zösischen Produkte dort starke Konkurrenz mit fremden Industrie⸗Er⸗ zeugnissen zu bestehen haben. Nur in Luxusgegenständen und Er⸗ zeugnissen der Mode scheinen die Franzosen noch die anderen Nationen zu überflügeln, und auch in eingemachten Früchten, Oehlen, Weinen und Liqueuren behaupten sie dort den Vorrang.
Vor einigen Tagen wäre durch Bosheit auf der Eisenbahn von St. Etienne nach Lyon beinahe großes Unglück veranlaßt worden. Während der Nacht, zwischen 10 und 11 Uhr, wurden 10 zu Gre⸗ zieux zurückgelassene Waggons in Bewegung gesetzt und auf den Ab⸗ hang des Hauptschienenweges getrieben. Dieser durch sein Gewicht bedeutende Zug durchlief den Raum mit einer furchtharen Schnellig⸗ keit und zerschellte im Hafen von Bec⸗de⸗Rive⸗de⸗Gier. Niemand befand sich glücklicherweise auf diesem Wege und in dem Hasen. Alle Waggons wurden zertrümmert und die Trümmer nach allen Seiten hin zerstreut. Die Thäter haben keine andere Spur zurückgelassen, als ihre Fußtapfen im Schnek..
Sroßbritanien und Irland.
London, 18. Dez. In der morgen in Windsor⸗Schloß stattfindenden Geheimenraths⸗Sitzung, zu welcher die Königin von der Insel Wight herüberkommen wird, soll der Termin für die wirk⸗ liche Eröffnung des Parlaments festgesetzt werden. Der Globe macht die halbamtliche Mittheilung, daß, wenn nicht unvorhergese⸗ hene Umstände eintreten, diese Eröffnung am 19. Januar stattfin⸗ den wird.
Die Times sieht nicht ein, wie dem jetzigen traurigen Zustande in Irland, welcher wöchentlich einen Zuschuß von mehr als 100,000 Pfd. St. erheische, um nur die Dürftigsten vor dem Verhungern zu retten, ohne eine durchgreifende Umgestaltung aller dortigen Verhält⸗ nisse und ohne ganz außergewöhnliche Maßregeln, bezüglich deren sich nur frage, worin sie denn bestehen sollen, ein Ende gemacht werden könne. Die allgemeine Verweigerung der Pachtzahlung, die zahllosen Angriffe auf das Eigenthum und die vielen Waffenaufkäufe seien betrübende Anzeichen, daß der ganze soziale Zustand Irlands einer Auflösung entgegengehe, der man schwerlich werde Schranken setzen können. Wenn aber die Mil⸗ lionen der irländischen Armen fortan einzig auf Kosten Englands ge⸗ nährt werden sollten, wie es allen Anschein habe, so werde der Schrei Alt⸗ und Jung⸗Irlands um Aufhebung der Union gewiß bald in ganz England ein lautes und dringendes Echo finden, damit Irland künftig selbst für sich zu sorgen habe.
Der Morning Herald schreibt: „Wir haben Gründe zur An⸗ nahme, daß der französische Konsul auf der Insel Mauritius von sei⸗ ner Regierung wegen seines unbegreiflichen Benehmens gegen den englischen Admiral Dacres zurückberufen worden. Wir sehen nicht, daß man in solchen Umständen anders hätte handeln können. Admiral Dacres war von den Offizieren der Station zu einem Ball geladen worden; der Etikette gemäß, war ihm die Liste der Eingeladenen vor⸗ gelegt worden, und als er den Namen des französischen Konsuls sah, be⸗ merkte er, daß derselbe ihm noch nicht den gewöhnlichen Besuch abgestattet habe. Zwei Offiziere begaben sich darauf zum französischen Konsul, um ihre Einladung zurückzunehmen, und erklärten ihm höflich die Gründe ihres Benehmens. Statt daß der Konsul sich deshalb ent⸗ schuldigte, daß er eine Pflicht verabsäumte, schrieb er an den Admiral einen beleidigenden Brief, den dieser seiner Regierung übersandte. Lord Palmerston gab diese Sache der französischen Regierung anheim, welche den Entschluß faßte, ihren Agenten zurückzurufen.“
Die große Masse von Schnee, welche in allen Theilen des Lan⸗ des, besonders im Norden, Nordwesten und Süden, den Erdboden
bedeckt, hat einen Theil der Posten seit mehreren Tagen in Rückstand
gebracht. Zwischen Edinburg und Carlisle liegt der Schnee 8 bis 9 Fuß hoch, die Haidegegenden von Westmoreland und Cumberland sind gar nicht zu passiren, in der Gegend von Durham hat sich der Schnee bis zu einer Höhe von 8 Fuß, in der Umgegend von Can⸗ terbury, Dover, Ramsgate u. s. w. zu einer Höhe von 3 Fuß an⸗ gehäuft. Die Post von Edinburg, die seit drei Tagen fällig war, ist erst gestern Mittag eingetroffen, und die nach Schottland be⸗ stimmten Posten haben nicht über Carlisle hinaus befördert werden können.
Der in diesen Tagen gestorbene General Sir Martin Hunter war der letztüberlebende britische Offizier, welcher noch die Schlacht von Bunkershill in dem amerikanischen Freiheitskrieg im Jahre 1771 mitgefochten hat. Später hatte er in Ostindien gedient und war bei der Eroberung des Lagers von Tippu Saib unter den Mauern von Seringapatam verwundet worden. b
Man ist nicht ohne Besorgniß um das Schicksal der unter Sir J. Franklin und Capitain Crozier abgesendeten Polar⸗Expedition, von der man lange keine Nachrichten hat.
