Großherzogthum Mecklenburg⸗Schwerin. Der diesjährige Landtag zu Malchin ist am 22. Dezember durch Land⸗ tags⸗Abschied geschlossen worden. Es heißt darin unter Anderem: „In Betreff der ersten Proposition nehmen Se. Königl. Hoheit die Bewilligung der ordinairen Contribution für das Jahr von Johannis 1846 bis Johannis 1847 gnädigst an. Anlangend die zweite Proposition, so bedauern Se. Königl. Hoheit, daß die getreuen Stände über die empfohlene Aufhebung der Stempel⸗ und Kollateralstenern sich nicht zu einigen vermocht haben, und müssen sich vorbehalten, auf diese Maßregel zurückzukommen. liegt das Wohl des Landes Sr. Königl. Hoheit zu sehr am Her⸗ zen, als daß sie es nicht innigst beklagen müßten, daß in Folge der ablehnenden Erklärung der getreuen Ritterschaft, auf den empfohle⸗ nen Gränzzoll und die proponirte Branntwein⸗Maischsteuer wei⸗ ter hineinzugehen, die so höchst dringenden Verhandlungen über Verbesserung des Steuer⸗ und Zollwesens unterbrochen er⸗ scheinen und demnach die allseitig als verderblich erkannten Zustände noch weiter fortbestehen müssen. Se. Königl. Hoheit anerkennen zwar die ausgesprochene Geneigtheit der getreuen Ritterschaft, mit Hintansetzung ihrer eigenen Interessen, des Landes Wohlfahrt Opfer darzubringen; insofern aber hierbei die Absicht wiederum auf eine Ablösung der bestehenden indirekten Steuern und Zölle durch direkte Besteuerung gerichtet ist, erscheint ihnen dies Erbieten. ohne praktische Bedeutung, da Se. Königl. Hoheit es mit ihren landesherrlichen Pflichten unvereinbar halten, auf ein solches Steuersystem einzugehen, wobei sämmtliche Landes⸗ und Kommunallasten blos durch direkte Steuern aufzubringen wären. Was sodann die vierte Landtags⸗ Proposition anlangt, so bedauern Se. Königl. Hoheit, daß über die vorgeschlagenen Maßregeln zur Verbesserung des Münzwesens eine vollständige Einigung zwischen ihnen und ihren getreuen Ständen nicht erreicht ist. Se. Königl. Hoheit behalten sich vor, diejenigen Verfügungen zu erlassen, die ihnen zur Erreichung des Zwecks ange⸗ messen erscheinen.“
Fürstenthum Lippe⸗Detmold. Das am 27. Dezember erschienene Regierungsblatt enthält eine Bekanntmachung, nach wel⸗ cher ein Landtag ausgeschrieben und zu dessen Eröffnung der 27. Januar 1847 angesetzt ist. “
. DSDesterreichische Monarchie.
Wien, 27. Dez. Der Oesterr. Beob. enthält in seinem heutigen Blatte folgende Erklärung:
„Das Journal des Débats vom 17. d. M. übersetzt aus der bekanntlich zu Leipzig erscheinenden Deutschen Allge meinen Zeitung zwei Artikel über die Beschlüsse, welche die drei Mächte Hesterreich, Preußen und Rußland in Bezug auf Krakau gefaßt und ausgeführt haben, und sagt in der Einleitung, daß diese Artikel dem offiziellen Organ des wiener Kabinets entnommen seien. — Auf diese Angabe hin schreiben fast sämmtliche pariser Journale vom folgenden Tage jene beiden Artikel dem Oesterr. Beob. zu, in wel⸗ chem sie nie gestanden haben!“
Aus dem Pusterthal, 19. Dez. (A. Z.) Die neue Straße von Bruneck gegen Niederdorf ist nun in allen ihren Sec⸗ tionen eröffnet. Sie bildet eine erwähnenswerthe Verbesserung der immer wichtiger werdenden nächsten Verbindungs⸗Linie der Häfen von Triest und Venedig über die Tyroler Gebirge durch das Pusterthal nach Deutschland und dessen nördlichen Häfen. Obgleich in ihrer Länge von 9000 Klaftern nur ein Glied dieser Straßenkette, wird sie immerhin wegen ihres großartigen Baues und der hierbei be⸗ obachteten regelmäßigen Niveau⸗Vertheilung ihre vortheilhafte Wir⸗ kung auf die schnellere und bessere Beförderung der Posten und des kommerziellen Durchzuges auf dieser Route künftig nicht verfehlen. Fünf Warnungs⸗Tafeln erinnerten früher auf den steilen An⸗ höhen der alten Straßenstrecke an den nothwendigen Gebrauch des Radschuhes. Sie sind verschwunden, und der Reisende glaubt nun hinsichtlich der Fahrbahn selbst in Mitte der beiderseitig em⸗ porsteigenden tyroler Gebirge und der von der Rienz und ihren Sei⸗ tenbächen aufgewühlten und überbauten Schluchten und Thäler sich auf die Chaussee eines Flachlandes versetzt. Der Plan wurde von dem K. Provinzial⸗Bau⸗Directions⸗Adjunkten Dalbosco entworfen, und die solide und uneigennützige Ausführung desselben auf Kosten des tyrolischen Approvisionirungs⸗Fonds mit einem Aufwand von 400,000 Fl. gereicht den betreffenden Bau⸗Uebernehmern zur wohl⸗ verdienten Ehre. Die vorige ostindische Post wurde bereits zum er⸗ stenmale über diese neue Straße befördert, und war auch die Be⸗ fahrung einer neu bekiesten und noch nicht angetriebenen Bahnsohle auf die nicht unbedeutende Länge von 4 ⅞ Stunden bei dieser jüng⸗ sten Probefahrt ein Hinderniß der Eile, so wird künftig durch diese Straßen⸗Correction doch immerhin auch ein Scherflein zur schnelleren Durchführung derselben von tyrolischer Seite bei⸗ getragen werden, denn es schließt sich diese neue Linie nun mit geringer Unterbrechung an die im Jahre 1830 auf Kosten der italienischen Regierung erbaute schöne Ampezzaner Post⸗ und Kommerzialstraße an, welche als neu eröffnete Communication zwischen Deutschland und Italien von der Seite des Pusterthals schon in so kurzer Zeit der Absicht ihrer Herstellung mit dem günstigsten Erfolg entspricht, da sie nebst der Postverbindung und dem Waarendurchzug auch für den Holz⸗ und Getraidehandel zwischen dem Pusterthal und
