1847 / 65 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Inm Schauspielhause. 37st b Gttsstt etgeiälithei ü L'Ecole des Mielhanse. Fle Kansöͤsische Seeeessctütiäannr Sonnabend, 6. März. Im Opernhause. 28 5

von Herrn Saint⸗Léon. . In Scene gesetzt von demselben. M. a sur - 8 8 3 8 8 3 8 Alle po -Anslalte 2

von den Herren Graziani und Conradi. (Mad. Cerrito⸗Saint⸗Loon: v Sir und zbe.n2 nehmen Beslellung

das Blumenmädchen; Herr Saint⸗Léon: Thomas.) Vorher: Ihr in allen Theilen d 1e. cie bS ervegaae beena er

Bild. Anfang halb 7 Uhr. e. Jee. ..⸗— hie die Expedition der Allg. Preuß.

1. 79 78 p 8 8- eee werden Billets zu folgenden Opernhaus⸗ Insertions-Gebühr s. den 8 edes;

2 Mt. 2 b Preisen verkauft: 5 8

2 Mt. 101¼ Ein Billet in den Logen des Prosceniums 1 Rthlr. 10 Sgr.; bt⸗ EE 8*

2 Mt. 99 . in den Logen des ersten Ranges und ersten Balkons, so wie zur

99 Tribüne, 1 Rthlr. 10 Sgr.; im Parquet und in den Logen des

8c ne 99 1 zweiten Ranges 1 Rthlr.; in den Logen und im Balkon des dritten

B 109 Ranges, so wie im Parterre, 20 Sgr.; im Amphitheater 10 Sgr.;

———— in den Fremden⸗Logen 2 Rthlr.

Koönigliche Schauspiele. „Die Inhaber von reservirten Billets werden ersucht, solche bis

Freitag, 5. März. Im Opernhause. Mit aufgehobenen Abon⸗ Freitag, den 5ten d. M., Mittags 2 Uhr, im Billet⸗Verkaufs⸗ Büreau abholen zu lassen, widrigenfalls diese anderweit verkauft wer⸗

nement: Die Hugenotten, Oper in 5 Abth., nach Scribe, übersetzt von Castellt. Mustk von G. Meyerbeer. Ballets von Hoguet. (Mad. Se- Auch die Freibillets können nur bis zu dieser Zeit auf⸗ ewahrt werden.

Viardot⸗Garcia: Valentine. Herr Joseph Tichatschek: Raoul de Nan⸗

Pr. Cour. Thlr. zu 30 Sgr. Brief. Seld.

141 ½¼ 141 ½ 2 Mt. 140 ½ 140 ½ 2 Mt. 150 ½ 150

3 Mt. 6 20 6 20 ¼

qiheh mmsashor l1 nv obor D Sroso. .eo

Den 4. März 1847.

Pr. Cour. Fonds. V ur. ne Brief. Geld.

Pr. Cour. Geld. Gem

2

AHetien.

Brief.

St. Sebuld-Seh. 91 93 ½ [Hel. Potsd. Magdb. 4 94 Prämien-Scheine I b do. Prior. Oblig. 4 93 d. Sech. à500 T. do. do. d0. 5 V Kur- u. Neumärk.] B.-St. BE. Lt. A. u.B. Schuldverschr.? Bonn-Kölner Esb. 5 Berliner Stadt- Br.-Schw.-Frb. E. Obligationen 3 ½ 93 ½ [do. do. Prior. Obl. Westpr. Pfandbr.? 93 scöln-Minden. v. e. Grossh. Poz. do. 101 ¾1 [Düss. Elb. Eisenb. hes. do. do. 91 ¼ sdo. do. Prior. Obl. 9¹½ Ostpr. Pfandbr. 96 ¾1 NMasd.-Hlalbsat. Eb. Pomm. do. 95 1 sHMgd. Lpz. Eisenb. Kur- u. Neum. do.2 96¼ do. do. Prior. Obl. Schlesische do. 96 i Niedersch.-Märk. 4 90 ½ do. v. Staat ga- do. Priorität’⸗ 94 rantirt. Lt. B. 3 ½ do. Priorität Nied.-Mrk. Zwgb. 4

88 1012 v300 Mx. 110 ½ 1092* , 1 1g.

2 1888 VWW“ 300 Fr. vW 20 . 8 150 Fl. Augsburg ..

93 8 hlam. .. 105 ½ 112 ½

100 Thle.

Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss, 100 Thlr.

Frankfurt a. M. südd. W. 100 Pl. Petersburg 100 SRLI.

—.,.

Berlin, Sonnabend den 6ten

-AgAan

—— 2

20

b. die andere rechts: die Glückseligkeit mit der Bürgerkrone, einem Füllhorn mit Früchten und einem Steuerruder,

darstellt.

Inhalt. Bekanntmachung,

Amtlicher Theil. 1 6 Inland. Berlin. Zustand der Straf⸗Anstalten zu Spandau und die neuen preußischen Banknoten zu 100 Thalern betreffend. h. et

do. Priorität 4 2

Friedrichsd'or. And. Gldm. 4 5 Th. 1 do. Prior. 4 . 4 do. Lt. B.

Disconto. * Rhemn. Bisenb. do. Stamm-Prior. (voll eingezahlt) 4 do. do. Prior. 0bI. 4 do. v. Staat garant. 3 ½ Thüringer 4 Wilh.-B. (C.-O.) 4

EEAlgan. 0b.-Schles. B. L. A 4 105 5 8 r

detien. Brl. Anh. Lit. A. —- do. do. Prior. Obl. 4

Berlin-Hamb. 4 do. Priorität 4 ½

¹ gis.)

