1846 / 357 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Bekanntmachungen.

Subhastations⸗Patent Nothwendiger Berkauf.

Das der Frau Johanne Elisette Lezius, geb. Lorenz, gehörige Gut Ludolphine bei Oliva, Nr. 37 A. des Hy⸗ pothekenbuchs, abgeschätzt auf 7811 Thlr. 27 Sgr. 6 Pf., zufolge der nebst Hypothekenschein und Bedingungen in der Registratur einzusehenden Tare, soll am 27. Mai 1847, Vormittags 11 Uhr, an ordentlicher Gerichtsstelle subhastirt werden.

Königliches Land⸗ und Stadtgericht zu Danzig.

110006]

639] Nothwendiger Verkauf. . Land⸗ und Stadtgericht zu Marienwerder.

Folgende drei nahe der Stadt belegene Grundstücke der Kaufmann Heinrich August Bienkoschen Eheleute, nämlich:

a) Groß Marienau Nr. 68, bestehend aus 1 Hufe 14 Morgen 255 ¶Ruthen Fuß kulmischen Maßes, wovon 20 Morgen 120 ]Nuthen kulmisch zur Uckerbestellung benutzt werden, der übrige Theil da⸗

gegen in Parzellen verschiedenen Umfanges in Erb⸗ vacht ausgethan ist, abgeschätzt auf 5563 Thlr. 5 Sgr. 10 Pf., Groß Marienau Nr. 70, welches zu Erbpachts⸗ rechten besessen wird und wovon das Eigenthum zur Dotirung der Domkirche zu Marienwerder ge⸗ hört, bestehend in 2 Morgen kulmischen Maßes, inem massiven Wohnhause, einer Scheune, einer Wagenremise und einem Stalle, abgeschätzt auf

2406 Thlr. 1 Sgr.,

Maresee Nr. 19, unter dem Namen Bürgerbleiche

bekannt, welches zu Erbpachtsrechten besessen wird,

deas Eigenthum dagegen der Stadt Marienwerder zusteht, bestehend in 9 Morgen kulmischen Maßes, nmoovon circa die Hälfte als Wiesen benutzt wird, abgeschätzt auf 1759 Thlr. 21 Sgr. 8 Pf., usolge der nebst Hppothekenschein und Bedingungen in em Geschäfts⸗Büreau II. einzusehenden Taxen, sollen am 10. Februar 1847, Vormittags 10 Uhr und Nachmittags 4 Uhr,

an ordentlicher Gerichtsstelle subhastirt werden. Alle unbekannte Realprätendenten der ad b und

genannten Grundstück Gr. Marienau Nr. 70 und Ma⸗ resee Nr. 19 werden aufgefordert, sich bei Vermeidung der Präklusion spätestens in diesem Termine zu melden.

[818] 8 8

Johann Gottfried Siebrand, geboren den 21. März 1785 und ein Sohn des hierselbst verstörbenen Bür⸗ germeisters gleichen Namens, hat sich im Jahre 1809 nach Rußland begeben, bis 1824 in Riga aufgehalten und dann ins Innere von Rußland verfügt, ohne wei⸗ tere Nachricht von sich zu geben. Auf den Antrag sei⸗ ner Geschwister wird derselbe oder die etwa von ihm zurückgelassenen unbekannten Erben und Erbnehmer auf⸗ gefordert, sich schriftlich oder persönlich spätestens in termino 29. Juni f., Vormittags 10 Uhr, an or⸗ dentlicher Gerichtsstelle zu melden und weitere Anwei⸗ sung zu erwarten, widrigenfalls er suͤr todt erklärt und das Vermögen den Geschwistern, als seinen nächsten bekannten Erben, herausgegeben werden.

Dirschau, den 11. September 1846. Königl. Land⸗ und Stadtgericht.

1004] ö116““ Auf Ansuchen der Kinder und Erben des verstorbe⸗ nen Geheimen Regierungsraths, Bürgermeisters und Ritters Dr. Johann Christian Billroth hierselbst wer⸗ den alle diejenigen, welche an dessen Verlassenschaft aus irgend einem Rechtsgrunde, insbesondere aber aus den von demfelben ex mandato geführten Geschäfts⸗Ver⸗ waltungen Ansprüche und Forderungen haben sollten, oder machen zu können vermeinen, aufgefordert, solche in einem der auf den 9. und 23. Dezember d. J., so wie den 13. Januar k. J. angesetzten Liquida⸗ tions⸗Termine, jedesmal Morgens um 10 Uhr, auf dem Nathhause hierselbst vor einem Raths⸗Deputirten spe⸗ ziell anzumelden und zu beglaubigen, oder zu gewärti⸗ gen, daß sie damit durch die in Termino den 27. Ja⸗ nuar k. J., Morgens um 10 Uhr, zu erlassende Prä⸗ klusiv⸗Sentenz, unter Auflegung eines ewigen Still⸗ schweigens, auf immer werden abgewiesen und präklu⸗ dirt werden. Gegeben Greifswald, am 16. November 1846. Bürgermeister und Rath hierselbst. gez. Päpke.