Brüssel, 19. Dez. Die Repräsentanten⸗Kammer hat gestern die allgemeine Diskussion des Budgets des Innern geschlossen. Den Haupt⸗Gegenstand der Debatte der letzten Tage bildete die Linnen⸗ Industrie. Die Herren Defoere und Desmet verfochten die Hand⸗ spinnerei, während die Herren Delehaye und von Brouckere mit Nachdruck geltend machten, daß man die mechanische Spinnerei ermuntern und schützen müsse, sonst ginge die flandrische Linnen⸗Industrie ganz zu Grunde. Herr Delehaye hob hervor, daß die Industrie sich nach den Bedürfnissen des Handels zu richten habe, und daß die flandrische Industrie dem nicht mehr entspreche; wenn die Erzeugnisse der alten Linnen⸗Industrie noch Abgang fänden, so liege dies blos darin, daß das neue Fabricationswesen noch nicht den Anforderungen der Zeit entspreche und nicht genug produzire. Uebrigens habe die Handge⸗ spinnst⸗Leinwand auch dadurch noch Abnahme gefunden, daß sie so spottbillig verkauft werde, indem er laut habe sagen hören, daß das Handgespinnst⸗Leinen auf den Märkten so billig als der Rohstoff ver⸗ kauft worden sei. In welcher peinlichen Lage müßten dann die Spinnerinnen sein; in seiner Heimath verdiente eine Spin⸗ nerin 11 Centimes den Tag! Wolle man noch weitere Be⸗ weise, daß die alte Industrie nicht mehr die Leute nähre? Frankreich habe die Linneneinfuhr beschränkt, es lasse blos belgische mechanische Garne ein, indem es seine eigenen Arbeiter beschäftigen und ihnen Brod geben wolle. Man möge sich gerade an Frankreich ein Beispiel uehmen, denn dort, besonders in der Bretagne, sei die alte Linnen⸗Industrie zu Grabe getragen. Im Nord⸗Departement mache die neue Industrie rasche Fortschritte, und in Lille werde jetzt eine ungeheuer große Fabrik errichtet, die alle Fabriken des ganzen Departements zusammengenommen übertreffen würde. So sehr er persönlich auch die alte Familienarbeit des Handleinens gepflegt und ihre Fortdauer gewünscht hätte, so könne sie doch nicht mehr mit der neuen Industrie in die Schranken treten, und man müsse den Webern die Augen öͤffnen über das, was sie zu erwarten und was sie zu thun hätten. Herr de Theux sprach seine Ansicht dahin aus, daß es sich hier blos darum handle, die alte Industrie mit einer nicht gar starken Summe zu unterstützen, die nicht weggeworfen sei. Er könne nicht glauben, daß das Handleinen so billig als der T werde. Man müsse die alte Industrie unterstützen, die, seiner An⸗ sicht nach, noch gut neben der neueren hätte bestehen kön⸗ nen. Herr Mast de Vries ergriff das Wort über die Octrois,
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0 die er für eben so bedrückend als unpolitisch und ungerecht er⸗ klärte, da sie vornehmlich auf den ärmeren Klassen lasteten und die nöthigsten Lebens⸗Bedürfnisse besteuerten. Er wünschte, daß die jetzigen Octrois ganz aufgehoben würden, und machte den Vorschlag, daß die Städte und Gemeinden einen Oktroibetrag je nach Verhältniß ihres versicherten Eigenthums zahlen sollten. Die Getränksteuer wollte er durch eine verhältnißmäßige Steuer auf die Fabrication geistiger Getränke und durch Zusatz⸗Centimen auf die Grundsteuer gedeckt wissen, ohne daß dadurch die ärmeren Leute be⸗ schwert würden. Herr de Theux bemerkte, hier handle es sich also nur um totale Verminderung des Steuer⸗Systems; er müsse zunächst bemerken, daß die permanenten Deputationen im Allgemeinen den Vorschlag um Aufhebung der Oktrois ungünstig aufgenommen hät⸗ ten. Daß die Oktrois seit 1823 so sehr sich gesteigert, liege daran, daß die Städte ungeheure Ausgaben hätten, zumeist zu ihrer Verbes⸗
serung und Verschönerung, die arbeitenden Klassen hätten dadurch
auch Beschäftigung gefunden. Wenn die Erhebungskosten bedeutend gestiegen, so liege dies auch daran, daß überhaupt alle kleinen Ge⸗ halte im Lande erhöht worden. Uebrigens prüfe das Ministerium die Frage und werde erst in nächster Session seine Ansicht darüber dar⸗ legen. Herr Rodenbach wandte die Aufmerksamkeit der Kammer wieder auf die Lage der Linnen⸗Industrie und hob die Nothwendig⸗ keit dringend hervor, in Flandern auf jede Weise die Einführung ver⸗ besserter Webestühle zu fördern, sonst gebe es kein Mittel mehr, diese Industrie zu retten. Ihm folgte Herr Lebeau, welcher ebenfalls die alte Industrie für eine verlorene hielt. Sie friste kläglich ihr Leben, trotz des künstlichen Schutzes, den man ihr reiche, und der zahllosen Opfer, die man für sie bringe. Selbst aus den Widersprüchen der Anhänger der alten Linnen⸗Industrie gehe klar hervor, wie man andere Bahnen einschlagen müsse. Sie behaup⸗ teten, das Handlinnen werde auf dem inneren Markte sowohl, wie in Frankreich, Spanien und Amerika, gesucht, und dennoch klagten sie, daß diese Industrie hinsieche, daß sie ihre Produkte nicht ab⸗ setzen könne, und daß die Regierung die zahlreich gebrachten Opfer dafür noch vervielfältigen und steigern müsse. Aus diesem Widerspruch gebe aber sonnenklar hervor, daß der auswärtige Handel Handlinnen nicht mehr wolle, und es bleibe nichts Anderes übrig, als den Ueber⸗ gang von der einen Industrie zu der anderen 8p anzubahnen, die Umwandlung zu erleichtern und nach jeder Weise zu fördern, dies könne aber nur durch die Einführung mechanischer Webstühle gesche⸗ hen. Auf die Beobachtungen des belgischen General⸗Konsuls Morhet in Irland gestützt, könne man Irland auch als Beispiel anführen, daß dort ebenfalls die Handlinnen⸗Fabrication täglich mehr abnehme und nur in einigen Gegenden des Landes noch eine beschränkte Zahl Arbeiter beschäftige; auch dort habe das Handlinnen keine Zukunft mehr und müsse durch das mechanische Linnen untergehen. Er be⸗ trachte den Gedanken einer Ausfuhr⸗Gesellschaft für das Linnen als einen sehr praktischen und ausführbaren; man müsse dies aber mit Vorsicht und ruhiger Ueberlegung thun, indem die Ausfuhr⸗Gesellschaft für die Baumwollen⸗Industrie keine günstigen Resultate ergeben. Die Suͤbsidien, welche man bewillige, müßten vornehmlich zur Umwand⸗ lung der Industrie dienen, denn man dürfe sich durchaus keinen Täu⸗ schungen mehr hingeben, daß auf irgend eine andere Weise dem flan⸗ drischen Elende auf die Dauer abzuhelfen sei. Uebrigens sei es un⸗ verantwortlich, daß selbst Männer, welche in Flandern die Regierung vertreten, sich in