Anfang 6 Uhr.

2

haus⸗Preisen verkauft: Ein Billet in den Logen des

1 Rthlr. 15 Sgr.

4 8

Zu dieser Vorstellung werden Billets zu folgenden hohen Opern⸗

g Prosceniums, des ersten Ranges, im ersten Balkon und zur Tribüne 2 Rthlr. Ein Billet in den 1 Rthlr. 10 Sgr. Ein Billet in den Logen des dritten Ranges, im Balkon daselbst und im Parterre 20 Sgr. 5

theater 10 Sgr. Ein Billet in den Fremdenlogen 3 Rthlr.

Ein Billet im Parquet Logen des zweiten Ranges

Im Schauspielhause. 38ste französische Abonnements⸗Vorstellung. Le Chevalier de St. G hpar MM. Mäélesville et Roger de Beauvoir; Le petit-fls, vau- deville en 1 acte, par MM. Bayard et Varenne.

Georges, comédie-vaudeville en 3 actes,

G1““

Verantwortlicher Redackeur Dr. J. W. Zinkei

Im Selbstverlage der Expedition.

Ein Billet im Amphi⸗

Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckere

Bekanntmachungen.

[186] 11111616“6“ Der ehemalige Justitiarius Stache wird des Be⸗ trugs durch Unterschlagung anvertrauter Gelder beschul⸗ digt. Am 15. Februar hat er sich von hier heim⸗ lich entfernt und soll angeblich nach Breslau gereist sein. Da sein gegenwärtiger Aufenthalt unbekannt ist, so werden alle Civil⸗- und Militair⸗Behörden diensterge⸗ benst ersucht, auf den ꝛc. Stache gefälligst zu vigili⸗ ren, ihn im Vetretungsfalle zu verhaften und unter sicherer Begleitung mit den bei ihm sich vorfindenden Effekten an die hiesigen Stadtvoigtei⸗Gefängnisse ablie⸗ fern zu lassen. Es wird die ungesäumte Erstattung der baaren Auslagen und den verehrlichen Behörden des Auslandes eine gleiche Rechtswillfährigkeit versichert. Berlin, den 3. März 1847. Der Untersuchungsrichter des Königl. Kriminalgerichts hiesiger Residenz.

Kriminalgerichts⸗Rath 8 Stoewe. . Signalemen.

Der Stache heißt Gustav Ferdinand Hector mit Vornamen, ist 46 Jahre alt, evangelisch, in Bres⸗ lau geboren, von untersetzter, robuster Statur, trägt eine dunkle Perücke und eine silberne Brille. Die Nase und der Mund sind gewöhnlich, der Bart ist dunkel. Die Kleidung kann nicht angegeben werden.

[185] S6bEEbHie

Die unverehelichte Caroline Luise Kuhndt ist wegen versuchter schwerer Körperverletzung eines Menschen und Konkussion verbunden mit Verletzung des Haus⸗ rechts zu dreimonatliche: Gefängnißstrafe rechtskräftig verurtheilt worden. Wegen ihrer Krankheit war ihr ver⸗ stattet worden, die Strafe in dreiwöchentlichen Termi⸗ nen mit 14tägigen Freifristen zu verbüßen, sie ist nach Abbüßung eines dreiwöchentlichen Zeitraums entlassen worden und hat sich der ferneren Strasvollstreckung wahrscheinlich durch ihre heimliche Entfernung entzogen, da sie polizeilich nicht zu ermitteln gewesen ist.

Die Militair⸗ und Civil⸗Behörden des In⸗ und Aus⸗ landes werden dienstergebenst ersucht, auf die unten nä⸗ her beschriebene Kuhndt vigiliren, sie im Betretungs⸗ falle verhaften, mit den bei ihr befindlichen Geldern und Effekten unter sicherer Begleitung hierher transpor⸗ tiren und an die Gefängniß⸗Expedition, Molkenmarkt Nr. 1, abliefern zu lassen. Wir versichern die sofortige Erstattung der dadurch erwachsenen baaren Auslagen und den verehrlichen Behörden des Auslandes eine gleiche Rechtswillfährigkeit. .

Berlin, den 23. Februar 1847.

Königliches Kriminalgericht hiesiger Residenz. Vierte Abtheilung. 4 Signalement.

„Die unverehelichte Caroline Luise Kuhndt ist 34 Jahre alt, aus Frankfurt a. O. gebürtig, evangeli⸗ scher Religion, seit 15 Jahren in Berlin und 5 Fuß 4 Zoll groß. Sie hat schwarze Haare und Augen⸗ brauen, freie Stirn, braune Augen, starke Nase, rundes Kinn, großen Mund, schadhafte Zähne, blasse Gesichts⸗ farbe und ovale Gesichtsbildung. Sie ist hysterisch und 2 Die Kleidungsstücke können nicht angegeben

erden.

[187] Bekanntmachung.

Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht daß mit dem 1. März d. J. das von des Herrn Ju⸗ stiz⸗Ministers Excellenz genehmigte Reglement für die Erecutions⸗Kommission in Berlin, welches für 4 Sgr. in der Verlagshandlung von Carl Heymann zu haben ist, ins Leben getreten ist.

