1847 / 180 p. 6 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Morgens um 8 Uhr, erschien Denain plötzlich im Arbeits⸗Kabinette des Herrn Merilhou und verlangte Geld. Als dieser es verweigerte, zog Denain ein Pistol hervor; Merilhou warf sich auf ihn, um ih⸗ zu entwaffnen, und erhielt mit dem Kolben des Pistols einen Schlag ins Gesicht, bemächtigte sich jedoch der Waffe. Nun zog Denain ein zweites Pistol hervor und schoß es auf Herrn Merilhou ab, fehlte aber. Er entfloh hierauf, ward jedoch auf der Treppe aufgehalten und verhaftet. Man fand bei ihm zwei Anweisungen auf 1800 Fr. für Herrn Merilhou's Rechnung, von dem Kassirer des Cassations⸗ hofes ausgestellt, die Denain wahrscheinlich seinen Vormund zu un⸗ i zwi vollte.

¹—,r Borse fanden heute einige Verkäufe in Rente statt; die Course, die einen Augenblick gewichen waren, stellten sich indessen gleich wieder auf ihren gestrigen Stand her; Umsätze durchaus null. Eisenbahn⸗Actien waren alle niedriger; in Marseille wurden ansehn⸗ liche Verkäufe bewerkstelligt; auch Nordbahn stark ausgeboten.

Paris, 26. Juni. Die Pairs⸗Kammer als Pairs⸗Gerichts⸗ hof hat heute abermals eine Sitzung gehalten, die noch nicht zu Ende ist bei Postschluß. Aber so wenig als gestern verlautet etwas über die Verhandlungen. Die Büreaus der Deputirten⸗Kammer wa⸗ ren heute vor der öffentlichen Sitzung versammelt und haben die Kommission für Prüfung des Gesetz⸗Entwurfs ernannt, welcher das Ministerium ermächtigen soll, die Auflösung der Nationalgarden von Lyon, den Vorstädten dieser Stadt, Toulouse, Carcassonne, St. Etienne und anderen Städten noch fortdauern zu lassen bis zum Jahre 1852. Die gewählte Kommission ist dem Gesetz⸗Entwurfe günstig. Die Kommission für Prüfnng des Gesetz⸗Entwurfs in Betreff des Kö⸗ niglichen Kapitels von St. Denis schlägt die Annahme des Gesetz⸗ Entwurfs der Regierung vor. In der öffentlichen Sitzung der De⸗ putirten⸗Kammerwurdenzuerstmehrere Gesetz⸗Entwürfevonlokalem Interesse, verschiedene Departements betreffend, angenommen, unter diesen einer, der die Stadt Toulouse zur Aufnahme eines Anlehens von 2 Millionen ermächtigt, mit 214 gegen 23 Stimmen. Die Ta⸗ gesordnung führte darauf zur Verhandlung des Gesetz-Entwurfs in Betreff der Urbarmachung von Wäldern.

Herr Lherbette: Er habe über die Verwaltung der Wälder der Civilliste zu sprechen. Diese Verwaltung greife in die d efugnisse des Fi⸗ nanzministeriums hinüber. Man könne sich also damit befassen, ohne der Krone im geringsten zu nahe zu treten. Allgemeine Regeln leiteten diese Verwaltung. Die Krone habe die Nutznießung dieser Wälder, deren nähere Umstände seien durch Königliche Verordnung bestimmt. Keine außerordent⸗ liche Holzfällung könne vorgenommen werden ohne eine andere Verordnung. Schon die Pairskammer habe sich mit dieser Verwaltung der Wälder der Krone. befaßt, und es sei anerkannt worden, daß die Krone keine anderen Rechte habe als die eines guten Nutznießers. Er gehöre nun einer Provinz an, wo solche Kronwälder sich befänden. Dort sei nun das Holz überall abge⸗ hauen worden, überall herrsche Zerstörung in diesen Wäldern, gerade als ob eine Feuersbrunst darüber hinweggegangen wäre. (Murren.) Man habe die Behandlung der Wälder geändert, ohne daß eine neue Königliche Verordnung des Betreffs erlassen worden wäre. Die Kammer habe das Recht, den Finanz⸗Minister darüber zur Rechenschaft zu ziehen, daß so häu⸗ fige Holzfällungen vorgenommen würden, die gar nicht an der Zeit seien und die Zukunft und deren Ertrag gefährdeten. Die Civilliste sei nicht Ei⸗ genthümerin, sondern nur Nutzniezelin dieser Wälder. Und was das Be⸗ fremdendste sei in der Sache, diese Zerstörungsmethode sei nur in den Kronwäldern geduldet worden. Die gleichfalls unter der Verwaltung des Finanz⸗Ministers stehenden Wälder der Spitäler würden ganz anders ver waltet. Wie es komme, daß man da zerstöre, wo man nur die Nutznießung habe, aber daß, wo man gänzlicher Eigenthümer sei, mit Schonung zu Werke gehe? (Postschluß.)

Nachschrift. So eben verbreitet sich die Nachricht, daß der ehemalige Minister Teste vom Pairshofe in Anklagestand versetzt sei und der Prozeß am 5. Juli beginnen solle.

18 Sroßbritanien und Irland.

London, 25. Juni. Ihre Majestät die Königin hielt gestern im Buckingham⸗Palast Hof und ertheilte dem französischen Botschaf⸗ ter, Grafen von St. Aulaire nach seiner Rückkehr von Paris die erste Audienz.

Die Königin hat den vermögenslosen Kindern des verstorbenen Schriftstellers Thomas Hood eine Jahrespension von 100 Pfund Sterling bewilligt.

