Er sagte, daß es der Regierung niemals in den Sinn gekommen sei, die Vermählung der Jafantin mit dem Herzoge von Montpensier könne den Interessen Spaniens nachtheilig sein, sie habe vielmehr darin alle erforderlichen Garantieen gesunden. Schließlich erklärte er alle Gerüchte über eine Einmischung der Königin Christine in die Vermählung der Königin Isabella für völlig ungegründet.
Aegypten. Alexandrien, 21. Febr. Am 15ten d. ist die Karawane der Pilger von Mekka in Kahira eingezogen. Nicht die geringste Spur von Cholera, Gott sei —2 Die früher von Mekka eingegangenen Beri ehr übertrieben. 88 n— 2 mehrere Tage so stürmisches Wetter, daß das österreichische Dampfboot, statt den 17ten d., erst diesen Morgen aus⸗
aufen konnte.
Handels- und Börsen-Nachrichten..
Marktpreise vom Getraide.
ö Berlin, den 8. März 1847. “
Zu Lande: Weizen 3 Rthlr. 14 Sgr. 3 Pf., auch 3 Rthlr. 3 Sgr. 7 Pf.; Roggen 3 Rthlr. 3 Sgr. 7 Pf., auch 2 Rthlr. 24 Sgr.; große Gerste 2 Rthlr. 9 Sgr. 7 Pf.; kleine Gerste 2 Rthlr. 1 Sgr. 2 Pf.; Hafer 1 Rthlr. 20 Sgr. 5 Pf., auch 1 Rihlr. 16 Sgr. 10 Pf. Emge⸗ gangen sind 63 Wispel 12 Scheffel.
Zu Wasser: Weizen (weißer) 3 Rthlr. 20 Sgr. 5 Pf., auch 3 Rthlr. 15 Sgr. 7 Pf. und 3 Rthlr. 12 Sgr.; Roggen 3 Rthlr. 3 Sgr. 7 Pf, auch 3 Rthlr. 2 Sgr. 5 Pf.; große Gerste 2 Rihlr. 12 Sgr., auch 2 Rthlr. 9 Sgr. 7 Pf.; Hafer 1 Rihlr. 16 Sgr. 2 Pf., auch 1 Rthlr.
8
316
Während die öffentliche Armenpflege und zahlreiche Privat⸗Anstalten mit Anstrengung und Aufopferung bemüht sind, die große Noth der ärme⸗ ren Klassen, welche durch die Theurung aller Lebensbedürsnisse erzeugt ist, und deren Folgen noch längere Zeit auf den Bedürftigen lasten werden, zu lindern, so weit notorisch Arme ihre Hülfe in Anspruch nehmen, besteht eine Klasse Dürftiger, welche aus achtungswerthen Gründen es scheut, die Kommune oder die Wohlthätigkeits⸗An⸗ stalten um Almosen oder Unterstützung zu bitten. — Es sind dies die so⸗ genannten verschämten Armen, die oft eben so bittere Noth leiden, als die, welche es über sich gewinnen, die öffentliche Armenpflege in An⸗ spruch zu nehmen.
Eben so entblößt von Erwerbsmitteln wie diese, genöthigt, die letzten Habseligkeiten zu veräußern oder zu verpfänden, nagt an jenen oft neben der äußeren Noth noch der innere Kummer, den sie über die Zerrüttung ihres Erwerbes, über die Nothwendigkeit empfinden, entweder zu hungern oder fremder Hülfe anheimzufallen.
Um diesen, den verschämten Armen unserer Stadt, auch eine Gabe in dieser Zeit der äußeren Noth durch die Wohlthätigkeit ihrer Mitbürger zuzuwenden, haben sich die Unterzeichneten vereinigt und beabsichtigen zu dem Ende eine Sammlung von Arbeiten und anderen Gegenständen, welche sich zu einer Ausstellung und zum Verkauf auf derselben eignen, zu veranstalten, dieselben in einem demnächst zu bezeichnenden Lokale auszustellen, dort zu verkaufen und den Erlös zur Vertheilung unter jene armen Familien in solche Hände zu legen, welche durch ihren Beruf von den Stätten verborgener Noth Kenntniß erlangen, und denen das öffent⸗ liche Vertrauen dahin zur Seite steht, daß sie jenen Zweck in möglichst aus⸗ gedehntem und gerechtem Maße erfüllen werden.
Die Unterzeichneten richten daher die ergebenste Bitte an Alle, welche eine Gabe zu diesem guten Werke schenken wollen, die hierzu bestimmten Gegenstände bis zum 9. April an eine der Unterzeichneten gelangen zu las⸗ sen, indem der Beginn der Ausstellung und des Verkaufs gegen den 12. April
.12 . 11111““
Königliche Schauspiele. 3
Donnerstag, 11. März. Im Opernhause. 31ste Abonnemente⸗ Vorstellung. (Letzte Vorstellung des nachbenannten Balle.“ unter Mitwirkung der Mad. Cerrito⸗Saint⸗Léon und des Herrn Saint⸗Léon): Esmeralda, großes Ballet in 2 Abth. und 5 Bildern, von J. Perrot. Musik von C. Pugny. (Mad. Cerrito⸗Saint⸗LCon: Esmeralda; Herr Saint⸗Léon: Peter Gringoire.) Vorher: Der Verschwiegene wider Willen, Lustspiel in 1 Akt, von Kotzebue. Anfang halb 7 Uyr.