In Folge dessen ist in den beim Kammergerichte, beim hiesigen Stadtgerichte und beim hiesigen Landge⸗ richte anhängigen Sachen gegen diejenigen Parteien, welche ihren Wohnsitz in dem Bezirke der beiden zuletzt genannten Gerichte haben, nur das erste Executions⸗ esuch bei dem betreffenden Gerichte einzureichen, alle bhaSden Gesuche in der Executions⸗Instanz aber sind unmittelbar bei der Executions⸗Kommission, welche ihren Sitz in dem Lokale des hiesigen Stadtgerichts hat, an⸗ zubringen.

Berlin, den 28. Februar 1847.

Königl. Preuß. Kammergericht.

[183] Bekanntmachung.

Alle diejenigen, welche an die von dem verstorbenen gerichtlichen Auctions⸗Kommissarius Christian Wetzel allhier bestellte Caution aus Amtshandlungen desselben oder -seines Substituten, des Bäckermeister Christian Carl Wetzel allhier, Ansprüche zu haben vermeinen, werden hierdurch aufgefordert, sich binnen 6 Wochen und spä⸗ testens in dem auf

eaneaas.

Allgemeiner Anzeiger.

den 20. April d. J., Vormittags 11 Uhr, im Direktorialzimmer unseres Gerichtslokals angesetzten Termine zu melden, unter der Warnung, daß sie nach fruchtlosem Ablaufe des Termins ihrer Ansprüche an der Caution verlustig sein und blos an die Personen derselben oder deren Erben verwiesen werden würden. Havelberg, am 8. Februar 1847.

Königl. Preuß. Land⸗ und Stadtgericht.

[184]

Kriminalgerichtliche Bekanntmachung. Der von hier entwichene, durch die Ediktal⸗Cita vom 18. April 1845 vorgeladene Kaufmann Gerson Gustav Saling ist in dem zu seiner Verantwortung auf den 28. Oktober 1845 angesetzten Termine nicht erschienen. Es ist daher mit der Untersuchung und Be⸗ weisaufnahme in contumaciam verfahren und der An⸗ geschuldigte durch das ergangene Erkenntniß wegen be⸗ trüglichen Bankerutts zu dem Verluste des Rechts, die Preußische National⸗Kokarde zu tragen und zu 6 Jahr Strafarbeit außerordentlich verurtheilt worden.

Dies Erkenntniß wird hiermit dem Angeschuldigten mit dem Bemerken bekannt gemacht, daß nach Ablauf der 4wöchentlichen Restitutionsfrist die Strafe an seiner Person, sobald man seiner habhaft wird, vollstreckt wer⸗ den wird.

Berlin, den 22. Februar 1847.

Königliches Kriminalgericht hiesiger Residenz. Erste Abtheilung.

[1039] Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 16. November 1846. Das dem Barbierstuben⸗Besitzer Carl Wilhelm Bruno

Stracke zugehörige, in der Jüdenstraße Nr. 23, Ecke

der Reezengasse belegene und im Hypothekenbuche von

Berlin Vol. 7. No. 534 verzeichnete Grundstück, ge⸗

richtlich abgeschätzt zu 7905 Thlr. 7 Sgr. 8 ½ Pf., soll

am 25. Juni 1847, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy⸗ pothelenschein sind in der Registratur einzusehen.

Der dem Aufenthalt nach unbekannte Eigenthümer,

Barbierstuben⸗Besitzer Carl Wilhelm Bruno Stracke,

so wie folgende Real⸗Prätendenten:

a) der Drathsaiten⸗Fabrikant Johann Dietz, modo

dessen Erben,

b) der Professor und Münz⸗Medailleur Heinrich Franz

Brandt, modo dessen Erben,

c) der Kaufmann Louis Goldberg,

werden hierdurch öffentlich vorgeladen.

Berlin⸗Potsdam⸗Magdeburger 1160 b! Eisenbahn.

Die Güter, welche von Berlin auf unserer Bahn versandt und durch unser 3, Gespann aus der Behausung der resp.

Absender abgeholt werden sollen, können Kaußer in den schon bekannten An⸗ BWmeldestellen auch bei Herrn M. L. Müller zu Berlin, am Neuen Markt Nr. 16, angemeldet werden. Potsdam, den 25. Februar 1847. Da lstbdrrium der Berlin⸗Potsdam⸗Magdeburger Eisenbahn⸗ Gesellschaft.

Seeländische Eisen⸗ 22 bahn. die zehnte und letzte Einzahlung von zehn Species auf die

gausgestellten Interims⸗ Actien der Seeländischen Eisenbahn⸗Gesellschaft er⸗ ster Abtheilung (Kopen⸗

hnnön

hagen⸗Roeskilde) ist am 1. April d. J.

fällig, und wird solche in den Tagen vom 15. bis zum 1. April d. J., mit Ausnahme der 228— und Festtage, in Kopenhagen von den Herren F. CT E. Gotschalk, » Hamburg » dem Herrn J. C. Dürfeldt, in den Stunden von 9 bis 12 Uhr Vormittags, auf

deren Comtoir entgegengenommen.

.

Jeder Einzahler hat mit dem Gelde die betreffenden Interims⸗Actien und außerdem eine Designation einzu⸗ reichen, auf welcher die Nummern der ersteren, ihrer Reihefolge nach, verzeichnet sein müssen. Formulare zu diesen Designationen sind bei den benannten Häusern unentgeltlich zu erhalten.