888

Fahrplan für die regelmäßigen Dampfwagen⸗Züge

auf der

Berlin-Hamburger Eisenbahn,

für die Zeit vom 15. Dezember 1846 bis auf Weiteres.

EE

Zwischenzug von Berlin nach Wittenberge. von Wittenberge nach Hamburg.

Richtung von

Personenzug nach

Hamburg.

Zwischenzug Personenzug von Haraburg nach nach Wittenberge.

Berlin. von Wittenberge nach Berlin.

Richtung von Hamburg.

nach Wittenberge

Abgang von Berlin Morg. 3 ¾⅞ Nachm. Spandau „„ 3 5„

Nauen

Neustadt a. d. D. Zernitz

Glö 2 Wüonaa 6 Abends Ankunft in Witten⸗ berge 7 ¼ Uhr Abds.

nach Hamburg.

Wittenberge.... Grabow Ludwigslust .... Hagenow Brahlsdorf Boitzenburg.... Büchen Schwarzenbeck.. Friedrichsruh... Reinbeck Bergedorf Ankunft

Abgang Hamburg.. . Bergedorf.... Reinbeck Friedrichsruh ... Schwarzenbeck.. Büchen ....... Boitzenburg .... Brahlsdorf.... Hagenow Ludwigslust .... Grabow

nach Wittenberge Morg. 2 ½ Nachm 8

2

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in Witten⸗ Uhr Abds.

Berlin Morg.

Ankunst berge 8

Wittenberge.... Wilsnack Glöwen

Zernitz

Neustadt a. d. D. Friesack

Nanen

Spandau Ankunft Berlin

Mittg.

2) Nachm.

in Hamburg ...

Güterzüge.

den, welcher

von Berlin um 6 Uhr Morgens und von und am Abend desselben Tages resp. in Hamburg und Berlin eintreffen wird.

ahrpreise zwischen Hamburg und Berlin sind in I. Klasse 7 ¾ 3 g

ügen wird späterhin vorläufig noch ein Güterzug von beiden Endpunkten eingerichtet wer⸗

Hamburg um 7 ½ Uhr Morgens abgehen III. Klasse 3 Thlr

+₰21 2

Thlr., II. Klasse 5 Thlr.,

Preußisch Courant. u“ Mit den Personenzügen werden nur Eilgüter. Equipagen und Pferde zu dem erhöhten Tarif befördert.

Bei den Zwischenzügen findet außer der Personen⸗Beförderung in allen drei von Gütern und Vieh⸗Transporten zu niedrigen Preisen statt.

Wagenklassen auch die Mitnahme Die Güterzüge sind ausschließlich nur zum Trans⸗

port von Gütern und Vieh bestimmt, ohne Beförderung von Personen.

Etwaige Extra⸗ oder Lokalzüge werden an den betreffenden Orten besonders bekannt gemacht werden. ☛— Wegen der noch nicht vollständig regul uen indeß bis auf Weiteres von Hamburg au

mit den Personen⸗ und Zwischenzügen burgischen und Preußischen Gebiet,

Berlin und Hamburg, im Dezember 1846.

Die Direction der Berlin⸗Hamburger Eisenbahn⸗Gesellschaft. 16

und zwar nur nach und resp. nicht aber nach und von den im Lauenburgischen Gebiet belegenen Stationen befördert werden.

irten Einrichtungen für das Zollwesen, kön⸗ s und dahin überall Güter nur als Eilgüter

von den im Mecklen⸗ Holsteinschen und

11“

[989 b] Oberschlesische Eisenbahn.

Die Bezahlung der am 2. Jannar

gokünftigen Jahres fälligen

Zinsen auf unsere Prioritäts⸗

Bund Stamm⸗Actien Litt. A. und

A. erfolgt, mit Ausnahme der Sonntage, täg⸗ lich vom 2. bis 15. Jannar künftigen Jahres

in Breslau bei der Hauptkasse der Gesellschaft

auf dem Bahnhofe, Vormittags vo 'r, in Berlin bei den gerren Oppenheims

Söhne, Burgstraße Nr. 27, Vormittags on 9 bis 12 Uhr, gegen Einlieferung der mit einem Verzeichnisse zu ver⸗ sehenden Coupons. Breslau, den 16. Dezember 1846. 3 Das Direktorium der Oberschlesischen Eisenbahn⸗ ESeesellschaft.

[992 b] Belanntmachung.

Berlin⸗Hamburger Eisenbahn.