Täuschungen gefielen; so mache man den Handels⸗ stand für das Elend dort verantwortlich, so fabele man von der Möglichkeit eines Zoll⸗Anschlusses, der ganz unmöglich sei. Die Regierung spreche von der Entwickelung der öffentlichen Ar⸗ beiten; warum habe man das zweite Geleise der Bahn noch nicht gemacht, trotz der Votirung der dazu nöthigen Summe? Schließlich drang der Redner auch auf Revision des Octroi⸗Systems und der Zollgesetzgebung und auf Gründung einer Unterstützungs⸗ und Versorgungs⸗Kasse sür die Arbeiter. Herr Desmet nahm darauf das Wort für die alte Linnen⸗Industrie und berief sich auf das Urtheil anderer kompetenter Beurtheiler, die an den Un⸗ tergang derselben nicht glaubten. Auch in Irland verfertige man noch treffliches Handleinen; es sei eben so unbegründet, daß das flandrische Leinen unter dem irländischen stände. Hätte Herr Lebeau, zur Zeit als er Minister war, den Zoll⸗Anschluß mit Frankreich gewollt, so bestände er heute. Herr Verhaegen ging darauf in eine lange Rede ein, worin er die ganze in⸗ nere Politik der Regierung seiner Kritik unterzog und verschiedene Akte des Ministeriums des Innern hestig tadelte. Seiner Ansicht nach, walte bei Besetzung der Stellen und Aemter nur persönliche Zuneigung und nicht Verdienst und Berechtigung vor. Herr de Theux jieße sich ganz von der klerikalischen Partei leiten, indem er Unterricht, Verwaltung und Staats⸗Aemter derselben ganz botmäßig mache. Seiner Ansicht nach, wolle die Regierung den zweiten Akt der Komödie spielen, die sie bei den Wahlen gespielt, indem sie einen Gesetz⸗Ent⸗ wurf zur Vermehrung der Repräsentantenzahl angekündet, der aber Maßregeln enthalten werde, denen die liberale Partei nicht beitreten könnte. Nach den Wahlen vom 10. Juni hätten die Liberalen ans Ruder treten müssen, indem ihre Gegner aber sich wieder an dasselbe gedrängt, setzten sie sich großer Gefahr aus. Wolle die Regierung zu äußersten Maßregeln schreiten, um die öffentliche Meinung zu un⸗ terdrücken, so würde sie eine furchtbare Verantwortlichkeit auf sich la⸗ den. Solche Maßregeln hätten den Thron Karl's X. untergraben. Herr de Theux ergriff das Wort, um die gegen ihn ge⸗ richteten Vorwürse zu widerlegen, indem man ihn für alle Maßregeln aller Ministerien verantwortlich mache. Er müsse hier daran erinnern, daß unter ihm zuerst der jüdische Kul⸗ tus vom Staats⸗Budget bestritten worden, und daß er es zuerst gewesen, der eine Bewilligung für den anglikanischen Kultus in Vorschlag gebracht, was im englischen Parlament sogar rüh⸗ mend erwähnt worden. Der protestantische Kultus habe unter sei⸗ nem Ministerium mehr erhalten, als derselbe verlangt; er habe auf Staatskosten in dem abgetretenen Theile Luxemburgs protestantische Gotteshäuser bauen lassen. Es sei übrigens ungegründet, daß das Ministerium der Universität zu Löwen größere Vortheile als der von Brüssel eingeräumt habe. Man beschuldige ihn, den liberalen Ideen entgegen zu sein, ohne Beweise dafür vorzubringen; müßte er frei⸗ lich, um liberal zu sein, Herrn Verhaegen's Ansicht haben, so gestehe er gern, sie nicht zu besitzen. Was die Vermehrung der Repräsen⸗ tanten⸗Zahl anlange, so habe die Regierung in dieser Beziehung noch keinen festen Entschluß gefaßt, und was man darüber aussprenge, seien bloße Gerüchte ohne Grund.
Dem Vernehmen nach, soll die beabsichtigte Ausfuhr⸗Gesellschaft sich hauptsächlich mit der Ausfuhr von Linnen beschäftigen und nur nebenbei einige Wollen⸗ und Baumwollenwaaren mit ausführen; dies findet viele Gegner, indem man sich dann nur eine temporaire För⸗ derung der Linnen⸗Industrie, aber keine Wirkung auf die Industrie des ganzen Landes verspricht.
Die neue liberale Wahl⸗Gesellschaft, die „liberale Association“, hat Herrn Verhaegen den Aelteren zu ihrem Präsidenten gewählt; Vice⸗Präsidenten sind der Präsident der Notariats⸗Kammer, de Donker, und der Senator Graf d'Andelett.
Dänemar khk.
Kopenhagen, 16. Dez. (K. C. Bl.) Die hier nahe vorstehenden Ständewahlen nehmen gegenwärtig die öffentliche 8 merksamkeit vorzugsweise in Anspruch und beschäftigen alle Zeitung der Hauptstadt. Die Wage neigt sich sichtlich auf die Seite Constitutions⸗Freunde. Die Berlingsche Zeitung empg Männer von Bildung und Kenntnissen ohne Rücksicht auf die — schiedenen Parteien zu wäͤhlen; es sei eben so falsch, alle Regier Männer, als alle Oppositionsmänner ausschließen zu wollen. „ man das letztere, so würde man der Regierung den Vortheil ran⸗ die Meinungen selbstständiger Männer über die wichtigsten Angel heiten zu hören. Fädrelandet stellt dagegen ein seh liches Programm ihrer Partei auf. Dasselbe lautet: 2 wollen erstlich einen dänischen Staat mit der Eider als 8 Gränze, in dessen Innern die dänische Nationalität zu ihrem veh Rechte kommen soll, so weit die dänische Sprache tönt, wäͤhte die in demselben vorhandenen anderen Nationalitäten geachtet beschützt werden; einen Staat, dessen äußere Unabhängigkeit wirkliche Thatsache werden soll, indem er nämlich aus der d mischung mit dem deutschen Bunde befreit und deutlich und best von diesem abgegränzt wird, seinen politischen Stützpunkt aber 8 seine Sicherheit gegen Gefahren von Außen in der Freundschai a dem Bündniß mit den nordischen Bruderländern sucht. Zvengf wollen wir, daß dieser Staat reorganisirt, seine äußere lu. hängigkeit gesichert und seine innere Entwickelung geförden za, durch die Einführung einer auf Gleichheit der Vort hut a Lasten, der Rechte und Pflichten gegründeten freien Verisöe welche einer aus allgemeiner Wahl hervorgegangenen Wältz⸗ tretung das Steuerbewilligungsrecht und eine beschließende N. wirkung bei der Gesetzgebung überträgt.“ Das Blatt forden ⸗ dann alle diejenigen Wähler, welche diese Grund⸗Ansichten thei auf, bei den bevorstehenden Wahlen für solche Männer ihre Stig abzugeben, die nicht blos constitutionell gesinnt sind, sondern zun auch ein nationales Interesse haben; doch giebt es auch zu, dißs nicht wenige Dänen gäbe, welche die Nationalität und die ile Unabhängigkeit bei dem bestehenden Zustande für hinreichend geste hielten, die an die Möglichkeit einer in den deutschen Bund sich z einerstreckenden Staatseinheit glaubten, ja, die eine organische Ae nung von Holstein und Lauenburg für ein politisches Unglück tm.
