den Schriften auf der Tagesordnung. Der Abg. Brockh aus führte die Beschwerde mit einigen Worten ein; dieselbe sei bereits die vierte
Eingabe über diesen Gegenstand, woraus die Kammer erkennen werde,
wie wichtig und dringend den Betheiligten die Angelegenheit erscheine.
Der Abgeordnete bezog sich auf einen neueren Erlaß des Ministeriums des Innern über diese Angelegenheit, aus welchem die —
hervorgehe, daß künftighin überhaupt Schriften nur in einer so †%
Sprache gedruckt werden dürften, welche den Kreis⸗Directionen un dem Ministerium selbst geläufig sei. Auch wenn auf dem gegerane.
tigen außerordentlichen Landtage nicht mehr möglich n2 so 3
diesen Gegenstand durch die Stände⸗Versammlung zur rne 31 bringen, würde er doch um des moralischen Eindrucks willen wün⸗ schen, daß ein Deputations⸗Bericht und wo möglich 89
eine Berathung der zweiten Kammer darüber zu Stande aef.
Staats⸗Minister von Falkenstein bemerkte, ohne auf d Pe⸗ e⸗
genheit selbst einzugehen, daß die Sache auch dem vv ueg. in vieler Beziehung sehr unangenehm gewesen sei, und 92 282 8
Abgeordneten angeführte Bescheid, wenn er der Kammer vollstän ig
vorläge, denselben Sinn enthalten dürfte. Das Ministerium aber 188
nicht im Stande, einen Censor für ungarische Schriften zu 822 n Der Censor, den das Ministerium vor einiger Zeit nach vieler Mühe
aufgefunden und zur Uebernahme des Amts disponirt, babe nicht lange darauf, und zwar theilweise wohl auch deswegen, weil er sich dem Amte nicht völlig gewachsen fühlte, seine Function wieder nieder⸗ gelegt, das Ministerium aber sei jetzt gar nicht im Stande, an seine Stelle irgend einen Censor wieder zu erlangen. Der Abgeordnete Anton bemerkte im Namen der dritten Deputation, daß der Ge⸗ genstand bereits in Erwägung gezogen und der Deputations⸗Bericht so weit bearbeitet sei, als dies ohne den Beirath des Königlichen den die Deputation noch zu erwarten habe, möglich ge⸗ wesen sei.
- Hierauf erstattete der Abg. Scheibner, als Referent der ersten Deputation, mündlichen Bericht über die Differenzpunkte rücksichtlich des Dekrets, die Nahrungsverhältnisse betreffend. Die erste Verschie⸗ denheit betraf den Antrag auf Freigebung des Reises vom Vereins⸗ zolle, welchen die erste Kammer abgelehnt hatte. Die diesseitige De⸗ putation trennte sich ungern von ihrem früheren Antrag, obschon sie sich nicht verhehlen konnte, daß die zur Verwirklichung desselben noth⸗ wendige Vereinbarung der Zollvereins⸗Regierungen große Schwierig⸗ keiten habe, und sich auf das Beispiel von Württemberg bezog, wo der Regierung zwar freigestellt wurde, ihren Unterthanen den Reis⸗ zoll zu erlassen, dieselbe aber verpflichtet ist, diesen Zoll den Vereins⸗ Regierungen zu restituiren. Die Deputation stimmte auch der Re⸗ gierung darin bei, daß mit der Summe, welche ein ähnliches Ver⸗ fahren in Sachsen kosten würde, bei anderer Verwendung momentan ein größerer Vortheil zu erlangen sei. Die Kammer beschloß ein⸗ stimmig nach dem Vorschlage der Deputation, den früheren Antrag fallen zu lassen.
Eine andere, minder wesentliche Verschiedenheit stellte sich heraus bei Aufzählung der Mittel zur Vorbeugung gegen künftigen Nothstand, indem die 1ste Kammer den von der Tten aufgeführten Beispielen noch die Hebung der Landwirthschaft, ingleichen die Errichtung und Beförderung der Sonntagsschulen hinzugefügt hatte. Die Kammer genehmigte den Vorschlag der Deputation, diese Punkte als Beispiele in die ständische Schrift mit aufzunehmen. Dagegen wurde der An Errichtung von Mehl⸗Magazinen von der zweiten Kammer abgelehnt.
3 Ein fernerer Differenzpunkt hatte sich herausgestellt durch die in der ersten Kammer erfolgte Annahme des Antrags, die Regierung wolle dafür Sorge tragen, daß in allen Theilen des Landes dem Landbewohner Gelegenheit gegeben werde, seine Ersparnisse in Spar⸗ kassen anzulegen. Die zweite Kammer trat dem Beschlusse der ersten Kammer bei. Cben so rücksichtlich der Erweiterung der Enquéten, daß nämlich die in anderen Ländern vorliegenden Erfahrungen mit benutzt werden sollen. 1
Königreich Hannover. (Hannov. Ztg.) Am 16. März hatte Miß Caroline Herschel, der astronomischen Welt rühmlichst be⸗ kannt, das seltene Glück, heiteren und ungetrübten Geistes ihr 98stes Lebensjahr anzutreten. Diese als merkwürdige Erscheinung dastehende Dame bewahrt, ungeachtet ihres hohen Alters, fortwährend das regste
Interesse für alle Forschungen im Gebiete der Astronomie und hat
neuerdings sehr schmeichelhafte Beweise der Anerkennung ihrer frühe⸗
ren rastlesen Thätigkeit erhalten. Sie lebt seit mehreren Jahren in
Hannover in stiller Zurückgezogenheit, durch Körperschwäche auf den
engen Raum ihrer Wohnung und ihrer Erinnerungen beschränkt.
Se. Majestät der König hat auf eine höchst schmeichelhafte Weise die
Greisin beglückwünschen lassen. Ihre Königl. Hoheiten der Kronprinz
und die Frau Kronprinzessin beehrten sie durch persönliche Gegenwart und ließen die nun fast Hundertjährige auch durch den Erbprinzen
begrüßen. Auch diesen Prinzen des Königlichen Hauses noch mit eigenen Augen sehen zu können, soll ein sehnlicher Wunsch der Miß
Caroline Herschel gewesen sein, da sie wiederholt es als ein Glück Ke. PeGllever des Königlichen Hauses von Georg III. angesehen 1 en.
““
Krankreich.
