1847 / 43 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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Akten, von A. P. (Mad. Crelinger: Katharina; Mad. Grabowsky: Alma.) Hierauf: Das Portrait der Geliebten.

Freitag, 12. Febr'. Im Opernhause. Mit aufgehobenem Abon⸗ nement: Die Jüdin, große Oper in 5 Aufzügen, nach dem Französi⸗ Fnaasn schen des Scribe, vom Freiherrn von Lichtenstein. Musik von Halévy. Ballets von Hoguet. Die Musik zum Ballet des dritten Aktes vom Ballet⸗Musik⸗Dirigenten Gährich. Die neuen Decorationen des er⸗ sten und zweiten Aktes sind vom Königl. Decorationsmaler Gropius, die des dritten und fünften Aktes vom Königl. Decorationsmaler Gerst.

zollten 118pfd. archangeler Roggen 308 Fl. Verbraucher zahlten für 121 fd. La première représentation de: Les économies de Cabochard. preußischen 324 Fl., 124Apfd. portugiesischen dito 325 Fl. Gestern ist un⸗ Marie, ou: Trois époques.

verzollter 117pfd. rigaer Roggen zu 300 Fl. urd 118pfd. archangelscher

dito zu 304 Fl. gekauft. In Gerste und Hafer fand kein Umsatz statt.

Das Abonnement beträgt: 11“ A g 7 m l 111 k .“ vnil n⸗ 814,2 5 8 1 nthtr. ö 2. he⸗ 18. 1 881 ei,1h 184 1ZIJ 4 Rthlr. - ½ Jahr. 11 .““ a” 1“ e Post -Anslalten d 8 Rthir. 13. 8 8 ““ v Auslandes nehmen in allen Theilen der Monarchie . auf dieses Blatt an, für Berlit ohne Preis -Erhoöhung. Sersa. der Allg. Preuß. nsertions⸗- ü f 2 8 1* Zeitung: 2 ns -Gebühr für den 8 Friedrichsstraße Ur. 72.

mimn E:

* E““ E““

Auswärtige Börsen. Meteorologische Beobachtungen.

Amsterdam, 6. Febr. Niederl. wirkl. Sch. 58 ¼. Preuss. Pr. Sch. —.

3 % 40. 36 ½. Pass. 5 ½. Ausg. —. Zinal. —. Poln. —.

10 Ubr.

1847. 9. Febr.

Nach einmahger Beobachtung.

Morgens 6 Uhr.

Nachmittags

4 % Russ. Hope 88 ⅞. Antwerpen, 5. Febr. Zinal. —. . Frankfurt a. M., 6. Febr. 5 % Met. 108. 107 ⁄.

1877.1875 Bayr. Bank-Actien 662 G. Hope 87 G. Stiegl. 8

Poln. 300 Fl. 99 ¾ G. 4do. 500 Fl. 79 ⅛. . Hambu rg, 8. Febr. Bank-Aectien 1570 Br. London, 5. Febr. Cons. 3 % 91 ½. 91. 1

P.ssive 5 ½. 5. Auasg. Seb. 17. 16. % HeH. 58 ⅛. 58.

Port. 35. 34. Engl. Russ. 112 ½. 111 ½.

Peru 39. 38.

8 m. 6. Febr. 5 % Rente üin cour. 118. 20.

Neapl. —. Span. —. Pass. —.

Engl.

Mail. 109 ½. Livorn. 94 ¼. Pest. 99. Budw. 84 ½.

Neue Aul. 19 ½.

6 G. Int. 58 25. *.

HBelg. 95. 94. Neue Aul. 242. J. Bras. 86. 84. Chbili 95. 3 % do. än cour. 78.

4 % do. 100 ½. 3 % do. 72. Actien 1564. 61. Anl. de 1834 153 ½. de 1839 117 ½¾. Nordb. 173 ½. Gloggn. 121 3½.

1

Bank-Actien p. ult.

6 Uhr.

18. 105 G. haus⸗Preisen verkauft: 4 % 4w. 92 ½. 92. 93. Mex. 23 ½. 22 ½. 1 Rthlr. 15 Sgr. 1 Rthlr. 10 Sgr.

Bank- phitheater 10 Sgr.

Königliche Schauspiele.

Donnerstag, 11. Febr. Im Schauspielhause. 26ste Abonnements⸗ Die Frau im Hause, heiteres Familien⸗Gemälde in 3

Vorstellung:

kauf kommen müssen.

(Mad. Viardot⸗Garcia: Recha; Herr Kraus: Eleazar.) Zu dieser Vorstellung werden Billets zu folgenden hohen Opern⸗

Ein Billet in den Logen des Prosceniums, des ersten Ranges, im ersten Balkon und zur Tribüne 2 Rthlr. Ein Billet in den Logen des zweiten Ranges Ein Billet in den Logen des dritten Ranges, im Balkon daselbst und im Parterre 20 Sgr. Ein Billet in den Fremdenlogen 3 Rthlr. 1“

Die Inhaber von reservirten Billets werden ersucht, solche bis heute, Mittag 1 Uhr, im Billet⸗Verkaufs⸗Büreau abholen zu lassen, widrigenfalls diese anderweit verkauft werden müssen. die Freibillets können nur bis zu dieser Zeit aufbewahrt werden.

Die Abonnements⸗Billets dagegen bleiben bis morgen, Mittags 11 Uhr, reservirt, nach welcher Zeit solche aber ebenfalls zum Ver⸗

Anfang ———f Luftwärme..