Die gestrigen Verhandlungen des Parlaments hatten kein beson⸗ deres Interesse. Im Oberhause sprach sich Lord Brougham gegen die lange Gefangenschaft des Grafen Das Antas und seiner Genossen in Portugal aus und verlangte, daß wenigstens der Erstere auf Ehrenwort entlassen werde. Der Marquis von Lansdowne stimmte den Ansichten Lord Brougham's vollkommen bei, vertröstete indeß auf die wohlwollenden Gesinnungen der portugiesischen Regie⸗ rung. Im Unterhause erklärte der Schatzkanzler auf 2 efra⸗ gen, daß alle zu dem Zwecke, die dürftigen Klassen zu beschäftigen, in Irland unternommenen öffentlichen Arbeiten produktiver Art am 15. August vollständig beendigt würden. Was die übrigen alsdaͤnn noch nicht fertigen Arbeiten angehe, so werde die Regierung ihrer etwaigen Vollendung durch Privatpersonen nicht hinderlich sein. Herr Roebuck fragte, auf wessen Kosten die gegenwärtig am Bord der englischen Flotte besindlichen portugiesischen Gefangenen ernährt, ob diese Kosten Eng⸗

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land zur Last fallen und ob sie auf dem Budget des laufenden Jah⸗ res ffiguriren würden? Der Schatzkanzler entgegnete, bis jetzt seien die Gefangenen von der englischen Flotte ernährt worden. Das Haus beschäftigte sich darauf ausschließlich mit der Bill wegen der Reform der Central⸗Armen⸗Verwaltung, die zur dritten Verlesung stand. Die Gegner der Bill, besonders die Herren Wakley, Fiel⸗ den und Ferrand, bekämpften dieselbe auch noch in diesem letzten Stadium mit vieler Lebhaftigkeit, und Herr Wakley beantragte die Verwerfung der Bill. Am Schlutz der Debatte wurde indeß dies Amendement mit 105 gegen 35 Stimmen verworfen und die Bill zum dritten Male verlesen und angenommen.

Die mit der Ueberlandpost aus den ostindischen Besitzungen an gelangten Briefe bringen aus Batavia vom 24. April die Nachricht daß in Singapore eine furchtbare Feuersbrunst, der böswillige Ab⸗ sichten nicht fremd sein dürften, 300 Häuser in Asche legte, wodurch 1500 Menschen alle ihre Habe einbüßten. Der Verlust wird auf 100,000 bis 120,000 Dollars angeschlagen. Der General⸗Gou⸗

erneur hatte unterm 22. April einen Beschluß erlassen, welcher eine

regelmäßige, mit dem 25. April ins Leben zu tretende Dampfschiff⸗ fahrts⸗Verbindung mittelst eines Königlichen Dampfschiffes zwischen Singapore und Java anordnet.

(B. H.) In den heutigen Sitzungen der beiden Parlaments⸗ häuser ist auch nichts Erhebliches verhandelt worden. Im Unter hause veranlaßte Lord Ingestre abermals eine lange Debatte über die vielbesprochene Erfindung des Capitain Warner, als deren Resul⸗ tat sich indeß nur die dem Anscheine nach ziemlich allgemein verbrei⸗ tete Ansicht von der Nutzlosigkeit der Erfindung herausstellte. Sir H. Douglas bezeichnete die ganze Sache geradezu als eine Schwin⸗ delei, und Lord Ingestre nahm darauf den von ihm gestellten An⸗ trag, ein Spezial⸗Comité zur Begutachtung der Erfindung zu ernen⸗ nen, zurück.

Nach der Britannia will die Regierung die Vertagung des Parlaments bis zum 23. Juli verschieben und auch die Auflösung

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des Parlaments aussetzen, damit der Wahllärm nicht in die Zeit der Aerndte falle.

In der City zirkulirt jetzt eine bereits zahlreich unterzeichnete Petition an das Parlament wegen Abänderung des Bankgesetzes von 1814 dahin, daß die Befugniß der Bank zur Ausgabe von Noten erweitert und insbesoudere der Regierung die Machtvollkommenheit ertheilt werde, die Bank nöthigenfalls zur Emission von Noten ohne Rücksicht auf den Betrag des in ihrem Besitz befindlichen Bullion zu ermächtigen.

Admiral Stopford, Gouverneur vom 27“ Hospital und bekannt als Befehlshaber der britischen Flotte im eeldzuge gegen Sprien, ist heute im 80sten Lebensjahre gestorben.

X London, 25. Juni. Fünf Jahre sind verflossen, seit der Vertrag von Nankin in China den Frieden wiederhergestellt und die

Handelsbeziehungen der europäischen Mächte zu dem himmlischen Reiche auf eine liberalere und, wie man hoffte, auch sicherere Grund⸗ lage als zuvor gesetzt hat. Die Bedingungen dieses Vertrages sind, mit einer Ausnahme, treu erfüllt worden. Die Städte an der Küste wurden dem Handel geöffnet, keinerlei Hindernisse wurden in den Weg gelegt, und ein englischer Botaniker hat mit Erfolg die Ge⸗ müsegärten von Schanghai ausforschen können. Die Kriegskosten sind von den Chinesen in Syce⸗Silber bezahlt, und Tschusan ist von den Engländern geräumt worden. So weit ist Alles gut. Aber unglück⸗ licherweise herrschte nicht dieselbe Redlichkeit bei den chinesischen Be⸗ hörden von Canton. Dieser Hafenort war eine von den fünf dem europäischen Handel geöffneten Städten, aber die Bestimmungen des Vertrags von Nankin waren hier entweder durch die Intriguen der Hong⸗Kaufleute, welche den direkten Handel zu verhindern ein Interesse haben, oder durch den Geist der Lokal⸗Verwaltung oder durch die Stim⸗ mung des Volkes nicht zur Ausführung gekommen. Die chinesischen Beam⸗ ten umgingen dieselben unter dem Vorwande, daß derdirekte Verkehr mit den Europäern die Ruhe der Stadt gefährden würde. Es scheint, daß durch das stillschweigende Unterwerfen der Engländer unter diesen Vorwand und die allbekannte Verringerung der britischen Streitkräfte auf Hongkong bis auf eine geringe Besatzung die Chinesen in Can⸗ ton kürzlich veranlaßt worden sind, die Vorstellungen Sir John Da⸗ vis' mit Verachtung zu behandeln und in zweideutigem Geiste gegen die europäischen Faktoreten zu verfahren. Wie es hier heißt, sind in⸗ deß dem Gouverneur von Hongkong kürzlich Instructionen, vermuth⸗ lich von Lord Palmerston, zugegangen, welche ihm befehlen, sich nicht mehr so nachgiebig wie bisher gegen jene Vorwände und Beleidigun