Paris, 15. März. Mittelst Königliche, Verornungen- . Mittelst Königlicher Verordnungen v gestrigen Datum wird der Minister der öffentlichen Arbeiten, Her⸗
Dumon, der ihm unterm 15. Januar übertragenen Stellvertretung
des Herrn Martin du Nord in der Verwaltung der Justiz und des Kultus wieder entbunden und der bisherige General⸗Prokurator am
Königlichen Gerichtshofe von Paris, Herr Hebert, an Stelle des ver⸗
storbenen Herrn Martin zum Großsiegelbewahrer, Justiz⸗ und Kultus⸗ Minister ernannt. Herr Hebert ist gestern bereits in seinem neuen Amte vereidigt worden. Da derselbe einer der vier Vice⸗ Präsidenten der Deputirten⸗Kammer ist, so muß für diesen Posten in den nächsten Tagen eine neue Wahl vorgenommen werden. Wer ihn als General⸗Prokurator ersetzen wird, ist noch nicht fest bestimmt. „Herrn Hebert's Ernennung zum Justiz⸗ Minister“, sagt das Journal des Débats, „wird von allen aufrichtigen Freunden der Regierung gebilligt werden. Er ist ein fester und entschiedener Charakter; sowohl als Deputirter, wie als Mitglied des Richterstandes, hat er seine Proben von Muth und Talent abgelegt; niemals hat eine Koterie etwas über ihn vermocht; er ge⸗ langt, mit einem Wort, auf dem guten Wege ins Ministerium, näm⸗ lich durch loyale und beharrliche Vertheidigung der konservativen Grundsätze. Die öffentliche Meinung bezeichnete ihn allgemein für den Posten des Großsiegelbewahrers.“
Die Ernennung des Herrn von Carné zum Direktor der Han⸗ dels⸗Abtheilung im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten wird vom Journal des Débats mit folgenden Bemerkungen be⸗ gleitet: „Man scheint sich hier und da hierdurch überrascht gefunden zu haben; die Sache ist aber wohl sehr einfach: wenn zwischen Herrn von Carné und dem Ministerium einige Meinungs⸗Verschiedenheiten obgewaltet, so darf man glauben, daß Herr von Carné selbst ihnen nicht die Bedeutung beigelegt hat, die man voraus⸗ setzte, und daß jedenfalls diese Meinungs⸗Verschiedenheiten, na⸗ mentlich in Hinsicht auf die auswärtige Politik, nicht mehr bestehen. Es kann nur ein Scherz sein, wenn ein Blatt zu glauben vorgiebt, daß Herr von Carné in die Verwaltung eingetreten sei, um Herrn Guizot zu leiten und die Ehre wie die Interessen der Nation genauer zu überwachen. Herr Guizot hat einen Abtheilungs⸗ Chef ernannt, nicht einen Aufseher sich zur Seite gestellt. Der Mi⸗ nister ertheilt Befehle, aber empfängt keine. Wir glauben gern, daß Niemand seine Ansichten geändert hat, weder Herr Gutzot, noch Herr von Carné, und daß nur ein Mißverständniß aufzuklären war. Wenn aber Jemand seine Meinung geändert, so würden wir denn doch glauben müssen, daß es nicht Herr Guizot gewesen. Die Sache beim rechten Licht betrachtet, so befindet sich in den Büreaus des Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten ein verdienstvoller Mann mehr, das ist bis jetzt Alles.“
Die Königin Christine ist gestern in Paris eingetroffen und der Prinz von Joinville am 10ten d. zu Marseille angelangt, von wo er am folgenden Tage nach Toulon weiter reiste.
Der Reveil de Midi meldet, daß in Perpignan eine tele⸗ graphische Depesche den Befehl gebracht habe, alle spanischen Flücht⸗ linge, Karlisten wie Progressisten, von dort zu entfernen. Es wird ihnen die Rückkehr nach Spanien, sofern sie Pässe dazu von spanischen Konsuln erlangen können, oder die Versetzung in das Innere von Frankreich freigestellt, wo Lyon die nächste Stadt, in der ihnen zu verweilen gestattet ist.
Die hiesigen Blätter theilen die der Pairs⸗Kammer vorgelegten Statuten über Wiedererrichtung des von Napoleon im Jahre 1806 in St. Denis angeordneten, aber wieder in Verfall gekommenen Dom⸗ Kapitels mit, welches nun, laut einer ebenfalls veröffentlichten Bulle des Papstes Gregor XVI. aus dem Jahre 1843, als Königliches Kapitel von St. Denis organisirt werden und große Privilegien er⸗ halten soll, indem es, obgleich im Sprengel des Erzbischofs von Paris liegend, nicht unter dessen Abhängigkeit stehen, sondern direkt mit dem Papst verkehren würde. Der katholische Univers und der Natio⸗ nal greifen diese Maßregel mit gleicher Heftigkeit an. Ersteres Blatt behauptet, die dem Hofe gefälligen Bischöfe intriguirten, letzteres sieht dagegen den Staat zu den Füßen der Kirche. Der Elberfelder Zeitung wird darüber von Paris geschrieben: „An⸗ scheinend handelt es sich dabei darum, die von Napoleon diesem Ka⸗ pitel gegebene und von der Restauration und der Juli⸗Revolution beibehaltene Organisation näher zu ordnen, aber die Sache hat im Grunde eine ganz andere Bedeutung. Der König wünschte in seiner Nähe ein bedeutendes geistliches Institut zu haben, daß von dem Erz⸗ bischof von Paris unabhängig ist und eine Pflanzschule von Bischö⸗ fen werden kann. Das Bedürfniß hat sich damals fühlbar gemacht, als der Erzbischof von Paris, Monsignore Affre, der sein unverhofftes Glück der jetzigen Regierung verdankt, sich gegen den König und seine Familie auf eine Weise feindlich äußerte, die sich mehr als einmal in
Mittel denken, das llebelwolleu der meisten Bischöfe zu paralysiren, welche, obgleich vom Könige ernannt, doch mit den Feinden der Dyna⸗ stie gemeinsame Sache machen. Deshalb will der König das Kapitel von St. Denis unabhängig machen vom Erzbischof von Paris und Bischöfe zu erziehen suchen, welche dem schlechten Geist der anderen die Wage halten. Sie begreisen, mit welchem Aerger der Erzbischof von Paris das Gelingen der Unterhandlungen in Rom gesehen hat, und es kann Sie deshalb nicht überraschen, daß sein Journal, der Uni⸗ vers, den Gesetz⸗Entwurf mit einer wahren Wuth angreift. Man ist so weit gegangen, ein in St. Germain mit 14 Bischöfen ver⸗ einbartes Manifest aufzusuchen, um es dem Papste zu überreichen, der aber, von dem französischen Botschafter darauf aufmerksam gemacht, den im Namen des widerspenstigen Klerus abgesandten Geistlichen gar nicht angehört hat. In der Pairs⸗Kammer wird der Widerstand
wahrscheinlich nicht stark sein; lebhafte Debatten aber erwartet man, ob⸗ gleich die Majorität für den Gesetz⸗Entwurf gestimmt scheint, in der
Devputirten⸗Kammer.“
Schluß, daß wohl vor zwei Monaten die Gttraidepreise nicht her⸗
Getraide sei aus der Ferne genug zu beziehen, so daß faktischer Mangel nicht vorhanden sei, theuer müsse man es aber bezahlen, da man es zu spät habe kommen lassen. Hätte man das Bedirfniß des Landes besser gekannt und vor Oktober die Bestellungen gemacht, so hätte man die Getraidezufuhr vor dem Schluß der Schiffahrt in Nord⸗ Amerika und dem Schwarzen Meere erwarten dürfen, dann hätten die Preise nimmer so hoch steigen können, als heute der Fall sei. Schließlich greift er das Ministerium an, das durch sein Rundschrei⸗ ben das Land in trügerische Sicherheit gewiegt habe, statt daß es energische Maßregeln zeitig genug hätte treffen müssen, was es un⸗ terlassen habe; dieser Mangel an Voraussicht sei auf keine Weise zu entschuldigen. b
Von Toulon wird die Dampf⸗Korvette „Titan“ als eines der der drei Dampfschiffe nach den Dardanellen abgehen, welche die Re⸗ gierung in den verschiedenen europäischen Meerengen zum Bugsiren von französischen Getraideschiffen aufstellen will.