Mitt dem ersten Januar

1847 wird das Königliche

Haupt⸗Steuer⸗Amt für

ausländische Gegenstaände

auf unserem Bahnhofe

Expeditionen einrichten,

wum die auf der Bahn

veingehenden Güter und

8 ECEilgüter daselbst sofort

abzusertigen. Den Em⸗

pfängern wird der Eingang von Gütern schriftlich und

unter Zusendung des Fracht⸗Tarifs angezeigt werden;

sie haben innerhalb kürzester Frist die steuerliche Abfer⸗

tigung zu veranlassen, nach welcher ihnen ohne weitere

Kosten die Güter ins Haus oder nach dem Packhofe

abgefahren werden. 8 1 Berlin und Hamburg, im Dezember 1846.

Die Direction der Berlin⸗Hamburger Eisenbahn⸗Gesellschaft

Rheinische Eisenbahn⸗ Gesellschaft.

Zinsenzahlung von privilegirten

HObligationen.

Die Inhaber von privilegirten Obli⸗ gationen unserer Gesellschaft werden hier⸗ 2. , durch benachrichtigt, daß die am 2. Ja⸗ nuar k. J. verfallenden halbjährigen insen mit 5 Thlr. pro Stuück der 4 % 8 WZund mit 3 ½ Thlr. pro Stuck der 3 ½ vom Verfalltage an bei uns selbst oder bei den Herren J. D. Herstatt, S. Oppenheim jun. C Co., A. Saaffhousen, J. H. Stein,

1 Oeder & Co., 1 1

[959 b]

in Köln,

7

N. Wergifosse, .

Mendelssohn & Co.,

A. H. Heymann & Co., gegen Aushändigung der fälligen Zins⸗Coupons erho⸗ ben werden können.

Köln, den 7. Dezember 1846.

in Berlin

Verein für Pferdezucht und 11000 „% Pferde⸗Dressur. Am Mittwoch den 6. Januar 1847, Mittags 12 Uhr,

findet in dem Lokale des Hrn. Stallmeisters Seeger eine Genecral⸗Versammlung statt, in welcher über die

8

nnahme des Reglements für die Rennba nen in ßischen Staate, so wie des Statuts des Vereinz schlossen werden soll. h Berlin, den 22. Dezember 1846. Direktorium des Vereins für Pferdezucht und p Dressur.

Krakau⸗Oberschlesische 1974 bI Eisenbahn. Neunte und letzte Einzahl

von funfzehn Prozent.

a Die Herren Ach der Krakau⸗Obe schen Eisenbahn

hierdurch aufgefong neunte und leßte; zahlung von sah Prozent

der zi vom 15%

51 „141 249

23. Januar 1847, von 9 Uhr Morgens bis 1 Uhr Mittags, ennen; Breslau an den Kassen⸗Vorsteher Herrn Sing dem Oberschlesischen Bahnhofe, oder in Krakaua Büreau⸗Vorsteher Herrn Simson auf dem h Oberschlesischen Bahnhofe zu leisten.

Es wird den Herren Actionairen hierbei bme gemacht, daß gegen Uebergabe der nach den R. geordneten Quittungsbogen und eines beizilg Verzeichnisses derselben, die Original⸗Actien nehf Dividendenscheinen für die nächsten zwölf Vernig

jahre, vom Verwaltungsjahre 1847 ab laufem Messin. Staatsschuld. Amnestie⸗Gesuche.

folgt werden.

Da auf jeden Quittungsbogen den Herren va

ren die Zinsen vom 20 September bis zum in

des Jahres 1846 für 3 Monate 11 Tage zu

28 Sgr. 7 Pf. vergütigt werden, so sind auf Quittungsbogen 14 Thlr. 1 Sgr. 5 Pf. einzuzche Wir verweisen übrigens die Herren Actionaint sichtlich der Folgen der Nichteinzahlung auf den z des Gesellschafts⸗Statuts, welcher bestimmt: „Zahlt ein Actionair den geforderten Betrag spätestens am letzten Zahlungstage (§. 13.) ein, so verfällt derselbe für jeden Actienbetrag 100 Thlr., bei welchem der Verzug eintritt, in Conventionalstrafe von Zwei Thalern. Esst auch sodann binnen Vier Wochen nicht die Uf zahlung des ausgeschriebenen Actienbetrages der verhängten Conventionalstrafe, so wid Nummer des betreffenden Quittungsbogens eine zweimalige Insertion in die §. 22. besti Zeitungen öffentlich bekannt gemacht und ein vierzehntägige Frist zur Einzahlung des Ac trages und der Conventionalstrafe festgeseht, deren fruchtlosem Ablauf wird der Inhatef Quittungsbogens aller Rechte als Theilnehr⸗ Gesellschaft verlustig, und an die Stelle deig tisirten Quittungsbogens wird sodann . unter derselben Nummer ausgefertigt ung

Besten der Gesellschaft an der Breslaun verkauft.“ Breslau und Krakau, den 10. Dezember 1546,

Direktorium der Krakau⸗Oberschlesischen Eisente Gesellschaft.

