1847 / 139 p. 8 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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entscheidenden 22 b

auf dem Wahlplatze erscheint und sorgsam die Abstimmung überwacht. Die Opposition sucht diesen feindlchen Einflüssen die Macht der ihr in der großen Mehrzahl erge

Unruhen sind aber wieder gestillt. 98 1

an der Spitze der ihr getreuen Wähler

enen Journale und der seit

einigen Jahren in allen bedeutenderen Städten gegründeten liberalen Associationen entgegen zu setzen. Die in den letzten Jahren gennich nenen Siege sind besonders durch diese erlangt worden. Be *&½ ich ist jetzt aber im Schooße mehrerer dieser Associationen ein . gebrochen, der im ganzen Lande seinen Nachklang gefunden un ir berale Partei in eine 8 radikale, sogenannte jungliberale und v7 altliberale Nüance geschieden hat. Das Ministerium hofft bei diesen Spa fusgeelaes für die Majorität günstigen Ausgang der Wahlen. Die liberale Partei erkennt diese Gefahr, und von beiden Nüancen sind Vorschläge zur Wiedervereinigung oöber zu gemeinschaftlichem Handeln bei den Wahlen gemacht worden. Die ung⸗ Liberalen dringen auf Wiedervereinigung, weil sie dann, wie früher, in den Versammlungen durch ihr regel⸗ mäßiges Erscheinen und ihre größere Geschäftigkeit fast stets die Ma⸗ jorität bilden würden. Die Alt⸗Liberalen haben aber diese Wieder⸗ vereinigung in Lüttich wie hier verworfen und dagegen eine Coaliton in dem Sinne vorgeschlagen, daß jede Nüance die Hälfte der Kandidaten für die Wahlen aufstellen soll. In Lüttich ist diese Coalition ange⸗ nommen, wird aber hier, wie man versichert, von den Jung⸗Liberalen verworfen werden, und die politische Moralität würde hier auf ihrer Seite sein. Denn so oft auch schon alle Parteien solche Coalitionen in den Wahlen adoptirt haben, so ist es doch immer eine Verletzung des politisch⸗sittlichen Gewissens, gegen seine Ueberzeugung einem Kandidaten die Stimme zu geben. Uebrigens ist es bemerkenswerth, daß dieser sogenannte Jung⸗Liberalismus nach der Trennung viel vorsichtiger geworden ist und sich wohl hütet, mit radikalen Kandidaten hervorzutreten, sondern über die andere Nüance durch die Wahl von allgemein geachteten Männern zu triumphiren sucht, während diese sich zu sehr durch per⸗ sönliche Rücksichten bestimmen zu lassen scheint. So wie in den letz⸗ ten Gemeindewahlen die Kandidaten der ersteren Nüance vollkommen gesiegt haben, so dürfte dies auch in den bevorstehenden Wahlen der Fall sein. Bei diesen Verwickelungen, Kämpfen und Zwisten ist Je⸗ dermann auf die am 8. Juni vorzunehmenden Wahlen gespannt.

Die Brod⸗Unruhen, die vor einigen Tagen hier zum erstenmale

stattgefunden haben, waren unbedeutend und sind schnell gestillt worden. Ueber das Unglück auf der Eisenbahn bei Lüttich haben die Blät⸗ ter das Nähere mitgetheilt. Die Königin, welche den König, der die Bäder in Wiesbaden gebraucht, bis Verviers begleitet hatte, ist wie durch ein Wunder der Lebensgefahr entgangen. Die Untersuchung muß die wirkliche Ursache aufdecken.

Wir warnen schließlich die deutschen Auswanderer, ohne die in Folge der amerikanischen Maßregeln erhöhten Reisekosten zu besitzen, nach Antwerpen zu kommen. Mehrere Hunderte haben sich, statt nach Amerika, nach Algier einschiffen müssen.

Bedeutende Brod⸗Unruhen sind, laut den heutigen Blättern, in

lle (Frankreich) und in Tournay entstanden. In letzterem Orte hatte der Volkshaufe auch das Jesuiten⸗Kollegium angegriffen. Die

TPteiien.

Rom, 3. Mai. Der Dekan des heiligen Kollegiums, Kardinal Micara, kaum von einer Krankheit hergestellt, ward vorgestern von einem Schlagfluß befallen, der wenig Hoffnung zu seiner Wiederge⸗ nesung läßt. Das Gerücht sagte ihn vorgestern bereits todt. 8

Der außerordentliche Delegat in Ancona, Mons. Rusconi, ist von diesem Posten hierher zurückberufen.

Der Königlich belgische Gesandte, Fürst von Chimay, hat vor⸗ gestern dem heiligen Vater seine Abberufungsschreiben überreicht.

Die Beleuchtung der Hauptstraßen Rom's durch Gas ist einer Compagnie, an deren Spitze Herr J. Mazio Direktor der päpstlichen Münze und Pächter der nächtlichen Beleuchtung der Stadt steht, zu⸗ getheilt. Die ganze Einrichtung soll in achtzehn Monaten vollendet sein.

Die Regierung des gegenwärtigen Papstes hat eine bedeutende Krisis, die Brod⸗Theurung, glücklich überstanden, obgleich sie von den Gegnern zu manchem Unfug benutzt wurde. Sowohl das Getraide als das Oel gehen im Preise herunter, indem die Spekulanten, durch die Zufuhr erschreckt, ihre früher hermetisch geschlossenen Magazine jetzt mit einemmal öffnen. Auch ist die Aussicht auf eine gute Aerndte vorhanden, so daß Viele bereuen, ihre Vorräthe nicht längst losge⸗ schlagen zu haben.

Es geht das Gerücht, daß der Papst Befehl gegeben habe, das Budget (hier „il Preventivo“ genannt) zu veröffentlichen, und daß die vereinte Klostergeistlichkeit dem Staate mehrere Millionen Skudi zu einem ganz niedrigen Zins als Darlehen angetragen habe.

Florenz, 7. Mai. (A. Z.) Heute wurde hier ein 1e freisinniges Censur⸗Gesetz verkündigt und mit öffentlichen Freudens⸗ Bezeigungen aufgenommen.

Fyaunien..