gen zu zeigen, und welche die Ueberzeugung der englischen Regierung aussprechen, daß die einzige Art, mit den Chinesen umzugehen, darin bestehe, daß man ihnen stets zeige, wie sie gegen das direkte Ein

schreiten der Macht ihrer furchtbaren Nachbarn niemals gesichert wären. Welche unmittelbare Ursache nun auch vorgelegen haben mag, Sir John Davis verlor keinen Augenblick, um einen Unternehmungsgeist an den Tag zu legen, der an Uebereilung gränzt; denn obgleich er und der kommandirende Offizier nur 1000 Mann zu ihrer Verfügung hatten, vollführten sie doch in dem kurzen Zeitraume von 36 Stunden den außerordentlichen Feldzug, wie ihn die Zeitungen berichtet haben. Sie nahmen und zerstörten buchstäblich eben so viel große Geschütze in den Bocca⸗Forts, als es Männer bei der Expedition gab, und man staunt über die unverschämte Zuversicht, mit welcher General d'Agui⸗ lar seine Vorkehrungen traf, um eine Stadt von wenigstens 1 Mil⸗ lion Einwohnern mit einem Häuflein von 1000 Europäern zu um⸗ zingeln und zu beschießen. Die Chinesen wurden betäubt, und Kying unterwarf sich; nicht ein Tropfen Bluts wurde vergossen, und die ganze Summe von Unfällen bei den britischen Truppen beschränkte sich auf eine Fußverrenkung. Die der Stadt aufgelegten Bedingun⸗ gen waren gewiß eben so mäßig als der Aufwand von Kraft und Kosten, durch den sie erlangt wurden. Sir John Davis begnügte sich mit einer Erneuerung des Versprechens, daß europäische Kaufleute nicht jetzt, sondern erst nach zwei Jahren Canton betreten sollten, daß inzwischen die Europäer ihre Morgen⸗Spazierritte in die Um⸗ gegend machen könnten, und daß etwa vier alte Häuser in der Nähe der Faktoreien eingerissen werden sollten. Alles dies sieht aus wie eine Farce; aber so hat es das Schicksal gewollt; die Stadt Canton hätte niedergebrannt oder Sir John Davis mit seiner Hand voll Hel⸗ den durch irgend ein Fort vernichtet werden können. Ein solcher Er⸗ folg ist sicherlich nicht zur Anerkennung vorsichtiger Tapferkeit berech⸗ tigt, und wir haben noch zu erfahren, wie die Nachricht von diesem

seltsamen Angriff in Peking aufgenommen worden ist. SIchwei;. u. b

8 1 1 Fürstenthum Neuenburg. Der gesetzgebende Körper hat sich mit den Tagsatzungs⸗Instructionen beschäftigt; die Bundes⸗Revi— sion soll aus dem Abschied entfernt werden; in Bezug auf den Son derbund hatte der Staatsrath vorgeschlagen, ihn als nicht bundeswi⸗ drig zu erklären, da der Art. 5 des Bundes Vertrags die Stände ermächtige, besondere Bünde abzuschließen, insofern sie dem allgemei⸗ nen Bunde nicht nachtheilig sind, und da Luzern ausdrücklich erklärt habe, es werde sich allen Vorschriften des Art. 4 des Bundes⸗Vertrags unterwerfen, und der Vertrag solle nur so lange dauern, als er durch bundeswidrige Angriffe nöthig gemacht werde. Dieser Antrag wurde zwar lebhaft bekämpft, aber mit großer Mehrheit gegen 7 Stimmen angenommen.

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Rom, 18. Juni. (A. Z.) Gestern Abend verfügten sich die Sänger des Chors, welcher bei der Fahnenweihe aufgeführt worden, nach dem Palast Orsini, um dem Senator zu danken, bei welcher Gelegenheit derselbe auf Befehl des heiligen Vaters die definitive Einsetzung der so lange ersehnten Munizipal⸗Verfassung der Stadt Rom feierlich verkündete.

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London, 25. Juni. Den letzten Nachrichten aus Lissabon vom 19ten und aus Porto vom 21. Juni zufolge, hatte die Junta in letzterer Stadt sich noch immer nicht unterworfen, weil sie das Amnestie⸗Dekret der Königin für nicht genügend erachtete. Das englische Geschwader unter Admiral Parker war am 21sten noch nicht vor Porto eingetroffen; dagegen war eine spanische Division, 3000 Mann stark, in Braga, zehn Stunden von Porto, auf dem Marsche dahin begriffen, angekommen. In Porto hatte die Junta 9000, nach Anderen 14,000 Mann, unter dem Ober⸗Befehle des General Povoas versammelt und soll entschlossen sein, sich weder den Spaniern, noch Saldanha (der bis dicht am Villa Nova vorgerückt war) zu ergeben, einer etwaigen Aufforderung des englischen Admirals aber nachzuge ben. Der Marquis von Loulé war unverrichteter Sache nach Porto zurückgekebrt.