[1002 b]

Üiterarische Anzeigen.

In der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei ist so eben erschienen und in allen Buchhandlungen zuh

Neuer Brandenburgischer Kinderfreund

Ein Lesebuch für Volksschulen von F. C. Brandenburgischen Kinderfreundes von F. P. Wilmsen, umgearbeitete oder erste Stereotyp⸗Ausgabe, 20 Bogen, Preis

Des

Wilmsen, weil. Pred., 23 stt, ulg Sechs Sg!.

Bei Unterzeichnetem ist erschienen: [1132]

Archiv für die Ofsiziere der Königl. Preufs. Ar- tllerié- und Ingenicur-Corps. 10. Jahrgang. 20. Band. (Mit Steindr.-Taf.) Der Jahrg. in 2 Bdn. 4 Thlr.

Inhalt: I. Die Erfindung des Schiesspulvers und der Feuerwaffen, ihre Einführung und Verbreitung. II. Ueber Brückenschiffe mit eisernen Knicen. IIlI. Die Feldartillerie am Ende des 18. Jahrhunderts. IV. Ueber die Anwendung der Shrapnols im Bela- gerungskriege. V. Mittheilungen über die Belage- rung von Danzig im Jahre 1813, nach Dokumenten, welche im Archiv des russischen Ministerinms nie- dergelegt sind. VI. Kritik der bisher angewendeten Methode für die quantitative chemische Analyse des Schielspulvers. VII. Beschluss des Aufsatzes No. 5. VIII. Monographie der preuss. Geschütz-Zündungen. IX. Das Bohren zweier artesischer Brunnen in der Festung Riga. X. Gezogene Kanonen. XI. Forti- sikatorische Details. XII. System des Richtens und der Schussarten bei verglichenen Rohrgeschützen. XIII. Ueber Vertheidigung fester Plätze und ihre Ausrüstung mit Artillerie. XIV. Versuch zur Be- gründung einer Evolutions-Vorschrift für die Feld- Artillerie. XV. Die Befestigungen Russlands bis zum Jahre 1800. XVI. Schiessbaumwolle. XVII. Literarische Mittheilungen. XVIII. Nachricht über das Fortbestehen des Archivs. XIX. Inhalts-Ver- zeichnifs der bis jetzt erschienenen 10 Jahrgänge des

Archivs. E. S. Mittler, Stechbahn Nr. 3.

[1126] Deutsche Allgemeine Zeitung.

Auf diese auch im Jahre 1847 unter der Redaction des Professors F. Bülau in der bisherigen Weise er⸗ scheinende Zeitung werden bei allen Postämtern und Zeitungs⸗Expeditionen des In⸗ und Auslandes Be⸗ stellungen an enommen. Der Preis beträgt in Sach⸗

sen vierteljährlich 2 Thlr.; in den übrigen 8n wird derselbe nach Maßgabe der Entfernung ont zig erhöht. Die Insertions⸗Gebühren für den Raum einer Zeile mit 2 Ngr. berechmn können Inserate aller Art aufgegeben wen

Berlin in der Gropiusschen Buch⸗ um.

handlung. Leipzig, im Dezember 1846.

[1000 b]

Heute früh 3 ½ Uhr verschied sanft nach lichem Leiden, in thätiger Ausübung seines zugezogenen Leiden, am Typhus, 1

der Professor der Medizin, praktische Arzt, D;

Friedrich Berndt jun, in seinem 30sten Lebensjahre, tief betrauert von

der hinterbliebenen Wittwe, den Aeltern und den Geschwisßte

Greifswald, den 20. Dezember 1840.

dn Fivõ Beruse

[1003 b] 8 1 Ich wohne jetzt Unter den Linden Nr. 28, dna,

Meine Sprechstunde für ärztliche wie anderehie

genheiten bleibt unverändert von 9 10 Uhr?

Hofrath Dr. J sens

8 as Abonnement bekrägt.

2 Rthlr. für ¾ Jahr.

4 Rthltr. ½ Jahr.

8 Rthlr. 1 Jahr. 2. allen Theilen der Monarchie ohne Preis -Erhohung. zum einer Seile des Allg.

Anzeigers 2 Sgr.

Allgemeine

Alle post-Anslalten des In⸗ und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Blatt an, für Berlin die Expedition der Allg. Preuß. Zeilung: Friedrichsstraße Nr. 72

sicher Theil⸗ 8 Berlin. Stadthaushalt für 1845. 1 eutsche Bundesstaaten. Königreich Hannover. Landtag. Großherzogthum Baden. Ernennungen. Großherzogthum Hessen und bei Rhein. Frequenz der Landes⸗Universität. Freie Sradt Bremen. Der elektro⸗magnetische Telegraph. Schreiben aus Schwerin. (Hoftrauer.) pußland und Polen. Fürst Tschawtschawadse 8 1 ankreich. Paris. Der Bey von Tunis. Versetzung des Kon⸗ uis zu Mauritins. Unglücksfall auf der See. Vermischtes. voßbritanien und Irland. London. Termin der Parlaments⸗ Eröffnung. Irländische Zustände. Abberufung des französischen Konsuls von Mauritius. Schneefall. Sir M. Hunter †. elgien. Brüssel. Debatte über die Linnen⸗Industrie. Vermischtes. anemark.