dem venetianischen Gebiet von großem Vortheil ist. Das alte Sprüch⸗ wort, „die Gasthäuser ziehen der Straße nach“, bewährt sich auch auf dieser Route durch mehrere, theils schon ausgebaute, theils im Bau begonnene neue Gasthöfe, unter welchen letzteren das großartige, mit allen Bequemlichkeiten eingerichtete neue Posthaus in der Kreis⸗ stadt Bruneck besonders bemerkt zu werden verdient, denn es bildet in gleicher Fronte mit dem ebenfalls im Bau begriffenen neuen Kreis⸗ Amts⸗Gebäude einen Schmuck dieses Städtchens. -Knußland und Polen. St. Petersburg, 24. Dez. Se. Majestät der Kaiser hat befohlen, daß dem Publikum der Zutritt zu der Leiche der Groß⸗ fürstin Maria Michailowna in der Peter⸗Pauls⸗Kathedrale heute von 7 bis 10 ⅞ Uhr Morgens und sodann von 1 bis 8 Uhr Abends gestattet sein soll. Um 1 Uhr Mittags findet das Todten⸗Amt statt. n Frankreich. gnut Pearis, 25. Dez. Es heißt, Herr Guizot wolle alles nur Mögliche aufbieten, um in der Thronrede verkünden zu können, daß die Zwistigkeiten, welche sich momentan zwischen Frankreich und England erhoben hätten, sehr erfreulicherweise wieder ausgeglichen seien. 8 Der Konsul Barbet wartet zu Bourbon auf weitere Instructio⸗ nen. Nach einer Mittheilung des Journal de Commerce der Insel Bourbon hatte derselbe sich schon früher über Zurücksetzung von Seiten der englischen Behörden beschwert gehabt. Man hätte ihm beim Empfang des Gouverneurs nicht den Vorrang eingeräumt, zu dem er berechtigt gewesen, auch habe man bei einem offtziellen Diner den Toast auf den König der Franzosen nach dem auf den Herzog
1““ — “ 8 2
Was die dritte Proposition betrifft, so
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Wellington folgen lassen, und deshalb sei er weder bei dem Diner erschienen, welches dem Admiral Dacres zu Ehren gegeben worden, noch habe er es für seine Schuldigkeit gehalten, dem Admiral den ersten Besuch zu machen.
Der Constitutionnel behauptet, Pritchard verlange eine Ent⸗ schädigung von 5000 Pfd St. für seine zu Grunde getichtete Apo⸗ theke zu Othaheiti, während man französischerseits seinen ganzen Verlust auf 2000 Fr. anschlage.
Auf einen Bericht des Ministers des Innern über die Theuerung sind durch Königliche Veordnung Kredite zum Belaufe von 5,200,000 Fr. angewiesen worden, um die Wohlthätigkeits⸗Anstalten zu unter⸗
stützen und um durch Staats⸗Arbeiten die brodlosen Tagelöhner zu beschäftigen.
Das Gesetz⸗Bülletin enthält eine Verordnung zur Abänderung der Zölle in Algerien, wo künftig Pech und alle bituminösen Stoffe,
so wie Tafelobst, frei eingehen, die Ausfuhr der Gerberrinde aber
nur nach Frankreich gestattet werden soll.
Der Minister des Innern hat nun die neue Organisation der National⸗Garde von Straßburg bewilligt und durch den Präfekten den Maire dieser Stadt von diesem Beschlusse in Kenntniß setzen lassen.
s Die Akademie der Inschriften und schönen Wissenschaften hat an die durch den Tod des Herrn Ideler erledigte Stelle Herrn Panofka zu Berlin mit 18 Stimmen zu ihrem auswärtigen Korrespondenten ernannt. Herr Lobeck zu Königsberg erhielt 13 Stimmen. b
Das Journal des Débats erklärt sich wiederholt gegen eine Verbindung Frankreichs mit Rußland, wie die Presse sie wünscht, und dagegen eben so entschieden für eine Verbindung Frankreichs mit England. S
Der Baarvorrath der Bank von Frankreich soll jetzt 73 Millio⸗ nen Fr. betragen. 1
Es handelt sich jetzt um die Ernennung eines Admirals an die Stelle des verstorbenen Duperré. Die drei zunächststehenden Vice⸗ Admirale sind Jacob, Baudin und der Prinz von Joinville; auch der Vice⸗Admiral Mackau macht Ansprüche. Um Admiral zu werden, muß man nämlich ein Geschwader kommandirt und ein Seetreffen geleitet haben.
Baron James von Rothschild ist von London zurückgekommen; er war begleitet von Sir Antony von Rothschild, dem die Königin Viktoria in diesen Tagen den Titel als Baronnet verliehen hat.
Der Moniteur algerien vom 15ten d. enthält keine Nach⸗ richt von Belang. Sehr schlechte Witterung, die in Algerien schon seit acht Tagen herrschte, hatte die Ankunft der Posten aus den west⸗ liche Distrikten Algeriens verhindert.
Am 19. Dezember hatte eine zahlreiche Priester⸗Weihung durch den Erzbischof von Paris in der Kapelle des St. Sulpitius⸗Semi⸗ nars statt. Sie bestand aus 26 Priestern, 53 Diakonen und 39. Subdiakonen; 56 erhielten die kleineren Weihen und 13 die Tonsur.
In der Navigationsschule zu Brest haben am 17. Dezember am Bord des Lehrschiffs große Unordnungen stattgefunden, in Folgr de⸗ ren auf Befehl des Marine⸗Ministers jetzt sieben Zöglinge als die Rädelsführer dabei ausgestoßen worden sind. Nur aus Rücksicht auf die Familien Anderer hat nicht eine größere Anzahl dieses Loos ge⸗ troffen. f Abbé Veysseure, Redacteur des Ami de la Religion, ist zum Geheimen Kämmerer Piue' IX. ernannt worden.
Die hiesigen Bäcker beabsichtigen, ihre gewohnten Neujahrsge⸗ schenke an ihre Kunden einzustellen und statt dessen jährlich 100,000 Fr. für die Armen zu geben.
Ein neues Drama von Ponsard, Agnes de Méranie, hat im Odeon einen glänzenden Sieg davongetragen.