Für die eingezahlten Geldbeträge wird sofort eine Interims⸗Quittung ertheilt, gegen deren Auslieferung die originalen auf 100 Species lautenden Actien im Laufe von April entweder bei den Herren F. E& E. Gotschalk, dem Herrn J. C. Dürfeldt oder auf dem Haupt⸗Büreau der Gesellschaft in Kopenhagen von 10 bis 12 Uhr Vormittags abgefordert werden können, jedoch müssen die Herren Actionaire bei der Einzahlung schriftlich aufgeben, wo sie ihre Actien abzuholen wünschen.

In Verbindung mit dem Obenangeführten werden die Herren Actionaire davon benachrichtigt, daß in Ueber⸗ einstimmung mit dem §. 10. des Statuts keine Einzah⸗ lung vom 10ten Einschusse nach dem 1. April d. J. geleistet werden kann, ohne in Verbindung mit der im benannten Paragraph festgesetzten Zulage von 10 % des Belaufes nebst Entschädigung aller durch die ver⸗ säumte Einzahlung verursachten Kosten.

Die Direction der Seeländischen Eisenbahn, den 15. Februar 1847.

173 b] Unterzeichnete bezahlen diejenigen P om⸗

merschen Pfandbriefe, welche auf dem Gute R verch en, Greiffenha⸗

genschen Kreises, eingetragen stehen, ein Prozent über dem Tages⸗Cours, wenn solche bis zum 24. Juni dieses Jahres bei ihnen eingehen. Berlin, den 1. Februar 1847. Hirschfeld & Wolff.

Literarische Anzeigen.

Bei Unterzeichnetem erschien so eben: [188] EE16 zur rechten Zeit. Ein Beitrag zur 8 Geschichte der Medizinal⸗Reformen in Preußen von Dr. Th. Fr. Baltz. Diese Schrift wird sich am besten empfehlen durch die kurze Vorerinnerung: „Wir mußten's sagen, weil wir leben ꝛc. ꝛc.“

Berlin, den 4. März 1847. v q1111141“1“1“ Stechbahn Nr. 3.

[190] Die Verlagshandlung von Carl Heymann, Heil. Geiststr. 7, empfiehlt folgende Schriften:

Schwangerschaft, Geburt an Wochenbett,

ihre Gefahren und deren möglichste Verhütung durch ein naturgemäßes Verhalten.

Gebildeten Frauen zageeignet von 84 Dr. A. Löwenstein. Preis 10 Sgr.

Verhütung und Heilung der

Lungenschwindsucht

durch Erweiterung des Brustkastens und Wiedergeburt der Athmungs⸗Werkzeuge, nebst einer Anweisung, tu⸗ berkulöse und skrophulöse Krankheiten in der Entstehung auf einfachem mechanischen Wege zu heilen. Ein neuer Beitrag zur Wasserheilkunde für Aerzte und Laien von Bade⸗Inspektor und Balneo⸗Techniker. 8 Preis 15 Sgr.

furt a. M. ist erschienen und in Berlin in der Gro⸗ piusschen Buch⸗ u. Kunsthandlung, Kö⸗

nigl. Bauschule Laden NI. 12, zu haben;

* 8 8.8 8 . 52 8₰ Die Männer des Volks b dargestellt von oI Unter Mitwirkung von Braunfels, Karl Buchner, Dr. Th. Creizenach, Dr. E. Duller, Dr. Karl Gutz⸗ low, N. Hadermann, Dr. Hecker, W. Hiero⸗ nymi, Dr. Hoffmann von Fallersleben, H. König, Dr. G. Lommel, Karl Matthy, August Nodnagel, Dr. Gabriel Riesser, Wilhelm. Sauerwein, Dr. Franz Schuselka u. m. A. Herausgegeben von Dr. CGdnog d diuklar.

Erste Lieferung. Enthaltend: Ulrich von Hutten und Franz von Sickingen von Dr. E. Duller. Pestalozzi von A. Nodnagel. Lafitte von W. Sauerwein.

Freunde des Volks haben es unternommen, die Män⸗ ner des Volks in ihren Charakteren zu schildern, um mit voller Begeisterung die Ideen für Wahrheit und Recht kund zu geben, die den Menschen beseelen müs⸗ sen, wenn er für den geistigen Fortschritt wirken will.

Es erbaut wohl nichts mehr als Lebensbeschreibun⸗ gen von tüchtigen Männern, sie mögen nun im Leben hoch oder niedrig stehen, es stärkt wohl nichts mehr, als diese Beschreibung edler Naturen, die die Blüthe der Menschheit sind. Der Jüngling wie der Mann können sich hier an Bildern erfreuen, die keine Mähr⸗ chen, keine Romane sind; sie können sich in den Drang⸗ salen des Lebens an Männern erheben, denen zum Theil nicht immer Rosen auf den Weg gestreut wur⸗ den, die aber dennoch mit edlem Muthe für die höch⸗ sten Güter der Menschheit kämpften; an Männern, denen wir unsere heutige Bildung verdanken, deren Geist durch alle Zeiten weht.

Wir verweisen auf den dem Werke vorgedruckten Pro⸗ spekt und laden hiermit zur Subscription auf das⸗ selbe ein.

[182

Dr. L

Die Männer des Volks erscheinen in monatlichen Heften von 8 bis 10 Bogen Man macht sich immer auf 12 Hefte verbindlich. Einzelne Hefte kosten 12 Sgr. Subskribenten⸗ sammler erhalten auf 10 Exemplare ei 1 Exemplar.