Kopenhagen. Die Wahlen. weiz. Kanton Genf. Das Kreisschreiben des Archidiakonus von Mailand. Die

St. Petersburg. Ordens⸗Verleihungen.

Der Verfassungs⸗Entwurf. Kanton

Die Ueberschwemmung. Die Gesetzgebungs⸗Kom⸗ nission. Neapel. Vermischtes. anien. Schreiben aus Madrid. (Die Wahlen; Ernennung des Enfanten Don Enrique zum Contre⸗Admiral; die Minister⸗Krisis; Nach⸗ richten aus Portugal; Vermischtes.) reinigte Staaten von Nord⸗Amerika. London. Einnahme von Tampico. Die Operationen der Amerikaner. Santana's Stellung. isenbahnen. Berlin⸗Hamburger Bahn. Kandels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Berlin. Börse. aus Amsterdam. (Börsen⸗ und Marktbericht.)

alien. Rom.

Schreiben

erlioz's Faust.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: Dem Hofrath Kühlenthal in dem Ministerium der geistlichen,

lferrichts- und Medizinal⸗Angelegenheiten den Charakter eines Ge⸗ nen Rechnungs⸗Raths beizulegenz; und

Die Assessoren Pütz zu Aachen, Friedensrichter Schmitz zu dern, Eichhorn zu Koblenz (zur Zeit im Justiz⸗Ministerium be⸗ siftigt) und Meyer zu Köln zu Landgerichts⸗Räthen zu ernennen.

Se. Hoheit der Herzog Georg von Mecklenburg⸗Streli nach Neu⸗Strelitz abgereist. 8 1

Inl and.

Berlin, 21. Dez. Se. Majestät der König haben Allergnä⸗ sst geruht: Dem Jäger⸗Reservisten Taeger vom 2ten Bataillon Nagdeburg) 2ten Garde⸗Landwehr⸗Regiments die Erlaubniß zur agung der von dem Senat der Stadt Hamburg ihm verliehenen, Erinnerung an den Brand im Jahre 1842 gestifteten Medaille gestatten. „Berlin, 24. Dez. Nach der in diesen Tagen veröffentlichten bersicht des Stadthaushalts der Restdenz Berlin für das Jahr 45 belief sich die Gesammt⸗Einnahme auf 1,841,699 Rthlr. und Gesammt⸗ Ausgabe auf 1,760,180 Rthlr., so daß am Schlusse Jahres 1845 ein Bestand von 81,519 Rthlr. vorhanden war. ter den Einnahmeposten war der bedeutendste aus der Verwaltung Steuern, mit 995,869 Rthlrn. (darunter 609,116 als Ertrag Haus⸗ und Mieths⸗Steuer und 362,709 als Kommunal⸗Antheil der Mabhl⸗, Schlacht⸗ und Braumalz⸗Steuer). Die außerordent⸗ en Einnabmen betrugen 330,508 Rthlr., darunter 200,000 Rthlr., beide Umsetzung eines Theils der neuen 3 ⅛proz. Stadt⸗Obligationen e der Bestreitung der Geldmittel für die städtische Gas⸗ enunge⸗Anstalt) baar eingegangen waren. Unter den Ausgaben 9 n sich 424,301 Rthlr. aus der Verwaltung des Armenwesens Einnahme dagegen nur 168,368 Rthlr. betrug), 222,490 Rthlr.

Preußischen 3

aus der Verwaltung der Stadtschulden

3 und 188,291 aus der des Schul⸗ und Armen⸗Schulwesens.

6 Deutsche Bundesstaaten.

Königreich Hannover. (H. Z.) In der Sitzung der zweiten Kammer der allgemeinen Stände⸗Versammlung vom 21. De⸗ zember motivirte ein Mitglied seinen schon im März d. J. gestellten Antrag auf Erlassung eines Gesetzes, die Aufhebung der Exemtionen von Kommunallasten betreffend, und es wurde derselbe nach kurzer Debatte angenommen. Darauf ging man zur dritten Berathung der Konkurs⸗Ordnung über und erledigte die §§. 283 bis 307. Präsi⸗ dium kündigte einige Petitionen an. Auch kamen mehrere Mittheilun⸗ gen der ersten Kammer zur Verlesung, namentlich hinsichtlich der ab⸗ weichenden Beschlüsse über die Oeffentlichkeit und Mündlichkeit im Kriminal⸗Verfahren und über die Postreform. Es wurden Konferen⸗ zen zur Ausgleichung beschlossen.

