1847 / 61 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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1.“ H ger.

glaubet, daß endlich euren wiederholten Gesuchen um Aufhebung jener be⸗

diese Censur

8 sie nach Belieben und Gutbefinden zugezogen.

stehenden Einrichtung werde entsprochen werden. Hierauf geben Wir euch Folgendes gnädigst zu erkennen: Indem Wir die Censur überhaupt aus⸗ üben lassen, thun Wir damit nichts, als wozu Wir, bei der bestehenden Bundesgesetzgebung, gegenüber dem Bunde verpflichtet und nach §.. der Verfassungs⸗Urkunde unzweifelhaft berechtigt sind. Wenn 8 insbesondere auch auf die inneren 222 2 gelegenheiten erstreckt, so ist dies eine nothwendige Folge der in 8 5 berg verkündeten Bundesbeschlüsse von 1819 und 1824, ele ihrer Geschichte, ihrem Wortlaut und ihrem Geiste, so wie nach ½ F. egung, welche die Bundesversammlung selbst ihnen bei verschiedenen Gelegenheiten mii voller Bestimmtheit gegeben, jene Ausdehnung der⸗ E167“ mit Nothwendigkett gebieten. Eine Aenderung der Censur im x gemeinen oder in dieser besonderen Beziehung wäre daher nur mittelst einer Aenderung der Bundesgesetzgebung über die Presse möglich. Darüber aber, was von Unserer Seite zur Herbeiführung einer Aenderung dieser Gesetzgebung ge⸗ schehen ist und fernerhin geschehen wird, behalten Wir Uns vor, der Ständeversammlung auf dem nächsten ordentlichen Landtage Kenntniß zu geben. Wir verbleiben euch mit Unserer Königlichen Huld stets wohl bei⸗

gethan.“

Herzogthum Sachsen⸗Koburg. Die Vorschrift, nach welcher Gemeinden nicht anders als nach eingeholter Erlaubniß der Landes⸗Regierung Prozesse führen dürfen und in ihren Streitsachen durch Syndiken sich vertreten lassen müssen, ist aufgehoben; es soll der Landes⸗Regierung nur in Fällen, wo von Gemeinden muthwillige

und unbegründete Prozesse gegen alle Vorstellungen geführt werden, nach angestellter Prüfung unbenommen bleiben, anzuordnen, daß dies nicht auf Kosten der Gemeinde⸗Kasse geschehen dürfe.

Fürstenthum Lippe. Die Regierung hat den versammel⸗ ten Landständen rücksichtlich des von ihnen beanspruchten Voti nega- tivi bei der Gesetzgebung zur Resolution ertheilt, daß sie ihnen nach nochmaliger reiflicher Prüfung des Gegenstandes, abgesehen von der Besteuerung, nichts Anderes als ein Votum consultativum zugeste⸗ hen könne. Die Stände hatten nämlich das Votum negativum auf dem Landtage von 1843 zur Spache gebracht, und war ihnen darauf erwiedert: „Daß die lippesche landständische Verfassung auf hy⸗ storischem Boden wurzelt und sich dadurch wesentlich von der nach abstrakten Theorieen gebildeten modernen Constitution unterschei⸗ det. Der §. 5 der Verfassungs⸗Urkunde sichert den Stän⸗ den dasjenige Maß der Rechte zu, welches ihnen bis zum Jahre 1805 zugestanden. Darunter ist das Votum negativum nicht begriffen. Wir werden es nicht dulden, daß die Landstände, aus ihrem Wirkungskreise heraustretend, sich Eingriffe in die Rechtssphäre ihres Landesherrn erlauben.“ Hiernach hatten die Stände auf dem vorigen Landtage erwiedert, sie wären weit entfernt, Eingriffe in die Rechte des Landesherrn zu thun, sie glaubten vielmehr fortwährend, mit dem fraglichen Anspruch ihrerseits auf dem Boden des Rechts sich zu befinden, und bäten sie, die Frage nochmals einer genauen Un⸗ tersuchung zu unterwerfen. In dem der Resolution beigefügten aus⸗ führlichen Promemoria wird erst Stellung und Charakter der alten Stände und ihr Einfluß auf die Gesetzgebung im Allgemeinen histo⸗ risch entwickelt und dann der Gang der letzteren im Einzelnen in chro⸗ nologischer Ordnung durchgenommen. Von der Periode des Mittel⸗ alters bis zum 15ten Jahrhundert wird gesagt: Diese, in welche man Ursprung und Entwickelung der Landstände versetzt und viel von ihrer Wirksamkeit gefabelt hat, müsse man ganz ausscheiden. Spä⸗ ter wären die Stände (Ritter und Städte) nichts Anderes, als pflichtmäßige Rathgeber (Consiliarii) des Landesherrn gewesen, der Die Vasallen habe die Lehnspflicht zur Rathertheilung genöthigt und bei der gesammten Ritterschaft und den Städten der jedem neuen Landesherrn

schwörende Huldigungs⸗Eid, womit sich denn zugleich der Einwurf, daß die Stäadte sich zu einem bloßen Votum consultati- vum nicht hergegeben haben würden, indem es ihnen eigentlich nichts

270 genutzt hätte, beseitige u. s. w. Ein von den Landständen gleich zu Anfang ihrer Sitzung an die Regierung gestelltes Gesuch, die Propositionen und Protokolle in einem täglich auszugebenden Blatt abdrucken lassen, also gewissermaßen eine Landtags⸗Zeitung veranstal⸗ ten zu dürfen, ist nicht genehmigt worden. Frankreich. (eE6

Paris, 25. Febr. Der Justiz⸗Minister, Herr Martin du Nord, soll nun sein Entlassungsgesuch in die Hände des Ministers der aus⸗ wärtigen Angelegenheiten niedergelegt und dieser es dem Könige eingereicht haben.

Zu Lannion ist an die Stelle des General Thiard, der doppelt gewählt war und sich für Chalons sur Saone entschieden hat, Herr Yves Tassel zum Deputirten für das Departement der Nordküsten ernannt worden; sein Mitbewerber war Herr Jules Simon.

Der Gerichtshof erster Instanz hat gestern den Kontrakt, der zwischen Herrn Deville, dem Geschäftsführer der Epoque, und Herrn Emil von Gicardin abgeschlossen worden, für gültig erklärt, aber Herrn Deville und Herrn Solar, der ebenfalls Geschäftsführer der Epoque gewesen, wegen nicht geleisteter vorschriftsmäßiger Caution, einen Jeden zu einmonatlichem Gefängniß, 200 Fr. Geld⸗ strafe und in die Kosten verurtheilt.

Die Anzahl der zur polnischen Emigration gerechneten Personen betrug im vorigen Jahre 8180, wovon 4739 in Frankreich und 3441 in England, Belgien, der Schweiz und Algerien sich befanden. In Frankreich erhalten 3770 durchschnittlich gegen 30 Fr. monatliche Unterstützung von der Regierung. Seit der letzten großen Auswan⸗ derung sind 755 Männer und 28 Frauen gestorben. Die Anzahl von Personen, deren Vermögen zusammen im Belaufe gegen 100. Millionen Fr. von Rußland konfiszirt worden ist, beträgt 5362. In der Fremdenlegion in Algerien befinden sich 11, in der belgischen Armee 17 polnische Offiziere, wovon zwei Generalsrang bekleiden. In der St. Rochus⸗Kirche wurde am Montag ein Trauer⸗Gottesdienst für die Opfer der krakauer Insurrection gehalten. Die polnischen Flüchtlinge wohnten demselben in Masse bei; auch gegen 1200 Stu⸗ denten nahmen daran Theil. Es sollte eine polnische Rede gehal⸗ ten werden, diese mußte aber auf höheren Befehl unterbleiben.

