1 Beil Allgemeinen Preußischen Zeitung.
Königsberg, 14. Juli. Getra 'de. Zufuhr gering. Gerste] Damar, 1200 St. Büffelhörner, 172 Säcke Pfeffer, 1518 Säcke Reis, 20 2 “ düesh 81s 1e,S S ten Schst., Weizen, Roggen, Hafer, Erdsen sind nicht zu Markt Kisten Sago, 37 Ballen 1107 Körbe 1⸗9 Tea 2 Nisten Then 4 be “ g e ur L-gn 88 Sonntag den 18 Juli.
2 900 St. Häute, 183 Blöcke Zinn;z von Loanda und Benguela pcvr. “ — — 28 W K.g, 486,,489: Juli. An der Börse wurden heute verkaust: poln. han 2 eenn9 2e” „v b2 7 g .8 2707 Ar⸗ ———ÿ—ꝛꝛ:ü————ᷓ — m öõ—O—C—ꝭ—C—C——ÿU⸗ʒ—em.m. . .:ͤöͤ—— 2 Veizen 4 L. 128pf. und 9 L. 130 — 31pf. a Cf. 660 pro Last, 23 L. roben . Gummi Kopal, 18/1, 2½, 3/¼, Pipen Palmöl; von 1 f 1 ug der wachsenden Tageszi Was Klein⸗ d betrifft, so umfaßte “ vn Preisen 0 L. 133pf., 18 L. dito und 36 L. 133 — 34pf. zu unbekann⸗ . 8 a Ä. 259 6. er⸗ Inland. ei⸗ Preußen. Die 54 Gesellschaft für wird nebst aufgelaufenen Stückzinsen an den venbete-Aasen der Eisenbahn⸗ 913,98 ö222
3 ; n . ben Sprit; Lithauen. — de i innen. 1 ⸗ 8 Tons Eisen; von Antwerpen 1056 Brode Zucker; von St. Peters⸗ . EEEE“ d-n beh b. alen. den Peefbecen eegemnen Felhenoen⸗ 3 n 985,16 47,667
t 3 lands neuesten Zeit verleugnet und namentlich das ,— 8½ —
Anlei illschweigend gebilligt. 1 — —2 üsch Gepentheil Kolettis hatte sich an das rüssische Kabinet gewendet und um dessen Verwendung in London ge⸗
in Bezug auf das drohende Verhalten Englands hin⸗ ra e g Griechenland zu leistenden Zahlungen, dann wegen der Anwesenheit Kalergis' auf Zante, und in beiden Fällen hat Ruß⸗ land mit der unzweideutigsten Bereitwilligkeit dem gestellten Ansuchen
Ftn. 88* ““
11“
das Gouvernement —
acher die Absendung des englischen Geschwaders nach dem ägäi⸗
eer und die Art wie die Anforderungen in der Geldfrage -àI⸗ worden, als auch die Berücksichtigungen, die Kalkergis in England und auf Zante zu Theil wurden, zu mißbilligen; in Pa⸗ ris soll es, und dies dürfte noch mehr vielleicht als das Frühere als Beweis wirklicher Theilnahme dienen, den Rath ertheilt haben, in den Aeußerungen günstiger Gesinnungen für Griechenland, insbeson⸗ dere für Kolettis, Maß zu halten, um in England nicht anzustoßen und die dortige gereizte Stimmung gegen Griechenland zu verschlim⸗ mmern. Die Rathschläge, welche das russische dem griechischen Kabinet gegeben, scheinen die ganze Aufmerksamkeit des griechischen Ministe⸗ riums auf die Finanzen gelenkt zu haben, und Herr Kolettis soll über diesen Punkt mit einer Arbeit fertig geworden sein, die, zu einer Dar⸗ 8 stellung der finanziellen Lage des Königreichs für die drei Schutz⸗ maächte bestimmt, wie Alles, was aus der Feder dieses ausgezeichne⸗ ten Staatsmannes fließt, ein wahres Meisterstück sein soll. § beweist darin, daß Griechenland binnen zehn Jahren nicht nur seine Verbindlichkeiten alle getilgt, sondern auch bedeutende Ueberschüsse im Staatsschatze gewonnen haben werde.
Handels- und Börsen-Nachrichten Berlin, den 17. Juli 1847.
Wechsel-Course.
Brief.
Kurz 142
2 Mt. — Kurz 152 ½ 2 Mt. 150 ⅔ 3 n¹6. 6 23 6 2 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 2 Mt. — 8 Tage 100 Ss
2 Mt. 99 ½ 99 ½ 2 Mt. — 56 12 3 Wochen 108 ½ U 108 ¼
4
Geld. öI1“ 250 FI. V
140 ½ 151 ¾ 150 ½1 22 ½ 79 ¼⸗ 102 ½ 101 ⅔ 99 ⅓
103½ Augsburg — Breslau. EE111’1“X“; 100 Thlr.
Leipzig in Courant im 14 Thl. Pussz 100 Thlr. Frankfart a. M. südd. W... 100 Fl. Petersburg 100 sR¹l.
Inländische Fonds: Lfandbrief-, Kommunal Papiere und
8 Geld-Course.
Geld. Gem. 93
Zf. Brief. St. Schuld-Sch. 93 ½ Seeh. Präm. Sch. — 90 ¾ K. u. Nm. Schuldv. 3 ½ — 89 ¼ Derl. Stadt-Obl. 3 ½ 93 — estpr. Pfandbr. 3 ½ 93 ½ grossh. Posen do. — 93 ½
2Zf. Kur- u. Nm. Pfdbr. 3 Schlesische do. 3 . do. Et. B. gar. de. 3 ½⅔ Pr. Bk-Anth.-Sch —
Brief. 94
Geld. Gem.
102 Friedrichsd'or. Augustd'or.
Disconto.
do. do. e 93 Ostpr. Pfandbr. 96 ¼
Pomm. do. ’ 5 —
Ausländisohe Fonds.
Russ. Hamb. Cert. — do. beilIope 3. 4. S. — do. do. 1. Anl. do. Stieglitz 2.4. A do. v. Rothsch. Lst. do. Poln. Schatz O. 85 do. do. Cert. L. A. 96 10. do. L. B. 200 Fl. — — Sardin. do. 36 Fr. —
Pol. a. Pfdbr. n. C. 4 955¼ Neue Bad. do35 Pl. —
88 Fisenbahn- Achen.
Poln. neue Pfdbr. 4 do. Part. 500 Pl. 4 do. do. 300 Fl. — HHamb. Feuer-Cas. 8
1 95 ½
111¾
do. Staats-Pr. Anl. — IIollänc-l. 23211a0. 22 — Kurh. Pr. 0. 40 Th. —
Volleing. 20
Amst. Rott. Arnh. Utr. Berl. Anb. A. do. Prior. Berl. Hamb. do. Prior. Berl. Stett. Bonn-Cöln. Bresl. Freib. do. Prior. Cöth. Bernb. Cr. Ob. Sch./4 Düas. Elberf. 4 do. Prior. 4 Gloggnitz. Hmb. Bergd. Kiel-Alt. Lpz. Dresd. Magd. Halb. Magd. Leipz. do. Prior. N. Schl. Mk. do. Prior. do. Prior. Nrdb. K. Fd. O0. Schl. Lt. A do. Prior. do. Lt. B. Pts. Mgdb. do. Pr. A. B. do. do.