Die Lage der Dinge in Lissabon hatte sich nicht verändert. Von den Insurgenten, welche sich nach Evora zurückgezogen haben, erfährt man, daß sie fast ohne Offiziere sind, und daß der Guerilla⸗Chef Galamba den Befehl übernommen hat. Die Kavallerie des General

Vinhaes hatte diesen Insurgentenhaufen auf seinem Rückzuge aus

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1 St. Ubes lebhaft verfolgt und eine Anzahl Marodeurs ohne Barm⸗

berzigkeit niedergehauen. Admiral Parker war am 19ten, in Folge der an ihn gelangten Anzeige, daß die Junta sich nur ihm ergeben wolle, im Begriffe, mit seinem Geschwader nach Porto abzugehen. Das Dekret, welches die Annahme der lissaboner Banknoten an Zahlungestatt vorschreibt, ist dahin modisizirt worden, daß sie vom 1. Juli an nur zu einem Drittel, statt wie bisher, zur Hälfte der Schuldsumme in Zahlung genommen zu werden brauchen. “”] b 1““ 3 11“*“*“ Der Schwäbische Merkur theilt ein in Württemberg ange⸗

langtes Schreiben aus Jerusalem vom 26. Maji mit, worin es

heißt: „Am 20. Mai ist der neue Pascha von Jerusalem, Sarif⸗ Mustafa, unter Kanonendonner und Paukenschall hier eingezogen. Er ward von wenigstens zweihundert zum Theil sehr gut berittenen Efen⸗ dis und Scheiks der Stadt und der benachbarten Dörfer eingeholt und begleitet. Sarif⸗Mustafa hat einen freundlichen und offenen Blick. Er hat bis jetzt alle Bakhschis (Bestechungs⸗ oder Trinkgel der) zurückgewiesen, was von einem Pascha sehr viel heißen will. Auch wird seine Wohlthätigkeit gerühmt. Vor einigen Tagen hat er die Fleischtare (man hat hier vortreffliches Fleisch in schönster Aus⸗ wahl) herabgesetzt, was eine kleine Empörung unter den Fleischern der Stadt zur Folge gehabt hat. Auch hat er sonst schon treffliche Maßregeln getroffen. Gestern machte er dem preußischen Konsul sei⸗ nen Besuch, wobei er viel Liebenswürdigkeit entfaltet hat.“

Wissenschaftliche und Kunst- Rachrichten. Schwefeläther.

Der Aether gegen den Schmerz, von Johann Friedrich 1 Dieffenbach. Mitt einer lithographischen Tafel. Berlin 1847. In Kommission bei A. Hirschwald. (20 Sgr.)

Der Schwefeläther ist, wie man in der politischen Terminologie sagt, ein öffentlicher Charakter geworden; es kann daher nicht befremden, wenn ich in der Gallerie der Tagesereignisse einen Platz beanspruche für die Be⸗ urtheilung einer Broschüre, welche die Macht des großen, schmerzenvernich⸗ tenden Halbgotts, die Macht des Aethers, verherrlicht. Die Dedication: Allen künftigen Besitzern giebt mir ein näheres Recht dazu.

Bedenken wir die edle, menschenfreundliche Bestimmung des Buches, dessen Ertrag den Armen zugedacht ist, so leuchtet ein, daß der Verfasser bei der Behandlung seines Gegenstandes nicht allein das ärztliche, sondern das gesammte gebildete Publitum im Auge haben mußte. Dies scheint mir der Gesichtspunkt, den die Kritik für diese Arbeit sestzuhalten hätte. Inwieweit die in Rede stehende Schrift geeignet sei, das große Publikum zu belehren und zu unterhalten; überlasse ich dem Urtheile der Leser. Bei mir hat sich die Ueberzeugung gebildet, daß die Befähi⸗ gung, für das größere Publikum zu schreiben, gerade Dieffenbach in dem Maße zukommt, wie wohl kaum einem anderen Gelehrten. Dieffenbach, in seiner ungezwungenen, geistvollen Manier, einer Manier, welche sich gleich fernhält vom pedantischen Tone abgelebter Uni⸗ versitäten⸗Weisheit, wie von der Erbsünde des ärztlichen Standes, der Char⸗ latanerie. So gleitet die Sprache in freier Grazie dahin, nicht holpernd im Stelzenschritte infallibler Kliniker, nicht kriechend im Schneckengange mattgeistiger Kompilatoren. Der Styl ist, wie der Verfasser und seine Ope⸗ rationen, einfach und doch glänzend, ungekünstelt und originell, leicht und in die Tiefe gehend und ich möchte von der jungen Entdeckung sagen, was Alexander der Große vom Achill: O felicem suvenem, qut Homerum pracconem inveneris! Indessen ist Dieffenbach nicht als schwär⸗ mender, jubelnder Panegyriker des Aethers aufgetreten, sondern hat mit ge⸗ wissenhafter Unparteilichkeit „das Für und das Wider erwogen, Andere ge⸗ hört und selbst gesehen“, und seine Beobachtungen sind um so konklusiver, je weniger sie von irgend welchen Voraussetzungen ausgingen.

Was den Inhalt des Buches betrifft, so umfaßt dasselbe Alles, was über den Aether Wissenswerthes bekannt geworden ist, und die gesammte Aetherwissenschaft, wenn ich so sagen darf, ist durch dasselbe für den Augen⸗ blick erschöpft. In der Vorrede rechtfertigt sich der Verfasser wegen des Mißtrauens, von welchem er eine Zeit lang gegen die neue ameritanische Entdeckung eingenommen war, indem er mit lebendigem Humor das Bild eines Soldaten zeichnet, an dem die wichtigsten neueren Erfindungen reali⸗ sirt sind, zugleich aber auch die Unzulänglichkeit und Unzweckmäßigkeit der meisten dieser Erfindungen darthut.