In der Sonnabend⸗Sitzung der Akademie der moralischen und politischen Wissenschaften verlas der nordamerikanische Staatsmann, Herr Wheaton, Verfasser einer Geschichte der Normannen und kor⸗ respondirendes Mitglied der französischen Akademie, eine Abhandlung über das Erbfolgerecht der verschiedenen Staatentheile der dänischen Monarchie, falls in dem jetzt dort herrschenden oldenburgischen Hause die männliche direkte Linie ausstürbe. Indem er auf die früheren Erbfolge⸗Verhältnisse Dänemarks einging, sprach er sich dafür aus, daß es zweifelhaft sei, inwiefern das in Dänemark seit 1660 einge⸗ führte Erbfolge-Gesetz auf das Herzogthum Schleswig Anwendung finde, während es außer allem Zweifel sei, daß es nicht auf Holstein bezogen werden könne, wo aller Zeit das salische Gesetz obgewaltet. Um nun das drohende Zerfallen der dänischen Monarchie eventuell zu verhindern, um mögliche Kämpfe wegen der Erbfolge zu verhüten, scheine für Dänemark die Aufhebung der lex regia das beste Mittel zu sein und die Wiedereinführung des alten dänischen Gesetzes, kraft dessen die Erbfolge allen Nachkommen gesichert war, wobei aber die männliche der weiblichen Linie voranging. Wenn man zu diesen Aus⸗ kunftsmitteln schritte, so würde die Erbfolge in Dänemark und den Herzogthümern die gleiche und die Einheit der dänischen Monarchie unerschüttert bleiben. Zwer sei die lex regia von ihrem Urheber als unveränderlich gegeben worden, da sie aber durch einen friedlichen Vertrag zwischen Souverain und Volk entstanden, so stehe es heute frei, sie in gleicher Weise durch wechselseitige Einigung wieder auf⸗

uheben. 8 Der Doktor Magendie hat seine am 8. Februar in der Akade⸗ mie der Wissenschaften gehaltene Rede über die Gefahren der durch

Schwefeläther erzeugten Trunkenheit im Druck erscheinen lassen; es sind darin viele Thatsachen erzählt, die von der Anwendung des neuen Mittels abschrecken sollen.

Die Patrie sagt: „Der eigentliche Grund zur Vermehrung der Armee um 10,000 Mann liegt nicht, wie es hieß, in den Ge⸗ rraide⸗Revolten, sondern in dem Bedarf von Mannschaften für die Bewaffnung der pariser Festungswerke. In dem Budget für 1848 liest man in der That ganz verstohlen in einer Ecke: 23,740 Fr. zur Errichtung von 18 Artillerie⸗Wachtplätzen, deren Bedürfniß für die detaschirten Forts täglich dringender werde.“

Die Presse zieht gegen daes Ministerium der öffentlichen Ar⸗ beiten zu Felde, weil es die Kanäle Frankreichs so sehr vernachlässige. Der Bretagne⸗Kanal koste der Staatskasse jährlich einen Zuschuß von 563,334 Fr.; der Nivernaiser⸗Kanal 245,767 Fr.; der Berry⸗ Kanal 37,234 Fr. Warum brächten diese Verbindungsmittel keinen Gewinn? Weil sie entweder im schlechten Zustande oder noch gar nicht vollendet seien. Darum fordert sie den Minister auf, endlich einmal Hand ans Werk zu legen und die Kanäle, die für Ackerbau und Handel, namentlich beim jetzigen Getraide⸗Transport, trotz aller Eisenbahnen, höchst nöthigen Verkehrsmittel durch ganz Frankreich zu vollenden. 8

Der König hat der philanthropischen Gesellschaft als Zuschuß zu ihrem Fonds, aus welchem sie die Vertheilung von Speise an die Armen bestreitet, 7000 Fr. zustellen lassen. 8

Es heißt, die verwittwete Königin von Spanien werde demnächst hier erwactet, und bereits würden zu deren Empfang in dem Palast Elysee⸗Bourbon die nöthigen Vorbereitungen getroffen.

Graf Daru will, wie es heißt, in der Pairs⸗Kammer folgende Anträge stellen: 1) Organisation einer Reserve der Armee; 2) Kon⸗ trahirung einer neuen Staats⸗Anleihe zur Herstellung des Gleichge⸗ wichtes in Einnahmen und Ausgaben; 3) rasche Vollendung der Bahnen nach Lyon und Straßburg.

Der Courrier frangçais läßt sich sehr unglimpflich über das Stück „Königin Margot“ vernehmen, womit das neue von Alexandre Dumas begründete „historische“ Theater eröffnet wurde; es sei so langweilig und errege so allgemeinen Ckel, daß es sich unmöglich hal⸗ ten könne. Im Namen des öffentlichen Schamgefühls müsse man Genugthuung für den Schimpf fordern, daß bei hellem Lichte der Bühne alle Ausschweifungen des Roman⸗Feuilletons vorgeführt wür⸗ den. Man gebe vor, auf diesem Theater die Thatsachen der Ge⸗ schichte lebend zu produziren, und gleich Anfangs biete man dem Publikum Scenen von Ausschweifungen, von Gift und Dolch! Die⸗ ses neue Theater stehe noch unter dem Cirque Olimpique, und in moralischer Beziehung sei es mit keinem zu vergleichen.

Alle Straßen und Häuser der Hauptstadt sollen eine gleichmäßige Numerirung erhalten; die Hausnummer soll auf Porzellan⸗Schildern mit weißen Buchstaben auf blauem Grunde stehen.

. Paris, 25. Febr. Mit dem Wallfischfänger „Elisabeth“ sind direkte Nachrichten aus Otaheiti vom 12. November über Hayvre hier eingetroffen. Dieselben lauten allerdings nicht so beunruhigend, als die ihnen vorangegangenen Gerüchte gesagt hatten, aber immer noch ernst genug, jebenfalls weit entfernt, die Hoffnungen auf Wie⸗ derherstellung des Friedens zu bestätigen, welche die vor wenigen Tagen erst im Moniteur veröffentlichte offizielle Note auf den Grund von Depeschen vom 5. Oktober rege gemacht hatte. Hatte sich aber die Lage nicht merklich verbessert, so gaben sich doch viele Anzeichen einer möglichen Ausgleichung zu erkennen, da alle Parteien des ewigen Krieges müde geworden zu sein scheinen. Die Angabe der offiziellen Note, daß die offenen Feindseligkeiten nicht wieder aufgenommen worden seien, ist richtig, wenn man sie wörtlich nimmt: denn in Wahrheit hatten sie keinen Augenblick aufgehört. Die Befestigun⸗ gen und Verschanzungen, welche auf Befehl des französischen Gouverneurs Bruat in den Thälern, die am Aufstande betheiligt sind,

war man auf den Backstein im ausgedehntesten Gebrauch recht hingewiesen,

wobei cs sich indeß, so viel man urtheilen kann, mehr um Ausbildung der

Technik zum praktischen Bedurfnisse, als um eine eigentlich künstlerische Ent⸗ wickelung handelte. Doch auch von letzterer giebt es manche Beispiele, unter denen ich in der unmittelbaren Nachbarschaft der Stadt auf einige Grab⸗ mäler an der Via Appia und namentlich auf den angeblichen Tempel des