*.α Paris, 25. Dez. Mit Befriedigung kann man es sagen, der Stand der Dinge an der hiesigen Börse hat sich bedeutend ge⸗ bessert. Das Vertrauen ist nun unter den Besitzern von Eisenbahn⸗ Actien vollkommen wiederhergestellt. Kaum daß man noch von den Schwierigkeiten der Bank von Frankreich gesprochen hat in den letzt⸗ verflossenen 8 Tagen, und die allgemeine Meinung hat sich nun da⸗ hin festgestellt, daß sie nicht in die Lage kommen werde, irgend eine Ausnahme⸗Maßregel ergreifen zu müssen. Die Baarvorräthe der Bank haben seit Anfang dieses Monats nicht mehr ab⸗, sondern zu⸗ genommen, trotz des außerordentlichen Geldbedarfs, dem die Bank Genüge leisten mußte, und es ist eine nicht mehr zu bestreitende That⸗ sache, daß täglich wieder ein größerer Zufluß an baarem Gelde auf dem Platze von Paris sich bemerklich macht. Da die Haupt⸗Anlässe dazu noch in ihrem ganzen Umfange fortbestehen, so ist zu hoffen, daß dieser Geldzufluß auch für Anfang des Jahres 1847 sortdauern werde.
Auch die Nachrichten über den Stand des Wechsel⸗Verkehrs auf den meisten deutschen Plätzen lauten jetzt befriedigender. Die Wechsel⸗ Course heben sich dort wieder, besonders für Wechsel mit kurzer Ver⸗ fallzeit. Nur auf dem londoner Platze ist der Stand der Dinge in dieser Beziehung weniger günstig. Die Wechsel⸗Course stehen dort jetzt niedriger, als seit mehreren Jahren der Fall gewesen war. Auch hatte man die beunruhigendsten Gerüchte über die Lage der Dinge in Irland ausgestreut. Man wollte daraus den Schluß ziehen, daß die englische Regierung sich genöthigt sehen werde, beträchtliche Sum⸗ men Geldes zum Ankauf großer Quantitäten von Getraide und Mehl zu verwenden, um dadurch der Noth in Irland zu steuern. Dies erregte dann die Besorgniß, daß die englische Bank aus dem Grunde, weil dadurch ihre Baar⸗Reserve vermindert würde, am Ende auch ihren Diskonto erhöhen könnte, was neue finanzielle Schwierigkeiten auf dem londoner Platze zuerst und in unausbleib⸗ licher Ruͤckwirkung auch auf dem pariser verursachen würde. In⸗ deß darf man diese Beforgnisse doch wohl für übertrieben erachten. Die baaren Vorräthe an Geld in der englischen Bank bestanden in der letzten Woche noch aus mehr als 16 Millionen Pfd. St. (400 Millionen Fr. nach französischem Gelde), und ihre Reserve hatte seit der vorangegangenen Woche nicht abgenommen. Es läßt sich daher mit Grund hoffen, daß die Speculation hinreichen werde zur Deckung des Bedarfs der englischen Bevölkerung, ohne daß die englische Bank sich in die Nothwendigkeit versetzt sehen werde, zu einer Erhöhung ihres Diskonto zu schreiten.
Vielseitig ist seit einigen Tagen an der Börse hier ein Wunsch laut geworden, dessen Erfüllung allerdings den mehr oder weniger beunruhigenden Gerüchten, welche man von Zeit zu Zeit über den Stand der Reserve der Bank von Frankreich in Umlauf setzt, ein Ende zu machen geeignet wäre. Die englische Bank hat nämlich die Gewohnheit, jede Woche offiziell den Bestand ihrer Kasse, d. i. ihrer Vorräthe an Gold und Silber in geprägtem Gelde, an Gold⸗ und Silberbarren, an Banknoten, so wie die Zahl dieser, die in Umlauf sind, u. s. w. zu veröffentlichen. Dadurch wird natürlich jede Unge⸗ wißheit über diesen für den ganzen Verkehr und Kredit des Landes so wichtigen Punkt von vorn herein beseitigt, und falsche Gerüchte können sonach unmöglich ausgestreut werden. Dieses Beispiel wünscht man nun vielseitig auch durch die Bank von Frankreich nachgeahmt zu sehen. Dies könnte allerdings um so leichter geschehen und würde durchaus keine besondere Arbest erfordern, als bei der französischen Bank die Einrichtung besteht, daß jeden Morgen die Erhebung des Kassenstandes dem Gouverneur des Instituts vorgelegt werden muß,
also nur ganz einfach einmal in der Woche, sei es am Anfange am Schlusse der Woche, abgedruckt werden dürfte. Ob dieser Wen befriedigt werden wird, läßt sich freilich noch nicht vorhersagen.
Die Einzahlungen auf die Actien der Eisenbahn von Paris Lyon sind nun so weit vorangeschritten, daß die Gesellschaft beni die Verwendung in Erwägung gezogen hat, welche ihren Kapita zu geben sei. Sie scheint nicht Willene, sie in Staats⸗Papieren 2 zulegen, im Gegentheil spricht Alles für die Wahrscheinlichkeit, sie bei der Bank von Frankreich werden hintergelegt werden, si0 nun auf direktem Wege durch die Gesellschaft selbst oder durch N. mittelung des Schatzes, in dem Falle, daß die dreißig Millien welche das Ergebniß der ganzen, jetzt von den Actionairen zu l stenden Einzahlungen bilden, in Schatzbons angelegt werden. „. Kundwerdung dieser Notizen hatte ein Steigen der Course der Are der Lyoner Bahn hervorgerufen. 8
Was die Bahn von Rouen nach Havre betrifft, so hat das Sche, ben, welches der Administrations⸗Rath dieser Bahn in Betrefn Proben, welche die wiederumgebauten Thalübergänge von Bareng und von Malaunay nun zu bestehen haben, an den Syndikus e Wechsel⸗Agenten gerichtet, auf die Inhaber der Actien dieser Bg einen günstigen Eindruck gemacht und ein ziemlich lebhaftes Sieg der Course dieser Bahn veranlaßt. Man scheint nicht mehr zy zu zweifeln, daß diese Bahn die ihr auferlegten allerdings schnan Proben glücklich bestehen werde. Indeß wäre es gewiß zweckmifßig gewesen, das tägliche Bülletin über die Ergebnisse dieser Probe z ein Journal oder an den Commissair der Börse zu schichen, es dort öffentlich anschlagen zu lassen. Denn durch Uebersendung; den Syndikus der Wechsel⸗Agenten kömmt es offenbar nicht ze⸗ reichend zur allgemeinen Kenntniß. Die Actien der Bahn von Pmap nach Rouen kommen allmälig wieder in Gunst, weil man begri daß die Course, auf welche sie herabgesunken waren, außer Venü—⸗ niß standen zu den wirklichen Erträgnissen dieser Bahn. Außene übt auch die im Januar zu erwartende Auszahlung der Dipyide der Bahn, welche beträchtlich zu werden verspricht, bereits günsig Einfluß. Man hat bemerkt, daß, als für die Actien der Hauptünm wieder einige Neigung zum Sinken eingetreten war, jene der klenm Linien gesuchter waren. Nur die bald zu machenden Einzahlung auf die Actien der Bahnen von Boulogne, Montereau und NMme haben diese Actien auf ihre jetzigen Course herabgedrückt. De Peben der Bahn von Bordeaux nach Cette sind seit dem Tage, wo se züf dem Parquet erscheinen dürfen, nur geringen Schwankungen unterle gen. Die Liquidation der Geschäfte, die in der Coulisse gemcgh werden, geht zwar mühsam von statten, doch nicht mit den gyee Schwierigkeiten, welche man befürchtet hatte. Die meisten eingegu⸗ genen Verbindlichkeiten sind gehalten worden. Der Bey von Tunis, mit Beweisen zuvorkommendster Aufmer⸗ samkeit hier überhäuft, kehrt nun in seine Regentschaft zurück, id das freundliche Verhältniß, das schon bisher zwischen Frankreich und
eist . — her nnvfch Beschäftigung zu suchen, und daß sie sodann, da man
ee nicht beschäftigen päßig
ender irländischer efenuch die Ueber
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von der besten
Bersammlung von nach ihrer Erö Hölle von frem snen Luft gemacht,
schen Blätter, zuziehen, um b g d. Englands und Frankreichs, aufzulösen.