Frau Lätitia Wyse, Wittwe des ehemaligen englischen Parlaments⸗ Mitgliedes Wyse und eine Nichte Napoleon's, hatte sich 1845 in Paris in Geldverlegenheit befunden und 11,500 Fr. auf vier Wechsel, zum Schein auf den Banquier Alexander in Rouen gezogen, welche ein alter Kaiserlicher Oberst Zenowicz aus Gefälligkeit girirte, von einem Herrn Lire erhoben. Da die Wechsel nicht bei Verfallzeit ein⸗ gelöst wurden, ward der Oberst in Anspruch genommen und unter Bedrohung persönlicher Haft zur Zahlung verurtheilt. Auf seine Be⸗ rufung dagegen hat ihn das Gericht, weil er sein Giro nur aus In⸗ teresse für die Nichte des Kaisers gegeben, von der persönlichen Haft, jedoch keinesweges von der Zahlungs⸗Verpflichtung freigesprochen.
Von der Eisenbahn zwischen Amiens und Boulogne ist so eben die Strecke von Amiens bis Abbéville eröffnet worden.
2 Paris, 15. März. In der heutigen Sitzung der Depu⸗ tirten-Kammer wurde nach Gültigerklärung der Wahl des Herrn von Morny zu Clermont⸗Ferrand und Zulassung desselben in die Kam⸗ mer ein Schreiben vom Präsidenten verlesen, worin der Kammer an⸗ gekündigt wird, daß das Begräbniß des verstorbenen Großsiegelbe⸗ waͤhrers, Martin du Nord, am Donnerstag den 18. März stattfinden werde. Es wird durchs Loos eine große Deputation bestimmt, welche die Kammer dabei vertreten soll. Die Tagesordnung führte zur Fort⸗ setzung der Verhandlung in Betreff des Gesetz⸗Entwurfs über die Errichtung einer Dampfbootlinie zwischen Havre und New⸗York. (Dieser Gesetz⸗Entwurf war in der gestrigen Sitzung noch nicht an⸗ genommen worden, sondern nur die dazu gehörige Uebereinkunft, und dann beschloß die Kammer, daß sie ohne weitere allgemeine Diskus⸗ sion sofort zur Erörterung der einzelnen F schreiten wolle, wo⸗ nach die gestrige Angabe zu berichtigen ist.)
9 e 5 ten d'Aulnay verlangte zuerst das Wort. Er spricht sich in folgender Weise aus: Die Kammer könne nicht über den Eingang zu den Gesetz⸗Paragraphen votiren. Ueber ein Wort (das Prärvikat Excel⸗ lenz, welches dem Finanz⸗Minister in der betreffenden Uebereinkunft mit der Unternehmungs⸗Gesellschaft beigelegt ist), das sich nicht einmal im Gesetz⸗ Entwurfe selbst, sondern nur in der darauf bezüglichen Uebereinkunft be⸗ finde, abstimmen zu wollen, wäre eben so ungewöhnlich als lächerlich und jedenfalls der Würde der Kammer zuwider. Wenn also der Antragsteller, welcher dies wolle, dabei beharre, so beantrage er dagegen die vorläufige Frage. Herr Lherbette: Es scheine ihm durchaus nichts Lächerliches in seinem Antrage zu liegen. Die ganze Frage könne im ersten Augenblicke als unbedeutend erscheinen; sie erhalte aber Bedeutung durch die Erklärung des Herrn Finanz⸗Ministers, welcher bei derselben beharre. Man solle nicht vergessen, daß oft unter anscheinend nichtssagenden Worten tadelhafte Ten⸗ denzen sich verbergen. Man solle sich erinnern, wie das Ministerium seiner Zeit auf das Wort „Unterthan“ bestanden habe; wie der Herr Minister des Auswärtigen darauf bestehe, daß die Botschafter und
der ungeziemendsten Form Luft machte, und zugleich mußte man auf
Worte zu bezeichnen seien: Die Herren Minister.
Gesandten im Auslande sich der Worte: mon auguste maitre bedienen. Herr Lepelletier d'Aulnay: Man entferne sich von der Frage, wie sie anfangs gestellt gewesen. Er wiederhole, die Kammer habe nicht über die Titel und Eingangsformeln zu Gesetzen abzustimmen, und wenn Herr Lherbette bei seinem Antrage beharre, so stelle er den Antrag auf die vor⸗ läufige Frage. Der Präsident: Wenn die vorläufige Frage verlangt würde, so müsse er diese zuerst zur Abstimmung bringen lassen. Herr Luneau: Eine Königliche Verordnung erkläre, daß die Minister durch die Diese seit der Juli⸗ Revolution erlassene Verordnung sei nicht zurückgenommen worden. Er begreife nicht, wie die Minister von der Vorschrift dieser Verordnung sich entfernen könnten, so lange sie die Zurückziehung derselben nicht erwirkt hätten. Herr Lherbette: Allerdings bestehe die Königlichez Verordnung und entscheide die Frage in dem von ihm angedeuteten Sinn; das sei un⸗ verkennbar. Deshalb wolle er nicht länger auf seinen Antrag bestehen. Der Präsident: Da der Antrag zurückgenommen, so habe er auch nicht darüber abstimmen zu lassen, so wenig als über die vorläufige Frage. Da die Kammer die dem Gesetz⸗Entwurfe angehängte Uebereinkunft durch Auf⸗ stehen und Sitzenbleiben votirt habe, so wolle er den Art. 1 des Gesetz⸗ Entwurfs selbst vorlesen. Dieser Artikel wird ohne Diskussion angenom⸗ men; der zweite Artikel, welcher blos den Vollzug des ersten betrifft, gleich⸗ falls. Dann wird das Skrutinium durch Theilung über den ganzen Ge⸗
In der Wuste siel Russegger auf, daß alle die Thiere 8e d vohnen, Amtllopen, Haͤhner, chlangen, Chb eene rster 6 he n deeegenge, sacg 88 wotblichgelb gefäͤrb sind, und er wirft die Frage auf 8 893, enthalt wohl Einfluß auf diese harmonische Farblosigkeit ha⸗
n Meraui am Nil fand der Reisende eine Indigo⸗ 1255t ähnlichen Etablissements des Landes, auf diechnund .8e Febrit, nir ans Sein Besuch wurde nicht erwartet; um so mehr überraschte ihn die Ord⸗ nung und Reinlichkeit der Fabrik. Das erforderliche Wasser ergießt sich in ein weites, gemauertes Bassin, welches, in⸗ und auswendig mit hodraulischem Mörtel bekleidet, glatt und glänzend ist, wie Marmor. An das Havpt⸗ Reservoir reihen sich kleinere Bassins von gleicher Construction 1 mit Anwendung von warmem Wasser die Bildung der Indigolauge ünd die Ausscheidung des Farbestoffes stattfindet. Die fertige Farbe wird in