8 Deus rediculus hindeute, an welchem die Backsteine eine vorzügliche Con⸗

struction zeigen, die Ornamente aus gebrannter Erde sich mehr in techni⸗ scher Hinsicht, als durch Reinheit des Geschmacks auszeichnen, der dem hübschen kleinen Baue eine nicht sehr frühe Zeit des Entstehens anweist. Im Mittelalter war es einigermaßen anders. In Rom selbst fallen na⸗ mentlich die hohen viereckten Glockenthürme in die Augen, die aus dem VIII. und folgenden Jahrhunderten stammen, und an denen ein Streben nach Zierlichkeit und architektonischem Schmuck in Gesimsen, Fenstereinfas⸗ sungen, eingelassenen Marmor⸗ und Granitplatten u. s. w. zu bemerken ist, besonders an den schöneren derselben, dem unter Leo IV. um die Mitte des 1IX. Jahrhunderts gebauten Campanile von Sta. Francesca Ro⸗ mana am Campo Vaccino (vergl. Gally Knight, Ecclesiastical Ar- chitecture of Haly, 1, Bl. 28) u. m. a. Zunächst kommt sodann die sogenannte Casa di Rienzi am Ponterotto in Betracht, die in die erste Hälfte des XI. Jahrhunderts gehört und insofern besonders wichtig ist, als an derselben, wenn man von den eingemauerten antiken Fragmen⸗ ten absieht, ein durchgehendes Bestreben, den Backstein zu architektonischen und ornamentalen Zwecken anzuwenden, sich erkennen läßt, indem aus die⸗ sem Material bestehende Pilaster, flache Halbsäulen und verschiedenartige Verzierungen, die zum Theil die Kapitäle vertreten sollen, daran vorkom⸗ men. Gehen wir weiter, so beschäftigt uns unter Anderem die leider in verschiedenen Zeiten und auf verschiedene Weise veränderte und verstüm⸗ melte Kirche von Sta. Maria Araceli, in jenen Theilen, welche dem dreizehnten und vierzehnten Jahrhundert angehören. Wenn aber in Rom (dessen übrige hierher gehörige Bauten ich hier um so eher übergehen kann, als in den Fortsetzungen des Rungeschen Werkes dieselben wohl Beach⸗ tung finden werden) der Ziegelbau weniger zur Anwendung kam und eine kunfsgemäße Entwickelung erfuhr, als anderwärts, so liegt dies wohl gro⸗ ßentheils in dem Umstande, daß im Travertin ein so schönes wie dauer⸗ haftes Material geboten war, daß man bekanntlich lange die antiken Tra⸗ vertinbauten, vorzugsweise das Kolosseum, als Steingruben benutzte, und daß ziemlich früh schon eine sorglose Weise der Construction einriß, wo⸗ bei, wie man z. B. am Palazzo di Venezia, aus dem letzten Drittel des funfzehnten Jahrhunderts, und auch an dem Meisterwerk der Buonar⸗ oti⸗Sangalloschen Zeit, dem Palazzo Farnese, sieht, die höhere Tech⸗ nik völlig aus dem Spiele blieb. G Dem leicht zugänglichen Material ist es vorzugsweise auch beizumessen, daß in Florenz der Backsteinbau in künstlerischem Sinne wenig zur An⸗ wendung kam. Die meisten Gebäude sind aus Pietra serena aufgeführt, jenem graubraunen, allmälig ins Schwärzliche übergehenden Stein, der bei Fiesole, wie in den Brüchen der Gonfolina, wo der Arno unterhalb der Hauptstadt sich durch die Felsendämme eine Straße geöffnet hat, und an anderen Orten gewonnen wird, und dessen mächtige Quadern, die indeß vor Rissen und Brüchen nicht ganz sicher sind, an den Burgpalästen der Signorie (Pal. vecchio) Pitti, wo sie an den neuen Flügelbauten in Erstaunen er⸗ regenden Dimensionen vorkommen, Strozzi u. a. den Eindruck ungewöhn⸗ licher Festigkeit erhöhen, den schon die ganze Bauweise hervorbringt. So ist es aber nicht überall in Toscana, wo Pisa, Pistoja u. s. w. schon anderen Charakter zeigen. In dem malerischen, alterthümlichen Siena feiert die Badkstein ⸗Architektur einen glänzenden Triumph. Faßt fämmtliche Paläste der Stadt bis die Mine des XV. Jähr⸗ —]

hunderts gehören ihr an, und bieten sie nicht so imposante, festungs⸗ artige Massen dar, wie die älteren florentinischen, so haben sie dafür etwas sehr Zierliches und Phantasiereiches. Der Palazzo pubblico, das Hauptgebäude an dem großen Platze, der zu den pittores⸗ kesten Italiens gehört, zu Anfang des XV. Jahrhunderts aufgeführt, ist ein solcher Backsteinbau und überhaupt ein treffliches Muster sienesischer Architektur, mit Altan, breiten Bogenfenstern und Zinnen, Fensterrose und durchgängigem Vorherrschen des Spitzbogens. Gerade die Fenster sind es, in denen sich hier große Zierlichkeit wie Mannigfaltigkeit des Ornaments kundgiebt: die reichsten und schönsten sieht man an dem leider verfallenden Palazzo Buonsignori (Romagnéöli, Cenni storico artistici di Fiena. 1810. S. 27), wo jedes Fenster mit seinen durch zwei schlanke Säulchen gebildeten Unterabtheilungen drei Ogiven in dem großen dasselbe überragenden Bogen bildet und den hübschesten Verzierungen von gebrann⸗ ter Erde, übrigens in streng architektonischem Charakter und Gliederung, Raum gegeben hat. Später ist man in Siena diesem so eigenthümlichen wie anmuthigen Styl, der sich unter Anderem auch an dem berühmten Brunnen, der Fonte Branda (berühmt, wenn auch nicht, wie man wohl angenommen hat, Dante's Fonte Branda), zeigt, untreu geworden: zur Zeit Pinus' II., der, wie seine Verwandten, die Piccolomini, in der Heimat viel baute, brach der florentinische Styl des Michelozzo und seiner Zeitge⸗ nossen sich Bahn, und man sah manche Bauten entstehen, die, wie der schöne Palast Piccelomini, die großartige Loggia, welche noch des Papstes Namen trägt, der setzige Pal. Nerncei (von Pius' Schwester, Caterina, daher seltsamerweise längere Zeit „delle Papesse“ genannt), der des Am⸗ brogio Spannocchi u. a. an Florenz und die Zeit Cosimo's de’ Medici, Luca Pit.i's, Filippo Strozzi's erinnern. Es wäre zu wünschen gewesen, daß einer der talentvollsten italienischen Baumeister aus dieser Zeit, Fran⸗ cesco di Giorgio, das in seiner Vaterstadt einst so beliebte Material da angewandt hälte, wo er keine guten Quadern fand, statt die schöne Kirche der Madonna del Calcinajo bei Cortona aus einem Stein zu bauen, der so geringe Konsistenz besitzt, daß von den Profilirungen der Außenseite nichts mehr sich unverletzt erhalten hat und die Zerstörung dieses, nebst San Biagio bei Montepulciano, in dieser Gegend interessantesten Denkmals aus der Entwickelungszeit der modernen italienischen Architektur täglich größere Fortschritte macht.