ihm bestanden hatte, S
wird künftig auf eine noch engere Weise for— bestehen. Der Bey hatte zu fürchten, daß er ohne Frankreichs Bei⸗ stand große Gefahr liefe, früher oder später dasselbe Schicksal n Kö⸗ ben, wie sein östlicher Nachbar, der Bey von Tripoli, der nun wieden definitiv zu dem Range eines bloßen Gouverneurs der Pforte j jener Provinz herabgesunken ist, nachdem es demselben mißglückt we ebenfalls jene Unabhängigkeit sich zu sichern, welche der Bey Tunis wenigstens faktisch der Pforte gegenüber besitzt. Allerdings dieser dafür mehr oder weniger von seinen westlichen Gränznachbe⸗ den Franzosen, abhängig geworden, aber er weiß auch, daß diese sei wenigstens eben so sehr bedürfen, als er ihrer. Diese Thatsach⸗ auch wirklich unleugbar. Frankreich besorgt, daß, wenn es auf se⸗ östlichen Gränze die Türken selbst zu unmittelbaren Nachbarn in Tunis so wenig eine starke und geordnete Verwaltung beccch würde, als in den anderen äußersten Provinzen des türkischen Raitt und daß es zwischen den unregelmäßigen Truppen der türkischen ve⸗ waltung und den französischen Soldaten zu häufigen Reibungen ker⸗ men dürfte, die selbst jetzt zwischen Tunis und Algier nicht ganz me mieden werden können, während jedoch die zwischen den beiderset gen Regierungen bestehenden freundschaftlichen Verhältnisse sie mit in ernstliche Konflikte ausarten lassen. Mit den Türfen zu Tuj würde, so besorgt man, bald die Kriegeflamme wieder im Mittel dischen Meere aufschlagen und die algierische Frage zu einer oriente lischen werden. Der Bey von Tunis ist also eine Art nothwendige Mittelgliedes, welches zu beseitigen Frankreich sich wohl hüten wirn, weil dasselbe eine sichere Scheidewand gegen Tripolis hin öübet Wollte Frankreich selbst sich der Regentschaft Tunis bemeistem sg würden nicht weniger schlimme Streitigkeiten mit der Pforte sich er⸗ heben, welche zu vermeiden Frankreich eben das größte Interesse hal Es wird daher vorziehen, das gegenwärtige Verhältniß daselbst for⸗ bestehen zu lassen, so wie es auch den Kaiser von Marokko in Rahe lassen wird, so lange derselbe nicht selbst in den Zustand offene Feindseligkeit sich ihm gegenüber versetzt.
Großbritanien und Irland.
London, 25. Dez. Der Besuch des Königs und der Königi der Belgier in Windsor, welcher zur Weihnachtsfeier stattfinden solle ist, wie der Standard meldet, bis zum 8. Januar aufgeschobin Man glaubt, der Zweck dieses Besuchs sei der Versuch einer Wiede⸗ anknüpfung des guten Einverständnisses zwischen Frankreich u. England.
sten Monate die Vermehrung des Heeres um eine Compagnie fi
jedes Infanterie⸗Regiment ins Werk zu setzen. Später soll noch u—
Compagnie hinzugefügt werden. 1 Lord Palmerston hat auf eine Adresse des Missions⸗Hülfs⸗Da⸗
eins zu Bath über die Verhältnisse auf Otaheiti folgende Erwiedte⸗ rung erlassen: „Aus dem Ministerium des Aeußeren, den 5. Dezem⸗
ber. Mein Herr! Ich habe von Viscount Palmerston den Befe
erhalten, Ihnen den Empfang Ihres Schreibens vom 27.
derwärts einen Zufluchtsort zu suchen, dies gestattet werde. Und s
habe den Befehl erhalten, Ihnen anzuzeigen, daß samkeit schenken werde. Ich verharre ꝛc. E. J. Stanley.“ Anson, ist statt des wegen seines hohen Alters pensionirten Genera Wheatley die Besorgung der Ausgaben aus der Königin übertragen worden. Herr Anson
Privat⸗Secretairs ist noch nicht ernannt.
Zu Cambridge wurde vorgestern die Feier der Jahren erfolgten Stiftung des Dreieinigkeits⸗Kollegiums der do Universität sehr festlich begangen. Am Abende fand
beiwohnten.
