1847 / 120 p. 5 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

SSSeee]

1 2

ern, genöthigt, mit der mir eigenthümlichen Freimüthigkeit den ausschlie⸗ religiösen Gegenstand meiner Reise auzugeben. Vorausgesetzt die aus⸗ drückliche und förmliche Erlaubniß meiner erhabenen Gebieterin und sine, so wie des Aönigs. meines Bruders, und die Ermächtigung 2 verehrten Vaters und Herrn, habe ich mit der Dosja Elena de 83 Shely Fernandes von Cordova, Tochter Ihrer Excellenzen 8 gaa⸗ und der Gräfin Castellar de Villanuneva v de Carlet, Ehe geschlossen, wie dies aus meinem Versöbniß -Kontragr, geht, dessen Inhalt von den öffentlichen Blättern bereits 1n9 ejon der ist. Zu meiner vollständigen Vermählung fehlt nur ., ch 273% Spa⸗ heiligen katholischen apostolischen römischen Kirche, zu welch en meiner even⸗ nier gehöre, und die ich bisher aus politischen Eminden. afhen onnte. Der tüellen Ansprüche auf die spanische Erbfolge, nicht erwirten lt ist demnach Zweck meiner Ankunft in der Hauptstadt der katholischen va 8- iligen Pe⸗ Ten kein anderer, als demüthig vom würdigen Nachfolger eunliche 888 inde trus den heiligen Segen zu erflehen, welcher meinem unzertrennli .— abgeht, und den nur Se. Heiligkeit ertheilen kann, wenn man in. ristli e Demuth zu seinen Füßen ihn erbittet. Mein Herz sich 8* der Hoffnung, dem obersten Hirten und gemeinsamen Vater aller Katho

8 8, die beneidenswerthesten Akte sei⸗

1 8 1 n mir en Gelegenheit zu geben, an 1 Ato 2 Prbragazge auszuüben, dadurch, daß er mir und meiner Braut

istli Pöstungen dieses Lebens wird gewähren und die verlorene de rilhreg aten wollen, und so in unserer Seele rein und ungetrübt den Glauben jener katholischen Moralität bewahren, die wir von Ingend auf eingesogen haben. Wenn nun das Resultat des Zweckes Her⸗ reise allgemein bekannt sein wird, so mögen sich alle jene enttäuscht fin⸗ den, die mir ungeachtet meiner Aufrichtigkeit andere Absichten unterlegen sollten. Indem i Sie ersuche, den Inhalt dieses meines Schreibens in die nächste Nummer des Diario di Roma einzurücken, ermangle ich nicht, mit besonderer Achtung mich zu unterzeichnen. 8 Rom, den 12. April 1847. Enrique Maria de Borbon.

Spanien.

3 Madrid, 20. April. Gestern konnte ich Ihnen nur die⸗ jenigen Angaben mittheilen, welche Privatbriefe aus Lissabon vom 17ten hierher berichteten. Die Regierung erhielt jedoch, wie man vernimmt, durch den letzten der eingetroffenen Couriere die Nachricht, daß die Königin von Portugal in ihrer Hauptstadt bedroht, die Hülfe der Vertreter der ihr verbündeten Mächte in Anspruch nahm und dadurch die Ausschiffung eines Theiles der Truppen veranlaßte, die sich am Bord der im Tajo vor Anker liegenden englischen, spanischen und französischen Kriegsschiffe befanden. Nachdem auf diese Weise für die persönliche Sicherheit der Königin gesorgt worden ist, hält die diesseitige Regierung für angemessen, sich mit der englischen über die Art und Weise, auf welche beide Mächte zum Behufe der Her⸗ stellung des inneren Friedens Portugals vorzuschreiten hätten, zu ver⸗ ständigen. Der englische Gesandte hatte gestern zwei lange Konfe renzen mit dem Minister⸗Präsidenten und fertigte in der Nacht einen Courier nach London ab und wird diesen Abend einen zweiten dort⸗ hin abfertigen. 1

Falls, wie man erwartet, die lissaboner Regierung die von ihren Verbündeten ihr vorzulegenden Bedingungen einer Uebereinkunft ge⸗

nehmigt, so werden diese es auf sich nehmen, die Junta von Porto eichfalls zur Annahme derselben zu nöthigen. Sollte jedoch letztere den Kampf gegen die Königin forrsetzen wollen, so werden die gegen⸗ wärtig auf die vortugiesische Gränze marschirenden spanischen Trup⸗ pen in Portugal selbst einrücken, sobald die Vertreter der mit der dortigen Regierung verbündeten Mächte, welche mit der Ausgleichung der spreitenden Theile beauftragt sind, es für nothwendig erachten. Der Versuch der Vermittelung wird also der Intervention vor⸗ aufgehen. S— fs Gestern sind von hier ein Infanterie⸗ und ein Kavallerie⸗Regi⸗ ment, 3 Compagnieen Sappeurs und 2 Batterieen reitender Artille rie nach Talavera de la Reina abgegangen, wo noch einige andere Truppen zu diesem Corps stoßen sollen. Auf keinen Fall können diese Truppen vor acht Tagen an der portugiesischen Gränze eintreffen. Der Regen strömt ununterbrochen vom Himmel, und die Wege sind bodenlos.

Seit einiger Zeit bemühen die Minister sich, den König, der be⸗ kanntlich in völliger Zurückgezogenheit und getrennt von seiner Ge⸗ mahlin lebt, zu bewegen, ihr seine Hand zur Versöhnung zu reichen oder ihn doch wenigstens zu veranlassen, öffentlich mit der Königin zu erscheinen. Am vorigen Sonnabend hatte endlich der König ein⸗ gewilligt, gemeinschaftlich mit ihr nach der Kirche von Atocha zu fah⸗ ren. Veras war das hohe Paar aus den inneren Gemächern des Palastes hervorgetreten, als, zum Erstaunen des versammelten Hof⸗ staates, der König sich plötzlich umwandte und in das Gemach zurück⸗ ging. Die Königin eilte ihm nach, und es entspann sich im Innern ein so heftiger Wortwechsel, daß auch der Infant Don Francisco de Paula sich in das Gemach begab. An seiner Seite trat die Köni⸗ gin wieder hervor und fuhr ohne den König nach Atocha. Nach ihrer Zurückkunft ließ sie sämmtliche ihrem Gemahle gehörigen Mobilien aus den an die ihrigen stoßenden Gemächern entfernen und in die Zimmer bringen, welche der Herzog von Montpensier bei seiner Anwesenheit hier bewohnte. Vorgestern (Sonntags) suchte man die Königin vergeblich zu bewegen, ihre gewöhnliche Spazierfahrt aus⸗ zusetzen, da Schnee in faustdicken Flocken, von großen Schlossen be⸗ leitet, vom Himmel sel Trotz dieses Unwetters fuhr sie gegen