Ich muß mich hier auf einige isolirte Angaben über Vorkommen und Entwickelung der Backstein⸗Architektur in den übrigen Theilen des Landes beschränken: vielleicht giebt die Fortsetzung des Rungeschen Werkes Gele⸗ genheit, später auf Anderes einzugehen. Die Lombardei ist reich an diesen Bauten: sie sind zum Theil von großem Interesse, zum Theil auch von eben so großer Schönbeit. Zu ersteren gehört namentlic; der Pa⸗ lazzo del Comune zu Piacenza, Hauptgebäude ciaes ebenfalls wie⸗ der so eigenthümlichen wie malerischen Platzes, welchen bekanntlich Fran⸗ cesco Mocchi's berühmte Erz⸗Bildsäulen Alexander und Ranuccio, Far⸗ nese’s schmücken. An diesem Palast, dessen Errichtung in den letzten De⸗ cennien des XIII. Jahrhunderts begann, und an welchem der germanische Styl mit romanischen Elementen streitet, ist das obere Geschoß (das untere bildet eine große Halle) ganz aus Ziegeln erbaut, die hier in der reichsten, mannigfachsten, pittoreskesten Weise zur Anwendung gebracht worden sind. Gesimse Fensterpfosten, Zinnen, Thürmchen, eine sehr schöne Fensterrose sind alle aus diesem Material; an den großen, in zwei Hälften und Hleinere Bogen getheilten Bogenfenstern ist der Ctein unverglast gelassen und erhöht durch seine dunkle, mit dem Rest kontrastirende Färbung in bedeutender Weise die Wirkung des Ganzen. Noch unendlich weiter fortgeschritten und wahrhaft in ihrer schönsten Blüthe zeigt sich aber die Backstein⸗Archi⸗ tektur in Mailand und seiner Umgebung zu Ende des XV. Jahrhunderts.

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Die in ihren Haupttheilen unter Lodovico il Moro gebaute Kirche Sta. Maria delle Grazie (bei welcher man Lionardo's Abendmahl sieht) ist in dieser Hinsicht ungetheilter Aufmerksamkeit würdig. Der Styl ist ein seltsames, heterogenes Gemisch von lombardisch ⸗germanischen Formen mit dem antikisirenden Geschmack des Bramante, welchem die Kuppel zugeschrie⸗ ben wird: zu beklagen ist die Verunstaltung der einfach schöͤnen Fagade durch zwei geradezu abscheuliche Nebenthüren. Was hier am meisten in Betracht kommt, sind die Außenwände der Chorseite, wo Reichthum mit der geschmackvollsten Zierlichkeit und mit einer in architektonischer Hinsicht so sinnreichen wie verständ gen Anordnung vereinigt erscheint. Pilaster, Leisten und Einfassungen mit Blumen⸗ und Blättergewinden, Kandelaber⸗ stäbe inmitten von Quadraten, Medaillons mit Arabesken wie mit Köpfen, verzierte Gesimse, Ornamente aller Art sind aus Terra⸗ cotta, und wahrlich, hier sieht man, was sich aus diesem Matelial machen läßt. Von gleicher Schönheit und noch überraschenderem Reichthum sind die lombardisch⸗germanischen Partieen der Außenseite des Ospe⸗ dal maggiore, welches, von Fraacesco IJ. Sforza geaeee. theils in dieselbe, theils auch in etwas frůhere Zeit als die oben⸗ genannte Kitche fällt, an welcher letzteren das antikisirende Prinzip im Or⸗ nament vorherrscht, wie an jenem das germanische. Mailand hat für den Kunstfreund keine interessanteren Bauten aufzuweisen, wenn auch seine c. thedrale die Blicke mehr auf sich zieht. (Vergl. die Ansichten und Detail⸗ blätter von Durelli und Cassina in F. Cassina's Fabbriche piu cospicue di Milano. 1 Mit diesen Frocnder Bauten wetteifern die Klosterhöfe der Certosa von Pavia, deren. Ursprung zwar in viel früherer Zeit (Ende des 8 Jahrhunderts) fällt, deren Ausführung aber derselben Epoche 6 rfache Maria delle Grazie angehörte, wie denn beide Gebäude auf, sgg ü Weise an den nicht minder denn schuldbesleckten, unglücklichend 8 88 rfa Moro und seine von ihm zärllich geliebte Gemahlin, die ee⸗ ers h⸗ süchtige Beatrice d'Este, erinnern. Die Bogen des 320 Quadra fuß um⸗ f de 1 3 Zeageln erbaut und von seltener fassenden Chiostro maggiore sind aus Ziege bbien Interrsse bei die⸗ Schöaheit und Präzision; man verweilt mit dem 8nhe 8 8. 8 sse 6 ü sem trefflichen Bau, auch nachdem man den wunder S. Reichthum dieser Kirche an den geschmackvollsten Verzierungen, den leuchtendsten Marmor⸗ attungen und Pietraduren, die das „Sesam öffae dich“ der Märchen aus 9 Jugendzeit in die Erinnerung zurückrufen, angestaunt hat. Nur im Vorbeigehen erwähne ich der reizenden Terracotta⸗Reliefs, musizirende Kin⸗ dergestalten, biblische Gegenstände u. s. w. darstellend, in dem Chiostro della Fontana (vergl. Cicognara, Storia della Scaltura, Folio⸗ Ausgabe. Venedig, 1816. II. 181, Taf. XLVIII. Fig. 12, 13), indem dieselben mich auf ein anderes Gebiet, das der unabhängig dastehenden Skulptur, führen würden, wobei sodann die Betrachtung der Arbeiten in verglaster Erde, des Faches der unübertroffenen Leistungen der Familie della Robbia, welche den Kunstschmuck namentlich Toscana's aus dem XV. und XVI. Jahrhundert in so anziehender Art vermehren und wovon unser berliner Museum mehr denn irgend eine andere Sammlung reiche wie mannigfaltige Proben aufzuweisen hat, nicht von der Hand zu weisen sein dürste. Von wem die obengenannten Arbeiten in der Certosa herrüh⸗ ren, ist nicht bekannt: tüchtige Künstler aber in diesem Zweige, von denen man zum Theil weiß, daß sie der Marmorarbeit unkundig waren, und daß sie ihren Figuren die Farbe des Marmors oder Naturfarben gaben, gab es mehrere in Ober⸗Italien, unter Anderen Anzolino und Gasparo von Brescia, Alfonso Lombardi, der bekannte ferraresische Bildhauer, Guido Mazzoni aus Modena, der in Mont’ Oliveto zu Neapel arbei⸗ tete (Vasari, im Leben des Giuͤliano da Majano, Ed. Passigli, S. 293; Schorn’'s Ausg. II. 1. S. 295.