Der Vorrede folgt die vortrefflich geschriebene Einleitung, in welcher Dieffenbach auf einen Nachtheil von der allgemeinen Anwendung der Aetherdämpfe aufmerksam macht, der, so viel mir bekannt, bis jetzt von Keinem bestimmt ausgesprochen ist. Es liegt dieser Nachtheil in der ver änderten Stellung, in welche der operirende Arzt nunmehr „dem Kranken und der blutigen Kunst gegenüber“ gesetzt ist. Das ergreifende Drama einer chirurgischen Operation ist in ein lebendes Bild verwandelt, dessen Hauptpersonen ohne Beziehung, ohne jedes innerliche Interesse, durch eine äußere Veranlassung neben einander gestellt zu sein scheinen. „Das Band der wechselseitigen Mittheilung ist zerrissen, der den Arzt selbst hebende milde Zuspruch wird nicht vernommen, die Frage nicht beantwortet, es herrscht eine grausige Einsamkeit.“

Erst nachdem der Vorhang gefallen, wird die Scene wieder lebendig.

Ich habe schon oben bemerkt, daß diese Schrift von Dieffenbach Alles enthält, was eür die Aetherfrage von Bedeutung ist, und es würde den Umfang meines Referats zu weit ausdehnen, wollte ich dem Verfasser Schritt für Schritt durch alle Abschnitte seines Buches folgen.

Nur Einiges mag noch hervorgehoben werden. Die in dem Kapitel: „Verschiedene Arten des Aetherrausches“ ausgeführten Schilderungen von vier Grundtvpen der Aether-Betäubung (der Autor unterscheidet eien ohn⸗ mächtigen, einen heiteren, einen albernen und einen tobenden Rausch) ist durchaus neu und originell. Es ist aber diese Schematisirung der scheinbar so mannigfaltigen Aeußerungen der Aetherwirkung, welche wir dem Scharfsinn und der trefflichen Beobachtungsgabe Dieffenbach's zu danken haben, insofern von hohem Interesse, als es vielleicht möglich sein wird, die verschiedenen Arten des Rausches mit bestimmten Temperaments⸗ und Constitutions⸗Verhältnissen in Verbindung zu bringen, um so schon vor dem Beginn der Aetherisation auf den späteren Charakter der Betäubung schließen zu können.

Von besonderer Wichtigkeit ist ferner der Abschnitt: „Von der An⸗ wendbarkeit der Aetherdämpfe bei den einzelnen chirurgischen Operationen“, in welchen der Verfasser, gestützt auf seine Erfahrungen, das große Heer der chirurgi⸗ schen Operationen einer sorgfältigen Musterung unterwirft und bei jeder einzelnen nachweist, ob die Aether⸗Einathmung hier zulässig sei oder nich.

Schließlich noch ein Wort über die Operationsgeschichten! Während die meisten anderen Aetherschriftsteller bei der Aufzählung der eigenen oder fremden Erfahrungen in eine lähmende Monotonie verfallen sind, hat Dieffenbach durch pikante Beobachtungen, durch Hervorhebung feiner psychologischer und phosiologischer Nüancen, so wie durch beigegebene Be⸗ richte der Operirten selbst, seinen Schilderungen eine Würze gegeben, die sie zu einer interessanten, fesselnden Lektüre macht.

(Eing sandt. *)

Die unterzeichneten Bewohner der Stadt Danzig fühlen sich gedrungen, den edlen und hochgesinnten Landtags⸗Ab⸗ geordneten der Provinz Preußen ihre tiefgefühlte Anerkennung des

*) Auf dringendes Verlangen Sr. Excellenz des Herrn Burggrafen und Provinzial⸗Landtags⸗Marschalls von Brünneck nehmen wir dieses Schreiben auch in unser Blatt auf. D. Red.

großen Verdienstes auszusprechen, auf welche Sie den Anspruch durch Ihre fast einstimmig an den Tag gelegte Gesinnung in den Verhand⸗ lungen des Landtages am 7ten und Sten d. Mts., betreffend die Preußische Ostbahn, begründet haben. Es giebt Momente in der Weltgeschichte, wo die, unseren Sinnen nicht erkennbare Weltregie⸗ rung in der Brust selbstdenkender Menschen eine über die Wahrneh⸗ mung augenblicklicher und materieller Interessen erhabene Berufspflicht hervorruft; diese unter schwierigen, aber entscheidenden Umständen muthig zu erfüllen, ist ein Verdienst, dessen Würdigung wir nicht der Nachkommenschaft allein haben überlassen mögen. 8 : Wir vertrauen unserem hochherzigen Könige, daß auch Er in der durch unsere Deputirte kundgegebenen Stimmung seiner in herzens⸗ warmer Treue oft geprüften Provinz Preußen die wahre Vaterlands⸗ liebe nicht verkennen werde, wenngleich sie Anforderungen zu befrie⸗ digen strebt, welche als ein Gebot der Zeit anzusehen sie nicht ver⸗

resp. Theilnahme an den Strombauten hat, verbleiben; der lauenburgische Transitzoll wird für die Lübeck⸗Büchener Eisenbahn anerkannt, doch ollen auf dieselbe alle diejenigen Zoll⸗Erleichterungen Anwendung welche für die holsteinischen, die Ostsee mit der Elbe verbin⸗ denden Eisenbahnen eintreten werden; endlich wird Dänemark eine eigene dänische Postanstalt in Lübeck für die nach den dänischen Lan⸗ den gehenden oder aus denselben kommenden Posten nach dem Muster der in Hamburg bestehenden dänischen Post, für die Dauer des Be⸗ triebes auf der Lübeck⸗Büchener Eisenbahn eingeräumt, so jedoch, daß die bisherigen Post⸗Conventionen im Uebrigen in Kraft bleiben. Auch sollen diese Zugeständnisse Lübecks allesammt erst mit der Eröffnung der Lübeck⸗Büchener Eisenbahn zur Ausführung kommen. I“

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eugnen kann, ohne unwahr zu sein. Danzig, den 20. Juni 1847. 8

(gez.) Karl Steimmig. C(. H. Zimmermann. Dr. Liéven. G 52 G. Lindhberg. Karl Herrmann. F. W. Krüger.