Thaupunkt... Dunstsättigung.

Wind

Ein Billet im Parquet Wolkenzug...

Ein Billet im Am⸗

8 8*

8,4° h. 80 pCt.

Tagesmittel: 329 81" Per.. 3,90 HR. 7,0“° n...

2 Uhr.

Luftdruck 329,87% Par. 329,470 Par. 330,08" Par. Quellwärme 7,7° R.

4,30 h. Flusswärme 0,0°9 R.

6,60 h. Bodenwärme 2,4 0R. 81 pct. Ausdünstung 0,004 Rb.

trüb. trüb. trüb. Niederschlag 0,011“" RHb.

ssw. ssw. sSsw. Wärmewechael 1,52 SSw. 6,2°

77 pCt. SsW

1,8° h. 5,90 h. 69 PpCt

5,7° .

i

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeifen.

Im Selbstverlage der Expedition.

Auch

Im Schauspielhause. Z1ste französische Abonnements⸗Vorstellung.

Gedruckt in der 2

ö.“ 2t Srn irn t n

12 1 ““ 111“

Gekanntmachungen.

[967] Nothwendiger Verkauf.

Stadtgericht zu Berlin, den 29. Oktober 1846.

Das hierselbst in der Taubenstraße Nr. 32 belegene und im Hypothekenbuche von der Friedrichsstadt Vol. 13. No. 927. auf den Namen des Rentiers Joachim Gottfried Giese eingetragene Grundstück, gerichtlich ab⸗ geschätzt zu 20,688 Thlr. 20 Sgr. 2 Pf., soll

am 3. Juni 1847, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.

Die unbekannten Real⸗Prätendenten werden unter der Warnung der Präklusion vorgeladen.

[759] Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 17. August 1846. Das hierselbst in der Alexanderstraße Nr. 31 bele⸗ ene und im Hvpothekenbuche von der Königsstadt ol. 24. No. 1721 verzeichnete Schmidtsche Grund⸗ stück, gerichtlich abgeschätzt zu 31,137 Thlr. 2 Sgr. 6 Pf., soll

am 9. April 1847, Vokmittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzuschen.

[1058] Nothwendiger Verlauf. Stadtgericht zu Berlin, den 13. November 1846. Das hierselbst in der Schützenstraße Nr. 15 belegene,

im stadtgerichtlichen Hypothekenbuche von der Friedrichs⸗

stadt Vol. 20. No. 1421. auf den Namen des Kauf⸗

manns Louis Otto verzeichnete Grundstück, taxirt zu 29,073

Thlr. 2 Sgr. 2 Pf., soll am 1. Julius 1847, Vormittags 11 Uhr,

an der Gerichtsstelle subhastiꝛt werden. Taxe und Hy⸗

pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.

[118] Bekanntmachung.

In dem Depositorio des unterzeichneten Königlichen Stadtgerichts befindet sich das am 1. Dezember 1784 deponirte Testament des Johann Christoph Roß, dessen Publication bisher nicht nachgesucht ist. Da nun seit der Deposition desselben mehr als 56 Jahre verflossen, von dem Leben oder dem Tode des Testators zuver⸗ lässige Nachrichten nicht vorhanden sind, so werden in Gemäßheit des §. 218. Thl. I. Tit. 12. d. A. L. R. die Interessenten hierdurch aufgesordert, die Publication dieses Testaments innerhalb 6 Monaten, spätestens bis zum 8. September cr., gehörig nachzusuchen, widri⸗ genfalls mit Eröffnung desselben nach Vorschrift des §. 219. l. c. verfahren werden wird. .

Müncheberg, den 3. Februar 1847.

Königl. Stadtgericht. Brehmer.

lits Seeländische Eisenbahn.

In Verbindung mit der unterm 4ten v. M. von dem Ausschusse der Gesellschaft ausgestellten Einladung zu einer am 17ten d. M. abzuhaltenden General⸗Versamm⸗ lung erlaubt die Direction sich, die Herren Aectionaire daran zu erinnern, daß diejenigen, welche auf der Ge⸗ neral⸗Versammlung von ihrem Stimmenrecht Gebrauch zu machen wünschen, sich dem §. 25. des Statuts ge⸗ mäß, am Tage vor der General⸗Versammlung auf dem Haupt⸗Büreau der Gesellschaft (Prindsens Palais, Fre⸗ deriksbolms⸗Kanal Nr. 240) zwischen 9 Uhr Morgens und 7 Uhr Nachmittags zu legitimiren haben durch Einlieferung schriftlicher Anmeldung, worin sowohl die eigenen Aclien des Betreffenden, als diejenigen, für welche er etwa berechtigt ist, Stimmen abzugeben, auf⸗ gegeben werden müssen, und sind außerdem die Actien vorzuzeigen, oder, wenn sie in den Büchern der Gesell⸗ schaft auf einen bestimmten Namen notirt stehen, die betreffenden Nummern anzuzeigen. Derjenige, welcher

siich auf obenerwähnte Weise legitimirt hat, erhält eine

auf Namen lautende Zutrittskarte zur Versammlung. Kein Actionair kann mehr als einen Bevollmächtigten stellen, und ist es ihm nicht erlaubt, für einen Theil seiner Actien selbst der General⸗Versammlung beizuwoh⸗ nen und für einen anderen Theil einen Bevollmächtig⸗ ten zu stellen.