5 Madrid, 9. Mai. Der rübsehaßh⸗ Vorfall vom 4ten füngt an, sich auf eine solche Weise zu enthüllen, daß ich für ge⸗ rathen halte, Ihnen die näheren Umstände mitzutheilen, welche ein hiesiges Blatt, der Popular, angiebt:

„Am 4ten Nachmittags miethete Herr La Riva einen Wagen, und fuhr nach der Schieß⸗Anstalt Arnauld's. Dort übte er sich längere Zeit im Schießen mit Pistolen, lud eine doppelläufige mit besonderer Sorgfalt (Augenzeugen versichern, er habe sie durch den Vorsteher der Anstalt selbst laden lassen), stieg wieder in den Wagen und ließ vor dem Hotel der Diligencen (in der Straße Alcala) halten. Der Kutscher ließ den Tritt nieder, allein La Riva stieg nicht aus.

er Schlag wurde wieder geschlossen, und der Kutscher wartete eine Viertelstunde lang, ohne zu wissen, was er zu thun hätte. Darauf rschien weiter oben in der Straße Alcala der vom Prado kommende sechsspännige Wagen der Königin, und das vor dem Zollhause (neben dem Hotel der Diligencen) versammelte Volk wich zurück, um Platz zu machen. Als der offene Wagen der Königin vor dem stillhaltenden Wagen La Riva's vorbeifuhr, fielen zwei Schüsse aus einem Schlage des Letzteren. Eine Kugel pfiff vor dem Hute unserer jungen Königin vorbei und verletzte sogar den Rand desselben; eine andere flog hinter dem Infanten Don Francisco ganz nahe an dem Kopfe des vom Bocke fahrenden Kutschers vorüber. Der Stallmeister und einige Zuschauer sahen brennenden Werg über den Wagen fliegen. Der Knall verursachte eine augenblickliche Verwirrung unter den Zu⸗ schauern. Die (neben der Königin sitzende) Infantin Dosa Josefa, welche das scharfe Pfeifen der Kugel gehört hatte, erblaßte und wäre fast in die Arme der Königin gesunken. Der Stallmeister e seine Blicke rings umher und hielt sein Pferd an. Der vom

1 Fes Kutscher, der für sehr gewandt gilt, richtete sich un⸗ 88 acch 9 dem Bocke auf und zog die Zügel der Deichsel⸗Pferde

3 allein blieb während dieser Herwirrung ruhig und

1 Königin v 8. (Einige andere bedeutungsvolle Worte, welche

Munde ei geäußert haben soll, gehen hier von Mund

zu Munde, eignen sich aber nicht für die Veröffentlichung). Zwei Miinuten denns kam die Königin im Palast an. Verschiedene Per⸗ sonen stellten sich um den Wagen, aus dem die Schüsse gefallen

4“

11“ ö1 waren. Ein Polizei⸗Beamter blickte in das Innere desselben und sah Niemand. Alles blieb ruhig. Gleich darauf steckte, ohne daß Jemand in den Wagen gestiegen wäre, La Riva den Kopf aus dem Schlage hervor und rief dem Kutscher zu: Nach dem Platze del Progreso!“

Es bestätigt sich, daß ein Engländer, der mit einer Frau neben dem Wagen La Riva's stehen geblieben war, um die Königin vorbei⸗ fahren zu sehen, bemerkte, daß eine Person sich auf den Tritt dessel⸗ ben stützte und zwei Pistolenschüsse auf die Königin abfeuerte, dann in den Wagen stieg, aus der anderen Thüre sich entfernte und in ein Haus flüchtete.

La Riva erschien an demselben Abende ganz ruhig in dem Kaffee⸗ hause, das er gewöhnlich besuchte, und erst am 6ten ward er ver⸗ haftet. In seiner Wohnung fand man ein Paket mit der Auf⸗ schrift: „Nach meinem Tode zu eröffnen”“, vor. Es wies sich jedoch aus, daß dieses Paket nicht von ihm herrührte, sondern von einem Palast⸗Beamten dort hinterlegt worden war. Es enthielt Papiere voll trauriger Voraussagungen.

La Riva ist der Sohn eines in Santiago de Compostela an⸗ sässigen Kaufmannes, erhielt eine sorgfältige Erziehung, studirte in seiner Vaterstadt die Rechte und kam 1844 nach Madrid, wo er Mitarbeiter an dem progressistischen Blatte Clamor publico wurde. Im vergangenen Januar verheirathete er sich hier und zog sich von der Theilnahme an jenem Blatte zurück.

Vorgestern kam der Kriegs⸗Minister von Aranjuez hierher, um sich von der Lage der eingeleiteten Untersuchung zu unterrichten. Obgleich nun die schwersten Indicien gegen La Riva vorliegen, so halten seine Freunde ihn doch der Begehung einer solchen That für durchaus unfähig, und eben so wenig läßt sich auf Geistesverwirrung bei ihm schließen. Auffallend bleibt es, daß, falls die Königin und ihre Begleiter wirklich die Kugeln pfeifen hörten und der Hut der Königin verletzt wurde, dennoch die Behörden am Tage nach dem Vorfall die Detonationen nur durch zufällig hingeworfene Petarden erklären wollten. Gewisse Personen suchen nun anzudeuten, daß es den Ministern sehr daran gelegen sein mußte, die Königin einzuschüch⸗ tern und sie von ihrer Vorliebe für die Progressisten zu bekehren. Verschweigen darf ich nicht, daß man im Allgemeinen hier diesem Ereigniß, bei dem das Leben der Königin als gefährdet erschien, sehr geringe Theilnahme widmet. 8

Der General Pezuela ist seiner Stelle als General⸗Capitain von Andalusien enthoben und diese aufs neue durch den General Shelly besetzt worden.

Ein Beamter des Staats⸗Ministeriums ist nach Barcelona ab⸗ gegangen, um dort den päpstlichen Bevollmächtigten, Mons. Brunelli, zu bewillkommnen.

Der spanische Geschäftsträger bei der Republik Ecuador hat sich genöthigt gesehen, am 4. Januar seine Pässe zu verlangen, und sie am 11ten erhalten.

In Catalonien fügen die Karlisten den Truppen der Königin eine Niederlage nach der anderen zu, während die dortigen Fabrikan⸗ ten aus eitler Furcht vor einem Handels⸗Vertrage mit England ihre Arbeiter entlassen und dadurch eine Volksbewegung in Aussicht

tellen. In Granada führte das Steigen der Kornpreise am Aten einen sehr ernsten Aufstand des Volkes herbei. Die Truppen, von allen Seiten mit Steinwürfen und Pistolenschüssen begrüßt, gaben endlich Feuer, und die Ruhe wurde erst, nachdem mehrere Leute das Leben verloren hatten, wiederhergestellt, die Stadt jedoch in Belagerungs⸗ zustand erklärt. Während des Auflaufes legte ein Wahnsinniger

8

Feuer an seine Wohnung, stieg auf das Dach und schleuderte die Ziegel auf die Menschenmenge in der Straße. Soldaten erkletterten endlich das Dach und erschossen (nach spanischer Sitte) den Unglück⸗ lichen, der sich nicht fügen wollte.