Fr. Henning. Ludwig Philipp Abegg Rathke. Ebbbbhaan.

R. Steimmig. F. 8 thhn Goldschmidt.

A. Fr. Clebsch. L. Hensel.

S. J. Semon. 8 B. Weiß.

Heinrich Behrend. A. Morwitz Heinrich M. Boehm. Plantiko. 3 Rudolph von Albrecht. LWN

Dr. Bramson. Dr. Theodor Cohn. J. J. Hartwig. Joh. Karl Braeger. S. A. Groddeck. L. H. A. Norden. C. G. Trojau. H. K. Schmidt. Otto W. Rosenmeyer. 8 H. W. Klose.

Dr. Semon. Th. Behrend.

Dr. von Quehl. Siegfried Normann. A. Schmidt. .W. Otto.

Dr. Günther. F. Kunzmann.

E. Grohte.

A. Gumprecht. . G. Steffens.

G. Davié. Jakob Morwitz. G. Tennstaedt. Bd. Haußmann. h. Rodemacher. Z. Lillup. J. Ibel.

C. Grade Rosenmeyer I. 1— 8 E. Kaufmann. Stoddael. Karl Ußhagel. red Reinick. W. Frantzius jun. .Hirsch. 1 A. J. Wendt Pete S. Kadens. C. H. Buleke. C. H. Biebink. F. Rottenburg. Robert Wendt. T. Bischoff. J. Gaedstein. Albert Novilen. E. R. von Frantzens. W. Hoene. C. L. von Duesburg, Dr. Schönemann.

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Eisenbahnen. Lübeck, 26. Juni. (H. C.) Nach der heutigen Rathssitzung

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verbreitet sich hier die frohe Kunde, daß am 23 d. zu Kopenhagen, zur Beendigung der daselbst seit kurzem über die von Seiten Däne⸗ marks unlängst der freien und Hansestadt Lübeck bedingt ertheilte Zusage der Gestattung einer Lübeck⸗Büchener Eisenbahn gepflogenen Verhandlungen, von den beiderseitigen Kommissarien ein Staats⸗ vertrag unterzeichnet worden ist. So viel bis jetzt über den Inhalt desselben verlautet, hat die dänische Regierung in die Herstellung einer Eisenbahn⸗Verbindung zwischen Lübeck und Büchen in möglichst gerader Linie zum Anschluß an die Berlin⸗Hamburger Eisen⸗ bahn jetzt definitiv gewilligt, auch, im Hinblick auf die bereits im Bau begriffene Zweigbahn von Büchen nach Lauenburg, die Fortsetzung dieser Eisenbahn bis Lüneburg zum Anschlusse an die hannoverschen Staatsbahnen thunlichst zu fördern versprochen, endlich auch ausge⸗ sprochen, daß die Lübeck⸗Büchener Eisenbahn in allen Beziehungen den durch das Herzogthum Holstein gehenden, die Elbe und Ostsee verbindenden jetzigen oder künftigen Eisenbahnen gleich behandelt wer⸗ den solle. Was dagegen die lübeckischerseits gewährten Zugeständ⸗ nisse betrifft, so sollen diese im Wesentlichen folgende sein: die bis⸗ her von Lübeck in Anspruch genommenen Hoheitsrechte über die Steckenitz und Obertrave werden, so weit das dänische Territorium reicht, abgetreten, doch soll es hinsichtlich der Steckenitz⸗Zölle, so wie hinsichtlich der Unterhaltung der Steckenitz, bei den bisherigen Ver⸗ hältnissen, wonach die ersteren einer gemeinsamen Regulirung unterliegen und hinsichtlich der letzteren Lübeck ein Recht auf eine gewisse Einwirkung,

Berlin, den 30. Juni 18447. Inländische Fonds: ELfandbriese, Kommunal- Papiere und Geld- Course.

Geld. Gem. Zf. Brief. St. Schuld-Sch. 92 ½ Kur- u. Nm. Pfdbr. 3 ½ 94 ¼ Seeh. Präm. Sch. x Schlesische do. 3 ½ K. u. Nm. Schuldv. 3 3⁄. do. Et. B. gar. de. 3 58 Berl. Stadt-Obl. 3 ½ 92 Westpr. Pfandbr. 5 93 ¼ Friedrichsd'or. Grossh. Posen do.] 1013 Augustd'or.

do. do. 93 Gold al marce. Ostpr. Pfandbr. 3 ) Discouto. Pomm. do.

Ausländisohe Fonds.

Russ. Hamb. Cert. do. beillope 3.4 S. do. do. 1. Anl. de. Stieglitz 2.4 A do. v. Rothsch. Lst. 5 ZE

do. Poln. Schatz 0. 4 80 ½ 79 do. do. Cert. L. A.5 94 ½ 40. do. L. B. 200 Fl. 16½

Pol. n. Pfdbr. u. C. 4 95 ½

Poln. neue Pfdbr.] do. Part. 500 Fl. do. do. 300 Fl. 94 IIamb. Feuer-Cas. do. Staats-Pr. Anl. Holländ. 2 „% Int. Kurh. Pr. 0. 40 Th. Sardin. do. 36 Fr.

Neue Bad. do35 Fl.

5 5 4 4

Eiisenbahn - Actzen.