Zu dieser Vorstellung werden Billets zu folgenden hohen Opern⸗ haus⸗Preisen verkauft: inß
Ein Billet in den Logen des Prosceniums, des ersten Ranges, im ersten Balkon und zur Tribüne 2 Rthlr. Ein Billet im Per ge. 1 Rthlr. 15 Sgr. Ein Billet in den Logen des zweiten Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr. Ein Billet in den Logen des dritten Ranges, im Balkon daselbst und im Parterre 20 Sgr. Ein Billet im Amphi⸗ theater 10 Sgr. Ein Billet in den Fremdenlogen 3 Rthlr.
Im Schauspielhause. 40ste französische Abonnements⸗Vorstellung. La Gageure imprévue, comédie en 1 acte, du théatre-frangais, bar Sedaine. Les vieux péchés, vaudeville en 1 acte, par MM. Mélesville et Dumanoir. Monsieur et Madame Galochard, vau- deville comique en 1 acte, par MM. Duvert et Lauzanne.
Freitag, 12. März. Im Opernhause. 32ste Abonnements⸗Vor⸗ stellung. Auf Begehren: Alessandro Stradella, romantische Oper in 3 Abth., von W. Friedrich. Musik von Fr. v. Flotow. (Herr Tichatschek: Alessandro Stradella.) Anfang halb 7 Uhr.
Zu dieser Vorstellung werden Billets zu folgenden Opernhaus⸗ Preisen verkauft: 1
Ein Billet in den Logen des Prosceniums 1 Rthlr. 10 Sgr.;
1“*“
13 Sgr. 10 Pf. Sonnabend, den 6. März.
Das Schock Stroh 6 Rthlr. 10 Sgr., auch 5 Rthlr. 20 Sgr.
Centner Heu 1 Rthlr., auch 20 Sgr.
Auswärtige Börse Amsterdam, 6. März. Niederl. wirkl. Sch. 5 3 % do. 35 ½. Pass. —. Ausg. —. Zinsl. —. 4 % Russ. Hope 88. Antwerpen, 5. März. Frankfurt a. M., 7. März. 1887. 1885. Bayr. Bank-Actien —. Poln. 300 Fl. —. do. 500 Fl. 79 ¼ G. Hamburg, 8. März. Bank-Actien 1570 Br.
I. Poln. —.
Zinsl. —. 5 % Met. 107 ¼. . Hope —.
Passive 5 ½. 4 ½. Ausg. Sch. 17 ½. 16 ¼. 2 ½ % Holl. 58 ½¾. P. 3 % Span. 34 ½. Pass. —.
Neapl. —. Nordb. 175.
Wien, 7. März. Budw. —. Pest. 984 ½.
Gloggn. 121.
Preuss. Pr.
Neue Anl. 17 58. Bank-Actien p.o ult. Stiegl. 87 G.
Engl. Russ. 106. 105 ⅛. London, 5. März. Cons. 3 % 90 89 ⅓. Belg. 96 ½. 95 ½. Neue Anl. 23 ⅛. 23. Port. 34. 33. Paris, 6. März. 5 % Rente ün cour. 118. 80. 3 % do. fin cour. 78. 35
Mail. 108 5
beabsichtigt wird. Der Berlin, den 9. März 1847. Gräfin Arnim, Pariser Platz Nr. 6ö. von Bloscch, Hofdame, Wilhelmsplatz Nr. 8. H. Kauffmann,
Neue Grünstraße Nr. 17. Generalin von Luck, Leipziger Platz Nr. 14. Gräfin Pourtalis, Leipziger Straße Nr. 3. Geheime Räthin Reinhard, Bellevue⸗Straße Nr. 11 a. Gräfin Saldern, Behrenstraße Nr. 46.
5 % Span. 17. Sch. —.
Int. 57 ⅔ Br.
Liv. 94.
.,.
Der Erlös und die Zahl der unterstützten Familien würde demnächst zu seiner Zeit bekannt gemacht werden.
Generalin von Tümpling, Hinter dem neuen Packhofe Nr. 2.
Amalie Beerx,ü Thiergarten. Geheime Räthin Carl, Zwirnstraße Nr. 1 u. 2. Ober⸗-Bürgerm. Krausnick, Kurstraße Nr. 52. Gräfin Münster, Wilhelmsstraße Nr. 70. Gräfin Redern, v Unter den Linden Nr. 1.
den müssen.
in den Logen des ersten Ranges und ersten Balkons, so wie zur Tribüne, 1 Rthlr. 10 Sgr.; zweiten Ranges 1 Rthlr.; in den Ranges, so wie im Parterre, “ in den Fremden⸗Logen 2 Rthlr. Die Inhaber von reservirten Billets Donnerstag, den 11ten d. M., Mittags 2 G Büreau abholen zu lassen, widrigenfalls diese anderweit verkauft wer⸗ Auch die Freibillets können bewahrt werden. .““ 84
im Parquet und in den Logen des Logen und im Balkon des dritten 20 Sgr.; im Amphitheater 10 Sgr.;
werden ersucht, solche bis 2 Uhr, im Billet⸗Verkaufs⸗
nur bis zu dieser Zeit auf⸗
öe“ “
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
Stadträthin Reimer,
Im Selbstverlage der Expedition.
Wilhelmsstraße Nr. 73. Gräfin Stolberg, Wilhelmsstraße Nr. 79.
Bekanntmachungen.
[967] Nothwendiger Verkauf.
Stadtgericht zu Berlin, den 29. Oktober 1846.
Das hierselbst in der Taubenstraße Nr. 32 belegene und im Hypothekenbuche von der Friedrichsstadt Vol. 13. No. 927. auf den Namen des Rentiers Joachim Gottfried Giese eingetragene Grundstück, gerichtlich ab⸗ geschätzt zu 20,688 Thlr. 20 Sgr. 2 Pf., soll
am 3. Juni 1847, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.