Rhein. Stm. 87 ½ B. 87 G. do. Prior. —
do. v. St. gar.] —
Sächs. Bayr. 88 ½ bz. Sag.-Glog. 58 6.
do. Prior. 4 ¼ — St.-Vohw. 79 ½ bz. do. Prior. 100 ½ ,6 97 ½ 0. 86 ½⅞ B. 102 ½ 6. 72 ½⅔ bz.
—
Thüringer.
Wlhb. (C. O.) do. Prior. Zarsk. Selo.
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Ouit. Bog. ³ à 4 % 9%
Aaech. Mastr. 30] 84 ½ Derg. Mrk. 50 Derl. Anh. B. 45 Bexb. Ludw. 70 Brieg-Neuss. 55 8 Chem. Risa. 80 Cöln-Mind. 90] 97 ½ 4 98 bz. 4o. Thür. V. 20 — 102 ½ bz.
91 ½ 6G. 93 8¾ à ³
102 ⅜˖ 6G. 108 ⅛ 6.
102 ¼ B. 103 G. ½ h. 93 6.
102 B.
Dresd. Görl. 90 Löb. Zittau. 70 — Magd. Witt. 30]/ 86 ½ beax. Mecklenb. 70] 74 n. Nordb. F. W. 65] 73 ¾ be. Rh. St. Pr. 70] 92 ¼ 6. Starg. Pos. 50 4 ¼ (Schluss der HBörae 3 U⸗hr.)
Mit den meisten Eisenbahn-Actien war es heute wied besonders belebt blieben Köln-Minden, obschon EET1 Börse offerirt waren. gs der
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Getraide-Bericht. Am heutigen Markt waren die Preisc wie folgt:
Roggen loco 90 — 85 Rthlr. nominell.
8 Lieferung pr. Juli 74 — 70 ½ u. 71 Rthlr. bz. u. G.
24 2. Pr. August 63— 60 u. 61 Rthlr. bz. u. G. Gerste loco 70 Rthlr. Hafer loco nach Qnalität 38 Rüböl loco 11 ¼ Rthlr.
— Herbat 11 ½ Rthlr.
Kanal-Listen: Den Finow-Kanal passirten am 15./16. Juli: 225 Wapl. Weizen, 1207 Wapl. Roggen, 206 Wapl. Haser, 8644 Ctr. Mehl. Die FAe0rea. h h⸗ erfuhren auch heute einen weiteren Rückgang, und bleibt besonders loco Waare schwer abzusetzen. 8 .
In London soll Rußland kein Bedenken getragen ha⸗
Kolettis)
Stettin, 46. Juli. (B. N.) Getraide. An unserem Getraide⸗ e war es Ausgangs voriger und Anfangs dieser Woche ziemlich fest, 2 A4 desselben nahmen sogar theilweise wieder einigen Aufschwung. 8¼ je seitdem von vielen Seiten eingelaufenen flauen Berichte ist es ve 8 neuerdings flauer geworden, und die Preise neigen augen⸗ 8 ich entschieden zum Weichen, wenngleich nicht in dem Grade, als N s es sich vorgestellt haben mögen, da noch immer ein zu bedentender, 8. er Bedarf sich zeigt, der auch, wenngleich nur mit Zurückhaltung und
orsicht sich zeigend, doch unfehlbar noch längere Zeit anhalten wird, da wir von der neuen Aerndte vor Ende September oder Anfangs Oktober in Betracht kommende Zufuhren nicht wohl erwarten können. 9 hat übrigens in den letzten Tagen eine Ausnahme von die⸗ em eichen dadurch dargeboten, daß wegen der bald wieder dafür eintre⸗ tenden Mahlsteuer manche Baͤcker noch jetzt rasch sich damit zu versorgen suchen. Es ist Mehreres davon zu 3 à 4 Rthlr. höheren Preisen verkauft eez als noch kurz vorher zu machen war, und zwar 121 bis 127./ “ 108 à 112 Rchlr. Für 129/130 pfd. gelben wird 118 Rthlr., 21./ 22pfd. weißen und 123/124 pfd. gelben 112 Rthlr. augenblicklich verlangt. Auf Roggen, der eine weit geringere Mahlsteuer giebt, ist das bevorstehende Wiedereintreten derselben von keinem Einsluß gewesen, und man würde solchen, namentlich in russischer Waare, heute um Mehreres billiger kaufen köͤnnen, als zu Anfang der Woche. In loco wird 80 pfd. ged. russ. zu 74 Rthlr. offerirt und würde 1 à 2 Rthlr. billiger sicherlich dafür anzukommen sein. Auf Lieferung pro Juli ist 65 Rihlr. aug enblicklich noch geboten, pr. August 62 Rthlr. als nomineller Preis pr. Sep⸗ tember/ Oktober, auf welchen Termin, wie man vernimmt, Manches in Blanco für rheinische Rechnung hier verkauft worden, zu 54 Rthlr. offerirt, pr. Frühjahr 1848 50 Rthlr. noch zu machen. Gerste geht noch bei Klei⸗ nigkeiten in guter 101./102pfd. großer Waare zu 61 — 60 Rthlr. ab und ist im Ganzen sehr wenig mehr zu haben. Auch Hafer wird nur bei Kleinigkeiten gekauft, wofür nach Qualität 38 a 40 Rthlr. bezahlt wird. Erbsen ohne alle Kauflust, 65 a 70 Rthlr. nominell. Russ. Roggenmehl ist in feiner Waare zu 5 à 6 ½ Rthlr. pr. Ctr. nach Qual. zu haben. Von ordinairem oder sog. Schrootmehl sind starke Zufuhren, zum Theil in schlechter Beschaffenheit, eingetroffen und wird dergleichen zu 4—3 ½ Rthlr. offerirt. 1 Saamen. Mit Oelsaamen scheint es sich entschieden zum Rückgange neigen zu wollen, nachdem man fast von allen Seiten mehr und mehr hört, daß der Ertrag der Aerndte ein ziemlich lohnender ist. Bei kleinen Par⸗ tieen von Produzenten ist Winter⸗Rübsen, auch mitunter Rapps, zu 76 bis 75 Rthlr. gekauft und bei größeren Partieen zu 78 Rthlr. wohl anzukom⸗ men. Kleesaamen und sonstige Saamenarten still und unverändert. Allkalien noch fast ganz unverändert. Pottasche ohne Umsatz; ge⸗ fordert wird: für kasan. Poftasche 10—10 ½ Rthlr., amerik. Steinasche 10 ¼½ Rthlr.; Soda, calcionirte 4 ½ — 5 ½ Rthlr. nach Stärke, krystall. 3 — 3 ½ Rthlr. gefordert, Beides unversteuert. Metalle unverändert. Butter findet in mittel und ordin. Pfd. höher anzunehmen sind, verändert.