Großherzogthum Baden. Die Karlsruher Zeitung meldet unterm 19. Dezember in ihrem amtlichen Theil folgende Al⸗ lerhöchste Ernennungen: der Geheime Rath Nebenius ist auf sein Ansuchen der Leitung des Ministeriums des Innern enthoben, jedoch unter besonderer Bezeugung Allerhöchster Zufriedenheit mit Beibehal⸗ tung von Sitz und Stimme im Staats⸗Ministerium und des Präst⸗ diums des Staats⸗Rathes; der Geheime Rath Bekk ist zum Staats⸗ rath und Präsidenten des Ministeriums des Innern ernannt; der Regierungs⸗Direktor, Geheime Rath Baumgärtner in Rastatt, unter Bezeugung der Allerhöchsten Zufriedenheit mit seinen sehr guten und treuen Dienstleistungen, bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit, in Ruhestand versetzt und das Regierungs⸗Direktorium in Rastatt dem Geheimen Rath und Ministerial⸗Direktor Rettig, mit Vorbehalt seines bisherigen Ranges, übertragen; und der Hofgerichts⸗Direltor Brunner in Mannheim zum Direktor des Ministeriums des Innern ernannt. 1441*““

g. 8- 8“ Großherzogthum Hessen und bei Rhein. Die Zahl der Studirenden auf der Universität Gießen beläuft sich in diesem Semester auf 533 und beträgt 5 weniger, als im letzten Sommer⸗ Semester.

Freie Stadt Bremen. Der elektromagnetische Telegraph zwischen Bremen und Bremerhaven ist jetzt der öffentlichen Benutzung übergeben. Die Beförderung der Korrespondenzen beträgt für 10 Worte oder weniger 24 Gr., für 11—15 Worte 32 Gr., für 16 bis 20 Worte 40 Gr. ꝛc. in dieser Progression. Für Mittheilungen außer den Geschäftsstunden, welche vorläufig von 8 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends angesetzt sind, wird das Doppelte gerechnet. Wer jährlich 10 Rthlr. Korrespondenz⸗Abonnement vorauszahlt oder we⸗ nigstens 25 Rthlr. für Schiffszettel entrichtet, erhält 50 pCt. Rabatt, wer jährlich 5 Rthlr. Abonnement zahlt oder wenigstens 15 Rthlr. zu den Kosten der Schissszettel beiträgt, 25 pCt. Rabatt. Für so⸗ fortige Ankunftsanzeige eines Schiffes: für Schiffe unter 100 Lasten 24 Gr., von 100 200 48 Gr., darüber einen Rthlr.; für sofortige Anzeige, daß ein Schiff gesegelt ist, die Hälfte dieses Satzes. Die Beamten sind auf Geheimhaltung der Korrespondenz beeidigt; die Beförderung geschieht nach der Reihe; länger als 15 Minuten darf Messhe den Telegraphen für sich in Anspruch nehmen, wenn Andere warten.

X Schwerin, 21. Dez. Wegen Ablebens Sr. Durchlaucht des regierenden Landgrafen Philipp zu Hessen⸗Homburg legt der Großherzogliche Hof von heute auf 8 Tage Trauer an. 8

Rußland und Polen.

St. Petersburg, 17. Dez. Se. Majestät der Kaiser hat unterm 30. November folgendes Reskript an den Fürsten von Min⸗ grelien, General⸗Major Fürsten Dadian, gerichtet: „Der Eifer, den Sie, angeleitet von Ihrem erlauchten Vater, in dem Bestreben, die inneren Angelegenheiten Mingreliens zu ordnen und den Volks⸗Wohl⸗ stand zu heben, an den Tag gelegt, haben Unsere Erwartung voll⸗ kommen gerechtfertigt. In Anerkennung Ihres ausgezeichnet eifrigen Dienstes und Ihrer Anhänglichkeit an Unseren Thron ernennen Wir Sie Allergnädigst zum Ritter des St. Annen⸗Ordens l1ster Klasse, dessen Insignien Wir Ihnen hierbei übersenden und Ihnen mit Unse⸗ rer Kaiserlichen Gnade wohlgewogen verbleiben. (gez.) Nikolaus.“

Mittelst Reskripts vom 1. Dezember ist der Commandeur des Hafens von Astrachan und der kaspischen Flotte, Contre⸗Admiral

eit ung

a usgegeben.

Bassargin, zum Ritter des St. Stanislaus⸗Ordens 1ster Klasse er⸗ nannt worden.