Novembe
anzuzeigen, mit welchem Sie eine Denkschrift des bather Hülfs⸗Ver⸗ eins des londoner Missions⸗Vereins übersendet haben, worin gebeten wird, daß Maßregeln ergriffen werden möchten, um die Unabhänggg⸗ keit der Gesellschafts⸗Inseln zu sichern und von der französischen R⸗ gierung die Erlaubniß zu erwirken, daß denjenigen Unterthanen von Otaheiti, welche geneigt sein sollten, diese Insel zu verlassen und „
Ihrer Majesti Regierung dem Gegenstande dieser Denkschrift die gehörige Aufmerl⸗
Dem bisherigen Privat⸗Secretair des Prinzen Albrecht, des Privatbörse 88 ist zugleich Schatzmesth der Hofhaltung des Prinzen. Sein Nachfolger auf dem Posten em vor dreihundent rtigen in der be. versitätshalle ein feierliches Bankett statt, dem etwa 300 Persone
. wird darüber geklagt, daß eine Menge irländi⸗ Aus Slae,. alte Leute, Weiber und Kinder, dort anlangen,
kann, der öffentlichen Mildthätigkeit zur Last durch die zahlreichen heimischen Armen über⸗ Auch in anderen Hafenstädten Schottland wird über die Massen dort ein⸗ zn England uns “ Beschwerde ne anraf da dieselben fahrt aus eigenen Mitteln bestreiten konnten, so Naubt man, daß ihre Gemeinden oder Gutsherren die dazu nöthi⸗ aG lder hergegeben haben, um diese unglücklichen Menschen nur werden und ihre Ernährung dem Nachbarlande aufzubürden. — 1 Moth in den schottischen Hochlanden und auf den dortigen In⸗ 5 wird mit jeder Woche entsetzlicher. Auf den Orkney⸗Inseln sind 1 50,000 Menschen bereits für den ganzen Tag auf ein ein⸗ ihe- en so schlechtes als spärliches Mahl beschränkt, und es ist lle Aussicht vorhanden, daß sie sich ohne Unterstützung von ese ärmliche Nahrung in kurzem nicht mehr ver⸗ haffen können. In Edinburg und Glasgow sollen nächste Woche ersammlungen zur Aufbringung von Fonds für diese halb verhun⸗ abgehalten werden. 8 I Die Brodpreise haben sich in London jetzt auf 8 ½ Pece. für das wöhnliche Laib von 4 Pfd. und auf 9 ⅞ à 10 ½ Pee. für Weizenbrod Sorte gesteigert. . letzten Berichten aus Westindien hat die Kolonial⸗ Jamaika am 19. November, also gleich am Tage ffnung, ihrer Unzufriedenheit über die Ermäßigung der dem Zucker in England durch eine Reihe von Resolu⸗ indem sie jene Maßregel für überaus verderb⸗ insofern dieselbe die britisch⸗westindischen Inseln der Kon⸗ den Sklavenstaaten preisgiebt, für eine schmähliche Ver⸗ zung von Treue und Glauben, der Konsequenz und der Ehre der tion erklärt. Eine Petition, welche diese Resolutionen in sich auf⸗ mt, soll an die Königin gerichtet werden. — Die Times bekämpft in einem ausführlichen leitenden Artikel Gründe, welche die Leipziger Deutsche Allgemeine Zei⸗ ug zur Rechtfertigung der Einverleibung Krakau'e in das österrei⸗ che Gebiet enthalten hatte; sie begeht jedoch, nach dem Vorgange französischen Blätter, den Irrthum, diese Gründe dem Oesterr. eobachter, dem Organ der österreichischen Regierung, beizulegen. e Times bemüht sich dabei, nach der neueren Politik der engli⸗ Preußen von dem Bündnisse der östlichen Mächte ab⸗ diese Verbindung der östlichen Mächte, im Inter esse
elche schon len, vasche ich genommen wird.
der a 1 swärts auch die
Nach den
und, renz mit
Sir H. Smith, der Sieger bei Aliwal in Ostindien, welcher durch
milien⸗Wappen aufzunehmen, hat das 52ste Regiment, welches in en Kriegen auf der Pyrenäischen Halbinsel unter seinem Befehle
she Rangerhöhung das Recht erhalten hat, Schildhalter in sein
stand, durch ein Schreiben gebeten, ihm zu gestatten, die Darstellung eines Mannes aus diesem Regimente, in Verbindung mit einem Jä⸗ ger aus seinem Corps, zu Schildhaltern seines Wappens annehmen
dürfen. Gestern ist das Paketboot „Europa“ mit Nachrichten aus New⸗ k bis zum 1. Dezember angelangt, die jedoch keine politischen der kaufmännischen Mittheilungen von Belang enthalten. Auf dem
Rtississipi war es am 21. November oberhalb Natchez zu einer ürchtbaren Dampfboot⸗Kollision 1— men ums Leben, und etwa eben so viele wurden bedeutend verletzt.
eacbe, 20 bis 30 Menschen ka⸗
1
BHelgien.
Brüssel, 27. Dez. Am ’sten nahm die Repräsentanten⸗ mer das Budget des Innern an und vertagte sich darauf bis zum 12. nuar. Der Senat hat sich ebenfalls vertagt, aber nur bis zum Dezember.
Herr Nothomb ist, wie der Moniteur meldet, beauftragt, in lin noch vor dem 31. Dezember die Ratificationen der am 23. ember unterzeichneten Post⸗Convention zwischen Preußen und Bel⸗ n auszutauschen, die aus 51 Artikeln besteht und mit dem 1. Ja⸗ ar in Kraft treten soll.
Der Moniteur veröffentlicht eine zwischen Belgien und den
WMtaaten des deutschen Zoll⸗Vereins abgeschlossene und am 26. Juni J. unterzeichnete Uebereinkunft, um die Unterdrückung des Schleich⸗ ndels auf der Gränze, welche Belgien vom Zoll⸗Verein trennt, zu ern.
Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten hat der Reprä⸗ tanten⸗Kammer einen Gesetz⸗Entwurf auf Bewilligung von einer bllion zur Gründung einer Ausfuhr⸗Gesellschaft für die Produkte
Linnen⸗Industrie und anderer Gewerbe vorgelegt, der den Sec⸗ en zur Prüfung überwiesen wurde.