Sorten, welche um 3 Pf. pr. noch immer willige Abnehmer. Feine un⸗
„Spiritus aus erster Hand zur Stelle und aus zweiter Hand 14 ℳ, für den Augenblick nominell, da Verkäufer zurückhaltender geworden sind und erst weitere Nachrichten über die Kartoffelkrankheit abwarten wollen. Fettwaaren. Rüböl flauer, in loco zu 11 ½¼ Rthlr. gekauft, pr. Sept./ Okt. zu 11 ¾ Rthlr. zu haben. Leinöl 10 ½ — 10¾ Rthlr. ohne we⸗ sentlichen Umgang. Palmöl auf 14 ½ — 14⅛ Rthlr. gehalten. Von Baumöl, Gallipoli würde ex Schiff augenblicklich eine mäßige Partie etwas billiger zu haben sein, zu 15½ Rthlr. unversteigert, wozu aber anderweitige Ver⸗ käufer, die etwas höher halten, fehlen. Malaga 15 — 15 ½ Rthlr. unver⸗ steuert. Thran, Süddsee ist in einzelnen Fällen ein wenig billiger gekauft, zu 8 —8 ¼ Rthlr., wozu aber nicht mehr anzukommen zu sein scheint. Brauner Leberthran, berger auf 19 Rthlr. gehalten, schott. zu 18 Rthlr. gekauft. Für berger blanken 21 ¼ Rthlr. gefordert.
Heringe. Von neuen schott. Matjes ist seit unserem letzten Berichte noch eine Ladung angekommen, die zu einem etwas billigeren, nicht genau bekannt gewordenen Preise begeben ist. Vom Lager und aus zweiter Hand wird für diese Gattung noch 10 ¾˖ à 11 Rthlr. unverst. gefordert. Auch von altem (vorigj.) schott. Fullbrand ist unerwartet noch eine Ladung eingetrof⸗ fen, die sehr gut konservirte Waare zeigte und zu 5 Rthlr. 9 à 10 Sgr.
unverst. begeben worden ist. Mit norweg. Vaar bleibt es fortwährend äu⸗ ßerst still, da die dafür geforderten Preise im Verhältniß zu denen des schot⸗ tischen zu hoch sind. Nur von kleinerem ist etwas zu 4 ⅞ Rthlr. unverst. abge⸗ gangen, großer, jedoch auch vielfach mit kleinem vermischt, ist zu 5 à 5 ½ Rthlr. ganz nominell. Von norweg. Fetthering ist neuerdings nichts angekommen, Preis nominell nach den verschiedenen Sorten 5 ½ à 8 Rthlr. unverst. Von Kü⸗ stenhering erscheint äußerst wenig und ist solcher nicht unter 5 ½ Rthlr. zu haben, während an der Küste zum Theil schon 5 ¾ Rthlr. gefordert wird.
Von sonstigen Waaren hat Syrup vermehrte Frage gefunden, wäh⸗ rend die Vorräthe davon sich stark vermindert haben. Kolner in beliebtesten Marken ist zwar in loco noch zu 9 a 9 ½ Rthlr. gekauft, würde dazu aber Nec einenh aag gg. auf Lieferung selbst zu 9 ½ a 9 ¾ Rthlr. anzubrin⸗ gen sein. Unsere Siedereien verlangen für ihre Waare, bei 8 Vorrathe, 9 ½ Rthlr. W „J11“
Kaffee ist ohne wesentlichen Umsatz geblieben, da es an Vorra Auswahl fehlt. Von dem jüngst in Unecbon verkauften Kuba ist nach dem Innern abgegangen.
Reis im Ganzen stille, durfte aber, auf Grund der bevorstehenden Wiedereinführung der Steuer, bald wieder mehr Frage finden. Carolina 1ma rar, 10 ¾ Rthlr. bezahlt, geringere Gattungen bis 93, Rthlr. abwärts⸗ Eine von Laurwig angekommene, dort geschälte Partie wird auf 10 i Rthlr. 8eeg. Java 8 ½⅞ Rthlr. bezahlt. Bengal auf Lieferung 7 ½ Rthlr. noch zu haben.
Gewürze. Piement auf 18 Rthlr. unverst. gehalten. effer in schwerer Waare 11 Rthlr. unverst. bezahlt. Pfest Südfrüchte. Rosinen, Cisme 7— 0¾ Rthlr. unverst. zu haben. Ko⸗ rinthen 13 ½ Rthlr. unverst. Mandeln, süße sicil. 19 Rthlr., bittere 22 ½ Rthlr. unverst. zu haben.
* Breslau, 16. Juli. Getraide. Weizen weißer 4 Rthlr 20 Sgr. — 5 Rthlr. — 5 Rthlr. 10 Sgr., gelber 4 Rthlr. 20 Sgr. — 5 Rthlr. — 5 Rthlr. 7 ½ Sgr. Roggen schlesischer 3 Rthlr. 20 Sgr. — 3 Rthlr. 27 5½ Sgr. — 4 Rthlr. 5 Sgr. ausländischer 2 Rthlr. 25 Sgr. — 3 Rthlr. 2 ½ Sgr. — 3 Rthlr. 12 ½,. Sgr. Gerste 2 Rthlr. 5 Sgr. — 2 Rthlr. 22 ½ Sgr. — 3 Rthlr. Hafer 1 Rthlr. 11 Sgr. — 1 Rthlr. 12 ½ Sgr. — 1 Rthlr. 15 Sgr. 8
Rapps 10:0 nach Qualität 86—88 Sgr., auch bis 90 Sgr. Auf Lieferung zu früheren Preisen viel Kauflust. Winter⸗Rips 86 Sgr. willig zu machen. 8
Spiritus heute etwas fester und für loco Waare 12 Rthlr. bez.
Rüböl ohne Veränderung.
Roggen⸗Mehl, petersburger heute a 3 Rthlr. pr. Ctr. offerirt.
Am Wetraidemarkt war es heute außergewöhnlich still, die Zufuhren, namentlich von Weizen, waren sehr mäßig, der Begehr aber auch nicht groß, so daß ein abermaliger Rückgang der Preise eintrat. Kartoffeln wer⸗ den bereits a 1 ½ Sgr. pro Metze verkauft.