Kopenhagen, den 3. Februar 1847.

Die Direction der Seeländischen Eisenbahn.

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[93 b]

Eisenbahn.

Laut uns von den Herren v. Haber & Söhne in Karlsruhe und W. H. La⸗ denburg & Söhne in Mannheim er⸗

Atbveilter Vollmacht, sind wir beauftragt, 88 8 die 7te Einzahlung auf die Actien der

sLudwigshafen⸗Berbacher Eisenbahn mit X“ 10 % oder Fl. 50. abztglich Zinsen . 7. dnvun demnach 43. pro Actie in Empfang zu nehmen und auf den Actien darüber zu quittiren.

Wir ersuchen die Besitzer, die betreffende Zahlung

Nücnn.

bis 15. März. spätestens aber bis 15. April d. J. mit 4 % Verzugszinsen, vom 15. April an gerechnet, Vor⸗ mittaas von 9 bis 12 Uhr, in unserem Comtoir, Lin⸗ den Nr. 27, zu leisten, und die einzuzahlenden Stücke mit einem Verzeichnisse nach Nummernreihe, Lit. A. von l.it. B. getrennt, zu versehen. Die uns eingereich⸗ ten Actien werden wir den Inhabern binnen lkürzester Zeit wieder zurückstellen. Berlin, den 10. Februar 1847.

Hirschfeld & Wolff.

““

[1011 b] b 6te Einzahlung Mauf Ungarische Cen⸗ Wtral⸗Eisenbahn-⸗Actien.

(Wien⸗Preßburg⸗Pesth u. s. w.) Zufolge uns gewordenen Auftrages kann die 6te Ein⸗ zahlung von 10 oder Fl. 25. ½ 2. 80. ab Zinsen mit Fl. 22. 30. per Actie und ¼ % Agenturspesen von der Einzah⸗ lungssumme bis

* 8 4 1 7. 8 4 3 8 —4— incl. den 13. Februar 1847, mit 4 % Verzugszinsen vom 1. Januar ab,

bei uns geleistet werden. Berlin, den 28. Dezember 1846.

Linbin Kr.

ZLahlung von Russischen Coup und verloosten Certifi-

Katen.

Die bei uns angemeldeten, am 1./13. Novem-

ber p. verfallenen Coupons von Russisch-

Hopeschen Certifikaten 4ter Serie werden mit 8 8 8

Coupon von 12 ½¼ SRbl.,

Sund die bei uns eingereichten verloosten Certisikate dieser Serie mit

5. 32 Thlr. 25 Sgr. Preufs. Cour.

pr. Certisikat von 500 SRbl. von heute an bis zum 15. März c. an unserer Kasse bezahlt. Berlin, am 8. Februar 1845. Anhalt und W a g Brüderstralse No. 5.

—2

Cour. P9.

ener,

AFiterarische Anzeigen. [117]

In der

Gropiusschen Buch- und Kunsthandlung „Ber-

lin ist so eben erschienen und in allen Buch-

handlungen zu haben:

Der Teufel zu Lübec Ein Fastnachtsschwank E11““

Preis 8 Sgr.

Revue des Deux Mondes.

Paris, aux Bureaux de la Revue, rue St. Benoit, 18,

Berlin, a᷑ Alexandre Dun-

cker. libraire de la Cour Royale (Fran- zö8. Strasse 21), Leipzig, chez L. Michelsen.

Sarrebruck et Vienne, Directions des Postes.

La Rerue des Deux Mondes parait le ier et le 15 de chaque mois par livraisons de 192 pages grand in 8. 1

Soutenn par les collaborateurs éminens qu'il compte dans les deux chambres, dans l'institut, dans l'uni- versité de France, ce recueil doit aux précieuses re- lations qu'il s'est assurées non seulement des tra- vaux remarquables sur toutes les questions politi- ques, scientisfiques ou littéraires du moment, mais d'importantes communications qui donnent une au- torité tonte particulière à ses chroniques de chaque quinzaine. 1

Le roman, la posésie, la critique littéraire et phi- losophique, les sciences, les arts y sont représentés par un groupe de notabilités, que viennent augmen- ter chaque jour de jeunes talens, des écrivains di- stingués dans les spécialités les plus diverses.

La Revue peut ainsi suivre et retracer dans tou- tes ses phases dans tous ses détails, le mouvement intellectuel de l'Europe et les articles qu'elle a con- sacrès à la situation actuelle de l'Allemagne ont mérité l'approbation de la presse allemande elle- meême. Nous citerons dans les dernieères livraisons, entr'autres travaux intéressans, Madeleine, roman, par M. Jules Sandeau, les Femmes du Caire, série, par M. Gérard de Nerval, Voyage et re- cherches en Egypte, par M. J. J. Ampére, Les Mines d'or etd'argeni du Nouveau-Monde, par M. Michel Chevalier, J'Hébraism e et le Christianisme, Par M. Lerminier, la littéra- ture dramatiquece à Vienne, Frédéric Halm, par M. Saint-René Taillandier, du R omantism e dans la musique et la poésie en Alle- magne, par M. Henry Blaze, I'AIllemagne du Présent (situation réligieuse à Berlin) par un 9 bliciste, les deux Panslavismes, par 2)- prien Robert, Nelson, Jervis et C ollin 8w009, études d'histoire maritime, par M. le capitaine Ju- rien de Lagrarière, les côtes de Sicile, par M. A. de Quatrefages, André del Sarto, par M. Gustave Planche, les sociétés savantes et lit- téraires de la France, par M. Louandre, Prudhon, par M. Eugène Delacroix, Félise, ré- cit 9. la vie monastique, par Mme. Charles Rey- baud, schnes de la vie des bois en Améri- que, par M. G. Ferry, la liberté du com- merce et les systemes de douanes, par M. Ch. Coquelin, Quiroga et Rosas, par M. Ch. de Mazade, des derniers travaux sur la lan- gue frangaise, par M. F. de Lagencvais, la co- médie contemporaine en Angleterre, par M. Forgues, de 2 situation politique ac- tuelle, affaires d'Espagne et de Cracovie, par M. le comte d'Haussopville, etc.