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Cicognara, II. Taf. 61) und vor

aufgeführt worden waren, hielten allerdings die Landes⸗Eingebornen

in Schach; aber die Franzosen waren zu unausgesetzter Wachsamkeit genöthigt, und unaufhörlich kam es bald da, bald dort zu einzelnen Gefechten. Keinen Augenblick waren die in den Verschanzungen ste⸗ henden französischen Truppen vor Neckereien sicher und mußten sich

aher stets auf ihrer Hut und kampfbereit halten. Es war eine Art von Beobachtungskrieg, nicht ohne Gefahren, aber noch schlim⸗ mer durch die damit verknüpften Strapazen, welche den Soldaten nie zur Ruhe kommen ließen. Der Gouverneur Bruat selbst ent⸗ wickelte dabei eine außergewöhnliche Thätigkeit und Energie, aber seine Gesundheit war dadurch ernstlich angegriffen worden. Diese Thätig⸗ keit hatte übrigens den Gouverneur Bruat nicht abgehalten, bei der Königin Pomareh einen neuen Versuch zu einer Wiederannäherung zumachen, wie seine Instructionen ihm vorschrieben, um durch die Zurückberufung der

Königin mit einem Streiche den ewigen Aufständen ein Ende zu

nachen, die stets die Abwesenheit Pomareh's zum Vorwande nah⸗ men. Nachdem der Gouverneur vergeblich durch seine eigenen Agen⸗ ten verschiedene Mittel zu dem Zwecke einer Aussöhnung versucht, hatte er sich, obgleich nur mit lebhaftem Widerwillen, zu diesem Ende mehrerer Personen bedient, die vermöge ihrer Beziehungen zu der Königin, vorzüglich aber wegen ihrer Eigenschaft als englische Unter⸗

hanen, eher auf eine gute Aufnahme bei Pomareh rechnen zu kön⸗ nen schienen. Die Monate September und Oktober wurden zu die⸗ sen Verhandlungen verwendet, welche der Reihe nach durch die Her⸗ ren Salmon, Notte und einem Missionair Namens Thompson, sämmt⸗ lich Engländer, geführt wurden. Alle diese Schritte bei der Königin blieben ohne Resultat: dieselbe beharrte hartnäckig bei ihrer Weige⸗ rung, sich in Verbindungen irgend einer Art mit den fran⸗ zösischen Behörden einzulassen. Da entschloß sich endlich, weil kein anderes Mittel mehr übrig blieb, der Gouverneur zu Annahme der Vermittelung der britischen Fregatte „Grampus“, von welcher neulich die englischen Blätter gesprochen haben. Dieser Versuch hat aber nicht mehr Erfolg gehabt als alle anderen. Man glaubt zwar allgemein, daß die Königin Pomareh nichts lebhafter wünsche, als wieder in Besitz ihres Königthums zu gelangen, aber sie will durch⸗ aus nicht mit dem Gouverneur Bruat in Verbindung treten und nichts annehmen, was wie ein Zugeständniß von seiner Hand aussehen könnte. Ihr ganzer persönlicher Groll ist gegen denselben gerichtet, und kein Vorschlag von seiner Seite hatte Aussicht auf Gehör bei ihr. Ihr Haß gegen ihn ist weit größer als der gegen die franzö⸗ sische Regierung und das französische Volk. Sie treibt diesen Haß so weit, daß sie im letzten September an den König der Franzosen einen (aber nicht an seine Adresse übermachten) Brief schrieb, worin sie die Rückheru⸗ fung des Gouverneurs als einzige Bedingung ihrer Unterwer fung aufstellte. yh sie stellte sogar einem in Otaheiti ansässigen Franzosen, welcher so glücklich zu sein scheint, in hobem Grade ihres Vertrauens sich ge⸗ würdigt zu sehen, einen förmlichen Versöhnungs⸗Vertrag zu, der von ihr eigenhändig unterzeichnet ist und das Datum vom 22. Oktober trägt. Auch dieser Vertrag enthielt als erste Bedingung ihrer Rück⸗ kehr nach Otaheiti die Abberufung Bruat's und seine Ersetzung durch einen anderen ihr angenehmeren Mann; die übrigen Bedingungen sollen durchaus sehr annehmbarer Natur sein. Es hat allen Anschein, daß diese Stimmung der Königin Pomareh zur Kenntniß der fran⸗ zösischen Regierung gelangt waren, als diese sich entschloß, einen an⸗ deren Gouverneur an Bruat's Stelle nach Otaheiti zu senden. Wie dem nun auch sei, die Nachricht von seiner Abberufung war am 6. November zu Papeiti angekommen, und die Wahl des Herrn Lavaud zu seinem Nachfolger, der durch frühere Verbindungen bereits der Königin Pomareh bekannt war, wurde an Ort und Stelle als ein sicheres Pfand einer nahen Ausgleichung betrachtet.

Der Prozeß, welcher sich zwischen dem bisherigen Geschäftsfüh⸗ rer der Epoque, Herrn Deville, und Herrn Emil von Girardin auf der einen Seite und den Redacteuren und Actionairen der Epoque auf der anderen Seite wegen Aufhörens der Epoque entsponnen

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hat, wird, nachdem das Gericht erster Instanz zu Gunsten der Er⸗ steren entschieden hat, jetzt vor den Königlichen Gerichtshof kommen, da Berufung eingelegt worden ist. E1I““

Großbritanien und Irland.

Unterhaus. Sitzung vom 22. Februar. Die Rede des Schatzkanzlers über den Zustand der Finanzen des Landes, deren Hauptpunkte wir bereits angegeben haben, motivirte den ihr zum Grunde liegenden Antrag auf Bewilligung einer Anleihe von 8 Millionen Pfd. im Wesentlichen folgendermaßen:

Viele Jahre sind verflossen, begann Sir Charles Wood, daß ein Kanz⸗ ler der Schatzkammer so schwere Forderungen an die Staatskasse zu machen habe, als dies für ihn in diesem Jahre der Fall sei, und er hoffe, daß viele Jahre vergehen werden, ehe sich wieder eine solche Nothwendigkeit zeige. Das Unglück, welchem die Regierung abhelfen solle, sei jedoch ein solches, welches keine menschliche Voraussicht habe verhindern können. Es habe der göttlichen Vorsehung gefallen, über dieses Königreich und über fast das ganze westliche Europa einen Mangel an Nahrungsmitteln zu verhängen. Der größte Druck davon falle auf den Theil des vereinten Königreichs, welcher ihn gerade am wenigsten tragen lönne; das Volk von Irland habe daher sich um Abhülfe an Großbritanien gewendet, und er sei fest über⸗ zeugt, daß man demselben die Unterstützung nicht vorenthalten werde. Es freue ihn jedoch, dabei auch erklaren zu können, daß die Finanzen des Landes zu keiner Zeit mehr im Stande gewesen wären, dieser Anfforderung zu entsprechen. Das letzte Quartal ergiebt einen Ueberschuß von 916,000 Pfd., das ganze letzte Jahr einen Ueberschuß von 9 Millionen, die größte Bilanz, über welche jemals ein Kanzler der Schatz⸗ kammer zu verfügen gehabt habe. Zölle und Accise und fast alle Einnahme⸗ Posten haben einen bedeutend höheren Extrag geliefert, als worauf die Voranschläge gerechnet haben, und selbst noch in dem letzten Vierteljahr, bis zum 13ten d. M. gerechnet, findet sich ein Mehrbetrag der Einnahme von fast einer halben Million in Vergleich zu dem entsprechenden Viertel⸗ jahr des vorigen Jahres. Aber obgleich die gegenwärtige Wohlfahrt des Landes bedeutend sei, so würde man sich doch einer trügerischen Hoffnung hingeben, wenn man auf ihre Fortdauer rechnete. Wer die Zeichen der Zeit beobachtet, müsse es für wahrscheinlich halten, daß ein Moment eingetreten sei, wo die materiellen Fortschritte des Landes einigermaßen ins Stocken gerathen, ähnlich den Verhältnissen der Jahre 1825 und 1836. Er glanbe jedoch nicht, daß dieses Aufhören im Fortschreiten irgend mit solchen Erschütterungen werde verbunden sein, wie es bei jenen Veranlassungen von 1825 und 1826 der Fall gewesen; und zwar glaube er dies deswegen nicht, weil die Erfahrung jener früheren Zeit nicht verloren sei; weil unser Handel jetzt auf gesunden Grundsätzen und nicht nach Speculation geführt werde; und weil wir jetzt richtigere Begriffe von dem Gelde hätten und, anstatt Misissippi⸗Siocks und Penn⸗ solvanig⸗Bons zu laufen, unsere Kapitalien in inländischen Anlagen von großer Wichtigkeit angelegt hätten. Es würde jedoch aller Erfahrung ent⸗ gegen sein, wenn der hohe Preis des Getraides nicht auf das Wohl⸗ aller Klassen des Landes einwirkte, die Mittel, Gegenstände zu kau⸗ fen, welche den Zoͤllen und den Accisen unterworfen wären, beeinträch⸗ tigte und dadurch auch die Einkünfte des Staates verringerte. Unglück⸗ licherweise sei mit dem hohen Preise des Getraides jetzt auch ein hoher Preis der Baumwolle eingetreten und habe zu einer Verringerung der Arbeit in den Manufaktur⸗Gegenden geführt. Dadurch seien in dem letzten Monat einige Fabriken gänzlich still gestellt, die Zahl der Fabriken, welche volle Zeit arbeiteten, vermindert und die Zahl der Fabriken, welche nur kurze Zeit arbeiteten, vermehrt worden. In Manchester seien dadurch, im Ver⸗ gleich mit dem Anfang Januars, 2638 Arbeiter aus Arbeit gekommen; 2900 weniger arbeiteten volle Zeit; und 1955 mehr arbeiteten blos kurze Zeit. Solche Verminderung des Lohnes müsse Noth und daher auch eine Verminderung in dem Ertrage der Staats⸗Einkünfte hervorbringen. Eine fernere Folge der hohen Preise der Lebensmittel, welche letztere in Folge der Mißärndten in Frankreich, Belgien, Deutschland, Italien und Polen noch mehr gestiegen sind, ist der ungünstige Einfluß auf den Geldmarkt gewesen, welcher den Zinefuß gesteigert und die Verwendung von Kapitalien auf industrielle Unternehmungen beschränkt habe. Bis jetzt sei jedoch die Nach⸗ frage nach baarem Gelde nicht sehr besorgnißerregend gewesen, denn es fänden sich nur 1,200,000 Pfd. St. Gold weniger in der Bank, als dies