Köln. 14. Juli. Getraide. (2 ¼¾ Scheffel.) Weizen 12 ⅞ Roggen 8 a 7217 Rthlr., dito Juli 7 Rthir. Hafer 4 Rihlr. “
Rappsaamen 10 ¾ Rthlr. 3
Rüböl compt, 31 ¼, dito pr. Okt. 31¾ Rthlr. 8
Hambur 1 ische Einfuhr. hambe Vord g, 16. Juli. Ueberseeisch fuh
18,000 Pfd. Wallfischbarden; von Singapore und Sourabapa 17 Säcke Kaffer, 591 Kisten Cassia lignea, 92,000 St. Cigarren, 180, Pi⸗
Aus der Südsee pr. „Hanseat“ 250 Fässer Oel, Sperm. 2074 Fässer 2- ge und
burg 788 Kuhlen Roggen.
Triest, 12. Juli. (Wochenbericht) Baumwolle. Während der letzten acht Tage sind 5116 Ballen verkauft worden, und zwar 879 B. Mako zu 39 — 45 Fl., 180 B. levanter zu 30 ½ — 33 Fl., 75 B. macedo⸗ nische zu 28 Fl., 3523 B. nordamerikanische zu 36—39 Fl., 246 B. bra⸗ silianische zu 40 Fl., 63 B. Surat zu 29 Fl. und 150 B. desgl. auf Lie⸗ ferung zu 31 Fl. pro Ctr.
arbwaaren. Die Verkäufe beliefen sich auf 140 B. Alizzari zu an,sen. Fl. pro Ctr. und 100 Ctr. persische Kreuzbeeren, zu unbekannten reisen.
Gummi. Die Verkäufe beschränkten sich auf 50 Ctr. arabicum in Sorten zu 75 Fl. pro Ctr.
Hanf. Verkauft 250 Ballen von Ferrara und Cento zu 15—16 F ro Ctr.
5 Knoppern. Während der verflossenen Woche sind 3050 Ctr. zu bis 11 ¾ Fl. pr. Ctr. abgegangen.
Metalle. Verkauft: 400 Kisten Stahl zu 134 — 116 Fl. der Mei⸗ ler, 960 Kisten Weisblech zu 15 — 14 Fl. die Kiste und 150 Scheiben Zinn zu unbekannten Preisen.
Oel. Unter den während der verflossenen Woche abgegangenen 5400 Ornen waren 2800 O. von den Abruzzen, Apulien und Sicilien zu bis 24 Fl., 650 O. eßbares pugl. zu 24 ½ — 25 ½ Fl., 500 O. halbfeines und feines desgl. zu 27 — 32 Fl., 650 O. corfuer und levanter zu 23 — 21 ½ Fl 200 O. desgl. auf Lieferung zu 24 Fl. und 600 O. von Dalmatien zu 26 — 27 ½ Fl. pr. Orna. 8
Süd früchte. puglieser Citronen zu 7 ½ Fl. die Kiste, 500 Ctr. Feigen von Calamata zu 4 Fl., 150 Ctr. süße 85 Mandeln zu 256 — 27 Fl., 250 Ctr. rothe Rosinen von Samos zu 4 ¼¾ Fl. und 150 sicilianische Weinbeeren zu 17 ¼ F pr. Centner.
London, 12. Juli. Getraide. Die Zufuhren englischen Weizen am heutigen Markte waren gering und bald geräumt zu 3 bis 4 Sh. hö⸗ heren Preisen, als vor acht Tagen. Ein großer Zuspruch von Käufern au dem Lande machte, daß bedeutende Geschäfte in fremdem Weizen zu 2 — Sh. gesteigerten Preisen gegen vorigen Montag stattfanden. Amerikani sches Mehl wurde 1 Sh. höher bezahlt, Mahlgerste mehr gefragt Malz⸗Gerste und Erbsen unverändert, englische Bohnen rar und 2 Sh. theurer. Fremder Hafer bedang sich gut 6 Pce. bis 1 Sh. über die Notirung der vorigen Woche und hatte vermehrten Abzug.
Liverpool, 10. Juli. Baumwolle. Der heutige Umsatz vor Baumwolle beläuft sich auf 4000 B., wovon 200 B. Surate auf Specu⸗ lation genommen sind zu vollen Preisen. Der Markt schloß mit zunehmen der Kauf lust.
— 12. Juli. Der heutige Umsatz betrug 5000 B., sämmtlich ar Spinner. Preise fest.
Auswärtige Börsen.
Amsterdam, 13 Juoli. Niederl. wirkl. Sch. 58. 5 % Span. 17 ½ 3 % do. 36 ½. Pass. —. Ausg. —. Zinsl. —. Poln. 143 ½. Preuss. Pr. Sch. — 4 % Russ. Hope 90 ⁄1.
Antwerpen, 12. Juli. Zinsl. —. Neue Anl. 16 ½.
Augsburg, 13. Juli. Bager. 3 ½ % Oblig. 92 ¼ G. do. II. Sem. 1847 675 G. Oestrr. Anleh. v. 1834 154 G. Anleh. v. 1839 120 G. 5 % Met. 108. 107 ½. 4 % do. 97 ½ G. 3 % do. 70 ½. 69 ½. Bank-Actieu I. Sem. 160) 6. Württ. 3 ½ % Oblig. 89 ¼ Br. 4 ½ % 101 ½. 101. Fl. Loose 80 Br. Bad. 50 Fl. Loose v. 1840 59 Br. 35 Fl. Loose 37 Br. 3 ½ % 89 ¼ G.
Frankfurt a. M., 15. Juli. 5 % Met. 107 1. Stiegl. 89 ¼. Integr. 57 ½. Poln. 300 Fl. L. 97 ½. Bexb. 94 ½. Taunus B. Actien p. ult. 356.
HIamburg, 15. Juli. Bank-Actien 1600 Br. Eugl. Russ. 106 ⅞. 106 ¼. Hamb. Berg. Actien 96 Br. Magd. Witienb. 86 ⅜ Br. Hamb. Berl. 107 4. 107 ½. do. Prior. Act. 100. 99 ¼. Alt. Kiel 110 ¼ 110. Glückst. Ehmsh. 60 Br. Rendsb. Neum. 96 Br. Kopenh. Rothscb. 61 G. Meckl. 73 ½¼. 73.
Leipzig, 16. Juli. Leipz. Dresdn. Act. 116. 115 ½. Sächs. Bayer. 89 bez. u. Br. Sächs. Schles. 102 ¾½ Br. Chem. Ries. 58 ½. 58 ½. Löb. Zitt. 56 ½ Br. 229. G. Berl. Anh Lt. A. 119 Br. pr. Messe 119 G bez. u. G. Dess. Bank-Act. 100 ¼ G. Preuss. Bankanth. 109 Br.
Cons. 89. Int. 57 ⅛. 4 % do. 90 ⅞. Ard. 21 ½.
Bank-Act. 1955. do. 500 Fl. 81.
Mgd. Leipz. Lt. B. 107 ½ G. London, 12. Juli. 3 % Span. 32 ½. Port. 30 ¼. Paris, 13. Juli. 5 % Rente fin cour. 118.55. 3 % do. fin cour. 77. 60. Neapl. —. 3 % Span. 33 ½. Pass. —. . Wie n, 15. Juli. 5 % Met. 106 ½. 4 % do. 97. 3 % do. 69 Banlc. Aectien 1595. Anl. de 1834 155 ½. de 1839 122 ¼. Nordb. 166 ½. Gloggu. 122 ¾.