Auch in Carmona und in Leon rottete das Volk sich zusammen, um sich der Brodvorräthe zu bemächtigen, und nicht ohne Blutver⸗ gießen konnte die Ruhe wiederhergestellt werden. 8

Unterdessen belustigt die Königin sich in Aranjuez mit Spazier⸗ fahrten und Reiten. Vorgestern führte sie allein die Zügel eines vierspännigen Wagens, während die Infantin Donia Josefa einen kleineren lenkte und mit ihr um die Wette fuhr, bis beide Wagen sich so heftig berührten, daß die Lustfahrt eingestellt werden mußte. Der Finanz⸗Minister Salamanca ist nun ,8 Befehl der Königin nach Aranjuez geeilt, um als Mann von Fach ein Theater, so wie Stiergefechte, dort einzurichten. Der General Serrano befindet sich gleichfalls in Aranjueaz.

Der König beschäftigt sich hier mittlerweile in der Casa del Campo mit der Kaninchenjagd und erlegte deren vorgestern, wie ein Blatt berichtet, 21 Stück. Sein Ahnherr Karl III. erlegte oft auf einer Jagd gegen hundert wilde Schweine. Der König erscheint übrigens öffentlich nur in einem verschlossenen Wagen, der von Kü⸗ rassieren begleitet wird.

Die Deputirten der ultramoderirten Partei haben nun einen aus den Herren Mon, Pidal, Martinez de la Rosa, Gonzalez Bravo u. s. w. bestehenden Ausschuß errichtet, der aus allen Kräften an dem Umsturze des Ministeriums arbeiten soll. Daß das Bestehen eines solchen „öffentlichen Wohlfahrts⸗Ausschusses“ mit der Achtung vor den Gesetzen zu vereinigen sei, scheinen die Minister nicht zugeben zu wollen. Gestern hieß es, es solle zur Verhaftung der Herren Mon und Pidal geschritten werden.

Nachrichten aus Lissabon vom Lten melden, daß die Truppen der Königin in dem Gefechte vom sten bei⸗ Setubal einen empfind⸗ lichen Verlust erlitten. Der englische Oberst Wylde war mit der von der Königin unterzeichneten Uebereinkunft nach Porto abgegangen. Gegenwärtig befinden sich im Tajo acht englische Kriegsschiffe mit 467 Kanonen und 742 Marinesoldaten und im Duero drei mit 15 Kanonen und 38 Soldaten. Im Tajo liegen zwei spanische und ein französisches Kriegsschiff (der „Cygne“ mit 22 Kanonen)..

Portugal.

London, 14. Mai. Den neuesten hier eingegangenen Nach⸗ richten aus Lissabon vom 9ten d. M. zufolge, hatte die Königin am 28sten v. M. die von England vorgeschlagene Convention, welche dem Bürgerkriege ein Ende machen soll, angenommen. Oberst Wylde hatte dieselbe am 30sten nach St. Ubes gebracht und zunächst einen Waffenstillstand und bald darauf die Annahme der Convention von Seiten Sa da Bandeira's bewirkt. Die Junta von Porto soll dagegen, Nachrichten aus letzter Stadt vom 10. Mai zufolge, den Beitritt zur Convention voß verweigert haben.

Bevor übrigens der erwähnte Wa enstillstand in St. Ubes zu Stande gekommen war, hatten die diese Stadt belagernden Truppen der Königin noch einen Versuch gemacht, die Insurgenten daraus zu vertreiben. Obschon nämlich Sa da Bandeira, durch ein Schreiben des englischen Gesandten in Madrid und durch Oberst Wylde in Per⸗ son zu dem Waffenstillstand aufgefordert, sich dazu bereit erklärt hatte, wenn die Belagerung der Stadt aufgehoben würde, dauerte dieselbe dennoch fort, und Sa da Bandeira schickte am 1. Mai 2500 Mann unter dem Grafen de Mello ab, um eine im Bau be⸗ die Stadt bedrohende Redoute zu zerstören. Es entspann

3 gr. ; re hohe Offiziere getödtet ch ein sehr heftiger Kampf, in dem mehrere hoh eeen. ber im

oder verwundet wurden. Die Königlichen Truppen,

1“ ““

Hafen liegenden Dampfschiffe ausgesetzt, mußten das Feld räumen, doch wagten die Insurgenten nicht, sie zu verfolgen. Der Verlust

wird auf 800 Mann von jeder Seite angegeben. Am Tage nach diesem Treffen kam erst der Waffenstillstand zu Stande.

In Lissabon war es am 29. April zu unruhigen Auftritten ge⸗-⸗

kommen. Etwa 1200 politische Gefangene hatten sich befreit, doch

wurden sie, nach kurzem Kampfe auf den Straßen, durch das Klein-⸗

gewehrfeuer der Truppen wieder überwältigt. Sechszig bis sieben-⸗ zig Personen sollen dabei ums Leben gekommen sein.

Die Insel Madeira hat sich in friedlicher Weise für die Junta von Porto erklärt.

Handels- und Börsen⸗-Nachrichten.

Berlin, den 19. Mai 1847. Inlündische Fonds: Pfandbrief-, Kommunal- Papiere und Geld- Course.

Geld. Gem. ze.] Brief.] Geld. Gem.

St. Schuld-Sch. s8 8 92 ½ Kur- u. Nm. Pfdbr. 3 ½ 95 ½ Seeh. Präm. Sch. 95¹ ½ Schlesische do. 3; K. u. Nm. Schuldv. 3 ½ 89]3, do. Et. B. gar. d0. 3 ½ —]

Berl. Stadt-Obl. 2 Westpr. Pfandbr. 3 ¾ 92 Friedrichsd'or. 13 1 102 ½ Augustd'or. 12

*

Grossh. Posen do.¹2 de do. do. 3 92 ¾1 Gold al marce. Ostpr. Pfandbr. Disconto. Pomm. do. Auslüändisohe Fonds.

Russ. Hamb. Cert. Poln. neue Pfdbr. do. beiHHope 3.4 S. do. Part. 500 Fl. do. do. 1. Anl. 92 ½ . do. do. 300 Fl. do. Stieglitz 2.4 A 92 ½ Hamb. Feuer-Cas. do. v. Rothsch. Lst. 1 10 ½¼ do. Staats-Pr. Anl. do. Poln. Schatz O. 81 ½ IHHolländ. 2 ½ % Int. do. do. Cert. L. A.“ Kurh. Pr. 0. 40 Th.

4o. do. L. B. 290 Fl. 16⁄ Sardin. do. 36 Fr. Pol. a. Pfdbr. u. C. 95 Neue Bad. do35 Fl.

Eisenbahn- Actien.

8 2

Volleing. Amst. Rott. Arnh. Utr. Berl. Anb. A. do. Prior. Berl. Hamb. do. Prior. Berl. Stett. Bonpn-Cöln. Bresl. Freib. do. Prior. Cöth. Bernb. Cr. Ob. Sch. Düss. Elberf. do. Prior. Gloggnitz. Hmb. Bergd. Kiel-Alt. Lpz. Dresd. Magd. Halb. Magd. Leipz. do. Prior. N. Schl. Mk. do. Prior. do. Prior. Nrdb. K. Fd. 0. Schl. Lt. A do. Prior. do. ELt. B. Pts. Mgdb. do. Pr. A. B. do. do.