bend in ihrem offenen Kabriolet, die Zügel selbst leitend, höchst leicht gekleidet, nach dem Prado. Die Infantin Dosia Josefa saß, wie gewöhnlich, neben ihr, und der Infant Don Francisco de Paula folgte dem Wagen in einem anderen Kabriolet. Als die Königin auf der Puerta del Sol ankam, scheuten sich die Pferde vor den ihre Augen verletzenden Schlossen und würden mit dem Wagen durchge⸗ gangen sein, wenn nicht ein ehemaliger karlistischer Oberst herbeige⸗ prungen wäre und die Zügel erfaßt hätte. Die Königin dankte ihm, stand auf und peitschte wie wüthend auf die Pferde, die sie nun bis an das Ende des Prado von Atocha lenkte. Als sie von dort zurückfuhr, bat der bis auf die Haut durchnäßte Infant, vor dem Retiro aussteigen zu dürfen, um sich in seinem Palais umzukleiden. Dies gestattete ihm die Königin. Sie schlug aber die Kutsche, welche er ihr anbot, aus und fuhr in völlig durchnäßtem Zustande nach dem Schlosse zurück. Der hin⸗ ter ihr reitende Lakai vermochte dem Wagen kaum zu folgen und ütberritt auf der Puerta del Sol einen Bettler. Da sich Niemand verhehlen kann, daß bei solchen Schnellfahrten das Leben oder doch die Gesundheit der Königin augenscheinlicher Gefahr ausgesetzt ist, so herrschen große Besorgnisse über die nächste Zukunft.

Gestern willigte endlich der König ein, den Besuch der Minister zum erstenmale entgegenzunehmen, und gegen Abend folgte er in einem offenen Kabriolet demsenigen, welches seine Gemahlin mit eigener Hand leitete. Sein Vater saß neben ihm.

Die Finanz⸗Entwürfe des Herrn Salamanca stoßen auf so all⸗ gemeinen Widerstand, daäß sie sicher nicht zur Ausführung, vielleicht nicht einmal zur Erörterung kommen werden. Seine Freunde selbst rathen ihm an, wenigstens den Gesetz⸗Entwurf, welcher den Verkauf der Staats⸗ und Gemeindegüter gegen Zproz. Renten verfügt, fallen

zu 8 . b

er General Roncali, der zum General⸗Capitain von Galicien ernannt wurde, hat, dem Beispiele Serrano's folgend, dieses Amt ausgeschlagen, das nun dem General D. Santiago Mendez Vigo begthge wörden ist.

wissenschaftliche und Kunst-Nachrichten. Zur Literatur über Landtags⸗Angelegenheiten.

Die Adresse des Vereinigten Preußischen Landtags an den König. Beleuchtet von Karl Biedermann. Eeeipzig, 1847.

Es ruht ein eigenes Geschick über den politischen Prophezeiungen und Rathschlägen, welche der Professor Biedermann giebt: sie treffen nicht ein und werden nicht befolgt. Wir haben schon einmal Gelegenheit neh⸗ men müssen, seine Ideen von Inkompetenz⸗Erklärung ꝛc. und seine Auffor⸗ derung zum Ungehoörsam gegen das Gesetz abzuweisen. Heute haben wir nur zu berichten: Professor Biedermann beklagt das Resultat der Abstim⸗ mung aufs tiefste, weil „die Adresse, wie sie jetzt vorliegt, unwahr, in sich selbst widersprechend, kraft⸗ und wirkungslos ist.” Nachdem er sich hier⸗ für auf vier Seiten bemüht, schließt er mit einem Kernspruche, der für die Stellung, welche Herr Professor Biedermann sich vindizirt, im Vergleich mit der, welche ihm gebührt, so bemerkenswerth ist, daß wir ihn mit den eigenen Worten des Verfassers geben müssen. „So viel ist gewiß: der Vereinigte Landtag hat bei dieser ersten, wichtigsten Verhandlung die Hoff⸗ nungen des preußischen und aller deutschen Völker, die Erwartungen, mit denen das Ausland auf ihn blickte, nicht gerechtfertigt; er hat das Gewicht des weltgeschichtlichen Abschnittes, den sein erstes Auftreten be⸗ zeichnen sollte, nicht begriffen; er hat den großen Au genblick versäumt, dessen richtige Auffassung Preußen und Deutsch land auf einmal einen gewaltigen Schritt vorwärts reißen konnte, hat statt dessen die Entwickelung unserer politischen Zustände viel⸗ leicht um Jahrzehnte wieder verzögert. Ob es ihm möglich sein wird, diesen Fehler wieder gut zu machen ꝛc. müssen wir abwarten.“ Pro⸗ fessor Biedermann räth als ein Mittel, seine verscherzte Gönnerschaft wie⸗ der zu erwerben, den Ständen auch den Weg der Petition an, zaber meint er, „es wird schwer sein, die nothwendige 2 Majorität für solche An träge zu gewinnen, schwerer noch, den souverainen Willen zu deren Gewäh rung zu bewegen.“ Ein Punkt, für dessen Durchsetzung einige Hoffnung vorhanden zu sein scheint, ist: die regelmäßige Wieder berufung des Landtags, und damit wäre schon viel, sehr viel erreicht. 1

Herr Biedermann „erreicht viel, sehr viel“ mit seinen Bemühungen um unseren Landtag: erst wird ermit seinem Buche von den Ständen, ignorirt, jetzt ist für die von ihm empfohlene Forderung ein Haupt⸗Motiv, die Be⸗ sorgniß, der Vereinigte Landtag werde in langen Jahren nicht wieder bern fen werden, durch Koͤnigliche Huld beseitigt, noch ehe er die Feder zur Hand genommen hatte, um dem Landtage in dessen „Kraft⸗ und Wirkungslosig⸗ keit“ mit seinem Rathe beizuspringen.

Vielleicht beruhigt der Herr Professor sich bei seinen bisherigen vernn. glückten Versuchen, läßt, überdrüssig, seine Rathschläge nur in den Wind hineinzugeben, den Landtag unberathen und bleibt auf seinem Katheder.