am 13. Februar 1846 der Fall gewesen. Er schließe daraus, daß wir das Getraide, welches wir eingeführt, mit Manufaktur⸗Waaren bezahlt hätten;

ein Umstand, zu welchem er dem Lande Glück wünsche; eben so wie zu

der besseren Lage der französischen Bank, indem große Noth in jenem Lande

zuletzt nothwendig auch auf England zurückgewirkt haben müßte. Hieraus gehe indeß zur Genüge hervor, daß der gegenwärtige Moment zur größten Vor⸗ sicht auffordere, und daß man sich durch die günstigen Ergebnisse des vori⸗ en Jahres nicht verblenden lassen dürfe. Der Ueberschuß des Rechnungs⸗ sahre⸗ 1845—47, welcher nach den Veranschlagungen 1,080,000 Pfd. be⸗ tragen sollte, hat bis zum 5. Jannar d. J. sich auf 2,846,000 Pfd. belaufen und wird nach den Ergebnissen der letzten beiden Monate sich am Schlusse des Finanzjahres, am 5. April, aller Wahrscheinlichkeit nach noch viel höher stellen. Dessenungeachtet erscheint es zweckmäßig, bei der Berechnung der Voranschläge für das nächste Finanzjahr vom 5. April 1847 bis zum 5. April 1848 nur die am 5. Januar vorliegenden Ergeb⸗ nisse zum Grunde zu legen. Die Zölle haben in dem mit dem 5. Januar beendigten Jahre 20,568,900 Pfd. St. eingetragen, davon kommen 793,000 Pfd. St. auf die Getraidezölle, welche wenigstens in den nächsten 6 Monaten gänzlich ausfallen, dagegen aber ist wohl eine bedeu⸗ tende Erhöhung der Einnahme von den Zuckerzöllen zu erwarten, und die einzigen Artikel, welche in den letzten vier oder fünf Monaten einen Min⸗ der⸗Ertrag nachweisen, sind die Artikel Butter, Käse und Seidenwaaren, von denen die Zölle reduzirt worden sind, deren Einfuhr aber dagegen so sehr zugenommen, daß jener Ausfall bald gedeckt werden wird. Die Ge⸗ sammt⸗Einnahme von den Zöllen wird sich daher mit Sicherheit auf 20,000,000 Pfd. St. veranschlagen lassen. Die Accise hat bis zum 5. Januar 13,988,000 Pfd. St. eingebracht und wird, da sie geringeren Schwankungen unterworfen ist, als die Zölle, wohl auf 13,700,000 Pfd. St. veranschlagt werden können. Die Stempel⸗-Steuer wird mit 7,500,000 Pfd. St., die Grundsteuer und die indirekten Steuern mit 4,270,000 Pfd. St., die Einkommen⸗Steuer mit 5,300,000 Pfd. St., die Einnahme des Post⸗Departements mit 845,000 Pfd. St. in Anschlag gebracht (die Voran⸗ schläge stimmen mehr oder weniger mit dem vorjährigen Ertrag überein), und, mit Einschluß von 120,000 Psd. als dem Ertrage der Kronländereien und von 427,000 Pfd. für vermischte Einnahmen, stellen sich die Voranschläge für die Einnahme des nächsten Finanzjahres auf die Summe von 52,065,000 Pfd. Was nun die Voranschläge für die Ausgaben betrifft, so kommen zuerst die Zin⸗ sen der Staatsschuld in Betracht. Dieselben betragen für die fundirte und unfundirte Schuld 28,045,000 Pfd., dazu sind noch auf den konsolidirten Fonds angewiesen 2,522,000 Pfd. und 175,000 Pfd. als Kosten der irlän⸗ dischen Landpolizei; Alles agenge also 30,745,000 Pfd. Die Voran⸗ schläge für das Landheer betragen 6,840,074 Pfd., für die Flotte 7,561,876 Pfd., für das Artillerie⸗Departement 2,679,127 Pfd. (die Mehrausgabe für die beiden letzten Departements im Vergleich zu dem vorjährigen Bud⸗ get wird durch Verstärkung des Corps der Marine⸗Soldaten um 1500 und der Königlichen Artillerie um 1200 Mann erklärt), für die vermisch⸗ ten Ausgaben 3,750,000 Pfd. und für das ganze ordentliche Aus⸗ gaben⸗Budget 51,576,000 Pfd. Dabei sind nur die ordentlichen Aus⸗ gaben für Irland mit in Rechnung gebracht, von den nöthigen außer⸗ ordentlichen Bedürsnissen desselben aber ist gänzlich astrahirt worden; bis jetzt sind alle Ausgaben für Irland direkt aus dem Schatz⸗Amte bestritten, und wenn auch späterhin die irlkändischen Grundbesitzer einen Theil der ge⸗ machten Vorschüsse zurückzuerstatten haben werden, so ist für jetzt doch nicht daran zu denken, sie, abgesehen von ihren ordentlichen Beiträgen für die