Auf der anderen Seite gäbe es auch Einige, welche die Einverlm
des ganzen dänischen Staats in den deutschen Bund nicht für m nationalen und politischen Untergang hielten, und Andere, die Sches wig aufopfern würden, wenn sie dafür eine Constitution für dask nigreich erkaufen könnten.
Schweiz.
Kanton Genf. Der Bericht der Verfassungs⸗Kommisse ist noch nicht beendigt und wird, wie die Revue de Genet meint, erst in der folgenden Woche, vielleicht erst nach
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zie höher gelegenen Stadttheile eingetreten, nachdem er den eüto der Juden, die Häuser des Borgo, der Via dell' Orso,
Scalette ꝛc. bis zum zweiten Stock unter Wasser gesetzt. Et⸗ und Korn⸗Magazine in der Campagna und Bottegha, wie arenlager, wurden bei nächtlicher Weile in einer Weise verwüstet, feiner der jetzt lebenden Römer sich sonst noch erinnern kann.
des Verlusts vieler Heerden nicht zu gedenken, nicht wenige * von Menschenleben in der mehrere Meilen um Rom durch die
und ihre Zuflüsse vom Gebirge her zum See gewordenen Cam⸗ Ein Glück für die öffentliche Ruhe ist es, daß bei der all⸗ Nahrungsnoth die Congregazione dell'Annona keine Ausga⸗
die Stadt⸗ und Landarmen unentgeltlich mit Brod und versehen. Sie verwandte in den drei letzten Tagen 9000 Das neue Rom hat die Tiber⸗Ueberschwemmungen mit Nach Livius ward letzteres im Jahr 565 von ff derselben heimgesucht. Ja, die antike Stadt muß mehr noch nten haben, als die moderne, denn ihr Niveau war um 3 bis 6 ter niedriger. Nur ein Kai könnte den Lauf des Flusses regeln bei solchen Vorkommnissen zügeln. Lapidar⸗Inschriften auf öffent⸗ Plätzen in Rom versichern, daß die Tiber aus ihren 50 bis Schuh hohen Ufern sich bis zu folgender Höhe in den Stra⸗
erhob: 8 im Januar 1742 „ Dezember 1702 8 November 1686 Dezember 1495 November 1660 Februar 1637 Januar 1606
Jahre 1530 13,684
„ 1598 15,287 Von all' den angeblich bevorstehenden Ernennungen und Ver⸗
nen scheut, sch zu darauf. D
alten gemein.
9,410 Meter, 9,850
11,834 12,277
2,992 12,992
ungen mehrerer Beamten scheint bis jetzt nur die des Mons.
rini, Governatore di Roma, sich zu bestätigen. Diesem Prälaten man die Stelle des General⸗Auditors der Camera zugedacht, man nennt den Mons. Grasselini, gegenwärtig in Ancona, als n Nachfolger. Die Versetzung des Governatore von seinem Po⸗ ohne daß er zum Kardinal erhoben wird, ist etwas Außerge⸗ nliches, und obgleich sein neues Amt als nächste Beförderun hfalls zur Kardinalswürde führt, so ersieht man doch daraus, daß 8 IX. sich nicht unbedingt an Hergebrachtes binden will. Die Kommission zur Entwerfung eines neuen Gesetzbuches ist zusammengetreten, und man erwartet recht viel Gutes von ihr, m außer den früheren Mitgliedern die ersten Rechtsgelehrten des ats, als die Advokaten Silvani aus Bologna, dem die Rückkehr sin Vaterland durch die Amnestie zu Theil wurde, ferner Pagani Imola, Giuliani aus Macerata und Cicognani und Leencilli von , dazu berufen sind. Mons. Rusconi ist dieser Kommission als retair beigegeben. Der Code Napoleon soll dem neuen Gesetz⸗ h zur Grundlage dienen, mit Rücksicht auf die besonderen Ver⸗
Weihnachtemlnisse des Landes; auch die in anderen Staaten gegebenen neuen
dem Großen Rathe vorgelegt werden können. Das genannie Baatzssetzbücher sollen zu Rathe gezogen werden.
theilt die Grundzüge des neuen Verfassungs⸗Entwurfes mit. D. Begriff der Volks⸗Souverainetät und die Bezeichnung der individuclh Rechte sollen genauer und bestimmter abgefaßt sein. Das Stim recht wird auf die Almosengenössigen ausgedehnt; den Miteidgem sind einige Wahlrechte, die das Gesetz noch zu bestimmen hat, ei räumt. Der Titel „Syndik“ ist abgeschafft. Die Regierung hat Präsidenten und Vice⸗Präsidenten, welche vom Staatsrath selbst
Rom, 12. Dez. Obgleich heute der Fluß noch nicht ganz in Ufer zurückgetreten ist, so kann man doch überall wieder zu den sern und Magazinen gelangen. Allwärts hat das Wasser arge wüstungen angerichtet. So wie man vernimmt, ist in der Stadt eine Person ums Leben gekommen, dagegen sollen in dem Strom
hrere Leichname dem Meere zugeschwommen sein, welche in der
ampagna ertranken.
Pferde, Ochsen, Schweine und eine Menge
wählt werden. Der Große Rath und der Staatsrath untere afe, so wie Haus⸗ und Ackergeräthe, trieb der Strom mit fort. ggleich die Regierung alles Mögliche anwendete, um die Noth⸗
alle drei Jahre einer Integral⸗Erneuerung.
