zuführung von Luft aufgehört hat), durch das erlassene Verbot des Ankaufs der Kartoffeln zum Branntweinbrennen

edeckt halten, da sonst in der Regel die Kartoffel⸗Aerndie nur zm fünften heile zur menschlichen Nahrung, zu vier Fünftheilen dagegen zum Brannt weinbrennen ꝛc. verbraucht wurde. Dieses Faulen der Kartoffeln, über welches so beunruhigende Gerüchte entstanden waren, hat in der hiesigen Provinz (bestehend ans 628 Gemeinden, außer der Residenzstadt nur in folgenden Kreisen stattgefunden: 1) im Kreise Kassel in einer einzigen Gemeinde und auch in dieser nur bei drei Ein⸗ wohnern, 2) im Kreise Eschwege in 14 Gemeinden, und zwar iheilweise in solchen je nur bei wenigen Einwohnern, 3) im Kreise Mel⸗ sungen in 16 Gemeinden, 4) im Kreise Rotenburg in den Gemeinden der Instizämter Rotenburg I. und II., 5) im Kreise Homberg in 6 Gemeinden, 8) im Kreise Witzeuhausen in 16 Gemeinden, 7) im Kreise Frizlar in 2 Gemeinden, 8) im Kreise Wolfhagen in 1 Gemeinde, und zwar hauptsächlich nur an den sogenannten blauen Kartoffeln; das Faulen der⸗ selben ist auch, wie bemerit, beinahe allenthalben, wo es sich gezeigt, schon wieder verschwunden. Sollte indessen wider Erwarten demnächst dennoch ein bedeu⸗ jendes Faulen der Kartoffeln sich zeigen, so darf man doch mit Zuversicht annehmen, daß dem an einzelnen Orten etwa hervortretenden Mangel durch Verwendung der Frucht⸗Einnahhnen der Domanial⸗Verwaltung und der von der Regie⸗ rung besorgten Antäufe von ausländischem Roggen alsbald werde abge · holsen werden können. Bei den außerordentlich starken fortwährenden Zu⸗ fuhren von Ostsee⸗, russischem und amerikanischem Getraide nach deutschen Fruchthandeleplätzen ist auch wohl anzunchmen, daß ein wirklicher Mangel an Provsrucht in Deutschland überhaupt nicht zu besorgen sei. Glaubhaf⸗ ten Nachꝛichten zufolge, sind allein in Bremen im Monat Oktober d. J. an 100,000 Viertel (ein Quan um, welches selbst dann, wenn in unserem Vaterlande in den nächsten drei Monaten alles darin jetzt befindliche Getraide gänzlich aufgezehrt wäre, wohl bis zur nächsten Aerndte für den Bedarf des ganzen Landes hiureichen würde) und in dem abgelaufenen Monat eine gleiche Quantität, namentlich in der verflossenen Wo che allein wieder an 30,000 Viertel überseeischen Roggens umgesetzt worden, und fortwährend werden bedeutende weitere Zufuhren dahin erwartet. Deshalb ist auch zu hoffen, daß die dermalige Theuerung der Brodfrucht nicht von Bestand sein werde. In dei Falle aber, daß diese Hoffnung sich nicht ersüllen würde, wird es, wenn auch der ärmeren Klasse durch die Arbeiten an den Eisen⸗ bahnbauten, so wie durch weiter angeordnete Wegebauten und durch die angeordneten Holzfällungen und Waldkultur⸗Arbeiten, bereits vermehrte Gelegenheit sam Verdienst gegeben ist und weiter gegeben werden wird, angemessen sein, von Seiten der Gemeinde⸗Behörden dafür zu sorgen daß, namenttich in den Städten, das Brod an die ärmeren Einwohner gegen von der Gemeinde⸗Behörde auszustellende Bons, unter den Poltzei⸗

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Königsstädtisches Theater.

alienische Oopern⸗Vorstellung. Zum erstenmal Gazza ladra. Musik von Rossini.

(Den 12. Dezember.)