Volleing. 2t. Z2t. Amst. Rott. % Rhein. Stm. 4 85 B. a. Aruh. Utr. 3 do. Prior. Berl. Anb. A. do. v. St. gar. do. ior. Sächs. Bayr. Berl. Hamb.] J[Sag.-Glog. do. Prior. 4 . GS. do. Prior. Berl. Stett. St.-Vohw. Bonn-Cöln. Thüringer. 94 ½ G. Bresl. Freib. WIhb. (C. O.) 86 B. do. Prior. Zarsk. Selo.

87 G. 56 bz.

80 B

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Cöth. Bernb. 9 Cr. Ob. Sch. 77 ½ G. Quitt.- Bogen.

Düss. Elberf. 103 ½˖ B. do. Prior, 4 —% Gloggnitz.

Bingez.

Aach. Mastr. 20]/ 83 ¼ bz.

Berg. Mrk. 50] 84 ½ G.

Berl. Anh. B. 45 104 a 1095 G. Bexb. Ludw. 70 Brieg-Neuss. 55

Chem. Risa. 80 Cöln- Mind. 90 94½ 8 2 b; G do. Thür. V. 20 84 ½ B.

Dresd. Görl. 90/ 100 G.

Löb. Zittau. 70 Magd. Witt. 30

Mecklenb. 60

Nordb. F. W. 60 725 u. bz. Rh. St. Pr. 70.

Starg. Pos. 40 84 a 4 bz.

Hmb. Bergd. Kiel-Alt. Lpz. Dresd. Magd. Halb. s- Magd. Leipz.4 do. Prior. N. Schl. Mk.] do. Prior. do. Prior. Nrdb. K. Fd./4 0. Schl. Lt. A4l] 105 B. do. Prior. 4 do. ELt. B. 4 99 B Pts. Mgdb. 4 97 G. do. Pr. A. B. 4 92 ½ bz. do. do. 5 101 bz.

88 G. 92 ½ bz. 101 ¾ G.

(Schluss der Börse 3 Uhr.)

Getraide-Bericht

Am heutigen Markt waren die Preise wie folgt: Weizen nach Qualität von 112 —120 RBthlr. Roggen loco 94 96 Rthlr.

Lieferung pr. Juli 84 85 ½ Rthlr. bz. pr. Juli./ August 75 Rthlr. bz

Gerste loco 72 Rihlr. 1“ Hafer loco nach Qualität 42 45 Rihlelx. SHagx. iumn Lhz Ha.. Rüböl loco 11 if Rthlr. 8n ra asast-has. 7% as 88 5 3 wns rch, ur He Kanal-Listen: 8 Den Finow-Kanal passirten am 29. Juni: 49 Waopl. 834 Wospl. Roggen, 185 Wopl. Hafer, 2694 Ctr. Mehl.

5 % spas. 1723⁄3⁄5.. Preuss. Pr. Sch. —8.

Auauswärtige Börsen. Amsterdam, 26. Jani. Niederl. wirkl. Sch. 57 . 3 +% do. 37. Paas. —. Ausg. —. Zinal. —, Polo. —. 4 % Russ. Hope 90 ½.

Antwerpen, 25. Juni. Zins’. —.

Frankfurt a. M., 27. Juni. 5 % Met. 107 ⅞. . 1956.54. Bayr. Bank-Actien —. Hope —. Stiegl. —. Poln. 300 Fl. 97 ½ G. do. 500 Fl. 81. 80 ½.

HBank-Actien p. ult.

Int. 58 . 58 ½.

Hamburg, 29. Juni. Rank-Actien 1610 Br. Bungl. Ruas. 106 ¾˖ Br.

London, 25. Juni. Cons. 3 % 88 ½. 9½. Belg. 95.94. Neue Anl. 22 b. 22. Passive 5. 4 ½. Ausg. Sch. 16. 15. 2 ½ % Holl. 58 ½. ½. 4 % do. 9⁰cʃ- 89 ¾ Port. —. Eugl. Russ. I11I4¼. 110 ¾. Bras. 84. 83. chli 93.91. Mex. 20 ½. 20. Peru 37. 35.

P aris, 26. Juni. 5 % Rente üfin cour. 117. 90. 3⁰% do. fin cour. 77. 55.

Neapl. —. 3 % Span. 3¹1¼. Pass. —.

W ien, 28. Juni. 5 % Met. 106 ½. 4 % 4o. 97. 3 % do. 69 Bank- Actien I1615. Anl. de 1834 153 ½. de 1839 119 ¼. Nordb. 162. Gloggn. 122 ½.

Meteorologische Beobachtungen. 8.

Morgens Nachmittags Abends Nach einmwmahger 6 Ubr. 2 Urr. 120 USBr. Beobachtung.

29. Juni.

337,24% Par. 337 110⁄Par 337,20“Par. Quellwärme 7,7“ R. + 14,19 K. + 19,9“ Rk. + 15,00 R Plusswärme 16,40 k + 8,1°9 n. + 9,0°0 + 9,0“°9 R. Bodenwärme 17 0 0 Dunstsättigung. 62 pCt. 44 pot 59 pCt. Ausdünstung 0,005 REb. 84&88988ö beiter. halbheiter bezogen- Niederschlag 0,011 ⁄Rb. NW NW. W. Wärmewechsel† 20,6 Wolkenzug... 0. + 13 1

Tagesmittel: 337 19 % Par.. + 16 3*9 R... +† 87° K.. 55 pcCt.

Luftdruck Luftwärme...

Thaupunkt . . . .

Königliche Schauspiele.

Donnerstag, 1. Juli. Im Schauspielhause. 106te Abonnements⸗ Vorstellung: Valentine, Schauspiel in 5 Abtheil., von G. Freytag. (Herr Schneider: Georg Winegg.)