Kanton Tessin. Auf die Interpellation des Herrn! marchi hinsichtlich des vom Archidiakon von Mailand erlassenen K schreibens antwortete der Staats⸗-Rath in der Großraths⸗Sie vom 12ten d., es sei allerdings ein solcher Hirtenbrief zur Kenmt der Staats⸗Rathes gelangt, allein es habe derselbe darin nichts! wieglerisches zu finden vermocht, weshalb er auch gegen die weir regelmäßige Versendung dieses erzbischöflichen Schreibens nicht ein schritten sei. Dagegen sei allerdings auch er mit dessen Inhalt n ganz einverstanden und habe daher sowohl dem Mons. Rusca,! auch dem Bischofe von Como die Einladung zukommen lassen wi fürderhin keine dergleichen Rundschreiben mehr zu versenden, ohne vorher dem Staats⸗Rathe zur Genehmigung vorgelegt zu ht Herr Großrath Battaglini fragte, ob diese zwei staatsrätßgl Schreiben schon abgegangen seien? Auf die Antwort: Nwft würden erst Abends abgehen, stellte er den Antrag: Wm een Staats⸗Rath nicht für nöthig erachte, von sich aus die er fodꝛüdn Maßnahmen zu treffen, um die in jenem Rundschreiben der Fonn angeordneten öffentlichen Gebete zu verhindern, so sei derselbe dit den Großen Rath einzuladen, unverzüglich einen Gesetz⸗Entwuf tg zulegen, durch welchen deren Abhaltung verboten und zugleich Priester für aufrührerisch erklärt werden, welche diesem Verbote ng nachkommen würden. Herr Battaglini verlangte, daß seine Na für dringlich erklärt werde, was aber nicht beliebt wurde; diis ward also reglementsgemäß an eine Kommission gewiesen.
In der Sitzung des Großen Rathes vom 14ten d. M. kam Gesetz⸗Entwurf über die Regulirung der Staatsschuld zur Sbit Die ganze Schuldenlast beträgt 4,084,446 Fr. und verlangt an ff lichen Zinsen und Tilgungsraten 227,877 Fr. Der Entwurf Staatsraths wird unverändert angenommen. — Eben so unerfuag ist der an eine Kommission gewiesene Voranschlag für 1847. zeigt derselbe eine Einnahme von 1,792,409 und eine Ausgabe 1,905,949 L., also ein Desizit von 113,339 L. Ein, wie es st⸗ ziemlich allgemein verbreitetes Gerücht von allerhand Veruntreuns in der Administration veranlaßt die Herren Luoini und Biantwte dem Antrage: Es sei der Staatsrath einzuladen, dem Großa Fage hierüber Bericht zu erstatten, so wie auch über das Ergebnsz in vom Großen Rathe schon im Jahre 1843 verfügten Untersoke
gegen mehrere Staats⸗Angestellte, auf denen der Verdacht ungeine 6
Verwaltung lastete.
Die Amnestie⸗Gesuche von neun politisch Verurtheilten - auch Tessin, obwohl es alljährlich an der eidgenössischen Tagsaf sfür alle möglichen Amnestie⸗-Empfehlungen stimmt, hat selbst de noch immer eine nicht unbeträchtliche Zahl) werden an eine Komm⸗ sion gewiesen. ““
Sot g e n.
1 (A. Z.) Die vorgestrige Nacht sehr angstvolle. (S. das gestrige Blatt der Allg. Preuß. 38 Außer dem unter und über einem Flammenmeere von Blitzen mue
„ 11. Dez. wor
näher kommenden Rollen fernen Donners hörte man beim Pae rauschen unendlichen Regens nichts weiter in der westlichen Campa Roms, als Nothschüsse und Hülferufen von Winzern und Hirten nen die mit Windeseile überall überfluthende Tiber in ihren * die Dächer ertränkten Weilern den Tod in den Wellen drohte. da war unmöglich und Rettung durch die mit Windfackeln nach den “ schiedensten Richtungen hin ausgeschickten Regierungs⸗Barken, Ungefähr. Indessen war der Fluß an mehr als 200 Punkten
nden in Stadt und Campagna mit Lebensmitteln zu versehen die Bedrängtesten aus ihren Wohnungen abzuholen, so fürch⸗ man doch noch manches Unglück zu vernehmen, besonders den entfernteren Theilen der Campagna, wo man gestern mittag noch überall Nothschüsse that. Außer vielen Bür⸗ haben auch einige Mitglieder des römischen Adels, und r diesen der Fürst Borghese, sich rühmlich ausgezeichnet, m sie beisprangen und halfen, wo es Noth that. Der heilige er hat eine Kommission von Männern aus allen Ständen er⸗ d, die eine Sammlung zur Unterstützung der Armen eröffnen sch selber hat er mit einer Summe von 8000 Fl. aus seiner watkasse unterschrieben. Bei diesem Unglück, welches sich jährlich e oder mehreremale, wenn auch nicht in dem Maße, wie jetzt, herholt, ist es wieder aufs Tapet gebracht, die Einwohner des tto (Judenstadt) nach einem Punkte des alten Roms zu versetzen, wenn an dieser Stelle der Boden erhöht sei, stattliche Wohn⸗ er zu bauen, wodurch künftigem Unglück vorgebeugt und dem gel an Wohnungen in diesem Stadttheil abgeholfen würde. Die e Nacht entlud sich wieder ein starkes Gewitter, begleitet von im und Hagel, so daß man fürchtete, die Tiber würde wieder en. Man sieht traurigen Nachrichten von der See entgegen. Neapel, 8. Dez. (A. Z.) Wie verlautet, soll das ältere jekt, die Moorgegenden am Volturnus nächst Capua auszutrocknen das Land urbar zu machen, bald durch die Königl. Straßen⸗ Brückenbau⸗Kommission in Ausführung kommen. Am 6ten d., als am St. Nikolaustage, enthüllte man die herr⸗ n Bronzepferde aus St. Petersburg am neuen Eisengitter vor Gärtchen des Palazzo reale, wobei die Musiker zu Ehren des ers die russische National⸗Hymne spielten. Die ganze Besatzung pels zog heute, wie alle Jahre an diesem Tage, nach dem Campo, zu Ehren der Madonna immaculata, als Beschützerin der Armee, seierlichen Gottesdienst beizuwohnen. Der König mit allen Mit⸗ hern des Königl. Hauses war zugegen, und ein heiterer warmer g zur Verschönerung des Festes eine Menge Menschen da⸗
Fpantien I . „ 10. Dez. Die Provinz Albaceta hat Herrn 89 zu ihrem Deputirten erwählt, und allem Anschein nach wird d Pacheco in Cordova gegen den ministeriellen Kandidaten, Gra⸗ on Torres Cabrera, den Sieg davongetragen haben. Drei uner, wie Mendizabal, Olozaga und Pacheco, wiegen im Kon⸗ 1 8 als funfzig ministerielle Deputirte, denen die Gabe der ihle er Einfluß auf die Massen abgeht. Ob Cortina irgendwo 28 wurde, wissen wir noch nicht. An seiner Ausschließung liegt e und selbst der Königlichen Familie am meisten. Herr 8 behauptet nämlich, im Besitze höchst wichtiger, von dem In⸗ * Foön Enrique an ihn gerichteten Briefe zu sein, deren Zurück⸗ 8 Letzterer bisher vergebens zu erlangen suchte. Es scheint 8 daß Herr Cortina ankündigt, er werde, sobald er durch die 5 hc tten zustehende Unverletzlichkeit geschützt wäre, im Kon⸗ mstößli Benehmen des Infanten zur Sprache bringen und durch 8 8 Belege in das hellste Licht stellen. 8 fel eragossa wurden nur Progressisten gewählt. In Guada⸗ Run ie Wahl auf Don Jesus Munoz, Bruder des Herzogs pit 1 In sehr vielen Bezirken müssen neue Wahlen an⸗ Stim en, weil keiner der Kandidaten die erforderliche Anzahl Wammen erlangte. Hier in Madrid nahmen 2199 wahlberech⸗
rsonen an der Abstimmung keinen Theil.