Parmi les travaux que la Revue des deuxmon- des publiera dans ses prochaines livraisons, on re- marque: 8

Servitude et grandeur militaire, secconde série, par M. Alfred de Vigny, nouvelles let- tres sur l'histoire de France, par M. Augu- stin Thierry, la Montre, proverbe, par M. Al- fred de Musset, un héritage, roman, par M. Ju- les Sandeau, le capitaine Fracasse, par M. Théophile Gautier, Ies Syriennes, par M. Gé- rard de Nerval, la derniètre saison 1S -ue en Allemagne, par M. Saint-René Taillandier, l'Allemagne du Présent (situation politique à Berlin), par un puͤbliciste, de 12 sculpture en France depuis le XIIIe sibele, par M. L. Vitet, Portraits historiques, Philippe d'Orléans, par M. Saint-Marc Girardin, de l'histoire de la méthode dans lessciences naturelles, par M. Flourens, Géricault, par M. Gustave Planche.

Enfin divers travaux de M. M. Cousin, Letronne, Libri, Ampeère, Henry Blaze, L. de Carné, L. Fau-

cher, A. de Saint-Priest, P. Duvergier de Hauranne, Ch. de Rémusat, Ch. Magnin, Henri Heine, Lermi- nier, Cyprien Robert, E. Saisset, J. Simon, A. Tho- mas, A. de Valon, Vivien, Viel-Castel, E. de War- ren, Jurien de Lagrav ière, L. Reybaud, A. de Qua- trefages, F. de Sauley, John Lemoinne, P. Mérimeée, L. Gozlan, Ch. Coquelin, Rodet, Cochul, Forgues,

L. d. Lavergne, etc. La Revue des deux mondes rend compte

daus un bulfetin bibliographique des ouvrages fran- çais et étrangers, elle prie les éditeurs allemands de lui adresser leurs publicatiens.

Prix de l'abonnement, 50 francs par an pour Pa- ris, 56 francs pour l'Allemagne.

So eben ist erschienen: Eylert, eiscef, e, Friedrich Wilhelm III., Wohlfeile

Ausgabe. 2r Band. iste bis Ate Lieferung à 5 Sgr.

sten Bandes, in Berlin bei

M““ 9 8

[113

9* eben ist erschienen und in allen Buchhandlunge zu erhalten, vorräthig in Berlin in der Gro⸗

piusscen Buch⸗ und Kunsthandlung, Königl. Bau schule Laden Nr. 12:

Die Preußische Verfassung vom 3. Februar 1847,

als: Das Patent, die ständischen Einrichtungen betreffend.

Landtags. 1 Die Verordnung über die periodische Zusammenberufun des Vereinigten ständischen Ausschusses und desse Befugnisse. 1 Die Verordnung über die Bildung einer ständischen Deputation für das Staats⸗Schuldenwesen. (Sämmtlich vom 3. Febr. 1847 datirt.)

ordnungen enthaltend, als: Verordnung über das Staats⸗Schuldenwesen vom 17. Januar 1820; 1.““

Gesetz wegen Anordnung der Provinzialstände vom 5. Juni 1823, und 8 1“ Verordnung, die ständischen Ausschüsse der Provinzial⸗

Landtage betreffend, vom 21. Juni 1842. Aus der Deutschen Allgemeinen Zeitung vom 5. Febr. 1847 besonders abgedruckt. Preis 4 Sgr.

Leipzig, 5. Februar 1847. F. A. Brockhaus.

82 b]

l Avis. ☚᷑ Aus einer Fabrik in New⸗York habe ich kürzlich eine bedeutende Auswahl der schönsten Emaille⸗Zähne erhalten, welche meine früher aus England und Frank⸗ reich bezogenen an Dauer noch übertreffen und den natürlichen täuschend gleichen; ich bin daher im Stande, das Einsetzen derselben zu noch billigeren Preisen als bisher auszuführen. Zu sprechen bin ich von 9 bis 12 und Nachmittags von 3 bis 6 Uhr.

Der Königl. Hofzahnarzt S. Wolffson, dentiste de la cour royale,

Schloßplatz 14.

““

Vorräthig, nebst den früher erschienenen 5 Heften Er⸗ Dümmler,

Die Verordnung über die Bildung des Vereinigten

Nebst einem Anhang, die in diesem Patente und Ver⸗

““ Senn 2 89 4 * *

Raum einer Zeile des All Anzeigers 2 Sgr.