Meteorologische Beobachtungen.
Abends 10 Ubr.
Nachmittags Nach einmahger
Beobachtung.
1847. 16. Juli
22 „“ 32 Luftdruck 338,10“ „Par Luftwärme.ẽ +f 14,8, R. Thaupunkt... + 11,7 R.
. 70 Dunstsättigung. 79 pCt. Wetter halbbeiter.
NW.
Morgens 6 Uhr.
338,22 Par. Quelwärme
+ 12,4 ° R. + 9,80 k. 81 pCt.
halbheiter. halbheiter. NW. W.
Wolkenzug... 8 Nw. 8
Königliche Schauspielec.
Sonntag, 18. Juli. Im Opernhause. 84ste Abonnements⸗Vor⸗ stellung: Jubel⸗Ouvertüre, von C. M. von Weber. Hierauf: Der Seeräuber, großes Ballet in 3 Abth., von P. Taglioni. Anfang halb 7 Uhr. 1 Zu dieser Vorstellung werden Billets zu folgenden mittleren Opernhaus⸗Preisen verkauft:
Ein Billet in den Logen des Prosceniums 1 Rthlr. 10 Sgr. ꝛc. Im Königlichen Schloß⸗Theater zu Charlottenburg: Valentine. (Herr Schneider: Georg Winegg.) Anfang 6 Uhr.
Billets zu dieser Vorstellung sind bis Sonntag, Mittags 1 Uhr, im Billet⸗Verkaufs⸗Büreau des Schauspielhauses zu Berlin, und am Tage der Vorstellung selbst Abends im Schloß⸗Theater zu Charlottenburg an der Kasse zu haben.
Montag, 19. Juli. Kein Schauspiel. b
Dienstag, 20. Juli. Im Opernhause. 8öste Abonnements⸗ Vorstellung: Konzert der Geschwister Friederiecke, Julie und Hedda Berwald, Töchter des Königlich schwedischen Hof⸗Kapellmeisters, Rit⸗ ter, Herrn Johann Berwald, aus Stockholm. Hierauf: Esmeralda, großes Ballet in 2 Abth. und 5 Bildern. dn halb 7 Uhr.
Zu dieser Hergeang werden Billets zu folgenden mittleren
us⸗Preisen verkauft: 1* Se- Behen se den Logen des Prosceniums 1 Rthlr. 10 Sgr. ꝛc. Im Königlichen Schloß⸗Theater zu Charlottenburg: Emillia
Galotti. Anfang 6 Uhr.
1 b — 8 1 Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen. Im Selbstverlage der Expedition.
Flusswärme Bodenwärme Ausdünstung Niederschlag Wärmewechse
NW.
kule, 3555 St. Farbeholz, 21 Kisten Gummi Benjamin, 21 Kisten Gummi
22 ½
Der Wochenumsatz erstreckte sich über 1000 Kisten .
Bank-Actien
Darmst. 50
Deutsche Bundesstaaten. Königreich Sachsen. Zinsscheine der
Chemnitz⸗Risaer Eisenbahn.
Ein paar Worte über die neueste Landes⸗Vermessung in Rußland.
86 Der Viehstand Württembergs in den Jahren 1844 und 1847. .2 Vermischtes. ass
Eisenbahnen und Dampfschifffahrt. Koblenz. — Beförderung durch die Neckar⸗Dampfböte.
8* Inland.
Aaf. rovin reußen. (Ztg. für Litth. u. Mas.) Die seit *ohins rens landwirthschaftliche Gesellschaft für Lit⸗ thauen hielt am 5., 6. und 7. Juli ihre diesjährige General⸗Ver⸗ sammlung und zwar, wie immer, in Gumbinnen. Es waren zwar alle Kreise des Regierungs⸗Bezirks vertreten, jedoch in geringerer Zahl, als gewöhnlich; der Grund hiervon lag wohl in dem späten Termin, der den Wirthen zu einer längeren Entfernung von ihrer Wirthschaft in der großen Arbeitszeit nicht ganz geeignet zu sein scheint. In diesem Jahre mußte aber der Tag der Versammlung so weit hinausgerückt werden, weil nur so die Gesellschaft auf die An⸗
wesenheit der zum Vereinigten Landtage in Berlin berufenen Mitglie⸗
der rechnen konnte. Mehrere derselben waren erschienen, einige sogar ohne vorher ihre Heimat besucht zu haben. Die ganze Versammlung stattete
für diesen Beweis von Theilnahme für die Gesellschaft lauten, auf⸗
richtigen Dank ab und erkannte das große Opfer, welches diese Mit⸗ glieder abermals dem Vereine gebracht, gebührend an. Die Geschäfte des Vereins und somit die Vorlagen für die
Generalversammlung mehren sich von Jahr zu Jahr, was sich wieder
deutlich dadurch herausstellte, daß in zwei Sitzungen, die von 10 bis 4 Uhr dauerten, nicht alle Gegenstände behandelt werden konnten, so daß noch eine extraordinaire Versammlung am zweiten Tage von
6H bis 10 Uhr Abends gehalten werden mußte, in welcher viele tech⸗
*
in einzelnen Kreisen bekundet den Erfolg der Vereinsthätigkeit.
führte Verbesserung zur Nacheiferung zu ermuntern gesucht.