Im Verlage von C. C. Meinhold und Söhne in Dresden erscheint und durch alle Buchhandlungen

zu beziehen, vorräthig bei E. S. Mittler

in Berlin (Stechbahn 3), Posen und Bromberg: 50 Mittel gegen böse Gläu⸗

oder

Borgen macht Sorgen. Humoristische Skizzen aus dem Leben von Nikanor I. Mit mindestens 130 Originalholzschnitten nach C. Reinhardt. Erscheint in zehn monatlichen Lieferungen und kostet jede derselben 10 Sgr. Wir empfehlen dies Werk allen denen, welche das Leben von der lustigen Seite betrachten, das heißt Allen, die gern lachen und den Humor für die Pointe des

Daseins halten.

[127 b] Die hiesige Handels⸗Akademie betreffend.

Der neue Kursus wird Donnerstag nach Ostern, am 8. April, Morgens 8 Uhr, beginnen. Meldungen er⸗ bitte ich möglichst bald, und Auswärtige werden gut thun, sich früher hier einzufinden, um sich mit den Er⸗ fordernissen der Anstalt bekannt zu machen. Die Be⸗ dingungen der Aufnahme und der Stundenplan bleiben unverändert. Während des Kursus 1846/47 nahmen 32 junge Leute an dem Unterrichte Theil, und bis Ende vorigen Monats befanden sich noch 29 in der Anstalt. Näherr Ausknnft ertheile ich auf Verlangen mündlich oder schriftlich.

Das diesjährige Examen ist auf Sonnabend den 27. März, von Vormittag 10 bis 1 Uhr, bestimmt.

Danzig, den 10. Februar 1847.

Richter, Direktor der Anstalt.

Deutsche Bundesstaaten.

übbersichtlichen Zusammenhang.

Brandenburg.

b Königreich Bapern. Verordnung wegen der obersten Leitung der Kirchen⸗ und Schul⸗Angelegenheiten. Großherzogthum Baden. Das Theater in Karlsruhe abgebrannt. Schreiben aus Frankfurta. M. (Der Theaterbrand in Karlsrube.) Großherzogthum Hessen und bei Rhein. Verordnung in Be⸗ zug auf die Handwerker⸗Vereine in der Schweiz.

Oesterreichische Monarchie. Krakau. Nochmalige Berichtigung der Gerüchte von Truppen⸗Bewegungen.

Frankreich. Paris. Vermittelung des österreichischen Botschafters zwischen Guizot und Normanby. Minister⸗Resident Weyland †. Befinden des Justiz⸗Ministers. Verurtheilung der Wittwe Hahnemann. Lawinensturz im Chamounix⸗Thale. Vermischtes. Schreiben aus Paris. (Die Ausgleichung des Streits zwischen Guizot und Nor⸗ manby und die Verhältnisse zwischen Frankreich und England.)

Großbritanien und Irland. London. Die Anleihe. Geira Zufuhren. Das englische Geschwader in Portugal. .

Schweiz. Kanton Aargau. Der Zoll⸗Vereinigungs⸗Vertrag.

Italieu. Rom. Audienz des türkischen Gesandten beim papfte.

Spanien. Madrid. Gesetz⸗Entwürfe wegen einer Truppen⸗Aushebung und einer Anleihe. Truppensendung nach Catalonien.

Türkei. Konstantinopel. Ankunft des Herrn Mussurus. Schrei⸗ ben des Königs Otto von Griechenland an den Sultan. Der neue Patriarch von Alexandrien. Unordnungen in Janina.

Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Berlin und Amsterdam. Börsen⸗ und Marktbericht.

Der norddeutsche Volksschriften⸗Verein. Preisfragen der schlesischen Ge⸗ sellschaft für vaterländische Kultur.

Beilage.

Amtlicher Theil.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

Dem Kaiserlich russischen General⸗Adjutanten in der Suite Sr. Majestät des Kaisers, Baron von Lieven, den Stern zum Rothen Adler⸗Orden zweiter Klasse; dem Großherzoglich hessischen Kammer⸗ herrn und Geheimen Legations⸗Rath, von Ricou, den Rothen Adler⸗Orden dritter Klasse; so wie dem evangelischen Schullehrer Riedel zu Wolmirstedt, Regierungs⸗Bezirk Magdeburg, das Allge⸗ meine Ehrenzeichen; und

Dem Justitiarins Wichura zu Reichenbach in Schlesten den Titel als Justiz⸗Rath zu verleihen.

Se. Königl. Hoheit der Prinz Albrecht ist von Schwerin zurückgekehrt. 1

Bee.

Durch den in Folge der Verordnung vom 24. April. 182. (Gesetz⸗Sammlung Nr. 860) gebildeten Tilgungs⸗Fonds der Schulden des ehemaligen Freistaats Danzig aus der Periode vom 13. Juli 1807 bis zum 1. März 1814 sind für das Jahr 1846 aus den Beitragen

a) des Staats.. 250,000 Rthlr. 4 Sgr. 11 Pf. b) der Kommune Danzig 65,306 11 11 zusammen. 315,300 Rtylr. 16 Sgr. 10 Pf. in verifizirten danziger Stadt⸗Obligationen und Schuld⸗Anerkenut⸗ nissen eingelöst, und diese Dokumente, nach bewirkter Löschung in den Stammbüchern und gehöriger Cassation, der Königlichen Regierung zu Danzig übersandt worden, um durch den dortigen Magistrat öffent⸗ lich vernichtet zu werden.

Berlin, den 2. März 1847.

Haupt⸗Verwaltung der Staatsschulden. von Berger. Natan. Kovehler.