71

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4

8

Amtlicher Theil. Inland. Rhein⸗Provinz. Staatsfonds. Dentsche Bundesstaaten. Königreich Hannover Ernennung. Fürstenthum Lippe. Verordnung in Bezug auf den Nothstand. Freie Stadt Frankfurt. Verhandlungen der gesetzgebenden Ver⸗ sammlung. Schreiben aus München. (Die Reise des Königs; der Fränkische Merkur; Deputation aus Nürnberg; Ausstellung des Kunst⸗Vereins.) 3 Oesterreichische Monarchie. Pesth. Das Theater abgebrannt. Frankreich. Deputirten⸗Kammer. Annahme des zweiten Adreß⸗ Paragraphen. Paris. Diplomatische Ernennungen. Schluß des Notenwechsels zwischen Frankreich und England. Die Thierssche Rede. Vermischtes. Schreiben aus Paris. (Gesetz⸗Entwurf über die gehei⸗ men Fonds; Geld und Banlkwesen und Getraide⸗Zufuhr) Großbritanien und Irland. Oberhaus. Der Eisenbahnplan für Irland. Volks⸗Unterrichtsplan der Regierung. Unterhaus. Comité⸗Berathung über die irländische Unterstützungs⸗Bill. London. Schluß des Notenwechsels über die spanische Heirath. Die Bestim⸗ mungen des Eisenbahnplans für Irland. Noten über die Einverlei⸗ bung Krakau's. Noth in Schottland. Schweden und Norwegen. Stockholm. werks⸗ und Handels⸗Ordnung. Diplomatisches. Schweiz. Kanton Luzern. Schreiben an den Vorort. Kanton Genf. Verfassungs⸗Debatten. Italien. Rom. Sammlungen für die Irländer. Einführung all⸗ gemeiner Militairpflichtigkeit. Ablösung der Staatsschulden. Reden am Neujahrs⸗Tage. Verhandlun⸗ gen der Deputirten⸗Kammer. Entlassung der Generale Griv Grisiottis. Die Bank. fung I“ Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Berlin. Börse.

Unterstützung der arbeitenden Klasse aus

Neue Fabrik⸗, Hand⸗

Göthe und Kaulbach

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: Den bisherigen Kammer⸗Präsidenten Frech bei dem Landge⸗ richte zu Koblenz zum Geheimen Ober⸗Revisions⸗Rathe bei dem Revisions⸗ und Cassationshofe hierselbst zu ernennen.

Ihre Majestät die Königin haben eine ruhigere Nacht gehabt und mehrere Stunden geschlafen. Das Fieber, so wie die übrigen Krank⸗ heits⸗Erscheinungen, sind in einem zwar langsamen, doch steten Rück⸗ schritt begriffen.

Berlin, den 11. Februar 1847.

Dr. Schönlein. Dr. von Stosch. Dr. Grimm.

Der Dr. J. Pietraszewski hierselbst ist zum Lektor der neueren orientalischen Sprachen bei der hiesigen Universität ernannt worden.

Die im Schlosse Monbijou zu wohlthätigem Zwecke stattfindende

Ausstellung des von Sr. Majestät dem Könige Sr. Königl. Hoheit

dem Prinzen von Wales zum Pathengeschenk bestimmten Schildes wird am Sonnabend den 13ten d. um 3 Uhr geschlossen. Berlin, den 10. Februar 1847. ““ Der General⸗Direktor der Königlichen Museen. (gez.) von Olfers.

Dem Feldmesser A. Licht in Berlin ist unter dem 8. gebruar

1847 ein Patent

auf eine Kaffee⸗Maschine, so weit sie als neu und eigen⸗ . thümlich anerkannt worden ist, auf fünf Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang

des preußischen Staats ertheilt worden.

Das den Fabrikanten Gebrüdern Dittmar zu Heilbronn unter dem 17. Dezember 1845 ertheilte Patent

auf ein Verfahren, Rasirmesserklingen zu härten, so weit dasselbe als neu ut worden, ist erloschen. . 11“

„von Trachenberg

Nhein⸗Provinz. Die Elberf. Ztg. enthält folgendes Schreiben des Kommerzien⸗-Raths Croon in München⸗Gladbach vom 1. Februar: „Des Königs Majestät haben zu genehmigen geruht, daß bei der jetzigen Theurung der ersten Lebensbedürfnisse, verbunden mit der gleichzeitig eingetretenen Stockung des auswärtigen Handels, auch durch unmittelbaren Zutritt der Staats⸗Fonds für die mögliche Beschäftigung der arbeitenden Klassen mitgewirkt werden dürfe, und in Folge dessen hat das hohe Finanz⸗Ministerium beschlossen, dem Verein von Fabrikbesitzern, welcher es sich zur Aufgabe stellte, müßi⸗ gen Arbeitern Beschäftigung und Verdienst zu geben, durch eine Un⸗ terstützung von 12,000 Rthlr. zu Hülfe zu kommen und die Verwen⸗ dung dieses Betrages in die Hände eines aus den betheiligten Fa⸗ brikanten zu bildenden Ausschusses zu legen.“ *

Deutsche Bundesstaaten.