Die unbekannten Real⸗Prätendenten werden unter der Warnung der Präklusion vorgeladen.
[10580 Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 13. November 1846. Das hierselbst in der Schützenstraße Nr. 15 belegene, im stadtgerichtlichen Hypothekenbuche von der Friedrichs⸗ stadt Vol. 20. No. 1421. auf den Namen des Kauf⸗ manns Louis Otto verzeichnete Grundstück, taxirt zu 29,073
Thlr. 2 Sgr. 2 Pf., soll am 1. Julius 1847, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxre und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen [207] Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 5. Februar 1847. Das dem Destillateur Johann George Ferdinand Katsch gehörige, in der Markgrafenstraße Nr. 94 hier⸗ selbst belegene, im Hypothekenbuche des Königl. Stadt⸗ gerichts von der Friedrichsstadt Vol. 3. No. 178. ver⸗ zeichnete Grundstück, gerichtlich abgeschätzt zu 37,581 Thlr. 28 Sgr. 10 ½ Pf., soll am 5. Oktober 1847, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Tare und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen. 1.“ B1u MNothwendiger Verkaut. Stadtgericht zu Berlin, den 20. Februar 1847. Das dem Kürschnermeister August Ludwig Bretsch gehörige, hier in der Königsstraße Nr. 54 belegene und e F Königsstadt Vol. II. No. . verzeichnete Grundstück, gerichtli schã 7308 Thlr. 22 Sgr. 8 Pf., son shetg ahagesch pt zn am 7. Oktober 1847, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzuseben. Die dem Aufenthalt nach unbekannten Gläubiger verwittwete Uhrmacher Funcke, Louise, geb. v. Pirch, und der Inspektor Georg Ludwig Beuster, jetzt dessen Erben, werden hierdurch öffentlich vorgeladen.
Ruhrort⸗Crefeld⸗ Kreis Gladbacher Eisenbahn.
8 In Folge der in der letzten General⸗Versammlung
unserer Gesellschaft vorgenommenen Wahlen besteht die
Direction gegenwärtig aus folgenden Mitgliedern:
dem Landrath Leysner in Crefeld, Kaufmann Wilhelm Wiesmann in Ruhr⸗ ort, Referendar Hoeninghaus in Crefeld, Kaufmann Hugo Haniel in Ruhrort, Geheimen Kommerzien⸗Rath Diergardt in Vierssen, Kommerzienrath Seyffardt in Crefeld, Kaufmann Carl Schmoelder in Rheydt,
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rl eeee weezee kattacseadttcatt aath
—
11 „
dem Kausmann Earl Wiesmann in Ruhrort, Heinrich Hermes in Crefeld, Wilhelm Crous in Crefeld, Wilhelm Specken in Dülken, Alphons Haniel in Ruhrort, Carl Sohmann in Crefeld, ö5— Carl Busch in Gladbach,
als Stellvertretern, was in Gemäßheit des §. 19. des Gesetzes vom 9. November 1843 hierdurch zur allge⸗ meinen Kenntniß gebracht wird, mit dem Bemerken, daß der Verwaltungsrath durch die Herren
Kaufmann Friedrich Klewitz in Ruhrort,
5 Carl Haniel daselbst, — Bürgermeister Vinmann in Meurs,
„ Preyer in Vierssen, Kommerzienrath von Beckerath in Crefeld, Kaufmann Johann Hermes daselbst, Kommerzienrath Franz Haniel in Ruhrort, Kaufmann Carl Liebrecht daselbst,
Geheimer Regierungsrath von Sybel in Düs⸗ seldorf,
Rittergutsbesitzer Balthasar Herbertz in Uer⸗ dingen, 8 “
Bürgermeister Büschgens in Rheydt,
Kaommerzienrath Croon in Gladbach,
Med. Doctor Schneider in Crefeld,
Landrath Foerster in Kempen und
Kaufmann Moritz vom Bruck in Crefeld,
und den Stellvertretern:
Kaufmann Caspar von Eicken in Ruhrort,
„ Max Haniel daselbst,
8 Heinrich Schroers in Crefeld,
„ Paul Jacob Preyer in Vierssen,
„ Moritz de Greiff in Crefeld, Kommerzienrath Johann Kaibel daselbst, Justiz⸗Kommissar Johann Michels in Ruhrort, Kaufmann Ju lius Klingholz daselbst, 1h
„ Friedrich Wilhelm Greef in Süch⸗
teln,
„ Mathias Gierlings in Dülken, Steuer⸗Einnehmer Dürselen in Vierssen, Kaufmann Wilhelm Prinzen in Gladbach,
„ Wilhelm Schramm in Crefeld, Med. Doctor Ludwig Forsbeck in Süchteln
und Kaufmann Franz Wilhelm Koenigs in Dülken
gebildet wird. — Crefeld, den 3. März 1847. Die Direction der Ruhrort⸗Crefeld⸗Kreis Gladbacher Eisenbahn.
Ludwigshafen⸗Bexbacher
Laut uns von den Herren v. Haber & Söhne in Karlsruhe und W. H. La⸗ „denburg & Söhne in Mannheim er⸗ (theilter Vollmacht, sind wir beauftragt, die 7te Einzahlung auf die Actien der ——— Ludwigshafen⸗Bexbacher Eisenbahn mit 10 % oder Fl. 50. abzüglich Zinsen „ 7. 8 demnach » 43. pro Actie in Empfang zu nehmen und auf den Actien darüber zu quittiren.