Rother. Knoblauch.

In Verfolg unserer Bekanntmachung vom 8. Januar d. J. bringen wir nach Vorschrift der Allerhöchsten Kabinets⸗Ordre vom 16. Juli 1846 (G. S. Nr. 2727) die Beschreibung der neuen preu⸗ ßischen Banknoten zu 100 Rthlr., welche, mit unserem Kontrollstempel versehen, von jetzt ab successive an die preußische Bank abgeliefert werden, nachstehend zur öffentlichen Kenntniß. 1

Berlin, den 27. Februar 1847.

Immediat⸗Kommission zur Kontrollirung der Banknoten. Costenoble. H. C. Carl. Rohlwes.

Beschreibung der neuen preußischen Banknoten zu 100 Rthlr. Die neuen preußischen Banknoten zu 100 Rthlr. sind 5 ¾ Zoll breit und 3 ½26 Zoll hoch und bestehen aus einem bläuli Pa⸗

pier mit den nachstehend beschriebenen

Wasserzeichen: in der Mitte die dunkelgehaltene und hell eingefaßte Werth⸗ Bezeichnung:

welche 8 ö von einem Bogenstücke, enthaltend in lateinischen Initialen 8— „Preussische Ranfenote“ und einigen Bogenverzierungen, Alles hell, eingeschlossen wird; unten in beiden Ecken die gleichmäßig getheilte Jahreszahl 8

18 46. ebenfalls hell.

100,

A. Die Schauseite

oben in der Mitte: ““ in einem aufgerollten, gemusterten und mit verzierten Kanten eingefaßten Teppiche das mittlere Königliche Wappen mit Ordenskette, Krone und den beiden wilden Männern mit Keulen, an den beiden Rollen oben links und rechts fliegende Bänder, in der oberen Kante des Teppichs die Inschrift:

„Preussische HBanknote“ in lateinischen Initialen. 8 in der unteren Kante desselben in lateinischer Kursivschrift, links: „Eillet de la Ranque de Prusse“*. rechts: „Prussian Hanknole“ auf dem Teppiche selbst, und zwar links und rechts vom Wappen, die Werthbezeichnung: 100 Thaler. Unter dem Teppich folgt:

Unter dem Text, und die Seitenverzierungen mit einander ver⸗ bindend, sind 1 8) Schlinggewächse angebracht, welche den in der Mitte eingedruck⸗ teen Stempel mit dem heraldischen Adler und der Umschrift: Haupt - Banle- Directorium 1846. in lateinischen Initialen, umgeben. Unter den Seitenverzierungen und den ebengedachten Schling⸗

gewächsen befindet sich

9) in einer verzierten Leiste die Straf-Androhung in gothischer Diamantschrift.

10) Gefärbt sind: 1

a. der Teppich, das Königliche Wappen, sämmtliche Verzierun⸗

gen und die Einfassung der Straf⸗Androhung: rothbraun,

b. die Inschriften und Werthbezeichnungen im Teppich, so wie der von den Schlinggewächsen umgebene, ad. 8, beschriebene Stempel: dunkelblau,

c. Die übrigen Schrift⸗ und Zahlensätze: schwarz.

B. Die Kehrseite

d.

eigt: g 9 ein Netz aus gewellten Schneckenlinien in hellblau; 8 2) auf dem Anfangspunkte dieser Linien den Kontroll⸗Stempel der Königl. Immediat⸗Kommission zur Kontrollirung der Bank⸗ noten, bestehend: aus dem geprägten heraldischen Adler in Grunde, b. mit der Umschrift: ö „EH. Immed. Comm. z. Cöntr. d. Banknoten“ in lateinischen Initialen; einem darunter angebrachten Bande, mit der Inschrift: „Cab. Ord. v. 16. Juli 1846. in lateinischen Initialen, und einer darunter befindlichen verzierten Leiste, enthaltend die Unterschriften der Mitglieder der genannten Kommission: Costenoble. H. C. Carl. Rohlwes. Alles in veilchenblauer Druckfarbe.

a veilchenblauem

2 11“ In der nächsten Woche, vom 8. bis zum 13. März, findet, dem §. 24 des gedruckten Auszuges aus der Bibliothek⸗Ordnung gemäß, die allgemeine Zurücklieferung aller aus der Königlichen Bibliothek entliehenen Bücher statt. Es werden daher alle diejenigen, welche Bücher der Königlichen Bibliothek in Händen haben, hierdurch auf⸗

Der Text der überall mit dem Buchstaben A und einer fort⸗ laufenden gedruckten Nummer bezeichneten Banknoten, nämlich:

. (laufende *¹99) 52% * ] AcGhο p s Eön Bandert SThoaler zahlt die Haupt-Bank-⸗Kasse in Berlin

ohne Legitimations⸗Prüfung dem Einlieserer dieser Banknote, welche bei allen Staats⸗ Kassen statt baaren Geldes und Kassen⸗Anweisungen in Zahlung angenommen wird.

HRerlin, den 31 ½% Juli 1846. HIaupt-Bank-Directorium. v. Lamprecht. Iitt. Reichenbach. Ausgefertigt (Unterschrift des Bankbeamten.)