92 ½ B. Rbein. Stm. eg do. Prior. 4 109 ¾ B. 8 do. v. St. gar. 3 .g Sächs. Bayr./4 102 Sag.-Glog. 98 B. do. Prior. 108 B. Thüringer. 8 Wlhb. (C. 0.) Zarsk. Selo.

——— 8—

—619—

Quitt.- Bogen. 84

Aach. Mastr. 20 Berg. Mrk. 50 Berl. Anh. B. 45 Bexb. Ludw. 70 Brieg-Neiss. 55 Chem. Risa. 80 Cöln-Mind. 80 87 ¾ b=z. -o. Thür. V. 20 92 B. Dresd. Görl. 90

10¹½ bz. Löb. Zittau- 70 Magd. Witt. 20

- Mecklenb. (60 18 Nordb. F. W. 60 Rh. St. Pr. 70

839„,2, 3 „.. ssawg. Pes. 30] 84 . 83 i bz. 101 8 bz. (Sehluss der Börse 3 Uhr.)

Eisenbahn-Actien und Fonds heute etwas niedriger und der Umsatz beschränkt.

Getraide-Bericht.

Am heutigen Markt waren die Preise wie folgt: Weizen nach Qualität von 118 130 Rthlr.

Roggen loco 102 105 Rthlr.

Lieferung pr. Mai Juni 96 Rthlr. bz. u. Bf. r. Juni. Juli 92 ½ —- 91 ½ Rthlr. 8 8 r. Juli August 82 Rthlr. bz. u. Bf. Gerste loco 74 76 Rthlr. IHIafer loco nach Qualität 46 43 Rihlr. Rüböl loco 10 ⅜⅔ Rthlr.

Herbst 11 ¼ Rthlr. Bf.,

Kanal- Listen:

Den Finow-Kanal passirten am 17./18. Mai: 161 Wspl. Weizen, 732 Wspl. Roggen, 185 ½ Wspl. Hafer, 48 Wspl. Gerste, 125 Cir. Rüböl. 1 Mit Roggen auf Sommer-Termin sehr flau, und zu neuerdings ge- wichenen Preisen kein Käufer.

Answärtige Börsen.

Amsterdam, 15. Mar. Nioderl. wirkl. Scb. 58. 5 % Spav. 19 ½¼. 3 % do. 37 ½⅛. Pass. —. Ausg. —. Zinsl. —. Poln. —. Preuss. Pr. Sch. —. 4 % Russ. Hope 88 ½.

Antwerpen, 13. Mai. Zinsl. —. Neue Anl. 18 ½.

Frankfurt a. M., 16. Mai. 5 % Met. 107 ¾ G. Baunk-Actien P. ult. 1914. 1912. Bayr. Bank-Actien —. Hope —. Stiegl. —. Ist. 58 ½ 58. Poln. 300 Fl. 95 G. do. 500 Fl. —.

London, 14. Mai. Cons. 3 % 87 ½. 87. Belg. 93. 91. Neue Anl. 22 ⅜. 8. Passive 5 ½. 4 ½. Ausg. Sch. 16 ½ 16. 2 ½ % Holl. 58. 57 ½. 4 % do. 88. 88. Port. —. Bngl. Russ. 109 ½. 108 ½. Bras. 84. 82. Chili —. Mex. 20 . 20. Peru 39. 37. 8 28

Paris, 15. Mai. 5 % Rente fin cour. 115. 65 3 % do. fin cour. 77. 90. Neapl. —. 3 % Span. —. 8

Wien, 17. Mai. 5 % Met. 106 ½. 4 % do. 97¼. 1b Actien 1590. Aul. de 1834 154 ½. de 1839 119 ¼. Nordb. 167. Gloggn. 122 ½.

(Teleg. Depesche aus K öln, vom 19. Mai.)

Amsterdam, 16. Mai. Int. 58.

London, 15. Mai. Cons. 87. 8

Königliche Schauspiele. Donnerstag, 20. Mai. Im Schauspielhause. ments⸗Vorstellung: Die Karlsschüler, H. Laube.

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Frei

Tanz, nach

gesetzt von E. H. z. S. Anfang halb 7 Uhr.

Opernhaus⸗Preisen verkauft:

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Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen. Im Selbstverlage der Expedition. Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hosbuchdruckerei.

8

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3 % do. 69 ½¼. Bank-

83ste Abonne⸗ Schauspiel in 5 Abth., von

itag, 21. Mai. Im Opernhause. 61ste Abonnements⸗Vor⸗ stellung. Zum erstenmale: Zayre, große Oper in 4 Abth., mit dem Französischen bearbeitet von M. Tenelli. In Musik Zu dieser Vorstellung werden Billets zu folgenden mittleren

Ein Billet in den Logen des Prosceniums 1 Rthlr. 10 Sgr. ꝛc. Im Schauspielhause. ö9ste französische Abonnements⸗Vorstellung.

CEE“ Beilage

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Dritte Beilage zur Allgemeinen Preußisch

Inhalt.

Deuntsche Bundesstaaten. Freie Stadt Frankfurt. Verhand⸗ lungen des gesetzgebenden Körpers.

Belgien. Brüssel. Befinden des General Chazal. Rückkehr des niederländischen Gesandten. Einberufung der Wahl⸗Kollegien. Aus⸗ söhnung unter den liberalen Vereinen. Stand der Feldfrüchte. Un⸗

uhen. van Hecke's Luftschifffahrts⸗Apparat.

Wissenschaftliche und Kunst⸗Nachrichten. Königl. Schauspiel⸗

haus. („Valentine“.) F. L. W. Mever. Neue literarische Zeit⸗

sscchrift in Wien.

Deutsche Bundesstaaten.