Auf der Bahn zwischen Cappelle und Malderen hat sich ein all ereignet. Eine Schiene brach, und die Lokomotive des letzten garenzuges von Gent hob sich aufrecht wie ein sich bäumendes rd und sprang seitwärts aus der Bahn. Die Lokomotive wurde chädigt, vier Waggons wurden zerschmettert, und die Waaren he auf die Straße; der Maschinist
Nach dem Daily Newos ist beschlossen worden, schon im nit⸗ “
Kopenhagen, 24. Dez. Kjöbenhavnsposten sagt in m langen Artikel: „Herr von Scheel und die schleswigsche iinde⸗Versammlung“, unter Anderem: „Der Streit wegen der Uhae des dänischen Reichs hat übrigens bei dieser Gelegenheit egung des §. 50) eine merkwürdige Vermengung der allgemei⸗ politischen Anschauungen verursacht. Während die schleswigschen Lutirten, welche die Integrität aufrecht erhalten wollen, in ihrer ähüoh gegen die Separatisten so weit gehen, daß sie diesen * ihre Unterstützung verweigern, wo es sich ganz im Allge⸗ hräfe * handelt, die Würde und Selbstständigkeit der Volks⸗ te ntation gegen Eingriffe zu vertheidigen, welche selbst die eif⸗ Le. Presse in Kopenhagen als gefahrdrohend für die uncen Zostitution erklärt hat, so vereinigen sich die verschiedenen eüssagatt schleswig⸗holsteinschen Partei darin, die Freiheit der Volks⸗ besgation zu vertheidigen. Wie wunderlich ist es doch, daß die een einer reichen blühenden Handelsstadt, von denen man 1. ade eine demokratische Denkungsart erwarten sollte, vom Prä⸗ e daß er ohne Rücksicht auf die Bestimmung des Ge⸗ gs⸗Restrien Auslegung unterwerfen solle, welche in einem Regie⸗ viglichen eeealen. ist, daß diese sich dem leisesten Winke des tnrisch damm Pesars demüthig unterwerfen und höchst unparla⸗ giig sind, ve⸗ räͤsidenten den Gehorsam, den sie ihm gesetzlich en in der Stäntgern! Das Auftreten der Herren Jensen und rNachklon * e⸗ Versammlung ist leider nur ein allzu natür⸗ vorigen 88 wunderlichen taktlosen Schmeichelei, womit man 8 mmer den König in der guten Stadt Flensburg in⸗
v Inc. wohl 2 Daͤ Seitenstück gehört hat.“” in keiner anderen Stadt Dänemarks
Ueber den Finanz⸗Rechnungs⸗Abschluß für das Jahr 1845 be⸗ merkt die Berlingische Zeitung: „Wir wollen vorläusig nur erwähnen, daß das Resultat besonders günstig ist. Auf die Staats⸗ schuld sind im gedachten Jahre über 2 Millionen Rbthlr. bezahlt worden, ungefähr 1 Million mehr, als wozu dieser Abtrag im Bud⸗ get veranschlagt war, und dessenungeachtet weist der Rechnungs⸗ Abschluß einen Ueberschuß von 300,000 Rbthlr. nach, um welche Summe die Einnahmen die Ausgaben überstiegen haben. Beinahe alle indirekten Steuern haben im Vergleich mit der Finanz⸗Rechnung für 1844 eine Zunahme erfahren. So z. B. betrugen die Zoll⸗ und Consumtions⸗Einnahmen für das Königreich 3,806,000 Rbthlr. (Im Jahre 1844 nur 3,654,000 Rbthlr.) Die Zoll⸗Intraden in den Her⸗ zogthümern haben dagegen um 27,000 Rbthlr. abgenommen. Der Sundzoll ist um etwa 40,000 Rbthlr. gestiegen. Die westindischen Besitzungen haben einen Ueberschuß von 151,000 Rbthir. ergeben. (Im Jahre 1844 nur 8800 Rbthlr.) Auch die Zinsen von den Aktiven haben um etwa 20,000 Rbthlr. zugenommen und die Post⸗Intraden um 12,000 Rbthlr. Die Stempelpapier⸗Abgabe fürs Königreich hat ebenfalls wieder um 26,000 Rbthlr. zugenommen. Hinsichtlich der Ausgaben finden wir keine namhafte Veränderungen oder bedeutende Abweichun⸗ gen von den Summen, wozu die verschiedenen Ausgabeposten im Budget angesetzt waren, mit Ausnahme der unvorhergesehenen und unbestimmten Ausgaben, die im Budget mit 600,000 Rbthlr. aufge⸗ führt worden sind, in der Wirklichkrit aber etwa 830,000 Rbthlr. betragen haben. Hierüber aber können wir keine Meinung haben, so lange nicht die Beilage des Rechnungs⸗Abschlusses, die unter der Presse ist und erst im Laufe des Monats Januar herauskommen wird, veröffentlicht ist. Die Pensions⸗Liste hat übrigens um circa 20,000 Rbthlr. abgenommen.“”) v“
Italien.
Rom, 14. Dez. (A. Z.) Da die Fonds der Regierung nicht ausreichen, um nach dem Wunsche des Papstes allen durch die bei⸗ spiellose Wassernoth Bedrängten zu helfen, und da viele tausend aus den Abbruzzen und anderen Grbirgs⸗Gegenden zur Bestellung des Landes hierhergekommene Campagnolen arbeitslos herumirren, so hat der General⸗Vikar Kardinal Patrizi nachstehende Bekanntmachung erlassen:.
„Von lebhafter Unruhe wegen der Folgen der außerordentlichen Ueber⸗ fluüthung eines Theils der Hauptstadt und ihrer benachbarten Campagna durchdrungen, wird Se. Heiligkeit vorzüglich durch den Gedanken an die Lage jener Unglücklichen beschäftigt, welche nun mittellos durch dieselbe ge⸗ fährdet sind. Nach heißem Gebet zur göttlichen Barmherzigkeit um Be⸗ freiung von dem Unheil des Augenblicks hat Se. Heiligkeit in der Angst des Herzens die väterlichste Sorgfalt den erforderlichen Hülfeleistungen zu⸗ gewandt. Außer der Austheilung von Brod an die durch Wassernoth Heimgesuchten und außer den vielen versuchten Rettungsmitteln im Interesse derer, welche durch Lebensgefahr bedroht sind, hat Se. Heiligkeit, in Betracht des schweren Mißgeschicks, den Wunsch ausgesprochen, daß zur Erleichterung der von den Armen erlittenen Verluste jene Menschenfreundlichkeit und Hoch⸗ herzigkeit ausgerusen werde, von welcher die geliebten Römer bei jedem Wohlthätigkeitewerk noch so schöne Beweise gaben. Se. Heiltgkeit ist die⸗ sem Aufrufe durch eigenes Beispiel vorangegangen, indem derselbe aus seinem Privatvermögen die Summe von 4000 Gulden zur Ver⸗ wendung für den angedeuteten Zweck angewiesen hat. Der heil. Vater hat uns mit der Einsammlung freiwilliger Beiträge, so wie mit der Vertheilung derselben, an jene Leidenden beauftragt, welche ihre Hülfsbedürftigkeit und erlittenen Verluste durch ihres Pfarreis oder anderer glaubwürdigen Per⸗ sonen Zeugniß bekunden. Wir sollen dabei von einer aus dem Adel (Prin⸗ cipe Borghese, Principe Doria, Duca di Bracciane, Ducg Massimvw, Mon⸗ signor Mepici-Spada, Mons. Arnaldi, zwei vom Kardinal⸗Vikar zu ernen⸗ nenden Pfarrern) bestellten Kommission unterstützt werden. Der dieses Werks ist so heilig, der Römer Gesinnungen für christliche Liebe sind so entschieden, die Verehrung des Worts ihres liebevollen Vaters und Für⸗ sten ist bei ihnen so groß, daß wir vom gegenwärtigen Aufruf zur Wohl⸗ thätigkeit um so ausgedehntere Wirkung erwarten, als vielfache in diesen mißlichen Augenblicken von hochachtbaren Personen eingegangene freiwillige Gaben, wie wir dankend anerkennen, dieselbe verbürgen.“”“
Die Italiener machen gern hottega nella calamità pubblica;
es sind während der letzten vier Tage in dieser Beziehung hier in den theilweise vom Wasser gefüllten Häusern arge Handstreiche vor⸗ gekommen. In der Campagna warf man Vieh in die Wellen, und Strandläufer fischten es später als Beute wieder auf. Ein eben be⸗ kannt gemachter Erlaß des General⸗Tesoriere Antonelli legt diesen „Fischern im Trüben“ durch angedrohte Strafen ihr Handwerk, sichert ihnen aber doch 15 Prozent des aufgefangenen Guts zu. SSeeit gestern Abend leben wir in einer Atmosphäre von Schnee⸗ flocken, Eisspitzen und Hagelkörnern. Wo in der Stadt und Cam⸗ pagna Straßen und Fluren nicht mit Wasser bedeckt sind, da liegt der Schnee bis 3 Fuß hoch.