Drittes und letztes Abonnements⸗Konzert, gegeben Kullak

82

den Gebrüdern Ganz und im Saale der Sing⸗Akademie. (Den 29. April.)

Die Ouvertüre zu „Lodoiska“, von Cherubini, eröffnete das Konzert, ein Werk voll großer und kühner Ideen, das, obwohl es alle Merkmale

einer Jünglings⸗Arbeit an der Stirn trägt, dennoch den genialen Geist des Komponisten des „Wasserträger“ nicht verleugnet. Die Ausführung durch die Accessisten der Königlichen Kapelle befriedigte nicht durchweg und ließ an Präzision zu wünschen. Der Ouvertüre folgie ein Gesangsvortrag. Mad. Viardot⸗Garcia, die sich an dem Konzerte bereitwilligst betheiligt hatte, sang zuerst ein für den Stimm⸗Umfang und die Viencse der Sängerin eigends komponirtes, italienisches Lied von Truhn, Giorgetta betitelt. Sie lößte ihre Aufgabe so schön, daß des Komponisten Zufriedenheit gewiß in den rauschenden Beifall des Publikums einstimmt. Hierauf trug Mad. Garcia nicht minder vortrefflich und beifällig eine französische Romanze von Beauplan: „La leçon tyrolienne“, vor, ein Musikstück, das, an sich ziemlich unbedeutend, durch den anmuthigen und launigen Vortrag einer so geistvollen Künstlerin gehoben, eine außerordent⸗ liche Wirkung hervorzurufen nicht verfehlte. Die dritte Nummer bildete das C-moll-Konzert für Piano und Orchester, von Beethoven, durch dessen Vortrag Herr Kullak erfreute. Schade nur, daß der Genuß, den die wundervolle Tonschöpfung bereitete, durch den gegen das Orchester um eine Schwebung zu tief stimmenden Flügel etwas beeinträchtigt wurde, ein Uebel⸗ stand, der wie es uns scheinen wollte auch auf den Vortrag des Pianisten nicht ohne ungünstigen Einfluß blieb und wahrscheinlich die Unruhe, die uns bei Ausführung einzelner Passagen des ersten Satzes bemerklich wurde, auf leicht erklärliche Weise verschuldete. Davon abgesehen, können wir der Auffassung und Ausführung des Meisterwerkes seitens des Herrn Kullak nur Anerkennung zollen. Namentlich entfaltete er in der von ihm einge⸗ legten und aus Motiven der Composition sinnreich zusammengestellten, nur etwas zu langen Cadenz am Schluß des ersten Satzes, so wie in dem nach folgenden Adagio und Rondo, seine ganze Künstlerschaft in schätzenswerthester Weise und mit glänzendstem Erfolge. Das Orchester ließ aber auch hier, bei Ausführung des begleitenden Theils, wahrscheinlich in Folge einer nicht sorgfältig abgehaltenen Probe, die gehörige Präzision und Discretion nicht selten vermissen. 8 Der zweite Theil begann mit einer Conzertante für Violine und Vio⸗ loncelle mit Orchester von L. Spohr. Die Composition (auf dem Pro⸗ gramm als Manustript verzeichnet) ist mit Effekt⸗Kenntniß der beiden obli⸗ gaten Instrumente geschrieben, verleugnit aber die Schreibweise Spo hr's so gänzlich, daß wir den Meister nicht in ihr wieder erkennen. Im Vor⸗ trage der Conzertante bewährten die Gebr. Ganz ihren Ruf. Von den beiden Liedern von Märtens, welche Dlle. Tuczeck zunächst sang, ist das zweite, „die Quelle“, als das gelungenere und ansprechendere zu bezeichnen; es ward mit allgemeinem Beifall aufgenommen, ein Erfolg, der indessen wohl mehr der beliebten Sängerin und ihrem anmuthigen Gesange als den Liedern selbst zuzuschreiben sein dürfte. Nachdem Herr Kullak das Publikum noch durch ein paar Transscriptionen aus „Robert der Teufel“ und „Norma“ und durch eine eigene, artig erfundene Salon⸗Composition, „Perles d'écu- mes“ betitelt, angenehm unterhalten hatte, machte den Beschluß des Kon⸗ zertes ein Duett von Meyerbeer, „Mère Grand“, das, von den Damen Garcig und Tuczek mit außerordentlicher Kunstfertigkeit und mit gewin⸗ nender Anmuth und Laune vorgetragen, eine der anziehendsten Gaben des genußreichen Musik⸗Abends bildete. 1“ 2

Zur vaterländischen Spezial⸗Geschichte.

Geschichte der Grafen von Valkenstein am Harze bis

zu deren Ausgang 1332. Ans Urkunden und gewiß be⸗

laubigten historischen Quellen zusammengestellt von A. F. H.

chaumann, Professor der Geschichte in Göttingen. Mit

einem Titelkupfer und fünf Holzschnitten. Berlin, Alexander Duncker. 1847. XII. u. 206 S. gr. 8.

Die vorliegende erfreuliche Bereicherung unserer Spezialgeschichte ver⸗ dankt man, wie die Nose 1ae,n 69 Königl. Preuß. Vice⸗Ober⸗Jägermei⸗ et haßn von der effehiet, Pastenstein, dessen Familie seit dem V. Jahrhundert im Besitze des Eee d Urhebers des Sachsenspiegels ist, welches mit der Majoratsherrschaft Meisdorf vereint, bei der Thronbe⸗ steigung Friedrich Wilhelms 1V. zur Mindergrafschaft erhoben ward. Eine erfreuliche Bereicherung bietet uns dies Buch jedenfalls, wenngleich die Aus⸗ beute keinesweges so groß ist, als man von neuer sorgfältiger Durchforschung