Wir ersuchen die Besitzer, die betreffende Zahlung bis 15. März, spätestens aber bis 15. April d. J. mit 4 % Verzugszinsen, vom 15. März an gerechnet, Vor⸗ mittags von 9 bis 12 Uhr, in unserem Comtoir, Lin⸗ den Nr. 27, zu leisten, und die einzuzahlenden Stücke mit einem Verzeichnisse nach Nummernreihe, Lit. A. von Lit. B. getrennt, zu versehen. Die uns eingereich⸗ ten Actien werden wir den Inhabern binnen kürzester
e 8
Zeit wieder zurückstellen. Berlin, den 10. Februar 1847.
v1A1AX““ “
emeiner Anzeiger. Literarische Anzeigen.
[211] So eben erschien in meinem Verlage und ist durch alle Buchhandlungen zu erhalten, in Berlin vorräthig
bei E. H. Schroeder, vLinden 23:
z 290 Clemens der Vierzehnte. Ein Lebens⸗ und Charakterbild. Gr. 12. Geh. 12 Sgr.
8* Motto: Als Du starbst, der Du so glorreich für der Menschheit Wohl gestritten, Trauerten die Menschen, Clemens, jubel⸗ CC111111I1’ WW“ Leipzig, im Februar 1847. 5 F. A. Brockhaus.
Bei C. W. Leske in Darmstadt ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben, vorräthig bei E. S. Mittler in Berlin (Stechbahn 3), Posen und Bromberg:
2 ₰ 2 — 2 6 Die reformatorischen Schriften [206] Dr. Martin Luther’'s 8 in chronologischer Folge, mit den nöthigsten Erläute⸗ rungen und einer Biographie Luther's zum Gedächtnisse des 18. Februars 1846 herausg. von Dr. K. Zim⸗ mermann, Großherzogl. Hess. Hosprediger. 1. und 2. Band. (à 36 Bogen gr. Ler.⸗8.) eclegant geh. 2 Thlr. — Preis des ganzen, aus 4 Bänden bestehen⸗
den Werkes 6 Thlr.
Wir übergeben hiermit die zwei ersten Bände eines Werkes der Oeffentlichkeit, das in der That der größ⸗ ten Theilnahme würdig ist. Der Hr. Herausgeber hat damit zum erstenmale die Aufgabe gelöst, die allmälige Entwickelung Luthet's, als Reformators der Kirche, durch ihn selbst, mit seinen eigenen Worten darzulegen und so ein ununterbrochenes Bild der großen Bewe⸗ gungen zu entwerfen, zu denen er durch sein kühnes Wort den Anstoß gab, und an deren Spitze er beinahe 30 Jahre lang stand. — Was die Ausstattung des Werkes betrifft, so ist diese besonders in Betracht des so niedrigen Preises eine wahrhaft schöne zu nennen. Die weiteren Bände solgen in kurzen Zwischenräu⸗ men nach.
[210]
Firmin Didot Freères, Libraires et Impri- meurs de l'Institut à Paris, empsehlen für das ern- stere Studium der französischen Sprache:
Génin, F., Lexique comparé de la Lan-
dn XVIIe siècle, suivi d'une lettre à M. A. F. Didot, sur quelques points de la Philologic frangaise. (Ouvrage couronné bpbar 1 In-
stitut.) 1 vol. gr. in 8. 2 Thlr. 20 Sgr. Joseph de Malvin-Cazal, Pronon-
ciation de la Langue française “ XIXce sitele tant:
dans de langage soutenu que dans la conversation d'après les règles de la proso- die, celles du Dictionnaire de l'Académie, les lois grammaticales et celles de l'usage et du gaüt. 1 vol. gr. in 8. 2 Thlr. 10 Sgr. Oeuvres de C. G. Etienne (de l'Académie frangçaise) avec des notices et des éclaircisse-
ments. T. I. 1 Thlr. 20 Sgr.
Vorräthig in Berlin bei E. H. Schroe-
O de P. Linden 23, A. Asher & Co., Schneider & Co., A. Duncker, E. S. Mittler, Nicolaische Buch-
handlung etc., in Stettin bei Léon Saunier.
[199 b]
schen Sprache und Literatur für
Anfänger beginnt bei mir den 16. März. Das Pro⸗
gramm darüber wird gratis ausgegeben Franz. Straße
Nr. 11. Dr. C. A. F. Mahn.
Sonnabend, den 13. März 1847, [200 b] Abends WWI im Saale der Sing-Akademie: “ Viertes und letztes 7 4 „ I“
gegeben von
Alexander Dreyschock, unter gefälliger Mitwirkung der Frl. Bähring, Frl. Aug. Loewe, Sga. Maberlini, Frl. Miller, Frl. Zschiesche und der Herren Kotzold und
Monari.
1) a. Andante und Veloce aus der F-moll-Fantasie, b. Rhapsodie, komponirt und vorgetr. vom Konzertgeber. Duo von Donizetti, gesungen von Signora Ma- berlini und Signor Monari. Romance quasi Introduzione et Rondo di bravura, komponirt und vorgetr. vom Konzertgeber. Duett aus der Oper: Belmonte und Constanze, von Mozart, gesungen von Frl. Miller und IHIerrn Kotzold. 5) a. Scherzo von Reifsiger, b. Rhapsodie vom Konzertgcher, Konzertgeb. 6) 2 Terzette, komponirt von Tiehsen, a. Frühling „Schneeglöckchen thut läuten“,
vorgetragen vom
b. Alphorn „Ein Alphorn hör' ich schallen“,
gesungen von den Damen Bühring, Auguste Locwe und Zschiesche. 7) a. Impromptu,
b. Variationen über „God save the Queen“ für die 1 linke Hand, ) Konzertgeber,
Numerirte Billets à 1 Thlr. sind in der Musika- lienhandlung der Herren Bote O. Bock, Jäger- strasse No. 42, und Abends an der Kasse zu haben.