3 Florenz, 11. Dez. (W. Z.) Die Gazz. di Firenze ent⸗ hält nachstehenden Großherzoglichen Erlaß:
„Wir Leopold II. von Gottes Gnaden Großherzog von Toscana ꝛc. ꝛc. In Erwägung, daß bei der mittelst der Erlasse vom 6. und vom 20. No⸗ vember d. J. durch Se. Königl. Hoheit den Herzog von Lucca angeordne⸗ ten Einrichtung der öffentlichen Schuld das Ansinnen aufgestellt und öffent⸗ lich kund gegeben wurde, daß Wir und Unsere Nachfolger an die Beobach⸗ tung der darauf bezüglichen Verfügungen und Verpflichtungen wirksam ge⸗ bunden bleiben, wenn, nach dem Wortlaute der wiener Kongreß⸗Akte vom 9. Junius 1815 (Art. 101 und 102) und des darauf folgenden pariser Vertrags vom 10. Junius 1817 (Art. 1 und 4), die Reversion jenes Her⸗ zogthums an Uns vor sich gehen wird;
daß nach der in den gedachten Herzoglichen Erlassen ausgedrückten Er⸗ klärung jene Schuld zu dem Zwecke kontrahirt wurde, um jedes öffentliche Passivum im luccheser Staate gänzlich zu tilgen, so daß die Entscheidung, ob der Nachfolger in der Souverainetät des besagten Staats aus einem von dem Vorgänger gänzlich unabhängigen Rechtstitel wird gehalten wer⸗ den können, die Schuld selbst rücksichtlich des beim Eintritte der Reverston noch nicht abgezahlten Theils anzuerkennen, von der Ursache und von dem Stande der besagten Passiven, so wie von der Art, in welcher sie hervor⸗ gerufen wurden, wesentlich abhängt;
daß, nachdem Wir zuversichtlich annehmen müssen, daß die von dem luccheser Staate im Jahre 1839 kreirte Schuld von 60,000 Francesconi, welche Wir auf das Ansuchen des erwähnten Herzogs in Berucksichtigung der Uns davon dargestellten öffentlichen Nothwendigkeit und unter der be⸗ stimmten Bedingung rücksichtlich der Tilgung derselben Unsere Zustimmung gaben, Wir gegenwärtig keine genaune Kenntniß haben von der ÜUrsache und von dem Stande der obengedachten Passiven, dann von der Art, in welcher sie kontrahirt wurden, mit Ausnahme der Schuld, welche Se. Königl. Ho⸗ heit der Herzog von Lucca mittelst Dekretes vom 5. Dezember 1844 zu seinen Gunsten dem Staate auferlegte, und welches anzuerkennen Wir Uns aus gerechten Gründen enthalten haben;
daß, nachdem es Uns daran liegt, daß nach den in den oft gedachten Erlassen enthaltenen Ausdrücken, Unser Stillschweigen nicht als eine sill schweigende Zustimmung angesehen werde, während Wir keinesweges gesinnt sind, den Sr. Königl. Hoheit dem Herzoge von Lucca zustehenden Rechten in irgend einer Art Abbruch zu thun, Wir, zur unversehrten Erhaltung Unserer und Unserer Nachfolger Gerechtsame, den Beschluß gefaßt haben, förmlich zu erklären und erklären hiermit: 1
Daß beim Eintritt der Reversion des luccheser Staates Unsere und Unserer Nachfolger Verbindlichkeiten, insofern ste die dem Staate und den zur Dotation desselben gehörenden Gütern und Einkunften auferlegten Pas⸗ siven am Tage besagter Reversion betreffen, nur aus den allgemein ange⸗ nommenen Grundsätzen des öffentlichen Rechts und aus der Akte des wie⸗
Der König erschien sogleich zum Empfange seines Bruders.
Zweck
peru 38. 36.
1“ Heb *
ner Kongresses und des pariser Vertrages, welche oben bezeichnet wurden,
ihren Bestand und ihre Norm werden entlehnen können. Gegeben zu Florenz, den 10. Dezember 1846. nil u mar
“ 88 1 mgnenns V. F. Cempini. A. Piovacari.“
Vpon der italienischen Gränze, 17. Dez. (N. C.) Zwischen der päpstlichen Regierung und den meisten italienischen Hö⸗ fen findet gegenwärtig eine sehr lebhafte Communication statt, und es sollen in der That Maßregeln im Werke sein, welche Bereinbarun⸗ gen für sämmtliche italienische Staaten bezwecken. Wenn auch diese Vereinbarungen vorläufig nur äußerliche Formen erstreben, so wäre
mit ihnen doch der Anfang zu weiteren Schritten gethan. Das Rundschreiben Sr. Heiligkeit hat an manchen Orten in den höchsten
Kreisen, wo man bis dahin in die Intentionen Pius' IX. kein volles Vertrauen setzen wollte, einen guten Eindruck gemacht
Sriechenland.