der Archive, namentlich der niedersächsischen, zu erwarten berechtigt gewesen

wäre. Die Nachrichten sind nur zerstreute, und will man auch die etwas selt⸗ sam klingende Berechnung nicht annehmen, welche der Verf. anstellt, und nach welcher wir nahe an viertausend Urkunden haben müßten: so muß man doch gestehen, daß bei so bedeutendem Besitz und nicht unwichtiger Stellung der Codex diplomaticus sehr mager ist. Außer der Zerstörung des mit der Familie zusammenhängenden Klosters Conradsburg mag wohl auch das frühe Erlöschen dieses Dynasten⸗Geschlechts und der Uebergang der Güter an ein geistliches Stift die Schuld davon tragen. Wie dem auch sein möge, es kam darauf an, aus dem Vorhandenen die Geschichte der Familie zusammenzustellen, und dies hat Prof. Schaumann (jetzt in Jena) mit günstigem Erfolg gethan, wenn man auch an seiner Darstellung, sowohl dem Inhalte nach, wo er namentlich die eigentliche Familiengeschichte verlaäßt, wie in formel⸗ lem Bezuge Manches auszusetzen haben moͤchte. Mehr denn Einer war ihm in solcher Arbeit vorausgegangen, namentlich der nun verstorbene Kriegsrath S. M. Wohlbrück in Berlin, Versasser des tüchtigen Werkes über die Alvenslebensche Familie, dessen geschichtliche Nachrichten im Lede⸗ burschen Archiv das Zuverlässigste über diesen Gegenstand enthalten und von Herrn Sch. vielfach benutzt worden sind, ohne daß derselbe seinem Vor⸗ gänger allerwärts Gerechtigkeit wiederfahren ließe. ¹Der Zusammenhang der Familie, welche etwa um die Mitte des zwölften Jahrhunderts als die Valkensteinsche vorkommt, mit sener, die vom Anfang des elften an als nach der Conradsburg benannt si findet, dürfte wohl um so weniger noch einem Zweifel unterliegen, seit durch Urkunden das Verhaltniß der Valkensteiner zu dem Kloster Conradsburg, welches an die Stelle der vormaligen Veste getreten war, bestimmt worden ist. Denn in einem bisher ungedruckten Dokumente aus der ersten Hälfte des XilI. Jahrhunderts (S. 137) erscheint Graf Hover von ane hen als Schirmvogt des Klosters („Hloierus dei gratia comes divtus de ea. kenstein aduocatus ecclesie in Conradesborg“¹), eine Schirmvogtei, auf welche im Jahre 1322 Burchard, der Letzte des Hauses, mit allen daraus entspringenden Ansprüchen zu Gunsten des Abtes und Klosters verzichtete (S. 138). Memorienstiftungen für Familienglieder blieben. Verfolgen wir die Geschichte der Conradsburger aufwärts, so finden wir, bei dem B- tista Saro erwähnt, zuerst einen Egeno, auf den eine Urkunde von 1021 sich 8 beziehen dürfte, dann einen Burchard, ein in der Familie wiederholt vor⸗ kommender Name. Wir sind in der Zeit der sächsischen Unruhen während der Minderjährigkeit Heinrich's 1IV. Unruhen, die durch einen 5 1057 gestorbenen sächsischen Markgrafen Wilhelm geleitet, in demselben einem blutigen Kampfe führten, welcher, wenn er auch für die ““ e Partei günstig ausfiel, als das Vorspiel der nachmaligen verhangnißvollen 2 uf⸗ stände gegen den Kaiser betrachtet werden muß. Ich erwähne dieser Vor Banße hier, weil der Verf. sie in seine Geschichts⸗Darstellung hineinzieht: die 8 8 in welcher conradsburgische Besitzungen lagen, war der Schauplatz; von einer Theilnahme der Familie aber ist nirgend die Rede, und mit den vom Verf. ausgesprochenen „Vermuthungen“ ist im Grunde wenig gedient. In B mehreren Fällen findet sich kaum etwas Anderes als die Namen von Per⸗ sonen aufgezeichnet. 1 1 lndeß daß er seinen Nachbar, Adalbert von Ballenstedt, 65 . schlug, was in den Jahren 1073 1083 geschehen sein muß a That, mit welcher man die Gründung des Klosters C1 in Verbindung zu bringen versucht hat, ohne daß aber irgend 1“ über feststände. So viel ist gewiß, daß um die Mitte des Xllten Jüaht hunderts der Name der Conradsburger verschwindet, dafür jener der Valkensteiner erscheint: weniger ausgemacht ist, ob der Valkenstein, dessen 1 Zerstörung nach der Schlacht am Welfsholze bei Mansfeld (11. Februar 8 1115), welche der Macht des gebannten Kaisers Heinrich V. in Sachsen einen so harten Stoß gab, gemeldet wird, eine ältere benachbarte Su g- wesen, wie der Verfasser glaubt, oder der gegenwärtige Valkenstein, wie 8. 1 dere annehmen. In letzterem Falle wüßte man freilich nicht, was man 8 8 dem dabei erwähnten Besitzer der Burg, dem Grafen Herrmann, 88 it. sollte. Conradsburg war um 1150 Benediktiner Kloster, spener war be-e Karthäusern übergeben, die es bis zur Reformationszeit behie ten, 2* . das Kloster im Bauernkriege zerstört ward. Gegenwärtig, wo der größe Theil desselben in ein Wirthschaftsgebäude (eines Ibe. Vorwerks) umgeschaffen ist, ziehen nur die architektonisch merkwürdigen Reste der Kirche die Aufmerksamkeit auf sich. Des Verhältnisses der Valkenstei ner als Inhaber der Schirmvogtei wurde schon gedacht. 8 8 Von dieser Zeit an wird die Geschichte der Familie zusammenhängen⸗ der, obgleich auch jetzt noch Manches fragmentarisch oder unklar bleibt Namentlich die Beziehungen nach außen hin lassen sich oft nur muthmaßen ein Uebelstand, den so viele Familiengeschichten theilen, und durch welchen das geringe Interesse, welches sie im Allgemeinen erwecken, leicht sich erklärt Blicken wir auf die Stellung der Valkensteiner in der Zeit, in welcher die politischen Verhältnisse in diesen Gegenden, die einst zum großen sächsischen Herzogthum gehört hatten, einer gänzlichen Umwandlung entgegengingen die Zeit Friedrich's J. und Heinrich's VI. so giebt sich das Bestreber kund, an benachbarte mächtigere Reichsglieder sich anzuschließen, so an die brandenburgischen Markgrasen askanischen Stammes und an die Bisthümer, welche besonders seit dem Sturze Heinrich's des Löwen größere Territorial⸗ Bedeutung erlangten, wenn auch keines dem kölner Erzbisthum unter Phi-⸗ lipp von Heinsberg, welcher vom Rothbart mit Westfalen belehnt ward, es gleich thun konnte. Um das Jahr 1200 erlangte Otto von Valkenstein die Schirmvogtei Advokatie über die Abtei Quedlinburg, womit er dann auch das oberste Richteramt in der Stadt Quedlinburg vereinigte. Dieses Verhältniß bot den Anlaß zu dem thätigen Eingreifen des berühmtesten Mannes aus diesem Geschlechte, Hoyer von Valkenstein, des jüngeren Sohnes des genannten Grafen Otto l., in die Geschicke jener reichen und großen Abtei wie der Stadt zur Zeit Kaiser Otto's IV. und Friedrich's II. während der unruhevollen Regierung der Aebtissin Sophie II. aus dem Hause Meißen Unruhen, in deren Verfolg Graf Hover Quedlinburg 1223 eroberte und das Schloß zerstörte. Die vollständige Geschichtserzäh⸗ lung wolle man bei Schaumann nachlesen, der diesen Theil am befriedi⸗ gendsten behandelt hat. An diesen Hover war im Jahre 1221 die förm⸗ liche Uebertragung der oberen Advokatie durch die Aebtissin Sophie erfolg (bisher inedirtes Dokument aus dem wolfenbütteler Archiv, S. 158), nach⸗ dem wegen der Ausübung der Rechte langer Zwist stattgefunden hatte, der indeß, wie aus dem eben Bemerkten hervorgeht, auch dann kein Ende nahm Hover's größere Berühmtheit gründet sich übrigens auf seine Förderung des ältesten deutsch⸗nationalen Rechtsbuches, des Sachs enspiegels, wie diese Zusammenstellung in der Vorrede selbst genannt wird. Seine Theilnahme wird in den Versen des Buches gerühmt: „Nun danket allgemein dem von Valkenstein Der Graf Hover ist genannt Daß in Teutsch ist gewandt Dies Buch auf sein Erbeten Eike von Repgow es thäte.“ Die Abfassung gehört wahrscheinlich in das erste Viertel des dreizehnten Jahrhunderts, Ueber das Buch selbst geben Homeyer's Ausgabe und Fichhorn's deutsche Staats⸗ und Rechtsgeschichte die beste Auskunft; von dem Verfasser ist nur bekannt, daß er Gerichtsschöffe zu Dornburg (im jetzi⸗ 8 gen Anhalt⸗Köthenschen) war, in dessen Nähe die Valkensteiner Besitzungen hatten. In späteren Jahren trat Graf Hoxyer gegen Geldvergütung die qued- linburger Schirmvogteien ab, die über das Kloster sowohl wie die städtische Der Ansicht des Verfassers entgegen, möchte in dem Aufgeben von Aemtern die so wesentlichen Einfluß bedingten, doch wohl eine Abnahme der äußeren Umstände der Familie zu finden sein. Hover’s Tod erfolgte nach 1251. Die Besitzungen kamen an seinen Neffen Friedrich, der noch 1277 lebte. Wenn der Verfasser aus dessen Thatenlosigkeit auf ein „idpllisches Leben”“ schließt, so wundert man sich über diese Charakteristik im Munde eines Hi⸗ storikers nicht weniger, als über das mindestens etwas flache Raisonnement über die „eigensüchtigen Zwecke“ Kaiser Friedrich's 1I. und seines Sohnes. Und was soll nun gar die „höchste Vogelperspektive“, aus welcher Richard von Cornwall, nach unserem Verf. (S. 75), „nur einmal“ sein Reich gesehen haben soll, was, nebenbei gesagt, ein auffallender Irr⸗ thum ist, da König Richard viermal in Deutschland war. In seinen all⸗ gemein⸗geschichtlichen Bemerkungen ist Herr Schaumann überhaupt nicht be⸗ sonders glücklich, was sich auch da zeigt, wo er von Rudolph von Habs burg redet. Die „Erscheinun viel bedeutender war als in Nord⸗Deutschland“, hat sich, so möchte man denken, nicht erst mit Rudolph bemerklich machen. 1 Die letzten Zeiten der Valkensteiner gewinnen namentlich durch ihr