hölzernen Kästchen gepreßt und in luftigen Kammern auf Malten getrocknet Nach den Angaben des Aufsehers verarbeitet die Fabrik seit 1829 jäͤhrlich ein Pflanzenquantum von etwa 6000 Cantar im trockenen Zustande (1 Can⸗
tar = 81,72 wiener Pfund) und h aße daraus etwa 14,000 Pfv. Farbe,
—2 das Pfund ber Fabrik 7 Piaster kostet, das sie für 35 Pjaster verkauft. 8 Bei Nekropolis besuchte Russegger einen vortrefflich erhaltenen alten Tempel, der theils aus Quadersteinen aufgssahrt. theils in den Felsen ge⸗ hauen ist, ein Prachtgebände, dessen drei Abtheilungen noch stehen, obwohl der Karpatiden⸗Portikus größtentheils eingestürzt ist. Ein Neger, der diese dem Reisenden zum erstenmale betrat, war stumm vor Stau⸗ nen: die Größe der Dimensionen, die ernste, büstere Weihe des Bauwerks berwältigte ihn, die fratzenhaften Typhonbilder schreckten ihn ein, er fing zu weinen an und wäfe um keinen Preis allein im Tempel geblieben. Von en 17 Pyramiden sind 14 wohlerhalten, die höchste ist 60 pariser Fuß hoch. Russegger bezweifelt ihr hehes Alter, da der Sandstein der pe⸗
riodisch wiederkehrenden, sehr starken Regenzeit nach seiner Ansicht nicht länger als 2000 Jahre widerstehen kann. Jede Pyramide hat auf ihrem Feae eine kleine Plattform, auf der ohne Zweifel einst Statuen standen; thümlich en haben, wie alle äthiopischen Pyramiden, einen kleinen eigen⸗ veren 5 Portikus am Eingange, dessen Wände mit Skulpturen, Opfer — d „verziert sind, und der allemal gegen den Berg oder Fluß ge⸗ ee⸗ Senn aum ihn vor dem Eindringen des Wüstensandes zu sein⸗ 8 Eb- e Pyramide scheint übrigens bereits geöffnet und beraubt zu hansen an in ihr Inneres blicken kann, sieht man Schutt und Stein⸗
Neu⸗Dongola zeigt durch sein Aeußeres und seine Ausdehnun ß
4 8 g, daß ö4⸗ 191 von Nubien ist, mit 6000 Einwohnern, einer Festung, sind 9137 ehm gebauten Palast des Gouverneurs enthält. Die Gassen Wei „von oben mit Matien bedeckt, von Gärten unterbrochen, in denen
zein, Orangen und Citronen nicht gedeihen wollen; die Buden und Waarenlager sind ordentlich gehalten und reich an europäischen Artikeln. Die Pferde sind ein Zweig der arabischen Race, feurig und graziös, fromm und gehorsam, aber nicht zu Strapazen geeignet, rechte Paradepferde. Un⸗ ter den Frauen sieht man Wunder von Schönheit, mit einem Teint, kaum dunkler, als der sicilianische, mit brennenden Augen, in antiken Trachten, das Gesicht mit Butter eingeschmiert.
Während Mehmed Ali seinen Beamten und Offizieren auch zur Zeit der Theurung Lebensmittel billig verkauft, läßt er den gemeinen Mann buchstäblich auf den Straßen verhungern. Russegger hat diesen Tod vor Hunger in Dongola mit eigenen Augen gesehen. In dem reichen Lande fristen Viele ihr Leben mit Gras und unreifen Datteln. Das sengende Klima erfordert eine starte Bewässerung des Bodens, aber Niemand fällt es ein, das Wasser des Riesenstromes, der vor den Thüren fließt, durch Kanäle auf die Aecker zu leiten. Stati mehr Arbeitskräfte zu versammeln, zwingt die Verwaltung durch Prügel und Elend zur Auswanderung; ganze
Dörfer stehen leer, und die Wüste dringt unaufhaltsam in dem kultivirba ren Boden weiter vor. Viehseuchen rauben den letzten natürlichen Woh stand, bis ein europäischer Vieharzt nach Dongola kommt, ein halb Dutzen Ochsen systematisch umbringt und nach Kahira zurückeilt, um das Uebe dem Divan wissenschaftlich zu beleuchten.
Am linken Nilufer liegen die Heilquellen von Hammam, deren Temperatur Russegger bei einer Luftwärme von 270° R. zwei Fuß Fün 19 rem Auefluß ins Freie 40,50 R. fand. Sie enthalten Eafren, a erde, Chlor und Schwefelsäure, und, wenn auch seit undenklichen Zeiten gegen
Syphilis, Krätze, Rheuma benutzt, ist doch ihr Gebrauch völlig ungeregelt.
8 erschwemmung wird ein Loch nahe an den Thermen gegraben, FeAecn. 2 düahg Dämpfen erfüllt wird. In dieses Dampfbad kriechen die Kranken hinein. ¹
In Alexandrien angelangt, machte Russegger Mehmed Ali Vorschläge zu einer Expedition nach Fassokl, um eine neue vortheichafte Goldwäsche zu etabliren, wo ein Mann des Tages für einen Thaler Gold darstellen könnte. Mehmed Ali, in der Meinung, daß 10,000 Mann dann täglich
für 10,000 Thaler erzeugen müßten, beschloß, 10,000 Mann abzuschicken
und ihre Werkzeuge in 20 Tagen in seinem Arsenal anfertigen zu lassen;
das Unternehmen übertrug er einem Franzosen, der von der Sache nichts
verstand, ohne Sege. annehmen zu wollen.
Diese kurzen Mittheilungen mögen zeigen, wie interessant das Werk ist, derwissenschaftlichen Ausbeute gar nicht zu gedenken, die es dem Natur⸗ forscher von Fach gewährt. Möchte die von dem Verfasser angeregte Hoff⸗ Fan⸗ sein Werk noch in diesem Jahr beendet zu sehen, sich bald er⸗ Ses ege S8.-Lr. tiss “ sr98 “ * 2 08⁷) dau— g9. 8 8* e nist nshsrd nenn, Iur IU hnp dg h. 2 f 1 vrAu nh⸗ 4215 , 8 b 1 8 6 3eger5 8 .
1“ Der National zieht aus der jetzigen Lage der Dinge den untergehen könnten; nur zu Marseille seien die reise etwas gewichen, was aber schwerlich anhalten werde. Die inneren Vorräthe seien gering, und selbst wenn die Zufuhren, die nächstens erwartet würden, be⸗ trächtlich sein sollten, so wäre die Konkurrenz so stark, daß man vor Juni nicht mit Sicherheit auf ein Sinken der Pieise rechnen koͤnnte.