Nach dem beendigten Gastspiel der Sgra. Viardot⸗Garcia fordert die erste mit den eigenen Kräften der reorganisirten Gesellschaft statt⸗ bte Vorstellung um so mehr zu einer Besprechung auf, als eine unseres ens hier noch nicht von italienischen Sängern gegebene, überhaupt e Zeit vom Repertoir verschwundene Oper zur Ausführung kam. Ob die Wiederaufführung der „Gazza ladra' ein glücklicher Wurf? können die Frage nicht bejahen. Ungeachtit des Reichthums musika⸗ er Schönheiten, die, das Ohr höchst angenehm berührend, aus diesem jedem Werke des italienischen Maestro's entgegentreten, läßt sich nicht n, daß Rossini's Manier nach gerade langweilt. Diese immer erkehrenden Triolen und ellenlangen Crescendos in den Ouvertüren, diese osen Wiederholungen in den Arien und Ensemblestücken, diese ermat⸗ n, langsamen Minelsätze, unzähligen Schlußfälle, Vor⸗ und Zwischenspitle een noshwendigerweise endlich das musikalische Interesse abstumpfen und üdung hervorrufen, der dramatischen Intentionen, welche dadurch im ne erstick werden, nicht zu gedenken. So leidet besonders der erste Alt 5 Rede stehenden Oper an musikalischen Längen, deren Gewicht zu dern auch die Handlung nicht geeignet ist. Letztere, sich um den Einfall send, daß eine Elster einen Löffel stiehlt und dadurch ein Mädchen (die lobte eines reichen Pachtersohnes, die einstige Besitzerin eines Vermö⸗ 8) in den Verdacht des Diebstahls bringt, ist in der Erfindung abge⸗ ackt und unwahrscheinlich zugleich, vermag weder Rührung, noch Lachen eregen und konnte den Komponisten unmöglich zu einer charakteristischen oͤpfung selbst wenn er eine solche beabsichtigt hätte begeistern, so wenig, als sie irgendwie illusorisch auf den; uschauer zu wirken im nederis. Weder Handlung noch Musik flößen mithin ein lebhaftes In⸗ 1de die Vorstellung der Oper unter solchen Umständen, trotz überwie⸗ huter Besetzung, nicht zu erwärmen vermochte, leuchtet ein, obwohl eisungen der Sänger an sich viel Anerkennung fanden. Namentlich e Sgra. Fodor als Nineita ihre Aufgabe mit glänzendem Ersolge. treffliche Sängerin verbindet mit der Lieblichkeit und dem Schmelz acHümm⸗ eine außerordentliche Volubilität, Eigenschasten, die sie zur fführung der gedachten Partie vorzugsweise besähigen. Ihre grazlöse Dau der Musik verdient eben sowohl unbedingie? Lob, als das in auptmomenten recht wirksame Spiel. Sgr. Labocetta stand ihr 8* etto zur Seite. Obgleich die Rolle weder in mustlali⸗ 19. in dramatischer Beziehung von Bedeutung ist, wustte sich der aße ichnete Künstler dennoch durch den seinem Organe in seltenem . inwohnenden Reiz, so wie durch seine musserhaste Gesangs⸗ 8 allgemeine Geltung zu verschaffen. Die hervorsiechen⸗ mente seiner Partie, zum Beispiel die erste Arie, sang

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er meisterlich. Enthusiastische Auszeichnung belohnte die beiderseitigen Lei⸗ stungen. Sgr. Galli gab den lüsternen und rachsüchtigen Oberrichter nach italienischer Manier mit einem Anflug von Komil ein Elrment, das in dem Charakter der Rolle eigentlich nicht enthalten ist, doch, ab⸗ esehen von einigen Uebertreibungen, die mimische Beweglichkeit beireffend, tellte er die Figur recht wirlsam hin. Auch der musikalische Theil sand in seiner krästigen, gewandten Bahstimme würdige Vertretung. Jedenfalls trug Sgr. Galli zur Belebung der ganzen Vorstellung erheblich bei. Sgr. Pignoli reichte für die Partie des Fernando mit seiner zwar an⸗ enehmen, aber wenig umfangreichen Barytonstimme nicht überall aus, ent⸗ schädi te jedoch durch edlen, künstlerischen Vortrag. Daß Sgr. Carozzi jeine bessere Stimme hat, ist schade; in der Darstellung des Pächters befriedigte er seht wohl. Die Pächterin san;⸗ Sgra. Profondo, den Pippo Sgra. Immoda. Beide genügten. Eben so Sgr. Profondo und Sgr. Cardo m ihren untergeordneten Partieen als Jude und Diener. Der Chor detonirte zuweilen etwas auffällig. Dagegen zeichnete sich das Orchester unter Lubin's Leitung aus und spielte besonders die Ouver⸗ türe mit vieler Präzision. Das Ensemble wird sich hoffentlich bei der näch⸗ sten Vorstellung der Oper noch günstiger gestalten, deren Wirkung übrigens durch im eirsten Alte vorzunehmende Kürzungen gewinnen würde.