Athen, 13. Dez. (D. A. Z.) Gestern gegen Mittag langte Se. Königliche Hoheit der Prinz Luitpold, am Eingange des Hafens von allen griechischen und anderen Schiffen begrüßt, im Piräeus an. t Wie es heißt, wird Letzterer nach abgehaltener Quarantaine längere Zeit in Griechenland verweilen, gegenwärtig aber, um der Langweile wäh⸗ rend der Quarantaine zu entgehen, die meiste Zeit derselben dazu benutzen, mit dem Königlichen Dampfschiff „Otto“, das ihn in Syra erwartet und nach dem Piräeus gebracht hatte, durch die Inseln und an den Küsten Griechenlands vorüber eine Rundfahrt zu unter⸗ nehmen. Die Griechen sind sehr begierig, den Prinzen, der mögli⸗ cherweise dereinst über ihr Vaterland regieren wird, in der Nähe ken⸗ nen zu lernen. 1
Aegppten.
Alerxandrien, 9. Dez. Se. Königl. Hoheit der Prinz Luit pold von Bayern, welcher bis zum ersten Katarakt des Nils vorge⸗ drungen war, hat heute seine Rückreise nach Griechenland angetreten. Se. Königl. Hoheit der Prinz Albrecht von Preußen begab sich nach dreitägigem Aufenthalte in Alexandrien nach Kahira, um zum zweiten⸗ male die Ruinen von Theben zu besuchen, und gedenkt gegen Ende dieses Monats nach Europa zurückzukehren. Beide Prinzen wurden mit der größten Auszeichnung von Mehmed Ali behandelt, der ihnen seine Dampfböte auf dem Nil zur Verfügung stellte. Binnen einigen Tagen erwartete man auch den Prinzen Oskar von Schweden.
b 8 “ Eisenbahnen.
(L. Z.) Nachdem die feierliche Eröffnungsfahrt des Eisenbahn⸗ traktes von Budissin bis Löbau bekanntlich durch allzuheftiges Schnee⸗ gestöber verunglückt war, ist seit dem 23. Dezember der Dienst auf der Eisenbahn in geordnetem Gange. Im näͤchsten Frühjahre wird die Fahrt auf der Sächsisch⸗Schlesischen Bahn Görlitz erreichen und Ende des Jahres 1847 die Löbau⸗Zittauer Bahn ebenfalls ganz fertig sein. Probefahrten zwischen Zittau und Herrnhut können zuversicht⸗ lich schon nach Ablauf weniger Monate stattfinden.
Die Sammlung der aus dem Königlich dänischen General⸗ Zollkammer⸗ und Kommerz⸗Kollegium für die Herzogthümer Schles⸗ wig, Holstein und Lauenburg ergangenen Verfügungen enthält in ihrer ersten Abtheilung unter Anderem eine Bekanntmachung, betreffend den
—
Transit auf der berlin⸗hamburger Chaussee und die Waarendurchfuhr
durch das beiderstädtische Gebiet und die Stadt Hamburg.
8 Die Düsseldorfer Ztg. enthält Folgendes: „Bei dem um 2 ¼ Uhr von hier abgegangenen Bahnzuge ereignete sich im Bilker⸗ busch in der Nähe des Höher⸗Hofes der Unfall, daß die Lokomotive von den Schienen gerieth und mit dem Tender und dem Packwagen in den Graben stürzte. Außerdem gerieth der erste, mit Musikern des Zten Ulanen⸗Regiments besetzte Personenwagen auf die Dossirung des Bahndammes, während sämmtliche übrige Wagen auf der Bahn⸗ krone stehen blieben. Abgesehen von einigen unbedeutenden Kontu⸗ sionen, ist kein Passagier verletzt worden; dagegen ist der Tod des Signal⸗Trompeters zu beklagen, welcher auf dem Bocksitz des Pack⸗ wagens sich befand und unter die Räder gerieth. Um 5 ½ Uhr war die Bahn wieder frei, und die Züge hatten ihren Fortgang. Zur Vorbeugung irriger Gerüchte diese offizielle Bekanntmachung. Düssel⸗ dorf, den 25. Dezember 1846. Die Direction der Düsseldorf⸗ Elberfelder Eisenbahn.“
Handels- und Börsen-Nachrichten. 84 1 8 11.“ Auswärti ge Börsen.
Amsterdam, 26. Dez. Frankfurt a. M., 27. Dez. 5⁰% Met. 108 ½ G. 1995 1903. Bayr. Bank-Actien —. Hope —. Poln. 300 Fl. 97 ⅓ 6. do. 500 Fl. 79 ½. 78 ½. Hamburg, 28. Dez. Bank-Actien 1570 Br. London. 24. Dez. Cons. 32⁰0 94. Belg. —. Ausg. Sch. 17 ½. 17. 2 ½ % Holl. 60 ½. 8 Engl. Russ. — Bras. 88. 86. Chili —.
Niederl. wirkl. Sch. 59 ¾. 5 % Span. 21 ½.
Bank-Actien p. ult. Stiegl. —. Int. 59 ½. 59 ½. Engl. Russ. 105 ½. †.
Neue Anl. 26 ¾. 26 ½.U 4⁰% 40. 93 . 92¼.
Passive 5. 3
Port. 39. 38.
Paris. 21. Dez. 520 Rente fin cour. 1I1S. 60. 390 do. ün cour. 80. 85. Neapl. —. 30% Span. —. Wien. 27. Pest. 95.
Pass. —. 3
Nordb. 173 ½. Gloggu. 128 ½. Mail. 108. Lir. 92 ½
Dez.
Budw. —.
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Meteorologische Beobachtungen. I1“
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Lkends
10 Udr.
Morgens Nachmittags 6 Uhr. 2 Uhr 343,410 Par. 343,930POar. 344, 40“ Par. Quellwärme 7,7* R. — 3,0° R. — 2,7° R. — 4 . Fluwsswärme 0, %ν R. — 3,7° R. — 5,1° R. V 5 Bodenwärme — I.180 R. 94 pet. Ausdünstung 0,0904 Rh. Wetter halbheiter. Niederschlag 0 n011 Rb. öö No. o. o. Warmewechsel — 2,22 Wolkenzug ... — NO. — — 5 6*
Tagesmittel: 343,920 Par. — 3,49 R... — 4,8* R. 88 pct. K.
Nach einmahger
29. Dez.
Beobachtung.
Luftdruck Luftwärme ..
5 0 R — 5,6 ° R 90 pct.
Thaupunkt . . . halbbeiter. balbheiter
Dunstsättigung.O 79 pet
Königliche Schauspiele.
Donnerstag, 31. Dez. Im Schauspielhause. Mit aufgehobenem Abonnement: Neu einstudirt. Männertreue, Lustspiel in 1 Alt. Nio† F. N 8 ₰ . ; 0 8 8 Heee. Kor dundert Jahren, Sittengemälde in 4 Abth., von
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