Armengesetzes,
ser hat.
tragswerthe besteuert sind.
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setz⸗Entwurf eröffnet, der mit 239 gegen 4 Stimmen angenommen wurde.
Herr Hortensius de St. Albin entwickelt nun seinen Antrag in Betreff der an die Minister verwiesenen Petitionen. Die Minister sollen gehalten sein, am Anfang jeder Session den beiden Kammern eine Ueber⸗ sicht dieser Peritionen mit Angabe des Inhalts und Zweckes und der dar⸗ über gefaßten Entscheidung vorzulegen. Der Antragsteller entwickelt seinen Antrag sehr ausgedehnt und hebt besonders die Erfolglosigkeit der meisten bisher an die Minister verwiesenen Petitionen hervor. Herr von Fallour unterstützt den Antrag und bittet die Kammer, denselben in Betracht zu ziehen. Herr Larabut spricht im gleichen Sinne. Er behauptet, es seien Petitionen an die Kammer gekommen, über welche nicht einmal Bericht er⸗ stattet worden. Der Minister des Innern: Er sei ein Freund des Petitionsrechtes so sehr als irgend wer, halte aber den Antrag für unaus⸗ führbar, wenigstens in seiner jetzigen Fassung. Der Minister sprach noch, als dieser Bericht, des Postschlusses halber, abgebrochen werden mußte.
Das Steigen der Getraidepreise dauert, wie in England, so auch auf den meisten Märkten von Frankreich fort; nur aus einem Theile der Bretagne vernehmen wir etwas günstigere Nachrichten; zu Rennes und in der Gegend ist wieder einiges Sinken derselben em⸗ getreten. Die Munizipalitäten machen überall außerordentliche An⸗ strengungen, die Lage der Nothleidenden zu lindern, und die Privat⸗ Wohlthätigkeit kömmt dabei den wohlthätigen Absichten der Behörden mit dem lobenswerthesten Eifer zu Hülfe, indem sie sich durch frei⸗ willige Unterzeichnung beträchtlicher Summen, welche zum Ankause von Getraide im Auslande bestimmt sind, um dadurch dem Steigen der Preise im Inlande vorzubeugen, an deren Bestrebungen betheiligt. So sind z. B. in der Stadt Rennes (dem Hauptort des Departe⸗ ments Ille und Vilaine), welche kaum 37,000 Einwohner zählt, in kaum drei oder vier Tagen schon über 330,000 Fr. zu diesem wohl⸗ thätigen Zwecke zusammengekommen, dessen Erreichung auf solche Weise sichergestellt ist. Daß zu Cherbourg und Avranches die Getraide⸗ preise ein so enormes Steigen erfuhren, mißt man dort allgemein nur künstlichen Mitteln bei, welche von den Spekulanten ins Werk gesetzt worden seien. Auch hier dauert das Steigen noch immer fort, und unter solchen Umständen ist es sogar noch zweifelhaft, ob die erwähn⸗ ten 3 Millionen, welche als Ausgabe der Stadt für die den Armen
verabreichten Brodbons in Anschlag gebracht sind, nur ausreichen
werden.
Großbritanien und Irland. 8
“ London, 13. März. Aus einer auf Befehl des Parlaments entworfenen Uebersicht geht hervor, daß die Ausführung der sämmt⸗ lichen Eisenbahnpläne, über welche das Parlament in jetziger Session zu entscheiden haben wird, im Ganzen die ungeheure Summe von 123,867,409 Pfd. St. kosten würde. Man erwartet, daß das Parlament einer großen Anzahl dieser Bahnpläne seine Genehmigung versagen
werde.
Der New⸗York⸗Herald läßt sich aus London schreiben, daß
am 9. Januar d. J. aus dem londoner Hafen drei Kaͤper ausgelau⸗ fen seien, und macht diese Schiffe namhaft. Sie heißen: „Reina de Castilla“, Capitain Moody, von 214 Tons und 30 Mann Besatzung, „Sebastian del Cano“, Smith, 153 Tons und 30 Mann und „Ma⸗
galhaes“, Lash, 153 Tons und 20 Mann. Die Schiffe sollen unter panischer Flagge nach Manila ausklarirt worden sein, aber im At⸗ antischen Meere kreuzen. Im Parlamente sind bekanntlich seiner Zeit von Seiten Lord Palmerston's Erklärungen abgegeben worden, welche alle Besorgniß vor mexikanischen Kapern beseitigen.
X London, 13. März. Lord John Russell's Rede über den ustand Irlands hat viel von dem Dunkel zerstreut, welches bisher selbst für sehr nahe mit der Regierung verbundene Personen über
den Umfang des ministeriellen Planes zur Herstellung eines Armen⸗
esetzes in Irland schwebte. Man kennt das Prinzip des englischen nach welchem jede Person in England einen legalen Rechtsanspruch auf ein gewisses Maß mildthätiger Unterstützung und uf eine Subsistenz in den Armenhäusern, oder wenn diese angefüllt ind oder auch in einigen Ausnahmefällen, außerhalb der Armenhäu⸗ Die zu diesem Zweck erhobenen Lokalsteuern werden von en Häusern und Ländereien getragen, die nach ihrem jährlichen Er⸗ In Irland besteht seit einigen Jahren in partielles Armengesetz, d. h. eine gesetzliche Bestimmung zu Hunsten der alten, kranken und schwachen, mit Ausschluß gesunden und kräftigen Armen. Es wird jetzt vorge⸗ chlagen, das Prinzip des englischen Armengesetzes auf Ir⸗ and auszudehnen und die zur Unterstützung hülfloser Armen othwendigen Steuern von den Ländereien des Landes zu erheben. Hewiß ist in Betracht der Ausdehnung der Bevölkerung und des lends derselben eine Steuer dieser Art ein höchst ernstlicher Zuwachs u den Lasten, welche Unvorsicht und eine schlechte soziale Lage auf en Landbesitz Irlands gehäuft haben; gewiß wird in vielen Theilen es Landes der Druck der Armuth so groß sein, daß der Besitz von ändereien den bisherigen Eigenthümern unmöglich sein und eine Art von Revolution dadurch vorbereitet werden dürfte; gewiß endlich ist in solches Gesetz in Irland vorzugsweise dem Mißbrauch offen. dennoch aber müssen die oberen Klassen das Schicksal der niederen theilen. England, welches jetzt eine Million Pfund Sterling monat⸗ ch ausgiebt und 700,000 erwachsene Arbeiter an den öffentlichen rbeiten in Irland unterhält, kann diese ungeheure Last nicht allein tragen. Die Grundbesitzer Irlands sind vor Allen dazu be⸗ rufen, wie große Opfer auch dazu erfordert werden, und obschon ihre individuelle Beraubung unser Mitleid erregen mag, so ist es doch unmöglich, zu vergessen, daß die Uebel, welche sie jetzt zu vernichten drohen, ihren Ursprung in dem System des Hasses ha⸗ ben, das die Herrschaft englischer Familien vor Jahrhunderten in Ir⸗ land durch Eroberung, Unterdrückung und Unrecht gründete.