Freitag, 2. Juli. Im Opernhause. 78ste Abonnements⸗Vorn stellung: Die Brandschatzung. Hierauf: Die Willys. Anfang halb 7 Uhr. 1 Zu dieser Vorstellung werden Billets zu folgenden mittleren Opernhaus⸗Preisen verkauft: 8

Ein Billet in den Logen des Prosceniums 1 Rthlr. 10 Sgr., in den Logen des ersten Ranges und ersten Balkons, so wie zur Tribüne, 1 Rthlr. 10 Sgr.; im Parquet und in den Logen des zwei ten Ranges 1 Rthlr.; in den Logen und im Balkon des dritten Ran ges, so wie im Parterre, 20 Sgr.; im Amphitheater 10 Sgr.; in den Fremden⸗Logen 2 Rthlr.

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.

Allgemeine

Bekanntmachungen.

[636] Sööue

bezeichneten Personen: 1) der Zieglergeselle Wilhelm Carl Kielmann, genannt Mewis, aus Perleberg, welcher wegen Diebstahl, Si 2) der Leinewebergeselle Friedrich Carl Schütz aus Geburtsort: Zittau, welcher wegen Landstreicherei in Verhaft gewesen, in der vergangenen Nacht mittelst Ausbruchs entsprungen.

Sämmtliche Civil⸗ und Militair⸗Behörden werden er⸗ sucht, auf dieselben Acht zu haben, sie im Betretungs⸗ falle zu verhaften und an uns abliefern zu lassen.

avelberg, den 28. Juni 1847. Königl. Preuß. Land⸗ und Stadtgericht. Signalement des Kielmann. Geburtsort: Perleberg, Vaterland: Preußen, gewöhn⸗ licher Aufenthalt: Perleberg, Religion: evangelisch, rissen, Hosen: Stand, Gewerbe: Ziegler und Arbeitsmann, Größe: 5

genbrauen: blond, Augen: blau, E“ 1 klein, Zähne: unbekannt, Bart: se Meuns; Grübchen, Gesichtsfarbe: gesund, Gesichtsbildung: läng⸗ lich, Statur: stark, Sprache: deutsch, Alter: 25 Jahr besondere Kennzeichen: eine feine Narbe am rechten Un⸗ terarm.

Hemde: leinen.

Bekleidung des Kielmann. Rock: grün, Coiting mit übersponnenen Knöpfen. Ho⸗ b sen: von grauem Sommerzeuge, blaugestreift. Schuhe. Aus dem hiesigen Kriminal⸗Arrest sind die nachstehend Mütze: von schwarzem Tuch mit Schirm. Weste: von hellblauem Tuch mit gelben Knöpfen. Halstuch: schwarz, halbseiden. Strümpfe: weiß wollene. Hemde: leinen. nalement des Schütz. Zittau, Vaterland: Sachsen, gewöhnli⸗ Zittau, Religion: evangelisch, Stand, Gewerbe: Leinewebergeselle, Größe: 5 Fuß 3 Zoll, Haare: schwarz, Stirn: breit, Augenbrauen: braun, Augen: blangrau, Lippen, Zähne: unbekannt, Bart: fehlt, Kinn: rund, Gesichtsfarbe: gesund, Gesichtsbildung: breit und voll, Statur: schlank, Sprache: deutsch, Alter: 22 Jahr, be⸗ sondere Kennzeichen: fehlen. Bekleidung des Schütz. Rock: von grauem Tuch mit schwarzem Kragen, zer⸗ 8 von grau und schwarzgestreiftem Som⸗

cher Aufenthalt:

merzeuge, zerrissen. zem Tuch mit ledernem Schirm. Weste: roth und blah⸗ mit blanken Knöpfen, zerrissen. Halstuch: weiß kattun.

Thorn, den 12. Mai 1847. Nase: spitz, Mund: ziemlich dicke

[508] Pörso cl a m a. 8 Nothwendiger Verkauf.

Das im Kreise Thorn belegene Erbpachts⸗Vorwerk Zielin, bestehend aus 674 Morgen 120 Quadratruthen, und im Jahre 1843 auf 8314 Thaler 3 Silbergroschen gerichtlich abgeschätzt, zufolge der nebst Hopothekenschein in der Registratur einzusehenden Taxe, soll zum Zweck der Auseinandersetzung zwischen den

den 20. Dezember d. J., Vorm. 11 Uhr, an ordentlicher Gerichtsstelle subhastirt werden.

Königl. Land⸗ und Stadtgericht. Loeffler.

Schwerin bei Herrn Kommissions⸗Rath A. Hinrichsen.

Auch werden die fälligen Coupons bei unseren sämmt⸗ lichen übrigen Kassen in Zahlung angenommen.

In Hamburg können Zins⸗Beträge von Preuß. Cour. 50 Thlr. oder mehr nach Wahl des Inhabers auch in Banko abgeschrieben werden zum festen Course von 150 ℳ. 8

Berlin und Hamburg, den 12. Juni 1847.

88 SEWEEEEI1ö

Augg

Miteigenthümern

[708 b]

[655 b] Berlin⸗Hamburger

Halbstiefeln. Mutze: von schwar⸗

Eisenbahn. Mit dem 1. Juli c. tritt die erste Zinszah⸗ 5

lung für die Prioritäts⸗ . Obligationen unserer Ge⸗ sellschaft ein. In Berlin und in Hamburg ge⸗ Ihe, schieht dieselbe von diesem *Tage ab, von 10 bis 1 Uhr Morgens bei un⸗ serer Haupt⸗Kasse, in

.3 90 aus dem notariellen Protokolle über die General⸗Versammlung der Aectionaire der Magdeburg⸗Wittenbergeschen Eisenbahn⸗Gesellschaft

am 8. Juni 1847. 8 Nachdem der gedruckte * ü Bericht des Direktorii hn 9. über die seit dem Zu sammentritt der Gesell⸗ schaft geführten Geschäfte nebst angefügtem Rech⸗ nungs⸗Abschlusse an die Herren Actionaire ver⸗ theilt und aus dem Er⸗ steren auf Beschluß der