Anfang 7 Uhr, Kassen-Eröffnung 6 Uhr.
komponirt und vorgetragen vom
4
¼½
Die Rheumatismus-Ableiter 8
von Eduard Gross in Breslau 1
besitzen die Eigenschaft, dafs sie schnell und beru- higend das Uebel entfernen, indem sie das Ueber- mass des elektrischen Fluidums, welches allen rheu- matischen Leiden zum Grunde liegt, schmerzlos entfernen, nicht aber wie in No. 54. der Spener- schen Zeitung durch ein Versehen des Setzers mit Sperrschrift zu lesen ist „schmerzlich“. — Es kann wohl mit Gewisfsheit darauf gerechnet werden, dafs sehr viele Personen, welche die Grofsschen Rheumatismus-Ableiter bereits versuchten, ja selbst viele unserer geachtetsten Herren Aerzte, die von diesem Mittel bereit,; Notiz genommen haben, als Zeugen dafür auftreten, dafs dasselbe bei seinen Operationen sich als schmerzstillend bewährt .JE“ C. W. Esslinger.
.“
Ein Kursus der Provenzali⸗
Dass Abonnement beträgt: 2 thlr. für ¼ Jahr. 4 Rthlr. - ½ Jahr. 8 Rthlr. - 1 Jahr. in allen Theilen der Monarchie ohne, Preis-Erhohung. Inserkions-Gebühr für den Ranm einer Zeile des Allg. Anzeigers 2 Sgr. fr
vaugan —
Alle Post-Anstalten des In⸗ und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Blatt an, für Berlin die Expedition der Allg. Preufß. Zeitung: Friedrichsstraße Nr. 72.
Die Allgemeine Preußi ständig und mit aller Beschleunigung mittheilen.
Auflage gleich zu Anfange des Quartals danach bemessen können. Nummern vielleicht nicht immer mit Bestimmtheit rechnen dürfen.
Der vierteljährliche Pränumerations⸗Preis beträgt 2 Rthlr. Preuß. Cour. für das 72, von Anfang des künftigen Quartals an Behrenstraße Nr.
(Friedrichs⸗Straße Nr. Stadtpost, schon den Abend vor dem angegebenen Datum, Für einzelne Nummern des Blattes ist der Preis 2 ½ Sgr.
vnentt.
Feins Fer ebete . nland. Provinz Posen. Ernennung des Landtags⸗Mar challs. Deutsche Bundesstaaten. gönigrelch 8övnne der theologischen Fakultät. — Das Memorandum, die öffentliche Mei⸗ nung und die Straßen⸗Tumulte. — Frühe Schließung einiger Vorlesun⸗ gen der Universität. — Erklärung der Münchener Zeitung. — Be⸗ richtigung in Betreff der Bewaffnung von Ulm und Rastadt. — König⸗ ZFreich Hannover. Landtag. — Großherzogthum Baden. Der
Staats⸗Minister von Reizenstein †. 8
Frankreich. Paris. Devputirten⸗Kammer. — Duvergier de Hauranne’'s
Vorschlag. — Angebliche Gründe zur Reise der Königin Christine nach
Paris. — Urlaub Bresson's. — Erledigung des Streits auf der Bi⸗
dassoa. — Cabrera. — Marktzustände. — Brodvertheilung. — Ver⸗ mischtes. —
Großbritanien und Irland. London. Hofnachricht. — Parla⸗
8 ments⸗Verhandlungen: Neues Strafsystem; Abschaffung der Depor⸗
tation; Irländische Angelegenheiten. — Unruhen in Schottland. — Vermischtes.
Belgien. Brüssel. Der Gesetz⸗Entwurf über die Vermehrung der Senatoren⸗ und Repräsentanten⸗Zahl. — Kredit-Bewilligungen. — Begutachtung der Porto⸗Reform⸗Vorschläge. — Maßregel hinsichtlich der Brod⸗Theurung. — Vermischtes.
Schweiz. Kanton Luzern. Verurtheilung.
Spanien. Schreiben aus Madrid. (Graf Bresson; die Königin Chri⸗ tine; Ernennungen; Adreß⸗Debatten; der Espalol über die Lage Spaniens.)
Griechenland. Athen und Ancona. Die Differenz mit der Pforte.
Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Berlin. Börse. — Briefe aus Paris. (Der Fonds⸗ und Actienmarkt.) — und Amsterdam. (Börsen⸗ und Marktbericht.) 8 ö
6¹
Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: Dem Land⸗ und Stadtrichter Buerdorff in Spr Charakter als Justiz⸗Rath zu verleihen.
8— 8
Bekanntmachung. Zufolge einer Benachrichtigung der Kaiserlich Postverwaltung können Briefe aus Preußen A. nach den englisch⸗ostindischen Besitzungen und Schutzstaaten, so . wie nach Hong⸗Kong in China; b S8 B. nach allen anderen Orten des chinesischen Reiches, und
C. nach allen über Ostindien hinaus gelegenen Ortschaften
vom 1sten d. M. ab, auf dem Wege über Triest und Alexandrien, unter folgenden Bedingungen befördert werden.
Die Korrespondenz ad A muß bis Alexandrien, die Korrespon⸗ denz ad B und C dagegen bis zum überseeischen Landungshafen (in Ostindien oder China) frankirt werden.