Hoffen wir indeß, daß die Gefahr dieser Veränderungen über⸗ trieben sein mag, obschon solche Besorgnisse selbst von denjenigen gro⸗ ßen irländischen Grundbesitzern gehegt werden, welche, wie Lord Lansdowne, Lord Palmerston, Lord Besborough und Lord Clanricarde, im jetzigen Kabinet sitzen. Weit mehr als jede andere Maßregel aber ist dieser Druck eines Armengesetzes der größte Stachel zur Verbesse⸗ rung des Landes und der Lage des Volkes. Ein schmutziges, nach⸗ lässiges Kirchspiel, mit Armen bevölkert, mit Unkraut überwuchert, mit Renten, die einem abwesenden Grundherrn zufließen, mag dahinsinken unter der übermäßigen Anhäufung von Elend; aber wo der Fleiß des Volkes energisch auf die Verbesserung und die Kultur des Bodens gerichtet wird, da wird auch die Armensteuer mäßig und die Fähig⸗ keit des Landes, solche Steuern aufzubringen, bedeutend vermehrt werden. England bezahlt ohne Schwierigkeit eine Steuer, um eine Million hülfloser und schwacher Personen zu erhalten, Irland würde eine gleiche Summe mit eben solcher Leichtigkeit zahlen, wenn seine natürlichen Hülfsquellen kräftig entwickelt wären. Der Kampf ist jett buchstäblich ein Kampf um Leben und Tod geworden, um Existenz oder Untergang. Die gegenwärtige furchtbare Hungersnoth wird ge das Volk von Irland, unterstützt von der Legislatur und em Kapital Großbritaniens, anregen, eine erfolgreiche Anstrengung zur Rettung des Landes zu machen, oder periodische Hungersnoth und fortwährende Pestilenz werden das Land verwüsten, die Hülfs⸗ quellen der britischen Regierung austrocknen und das Leben des ir⸗ ländischen Volkes dahinraffen, bis beide Inseln dieses vereinigten Kö⸗
355 nigreichs ihre unselige Verbindung verwünschen und der Reichthum und die Macht des einen dem Elende des anderen unterliegen
2. Ssatauch ar he hk en.
Brüssel, 16. März. Der König und die Königin haben vor⸗ gestern die Blumen⸗Ausstellung der Königlichen Flora⸗Gesellschaft im hiesigen Museum besucht; die Ausstellungs⸗Kommission überreichte der Königin ein Bouquet von seltenen Blumen, die in den Treib⸗ häusern der Wittwe Gillo gezogen waren.
Ein dem Journal de Bruxelles aus Neapel zugehendes Schreiben meldet, daß der Fürst von Chimay sich in den letzten Ta⸗ gen des Februar noch dort befand und die kommerziellen Unterhand⸗ lungen, mit denen er von der belgischen Regierung beauftragt ist, auf's lebhafteste betrieb.
Der Moniteur theilt in seinem heutigen Blatt einen ihm vom Professor Maertens in Löwen zugesandten Artikel über das Verhält⸗ niß zwischen den Nahrungsstoffen in Fleisch und Brod mit, der unter den gegenwärtigen Umständen von besonderem Interesse ist. Man hatte nämlich, wie schon erwähnt, die Ansicht aufgestellt, daß das Brod bei der jetzigen Theurung sich theilweise mit Vortheil durch Fleisch möchte ersetzen lassen, indem man behauptete, daß ein Pfund Fleisch dem Menschen mehr Nahrung gebe, als zwei Psund Brod, die in diesem Augenblick in Belgien mehr kosten, als ein Pfund Fleisch. Hierauf entgegnet Professor Maertens: „Ein Kilogramm (2 Pfund) Fleisch, wenn man die darin enthaltenen Wassertheile ab⸗ zieht, enthält nur 250 Gramm trockenen Nahrungsstoff; und wenn man bedenkt, daß an einem Kilogramm Fleisch gewöhnlich ein Fünftel Ab⸗ gang ist, wegen der mitgewogenen Knochen, Häute und dergleichen, so er⸗ giebt sich, daß ein Kilogramm Fleisch nur 200 Gramm eigentlichen Nahrungsstoff enthalte. Nun enthält ein Kilogramm Brod von gesiebtem Weizen im Durchschnitt 550 Gramm trockenen Nahrungs⸗ stoff, wovon fast ein Fünftel (90 Gramm) stickstoffhaltige Bestand⸗ theile sind, die an Nahrungsstoff 90 Grammen trockenen Fleisches gleichkommen. Wenn also ein halbes Kilogramm Fleisch und ein gan⸗ zes Kilogramm gutes Weizenbrod von gleich nährender Kraft sein sollten, müßte man annehmen, daß 400 Gramm trockene Mehlbe standtheile, die in einem Kilogramm Brod enthalten sind, nicht mehr nährende Kraft hätten als 10 Gramm Fleisch, was, wie man sogleich begreifen muß, eine abgeschmackte Annahme wäre; denn obgleich es richtig ist, daß eine stickstoffhaltige Substanz insgemein mehr näh⸗ rende Kraft hat als eine nicht stickstoffhaltige, wie Mehl, so würde es doch ein arger Irrthum sein, dieser gar keine solche Kraft zuzuschreiben; als Beweis dienen die erwiesenen Nah⸗ rungskräfte des Kartoffelmehls, des Reißes und dergleichen. Und wenn auch diese Substanzen in der animalischen Oekonomie nur zur Fettbildung dienten, wie mehrere Gelehrte erklären, so würden sie auch dann noch sehr nahrhaft sein, weil das Fett nicht nur in der Constitution des Nervensystems und der parenchymatischen Organe einen bedeutenden Bestandtheil bildet, sondern auch in der des Mus⸗ kelsystems. Das Fett dient überdies in der animalischen Oekonomie zur Bildung von Reserve⸗Nahrungsbehältern, die zur Unterstützung des Athmungs⸗ und Ernährungs⸗Prozesses bestimmt sind, wenn die Nahrung unzulänglich wird. Hierzu kömmt noch, daß die, welche die nicht stickstoffhaltigen Nahrungsmittel als besonders für den Ath⸗ mungsprozeß des Menschen dienend betrachten, ihnen nichtsdesto⸗ weniger einen großen Nutzen als Nahrungsstoffen beilegen müssen, weil, in deren Ermangelung, die beim Athmen vorgehende Verbren⸗ nung auf Kosten der eigenen Substanz unseres Körpers geschehen würde. Die einzigen Nahrungsmittel, welche unter den gegenwärti⸗ gen Umständen das Brod ersetzen könnten, sind Präparate aus Gerste, Erbsen, weißen Bohnen, türkischen Weizen und selbst Kartoffeln, wenn man davon das Dreifache der Brod⸗Quantität nimmt. Auch könnte man unter das für die ärmeren Klassen bestimmte Brod aus nicht gesiebtem Weizen vielleicht Kartoffeln mischen; es wäre hierzu weiter nichts nöthig, als die Kartoffeln in Dampf etwas zu kochen, sie dann, wäh⸗ rend sie noch warm sind, zu feinem Mark zu stampfen oder zu zer quetschen, dieses Mark mit dem doppelten Gewicht von Weizenmehl zu durchkneten und aus diesem Teig das Brod zu backen.“
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Kopenhagen, 13. März. Im Sunde ist das Treibeis fort⸗ während der Schifffahrt hinderlich, ja nach einem Schreiben aus Hel⸗ singör von vorgestern befürchtete man selbst dort, daß der Sund wie⸗ der mit Eis belegt werden würde, weshalb mehrere Schiffe den Ha⸗ fen gesucht hatten.