Freie Stadt Frankfurt. In der Sitzung des gesetzge benden Körpers am 28. April stand nachstehender Bericht der zur Begutachtung des Vorschlags über Abänderung bei dem Zeugen⸗Ver⸗ hör im Civil⸗Prozeß erwählten Kommission auf der Tages⸗Ordnung:

„Hoher Senat hat sich in seiner die Oeffentlichkeit der Sitzungen des gesetzgebenden Körpers betreffenden Rückäußerung vom 16. Febr. d. J. dahin ausgesprochen, wie er seine schon früherhin im Jahre 1832 in be⸗ schränkterem Maße bei der gesetzgebenden Versammlung gestellten An⸗ träge auf Oeffentlichkeit des Gerichtsverfahrens in ausgedehnterem Um⸗ fang erneuern werde. In dem in Aussicht stehenden Gesetz werden nun, wie zu erwarten ist, Bestimmungen enthalten sein, welche das seitherige Verfahren bei der Abhörung der Zeugen im Civilprozeß im Sinne des vorliegenden Gesetzentwurfs abändern. Die unterzeichnete Kommission hat daher in Erwägung gezogen, ob es nicht geeigneter sein dürfte, vorlie⸗ genden, nur einen Theil des Prozeßverfahrens betreffenden Gegenstand, welcher jedenfalls in dem das ganze Verfahren umfassenden Gesetz seine Erledigung finden wird, vorläufig auf sich beruhen zu lassen. Die Mehr⸗ heit der Kommission hat sich um so mehr für diese Ansicht entschieden, da sehr leicht ein jetzt über das Verfahren bei der Abhörung der Zeugen im Civilprozeß erlassenes Gesetz später durch ein neues, das ganze Gerichtsver⸗ fahren betreffendes Gesetz theilweise wieder abgeändert werden kann, und da es zweckmäßig ist, keine durch ein Gesetz über vorliegenden Gegenstand er⸗ forderlich werdenden Aenderungen im Personal und in den Lokalitaͤten vor⸗ zunehmen, indem solche jedenfalls durch Einführung der Oeffentlichkeit und Mündlichkeit des Gerichtsverfahrens in einer umfassenderen Weise nothe wendig werden. Die Mehrheit der Kommission hat nun geglaubt, dies⸗ Bedenken der gesetzgebenden Versammlung vorlegen und bei derselben den Beschluß beantragen zu sollen: „„daß dieser Gegenstand in der Erwartung daß solcher in dem in Aussicht stehenden Gesetz über die Oeffentlich⸗ keit des Gerichtsverfahrens seine Erledigung finden werde, einstweilen auf sich zu beruhen habe.““ Sollte die gesetzgebende Versammlung diesem An⸗ trage nicht beitreten, so wird sich die Kommission beeilen, ihren Bericht über die Sache selbst zu erstatten. Die Kommission. (Folgen die Unter⸗ schriften.)“

Herr Dr. G. Binding I. beantragte in seinem Separatvotum: „Die gesetzgebende Versammlung wolle nach wie vor auf der beantragten Verän⸗ derung des Verfahrens bei Zeugenvernehmungen beharren und demnach die sofortige Erledigung des vorliegenden Senatsentwurfes der Kommission auftrggen 3 Nach Verlesung der betreffenden Vorträge erhob sich Diskussion über die vorliegenden Anträge der Majorität und Minorität der Kommis⸗ sion. Dann ging die Umfrage dahin: „ob der Ansicht der Maäjorität oder derjenigen der Minorität der Kommission beigetreten werde?“ Die Ver⸗ sammlung entschied sich mit 65 Stimmen gegen 12 für den Antrag der Minorität der Kommission, und es wurde demnach beschlossen: „diesen Gegenstand behufs der baldigen Erledigung des Senatsvortrags vom 23. April 1844 und des demselben beiliegenden Gesetzentwurfes zum Bericht über die Sache selbst an die Kommission zurückzuverweisen.“ AUeber die Errichtung einer Gewerbschule in Frankfurt kam in der⸗ selben Sitzung ein Senats⸗Vortrag vor, in welchem der Senat bei der ge⸗ setzgebenden Versammlung darauf anträgt: „daß zum Behuf der Unterrichts⸗ Ertheilung in der Chemie, Physik und Mechanik an hiesige Angehörige auch, wenn es der Raum zulassen sollte, an Fremde, der Gesellschaft zur Beförderung nützlicher Künste ꝛc. auf den Zeitraum von 5 Jahren ein jähr⸗ licher Beitrag von 3000 Fl. aus dem Aerar geleistet und solcher für das Jahr 1847 nachträglich und für die künftigen Jahre auf den Exigenz⸗Sta⸗ tus der gemischten Kirchen⸗ und Schul⸗Kommission aufgenommen werde. Der Senat sieht der Beistimmung der gesetzgebenden Versammlung entge⸗ gen und wird nach deren Eintreffen das Weitere verfügen, um diese Anstalt in Gang zu bringen. Doch kann der Senat hier die Bemerkung nicht un⸗ terdrücken, daß das Gedeihen derselben hauptsächlich von der Mitwirkung der Aeltern und Meister abhängen wird; denn wenn diese die Kinder und Lehrlinge nicht zu fleißigem Besuche der Schule anhalten, so kann die An⸗ stalt auch bei dem möglichsten Eifer der Behörden und Lehrer nicht frucht⸗ bringend werden.“ Zur Begutachtung dieses Senats⸗Vortrags ward eine Kommission von sieben Gliedern erwählt. 8

Ge l1 i & n.

Brüssel, 15. Mai. Der Zustand des General Chazal, der bei dem Eisenbahn⸗Unfall zu Ans eine Rippe zerbrach und mehrere Quetschungen erhielt, ist nach den neuesten Nachrichten so befriedigend als man es nur irgend hoffen konnte. Der Bruch ist nach außen hin erfolgt, was die Verletzung viel weniger gefährlich macht, als wenn er nach innen hin stattgefunden hätte. Die Aerzte hoffen daher nicht nur, daß keine ernste Gefahr für den Kranken vorhanden sei, sondern auch, daß der Bruch, wenn er erst geheilt, keine Spur zurücklassen werde. Die Independanee erklärt die Ursache des Eisenbahn⸗Unglücks bei Ans, wie folgt: „Die Eisenbahnzüge von Brüssel fahren immer auf dem linken Schienenwege, außer bei der geneigten Ebene von Lüttich, wo sie, um über dieselbe zu setzen, den Schienenweg zur Rechten ein⸗ schlagen. Man kommt also in der Station von Ans, von Lüttich her, auf dem rechten Schienenwege der geneigten Evene an. Um nun aus der Station zu kommen, mußte der Königliche Zug wieder den gewöhnlichen Weg einschlagen, also die Spur zur Linken, und es war gerade in dem Augenblicke, wo er vermittelst des Excentric auf die⸗ selbe hinübersetzte, als der brüsseler Zug ankam, den Königlichen Zug, der sich noch halb auf der von dem ersten befolgten Bahn befand, gleichsam in die Flanke traf und die Katastrophe verursachte.“

Der niederländische Gesandte, Baron von Bentinck, der einige vage. auf Urlaub im Haag zugebracht, ist seit Dienstag wieder hier zurück. 8 1

Die Wahl⸗Kollegien sind zum 8. Juni einberufen worden.

Die beiden liberalen Vereine Lüttichs, welche mit einander in Spannung gerathen waren, haben sich am 10ten d. M. ausgesöhnt. Die Aussöhnung der beiden liberalen Vereine in Brüssel ist auch be⸗ reits insoweit erfolgt, daß die „Association“ ihrem Comité die Vollmacht ertheilt hat, sich über die für die Kammer und den Senat Sins Kandidaten mit dem Comité der „Alliance“ zu ver⸗ tändigen.