Armensteuer und ihren freiwilligen Hülfsbeiträgen, mit direkten Steuern zu belasten. Die Ausgaben, welche der Staatsschatz bis zu Ende des Januar für Beschäftigung der arbeitenden Klasse in Irland aufgewandt hat, betra⸗ gen 2,400,000 Pfd., die Zahl der Arbeiter war zu Ende des vorigen Mo⸗ nats 571,000. Die Ausgaben für den laufenden Monat werden 1 Million Pfd. St. betragen, und wenn auch in Folge der verbesserten Maßregeln, welche die Erfahrung an die Hand gegeben hat, insbesondere durch die Er⸗ richtung von Lokal⸗Hülfs ⸗Comitées und die Einführung von Suppen⸗Anstvlten, eine Verminderung der Ausgaben in den näch⸗ sten Monaten zu erwarten steht, so ist doch zu bedenken, daß es in Irland gerade die Sommer⸗Monate unmittelbar vor der Aerndte sind, wo die größte Noth vorherrscht, und daß daher, selbst wenn die Aerndte den lebhaftesten Erwartungen entsprechen sollte, doch noch wenigstens auf sechs Monate hinaus die Zuschüsse des Staats⸗Schatzes nicht entbehrt werden fönnen. Die Gesammt⸗Summe, welche darzuleihen oder zu schenken sein wird, kann daher auf nicht weniger als 10 Millionen Pfd. St. angeschlagen werden, und da 2 Millionen bereits ausbezahlt worden sind, so bedarf es

noch 8 Millionen Pfd. St. Durch direkte Bestcuerung würde diese SummeV sich nicht aufbringen lassen, wenn man auch die Einfommensteuer

Allem der Modenese Begarelli, von dessen Figuren Michel Angelo sagte: „Würde dieser Thon Marmor, wehe den alten Statuen!“ (Vasari im Leben des Buonaxrroti, Ed. Passigli, S. 1019 und anderwärts.) Indem ich nun diese vorläufigen, vereinzelten Bemerkungen über Backstein⸗Architek⸗ tur abschließe, Anderes über Verona, Venedig u. s. w. für eine spätere Ge⸗ legenheit zurücklegend, kann ich nicht umhin, hinzuzufügen, wie Italien ne⸗ ben so vielen schönen und merkwürdigen Bauten dieser Art auͤch Proben der seltsamsten Ausschweifungen besitzt, unter denen der von Guarini (1624 1683) aus dem genannten Material aufgeführte Palozzo Ca⸗ rignano zu Turin mit seinen bis zum Lächerlichen barocken Verzierun⸗ gen und gequälten Linien vielleicht den ersten Rang einnimmt.

Wenn ich im Vorhergehenden der Romagna nicht gedacht habe, so liegt der Grund darin, daß die mir vorliegende erste Lieferung der Rungeschen Beiträge diesem Theile Italiens gewidmet ist und also speziellere Besprechung in Anspruch nimmt. „Betrachten wir den Backsteinbau näher, „sagt der Herausgeber in seinem Vorworte, „so ergiebt sich als denselben charakterisirend: die Zusammensetzung aus verhältnißmä⸗ ßig lleinen Stücken, und dadurch hervorgehend geringe Ausladung der Ge⸗ simse im Verhältniß zu ihrer Höhe. Dann reicher Schmuck durch flaches Ornament; dann große Mannigfaltigkeit der Gesimse, die in der Möglich⸗ keit des Wechsels mit den verschiedensten geformten Steinen begründet ist; dann Schmuck durch verschieden gefärbtes oder auch glasirtes Material. Zu einer Haupt⸗Eigenthümlichkeit des Backsteines gehört insbesondere die Fähigkeit desselben, Verzierungen in nicht starkem Relief leicht anzunehmen, so daß sich dergleichen mit geringeren Kosten und größerer Vollendung und Feinheit herstellen lassen, als in natürlichem Stein. Die schöne Wirkung des flachen Reliefs, sei es als Schmuck einzelner Gesimstheile und Friese, oder als mehr selbstständige figürliche Herseelungeg und Ornamentenwerk, ist allgemein anerkannt und kann durch keine Malerei ersetzt werden. In den nachsolgenden Skizzen zeigt der Backsteinbau als Schluß der Oeff nungen den Rundbogen, seltener den Stich⸗ und den Spitzbogen, noch seltener den horizontalen Schluß. Bei den Gesimsen herrscht eine eigenthümliche Ausbildung derselben, dem Material entsprechend, bei weitem vor; seltener nur sind sie anderem Material angehörigen Formen nachgebildet, doch auch dann noch modifizirt. Ein im Vergleich zur Höhe nicht stark vortretendes Profil ist den Gesimsen immer eigen. Einfache sowohl als sehr reiche statt⸗ lich krönende Gesimse sind aus den einfachsten Formen gebildet. Viel grö⸗ ßerer Reichthum und Mannigfaltigkeit entsteht durch verschieden geformte Steine und verzierte Gliederungen. Eine eigenthümliche Verzierung an Bogen findet sich zu Pisa und Luecca; hier sind es recht eigentlich die Ver⸗ tiefungen, die sich durch Formsteine auf einer tiefer liegenden Fläche bilden, Pegch viel Lebendigkeit hineinbringen. Etwas Aehnliches findet sich an der Vengens.ncrne arnische der Kirche Sta Maria zu Toscanella. Bei den g-- Italiens kommt nur selten und dann in sehr klei⸗ Faärbtenn Naerda⸗ v Schmuck die Anwendung von verschieden ge⸗ höchst mannigfalti 9 ). Die außerdem schon vorhandenen feinen und 8 zfaltigen Formen würden durch die verschiedenen Far⸗ en, wenn denselben größere Flächen eingeräumt wären, in ih rer Wirkung leicht gestört w b EEE“

1 ig lei gest erden lönnen. Es ist dies Material mit seinen einfarbigen Flächen, Gliedern und Ornamenten schon vollk geeignet, sowohl einen einfacheren als reich 8 82 hon vollkommen Eindruck hervorzubringen. Um je m h “*“ Er Farbe abhängt, um so wichtiger; ehr nun von der Wirkung der einen

. ichtiger ist die zweckmäßige Wahl derselben. Sie

sagt 19. Man vergleiche damit, was oben über den Palast in Piacenza ge⸗

nähert sich bei den italienischen Backstein⸗Architekturen der des Gebäudes der Bauschule in Berlin, jedoch ist jene lichter. Wenigstens ist dies mir von den Backstein⸗Bauwerken in Bologna, Pisa, Ferrara so in der Erin⸗ nerung. Hiermit soll nun keinesweges ausgesprochen sein, als ob diese Farbe die einzig passende wäre: gegentheils dürften andere helle Farben⸗ töne nicht minder geeignet sein; die Auswahl wird jedoch immer ihre Schwierigkeit darin finden, daß größere Flächen derselben Farbe gegen tlei⸗ nere Flächen einen so verschiedenen Effekt zrigen. Hier im nordischen Klima würde eine hellere Farbe der dunkleren vorzuziehen sein, besonders deswegen, weil hier die Beleuchtung nicht so scharf ist, als im Süden *), und dann, weil der dem Wetter ausgesetzte Ziegel im Norden eher und stärker nachdunkelt.“