Zu Tiflis starb am 18. November der General⸗Lieutenaut Fürst Tschawtschawadse in Folge eines Sprunges aus seiner Droschke, mit der das Pferd am Abhang eines Berges durchgehen zu wollen schien, wobei er sich tödtlich am Kopf verletzte, zu allgemeinem Bedauern seiner Waffengefährten und der Einwohner von Tiflis, deren Liebe und Verehrung er seiner ausgezeichneten Eigenschaften wegen besaß. Seine häuslichen und bürgerlichen Tugenden werden eben so gerühmt, wie seine militairischen Talente. Auch schätzten die Georgier in ihm einen ihrer bedeutendsten Dichter. Nach der Eroberung von Eriwan im Jahre 1827 wurde er zum Chef der Provinz Armenien ernannt; in dem Türkenkriege, der kurz darauf ausbrach, züchtigte er die Kurden für ihre Streifzüge und drang mit wenigen Tapferen siegreich bis in das Herz von Anatolien vo. 8

Frankhkreich.

Paris, 18. Dez. Der König hat befohlen, daß das Bildniß des Bey von Tunis in dem den jetzt herrschenden Souverainen und deren Familien gewidmeten Saale des Museums von Versailles sei⸗ nen Platz erhalten soll. Der Maler Larivière, den der König mit der AÄnfertigung dieses Portraits beauftragte, hat, wie das Jour⸗ nal des Débats meldet, vom Bey den Nischan⸗Orden und eine mit Diamaͤnten besetzte und mit dem Wappen des Bey's geschmückte goldene Tabatibère erhalten. Was die übrigen Geschenke des Bey's betrifft, vou denen neulich in pariser Blättern gemeldet wurde, so berichtigt heute die Patrie die desfallsigen Angaben in folgender Weise: „Am Montag Morgen schickte der Bey von Tunis an Herrn Guizot für ihn und seine Töchter sehr kostbare Geschenke, aber nicht von dem angegebenen Werth von 100,000 Fr. Herr Guizot sandte diese Geschenke jedoch an demselben Tage zurück, indem er dem Bey sagen ließ, daß er es sich zur Regel gemacht, niemals Geschenke an⸗ zunehmen. Der Bey wußte dieses Zartgefühl zu würdigen und be⸗ stand nicht auf seiner Absicht. Was Herrn Genie betrifft, so hatte derselbe schon vor fünf oder sechs Monaten den Nischan⸗Orden empfangen, konnte ihn also nicht noch einmal erhalten. Nur Herr Hennequin, der Privat⸗Secretair des Herrn Guizot, empfing den Offiziers⸗Orden des Nischan.’“ Am Mittwoch früh schon hat der Bey seine Reise von Fontainebleau nach Toulon fortgesetzt. Am Tage vorher hatte er sich das dortige Schloß angesehen und dem Capitain Cheret, der den Dienst im Palast hatte, den Nischan⸗Orden verliehen. Er soll diesen Orden während seines Aufenthalts in Frankreich an dreißig Personen ertheilt haben. Dem Oberst Thierry übergab er beim Ab⸗ schied 20,000 Fr. zur Vertheilung unter die Königliche Dienerschaft, die ihm in Paris für seine Person beigegeben war.

Dem Constitutionnel zufolge, würde der französische Konsul zu Mauritius, Herr Barbet de Jouy, der den Streit mit dem eng⸗ lischen Admiral Dacres gehabt hat, von dort nach Honolulu auf den Sandwichs⸗Inseln versetzt werden, wo ein neues Konsulat errichtet werden solle. Herr Barbet, heißt es, habe übrigens schon vor jenem Vorfall seine Versetzung gewünscht.

Der Marine⸗Minister hat aus Brest folgende Nachricht von einem Unglücksfall auf der See erhalten: Das Regierungs⸗Dampf⸗ boot „Cacique“, von 450 Pferdekraft, bemerkte am 5ten um halb 7 Uhr Abends am Vorgebirge St. Vincent plötzlich in der Nähe ein kleines Schiff, war aber nicht im Stande, die Schnelligkeit seiner Fahrt noch rasch genug zu hemmen, um ein Zusammenstoßen zu ver⸗ hindern, in Folge dessen jenes Fahrzeug, der „Ajax“ von 170 Ton⸗ nen, von Hamburg kommend, zu Grunde ging. Die Böte des „Cacique“ wurden auf der Stelle ausgeschickt, und mit großen An⸗ strengungen gelang es, 4 von den 6 Personen der Mannschaft zu retten.

Durch den Telegraphen hat man die Nachricht erhalten, daß das Schiff, welches die arabischen Gefangenen zurückbringt, die gegen die in Abd el Kader's Gewalt befindlich gewesenen Franzosen hatten ausgetauscht werden sollen, in Port Vendres angekommen war, von wo jene Gefangenen wieder nach der Insel St. Marguerite gebracht werden sollten.

Nogender Nauth Tagore, der Sohn des verstorbenen Babu Dwarkanauth Tagore, ist von London hier angekommen, wird aber schon morgen seine Reise nach Indien fortsetzen.