Hannover, 9. Febr. Se. Majestät der König hat dem bis⸗ herigen Kabinetsrath Grafen von Kiclmansegge hierselbst, vermöge besonderen Auftrages, die Leitung des Ministerial⸗Departements der Finanzen, unter Beilegung des Titels eines Direktors des gedachten Departements, übertragen. b

Fürstenthum Lippe. Die fürstliche Regierung hat in Be⸗ treff des gegenwärtigen Nothstandes am 2. Februar folgendes Cir⸗ kular an sämmtliche Aemter und Magistrate des Landes gerichtet:

„Die durch Theurung und den herben Winter herbeigeführten Be⸗ drängnisse der handarbeitenden Klasse serdern zu ernster Berücksichtigung auf, und die Regierung hat es zu einem Gegenstande ihrer angelegentlichen Sorge gemacht, den dadurch herbeigeführten Leiden entgegen zu arbeiten. Die Verabfolgung wohlfeileren Brodkorns von den Kornböden der fürst⸗ lichen Rent⸗Kammer und fürstlichen Konsistoriums ist bereits beschlossen und theilweise ausgeführt, auch ist von fürstlicher Kammer die Anordnung sehr ausgedehnter Forst⸗Kultur⸗Arbeirrn und von der Regierung die Ein⸗ leitung getrofeen, daß durch eine umfassendere Ausführung der Wege⸗ bauten den handarbeitenden Unterthanen möglichst viele Gelegenheit zum Erwerb gegeben werde; so wie denn auch die Regierung auf ihren Antrag durch eine von den jetzt versammelten Landständen außerordentlich bewil⸗ ligte Summe in den Stand gesetzt ist, da, wo die eigenen Mittel nicht ausreichen, helfend einzutreten. Aber nur aushelfend kann sie eintrelen, da den wohlhabenderen Unterthanen zunächst die Sorge für die Abhülse der Noth ihrer nächsten Umgebung Pflicht ist, eine Pflicht, deren Erfüllung man von dem anerkannten Wohlthätigkeitssinne der Lipper erwarten kann.

„Diesem Wohlthätigkeitssinne Gelegenheit zu geben, sich thätig u äu⸗ ßern, muß gegenwärtig die Sorge der Obrigkeiten in Verbindung mit den Predigern sein, und werden dieselben daher aufgefordert, in ihren Bezirken Vereine zu bilden und durch deren Mithülfe 1) den Umfang des Unter⸗ stützungs⸗Bedürfnisses zu ermitteln; 2) die zu dessen Abhülfe nach Maß⸗ gabe der Oertlichkeit anzuwendenden Mittel zu bestimmen.

„Die Regierung wird bei Bewilligung der Abhülfe vorzüglich auf die armen Einlieger, so wie deren Verhältniß zu der wohlhabenden Bevölke⸗ rung, die Distrikts- Armenmittel und sonstigen Armen⸗Unterstützungen Rück⸗ sicht nehmen.

„Verabreichung an baaren Almosen muß von den zu treffenden Maß⸗ regeln ganz ausgeschlossen bleiben, und ist diese da, wo sie nöthig werden sollte, den bestehenden Orts⸗ und Gemeinde⸗Armenkassen zu überlassen. Dagegen haben die Vereine ihr Augenmerk vorzugsweise darauf zu richten, daß den Bedürftigen Gelegenheit zur Arbeit und dadurch Verdienst, nament⸗ lich durch Beförderung des Wegebaues und Verabreichung von Flachs zum Verspinnen, gegeben, daß für wohlfeiles Brod gesorgt und da, wo es nur irgend die Oertlichkeit gestatiet, eine gemeinschaftliche, wohlfeile Speisung für die. Bedürftigen beforgt werde.

„Die Regierung darf voraussetzen, daß die Obrigkeiten, von regem Mitgefühl für die Leiden ihrer Nebenmenschen beseelt, sich dieser Angele⸗ genheit mit Eifer unterziehen und die in ihren Bezirken nothwendigen und ausführbaren Maßregeln und Organisationen ohne allen Verzug treffen

werden, und bleibt hierbei die Rücksichtnahme auf das von den herrschaft⸗

lichen Kornhöden zu geringeren Preisen zu verabfolgende Korn, wegen

dessen etwaigen Bedarfs an fürstliche Kammer zu berichten ist, keinesweges ausgeschlossen. .

„Von den getroffenen Einrichtungen wird der ausführliche Bericht mit Gutachten in vierzehn Tagen erwartet und nur die Bemerkung wiederholt, daß die der Regierung zu Gebote stehenden Mittel nur zur Aushülfe ge⸗ nügen, daher der Anspruch an diese Abhülfe möglichst ermäßigt und vor⸗ zugsweise an die Privat⸗Wohlthätigkeit in jedem Bezirke rekurrirt, so wie da, wo keine Hülfe aus der Landeskasse nöthig sein sollte, dem Anspruche auf solche entsagt werden muß.“

Freie Stadt Frankfurt. (O. P. A. Z.) Die erschie⸗ nene Nr. 5 der „Mitheilungen aus den Protokollen der gesetzgeben⸗ den Versammlung“ referirt über die Sitzungen vom 9. und 11. Ja⸗ nugr. Ohne Diskussion und Umfrage wurde unter Anderem be⸗ schlossen, die gesetzgebende Versammlung sei mit dem Senats⸗Vor⸗ trage einverstanden, „daß im Jahre 1847 die Summe von 320,000 Fl. von dem 3 ½ proz. Anlehen vom 9. April 1839 zur Verloosung komme und der Termin zur Rückzahlung der in der Verloosung her⸗ auskommenden Obligationen auf den 1. April 1847 gesetzt werde.“ Neben mehreren rein lokalen Angelegenheiten findet sich darin die Berathung des Kommissions⸗Berichts über den General⸗Status exigentiae pro 1847. In der Sitzung vom 16. Januar stellte Herr Dr. Mappes in Be⸗ treff des Quartiergeldes den Antrag, „die gesetzgebende Versamm⸗ lung wolle beschließen, hohen Senat zu ersuchen, einen Gesetzes⸗An⸗ trag vorzulegen, nach welchem 1) die Quartiergeld⸗Abgabe vom Jahre 1848 an gänzlich aufgehoben werde; 2) die bis jetzt noch bestehen⸗ den Quartier⸗Vorstände, welche diese Abgabe größtentheils für sich erhoben haben, mit einer für billig erfundenen Entschädigung in Pen⸗ sionsstand treten; 3) alle von ihnen bisher besorgten polizeilichen Ge⸗ schäfte dem Polizei⸗Amte unmittelbar überwiesen, und 4) die ihnen durch die Constitutions⸗Ergänzungs⸗Akte übertragenen Verrichtungen bei den jährlichen Urwahlen in jedem Quartier einem in seiner Stel⸗ lung verbleibenden Stadtwehr⸗Offizier äls Ehrenamt übertragen wer⸗ den.“ Tie Versammlung sprach sich, mit 44 Stimmen gegen 28, für den Antrag aus. Z1111“ 8