Aus allen Gegenden des Landes gehen fortwährend sehr günstige Nachrichten über den Stand des Getraides ein; besonders steht der Weizen sehr schön. Kälte und Trockenheit, die einige Zeit herrschten, haben zwar das Wachsthum der Feldfrüchte etwas zurückgehalten, und hn Serhnee e vielleicht zehn bis vierzehn Tage später als

„wenn ni v günstige Wi jener Aufe noch wieder eingebracht 5* Eq661 In der Nacht vom 12ten zum 13ten bildeten sich in Brüssel

wieder an mehreren Orten bedrohliche Volkshaufen. An zwei Stel⸗

44 en

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len wurden Plünderungen versucht. Auf dem großen Platze kam es zu Thätlichkeiten zwischen der bewaffneten Macht und dem Volke Gegen 1 Uhr in der Nacht war indeß die Ruhe so ziemlich wieder⸗ hergestellt. Ein anhaltender Platzregen hatte zur Zerstreuung der Volksmassen mehr beigetragen, als sämmtliche reitende Gendarmerie die gegen 12 Uhr auf den Platz rückte. Uebrigens blieben die Nacht über zwei Compagnieen schlagfertig in den Kasernen stehen, die Bür⸗ ger⸗Garde erhielt Befehl, sich auf das erste Signal zum Ausrücken bereit zu halten, und die Wachen wurden dreifach verstärkt. Vor⸗ gestern sind den ganzen Tag über weitere Verhaftungen vorgenom⸗ men worden. Der Magistrat hat das Zusammentreten von mehr als fünf Personen auf öffentlicher Straße mit Hinweisung auf die betreffenden Artikel des Strafgesetzbuchs untersagt. Zu Tournay haben am Dienstag Abends auch ähnliche Unruhen wie in Brüssel stattgefunden, so daß Truppen und Gendarmerie zur Herstellung der Ordnung aufgeboten werden mußten.

Dr. van Hecke hat sich nach Paris begeben, um den bei der französischen Akademie von ihm niedergelegten neuen Luftschifffahrts⸗ Apparat zurückzuholen und dann einen Ballon anzufertigen, mit dem er vor dem Publikum Proben seiner Erfindung ablegen; will.

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8

Wissenschaftliche und Kunst-Nachrichten. Königliches Schauspielhaus.

Valentine, Schauspiel in 5 Akten von Freytag. Dlle. zelmann: Valentine.

(Den 17. Mai.)

Zum erstenmale seit zwei Jahren wird uns das Glü Theil über ein neues dramatisches Produn mit voller vefaed gunüc⸗ 19 88 Freude berichten zu können. Ohne Familienjammer, ohne Liberalismus S88 ein Schauspiel, das vom Anfang bis zum Schluß alle geistigen 8 a ns,uhöters wie gefangen nimmt, ihn lebhaft spannt und genü⸗ gend sehnehe, ihm eine poetische Wirklichkeit vorhält, die vielleicht Niemand vurch 82 Fulbe da die gleichwohl im Bereiche der Möglichkeiten liegt; das Leben selbse lle scharf gezeichneter und wohl temperirter Charaktere mit dem ’— eifert; das gute Menschen zeigt, die keine Engel, und böse, 1S das, wo es die Verwickelung bis zum Seltsamen stei⸗ g 4u och glaubwürdig erscheint und die Zuversicht des Dichters, die eg. 1 ba. r. en setzt, auch dem Zuschauer einflößt; eine Dichtung, E“ 13 ös zu sein, auf der Weltanschauung ruht, welche die guten ensneg eelen aller Zeiten und Orten theilen, und die in jedem klar

Kopfe, in jedem gesunden Her 8 Heens an Wört, ein geistregchsen 5 ern sich von neuem aufbaut: mit einem lent 86 edler Gesinnungsgelingt 1“

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sten V veeb getzige Frau, welche die Huldigungen eines Für⸗ die Geschicke ihres L 9 89 öt, in der Hoffnung, einst vom Throne aus auf der Reinheit fürsticher Absecenne has dir Beta. che Ie 2 ½ cher 2 und die Bekanntschaft mit Georg Saal⸗ feld, üa. lebenskräftigen, wahrhaft ritterlichen pelsänfi anen,eeng en . um. &E. erwacht eine gegenseitige Neigung, welche Saalfeld nach Mannes⸗ 8 leidenschaftlich versolgt, Valentine aber nach Frauensitte zu unterdrücken ETb1 guten Ruf das Opfer seiner Ehre, und sie, über⸗ sch igrn Sb hn⸗ Treue, auf deren Belohnung er sogar verzichtet, giebt

Den Inhalt des Drama's verfolgen wir hier nicht weiter: wer es ge⸗ sehen hat, weiß ihn, und wer es nicht gesehen hat, dem wollen wir das

Berghitgen nicht verderben, den Stoff von der Bühne aus kennen zu

„Es ist das Eigenthümliche rein poetischer und von aller didaktise

Absichtlichkeit freier Produkte, daß sie, Hefchf ästhetische LET.“ zu erzeugen ihr Zweck war, vorüber ist, in dem Geiste des glücklich Genie⸗ ßenden eine ernste Lehre, wie einen von selbst entstehenden Niederschlag zu⸗ rücklassen, die um so lieber angenommen wird, je absichtsloser sie ertheilt wurde, wie jener Wein, der von selbst, ohne Kelter, aus überreifen Trau⸗ ben quillt.

So auch hier. Wenn die lebensvollen Bilder, in deren Rahmen die kindliche Prinzessin und die stolze Valentine, der Abenteurer Georg, der ehr⸗ liche Spitzbube Benjamin mit seinen Spießgesellen und die Herren Kava⸗ liere so ungezwungen sich bewegen, wenn diese Bilder, die Humor, Ironie und glühende Leidenschaft abwechselnd beleuchten, vorüber sind: so nuͤt Ein Gedanke in seiner Klarheit heraus, daß die Welt falscher Etikette mit ihren Bewohnern trotz ihres Glanzes gegen das Thun und Lassen des echten, wenn auch in der Leidenschaft irrenden Menschen Nichts ist.