Das Porto stellt sich, wie folgt, zusammen:
1) aus dem conventionsmäßigen preußischen internen Porto für die durch Oesterreich transitirende Korrespondenz, welches beträgt:
a. für die Post⸗Anstalten im Regierungs⸗Bezirk Posen, der Provinz Schlesien und den Kreisen Sorau und Sprem⸗ berg.. 6 Kr. oder 2 ¼ Sgr.
b. für alle übrigen Post⸗Anstalten östlich der Weser
12 Kr. oder 4 ¼ Sgr. für die Post⸗Anstelten westlich der Weser 16 Kr. oder 5 ¾ Sgr.
88 68 einfachen nicht über ½ Loth wiener Gewicht schweren
rief;
2,) aus dem österreichischen Transit⸗Porto vom österreichischen Ein⸗ 1 angspunkte bis Triest von 12 Kr. oder 4 ¼ Sgr. für jeden bis 1 Loth wiener Gewicht schweren Brief; aus dem österreichischen See⸗Porto von Triest bis Alexandrien im Betrage von .. 24 Kr. oder 8 ½ Sgr. für jeden bis ½ Loth wiener Gewicht schweren Brief;
4) aus dem englischen See⸗Porto von Alexandrien bis zum über⸗ seeischen Landungshafen für die Korrespondenz nach den unter B. und C. genannten Ländern. Dasselbe beträgt
für die Korrespondenz ad B 30 Kr. oder 10 ½ Sgr. und für die Korrespondenz ad C 40 Kr. oder 14 Sgr. für jeden bis ½ Loth wiener Gewicht schweren Brief.
Bei schweren Briefen tritt eine verhältnißmäßige Erhöhung der *ozer henn ver asäe ein.
ür die über Triest zu versendenden Zeitungen, welche unter
Kreuzband verpackt sein müssen, ist 1. e rcche unter Frehsehe. bestimmten preußischen internen und österreichi⸗ schen Transit⸗ und Seeporto an englischem Porto zu er⸗
heben: b2 für Zeitungen nach Ostindien pr. Stück 3 Kr. oder 1 ½ Sgr.; ö.12 Kr. oder 4 Sgr.
2) für die über Ostindien hinaus besti 1 Feunge h bestimmten ie aus den obgedachten Ländern über Oesterreich nach Pre 2 2 22 2 88 ßen eingehenden Briefe müssen seitens der Absender bis Alexan⸗
und c.
2.„
sche Zeitung wird,
frei ins Haus gesandt. —
An die Leser.
““
der roffenen Einrichtungen zufolge, die Verhandlungen des b Wir bitten daher die respektiven Abonnenten ihre Bestellungen gefälligst rechtzeitig so bewirken zu wollen, daß wir die Stärke der Später, nach Beginn desselben, eintretende Abonnenten würden auf vollständige Nachlieferung der dann bereits erschienenen 8
Inland. —
ärtige,
Aus
drien frankirt werden. Die diesseitigen Adressaten haben daher für bace Briefe nur das oben ad 1, 2 und 3 erwähnte Porto zu ent⸗ richten. „Da die in Rede stehende Korrespondenz bei der Beförderung über Triest ihren Bestimmungsort schneller erreichen kann, als auf den bisher benutzten Speditions⸗Routen über Marseille oder über England, worden, alle Briefe nach den obgedachten Ländern der Kaiserlich österreichischen Post⸗Verwaltung auszuliefern und das Porto dafür nach den vorstehenden Bestimmungen zu erheben, sofern auf der Adresse nicht ausdrücklich der Beförderungsweg über Marseille oder über England vorgeschrieben sein sollte, in welchem Falle die Post⸗ Anstalten dieser Vorschrift unbedingt Folge zu geben haben. Berlin, den 8. März 1847. General⸗Post⸗Amt.
Abgereist: Se. Excellenz der General⸗Lieutenant und kom⸗ mandirende General des 1sten Armee⸗Corps, Graf zu Dohna, nach Königsberg i. Pr.
„Der General ⸗Major und Commandeur der 5ten Infanterie⸗ Brigade, von Voß, nach Frankfurt a. d. O.
Inl and.
Provinz Posen. Einer Bekanntmachung des Ober⸗Prä⸗ sidenten zufolge, hat Se. Majestät der Köͤnig geruht, den Kammer⸗ herrn und Rittergutsbesitzer Ferdinand August Rudolf Freiherrn Hiller von Gärtringen auf Betsche zum Landtags⸗Marschall für die Pro⸗ vinzial⸗Stände des Großherzogthums Posen und zu dessen Stell⸗ vertreter den Kammerherrn Grafen Heliodor Skorzewski auf Proch⸗
nowo zu ernennen.
—
Beutsche Bundesstaaten.
Königreich Bayern. Die theologische Fakultät der Uni⸗ versität in München hat nachstehende Bekanntmachung erlassen: „Mit Bezug auf die in vielen Blättern verbreiteten, namentlich auf die aus der Augsb. Abendzeitung auch in die Allg. Zeitung über⸗ gegangenen, das öffentliche ÜUrtheil irreleitenden Insinuationen, als hätten an den Straßen⸗Exzessen am 1sten d. M. „meist Theologen“ sich betheiligt, findet man sich veranlaßt, in Gemäßheit der vom aka⸗ demischen Senat erhobenen Sachlage zu erklären, daß, wie überhaupt nicht die Fachstudenten, so auch nicht die Kandidaten der Theologie daran theilgenommen haben. München, 5. März 1847. Dr. Fr. Reithmayr, d. Z. Dekan der theologischen Fakultät.“
„Die Allg. Zeitung enthält einen Korrespondenz⸗Artikel aus München, worin der Inhalt einer vor einiger Zeit bekannt gemach⸗ ten „allen Merkmalen nach offiziellen“ Zusammenstellung der ver⸗ schiedenen, theils von Sr. Majestät dem Könige selbst, theils von den Behörden ausgegangenen Maßregeln zur Erleichterung des Noth⸗ standes (S. Nr. 55 der Allg. Ztg.) mit dem Inhalte des angeb⸗ lich von vier Königlichen Ministern an die Person des Monarchen 1 Memorandums, „welches urplötzlich nicht in Hunderten, ondern in Tausenden von Kopieen in alle Klassen der Bevölkerung verbreitet worden“, zusammengestellt und letzteres Dokument demge⸗ mäß einer Beleuchtung unterwerfen wird.