O München, 7. Febr. Während die hiesigen Blätter von einer nachbevorstehenden Reise des Königs nach Italien reden, meldet die Aschaffenburger Zeitung, daß Se. Majestät der König dieses Jahr frühzeitiger denn je auf dem dortigen Schlosse eintreffen werde. Gewiß scheint nur zu sein, daß die betreffenden Absichten des Königs noch gar Niemand kennt.

Im Verlauf dieser Woche sind in den verschiedenen Sälen un⸗ seres Kunst⸗Vereins alle während des vergangenen Jahres angekaufte Gemälde und sonstige Kunstwerke wohlgeordnet ausgestellt, und es bietet nicht nur dem Kunstfreunde, sondern auch dem eigentlichen Ken⸗ ner ein Gang durch die geschmückten Räume in der That ein nicht gewöhnliches Interesse dar, obschon, wie dies bei den Zwecken des Vereins nicht anders sein kann, neben den gelungenen Arbeiten und werthvollen Schöpfungen älterer Meister sich auch viele Gegenstände vorfinden, die in jeder Beziehung den Anfänger erkennen lassen. Der Verein selbst zählt gegenwärtig über 3000 Mitglieder, hat eine Jah⸗ res⸗Einnahme von über 40,000 Fl. und konnte daher auch diesesmal wieder blos auf den Ankauf der zu verloosenden Bilder und sonstigen Kunstwerke die namhafte Summe von 27,000 Fl. verwenden. Lie Verloosung selbst findet, wie alljährlich, am 16. Februar, als am Vereins⸗Stiftungstage, statt.

Aus Nürnberg ist gestern oder vorgestern eine Deputation ein⸗ getroffen, an deren Spitze der dortige zweite Bürgermeister und be⸗ kannte Landtags⸗Abgeordnete Bestelmeyer steht, und deren Zweck ist, dem Könige im Namen der Stadt Nürnberg die Bitte um Errich⸗ tung eines Kanal⸗Freihafens persönlich vorzutragen.

Nach einer Reihe milder Tage, die nur ein einziges Mal durch einen starken Schneefall unterbrochen worden, sonst aber ganz geeignet waren, uns an ein nahes Ende des Winters glauben zu machen, ist seit vorgestern Abends plötzlich wieder eine so bedeutende Kälte ein⸗ getreten, wie wir sie kaum im Dezember und Januar gehabt haben. Zum Glück sind alle Saatfelder noch mit Schnee bedeckt..

Oesterreichische Monarchie.

Pesth, 8. Febr. Das hiesige Theater ist durch eine furchtbare Feuerebrunst verheert worden. Gegen 4 Uhr Morgens begann der Feuerlärm, und es währte beinahe eine halbe Stunde, bis sich einige Personen auf dem Platz einfanden. Das Feuer hatte bereits gewal⸗

tig um sich gegriffen; das Dach brannte auf drei Seiten, gegen den

Göthe und Kaulbach. (Vergl. Allg. Preuß. Ztg. 1846 Nr. 314 u. 352.)

Reineke Fuchs von Göthe, mit Zeichnungen von W. Kaul⸗ bach, gestochen von R. Rahn und A. Schleich. Fünfte und sechste Lieferung. München, 1846. Literarisch⸗artistische Anstalt.

Wir verließen unseren Helden, den Raubritter von Malepartus, auf dem Richtplatze mit der Aussicht, ihn um „bodenloser Lügen“ willen von einer mehr als gefährlichen, unfreiwillig erstiegenen Höhe wieder herabsteigen zu sehen. Ehe wir nun durch unseren Künstler erfahren, wie der Verlauf der Geschichte sich weiter spinnt, läßt er uns auf dem ersten Blatte der vorliegenden Lieferungen einen Besuch bei dem Könige Nobel machen, den wir in tiefste Häuslichkeit versenkt überraschen.