1 Die Rolle der Valentine gab Dlle. Unzelm ann, in der wir endlich

die würdige Nachfolgerin der Charlotte von Hagn begrüßen können. End⸗ lich! denn wir haben lange genug gelitten; jene Interimsherrschaft, in der Dlle. Viereck, oder Mad. Grabowski, oder Mad. Hoffmann ꝛc. ꝛc. ab⸗ wechselnd den Scepter erster Rollen führten, hat nun, so Gott will, Ende, die Schreckenszeit ist vorüber. Tragödie und feines Lustspiel werden wieder genießbar werden und ihren rechten Platz im Repertoir einnehmen. Denn Dlle. Unzelmann ist eine durchgebil⸗ dete Schauspielerin, deren Intelligenz in einem Niveau mit den Werken steht, in denen ihre Rollen liegen, für Berlin eine gar nicht zu erlassende Eigenschaft. Ihre Plastik ist wunderschön, ihre Erscheinung so elegant, wie wir seit Charlotte von Hagn keine gesehen haben; ihr Geberdenspiel leb⸗ haft, jede Schattirung des Affektes begleitend; ihre Declamation von völ⸗ ligem Verständniß ihrer Rolle zeugend, so daß man sehr bald die Schwäche des Organs vergißt, an das man sich hier überhaupt sehr bald gewöhnt haben wird. In Berlin haben tüchtige Talente mit schwachen Organen immer Ruhm geärndtet, dagegen starke Lungen mit schwachen Köpfen höch stens eine Weile imponirt: zuletzt siegt doch der Geist. Wir unseres Theils sind der General⸗Intendantur für dies Engagement sehr dankbar. Herr Freptag aber kann sich freuen, daß seine Valentine mit dieser Besetzung in Berlin zur Aufführung gekommen ist. Herr Hend richs (Georg Saalfeld) füllte seine Rolle sehr gut, Herr Hoppé⸗ desgleichen. Ueberhaupt versetzte das Drama und die Darstellung der Hauptrollen in eine rosige Laune, daß man nicht einmal Frl. A. von Hagn und Hrn. Müller gram werden konnte. 1

Zur Erinnerung an F. L. W. Meyer, den Bio Schröder's. 2 Bd. Braunschweig, 1847. Zweiter Artikel. 2 5 c ,

(Vergl. Allg. Preuß. Zeitung. Nr. 134.)

Die Freunde, welche den brieflichen Nachlaß Meyer's besorgten, ver⸗ fuhren mit so viel Takt als Sorgsamkeit. Wir verdanken ihnen die Mit⸗ theilung so werthvoller Dokumente, daß die Herausgabe dieser Korrespon⸗ denz eine wahre Bereicherung unserer Literatur ist.

„Sie erweckt dem Leser die Erinnerung an eine Epoche, in der die geistige Bildung der Nation im höchsten Flore stand und die gegenwärtige bei weitem übertraf. Damals hatten noch aace Staat und Industrie 3 viele Kapazitäten auf das Gebiet des Zweckmäßigen hingeführt; es fehlte an Theilnahme für die öffentlichen Dinge, an praktischem Geschick, an Speculationsgeist: statt dessen ** 2 zahllose Geister einer höheren Speculation, dem Studium der Alten und alle dem, was den Menschen innerlich frei macht und humanisirt.

Die Schwierigkeit, sich zu besuchen, förderte die Lebhaftigkeit des Bries⸗ wechsels unter Befreundeten und steigerte seinen Ton bis zur Zärtlichkeit; je schwächer das nationale Band war, das sie vereinigte, desto inniger wur⸗

sste von H. 8 und er verlangte von mir allein am Sonnabend Morgen 45 Ühr und einige Stunden nachher er⸗ hielten Ihre Königliche Hoheit der Duc de York aus und Berlin die Nachrichten per Estafette, daß der König den 17ten des Mor⸗ gens 3 Uhr ganz sanfte verschieden sei. Der König hat noch Tages zuvor mit dem Minister und den Kabinets⸗Secretairen gearbeitet, nachhero aber

Bürger der Gelehrten⸗Republik, Mitglieder der unsi 8

und Lessing Kirche sanden, 2 ie bedeutendsten Männer, mit denen N

Forster, Heyne, Lichtenberg und Schelling. Fhn dehe

Herder las sehr viel, und daher sind A. Briefe immer rei ü gesuchen in der Zeit, als Meyper noch Zharerefen Bn eac, auch mit seinen tiefsten Ueberzeugungen hielt er gegen den Freund nicht 8 rück. So schreibt er im Dezember 1787: „Mit grem Lobe der Recension meines „Gottes“ bin ich weniger einstimmend. Die paar Parenthesen über Spinoza's System sind äußerst unverständig und ohne Kenntniß der Sache Verstohlen warnen muß man nicht: „das 68 nicht der Weg zur Wahrheit 2 Was sind denn das für tröstliche Wahrheiten, die uns diese Idee von Gott rauben soll? Ich wollte eine derselben wissen; aber die Altweibertröstun⸗ gen sind keine Wahrheiten, so wenig sie einen vernünftigen Menschen zu trösten vermögen werden. Die Leute wollen keinen Gott, als in ihrer Uni⸗ form, ein menschliches Gabelthier, dem sie höchstens den Reichsapfel in die Hand geben. Und dabei verkleistern sie sich die Vernunft, die einzige hohe Idee wahrzunehmen, die ihnen überall entgegenstrahlt, an der Alles hängt und die Alles, was man hoffen kann, giebt, Trost, Heiterkeit, Wahrheit, Gewißheit, ernstes ewiges Dasein. Wer einen Tropfen dieses Wassers ge⸗ kostet hat, den wird nicht dürsten in Ewigkeit.“

Im Juni des folgenden Jahres, eben als Meyer von Göttingen nach England ging, erfüllte sich Herdern der lang genährte Wunsch, seine auf ihm lastende Stellung in Weimar auf eine Weile zu verlassen und in das gelobte Land Italien zu ziehen. „Der Antrag und Ruf zu meiner Reise kam mir so sonderbar, als wenn mir ein Brief aus den Wolken zufiele. Da ich zu viel Gutes in meinem Leben unbesonnenerweise aus der Hand geschlagen habe, so fand ich's eine große Sünde, es auch jetzt aus der Hand schlagen zu wollen, und nahm es an. Mein Reisegefährte oder vielmehr der Führer meiner Reise ist hier gewesen, daß ich ihn auch per⸗ sönlich näher kennen gelernt habe, denn schriftlich und aus dem Hause sei⸗ nes Bruders, des Koadjutors, kannte ich ihn längst. Er ist der liebens⸗ würdigste Mensch; es zeichnet ihn bei einer ungemeinen Schnelligkeit und Leichtigkeit der Ideen eine Ruhe des Gemüths aus, die im höchsten Grade nach meinem Sinn und beim Reisen ein wahrer Balsam ist. Er verachtet, was ich verachte; er sucht, was ich suche, und kann mir mit tausend geübten Kenntnissen im Kunstfache und in der musikalischen Composition helfen. O, brächte ich nach Rom Heyne's Kenntnisse, Heyne’s Studium mit! Aber das Schicksal hat mir diese Zubereitung versagt. Sie wissen, in welchem beschwerlichen Amt oder vielmehr Farrago von Aemtern und Furfur von Geschäften i lebe; da ich nun nach Italien nie mehr zu kommen hoffte, so rächte 9 mich durch Abneigung gegen die Sprache, die mir jetzt theuer zu stehen kommt... Meine Frau läßt mich gern ziehen, denn sonst wäre ich doch verkommen und abgestanden, wie ein Fisch im Trockenen, hinter dem schwar⸗ zen Schieferdache dieser Kirche, ja vielleicht bin ichs schon jetzt. Also hin⸗ aus und lasset uns frische Luft schöpfen, so viel wir noch zu schöpfen ver⸗ mögen. Der Reditus in Orcum findet sich immer wieder. Mein Herzog gönnt mir die Reise und hat sie mir längst gewünscht. Göthe ist seit dem 18. Juni zurück; o wie gern hätte ich mit ihm in Italien sein mögen! Es wäre ein siebenfacher nicht Genuß, auf den reise ich nicht, sondern Gewinn gewesen. Aber die unsterblichen Götter wollen es anders, und die sind klüger, als wir sterblichen Menschen.“