berger Fehde (1290) und ihre Verschwägerung mit dem unruhigen Erz⸗ bischof Burchard von Schrapelau († 1325) Interesse. Otto IV. von Val⸗ kenstein, des Grafen Hoyer Großneffe und der Letzte des Hauses, der 2.

bedeutendere Thätigkeit entwickelte, kommt zuletzt 1323 vor; mit seinen

Bei Burchard's Sohne, einem anderen Egeno, wird b

daß seine Wirksamkeit in Süd⸗Deutschland

Verhältniß zum magdeburger Erzstift, ihre Theilnahme an der Herlings⸗

Söhnen starb die Familie im Mannsstamme aus. Der Letzte, welcher Valkenstein besaß, war Burchard IV., erst im geistlichen Stand Probst des Kollegiatstifts U. L. F. zu Halberstadt und Kanonikus am Domstift dann säkularisirt und verheirathet, doch kinderlos. Im Jahre 1332 schenkte er die Grafschaft dem halberstädter Domstift, nahm in genannter Stadt seine Wohnung und scheint schon gegen 1334 gestorben zu sein. Was Herr Schaumann uͤüber die Gemüthsstimmung des letzten Valkensteiners sagt (S. 100, 101), mag auf sich beruhen bleiben. Die Ansprüche, welche Seitenverwandte, die Mannsfelder und Regensteiner, auf das Erbe mach⸗ ten, blieben erfolglos. Um die Mitte des funfzehnten Jahrhunderts kam der Valkenstein, nachdem er vorher verschiedene Burgmannen gehabt, an die Brüder von der Asseburg, erst als Pfand, dann durch förmliche Belehnung. Im Besitz dieser Familie ist das Schloß, auf Felsenmassen im Selkethal liegend, mannigfach erneut und heute noch bewohnbar, aber jetzt auch in alterthümlichem Charakter (etwa wie Burg Elz im Mosellande) seit nunmehr vier Jahrhunderten geblieben. Ueber die kluge Vertheidigung des Valkenstein im dreißigjährigen Kriege, wo Busso von der Asseburg Kai⸗ serliche wie Schweden abwehrte, hat neuerdings Chr. Niemeyer (Nie⸗ dersächsisches Archiv, 1845, S. 294 ff.) berichtet. Besitzer der Burg war in den letzten Decennien des vorigen Jahrhunderts der vielgenannte Staatsmann Achaz Ferdinand von der Asseburg.