Wir würden uns nicht wundern, von dem Königlichen Vater mit der berühmten Frage des vierten Heinrich von Frankreich angeredet zu werden: „Messieurs les spectateurs avez vous des enfans?“ Auf unsere etwanige Bejahung würde er sicher fortfahren: „nlors mwon petit Nobel peùt finir ses affaires“, denn wir sehen den nur mit der Krone und einem Hemdchen bekleideten Thronfolger sich harmlos einem Geschäfte hingeben, welches nur im Innersten des Familienlebens die gecignete Stelle findet. Die Amme, eine wohlbehaubte Aeffin nach dem⸗Gedichte die Frau Rückenau, Gattin von Martin, dem Affen die, im Vordergrunde knieend, mit einem gestick⸗ ten Handtuche über den Schultern und dem sonstigen Reinigungs⸗Apparate vor sich, die Beendigung des Geschäftes erwartet, scheint die Pause zu be⸗ nutzen, um mit der ganzen Redseligkeit ihres Geschlechtes den Vater von den Tugenden des ihr anvertrauten Sprößlings zu unterhalten. Sein reich belocktes und bekröntes Haupt duldet auf dem Gesichtsvorsprunge die ge⸗

müthliche Brille.

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Der bequeme Hausrock, aus dessen umfangreicher Tasche das Tuch nachlässig hervorhängt, schließt den Ordensstern auf der Brust nicht aus, und mit Sorgfalt ist der buschige Knoten des Schweifes durch das eine Knopfloch gezogen. In den auf dem Rücken ruhenden Händen liegt nachlässig das Scepter.

So wie wir schon oben an das überall an diesen Figuren hervortre⸗ tende Spiel zwischen menschlichem und thierischem Bezeigen erinnert haben, das in seinem launenhaften Herüber⸗ und Hinüberspringen die thierischen Gestalten vermenschlicht und das Menschliche in seiner Natürlichkeit und seinem Materialismus ausdeckt und somit wieder dem Thiere nähert, so frappirt uns immer aufs neue die Wahrheit der dem Leben der Thierwelt abgelauschten Züge.

Will man dem Auftreten des Thierfürsten und seinem Verkehr mit der Aeffin eine bestimmte Situagtion aus dem Gedichte unterlegen, so müßte diese aus dem neunten Gesange von V. 170 an genommen werden, wo Nobel, entrüstet über die neuen heuchlerischen Lügen⸗Raketen Reineke's, sich in sein Gemach zurückzieht und dort von der verständigen Rückenau mit einer Vertheidigungs Rede zu Gunsten des Vetters empfangen wird. Sie citirt dann vielleicht eben die Geschichte von dem Bauern und der Schlange n. zählt etwa die Sippschaft auf, mit welcher der Wolf dabei zu Gericht er ten.

Ueberhaupt hat sich der Künstler in den jetzt vorliegenden Hesten mit ganz besonderer Freiheit und Unabhängigkeit von dem Dichter bewegt. Es versteht sich von selbst, daß ihm diese zugestanden werden muß; selbst mit ihr hat das Nebenhergehen der Götheschen Bearbeitung der Fabel seine Berechtigung. Es sind eben zweierlei Darstellungsarten derselben Geschichte, die wir Alle kennen, die sich öfters einander ergänzen und an einander an⸗ schließen. Es stört allerdings ein wenig in dem sortlaufenden Gange des Kunstgenusses, wenn wir den Maler seiner eigenen Erzählun sart folgen

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ungemein Humoristisches.

sehen, obgleich diese Unterbrechung weniger fühlbar wird, wenn wir uns in so angenehmer Gesellschaft, wie die unseres Illustrators, wissen. Dies gilt z. B. auch von dem vorletzten Blatt dieser Doppellieferung, welches eine Veranschaulichung einer jener „bodenlosen Lügen“ bringt, womit Reineke „beschimpfte den Vater jenseit der Grube“. Im dichten Walde sehen wir die geheimnißvolle, wohlverschließbare Oeffnung, aus welcher der alte Vater Reineke's mit der Krone Emmerich's und Goldschätzen reich beladen her⸗ vorsteig“. Eine lockige Perücke deckt das plandurchkreuzte schlaue Haupt des erfahrenen Arztes. Oben durch die Baumäste lauscht der Erfinder dieser Waldscene, der Erzlügner, ungesehen von dem vor sich hin ruminirenden Verschwörer. Unbemerkt bleibt auch von diesem, wie Fels und Baum ringsum mit Blick und Geberde Theil haben an der Schatzrevidirung; denn dafür

mussen wir die Handlung nehmen, weil uns sonst das Gedicht durchaus

im Stiche läßt. Ein gerade vor der Oeffnung liegender Felsen scheint mit

grämlicher Kennermiene auf den kostbaren Hausrath zu sehen, und peen 6

große Adlerkrallen greifen die Wurzeln der überhängenden ege. 1n8 herunter. Dieses Mithineinziehen der Waldnatur in . gaüg. 8 Ereignisse ist ein höchst glücklicher cwedanke und g0n3 dc Jüusrnnon er Fabelwelt angemessen. Ein ganz ähnlicher Zug findet sich auf dem ersten Bilde

1 Baä beren knorrigen des dritten Heftes, wo der eingeklemmte Bär von dem o Ende des Rnn.⸗ Kmh seines Peinigers, verlacht 868. Keg eine 8 bildet die Hand, Moosgeflechte den Bart des hämischen Waldbruders. b So hat sich also Reinele im fünften Gesange entlastet und auf zwe seiner Hauptfeinde, den Bären und den Wolf, die Kalamität herabbeschwo⸗ 8 ten, in welcher wir sie in der Holzschnitt⸗Vignette des sechsten Gesanges leiden sehen. Die trauernde Sippschaft sindet sich über dem Eimsense die⸗

1 amidalisch gruppirt, wie etwa das Giebelseld eines 85 1, Dieses Anstreisen an den Ernst der Antike hat etwas Die Mitte der Pyramide nimmt hier der in