Zu beiden Seiten des Textes und des Teppichs befinden sich:

(mit tleinen Nanken ver⸗ ziert.)

gez. 1 e«hen.

efordert, solche während dieser Zeit in den Vormittagsstunden zwi⸗ schen 9 und 12 Uhr gegen die darüber ausgestellten Empfangscheine zurückzuliefern. Die Zurücknahme der Bü⸗ cher erfolgt nach asphabetischer Ordnung der Namen der Entleiher, und zwar von A— IUI am Montag und Dienstag, von I— R am Mittwoch und Donnerstag und von S— Z am Freitag und Sonn⸗ abend. Berlin, den 28. Februar 1847. Der Königliche Geheime Regierungsrath und Ober⸗Bibliothekar. Pertz.

Abgereist: Se. Excellenz der Wirkliche Geheime Rath, Graf von Renard, nach Groß⸗Strehlitz.

nichtamtlicher Theil.

7) auf von Knaben unterstützten und von Rankengewächsen um⸗ schlungenen verzierten Ständern zwei weibliche Figuren, von welchen

Hdie eine links: den Frieden mit Lorbeerkranz, Palmzweig und Aehren, V

In Berlin, 5. März. Se. Majestät der König haben Allergnä⸗ digst geruht: Dem Pensionair⸗Arzt Dr. Kuhn die Erlaubniß zur

1a

Der norddeutsche Volksschriften⸗Verein. (Vergl. Allg. Preuß. Ztg. Nr. 59.)

Bis jetzt hat der norddeutsche Volksschriften⸗Verein drei Bücher aus⸗ gegeben: „Ernsthafte und kurzweilige Geschichten“ von Otto Ruppius, „Schuster Müller“ von C. Mücke und „Der Kossäth Rüdecke“ von Ri⸗ chard Schneider. Allen drei Büchern muß man nachrühmen, daß sie den Ton, der dem gemeinen Mann verständlich ist und ihn zugleich bildet, glücklich gelroffen haben; und, wenn sie auch nicht auf der Höhe der „Schwarzwälder Dorfgeschichten“ stehen, zu den besten Erzeugnissen volks⸗ thümlicher Literatur gehören. Wer die Schwierigkeiten kennt, solche Bücher zu schreiben, namentlich diejenige, eine ernste, oft tiessinnige Belehrung in das leichte Gewand heiterer Erzahlung zu kleiden, der wird den ersten Lie⸗ serungen des Vereins seinen Beifall nicht versagen und ihnen die größte Verbreitung wünschen.

Das gleichzeitig erscheinende periodische Organ des Vereins stellt zu wiederholtenmalen die Schriften von Jeremias Gotthelf und Auerbach als Muster ihrer Art auf, die zu erreichen sein eigenes Streben ist. Sind aber in irgend einem Genre der Literatur einmal erst die Muster vorhanden, so halten auf dem glücklich bearbeiteten Boden auch Kräfte zweiter Gattung ihre reichen Aerndten, und es entsteht ein secundairer Nachwuchs sehr an⸗ erkennungswerther Leistungen, durch welche jenes Genre zwar nicht an Tiefe, wohl aber an Breite und Umfang gewinnt. Namentlich hat uns Richard Schneider's Art sehr angesprochen, der, wie Mücke, das Verdienst hat, unsere Mark zum Schauplatz ihrer Darstellungen gewählt und selbst aus ihrem Sande manches poetische Bächlein hervorgelockt zu haben. Dies hat uns ganz besonders erfreut: es liegt darin die Ueberzeugung, daß auch der scheinbar sterile Boden bei richtiger Behandlung seine Ausbeute gewährt.

Das Prinzip, nach welchem in den Schriften des Vereins einmüthig gearbeitet wird, finden wir in seinem Organ mit Klarheit ausgesprochen; am vollständigsten hat es Auerbach in seiner schönen Charakteristik J. P. Hebel's entwickelt, in einer Weise, über die hinauszugehen wir für unmög⸗ lich achten, so daß man wohlthut, an ihr festzuhalten, um nur nicht hinter ihr zurückzubleiben. Das Publikum, an das sich die obigen Schriften wen⸗ den, besteht nach ihm aus der großen Anzahl von Menschen, die ihre Le⸗ bensanschauung aus der Erfahrung und der Gegenwart ziehen. Einzelne ge⸗ schichtliche Ueberlieferungen, aus dem Privatleben, wie aus den öffentlichen Schicksalen, ragen da und dort hinein, ordnen sich aber nicht zu einem Grundsätze und Ansichten vrrknüpfen sich

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nicht zu einem System, sondern stellen sich als Volksweisheit lose neben einander als Sprüche, die ihre Wahrheit aus sich selbst und nicht aus ei⸗ nem höber stehenden Prinzip erweisen. Abstractionen, allgemeine Gesetze sind hier nicht maßgebend: das Ersahrungsmäßige, so wie das in den ver⸗ hüllenden Formen des Symbols Ueberkommene herrscht vor. Eine Vermit⸗ telung durch fremde Einsicht, namentlich durch Bücher, ist wenig ersichtlich; und wie die Weltweisheit sich als Spruch gestaltet, so das Gefühl als Lied. Je zuversichtlicher in sich die Zeiten waren, um so mehr blühte das Volkslied. 1

Wer nun selbst zu diesem Kreise gehört, wird sich nie gedrungen füh⸗ len, seine eigenen Zustände zu schildern oder gar srei zu gestalten. Trotz der allgemeinen Schulbildung werden diese Zustände von den Gebildeten und Gelehrten vertreten und dichterisch dargestellt.