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Unter dem angegebenen Preise darf die Kommission den
nische und agronomische Fragen mit der größten Theilnahme aller Anwesenden besprochen und berathen wurden. Die von der Gesell⸗ schaft ins Leben gerufenen Institute, die Muster⸗Wirthschaften, die Flachsbauschule ꝛc., erfreuen sich eines guten Fortganges, die vorge⸗ tragenen Berichte der zur Leitung derselben erwählten Mitglieder überzeugten die Versammlung von dem wohlthätigen Einflusse dieser Einrichtungen auf die Landes⸗Kultur und führten den Beschluß, sie sorgsam zu pflegen, kräftig zu fördern und weiter zu verbreiten, herbei. Die Stationirung der Zuchtstiere in einzelnen Kreisen hat sich als zweckmäßig bewährt, es wird dadurch die Aufmerk⸗ samkeit der kleineren Besitzer auf ein Feld der Thätigkeit gelenkt, das bisher an manchen Orten wenigstens vernachlässigt wurde und das sorgfältig zu pflegen die jetzigen Zeitverhältnisse ernst⸗ lich fordern. Die vermehrte und verbesserte Aufzucht des 18. 22 wurden wieder Prämien für selbstständig fortschreitende, eine bessere Wirthschafts⸗Einrichtung bewirkende Wirthe auf den Antrag der Kreis⸗
Vereine bewilligt, nämlich den Wirthen: Karl Rathke in Neu⸗Drau⸗
gupönen, Kreises Pillkallen, Joh. Boruß in Gusen, Kreises Oletzko, Gottlieb Rinn in Gr. Gaudischkehnen, Kreis Gumbinnen, Jedem eine Prämie von 50 Rthlr. zuerkannt. Bei der Preisvertheilung wurden vorzugsweise die durchgreifenden Verbesserungen der ganzen Wirth⸗
schaft berücksichtigt, in diesem Male aber auch noch besonders die feuerfeste Bedachung der Wohn⸗ und Wirthschaftsgebäude beachtet
und durch Ertheilung der Prämie für eine in diesem Stücke ausge⸗ Einem kleinen Wirthe, der ganz vorzüglich einer Prämie würdig erachtet wurde, dem aber dieselbe in Geld nicht geboten werden konnte, wird die Gesellschaft durch eine schriftliche ehrende Anerkennung ihre Freude über sein rühmliches Streben aussprechen, wenn sie nach Empfang
er vom Königl. Landes⸗Oekonomie⸗Kollegium verheißenen Medaillen
. auch noch dieses Anerkenntniß der Behöͤrde ihrem Schreiben wird hiinzufügen
können. seit mehreren Jahren in Gumbinnen abgehaltene Auction werthvoller Pferde soll auch in diesem Jahre am 7. August wieder stattfinden. Es werden für dieselbe mehrere Bestimmungen getroffen, durch welche die Gesellschaft den Zweck, der Auction Ruf zu ver⸗ schaffen und fremde Händler herbeizuziehen, zu erreichen hofft, wenn dieselben auch dem Verkäufer selbst in mancher Hinsicht lästig sein dürften. Eine aus sieben Personen bestehende Kommission wird jedes Pferd vorher genau prüfen und solche, deren Werth wirklich auf 100 Rthlr. anzunehmen ist, zulassen und, wie es früher geschehen, die et⸗ wanigen Fehler anführen. Jedem Verkäufer wird es zur Pflicht ge⸗ macht, einem Mitgliede der Kommission den Preis, unter welchem das Pferd nicht zu verkaufen ist, unter der Bedingung der Ver⸗ schwiegenheit anzugeben und über diesen Preis hinaus weder selbst, noch durch einen Anderen auf das vorgestellte Pferd mitzubieten.
Zuschlag nicht ertheilen. Außer dem Thierschau⸗Feste in Gumbinnen wer⸗ 1 diesem
Die
den in Jahre noch in Tilsit, Marggrabowa, Lötzen Schaufeste gehalten werden, um allen Kreisen der Provinz die Vortheile dieser bewährten Einrichtung zugänglich zu machen. Mit wahrer Freude bemerkte man auch hier wieder die große Masse aus⸗ gezeichneter Zuchtstuten, die meistens in Begleitung viel versprechen⸗ der Füllen von den bäuerlichen Besitzern vorgeführt wurden. Recht schöne Milchkühe und Schweine wurden in größerer Zahl als sonst von kleinen Besitzern vorgestellt, und eine Vermehrung der Preise für diese Branche dürfte wohl an der Zeit sein und wesentlich auf Verbesserung dieses wichtigen Wirthschaftszweiges hinwirken. Schau⸗ Gegenstände aus den vielen vorzüglichen Wirthschaften der Mitglie
der des Vereins wurden sonst wohl in größerer Menge als diesmal
vorgeführt, einige recht schöne Pferde aus Szirgupönen, Löbgallen,
Pur esseln, mehrere ausgezeichnete Zuchtstiere und drei vorzügliche öcke aus renomirten Schäfereien machten die ganze Schau aus.
Als Mitglieder des Vorstandes der Gesellschaft für die nächsten
drei Jahre sind erwählt die Herren: Graf Keyserling zum Haupt⸗
voorsteher, Landrath Gamradt zum Stollvertreter, Ehmer zum Kassirer.
Deutsche Bundesstaaten.
Köönigreich Sachsen. Die Leipz. Ztg. meldet aus Chemnitz: 2½
1 „Die in einigen Ländern bereits ausgeführte Idee, zinsbares Papier⸗ geld zu kreiren, kommt nun auch in Sachsen zur Anwendung. Die von der Chemnitz⸗Riesaer Eisenbahn⸗Gesellschaft zur Ausgabe angeküudigten Schuldscheine à 10 Rthlr. mit 4 pCt. jährlichen Zinsen, von denen die Re⸗ gierung den vierten Theil übernimmt, sind es zwar ihrer Benennung nach nicht, allein die für diese Scheine gewählte Form und Ausstattung, 1
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o wie 1I
desstatt angenommen“ nicht auf dem 1 G auch die General⸗Versammlung jener Gesellschaft das Direktorium nicht ermächtigt hätte, Gelder darin (behufs des Rückkaufes zum Nominal⸗ und Zinsenwerth — gleichbedeutend behufs der Aus⸗ wechselung — zu dürfen. Demnach sind diese Scheine in der Wirtlichkeit zinsbares Papiergeld und werden als solches von Hand zu Hand gehen, auf welchem Wege sie jedoch, in die Hände der kleineren und größeren Kapitalbesitzer gelangend, aus der Circulation bald wieder ver⸗ schwinden werden, denn beide Gattungen von Kapitalisten werden sich ihrer bemächtigen, die kleineren, weil es die wohl einzige Gelegenheit ist, 10 Rthlr. mit 4 pCt. verzinslich zu machen; die größeren wegen des ungemeinen Vor⸗ theils der Theilbarkeit, und beide, weil die gebotene Gelegenheit, sie zum Nominalbetrage mit Zinsen verwerthen zu können, den Gisthauch der Agio⸗ tage fern davon hält, ein Vortheil, welcher namentlich den kleinen Kapitalisten gewährt werden mußte. Zu wünschen ist es, daß auch den kleineren Städten und den Dörfern die Betheiligung bei dieser Anleihe erleichtert und dadurch der Vortheil höherer Zinsen einer größeren Zahl von Minderbemittelten zugän⸗ gig gemacht werde. Diese Absicht scheint auch vorzuliegen, was sich daraus schlichen läßt, daß nicht nur in Chemnitz und den übrigen Bahnstädten, sondern an mehreren Orten des Landes, in Leipzig bei der Bank, in Dres⸗ den bei Herrn M. Schie, eine Verwechselung der Scheine kostenfrei statt⸗ finden soll. Die Verbindlichkeit der Annahme erstreckt sich jedoch nur auf die in den Bahnorten existirenden Betriebskassen, wie oben erwähnt, zu zu denen jedoch auch die Betriebskassen der Leipzig⸗Dresdener Bahn zu rech⸗ nen sind, insoweit dieselben Gelder für Rechnung der Chemnitz⸗Riesaer Bahn einzunehmen haben.