Nachrichten von den Färöern bestätigen es, daß dort an mehre⸗ ren Stellen Asche niedergefallen ist. Am 14. und 15. Januar nahm man wahr, daß die weißen Schafe dunkelgrau auf dem Kopfe und am Halse geworden waren, und man fand, daß dies von einem schwärzlichen Staube herrühre, der einen brandigen Geruch hatte. Daß der Aschenfall, der übrigens nicht so stark zu sein scheint, als der im Jahre 1845 stattgefundene, von einem abermaligen Ausbruche des Hekla herrührt, scheint, nach der Meinung des Amtmanns, kei nem Zweifel zu unterliegen, und daß die Wirkung desselben sich hat auf den Färöern zeigen können, obwohl der Wind im Januar südlich und südöstlich war, macht es nicht unwahrscheinlich, daß der Ausbruch heftig war. Der Gesundheitszustand auf den Inseln war, im Gan⸗ zen genommen, gut.
taltirn.
Mom, 1. März. (A. Z.) Das Propinienwesen, durch wel⸗ ches in Rom der Herr oft seinem Diener, der Büreau⸗Chef dem letz⸗ ten Subalternen, wenn nicht gerade zinspflichtig gemacht, jedenfalls doch in ein unangenehmes Abhängigkeits⸗Verhältniß gebracht wird, ist in seiner hiesigen systematischen Ausbildung dem Norden unbekannt geblieben. Denn auch die Donativen im antiken Wortsinne blieben es, und die Propinien sind davon nur die modernste Version. Da⸗ gegen figuriren sie in der Besoldungsliste der hiesigen Beamten als Posten, auf die man gar oft mehr zählt als auf den fixen Gehalt. Es wäre endlos alle die Fälle herzuzählen, bei denen in Dikasterien und im Privatleben jene Erkenntlichkeiten in klingender Münze einge⸗ fordert werden, da der Veranlassungen dazu jeden Tag viele kommen. Eine päpstliche Verordnung hat so eben diesem Unwesen einen Stoß versetzt. Sie fängt zunächst damit an, die neuernannten Bischöfe ge⸗ gen den Petulantenschwarm der Kurie zu vertheidigen, und es ist künftig der, gleichviel woher gebürtige, in der römischen Kurie zum Bischof promovirte Prälat nur noch gehalten, 47, statt der früher über 100 sich belaufenden, Propinien (bis auf den Trommelschläger der päpstlichen Schweizer⸗Garde herab) zu verabreichen. Die höchste davon erhält der päpstliche Ceremonienmeister mit 55 Gulden; auch die Dienerschaft des etwa vorhandenen Kardinal⸗Nepoten ist durch diese neueste Verordnung noch reichlich bedacht worden.
Die Beleuchtung der Haupt⸗Stadttheile Roms durch Gas wird nun in kurzem zur Ausführung kommen. Die Sache liegt in diesem Augenblick dem Papste zur Entscheidung vor. Se. Heiligkeit hat mehrfach geäußert, er würde es gern sehen, wenn wenigstens die Via del Babuino, der Corso, die Ripetta und der Weg vom Quirinal nach dem Vatikan durch Gasflammen erhellt würden. Und ein Wunsch Pius' IX., ist den Römern heute noch wie ein Geseß.
Seit drei Tagen waren die Wagen der aus dem Norden hie⸗ eintreffenden Brief⸗Couriere mit Eis und Schnee bedeckt, e erlebten wir in unserer Stadt und Umgegend während dieses Win⸗ ters einen zweiten hohen Schneefall.
Die alljährlich zu Anfang der Fastenzeit in der Basilika des Laterans verordnete große Priesterweihe ward vorgestern durch den Patriarchen von Konstantinopel, Monsignore Canali, auch diesmal, wiewohl an einer anffallend geringen Zahl von Ordinanden, voll⸗ zogen. Nur 3 empfingen die Tonsur, 22 die niederen Weihen, 7 wurden zu Subdiakonen, 7 zu Diakonen und 11 zu Presbytern promovirt. ssbrer Süa. was. wer Fees Sra
111“] Madrid, 8. März. Das von dem Infanten Don Enrique an die Cortes gerichtete Schreiben (s. das gestrige Blatt der Allg. Preuß. Ztg.) lautet folgendermaßen:
„Don Enrique Maria von Bourbon erklärt mit der hohen Ehrerbie⸗ tung, welche ihm die Cortes durch ihre so erhabene und so edle nationale Mission und durch ihren Charakter einflößen, daß er, seit der Vermählung Ihrer Majestät und Ihrer erlauchten Schwester mit zwei erlauchten Prin⸗ zen sich als isolirt und anderweitigen Interessen entrückt erachtend, in die⸗ sem Falle und in Anwendung seines freien Rechtes sich dazu entschloß, in Allem den Eingebungen seines Herzen zu folgen und sich auch die Ver⸗ pflichtung auferlegte, seine Zuneigung nur einer spanischen Dame zuzuwen⸗ den. Nachdem die Gesuche, welche er an Ihre Majestät die Königin rich⸗ tete, das Ergebniß hatten, daß er die mündliche Erlaubniß und alle die Zusagen, welche er nur wünschen konnte, erhalten hatte, um ein Ehebundniß einzugehen, mit Fräulein Elena del Castella ⸗Ghelly Fernandez von Cordoba, Tochter Ihrer Excellenzen des Grafen und der Gräfin del Castella de la Villa⸗Nueva y Gardez, unter der alleinigen Be⸗ dingung, einige Zeit von der Hauptstadt entfernt zu bleiben, so faßte er den Entschluß, den diesfälligen öffentlichen und feierlichen Ehe⸗Kontrakt aus⸗ fertigen zu lassen, da er Willens war, sich allen Folgen dieser besonderen Ehe zu unterziehen. Nun aber wurde er am Morgen des 7. Februar, ob⸗ wohl sein Gesundheitszustand seit Ende vorigen Herbstes angegriffen und er am Abend des 6. Februar erkrankt war und noch zu Bett lag, plötzlich mit Aufbietung förmlicher Zwangsmittel und inmitten von Bajonetten ver⸗ haftet; und ohne daß er die Erlaubniß erhalten konnte, von ihren Ma⸗ jestäten Abschied zu nehmen und Ihnen seine Huldigungen darzu⸗ bringen, begab er sich unter Eskorte nach Barcelona, wo bereits der Befehl angelangt war, ihm nur die zur Erholung nöthige Frist zu gestatten. Dort wurde ihm im Auftrage des Marine⸗Ministeriums die Uebertragung einer Mission eröffnet, welche ihn nach Neapel verwies, einer Mission, welche ehrenvoll gewesen wäre, wenn er Gelegenheit gehabt hätte, sich für dieselbe vorzubereiten, und wenn die Mittel, um ihn zu ver⸗ anlassen, sich aus der Hauptstadt, von seiner