Diese späteren Zeiten des Valkenstein liegen aber außerhalb der Gren⸗ zen, welche Herr Schaumann sich bei seiner Arbeit gesteckt hat. Der Geschichtserzählung folgt bei ihm (S. 115— 131) der mit Fleiß und Ge⸗ nauigkeit ausgearbeitete Stammbaum der Familie mit Bemerkungen über Wappen (beim Grafen Hoyer drei auffliegende Falken, dann ein getheilter Schild, ein halber Falke und abwechselnd zwei silberne und zwei schwarze *] Strei⸗ fen horizontal), die Lehnsmannschaft u. s.w. Der Codex diplomaticus macht den Schluß (S. 133 206), funfzig meist ungedruckte Urkunden aus den Jahren 1151 1518, theils lateinisch, theils deutsch. Sie sind eine sehr dankenswerthe Zugabe zu dem äußerlich glänzend ausgestatteten Buche.

Eisenbahnen.

Flborenz, 17. April. Kürzlich hat sich auf der Livorneser Ei⸗ senbahn der erste Unglücksfall von Bedeutung zugetragen. Auf der noch nicht ganz vollendeten Bahnstrecke zwischen Pontedera und Em⸗ poli hatte eine Anzahl Arbeiter einen rückkehrenden Zug, welcher zum Transport von Bau⸗Materialien gedient hatte, zum Fortkommen be⸗ nutzt. Einer derselben stürzte durch Unvorsichtigkeit vom Wagen herab, kam unter die Räder und wurde getödtet; hierdurch gerieth die Lokomotive aus den Schienen, die Arbeiter, in Furcht gesetzt, sprangen in der Hoffnung, sich zu retten, vom Wagen herab; einer derselben wurde getödtet, acht andere mehr oder weniger stark ver⸗ wundet. Die benannte Eisenbahnstrecke (zwischen Pontedera und Em⸗ poli) wird wahrscheinlich nächsten Mai oder Juni für das Publikum eröffnet werden können. An dem Rest der Straße bis Florenz, wo mehrere schwierige Bauten auszuführen und bedeutende Sprengungen in den Uferfelsen des Arno vorzunehmen sind, wird auf verschiedenen Punkten. mit großer Thätigkeit gearbeitet, und mit dem Bau des Bahnhofes hier soll diesen Sommer der Anfang gemacht werden. Derselbe kommt ganz nahe vor die Porta Prato zu stehen, da wo die schöne Promenade, welche unter dem Namen der Großherzoglichen Cascinen so großen Ruf hat, ihren Anfang nimmt. Die Direction hofft sämmtliche Arbeiten in der Art beschleunigen zu können, daß die Zahn in ihrer ganzen Ausdehnung von hier nach Livorno in der S des nächsten Jahres der öffentlichen Benutzung übergeben wer⸗ den kann.

Handels- und Börsen-Naͤchrichten. Berlin, den 30. April 1847.

Inländische Fonds: Lfandbriefc, Kommunal-Papiere und Geld- Course.

Brief. Geld. Gem. 2r. Brief. Geld.

93 ½ 92 Kur- d. Nm. Pfübr. 3 ½ 95 ½ 94 95 95 Schlesische do. ’ʒ 2 96 ½ 90¼ do. Lt. B. gar. do. 3 ½8

Geim. St. Schuld-Sch. Seeh. Präm. Sch. K. u. Nm. Schuldv. Berl. Stadt-Obl. Westpr. Pfandbr. Grossh. Posen do. do. do. Ostpr. Pfandbr.

Pomm. do.

„. 8—

—28

4 93 2 Friedrichsd'or. 13 ⁄1 13 12 Augustd'or. 11 1 1 ½

Gold al marce..

8

æ

8

96 Disconto. 91

Ausländisohe Fonds.

Russ. Hamb. Cert. 5 Poln. neue Pfdbr.

do. beiHHope 3.4 S. 5 do. Part. 500 Fl. - do. do. 1. Anl. 4 do. do. 360 Fl. do. Stieglitz 2.4 A/4 n Hamb. Feuer-Cas. 3; do. v. Rothsch. Lst. 5 do. Staats-Pr. Anl.

do. Poln. Schatz 0. 4 Holländ. 2 ½ 7 Int. . do. do. Cert. L. A. /5 Kurh. Pr. O. 40 Th. do. do. L. B. 200 Fl. Sardin. do. 36 Fr.

metzenweis à 3 Sgr. 3 Pf., auch 2 Sgr. 6 P

kIkMaeenbahn-Actiea.

Volle ing. Amst. Rott. Arnh. Utr. Berl. Anh. A.

92 u9. VNhbeia. Stm. do. Prior. 109 ½ B. do. v. St. gar. Sächs. Bayr. 107 ½ G. ssSaxg.-Glog. 96 ½ bz. 8 b do. Prior. 107 B. 8 1u Thüringer. WIhb. (C.o.) Zarsk. Selo.

Berl. IIamb. do. Prior. Rerl. Stett. Bonn-Cöln. Bresl. Freib. do. Prior. Cöth. Bernb. Cr. Ob. Sch. Düss. Elberf. do. Prior. Gloggnitz. Hmh. Bergd. Kiel-Alt. Lpz. Dresd. Magqd. IIalb.“ Magd. Leipz.

Quitt.-

Aach. Mastr

Berg. Mrk. 50 Berl. Anh. B. 45 Bexb. Ludw. 70 Brieg-Neiss. 55 Chem. Risa. 80 Cöln- Mind. 80 do. Thür. V. 20 Dresd. Görl. 90 Löb. Zittau. 70 Magd. Witt. 20 Mecklenb. 60 Nordb. F. W. 60 Rh. St. Pr. 70 Starg. Pos. 30 St.-VYohw. 90

do. Prior. N. Schl. Mk. do. Prior. do. Prior. 2 Nrdb. K. Fd. 0. Schl. Lt. A do. Prior. do. Et. B. Pts. Mgdb. do. Pr. A. B.

do. do.

96 ü. 95 ¾ G. 89 B.

9⁰ ⅔a B.

1015½ G. (Schluss der Börse 3 Uhr.)

MNiach einem gestern in der General⸗Versammlung der Niederschlesisch⸗ Märkischen Eisenbahn⸗Aetionaire gefaßten Beschluß soll zur vollständigen Herstellung der Bahn⸗Anlage und Betriebsmaterials, so wie eines Theils des doppelten Geleises, das vorläufig erforderliche Kapital von 4 ½ Millio⸗ nen dergestalt aufgebracht werden, daß neue garantirte Stamm⸗Actien bis zu dieser Höhe ausgegeben und mit extra Priorität⸗Zins⸗Coupons von 1 % pr. Anno auf 25 Jahre versehen sein werden. Diese Actien wür⸗ den demnach mit Rücksicht auf die Staats⸗Garantie von 3 ¾ % ein 4 ½1proz. Effekt repräsentiren.