Die den Schein umgebenden vier Ränder sind die vier Coupons und dienen dem, welcher denselben am Schlusse des Jahres — Ende Juni — besitzt, zur Zinsenerhebung, als: der Rand rechts, Coupon Nr. 1, 12 Ngr. fällig Ende Juni 1848, der Rand links, Coupon Nr. 2, 12 Ngr. fällig Ende Juni 1849, der Rand oben, Coupon Nr. 3, 12 Ngr. fällig Ende Juni 1850, der Rand unten, Coupon Nr. 4, 12 Ngr. fällig Ende Juni 1851. Ende Juni 1852 wird das Mittelstück des Scheines gegen 12 Ngr. Zinsen abgeliefert, und es steht zu diesem Termine dem Inhaber frei, sich, entweder wieder Zehnthalerscheine à 4 pCt. oder gegen je zwei Stück einen Zwanzigthalerschein à 4 ½ pCt. Zinsen geben zu lassen, welche wiederum fünf Jahre laufen und dann — also 1857 — gegen neue Zwanzigthalerscheine a 4 ½ pCt. oder nach Wahl des Inhabers gegen je fünf Stück mit einem Hundertthalerschein a 5 pCt. Zinsen umgetauscht werden. Von 1858 an beginnt die Amortisation des Kapitals; der Gesellschaft bleibt die frühere Rück⸗ zahlung vorbehalten. Die Scheine haben die Priorität auf das gesammte Eigenthum der Gesellschaft.“
Ein paar Worte über die neueste Landes⸗Vermes⸗ sung in Rußland.
Durch die gegenwärtig noch im Werke begriffene, höchst sorgfältige und gründliche trigonometrische Vermessung der sämmtlichen Gouvernements des russischen Reiches, welche unter der speziellsten Aufsicht des verdienstvollen russischen General⸗Lieutenants Schubert ausgeführt wird, und durch welche bereits mit dem Schluß des Jahres 1845 die Aufnahme eines Areals von 1,859,403 Quadrat⸗Wersten oder 38,429,39 geographischen Quadrat⸗Mei⸗ len *), woran sich 37 Gouvernements des nördlichen, südlichen und vor⸗ nehmlich des westlichen Rußlands betheiligten, erledigt worden war; durch jene Vermessung haben eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Fragen in Betreff des Areals der Hauptseen und Wassersysteme des russischen Reichs, des Flächengehalts der wichtigsten Inseln, der Höhenverhältnisse der vor⸗ züglichsten Berge und Ortschaften u. a. m. gleichzeitig eine rasche und gruͤndliche Beantwortung gefunden. Da hiermit auf der einen Seite die sorgfältigen Forschungen des russischen Akademikers und Staatsraths Kupffer im Gebiete der Meteorologie und auf der anderen Seite die höchst schätzbaren Zusammenstellungen des Afademikers von Köppen im Fache der Statistik Hand in Hand gehen, so ist durch jene Spezial⸗Vermessung, de⸗ ren Resultate in einer Reihe vortrefflicher Kartenblätter niedergelegt sind, ein außerordentlich reichhaltiges Material zur Kenntniß Rußlands in wissen⸗ schaftlicher Hinsicht gewonnen worden.
Wir erlauben uns, einige aus diesem Zusammenwirken verschiedener Wissenschaften hervorgegangenen Ergebnisse mitzutheilen, und stützen uns hierbei besonders auf einen sehr gehaltvollen Vortrag, welchen der obener⸗ wähnte Herr von Köppen in der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg am 8. August 1845 hielt, auf dessen im petersburger Ka⸗ lender auf das Jahr 1846 gegebenen Nachweis über die 8eee in den Provinzen des europäischen Rußlands und auf seine Mittheilungen über den neuesten Stand der Bevölkerung des russischen Reiches, welche er im 3ten Bande des Bulletin de la Classe des Sciences historiques, phi- lologiques et politiques de l'Académie Impériale des Sciences de St. Pétersbourg Nr. 1 und 2 (vom November 1845) niedergelegt hat.
Um mit der Vertheilung jenes den gesammten deutschen Staatenbund um mehr als das Dreifache übertreffenden Areals von 38,429,39 deutschen Geviertmeilen zunächst den Anfang zu machen, so kamen auf
die Gouvernements geogr. Q. M. russisch. OQ. W. 8 — — —— St. Petersburg 940,732 45,517 Esthland 369,63 17,884 1“ 883,,,z, 42,752 Kurland 495,75 23,987 überhaupt auf die Ostsee⸗Provinzen 2089,568 130,140.
Ferner enthielt, was das eigentliche Kernland des russischen Reiches, Groß⸗Ruß land, anlangt:
SDOdas Gouvernem. Q. Meil. O§. Werst.
DOlbonez 2732,29 132,202 Nowgorod. 2213,30 107,090 1 659,99 31,933 1223,35 59,192 816,37 39,500 862,01 41,708 589,26 28,511 1019,45 49,326 766,44 37,084 573,44 27,746 554,99 26,853 1202,24 58,170 858,99 41,562 818,41 39,599 Wworonesk 1209,41 58 53131 “ Diese 15 bereits vermessenen Gouvernements von Groß⸗Rußland, wozu außer den vorerwähnten noch die Gouvern. Archangel, Wologda, Ko⸗ stroma und Nischni⸗Nowgorod gehören, umfassen zusammen ein Areal von 16,099,94 geographischen Geviertmeilen oder 778,993 Quadratwersten **)
*) Es sind genau genommen sogar 38,572,81 Q.⸗M. vermessen wor⸗ den, davon gehörten aber 143,42 O.⸗M. zu dem noch nicht aufgenomme⸗ nen Großfürstenthum Finnland, dessen Antheil am Ladoga⸗See dieselben bildeten.
**) Von den 12 Kreisen des Gouvernements Kostroma, sind nach⸗ träglich bereits die 8 Kreise Kostroma, Ssol⸗Galitsch, Tschuchloma, Buj, Galitsch, Nerechtar, Kineschma und Jurjewez mit einem Areal von 579,6 geogr. Q. M. vermessen worden; und es ist gegenwärtig nur noch der Flächeninhalt der 4 Kreise Kologriw, Makarjew an der Unscha,
7 Warnawin und Wetluga zu bestimmen. EETETET1“
oltawa 896,66 43,385
Tschernigew. 999,88 48,378 85 ganz Klein⸗Rußland demnach 3795,66 183,652 Auch von West⸗Rußland (dem früheren Schwarz⸗ und Weißruß⸗ land) waren sämmtliche Gouvernements durch die neue Landes⸗Vermessung vollständig aufgenommen. Es enthielt das Areal Das Gouvernem. O.⸗Meil. O.⸗Werst.
— s e —— — Witepsk
Mohilew...
Grodno Kowno.. Volhpnien... Podolien 773,86 37,443 und ganz West⸗Rußland nahm hiernach einen Flächenraum von 7606,39 Quadrat⸗Meilen oder 368,034 Quadrat⸗Wersten ein.