Am 15ten d., als dem sechsten Jahrestage der Ueberbrin⸗ gung der Asche Napoleon's nach Paris, wurde in dem Invaliden⸗ Dome eine feierliche Messe gehalten. Während des ganzen Tages wurden Immortellenkränze und Sträuße am Fuß der Vendome⸗Säule niedergelegt.

Aus einem Berichte des Handels⸗Ministeriums über die Lage des französischen Handels zu Guayaquil geht hervor, daß die fran⸗

16 Berlioz's Faust.

Ein Konrespondent der Allgem. Zeitung berichtet aus Paris über Lete Weik von Hektor Berlioz Folgendes: „Am 6. Dezember hat r 6] im Saale der komischen Oper sein neuestes Werk, la dam- 8 aust betitelt, zur Ausführung gebracht. Wir gehören weder s unbedingten Verehrern, noch zu den Verächtern der Berliozschen llt’ di w finden in derselben neben ganz Unzulässigem, dem Geiste der rchaus Widersprechendem, ausgezeichnet Schönes, viel Eigenthüm⸗ su viegi erkennen in Berlioz einen Meister der Instrumentationskunst, dr egabten, aber nur zu oft auf Ab⸗ und Irrwege gerathenden Künst⸗ dnr ües Werk von Berlioz ist deshalb unter allen Umständen in 9 P. mental⸗Komponisten so armen Paris von ganz befonderem Interesse angefunt;ging mit gespannter Erwartung in das schon seit einem Mo⸗ bewhnlah 186 Konzert. Leider aber ist unsere Erwartung auf eine dnie in ei6 getäuscht worden. Wir glaubten zunächst eine Sym⸗ Instrunte 88 wie Romeo und Julie erwarten zu dürfen, in welcher Cher atal⸗Partie die Hauptsache ist und nur hier und da ein Solo zur Verbindung und zum Verständniß eintritt. Statt dessen

fanden wir den Zuschnitt einer Oper ohne dramatisches Interesse, fortwäh⸗ renden Gesang und das Orchester nur selten selbstständig auftretend. Wir wollen uns nicht dabei aufhalten, den Text hier besonders zu besprechen, in dem wir eine Entweihung Göthe's erblicken; wir wollen dahingestellt sein lassen, ob überhaupt zum Faust Musik möglich sei; wir wollen uns nur an das halten, was Berlioz ausgegeben hat, und hier müssen wir zu unserem aufrichtigen Bedauern uns dahin aussprechen, daß wir sein Werk für ein durch⸗ aus versehltes halten. Eine so gänzliche Unfähigkeit, für den Gesang zu schrei⸗ ben, eine nur wenigstens singbare, wenn schon nicht singende Phrase zu erfinden, die Musik den Worten anzupassen, ein so chaotisches Durcheinander von Tönen ohne allen Zusammenhang ist uns lange nicht vorgekommen und begreift sich schwer bei riner doch unleugbar musikalischen Organisation und bei einem Manne, der für Gluck den glühendsten Enthusiasmus kundgiebt. Wenn wir in Romeo und Julie einen sehr entschiedenen Fortschritt erkannten, so müssen wir im Faust leider wieder eine Rückkehr zu seinen früheren Werken erblicken, namentlich zum Benvenuto Cellini, dessen ungünstige Aufnahme nach Anhörung des Faust nur zu begreiflich war. Die schlimme Ersahrung, die er damals gemacht, hätte ihn füglich über sich aufklären sollen, und er

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hätte in richtiger Würdigung seiner selbst nie mehr für den Gesang schrei⸗

ben, sondern in seinem Element, der Instrumental⸗Musik, bleiben sollen, wo er unmöglich so ganz und fortwährend Verkehrtes hätte zu Tage fördern können. Wie wahr diese Bemerkung, beweist der Umstand, daß auch in dieser letzten Composition die wenigen Orchestersätze, welche darin vorkommen, bei weitem die besten sind, worunter wir namentlich einen ungarischen Marsch, dem ein nationales Thema zu Gunde liegt, anfuüͤhren. Was gesungen wird, müssen wir dagegen schlechterdings, fast ohne Ausnahme, als mißlungen bezeichnen. Ein wirkliches Recitativ, eine in sich abgeschlossene Arie kennt Berlioz nicht, er giebt uns ein Zwitterding ohne Form, ohne Zusammenhang in sich und mit den Worten, geschraubt, gequält, dem Gefühl in Melodie und Rhothmus oft schnurstracks entgegen. Mephistopheles ist ein jämmerlichen Teufel, Faust ein sehr langweiliger Herr, und von dem Gretchen Göthe's hat Berlioz auch nicht die leiseste Ihnung. Wie wir hören, hat er die Absicht, mit seinem Faust nach Deutschland zu gehen; ob das der rechte Weg, neue Lorbeeren einzuärndten, möchten wir bezweifeln.“