Die Course hielten sich gegen gestern unverändert, und die Um- sätze blieben auch heute höchst unbedeutend.

Getraide-Bericht.

Am heutigen Markt waren die Preise wie folgt: Weizen nach Qualität von 114 116 Rthlr. Roggen 2 - 108 105 Rthlr. Roggen, Lieferung bis 20. Mai 99 100 Bihlr pr. Mai Juni 91 Rihlr. pr. Juni Juli 85 ½ Rthlr. - pr. Juli August 78 Rthlr. Gerste loco 76—80 Rihlr. Hlafer loco nach Qualität 48 50 Rithlr.

- auf Lieferung 48pfd. 44 ½¼ Rihlr. Rüböl loco 10 ½ Rthlr. 8 Herbst 115⁄ Rihlr.

Die Preise von Roggen behaupten sich fest, doch beschränkt sich der Umsatz pr. Mai nur auf Regulirungen. Auf neue Abstellungen wird wenig gemacht. Spiritus 1oco 46 ½ Rthlr. bezahlt.

Rarktpreise vovm Getraide.

v Berlin, den 29. April 1847. v116“ Zu Lande: Weizen 4 Rthlr. 21 Sgr. 7 Pf., auch 4 Rthlr. 19 Sgr. 2 Pf.; Roggen 4 Rthlr. 12 Sgr., auch 4 Rthlr. 7 Sgr. 2 Pf.; große Gerste 3 Rthlr. 3 Sgr. 7 Pf.; Hafer 2 Rthlr. 7 Sgr. 10 Pf., auch 2 Rthlr. 3 Sgr. 7 Pf. Eingegangen sind 41 Wispel. Zu Wasser: Weizen (weißer) 5 Rthlr., auch 4 Rthlr. 24 Sgr. und 4 Rthlr. 19 Sgr. 2 Pf.; Roggen 4 Rthlr. 12 Sgr., auch 4 Rthlr. 6 Sgr.; große Gerste 3 Rthlr. 6 Sgr., auch 3 Rthlr. 2 Sgr. 5 Pf.; Hafer 1 Rthlr. 28 Sgr. 10 Pf., auch 1 Rthlr. 24 Sgr. 3 Pf. Eingegangen ind 1418 Wispel 3 Scheffel. . Dienstag, den 27. April. Das Schock Stroh 10 Rthlr., auch 8 Rthlr. Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf., auch 23 Sgr.

Der Scheffel 1 Rthlr. 17 Sgr. 5 Pf., auch 1 Rthlr. 11 Sgr. 3 Pf., f.

Der Centner Heu 1

8

Branntwein⸗Preise.

stellung: Ihr Bild.

7 Uhr. 3 Zu dieser Vorstellung werden Billets zu folgenden Opernhaus⸗

““

Niederl. wirkl. Sch. 58. 5 9% s. Ansg. —. Zinsl. —, Poln. 143. Preuas. Am.

Auswärtige Börsen. Amsterdam, 26. April. 3 % do. 37. Paass. 5 ¾ . 4 % Ruass. Hope 88 ¾. Frankfurt a. M., 27. April. 5 % Met. 107 ½, 107. Bask-Arbwen „, . 1897. 1895 Bayr. Bank-Actien Be. Hope 87 ¼ G. Stiegl. 87 6. Int. 58 . ½. 1 Poln. 300 Pl. 95 ¾. ½. 4do. 500 Fl. 80 ½. 80. Hamburg, 28. April. Bank-Action 1590 nrF. Rugl. Rn. 106 ¾ G. London, 24. April. Cons. 39% 85 ¾. X. Belg. —. Nevwe Aul. 24 ½. ive 5 ½. 2* Ausg. Sch. 17 ½. 16 ½. 2 ⅜½ % Holl. 58 ⅛. 58. 4 % do. 89 ½. 89. port. 34 ½. 34. Eugl. Russ. —. Bras. 84. 82. Chil —. Peru 40. 38.

Paris, 26. April. 5 % Rente üin cour. II15. 75 3 % 4o. Hn cour. 77. 80.

Neapl. —. 5 % Span. 35 ½. Wien, 27. April. Actien 1586. Aul. de 1834 154. de 1839 118. Nordb. 166 ⅛.

Pass. 5 ½. 1

Königliche Schauspiele.

Sonnabend, 1. Mai. Im Schauspielhause. ments⸗Vorstellung: Gutzkow. (Herr Dessoir: Uriel Axcosta.) 8

Sonntag, 2. Mai. Im Opernhause. 54ste Abonnements⸗Bor⸗

stellung: Don Juan, Oper in 2 Abth., mit Tanz und den Originala Recitativen, von Mozart, instrumentirt von J. P. Schmidt. (Dlle.

Evers: Donna Anna.) Anfang 6 Uhr. Zu dieser Vorstellung werden Billets zu folgenden Opernhaus⸗ Preisen verkauft: Ein Billet in den Logen des Prosceniums 1 Rthlr. 10 Sgr., in den Logen des ersten Ranges und ersten Balkons, so wie zur Tribüne, 1 Rthlr. 10 Sgr., im Parquet und in den Logen des zweiten

²Ranges 1 Rthlr., in den Logen und im Balkon des dritten Ranges,

so wie im Parterre, 20 Sgr., in den Fremden⸗Logen 2 Rthlr.

Die Inhaber von reservirten Billets werden ersucht, solche bis Sonnabend den 1. Mai, Mittags 2 Uhr, im Billet⸗Verkaufs⸗

Büreau abholen zu lassen, widrigenfalls diese anderweit verkauft wer⸗

im Amphitheater 10 Sgr.,

den müssen. Auch die Freibillets können nur bis zu dieser Zeit auf⸗ bewahrt werden.

Im Schauspielhause. 70ste Abonnements⸗Vorstellung: Die

Karlsschüler, Schauspiel in 5 Abth., von H. Laube.

Montag, 3. Mai. Im Opernhause. Hierauf: Die Sylphide.

James Reuben.)

55ste Abonnements⸗Vor⸗ (Dlle. Polin: Die Anfang halb

Sylphide. Herr Hoguet⸗Vestris:

Preisen verkauft: Ein Billet in den Logen des Prosceniums 1 Rthlr. 10 Sgr.;

in den Logen des ersten Ranges und ersten Balkons,

ie Preise vom Kartoffel⸗Spiritus waren am 23. April 1847 38 ½ 38 ½ Rthlr. 24. „» „) 38 1 39 1 40 „„ 40 42 9. 57) 45 46 orn⸗Spiritus: ohne Geschäft. Berlin, den 29. April 1847.