Familie und aus dem Heimat⸗ lande zu entfernen, weniger öffentlich und milder gewesen wären; einer Mission, die ehrenvoll gewesen wäre, wenn man ihm die Beamten beige⸗ geben hätte, die das Gefolge eines Flottenchefs und noch mehr das Ge⸗ folge eines Infanten von Spanien bilden müssen, und wenn man ihm die zur Erfüllung derartiger Missionen und. Arbeiten unerläßlichen Materialien, Voruntersuchungen, Memoiren, Pläne, Modelle u. s. w. zur Verfügung gestellt hätte; einer Mission, die ehrenvoll gewesen wäre, wenn man ihm einige Tage zu freier Benutzung überlassen hätte, um von den neueren Verbesserungen eines so großen Arsenals, wie das von Toulon ist, in allen Theilen desselben und von dem gegenwärtigen Organisations⸗ Systeme der französischen Kriegs⸗Marine Kenntniß zu nehmen, was Alles er sorglichst hätte studiren müssen, um das Memoire, dessen Ausarbeitung ihm übertragen worden war, in zweckdienlicher, erschöpfender Weise zu ent⸗ werfen; wenn man ihm nicht auf eine unbestimmte Zeit einen Aufenthalt in Neapel angewiesen hätte, woher man die wichtigen Unterweisungen und Benachrichtigungen erwartet, die unsere Marine dem gesunkenen Stande, in dem sie sich befindet, und unsere Arsenale ihrem Ruine und der Ver⸗ nachlässigung, in der man sie gelassen, entziehen sollen; einer Mission, die ehrenvoll gewesen wäre, wenn man nicht die Lehren hätte verabsäumen wol⸗ len, welche man aus dem Studium der berühmten Arsenale der britischen Nation, dieses großen Seestaates, dessen bei der Uebertragung der Mission nicht gedacht wurde, schöpfen könnte; einer Mission endlich, die ehrenvoll ge⸗ wesen wäre, wenn man sie besser hätte verdecken können, und wenn man den Blicken der Nation den Grund einer übrigens schon seit langer Zeit vor⸗ bereiteten Verbannung mehr entzogen hätte; und wenn man, auf eine solche Weise den Don Enrique Maria von Bourbon aus seinem Heimatlande, von seiner Familie und dem Gegenstande seiner Zuncigung entfernend, einen Infanten von Castilien, einen so nahen Anverwandten der Könige, nicht genöthigt hätte, in fremdem Lande ohne alles Gefolge und ohne wei⸗ tere Mittel zu erscheinen, als die, welche ihm, in einem Augenblicke der Verwirrung, der Ueberraschung und eines so natürlichen Schmerzes für seine Familie, sein erlauchter Vater gewähren konnte, um in Barcelona seine dringendsten Bedürfnisse zu bestreiten. So war Don Enrique Maria von Bourbon als Infant von Spanien und als Flottenchef auf seine Person allein beschränkt, und jener Auftrag, unter solchen Umständen er⸗ theilt, konnte von ihm nicht mit einer Aussicht auf guten Erfolg vollzogen werden, den man doch erwartete, da in dem diesfälligen Befehle bemerkt wurde, daß Ihre Majestät das Vertrauen hege, daß er seine Mis⸗ sion erfüllen werde, wie es erforderlich sei. Es ist demnach diese Mission weit davon entfernt, ehrenvoll für ihn zu sein. In solcher Weise wurde
er aus seinem Heimatlande, von seiner Familie und von der Dame ent⸗ fernt, die er erwählte, um durch sie sein häusliches Glück zu begründen, und er war keines Fehlers schuldig, der seine Ehre befleckt und die Anwen⸗ dung so wenig ehrenvoller, so harter und so wenig versöhnlicher Mittel gerechtfertigt hätte. Innig davon überzeugt, daß allein seine Feinde einen Widerruf seiner öffentlichen und heiligen Schwüre wünschen können, auf daß er aller Achtung in den Augen der Welt verlustig gehe und für einen schlechten Edelmann gehalten werde, der durch seine Schwäche jeder wenig edelmüthigen und wenig würdigen Handlung fähig sei; standhaft in seinem edlen Entschlusse, treu seinem Worte, entschlossen, in dem häuslichen Leben die Ruhe zu suchen, deren er so sehr bedarf, und deren er seit so langer Zeit beraubt ist; frei von dem Wahne früherer Zeiten, der mit dem constitutionellen Systeme im Widerspruche steht, hat er die Ehre, zur Kenntniß der Cortes und der Nation zu brin⸗ gen, daß er, das befolgend, was in solchem Falle die Gesetze und die Kö⸗ niglichen pragmatischen Bestimmungen erheischen, den festen Willen hat, als Mann von Ehre seine Vermählung mit dem obengenannten Fräulein, Donia Elena del Castella- Ghellp⸗Fernandez von Cordoba, zu vollziehen. En⸗ rique Maria von Bourbon. Toulon, 24. Februar 1847.“ 1 F n 1 58 8 1 “ Madrid, 9. März. Die Minister sind für jetzt stegreich aus der Krisis hervorgegangen. Alle Anstrengungen des Herrn Mon und seiner Verbündeten scheiterten an der Abneigung, mit welcher die junge Königin die Anstifter ihrer Vermählung betrachtet. Sie hat die Abberufung des General⸗Capitains von Catalonien, Breton, der zum Marquis von Magal erhoben wurde, und seine Ersetzung durch den General Pavia unterzeichnet. An des Letzteren Stelle ist der ältere General Concha (Don Manuel) zum Seeee, ebens von Alt⸗Castilien (Valladolid) ernannt und ihm zugleich dn He er. Besehl über das an der portugiesischen Gränze aufzust⸗ en 1 85 9e vations⸗Corps übertragen worden. S Meas Soc
don José) geht als General⸗Capitain na neia. 88 82, 8,2 Breton erließ 19 am 4ten in Barcelona eine werden, welche in eine ves. gen en⸗ welche die karlistischen Corpe fallen, darunter auch alle diejenigen, Landes eine Zusluchtsstätr
lassen, um in den Ortschaften des Landes eine Zuflu ätte z9 ver . ie alle Personen, welche verwundete Karlisten bei sich vaßen. . 8* Aeltern und Verwandten der sich den Karlisten an⸗ fae⸗ 8. Personenen sollen vor das Kriegsgericht gestellt und nach c sähene⸗ mit der Todesstrafe belegt werden, die Gemeinde⸗Räthe dgelaa. Ortschaften, in welche Karlisten eindringen, gleicher 12 unterliegen u. s. w. Ein hiesiges Blatt sagt in Bezug auf diese