Der Verfasser der Dorfgeschichten bemerkt richtig, daß das Volk es nicht liebt, seine eigenen Zustände sich vorsuhren zu lassen; seine Neugierde ist nach Fremdem, Fernem gerichtet. Daher die Vorliebe für das Aben⸗ teuerliche, Unerreichbare in seinen Lieblingsgeschichten, für Grafen, Prin⸗ zessinnen, Schlösser und dergleichen.

Soll es nun aber gleichwohl Lust empfinden, sein Portrait in einem literarischen Spiegel zu betrachten, so muß das Buch, das diesem Zwecke der Selbsterkenntniß und Belehrung dienen will, bei aller Treue, mit der es seine Zustände wiedergiebt, doch über sie binausgehen, sie verschönen, ohne sie unkenntlich zu machen, und dem Wohlbekannten einen stachelnden Zusatz von Neuem, nicht auf der Stelle Verständlichem mitgeben, dessen Erkenntniß eben das Fördernde und Bildende ist. Dies ist das Künst⸗ lerische an der populairen Schrift, die, wie Schiller sagt, durch ihre Einfachheit weit entfernt, dem Dichter die Arbeit zu erleichtern oder mittelmäßige Talente zu bedecken, eine Schwierigkeit mehr und eine so schwere Aufgabe ist, daß ihre glückliche Lösung der höchste Triumph des Genies genannt werden kann. Welch’' Unternehmen, ruft er aus, dem ekeln Geschmack des Kenners Genüge zu leisten, ohne dadurch dem großen Haufen ungenießbar zu sein, ohne der Kunst etwas von ihrer Würde zu ver⸗ geben, sich an den Kinderverstand des Volkes anzuschmiegen. Das ganze Geheimniß ist glückliche Wahl des Stoffes und höchste Simplizität in sei⸗ ner Behandlung. Jenen müßte der Dichter ausschließlich nur unter Si⸗ tuationen und Empfindungen wählen, die dem Menschen als Menschen eigen sind. Alles, wozu Eesaprungen, Aufschlüͤsse und Fertigkeiten gehören, die man nur in positiven und künstlichen Verhältnissen erlangt, müßte er sich sorgfältig untersagen und durch diese reine Scheidung dessen, was im Menschen blos menschlich ist, gleichsam den verlorenen Zustand der Natur

zurückkufen. In stillschweigendem Einverständniß mit den Vortrefflichsten seiner Zeit wird er die Herzen des Volkes an ihrer weichsten und bildsam⸗ sten Seite fassen, durch das geübte Schönheitsgefühl den sittlichen Trieben nur Nachhülfe geben und das Bedürfniß nach Leidenschasten, das der All⸗ tags⸗Poet so geistlos und oft so schädlich befriedigt, für die Reinigung der Leidenschaft nutzen. Selbst die erhabenste Philosophie würde ein solcher Dichter in die einfachen Gefühle der Natur auflösen, die Resultate des wachsamsten Forschens der Einbildungskraft überliefern und die Geheimnisse des Denkens in leicht zu entziffernder Bildersprache dem Kindersinn zu er⸗ rathen geben. Doch nur dem großen Talent ist es gegeben, mit den Re⸗ sultaten des Tiefsinns zu spielen, den Gedanken von der Form loszumachen, so viel Kunst in so wenigem Aufwand, in so einfacher Hülle so viel Reich tham zu verbergen. Iu dern Streben, diese hohe Aufgabe zu erfüllen, wird der populaire Schriftsteller durch eine unschätzbare Eigenschaft der deutschen Sprache unterstützt, die für jedes Geheimniß des Gefuühls wie des Gedan⸗ kens einen Laut, ja für das tieffte den einfachsten hergiebt und ihn wie ein tragendes Element bis an die entlegenste Küste ge stiger Regionen führt. Der gemeine Mann kann aber ein Spiegelbild seines eigenen Wesens zugleich mit den Zusätzen, die ihn läutern und erheben, nicht durch sich selbst, sondern nur von dem Gebildeten erhalten, von dem er sogar sein ehemaliges Besitzthum, das Volkslied und die Märchen⸗Poeste, wieder r pfängt. Dies ist ein höchst interessanter Kreislauf, ähnlich dem, eSe Atmosphäre herrscht: die poetischen Quellen, seit einem Seraskansas dunstet, fallen aus höheren Regionen auf die vertrockneten herab, in denen sie ihren Ursprung nahmen. . . i⸗ Die Erweckung der volksthümlichen Literaturn 1h. s en heh basr schen Schule aus. Man tauchte, heißt es in 8Se Welt⸗ Anschauung in die Vergangenheit, in welcher noch an⸗ 8a 12 von der Gesammtheit berrschte, in der das Individuum sich noch, nmnenzuständen empfing. Mit ablöste, sondern sein Gepräge von bamiglänzende Bilder dargestellt, dane⸗ überschwänglicher Phantaste wurden elischen Vernunst eißelt 5242* ven der Stonz der ebeoreussche gegeißel. ben mit sprudelndem Witz dürren Schema umzuwandeln trachtete, die aus welche die Welt nach 42 Natürliche, organisch Erwachsene als unberech⸗ der Abstraction heraus „So vollkommen berechtigt aber dieser Gegenkampf tigt ausstoßen ab so verkehrt ist jene Sehnsucht nach einer der Romantiker 7 Zurückschrauben auf dieselbe, wenn es mehr sein will, Vergangenheit, senane Stimmung. Die klare Erkenntniß siegte. Daher 88 dloße momgebilben eine fliegende Hitze der Sehnsucht, ein jugendlich⸗ Dust, den man anerkennen kann, ohne ihn für etwas mehr