(frei ins Haus geliefert) pr. 200 Quart à 54 ℳ% oder 10,800 nach ͤ4A4“

Pol. a. Pfdbr. u. C. 1 Neue Bad. do35 Fl.

Die Aeltesten der Kaufmannschaft

Niederschlesische Zweigbahn.

Sommer⸗Fa 81 vom

=.7Sé v

hM 1p

1l. Mai c. ab.

Tribüne 1 Rthlr. 10 Sgr.; im Parquet und in den Logen des zwei⸗ ten Ranges 1 Rthlr.; in den Logen und im Balkon des dritten Ran⸗ ges, so wie im Parterre, 20 Sgr.; im Amphitheater 10 Sgr.; in den Fremden⸗Logen 2 Rthlr. 8 Die Inhaber der reservirten Billets werden ersucht, solche bis Sonntag den 2ten d. M., Mittags 2 Uhr, abholen zu lassen. 8 srel Im Schauspielhause. 54ste französische Abonnements⸗Vor⸗ ellung. Dienstag, den 4. Mai. Im Opernhause. Mit aufgehobenem

5 % 1e¹. 107 ½. 4 % 40.97 ⅛. 3 % 40. 69 ⁄. Ban.

69ste Abonne⸗ 1 Uriel Acosta, Trauerspiel in 5 Abth., von K.

Abonnement. Mit Allerhöchster Genehmigung: Benesiz⸗Vorstellung für Madame Viardot⸗Garcia, so wie letztes Auftreten derselben. Der

2te, 3te und 4te Akt der Oper: Die Hugenotten. Garcia: Valentine.) Brue. Und: Finale des 3ten Aktes aus: (Mad. Viardot⸗Garcia: Amine.)

Anfang 6 Uhr.

Hierauf: Cracovienne, ausgeführt von Mad. Die Nachtwandlerin.

Zu dieser Vorstellung werden in dem Billet⸗Verkaufs⸗Büreau

Billets zu folgenden hohen Opernhaus⸗Preisen verkauft:

Ein Billet in den Logen des Prosceniums, des ersten Ranges, im ersten Balkon und zur Tribüne 2 Rthlr. Ein Billet im Parquet 8 1 Rthlr. 15 Sgr. Ein Billet in den Logen des zweiten Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr. Ein Billet in den Logen des dritten Ranges, im Balkon daselbst und im Parterre 20 Sgr. Ein Billet im Am⸗ phitheater 10 Sgr. Ein Billet in den Fremden⸗Logen 3 Rthlr.

Die resp. Abonnenten, welche zu dieser Vorstellung ihre Plätze behalten wollen, werden ersucht, die Billets bis Sonntag den 2. Mai, Mittags 2 Uhr, abholen zu lassen, widrigenfalls dieselben anderweit

verkauft werden müssen.

Im Schauspielhause. 71ͤste Abonnements⸗Vorstellung: Vicomte Letorieres. Lustspiel in 3 Abth., von C. Blum. 1

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen. Im Selbstverlage der Expedition.

ruckerei.

in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchd

B. Abfahrt von Hansdorf

Ankunft in Glogau

iner Anzeiger.

1.“

Anschluß von

Berlin. Breslau u. Görlitz. U Abg. von Abg. von Ank. in

Abg. v. Berlin. Ank. in Hansd.] Breslau. Görlitz. Hansdorf.

I. Morg. 5 U. 15 M.

II. Mitt. 2 „» » 25

hrplan.

4 III. Abds. 7 » 81bes (Lokalzug).

8 Uhr 10 Min.

10 u. 45 M. 5 Uhr 14 M.4 u. M.7 U. 15 M. 9 U. 52 M. Abends. Morgens. Mittags. Abends. Abends. Iö.ö— g ih 36 MI7 U. M. s10 l. 22 ü. 58 M. Morgens. ittags. [Morgens. Morgens. Mistags. Der Lokalzug wird im Mai an Sonn⸗ und Festtagen, vom 1. Juni c. ab täglich befördert.

Anschluß nach

Abfahrt Berlin.

Ankunft in von Glogau

Hansdoef

Anschluß nach deye⸗ Breslau u. Görlitz. 8

Abg. v. Hansd. Ank. in Berlin.] Hansdorf.

Abg. von Ank. in Ank. in 3) Breslau. Görlitz. 1

I. Morg. 9 U. 30 M.

II. Mitt. 1 30 » (Lokalzug). F III. Abds. 6 U. 30 M.

12 Uhr M.

Mittags. Abends. okalzug wird im

Abends. Morgens.

1 Uhr 8 M. 7 Uhr 33 M.st U. 46 M. 8 U. 19 M. 3 U. 45 M. 4)

1 Mai an Sonn⸗ und Festtagen, vom 5) 1. Juni c. ab täglich befördert. 8 10 Uhr 2 M. 5 Uhr M.)5 u. 24 M. 11 U. 15 M. 7 u. 30 M. Glogau, den 27. April 1847,

Mittags. Abends. BMittags. haben ist.

an die na

Abends. Morgens. Morgens.

Süast

8

WW“

.8

v1“

„. Bemerkung Angehalten wird auf den Stationen Nilbau, Klopschen, Quaritz, Waltersdorf, Sprottau, Buchwald und

e n.

den Haupt⸗Stationen unserer Bahn findet ein unmittelbarer Billetverkauf vorläusig nach Berlin, Frankfurt, Sorau, Görlitz und Breslau statt, und umgekehrt können in Berlin, Frankfurt, Görlitz und Breslau Billets bis Glogau, in Sorau aber bis Sagan gelöst werden.

Einer besonderen Uebernahme und Aufgabe des Gepaͤcks Seitens der Passagiere bei dem Uebergange von einer Bahn auf die andere bedarf es in Hansdorf nicht, sondern nur eines Umtauschs der Garagties

Alle übrigen Bestimmungen ergiebt das Betriebs⸗Reglement, welches auf allen Stationen für 1 Sgr. zu

cheine.

Die Nachtzüge der Niederschlesisch⸗Märkischen Eisenbahn schließen in Berlin und resp. Breslau unmittelbar Hamburg und Stettin resp. Wien

ehenden und von dorther kommenden Züge an. . Die Direction der Niederschlesischen Zweigbahn⸗Gesellschaft.

ö.

e va eh.en., 8.: 2 ece

so wie zur

2 ENII“]

(Mad. Viardot:-