Vollständig ausgeführt war endlich auch die Vermessung von Sü oder Neu⸗Rußland. Es enthielt: I
Das Gouvernement O.⸗Meil. Q.⸗Werst. Cherson 2,03 64,450 Jekaterinoslaw mit dem asowschen
Kosakenheer
Taurien mit der Krim die Provinz Bessarabien 857,94 41,511 das Land der donischen Kosaken. 2943,09 142,401 und ganz Neu⸗Rußland umfaßte demnach ein Areal von 7547,89 Quadrat⸗Meilen oder 365,189 Quadrat⸗Wersten. Von den übrigen Provinzen Rußlands war nur noch das zum früheren Zarthum Kasan gehörige Gouvernement Pensa vermessen. Es hatte das⸗ selbe einen Flächengehalt von 690,18 geographischen Quadrat⸗Meilen oder 33,394 Quadrat⸗Wersten. Unvermessen waren in diesem Zarthum die Gou⸗ vernements Kasan, Simbirsk, Wjetka und Perm, und eben so waren das ganze frühere Zarthum Astrachan mit den Gouvernements Astrachan, Sa⸗ ratow und Orenburg, die kaukasischen Provinzen mit dem Lande der tscher⸗ nomorischen Kosaken, so wie das ungeheure Sibirien mit seinen Inseln im Eismeer und die Kolonieen im Nordwesten Amerika's, noch unvermessen. Auch von dem Großfürstenthum Finnland waren einzig und allein die Kü⸗ sten des Ladogasee's aufgenommen; dagegen war Polen gleichzeitig mit den westlichen Gouvernements Rußlands einer speziellen Aufnahme unterworfen worden, deren Haupt⸗Resultate wir bereits in Nr. 160 und 166 dieser Zei⸗ tung mitgetheilt haben. b
Was die Vermessung einzelner Räume innerhalb der Gouvernements betrifft, so haben hier vor Allem die großen Wasserbehälter des russischen Reiches ein für die Betrachtung entschieden hohes Interesse. Kein Land Europa's hat so kolossale innere Wasserbecken aufzuweisen, wie Rußland. Was sind die Seen Deutschlands, Italiens, Ungarns, Schwedens gegen
den gewaltigen Ladogasee, dessen Wogen im Frühling, wenn seine Eisdecke bricht, weit über die Ufer hinaus fluthen und große Strecken dreier Gou- vernements *) unter Wasser setzen, und dessen Oberfläche im Herbst, wenn die Nord⸗ und Oststürme darüber hinwehen, wie der Spiegel eines einge⸗ schlossenen, dem Zugang der Winde preisgegebenen Meeres aufgewühlt er⸗ scheint. Denn der Ladoga hat ein Areal von nicht weniger als 324,10 Quadrat⸗Meilen und übertrifft daher den Flächen⸗Inhalt des ganzen Kö⸗ nigreichs Sachsen noch um 52,44 geographischen Geviertmeilen. Es ge⸗ hörten von der Fülle dieses so umfangreichen Landsee's 143,42 Quadrat⸗Mei⸗ len zum Bereiche des Großfürstenthums Finnland, 125,16 Quadrat⸗Meilen zum Gouvernement St. Petersburg und 55,52 Quadrat⸗Meilen zum Gou⸗ vernement Olonez.
Der Onega, nächst dem Ladoga der größte See Rußlands und ganz Europa's, hatte ein Areal von 229,24 Fsg chiggn Quadrat⸗Meilen nach Abzug von 2,09 Q⸗M., welche für die Insel Klimezkoi in Anschlag kommen. Dieser See gehört mit seinem ganzen Wasserspiegel und dem größten Theile seiner Mündungs⸗Gewässer, als dem Swir, der Wodla und Wytegra, dem Gouvernement Olonez zu. 1 8
Am Peipussee und seiner Verlängerung, dem Pfkowschen See, neh⸗ men, 5 Gouvernements Theil, und zwar am eigentlichen Peipus, welcher einen Flächenraum von 51,31 geogr. Quadrat⸗Meilen einnimmt, die Gou⸗ vernements St. Petersburg, Livland und Esthland, deren Antheil an diesem See resp. 23,4, 21,19 und 6,72 Quadrat⸗Meilen beträgt, ferner am Pskow⸗ schen See, dessen Areal einem Raume von 14,332 Quadrat⸗Meilen gleich⸗ kommt, die Gouvernements Pskow, St. Petersburg und Livland, auf deren Antheil resp. 7,92, 5,89 und 1,12 Quadrat⸗Meilen kommen.
Die nächst den vorbemerkten durch die neue Aufnahme gemessenen größten Seen in jenen 37 Provinzen Rußlands sind:
1206,16 1208,37
58,407 58,360
mit einem
Areal von 21,39 O. Meil. 20,43 „ 19,07
Olonez Nowgorod Olonez Nowgorod
der Sseg⸗Osero im
» Bjelo⸗Osero Wyg⸗Osero Ilmen Latscha Wodla Woshe Ssjam Molotschnaja Wirzjärw b Lekscha „ Jalpuch in der Andosew **) im Ssandal 8 Tulos Sseliger Elton ***) Rochkolo “ Njukosew » „ Usmaitensche See im Gouvernem. Kurland Lubahn See ****) in den Gouverne⸗
ments Livland u. Witepsk 1,59
Nero
im Gouvernement Jaroslaw Pleschtschejewsche » „
Wladimir Das Gouvernement Olonez ist unter den bis jetzt vermessenen Gou⸗ vernements das seenreichste.
Gouvernement
Nowgorod. Olonez
Taurien
Livland
Olonez Bessarabien
“ Provinz Gouvermeme
8
1 82 8
jie Seen desselben nehmen allein einen Flächenraum von 368,5 O. Meil. ein und sind demnach genau so groß
Eben so waren von den 11 Kreisen Nischni⸗Nowgorods schon acht, nämlich die Kreise Nischni⸗Nowgorod, Balachna, Gorbatow, Ardatow, Arsamas, Knäginin, Ssergatsch und Lukojanow, deren Areal auf 582,31 O. M. festgestellt wurde, vermessen, und es fehlten nur noch die geometri⸗ schen üstahmen der drei Kreise Ssemenow, Makarjew an der Wolga und Wassil.
*) Das Großfürstenthum Finnland und die Gouvernements St. Peters⸗ burg und Olonez reichen an die Ufer dieses See's.
**) Der Antheil, den das Gouvernement Archangelsk am Ando⸗See hat, ist hierbei nicht in Betracht gezogen. Auch beim Njukosew ist nur der olonezsche Antheil berechnet worden. b
*) Der Elton ist nicht von der mit der Landes⸗Aufnahme direkt be⸗ auftragten Kommission, sondern von einer derselben untergeordneten Gesell⸗ schaft vermessen worden, weshalb die Angabe auch nur als ein vorläufiges
Resultat zu betrachten ist. 3 ve2) Vom Lubahn⸗See gehören 0,97 Q. Meil. zum Gouvernement
Witepsk und 0,62 Q. Meil. zum Gounvernement Livland.