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Der Infant Don Enrique ist zur Belohnung für sein jüngstes Benehmen zum Contre⸗Admiral (gese de escuadra) befördert worden, und derselbe Marine⸗Minister Armero, auf dessen Entlassung der Infant besteht, überreichte diesem das Königliche, ihm jene Würde verleihende Dekret. Aus diesem Schritte des Ministers will man den Schluß ziehen, daß er keinesweges gesonnen sei, freiwillig von sei⸗ nem Posten abzutreten. Ueberhaupt scheint die ministerielle Krise nicht denjenigen Ausgang nehmen zu wollen, auf welchen man ziem⸗ lich allgemein rechnete. Wenngleich Herr Isturiz und einer oder zwei seiner Gefährten entschlossen sind, sich von den Geschäften zurückzu⸗ ziehen, so erklären sie sich doch zu diesem Opfer nur unter der Be⸗ dingung bereit, daß keiner der dermaligen Minister in ein neues Ka⸗ binet eintrete. Der Finanz⸗Minister dagegen versichert der Königin und dem französischen Botschafter, er fühle sich stark genug, nach Beseitigung des Herrn Isturiz, des Justiz⸗ und des Marine⸗Ministers ein neues Kabinet zu bilden und, an dessen Spitze gestellt, die Cor⸗ tes nach seinem Gutdünken zu lenken, die Revolutionaire zügeln und das Bündniß mit dem französischen Hofe noch enger knüpfen zu kön⸗ nen. abwarten, ehe sie einen Beschluß über die völlige oder theilweise Aenderung des Ministeriums faßt.
Als der König sich vermählte, wurde ihm als Beichtvater der⸗ selbe Geistliche zugewiesen, welcher das Gewissen der Königin Marie Christine beräth. Nach einem Monat entließ ihn der König.
Die Sucht nach Rang⸗Erhöhungen und militairischen Würden hat jetzt sogar die Nonnen ergriffen. Die Aebtissin eines Klosters in Granada, dessen Nonnen eine wunderthätige Statue der heiligen Jungfrau bewahren, erbot sich, die Königin zur Patronin ihres Kon⸗ ventes zu erklären, falls sie dagegen jener Statue die Insignien eines Feldmarschalls verleihen wolle. Der Entschluß der Königin ist noch nicht bekannt geworden, und man weiß nicht, ob sie den Kriegs⸗ Minister oder den Patriarchen bei diesem Falle zu Rathe zieht. In einem anderen Nonnenkloster von Granada (den Comendadoras von Santiago) erhielt vor einem Jahre ein aus der Fremde kommender angeblicher Geistlicher Erlaubniß, Messe zu lesen, zu predigen und Beichte zu hören. Sein frommes Benehmen erwarb ihm die beson⸗ dere Anhänglichkeit der Nonnen, bis endlich sich auswies, daß er kein Geistlicher, sondern ein aus Cadix entlaufener Unteroffizier war.
Der Finanz⸗Minister hat hunderttausend Pfd. St. zur Bezahlung der am 1. Januar fälligen Zinsen der Jprozentigen Schuld remittirt.
Der General Prim ist vor einigen Tagen hier angekommen.
Aus Portugal sind wichtige Nachrichten eingegangen. Der bekannte Schotte Maedonald, früherhin General Dom Miguel's, hat sich, an der Spitze von 3000 bewaffneten Bauern, der Stadt Braga bemeistert und dort Dom Miguel als unumschränkten König ausgeru⸗ fen. Die Behörden von Braga hatten sich zuvor nach Porto ge⸗ flüchtet. Unter diesen Umständen sah der Gouverneur der portugie⸗ sischen Gränzfestung Valenza (unfern der Mündung des Minho) sich so bedrängt, daß er den spanischen General⸗Capitain von Galicien um Beistand ansprach. Demnach erhielten 400 Mann Infanterie, die sich am Bord eines im Hafen von Vigo liegenden portugiesischen Kriegsschiffes befanden, am 3ten Erlaubniß, sich auszuschiffen und be⸗ waffnet durch das spanische Gebiet nach Valenza zu marschiren. An demselben Tage rückte die spanische Besatzung von Pon⸗ tevedra an die portugiesische Gränze vor. Ein Brief aus Orense vom 6ten berichtet gar, der dortige Befehlshaber hätte dem Gouverneur von Valenza, der ihn am 4ten dringend um Hülfe an⸗ sprach, dreihundert spanische Soldaten zugeschickt. Diese Nachricht bedarf der Bestätigung. Unterdessen übernachtete, wie es scheint, der Baron von Casal mit seinen der Königin treuen Truppen am 4ten in Amarante und beabsichtigte, am 6ten die Stadt Porto anzugrei⸗ fen. Da er sich aber in der Nähe der Miguelisten befunden haben muß, so hat er vielleicht mit diesen seine Waffen gemessen. Die Post aus Lissabon ist seit mehreren Tagen hier nicht eingetroffen. Es heißt aber, der Graf das Antas hätte der Königin versöhnende Vorschläge gemacht und sich für den Fall, daß sie diese annähme, bereit erklärt, gemeinschaftlich mit dem Marschall Saldanha gegen die Miguelisten im Norden zu marschiren. Der Heraldo will sogar wissen, daß sämmtliche Truppen des Generals das Antas zu Saldanha überge⸗ gangen wären.