Die Abbildungen, welche das erste Heft von Bauwerken, Ensemble wie Details, in Bologna und der Romagna biingt, sind ganz geeig⸗ net, unsere Aufmerksamkeit in hohem Grade auf dieses Genre und die An⸗ wendung des Materials zu lenken. Das Portal der Kirche Sta. Cate⸗ rina zu Bologna, eine reiche und zierliche Arbeit in dekorativem Styl, giebt sogleich ein anmuthiges Beispiel der freieren künstlerischen Anwendung der Terracotta. In der Form des Ganzen wie in den Ornamenten erin nert diese Thür zu sehr an die besseren Zeiten des Cinquecento, um mir zu erlauben, der Ansicht des Herausgebers heizutreten, der sie in eine sehr späte Epoche, in die zweite Hälfte des XVII. Jahrhunderts, in welcher die Kirche beendigt ward, zu setzen geneigt ist, wo man diesen zier⸗ lichen Formen schwerlich begegnen dürfte. Auf dem II. Blatt finden wir Gesimse von Gebäuden zu Ferrara und Faenza, zwei mit germanischen, eines mit antiken Neminiècenzen. Die Blätter III und IV zeigen ein so malerisches wiec charakteristisches Wohnhaus zu Bologna, an welchem das obere Geschoß mittelst Konsolen und Halb⸗ kreisbogen vortritt, die Bogenfenster, denen diesmal die kleine Mittelsäule fehlt, mit Rosetten und zierlichen zum Theil gewundenen Säulchen ge⸗ schmückt sind, und in den Verzierungen der Archivolten an den genannten Halbkreisbogen, an dem Gesimse u. s. w. eigenthümliche wie hübsche Mo⸗ tive vorkommen. Dem Charakter nach sich anschließend, ist ein Hof zu Bologna (Blatt V) mit loggienartigem Quergebäude und geschmackvollem Krönungsgesimse mit nischenähnlichen Vertiesungen. Das VI. Blatt ent⸗ hält sechs Beispiele von Gesimsen von den Kirchen S. Giacomo mag⸗ giore, Sta. Caterina und S. Clemente zu Bologna und Woha⸗ häusern in der genannten Stadt, in Faenza nud Cesena. Sie zeigen sämmtlich, in verschiedener Anordnung und bei Anwendung von Steinen verschiedener Dimensionen, den Gebrauch der einfachen rechteckigen Ziegel und sind besonders interessant, indem sie beweisen, wie auch auf diesem Wege eine vortreffliche und durchaus architektonische Wirkung erzielt wer⸗ den kann. Nur das Gesimse von S. Giacomo maggiore hat auch der Verzicrung und dem modifizirten Spitzbogen bei etwas stärker hervortreten⸗ der Profilirung Raum gegeben. Die Ausführung der Blätter, durch die lithographische Anstalt von G. Reubke, verdient alles Lob: sie ist präzis und läßt, ohne irgendwie dem strengeren Charakter architektonischer Zeich⸗ nung untreu zu werden, bei den Gebäuden doch die Wirkung ahnen.

So ist denn das Werk des Herrn Runge von der Art, daß man seiner Fortsetzung mit Verlangen entgegensehen kann und es eine erwünschte Bereicherung unserer Kenntnisse von italienischer Architektur bildet, welche neuerdings nach anderen Seiten hin durch verschiedene Arbeiten gefördert worden sind, unter denen ich Canina’'s Basilikenwerk, dessen zweite Aus⸗

*) In der französischen Uebersetzung steht hier durch ein Mißverständ⸗

niß gerade das Gegentheil.

gabe seit einiger Zeit verheißen ist, Baltard's apulische Bauten (vergl. Allg. Preuß. Ztg. 1844 Nr. 108), Osten’s Bauwerke der Lombardei u. s. w. nenne. Die noch im Erscheinen begriffenen Gailhabaudschen Monuments anciens et modernes, die in deutscher Ausgabe durch die Herren Kugler und Lohde besorgt werden, haben auch hier schon Manches ge⸗ leistet. An Stoff übrigens wird es dem Herausgeber nicht fehlen. Bologna bietet ihm unter Anderem noch das aus dem Ende des XIII. Jahrhunderts stammende, wenn auch später restaurirte Foro de' Mercanti (Palazzo della Mercanzia), bei den berühmten schiefen Thürmen, welches aus man⸗ nigfaltig angewandtem Backstein errichtet und vielleicht das besterhaltene Denkmal des durch italienische Einflüsse modifizirten germanischen Styls in dieser Stadt ist. Besonders groß aber ist in dieser Hinsicht der Reichthum von Ravenna und namentlich von Venedig.

8 A. v. Reumont.

Wien. Die Wiener Zeitung berichtet in einem Artikel über die

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erste Aufführung von Meyerbeer’s „Feldlager in Schlesien“, welche Oper hier unter dem Titel „Vielka“ gegeben wird: Aufführung einer Oper mit größerer Spannung entgegengesehen, wohl sel⸗ ten fand vieselbe bei größerem Andrange des Publikums statt, wohl sah und hörte man sie von der Eröffnung der Scene an bis zum Schlusse mit größerem Enthusiasmus, als das neueste großartige dramatische Tonwerk unseres hochberühmten Maestro Meyerbeer, das den 18. Februar auf dem glänzenden Schauplatze des Theaters an der Wien dem kunstsinnigen Pu⸗ blikum der Kaiserstadt entfaltet ward.

nicht in Erörterungen darüber einlassen, weniger Schönheiten, mehr oder weniger Vorzüge besitzt, als ihre berühmten Vorgängerinnen „Robert“ und „die Hugenotten“, oder ob sie ein größeres oder

„Wohl selten wurde der

und selten

Wir wollen und können uns hier ob die Oper „Vielka“ mehr oder

geringeres Kunstwerk ist, als diese. Wir bescheiden uns blos, anzudeuten, welchen Kunst⸗Eindruck die Vielka auf uns gemacht, welche Partieen der⸗ selben uns künstlerisch höher angeregt, und wie sie das gesammte Publilum in ihren bereits stattgefundenen drei Vorstellungen unter der Leitung des Komponisten selbst ansprach. In dieser Musik offenbart sich zugleich des Meisters außerordentliche tiefe Kenntniß der Instrumentation sowohl, als der einzelnen Effekte jedes Instruments für sich allein, durch die er die großartigsten Wirkungen auf ganz natürliche, ungezwungene Weise zu er⸗ zielen wußte. (Hier folgt eine kurze Analyse der Oper.) Jenng Lind er⸗ scheint in der Partie der Vielka als Sängerin wie als Schauspielerin groß und ausgezeichnet. Sie erhielt auch die rauschendsten Beifalls gungen von Seiten des durch ihre vollendete Leistung b- vrn 1 kums und wurde nach jedem Akte, so wie am Schlusse 8 salben schmn 8 gerufen und mit Kränzen und Blumen beschenft. l. 21Jea- hnas chelhaften Gunstbezeugungen des für Hochgenuß 8„ n. bei seinem Publikums erfreute sich der große Tondichter Meyer 1,18. 8, haiFutm jedesmaligen Erscheinen im Orchester mit 22 immer mit pen empfangen, nach den Abschlüssen, so wir ae 8 nen Aneekennun wieder⸗- lautesten Aeußerungen der allgemein ausgesproche l felt 88 8

it Spenden von Kränzen, wie wohl selten ein Kompo⸗ holt gerufen und mit Das Publikum rief wiederholt auch den Direktor, h vanh. es. bm den Dank für seine Bemühung, so wie für die Dofer, 98 vezeigen, mit welchen er demselben so schöne und hohe Kunstge⸗ nüsse zu bereiten nicht ermuüdet.

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