„Der Verfasser jener Korrespondenz“, heißt es, „hat thatsächlich wie in Ziffern unbestreitbar dargethan, daß, gleichwie Bapern, zu seinem Glück, bis jetzt von den materiellen Zeitübeln unter allen deutschen Staaten am wenigsten heimgesucht worden, so in Bayern gleichwohl verhältnißmäßig das Meiste zur Abwehr wirklicher Noth geschehen ist, oder, mit anderen Worten, Bayern hat nach der fraglichen Korrespondenz die sichersten Bürg⸗ schaften für die Zukunft, und Bayerns König, dessen Namen ruhmvoll die Nachwelt nennen wird, erscheint gemäß jener thatsächlichen Beweisführung wie ein unversiegbarer Born des Segens für das Land. Was soll nun der unbefangene Leser denlen, liest er den schroffen Gegensatz davon in dem erwähnten Memorandum? Dasselbe läßt die öffentlichen Zustände in Bayern als die düstersten erscheinen; es kennt nur Abgründe, an denen wir Alle stehen
sollen, es malt uns nicht blos die Zukunft, sondern selbst die Gegenwart mit ’ öffentlichen Ruhe betheiligen würden. Sie haben diese Zusage ge⸗ wissenhaft gehalten, und die Wolke, welche sich d 121ub Ungere sitaä 1 ut worden, ¹
Wir enthalten uns gern jeder Erörterung darüber, da 828 “ -gg 2 schen Senats, der rücksichtsvollen und schonenden Behandlung der Sache
Farben, so grell, als wäre eine revolutionaire Katastrophe bereits im Anbruch. Woher dieser entsetzliche Kontrast? Viele Fragen drängen sich da auf ein⸗ mal dem unbefangenen Beobachter auf. Zunächst: ist das Memorandum echt oder unecht? man im Bejahungsfalle sich zu der traurigen Pflicht berufen erachten müßte, die ungeziemende Sprache und die Verbreitungsmöglichleit scharf ins Auge zu fassen. Aber welchen Zweck kann der oder können diejenigen gehabt haben, welche dieses Memorandum so hastig und in solcher Menge unter die Massen zu bringen gewußt haben? Um ihnen nicht den schweren Vorwurf geflissentlicher Appellation an öffentliche Demonstrationen aufbür⸗ den zu müssen, wollen wir uns mit der Antwort begnügen, daß sie wohl lediglich jener so häufig vorkommenden Bereitwilligkeit gehuldigt haben mö⸗ gen, demjenigen Publikum, welches sich nun einmal an dergleichen Din⸗ gen zu weiden pflegt, eine ganz außerordentliche Freude zu bereiten. Ernster aber müssen wir bei dem wichtigsten Punkte verweilen, bei dem, was das Memorandum im schneidendsten Gegensatze zu dem Inhalte der offiziellen Korrespondenz vom 20. Februar zur Parole des Tages erhebt — bei der unumwunden hingestellten Behauptung, daß sich ganz Bayern, und
besonders die Haupt⸗ und Residenzstadt München, im Zustande offenbarer
Aufregung befind
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e. Aufregung — ja Aufregung im vollsten Sinne des
XISeA. 88.,2
so sind sämmtliche preußische Post⸗Anstalten angewiesen dem protestantischen Theile der Bevölkerung.
besonnenen Haltung und Einschreitung Tagen seine Thätigkeit beginnenden neuen und des Unterrichts. · Vorlesungen der beiden philosophischen Universität noch zahlreich versamme von dem Dekan der philosop nisse frei und nachdrücklich
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evorstehenden Vereinigten Landtages voll⸗ G
Bestellungen für Berlin werden in der Expedition
57) gemacht; jeder innerhalb der Ringmauer der Stadt wohnende Abonnent erhält das Blatt durch die des In⸗ oder Auslandes, bewirken
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ihre Bestellungen bei den resp. Post⸗Aemtern.
Wortes, das ist nunmehr gerade seit einem Decennium das Losungswort, um welches sich alle und jede Opposition in Bapern dreht, und es verlohnt sich wohl der Mühe, diesem Gespenst ein wenig näher ins Auge zu sehen.