Winckelmannsfest. 2*

Am 9. Dezember seierte die archäologische Gesellschaft nach

üblicher Sitte zugleich den Gedächtnißtag Winckelmann’'s und ihr eigenes Stiftungsfest. Unter dem Titel: „Das Orakel der Themis“ (das Orakel der Themis. Sechstes Programm zum berliner Winckelmannsfest von Ed. Gerhard. Berlin, 1846. In Kommission bei Besser. 14 S. 4.), ward bei diesem Anlaß ein Programm des Heim Gerhard vertheilt, wel⸗ ches theils über die Feier des Tages, theils und hauptsächlich über das Innenbild einer volcenter Schale im Königlichen Museum zu Berlin sich derbreitet, das Aegeus darstellt, wie er bei Themis auf dem Dreisuß sich Raths erholt. Herr Gerhard gedachte hierauf der auswär⸗ tigen Theilnahme an Winckelmann’s hiesigem Gedächtnißfest, welche durch eine eben eingetroffene Gelegenheitsschrift der Herten Jahn und Schömann zu Greifswald (Peitho, die Göttin der Ueberredung, von O. Jahn. Einladungoschrift zu einem am Heburtstage Winckelmann's von Professor Schömann zu haltenden Vortrag. Greisswald, 1846. 28 S. 8.) ünd durch das ebenfalls aus Rom neuangelangie diesjährigr Denkmäler⸗ heft des archäologischen Instituts sich kund gab. Hieran müpfte sich eine Erinnerung an das von Heirn Gz. im Verein mit den Herren Braun. Cam⸗ pana, Henzen, Secchi und Welcker zu Rom gefrierte vorjährige Winckel⸗ mannssest: es ward angemessen befunden, das vortreffliche Mosaik der Centaurenjagd, welches im Kreise jener römischen Forscher die eiste Würdigung und bewundernde Anerkennung gefunden hatie, bei gleichem

Anlaß auch hiesigen Orts zu erwähnen und in vorliegenden Abbildungen anschaulich zu machen, nachdem durch fürsorgende Behörden ein solches Kunstwerk dem hiesigen Königlichen Museum anheimgefallen, glücklich an⸗ gelangt und vorläufig aufgestellt ist.

Mit Uebergehung anderer Erwerbungen, welche gleichfalls im Laufe des letzten Jahrts den Antikenschatz unserer Hauptstadt bereicherten, ward demnächst nur auf einige Votiv⸗Gegenstande hingewiesen, welche im Original vorlagen und als Wahrzeichen der alten Götterwelt gelten konnten, in deren Bereich weiland Winckelmann sich bewegte: ein Onyr, nach allem Anschein zum Augeneinsatz eines alten Götterbildes geschnitten, eine doppelte Eule, als Minervens, der Griff eines Plektron, als Apollo's Symbol, hauptsächlich aber der im archäologischen Publikum bereits berühmte eherne Heroldstab, der durch Abkunft und Inschrift zugleich ein geschichtliches und geographi⸗ sches Zeugniß der apulischen Stadt Gnathia in sich schließt.

Hierauf las Herr Panofka über des Sophokles enges Verhältniß zum Heilgott und den darauf bezüglichen Namen Dexion, welchen die Athener nach dem Tode dem heroisirten Dichter beilegten, in dessen Heroon vermuthlich der Besuch des Aeskulap bei Sophokles in Relief dargestellt war, während mitten auf dem Giebel dieses Tempelchens eine lyraspielende Sirene auf den Zauber seiner Poesie und zugleich auf das ehrende Bild hinwies, womit Dionpsos selbst den tragischen Dichter bezeichnete, als er im Traum dem Lysander während der Belagerung Athens erschien, für seinen Liebling eine würdige Bestattung zu erwirken. In Bezug hierauf legte der als Gast anwesende Hof⸗Modailleur Pfeuffer die auf Befehl Sr. Majestät des Königs zur Erinnerung an die Aufführung der Antigone von ihm ausgeführte höchst gelungene Denkmünze vor, welche das Bildniß des Dichters mit demselben sinnigen Altribut der Sirene ver⸗ bindet. Es solgte gleichfalls von Henn Panofka die Erklärung eines im Abguß aufgestellten bekannten bacchischen Knabenkopfes von Rosso autico, welcher sich unter den Marmorwerken des hiesigen Königlichen Mu⸗ seums befindet. Herr P. vermuthet, es sei hier Jakchos oder Liknites in Hermen⸗ dargestellt zu denken, dem man in Stelle ursprünglichen Kindesopfers zur Sühne suͤrden von Titanen zerrissenen Zagreus später einen jungen Stier opferte, so daß hier der Stierlopf am Hinterhaupte des Bacchuskindes das Opfer bezeich⸗ net, welches Münzen von Mitylene in einer Herme mit gleichem Jalchos⸗ kopf zwischen Stierkopf und Epheublatt uns ee. Herr E. Curtius las mit Vertheilung eines zu diesem Behuf lithographirten Planes eine Abhandlung über die Lokalität von Olympia und rief von neunem den Wunsch hervor, daß jener in Winckelmann’s und wieder in un⸗ serer Zeit so erfolgreich und doch so unvollständig ausgebeutete Boden, auf dessen verborgene Kunstschäte schon Winckelmann selbst so große Hoffnun⸗ gen setzte, endlich einmal befriedigend durchsucht, daß die kaum zu be⸗ zweifelnden Ueberreste seiner Tempel⸗Skulpturen, oder was sonst im Schlamm des Alpbeios sich birgt, noch in unseren Tagen wieder ans Licht gezogen werden möchten. Sodann las Herr Bötticher über die Be⸗ deutung der archaischen Kandelaber⸗Basis des Museums zu Dresden; dieser Russat, der ein berühmtes Monument auf durchaus neue eise benachtet, eens enasartt bekannt gemacht werden. Zulett las Hert

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