Vereinigte Staaten von Nord-Ameriha.
London, 18. Dez. Das Dampfschiff „Acadia“ ist vorgestern mit Nachrichten aus den Vereinigten Staaten in Liverpool angekom⸗ men, die um vier Tage neuer sind, als die zuletzt mitgetheilten, und also bis zum 30. November aus New⸗NYork reichen. Die Be⸗ richte vom Kriegsschauplatz in Mexiko melden die Wegnahme von Tampico durch das amerikanische Geschwader, bringen aber nichts Neues aus dem Haupt⸗Quartier der Land⸗Armee in Monterey. Die amerikanische Flotille segelte am 11ten und 12. November unter Commodore Connor, dem sich Commodore Perry anschloß, welcher die letzte Expedition gegen Tabasco geleitet hatte, gegen Tampico. Am 14ten überschritt Commodore Perry mit den Schiffen „Spitfire“, „Vixen“, „Petrel“, „Bonita“ und „Reefer“ die Barre, und es folgten ihm bald darauf auch die Schiffe, Cumberland“, „Mississippi“, „Princeton“ und „St. Mary's“. Die Mexikaner leisteten keinen Widerstand, da be⸗ kanntlich Santana die Besatzung nach San Luis Potosi zur Verstär⸗ kung seiner Armee gezogen hatte, und die Stadt wurde ohne Weite⸗ res übergeben. Der „Mississippi“ wurde sogleich nach Balize abge⸗ schickt, um Truppen zur Besetzung der Stadt zu holen, und 150 Mann vom s1sten und Zten Infanterie⸗Regiment befanden sich be⸗ reits auf dem Marsche. Indeß verlangt Commodore Connor in seinen Depeschen, welche die Washington Union mittheilt, die Absen⸗ dung noch größerer Truppen⸗Abtheilungen, da die Stellung Santana's in San Luis Potosi große Verstärkungen nöthig mache. General⸗ Major Scott mit mehreren Ingenieur⸗Offizieren ist demzufolge von Washington nach New⸗ Orleans abgegangen, von wo er am 30sten nach Mexiko zur Leitung der ferneren Operatio⸗ nen sich begab, und aus dem Staat Louisiana sollen bin⸗ nen kurzem 800 Mann nach Tampico abgehen. Ob General Scott den Oberbefehl über sämmtliche Truppen übernehmen und demnach dem General Taylor vorgesetzt werden wird, ist nicht be⸗ kannt. Uebrigens haben die Amerikaner mit der Eroberung Tam⸗ pico's noch nicht viel gewonnen. Ein Vorrücken gegen Santana, der in San Luis Potosi 18,000 Mann bereits versammelt haben soll, ist ohne eine starke Streitmacht wegen der natürlichen Schwierigkei⸗ ten des Landes nicht möglich, die Hauptstadt kann man von Tam⸗ pico nicht anders erreichen, als wenn Santana zuvörderst aus seiner gut gewählten Stellung getrieben ist. Vom Norden her kann das mexikanische Heer aber gleichfalls nicht so leicht angegriffen werden, da es General Taylor in Monterey sowohl an Truppen, als an Le⸗ bensmitteln fehlt, um einen Marsch von 400 Miles durch ganz wüste Gegenden bis zu dem Tafelland von Potosi zu un⸗ ternehmen. Santana steht also vorläufig gesichert und kann leicht von Potosi aus einen vortheilhaften Angriffskrieg beginnen. Der einzige Weg, auf welchem die Amerikaner Mexiko erreichen kön⸗ nen, scheint der über Veracruz, das man indeß in gehörigen Ver⸗ theidigungszustand gesetzt hat. Aber auch hier werden sie auf Hin⸗ dernisse stoßen; denn wenn auch Veraeruz erobert werden sollte, so
Vermuthlich wird die Königin erst den Ausgang der Wahlen folgende, boffentlich beruhigende Aufflärung zu geben.
ist doch noch der Weg von dort bis Mexiko eben so weit, wie von Potosi bis dahin, und Santana wird nicht verfehlen, den Amerika⸗ nern zuerst noch eine Schlacht zu liefern, ehe sie in das Thal von Fenochtitlan herabsteigen. Die Sendung des General Scott scheint in der That die Eroberung von Veracruz zum Zweck zu haben.
Der Eröffnung der beiden Kongresse, nämlich der Republik Mexiko und der amerikanischen Union, welche zu gleicher Zeit statt⸗ findet, die erste am 6ten, die zweite am 7. Dezember, sieht man mit großer Spannung entgegen, da aus den Botschaften der beiden Prä⸗ sidenten die ferneren Ereignisse sich werden abnehmen lassen.
Die mexikanische Verwaltung ist aufgelöst, und General Almonte begiebt sich nach England.
Eisenbahnen.
Hamburg, 20. Dez. Von Seiten der Direction der Berlin⸗ Hamburger Eisenbahn wird heute Nachstehendes veröffentlicht: „Das gestern so sehr verzögerte Eintreffen unserer Bahnzüge veranlaßt uns, So lange unsere Bahn nur ein einfaches Geleise hat, war es nöthig, die Punkte zu bestimmen, wo die Züge von den entgegengesetzten. Ab⸗ gangspunkten sich kreuzen müssen, um jedes verderbliche Aufeinander⸗ stoßen unmöglich zu machen. An diesen Bestimmungen ohne alle Ausnahme festzuhalten, sind alle betreffende Beamte aufs strengste instruirt, und so mußten die resp. von Wittenberge und Berlin nach Hamburg abgegangenen Frühzüge resp. in Boitzenburg und Witten⸗ berge das Eintreffen des Hamburger Morgenzuges auf dortigen Sta⸗ tionen abwarten. Diesem hatte aber, etwa auf halbem Wege zwi⸗ schen Büchen und Boitzenburg, das in dortiger Gegend bis gegen Mittag anhaltende heftige Schneetreiben den Weg wiederholt so ge⸗ sperrt, daß, trotz aller von beiden Seiten her angewendeter Anstren⸗ gungen, seine Ankunft in Boitzenburg erst gegen 5 ½ Uhr Nachmittags und in Wittenberge verhältnißmäßig später möglich wurde. Die zur gänzlichen Räumung jener Bahnstrecke nöthigen Maßregeln veranlaß⸗ ten sodann für den ersten der nach Hamburg bestimmten Züge einen Aufenthalt von noch einigen Stunden; eigentliche Unfälle haben wir aber Gottlob! nicht zu beklagen, und die Ordnung ist nicht anders gestört worden, als durch die höhere Gewalt der Elemente; — viel⸗ mehr glauben wir, der von unseren Beamten bei dieser Gelegenheit bewiesenen unermüdlichen Ausdauer die öffentliche Anerkennung nicht versagen zu dürfen.“
Handels- und Börsen-Nachrichten. Berlin, 24. Dez. Die Course der meisten Eisenbahn⸗Actien sind heute etwas gewichen, doch war der Rückgang nicht nennenswerth, da das
Geschäft sehr beschränkt blieb und hauptsächlich für den bevorstehenden Ul⸗ timo liquidirt wurde.