Forster lebte damals (1785 ff.) in Wilna, abgeschnitten von seinen Freunden, an denen er mit wahrer Leidenschaft hing. Ihn tröstete seine geliebte Therese und die Hoffnung, „daß ihm nach einer solchen Verban⸗ nung sein deutsches Vaterland desto besser schmecken werde.“ Auch er war in Weimar wohlbekannt und schrieb an Meyer: „Göthe ist wohl schwer⸗ lich so fromm, wie Sie ihn dafür halten. Seine jugendlichen Schriften könnten so etwas an sich haben; aber sein Kopf ist zu hell, um lange bei dergleichen zu bekleiben, auch schien sich nichts davon in seinem Umgange zu verrathen. Schon das, daß Herder mir sagte, Göthe sei sein einziger Herzenssreund, ist mehr für als wider ihn, denn Herder schwärmt wohl aber er ist nicht fromm. Wieland's Eitelkeit macht ihn im Umgang un⸗ leidlicher, als seine Bücher es sind. Den feinen Kopf erkennt man immer an ihm, und seine Liebe zu Griechenland und zum griechischen Begriff von Religion und Götterlehre sollte sie mit ihm aussoöhnen. Nach 25jähriger Ehe ist er noch der galante, aufmerksame und zärtliche Ehemann einer eben nicht liebenswürdigen Frau.“

Um diese Zeit bemühte sich der Rittmeister Kirchhoff, der viele Verbin⸗ dungen in Berlin hatte, Meper in den preußischen Staatsdienst zu bringen. Im Februar 1784 fragt er bei ihm an, ob er wohl als preußischer Resident nach Konstantinopel gehen wolle, und zwei Jahre später taucht die Hoffnung auf, „bei erfolgender Veränderung der Regierung der Kenntniß vieler Sprachen halber“ ihn bei dem künftigen Könige als Privat⸗Secretair anzubringen Aber der große König erfreute sich einer ganz erträglichen Gesundheit. „Er sittz“, schreibt Kirchhoff, „vermuthlich durch den Minister von Herzberg unterrichtet, zwischen zwei Tischen: auf den einen legt er die Depeschen für das General⸗Direktorium und auf den anderen die für das Geheime Kabi⸗ net, und von Morgens 4 Uhr an arbeitet er mit den Kabinets⸗Seeretairen bis 8 Uhr. Neulich hat er ein Schreiben mit der Unterschrift „ein Christ“ erhalten, des Inhalts, daß er bekanntlich keine Religion habe; er solle doch die wenigen Stunden, so er zu leben habe, zu seiner Bekehrung anwenden denn sonst wäre er ewig verdammt. Der König zeigt dies Schreiben dem Daee Hofrath Sesmeaen mit den Worten: „Seht mal, so geht man mit mir um“, und legt es hernacher auf den Ti t 1 ü das The nal- Endhlrca. 9 b58* Am 11. August 1786: „Der Herr Minister von Herzberg ist noch immer zu Sanssouci und macht, im Vertrauen gesagt, für den König eine Disposition seiner letzten Willensmeinung.“

Und am 21. August 1786: „Unter dem 12ten die ielt i die besten Fachschten e dem Befinden des Königs ns S] 899 Prüffeln für den König;

gesagt: „Mein Gott, wie übel wird mir“, sich z1 üss ist so ganz sanfte eingeschlafen.“ öe““ Meyer blieb aber ruhig in England, wohin ihm au ür . noch aus Göttingen kannte, Lens ihm dehinhn nc Zaün ger cehen „Meine Gedichte kommen im ganzen Ernst noch auf Ostern heraus, und zwar mit so lieblichen Vermehrungen, daß Ihr Konvulsionen vor Entzücken be⸗ kommen sollt. Ihr werdet glauben, der bnn Petrarka sei von den Todten auferstanden, wenn Ihr mein hohes Lied und meine Sonette nur von fern werdet tönen hören; denn Ihr sollt wissen, daß ich fast Tag für Tag ein Sonett produzire. Eine sonderbare Wuth, die auch Schlegeln angesteckt, der sich seit Eurem Abschiede eine sehr große Strecke dem Sonnentempel näher geschwungen hat. Habt Ihr den letzten Musen⸗Almanach gesehen? Unstreitig muß Euch darin das Gedicht an v. P. F. sehr aufgefallen sein. War's nicht so stattlich, als ob ich es gemacht hätte? Sein Versas⸗ ser ist aber Schlegel, mein poetischer Sohn, an dem ich Wohl⸗ gefallen habe. Das Gedicht Elostum von Mathisson ist sehr schön; gleichwohl bilde ich mir ein, daß es gegen das Hohe Lied doch nur ein Morthenbäumchen neben der Ceder Gottes sei. Um des Him⸗ mels willen verbrennt diesen Brief, damit es nicht dermaleinst offenbar werde, was für drollige Hechte wir sind. Wie klatrig es mit meiner poe⸗ tischen Heirath abgelaufen ist, davon werdet ihr wohl die Vögel auch in der Ferne haben Fagen hören. Millionen Männer sind zwar schon in der Welt durch Weiber angeführt worden, und Millionen werden es noch, aber keiner schändlicher, als ich, und dies trotz aller Vorsicht und Rechtschaffen⸗ heit, womit ich von Anfang dieses Romans bis zu Ende zu Werke gegan⸗ gen bin. Gottlob, ich bin seit dem März d. J. von dieser *e*n, gegen die alle anderen Susannen sind, durch Urtel und Recht geschieden. Hnn ich das Weih nur noch ein Jahr auf dem Halse behalten, so wäre ich an Leib, Geist und Vermögen rein zu Grunde gegangen Ich wünsche, nur einmal einen Abend mit Euch zusammen zu sein, um Euch hiervon mehr zu erzählen. Adio.“

den die persönlichen Verhältnisse gepflegt, wenn sich verwandte Seelen,

Zu Meper's näheren Bekannten in Berlin gehörten auch der Buch⸗