Nachdem im Jahre 1837 vom Rhein her die ersten Impulse zur „Erweckung
des konfessionellen Bewußtseins“ gegeben worden waren, währte es nicht mehr lange bis zum Rufe der Opposition in Bapern über Aufregung unter Als im Jahre 1843 der Abgeordnete Baron Rotenhan mit Dr. Harleß an der Spitze der protestan⸗ tischen Abgeordneten die Kniebeugungsfrage an die Kammer brachte, aber⸗ mals der nämliche Ruf über Aufregung nicht nur unter den Protestanten des Königreichs, sondern auch unter allen jenen Katholiken, die des Landes Wohl und Heil nicht lediglich von den Ultras her erwarten. Endlich im verwichenen Jahre, als die Abgeordneten Bauer und Wagner die prote⸗ stantischen Beschwerden auf ständischem Wege an die Krone zu bringen suchten und auf anderer Seite der berüchtigt gewordene Adressensturm an⸗ gefacht wurde, weithin durch die Reihen derselbe Ruf ertönend! Und gegen wen war in allen diesen Fällen der bedeutungsschwere Ruf gerichtet? Ge⸗ gen das geheiligte Haupt des verehrten Monarchen gewiß nicht! Es war der Nothschrei der sich gedrückt wähnenden Partei gegen die ver⸗ meintlich obherrschende Partei! Aber jetzt? Aber der heutige Ruf? Das constitutionelle Deutschland, im verfassungsmäßigen Leben noch so jung, beruft sich gern, und nicht mit Unrecht, in allen prinzipiellen Fragen auf die alten Erfahrungen im verfassungsfreien England. Dort nun, wie wir es erst in jüngster Zeit erfahren haben, werden parlamentarisch un⸗ möglich gewordene Kräfte ihren siegreichen begünstigten Gegnern gegenüber zu oppositionellen Gewalten, ohne daß die über den Parteien thro⸗ nende und unantastbare Macht je ins Spiel gezogen würde! Warum fin⸗ det gerade dieses maßgebende Beispiel keine Nachahmung bei uns? Weil die jetzt sich gedrückt wähnende Partei weder im Siege, noch bei einer Niederlage Mäßigung kennt. Ja, es herrscht gegenwärtig, nicht im Lande, wohl aber hier in München eine unverkennbar große Auf⸗ regung, die in ähnlichen Fällen überall übliche Aufregung der Ko⸗ terieen, leider aber gegen sonstige Wahrnehmungen hier mit dem Un⸗ terschiede, daß sich eeße Aufregung nicht auf die Koterieen als solche beschränken will, sondern von der, wie gesagt, dem Gesetz der Mäßigung nur ungern sich beugenden Partei auch den Massen mitgetheilt wird, so daß sie ihre Schranken überschreitet, selbst auf die Gefahr hin, sich mit dem Koth des heraufbeschworenen Straßen⸗Auflaufs zu beschmutzen. Noch voll von dem Gedanken an schwer errungene Siege, können und mögen sie das Gefühl, einmal die Ueberwundenen zu sein, nicht ertragen, können und mögen daher auch mit der Wiederaufnahme des Kampfes auf parlamen⸗ tarischem Felde nicht warten, bis ihnen die neuen Gegner die Spitze bieten werden. Daher nehmen sie die Zuflucht zu einem Phantome, das in er⸗ schreckender Gestalt und gegen alle gesetzliche Ordnung dem Publikum vor⸗ geführt wird, das aber der Ruhige und Parteilose nicht sieht, daher zu fürchten gar nicht in Versuchung kommt.“ 3
Demselben Blatte wird aus München vom 5. März geschrie ben: „Die Berichte über die Unruhen, welche am 1. März hier stattgefunden haben, sind, als von nicht genau unterrichteten Indivi⸗ duen ausgehend, in mannigfacher Weise ungenau und übertrieben, besonders insofern sie den Antheil der studirenden Jugend betreffen. Die deshalb gepflogenen Untersuchungen haben bereits herausgestellt, daß dieser sich in der gewöhnlichen Sphäre akademischer Sympa⸗ thieen und Antipathieen zwischen Vivat⸗ und Pereatrufen gehalten und seitens der Studirenden einen ernsten, namentlich politischen Cha⸗ rafter weder anfangs getragen noch später angenommen habe. Auch sind in Folge davon von den 6 verhafteten Studenten zwei gleich am nächsten Tage wieder auf freien Fuß gestellt worden, zwei andere heute. Nur noch zwei sind also gefänglich zurückgehalten, welche sich, wie wir hören, an den späteren Unruhen in anderen Theilen der Stadt auf eine mehr sträfliche Weise be⸗ theiligt hatten. Uebrigens sind zufolge Allerhöchster Verfügung vom 4. März, wie es scheint, um die Studirenden mit denjenigen, welche ihre Arglosigkeit zu sträflichen Zwecken mißbrauchen möchten, außer Berührung zu bringen, die Semestral⸗Prüfungen der beiden philo⸗ sophischen Jahres⸗Course, welche gewöhnlich drei Wochen erfordern, auf den Anfang des nächsten Semesters verschoben, und ist dadurch für die Studirenden dieser beiden Course, unter denen die Bewegung allein stattfand, der Beginn ihrer Vakanz um so viel beschleunigt worden. Von allen Seiten hören wir mit Bestimmtheit, daß es den Lehrern und Behörden der Universität, welche in jenen bewegten Tagen amtlich mit den jungen Leuten zu verkehren hatten, sehr leicht war, sie über die Natur der Vorgänge, welche sich an ihre Unruhen von anderer Seite geknüpft hatten, aufzuklären und von ihnen die auf Ehrenwort gegebene Zusage zu bekommen, daß sie sich in keiner Weise und unter keiner Voraussetzung an irgend einer Störung der
Rektors und des akademi
d 1 k.ts h. n d der eben so humanen und urch die Königlichen Polizeistellen . genabe in diesen kritischen
Ministeriums 85. 6* i en wurde, als am uß der Oiesen Iecg Kurse, die in dem Atrium der lte studirende Jugend derselben hischen Fakultät mit einer die Verhält⸗ behandelnden Abschieds⸗Rede entlassen und trennte sich unter lautem und enthustastischem Rufe: „Es lebe der
König!“ 1 8 z er polit. Ztg. enthält folgende Erklärung: In F. 9352 ½ 1. März hier stattgehabten beklagenswerthen 27⁷
Vorfälle müssen wir ein, wie es scheint, absichtlich verbreitetes Ge⸗