2½ Amsterdam, 19. Dez. Am hiesigen Fondsmarkte ist diese Woche in den Coursen mehrerer Staatspapiere eine Verbesserung eingetreten; sei verwichenem Montag wurden täglich hin und wieder erhebliche Einkäufe von Integralen und Zprozentiger wirklicher Schuld gemacht, wodurch beide De⸗ visen allmälig höher gingen und zugleich günstig auf andere gewirkt wurde; Integrale schienen meistens für inländische Rechnung angeschafft zu werden und haben sich von 59 ⁄¾% bis 59 %ℳ gehoben, 3prozentige wirkliche Schuld stieg von 71 ½ % allmälig auf 71 ½ %, 4prozentige dito von 92 ½ bis 92 28 %. Das Geschäft mit Actien der Handels⸗Maatschappy hat merklich an Lebhaf⸗ tigkeit verloren, und war die Fluctuation der Course nur unbedeutend; nach⸗ dem der Preis zwischen 173 ⅜ und 174 % wechselte, wurde gestern 174 ½ % angelegt. Alte russische 5prozentige Obligationen bei Hope sind die ganze Woche über in Frage gewesen und haben sich dadurch von 105 auf 105 % verbessert; Aprozentige Certifikate bei demselven theilten die bessere Stimmung und erreichten 89 ⅛ %; 5prozentige wiener Metalliques wurden zu 104 ½ % gekauft. Die Preise der spanischen Ardoin⸗Obligationen gingen erst von 21 7% bis 21 % herunter, die von Paris zuletzt bekannt gewordenen besseren Course brachten dieselben hier gestern auf 21 ⅛ %. Portugiesische Obligatio⸗ nen blieben verwichenen Sonnabend auf 38 ¼ % stehen, nach den seitdem über England eingetroffenen ungünstigen Berichten hat man bis zu 36 ½ % kausen können, der Cours stieg dann wieder bis 37 ¾ % und blieb zuletzt auf 36 ¾ % stehen. Brasilianische Obligationen sind begehrt gewesen und erreichten 88 ½ %. Gestern wurden einige griechische Obligationen zu 4 ½ a ½ % umgesetzt. Utrecht⸗Arnheimer Eisenbahn⸗Actien holten 108 %. Der Geld⸗Zins⸗Cours erhielt sich auf 4½ %; für gewöhnliche Anleihe⸗Geschäfte konnte man zuweilen etwas billiger ankommen.
Wegen eingetretenen Winterwetters blieb der Handel am Getraidemarkt sehr still; gestern kamen auch nur einzelne Geschäfte zu Stande, wobei für 127 pfd. bunten polnischen Weizen 350 Fl. und für 119pfd. preußischen Roggen 275 Fl. bezahlt wurde.
Berliner Börse. Den 24. Dezember 1846. r. Cour detien. 8 Brief.] Geld.
93 ½ 92 ⅓
Pr. Cour. Brief. Geld.
89
Fon ds. Gem
—
Brl.Potsd. Magdb.] 4 do. Obl. Lit. A. B. 4 91¼ 91 do. Prior. Oblig.] 5 100 ½¼ Mgd. Lpz. Eisenb. — — do. do. Prior. O bl. 4 — Brl. Anh. abgest. — — do. do. Prior. Obl. 4 Düss. Elb. Eisenb. — do. do. Prior. Obl 4 Rhein. Eisenb. — do. do. Prior. Obl. 4 do. v. Staat garant. 3 ½ Ob.-Schles. E. L. A 4 Prior. 1 4 do. Lt. B. B.-St. E. Lt. A. u. B. — Magd.-Halbst. Eb. 4 Br.-Schw.-Frb. F. 4 do. do. Prior. Obl. 4 1 [Bonn-Kölner Esb. 5 Niederach. Mk. v.‧. 4 Priorität 4 do. priorität 5 99 ½ Nied.-Mrk. Zzwgb. 4 67 ½ Priorität 4 8 . — 78 ½ 98 ½⅔
St. Schuld-Sch.
Prämien-Scheine d. Seeh. à 50 T.
Kur- u. Neumärk.
Schuldverschr.]8 Stadt-
Obligationen Westpr. Pfandbr. Grossh. Pos. do.
802 — — 80—
Berliner
08
do. do. ² Ostpr. Pfandbr. s
Pomm. do.
— 8
Kur- u. Neum. do. Schlesische do. v. Staat ga- rantirt. Lt. B.*
0⁷+ [⁷ A
do. 2 do.
—2 ₰ △*
Gold al marco. Friedrichsd'or. And. Gldm. à 5 Th.
Disconto. do.
do. Wilh.-B. (C.-O.) 4 Berlin-Hamb. 4
1
Pr. Cour. Thlr. zu 30 Sgr. Brief. Geld
Cour s.
Amsterdam .250 F do. 250 PF!l. 111616“; 300 Mk. do. 300 Mr.
1 Lst. at 1X“ 300 PFr. Wien in 20 Xr. 150 Fl. Augsburg 150 Fl.
100 Thlr.
Leipzig in Courant im 14 Thl. 100 Thlr.
Frankfurt a. M. südd. W. . . . . 100 Fl. 100 SRbI.
Kurz — 141 4 “M“ — 140 ½ Kurz 1512 — 2 At. 149 ½ 149 ¾ Mt. 8 - t. 101 ½¾ 101½¼ Mt. 101 ¾⅔ — Mt.
Tage
Mt.
Mt.
3 Wochen
Breslau
rore Mrore rere
Petersburg.